Dienstag, 16. Mai 2023

Debatte um die Letzte Generation: Wer ist hier radikal?

TAZ hier 16.5.23  Kommentar von  Ruth Lang Fuentes

Die Aktivisten der Letzten Generation gelten als extrem. Dabei bleiben sie friedlich – auch angesichts einer teils verfassungswidrigen Klimapolitik.

Die Radikalisierung innerhalb der Klimabewegung schreitet rasant voran. So klingt es jedenfalls, wenn man der aktuellen Berichterstattung und sich in Talkshows äußernden Politikern Glauben schenkt. Seit Wochen sei Berlin ein chaotisches Pflaster, überall Extremisten in orangen Warnwesten, die den Verkehr lahmlegen. Radikal.

Am Tag der angekündigten Klima-Blockaden in Berlin gab CDU-Generalsekretär Mario Czaja ein Radiointerview. Er sprach von „diesen sogenannten Aktivisten“, die seines Erachtens Extremisten, Gewalttäter, Straftäter seien. Die Berliner Polizei solle hart durchgreifen. Sein Kollege Alexander Dobrindt von der CSU habe „das berechtigterweise sehr pointiert formuliert“, als er die Gruppe als Klima-RAF bezeichnete. Es drohe weiterer Extremismus.

Radikalisierung. Extremismus. Die Begriffe fallen oft, und sie diffamieren Aktivisten, die etwas fordern, dem eigentlich alle zustimmen müssten: den Planeten nicht aus Profitgier zu zerstören.

Bereits ein Viertel verschwunden: Alarmierender Rückgang der Vogelbestände in Europa

 NTV hier  15.05.2023,

Von Ackerland-Vögeln bis zu Stadtbewohnern: Europas Vogelwelt steht vor einer Krise. Ein Viertel der Bestände ist seit 1980 bereits verschwunden. Eine neue Studie zeigt nicht nur, welche Arten betroffen sind - sondern identifiziert auch einen Hauptverursacher.

Um rund ein Viertel sind die Bestände von Vögeln in Europa von 1980 bis 2016 zurückgegangen. Hauptursache dafür ist einer Studie zufolge die intensive Landwirtschaft. Verstädterung und Temperaturanstieg sind demnach weitere Gründe für den Rückgang der Vogelpopulationen.

Schlechte Bilanz: Kreis Ravensburg spart seit Jahren kaum Energie

Schwäbische Zeitung hier    Emanuel Hege, 11.05.2023

Die Verwaltungsgebäude und Kreis-Schulen verbrauchen immer mehr Energie, die OSK kann ein wenig einsparen. Die Neubauten, beispielsweise die neue Edith-Stein-Schule (links), sollen beim Energiesparen helfen. 

Der Wärmeverbrauch ist teils sogar um 30 Prozent gestiegen. Der Ausbau der Erneuerbaren hält nicht mit. Das Ziel der klimaneutralen Verwaltung bis 2040 ist in Gefahr.

Der Kreis Ravensburg will seine Verwaltungsgebäude, den Fuhrpark und die Häuser der Oberschwabenklinik (OSK) klimaneutral machen. Dafür gibt es unter anderem ein Klimaleitbild, ein Energie– und Klimaschutzkonzept und eine Klimaschutzmanagerin.

Erster Entwurf: Kretschmann legt Wärmepumpen-Plan für Baden-Württemberg vor

Die Bild-Zeitung ist vielleicht nicht immer vertrauenswürdig... berichtet aber als erstes. Mal schauen was in den nächsten Tagen kommt.

Focus  hier  16.5.23

Erster Entwurf - Grüner Kretschmann legt Wärmepumpen-Plan für Hunderttausende Hausbesitzer vor

Robert Habecks Heizungs-Hammer beschäftigt nun auch die Bundesländer. Die grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg legt nun ein Energiekonzept vor. Hunderttausende Heizungen sollen bis 2030 getauscht werden. Dafür müsste das Tempo deutlich beschleunigt werden.

Ravensburg. Mega-Projekt mit 324 Wohnungen

 15.05.2023  hier Schwäbische Zeitung

Wo einst Industrie-Geschichte geschrieben wurde, sollen bald Singles, Familien, Senioren und junge Menschen leben. Im Osten Ravensburgs, entlang der Wangener Straße, läuft auf dem ehemaligen Rinker-Areal ein Bauprojekt der Superlative. 324 Wohnungen werden Plänen zufolge hier entstehen. Oberbürgermeister Daniel Rapp nannte das Vorhaben „die größte Baustelle Oberschwabens“.

Markdorf: Kein Geld für kleine Solaranlagen

 MARKDORF: Stadt zahlt nicht für Solaranlagen  hier

Die Stadtverwaltung Markdorf wird ihre Bürger nicht mit Fördergeldern für kleine Solaranlagen unterstützen. Während Friedrichshafen Investitionen – etwa in Balkon-Kraftwerke zur Stromerzeugung – unterstützt, winkt das Markdorfer Rathaus ab. Als Grund gibt Eva Glöggler vom Stadtbauamt an, dass die Maßnahmen auch ohne Förderung wirtschaftlich seien. Die Notwendigkeit für finanzielle Unterstützung sei daher nicht gegeben. 

Aufgabe und Widerstand, den diese hervorbringt, werden massiv unterschätzt

TAZ  hier

Schwächelnde Grünen nach der Bremen-Wahl: Nervöse Mittelschicht

Die Krise der Grünen liegt nicht an diversen Fehlern. Die Partei stößt an Grenzen, weil die Klimawende an die Privilegien der Mittelschicht geht.

Jetzt stecken sie also in der Krise, die Grünen. Weil sie immer wieder provokante Symbolpolitik zur Unzeit machen, in Bremen die Brötchentaste abschaffen und in Berlin die Friedrichstraße für Autos sperren? Weil Habeck seine Heizungspläne nicht ordentlich kommuniziert, und überhaupt, Graichen? Wär’ schön, wenn das wirklich die Gründe für das schlechte Abschneiden der Grünen in Bremen und sinkende Umfragewerte im Bund wären. Dann bräuchten sie nur bessere Parteimanager und Pressesprecher. Aber so ist es ja nicht. Die Gründe für die Krise liegen tiefer.

Unternehmen, Lobbyverbände, Regierung: Wer bremst beim Klimaschutz am meisten?

 

Spiegel hier zum Anhören 16.05.2023

Die Argumente gegen Klimaschutz wiederholen sich immer wieder. Wer das Tempo bei der Klimapolitik drosselt, wer von der Verzögerung profitiert und welche Interessen dahinterstecken – hier hören Sie es.


»Klimaschutz ist teuer«, »Klimaschutz kostet viele Arbeitsplätze«, »Es bringt nichts, wenn Deutschland als einziges Land handelt«. Die Argumente gegen Klimaschutz wiederholen sich immer wieder. Und dennoch finden diese Argumente derzeit, gerade in den Debatten über eine Verkehrs- und Wärmewende, wieder in der Politik Gehör.

Wir blicken in dieser Folge auf »Klimaskeptiker«. Jene Menschen, die bei der Klimapolitik auf der Bremse stehen, die den Klimawandel anerkennen, aber die Folgen erst mal für nicht so gravierend erachten.

Außerdem sprechen wir über mächtige Lobbys, die versuchen, ihre Profite zu verteidigen. So hatte laut Lobbycontrol die Gaslobby von Dezember 2021 bis Mitte September 2022 insgesamt mehr als 260 Treffen im Kanzleramt und in verschiedenen Ministerien.

Wie verändern sich die Argumente, um Klimaschutz zu bremsen? Und was hat das alles mit einem Klima-Gedicht des FDP-Politikers Frank Schäffler zu tun?

Montag, 15. Mai 2023

Preis sinkt sogar: Ende der deutschen AKW zeigt kaum Effekte auf Strommarkt

NTV hier  15.05.2023, 

Was passiert, wenn sich Deutschland komplett von der Atomkraft trennt? Die Bundesnetzagentur stellt nach einem Monat fest: so gut wie nichts. Saisonal bedingt schließen die Erneuerbaren die Lücke und werden diese bei planmäßigem Ausbau auch langfristig nicht wieder entstehen lassen.

Einen Monat nach der Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke sieht die Bundesnetzagentur kaum Auswirkungen auf dem Strommarkt. An der Börse seien keine Preissteigerungen festzustellen, Strom sei im Gegenteil sogar billiger geworden, sagte die Vizepräsidentin der Behörde, Barbie Kornelia Haller, dem Bayerischen Rundfunk. "Die Auswirkungen sind extrem gering", stellte sie fest.

Vogelhäuschen und Bänke oder doch lieber mehr Autos in der Innenstadt?

Mobilitätswende in Berlin angedacht- während bei der Bremenwahl die SPD mit der Brötchentaste liebäugelt. Mobilitätswende mal kurz aufgeschoben.

Berliner Zeitung hier  Peter Neumann  13.05.2023

Was jetzt mit Parkplätzen in Kreuzberg passiert: Es ist mehr als Berlins erster überdachter Fahrradweg. Das Versuchslabor für die Radbahn wird um ein Testfeld erweitert. Jetzt wurden die Pläne vorgestellt.

"Klimawandel und Artensterben gleichzeitig anpacken"

Tagesschau ARD hier  29.04.2023 Von Bernd Großheim, tagesschau.de

Artenschwund und Klimawandel sind zwei aktuelle Krisen - und sie werden von Wissenschaft und Gesellschaft häufig getrennt betrachtet. Dabei bedingen und verstärken sie sich gegenseitig. Forscher fordern ein Umdenken.

Der Mensch hat im Laufe der Geschichte rund 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Ozeangebiete der Erde verändert. Das hat unter anderem dazu geführt, dass inzwischen 80 Prozent der natürlich vorkommenden Säugetiere sowie 50 Prozent der Pflanzen verloren sind und mehr Arten vom Aussterben bedroht sind als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Neben der intensiven Nutzung und Zerstörung natürlicher Ökosysteme durch Landwirtschaft, Fischerei und Industrie ist zunehmend der menschengemachte Klimawandel Auslöser für den Verlust von Biodiversität.

Beide Krisen bedingen und verstärken sich

Doch beide Krisen, die des Artenschwundes und die des Klimawandels, werden - einer neuen Studie zufolge - von Wissenschaft und Gesellschaft zu oft isoliert betrachtet.

Kampfbegriff »Planwirtschaft«; Von der Notwendigkeit, einen Plan zu haben

Spiegel hier  Eine Kolumne von Christian Stöcker 14.05.2023,

Wir müssen schnell raus aus fossilen Brennstoffen, ohne jeden Zweifel. Alternativen müssen her, schleunigst. Dafür braucht man einen Plan, der leider jahrzehntelang fehlte. »Planwirtschaft« ist das nicht.

Eines der meist-missbrauchten Wörter der vergangenen Monate ist »Planwirtschaft«. Es bezeichnet laut dem »Lexikon der Wirtschaft «: »Eine Wirtschaftsordnung, in der das gesamte wirtschaftliche Geschehen von einer zentralen Stelle nach politischen und wirtschaftlichen Zielvorstellungen geplant, gelenkt und verwaltet wird.«

Es gibt in Deutschland keine »zentrale Stelle«, die »das gesamte wirtschaftliche Geschehen« plant, lenkt (!) und verwaltet. Wir leben in einer Markt-, nicht in einer Planwirtschaft. Nicht alle scheinen das zu verstehen.

Besonders groß scheint die Verwirrung bei Unternehmen und deren Verbänden, die mit fossilen Brennstoffen viel Umsatz machen. Gerald Linke zum Beispiel wollte diese Woche einen »planwirtschaftlichen Kurs bei der Wärmewende« erkannt haben , weil neue Heizungen künftig – wie bereits im Koalitionsvertrag von 2021 festgelegt – mit 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden sollen.

Wer ist Gerhard Linke? Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs, eines Verbands, in dem deutsche Gasversorger wie Stadtwerke organisiert sind. Was Linke also eigentlich meint, wenn er »planwirtschaftlich« sagt, ist: Es gibt einen Plan, und der ist für meine Branche ein Problem.

Sonntag, 14. Mai 2023

Correctiv Faktencheck: Nein, Deutschland verbietet nicht als einziges Land fossile Heizungen

Correctiv hier von Pascal Kornatz  10. Mai 2023

Eine Karte erweckt den Eindruck, nur Deutschland verbiete als einziges von vielen Ländern fossile Heizungen, um den weltweiten CO2-Ausstoß zu verringern. Doch die Karte ist falsch: Darauf nicht gekennzeichnet sind Länder wie Schweden, Österreich oder der US-Bundesstaat New York, die bereits auf nachhaltige Alternativen setzen oder konkrete Pläne dafür haben.

Behauptung

Eine Karte zeige: Deutschland verbiete als einziges Land von vielen fossile Heizungen, um das Weltklima zu retten.  Datum: 10.04.2023

Aufgestellt von: Beiträgen auf Facebook, Tiktok und Twitter

Bewertung  Falsch

Deutschland plant den Einsatz von Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, ab 2024 zum Teil zu verbieten. Aber auch andere Länder auf der Karte, und solche, die nicht auf der Karte abgebildet sind, haben fossile Heizsysteme ganz oder teilweise verboten oder planen es.

Deutschland soll das einzige von zahlreichen Ländern sein, das fossile Heizungen verbietet, das suggerieren Beiträge auf Facebook, Tiktok und Twitter. Zigtausende Nutzerinnen und Nutzer haben sie gesehen. Geteilt wird ein Bild, auf dem Deutschland auf einem Ausschnitt einer Weltkugel als einziges von allen sichtbaren Ländern grün markiert ist. In den Beiträgen wird also behauptet, dass kein anderes Land fossile Heizungen verbieten möchte. 

Das stimmt nicht. Länder wie Dänemark haben solche Verbote bereits eingeführt, Österreich etwa plant einen Ausstieg aus fossiler Energie beim Heizen. Dazu kommen weitere Länder, die nicht auf der Karte abgebildet sind. 

Solidarität mit Letzter Generation

TAZ hier

„Blockiert lieber RWE als Straßen“

Der Gründer des Fonds Ökoworld AG hatte angekündigt, Geldstrafen für Klimaaktivist:innen zu zahlen. Hier erklärt er, warum er relativieren musste.

wochentaz: Herr Platow, brauchen Sie Personenschutz?

Alfred Platow: Bisher nicht, und das soll auch so bleiben. Die Anfeindungen der vergangenen Wochen bauten sich aber nicht durch persönliche Besuche oder Begegnungen auf, sondern über Telefon, E-Mail, Google und die sozialen Netzwerke.

Geld für Klimaanpassung der Kommunen in Aussicht gestellt

Deutschlandfunk  hier  14.05.2023  Umweltministerin Steffi Lemke im Gespräch.

Bundesumweltministerin Lemke kündigt Hilfe für Kommunen wegen Klimawandel an

Die Grünen-Politikerin sagte den Funke-Medien, wenn die Menschen in Deutschland wirkungsvoll vor den Folgen der Klimakrise geschützt werden sollten, müsse man das Stadium der temporären Modellprojekte verlassen. Daher diskutiere ihr Haus mit den Umweltministerinnen und -ministern der Länder, wie eine dauerhafte gemeinsame Finanzierung von Maßnahmen aussehen könne. Lemke unterstrich, Kommunen müssten wissen, was auf sie zukomme und welche Klimaanpassung die richtige für sie sei.

Preise für Wärmepumpen fallen bald

Giga  hier Peter Hryciuk 13. Mai. 2023

Preise für Wärmepumpen fallen bald: Das sind die Gründe dafür

Wärmepumpen werden in Deutschland in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Sie sollen die vielen Gas- und Ölheizungen ersetzen und so als klimafreundliche Heizungen in möglichst jedem Haushalt zum Klimaschutz beitragen. Aktuell sind Wärmepumpen aber noch sehr teuer. Das soll sich laut Experten bald ändern.

"20 Minuten Fahrradfahren am Tag können das Leben radikal verbessern" - Mobilitätswende für alle!


12. Mai 2023, Süddeutsche Zeitung hier  Interview von Ekaterina Kel

Sport im Alltag: Der renommierte Münchner Sportmediziner Martin Halle erklärt, wieso er Radfahren für den besseren Einstiegssport hält als Joggen, wie schnell sich dadurch die Gesundheit verbessern lässt - und wie viel man damit abnehmen kann.

Sport bringt die Organe zum Sprechen, sagt Sportmediziner Martin Halle. Besonders das Radfahren legt er allen ans Herz, die endlich fitter werden wollen. Halle leitet die präventive und rehabilitative Sportmedizin und Sportkardiologie an der Medizinischen Universitätsklinik Klinikum rechts der Isar der TU München.

SZ: Herr Halle, Fahrradfahren soll gut für die Gesundheit sein. Ammenmärchen oder Binsenweisheit?

Martin Halle: Tatsächlich kann man nichts anderes behaupten: Fahrradfahren ist eine Bewegungsform, die wirklich gesund ist. Außer man fällt vom Rad.

LobbyControl e.V. : Was auch noch zur Wahrheit dazu gehört

 LobbyControl e.V. - Newsletter vom 12. Mai 2023

Vetternwirtschaft! Bei den Grünen! Im Klimaministerium! Es ist nicht verwunderlich, dass ein solch schwerwiegender Vorwurf das Meinungsklima im politischen Berlin, in den Kommentarspalten der Zeitungen und in den sogenannten sozialen Medien erhitzt wie sonst nur fossile Kraftwerke das echte Klima. Das hat mindestens drei Gründe: 

  • Erstens, nicht alle Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen. 
  • Zweitens, es gibt eine starke Lobby der Klimaschutz-Verhinderer, der Graichens Fehler ganz gelegen kommt. 
  • Und drittens wird in der Debatte einiges verdreht, wenn es um Lobbyismus geht.

Samstag, 13. Mai 2023

Charlie Kiehne und Kenny Nißel, zwei Vertreter der Generation Z bei “Zukunft gemeinsam gestalten"

 

Prof. Dr. Jörg Wendorff von der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) lädt im Rahmen der „Early Night Social Talk“ Vortragsreihe zur Diskussion über die Zukunft ein.

Unter dem Titel “Zukunft gemeinsam gestalten – Im Gespräch mit der Generation Z“ werden am Dienstag, den 16. Mai 2023 ab 18 Uhr im C-Gebäude der Hochschule Ravensburg-Weingarten die Wünsche und Beweggründe der Generation Z aufgezeigt.

Energiedialog noch heute in 3 Gemeinden


 

Scholz kündigt mehr Klima-Geld an : Zwei Milliarden für Klimahilfen - doch wird das auch umgesetzt?

 03.05.2023  hier

Sieben Monate vor der internationalen Klimakonferenz in Dubai sichert Deutschland Entwicklungsländern weitere Klimahilfen zu. Kanzler Olaf Scholz (SPD) sagte zum Abschluss des Petersberger Klimadialogs, dass zwei Milliarden Euro für den Grünen Klimafonds, das wichtigste Instrument der internationalen Klimafinanzierung, bereitgestellt würden. Darüber werden ärmere Länder beim Klimaschutz und auch bei sogenannten Anpassungsmaßnahmen unterstützt, mit denen sie sich etwa auf höhere Meeresspiegel oder mehr Dürren vorbereiten. Scholz bekräftigte sein Versprechen, die Finanzierung auf jährlich sechs Milliarden Euro zu erhöhen.

Überlingen: Widerstand gegen Wiesenbebauung

 Südkurier 08.05.2023  hier

Der graue Abendhimmel schien sich der Stimmung der Teilnehmer der Begehung der St.-Leonhard-Wiese am ehemaligen Turnierplatz des Überlinger Reitvereins anzupassen, zu der der SPD-Ortsverein und dessen Ratsfraktion eingeladen hatten. Auf blankes Unverständnis stieß bei den rund 50 Interessierten, die teilweise auch aus der Kernstadt gekommen waren, die Absicht der Stadtplanung, nicht nur die Fläche der Kleingärten an der Rauensteinstraße bebauen zu wollen. Schon das würde vielen zu weit gehen. Doch auch noch die grüne Wiese zu opfern, die erst 20 Jahre zuvor zum Landschaftspark gekürt worden war, das wollte an diesem Abend überhaupt niemand verstehen....

Deutschland baut Solarenergie 2023 erstmals um zehn Gigawatt aus – und kommt damit schneller voran als geplant

Businessinsider hier Romanus Otte 08 Mai 2023

Die Leistung der Solaranlagen in Deutschland kann in diesem Jahr erstmals um mehr als zehn Gigawatt steigen. Das sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Berlin.

Damit würde Deutschland auch das Zwischenziel der Bundesregierung übertreffen, in diesem Jahr neun Gigawatt Photovoltaik-Leistung zu installieren.

Die Bundesregierung hat ehrgeizige Ziele bei der Solarenergie. Der Ausbau der installierten Photovoltaik-Leistung soll von jährlich 7,3 Gigawatt verdreifacht werden – auf 22 Gigawatt (GW) im Jahr 2026. Der Start ist nach Ansicht von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gelungen. Deutschland könne in diesem Jahr erstmals mehr als zehn Gigawatt Leistung Solarstrom zubauen, sagte Habeck am Montag bei der Konferenz des „Forum for a New Economy“ in Berlin.

THW warnt vor deutlich mehr Krisen und Katastrophen

Spiegel hier 12.05.2023, 13.33 Uhr • aus DER SPIEGEL 20/2023

Anforderungen an den Bevölkerungsschutz 

Kriege, Klimawandel, Hunger: In einem internen Papier geht das Technische Hilfswerk von drastisch steigenden Flüchtlingszahlen aus – und skizziert Schwierigkeiten für das deutsche Krisenmanagement.

Das Technische Hilfswerk (THW) stellt sich auf eine Zunahme von Katastrophen und Bedrohungen ein, für die sich die Behörde wappnen müsse. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem Grundsatzpapier des THW hervor. »Die Anforderungen an den Schutz der Bevölkerung« hätten sich »drastisch gewandelt«, heißt es dort.

Greenpeace verklagt gemeinsam mit italienischen Bürger:innen den Energieriesen Eni

Euronews hier Von Ruth Wright  mit APTN und Reuters  •  Zuletzt aktualisiert: 12/05/2023 

Greenpeace hat sich mit italienischen Bürger:innen zusammengetan, um einige der größten Umweltverschmutzer der Welt vor Gericht zu bringen.

Das Unternehmen und die italienische Regierung werden verklagt, weil sie es versäumt haben sollen, Leben zu schützen. Zwölf italienische Bürger:innen verklagen einen der größten Ölkonzerne der Welt. Sie argumentieren, dass sie von extremer Hitze betroffen sind und dass Eni die Schuld daran trägt.

Die Umweltgruppen Greenpeace und ReCommon haben sich den Bürger:innen bei der Klage angeschlossen, die, wenn sie vor Gericht kommt, die erste ihrer Art in Italien wäre.

Märchenstunde

TAZ hier  12. 5. 2023, Kommentar von Ulrike Herrmann, Wirtschaftsredakteurin

FDP und Union haben erstaunliche Ansichten, wie sich Klimaschutz umsetzen lässt. So wird immer wieder der Eindruck erweckt, die Kernfusion könne eine Lösung sein. In Bayern ist bekanntlich gerade Wahlkampf, weswegen die CSU sogar eine eigene „Demonstrationsanlage für Kernfusion, beheimatet in Bayern“ bauen will.

Dabei käme die Kernfusion viel zu spät, um das Klima zu retten. Unter den Physikern gehen selbst Hyperoptimisten davon aus, dass die Kernfusion frühestens „in Jahrzehnten“ gelingt. Diese Hyperoptimisten sind übrigens selten. Die meisten Physiker winken ab, wenn sie den Begriff Kernfusion hören. Denn bisher ist es noch nie gelungen, durch Kernfusion Nettoenergie zu gewinnen. Stattdessen war die Fusion bisher ein Verlustgeschäft, weil es sehr viel Energie kostet, Atomkerne zusammenzuzwingen.

Aber selbst wenn die Hyperoptimisten recht hätten, dass die Fusion in ferner Zukunft tatsächlich Energie abwirft: Das deutsche Klimaschutzgesetz sieht vor, dass wir schon 2045 klimaneutral sein müssen, damit wir die gefährlichsten Klimakipppunkte noch vermeiden können. Bis 2045 wird aber garantiert kein einziger Fusionsreaktor stehen.

Ähnlich weltfremd ist eine weitere Idee von Union und FDP: Sie trommeln für eine Renaissance der klassischen Atomenergie per Kernspaltung. CSU-Chef Markus Söder hofft vor allem auf „Minireaktoren“, die er natürlich ebenfalls am liebsten in Bayern erforschen würde.
Mini­reaktoren: Dieses Konzept klingt futuristisch, ist aber in Wahrheit uralt. Schon in den 1950er Jahren träumte man vom „Kraftwerk in der Kiste“. Die Kleinreaktoren sollten als Flugzeugantrieb dienen oder als „Babyreaktoren“ Räume heizen. Es kam bekanntlich anders. Diese Art von Minireaktoren wurde nie gebaut, und ein Grund war, dass auch sie strahlenden Atommüll hinterlassen, den niemand in seinem Wohnzimmer oder in der Küche haben wollte.

Bild rechts: Vorsicht Satire: aus dem Postillion entnommen

Errichtet wurden stattdessen Großkraftwerke, die sich besser beherrschen ließen. Aber auch dort kam es zu den sattsam bekannten Problemen: Für den deutschen Atommüll gibt es bisher kein Endlager, und zudem wird der Bau neuer Reaktoren immer teurer.

Freitag, 12. Mai 2023

Kampagne gegen Heizungstausch: Die Angstmacherei der Union ist schäbig

NTV hier Ein Kommentar von Sebastian Huld  11.05.2023

Die CDU sammelt mit kruden Argumenten Unterschriften gegen das Verbot fossiler Heizungen, die CSU rückt Robert Habeck in die Nähe von Schwerverbrechern: Im Werben um Wähler verliert die Union ihr Augenmaß. Anstatt Sorgen der Bürger ernst zu nehmen, schürt sie Ängste - zum Schaden aller.

Schutzmaßnahmen greifen nicht: Die letzten Urwälder Europas verschwinden

Tagesspiegel  hier Von Sascha Karberg 05.05.2023

In Europa schwinden die natürlichen Wälder. Forscher fordern ein Moratorium, das Holzeinschlag in Gebieten verbietet, in denen Urwälder noch zu finden sind.

Urwälder und naturnahe Wälder werden in Europa immer seltener. Davor warnt ein Forschungsteam in einem Kommentar im Fachblatt „Science“. Obwohl die Europäische Union deren Schutz als wichtiges Ziel ihrer Biodiversitätsstrategie für 2030 definiert habe, gebe es in vielen EU-Ländern bisher keine verbindlichen Vorschriften zum Schutz der letzten Urwälder.

BODENSEEKREIS: Felder für Erdbeeren schwinden extrem

Wenn man in Salem unterwegs ist, kann man fast nicht glauben dass die Anbaufläche zurück geht. Hier haben sich die Erdbeerfelder in den vergangenen Jahren im großen Stil ausgebreitet und führten schon des Öfteren zu der in Wasser-Schwund-Zeiten nicht unwesentlichen Frage: Woher kommt das viele  Wasser mit dem sie bewässert werden?
Dieses Frühjahr scheint die Frage weniger akut, wie`s im Sommer aussieht sehen wir dann.

Die Erdbeer-Bauern konnten sich so weit ausdehnen, weil sie bisher mehr Pacht bezahlen konnten  als die herkömmlichen Bauern - und damit denen die Flächen streitig machten. Anbau-Flächen sind hart umkämpft bei uns und das wird sich durch Photovoltaik-Anlagen noch steigern (siehe auch hier)

Erdbeer-Anbau galt  für viele als Einnahme-Garant. Aufgrund sinkender Nachfrage wurden dann im letzten Jahr plötzlich  erntereife Erdbeeren umgepflügt, das berichtete zumindest die Presse.  Auch das hat zu vielen Fragen geführt, ebenso wie die mit Plastik-Tunneln übersäte Landschaft inzwischen zunehmend kritisch gesehen wird...

Gleichzeitig hören wir von katastrophalen Zuständen im Haupt-Erdbeer-Anbaugebiet Spanien: Der Kampf ums Wasser hinterlässt zerstörte Naturschutzflächen von internationaler Bedeutung und belastet das Grundwasser mit Pestiziden. Trotzdem dehnen sich die Anbauflächen illegal aus.

Dann doch lieber warten wie früher,  bis es bei uns die  Erdbeeren ohne Plastiktunnel reif werden?
Wäre eine gangbare Alternative.


Südkurier hier

Aufgrund der gestiegenen Kosten sinkt die Anbaufläche für Erdbeeren am Bodensee von Jahr zu Jahr. Nach Angaben des Landwirtschaftsamts habe sich die Anbaufläche im Bodenseekreis seit 2015 in etwa halbiert. 

Im Betrieb Hakspiel in Ettenkirch machen Erdbeeren nur noch etwa 15 Prozent der Obstkulturen aus, die dieser anbaut. „Bis vor drei Jahren hatten wir etwa doppelt so viel“, erklärt Verena Oßwald von dem Bauernhof. (sab)

Donnerstag, 11. Mai 2023

Klimaklagen-Anwalt Remo Klinger im Interview: "Den Kli­ma­schutz juris­tisch gea­delt"

 08.04.2023  hier


Der Berliner Rechtsanwalt Remo Klinger führt die bedeutendsten Klima-Verfahren der Republik. Im LTO-Interview für den Mini-Podcast "Klimaparagrafen" erzählt er von seinen spannendsten Verfahren und gibt persönliche Einblicke. 

Es hat begonnen: Die #Klimaschmutzlobby wird in den USA jetzt zur Rechenschaft gezogen

 hier   

Der oberste US-Gerichtshof weist Ölfirmen zurück, die Klimaklagen ablehnen wollen

Die Entscheidung des Supreme Court wird als wichtiger Sieg für Klimagerechtigkeit und für Klimaklagen die in den USA eingereicht wurden gesehen

Der Oberste Gerichtshof hat die Berufungen von Exxon Mobil und Suncor abgelehnt, dass ein von der Stadt Boulder und Boulder County gegen sie erhobener Fall vor ein staatliches Bundesgericht gehört. Das Gericht lehnte parallel auch die Anträge von Ölfirmen in Dutzenden von Fällen ab, die in Rhode Island, Maryland, Kalifornien, Delaware, New Jersey und Hawai eingereicht wurden. Damit bleiben die Entscheidungen niedrigerer Gerichte, dass die Fälle, die in Kalifornien, Hawai, Rhode Island, Maryland und Colorado, erhoben wurden, und dort vor den staatlichen Gerichten verhandelt werden sollten, aufrecht.


Trotz des Drucks der fossilen Unternehmen, einstimmige Urteile niedrigerer Gerichte aufzuheben, entschied der Oberste Gerichtshof zugunsten der Kläger, die jahrelang auf ihren Tag vor Gericht gewartet haben. Zwanzig Berufungsrichter an sechs Bezirksgerichten, 13 Bundesbezirksrichter und das US-Justizministerium haben sich darauf geeinigt, dass die Fälle vor staatlichen Gerichten und nicht bei Höchstgerichten verhandelt werden sollten. Die Klagen zielen darauf ab, Ölfirmen für Klimaschäden zur Rechenschaft zu ziehen da sie die Öffentlichkeit über die Schäden getäuscht haben, die ihre Produkte verursachen.

Der Fall in Boulder wurde 2018 wegen jahrzehntelanger Desinformation und anderer Beiträge zur Klimakrise gegen die Giganten der fossilen Industrie eingereicht. Der Fall weist auf eine Vielzahl von Herausforderungen hin, mit denen die Gemeinde aufgrund des sich ändernden Klimas konfrontiert ist, darunter beispiellose Überschwemmungen, anhaltende Dürre, extreme Hitzebedingungen, unzuverlässige Schneedecke und sich verschlechternde Luftqualität. Im Jahr 2021 unterstrich das Marshall-Feuer die Dringlichkeit des Falls, als es mehr als tausend Häuser in Boulder County zerstörte und einen Schaden von etwa 2 Milliarden US-Dollar verursachte.

Die Fälle basieren auf wissenschaftlichen Beweisen, die eindeutig zeigen, dass menschliche Aktivitäten – insbesondere Produkte der Industrie für fossile Brennstoffe – eine Veränderung des Erdklimas verursachen.

Skillshare-Woche im Alti

 


Am 16.5.23 in der Landesschau

 


Alt und jung — alle fahren bei der Kidical Mass mit

 hier  09.05.2023  Schwäbische Zeitung

Fast 200 große und kleine, alte und junge Fahrradbegeisterte fuhren am Sonntag, 7. Mai, von Ravensburg nach Weingarten um das Fahrrad zu feiern und für eine klimagerechte Verkehrspolitik zu demonstrieren.

Nach dem Start auf dem Marienplatz in Ravensburg ging es über die Gartenstraße nach Weingarten, wo bei strahlendem Sonnenschein im Stadtgarten ein buntes Fahrradfest mit Musik, BUND–Glücksrad, Kinderzirkus sowie Kaffee– und Falafelstand stattfand.

Die Veranstaltung war Teil der Bewegung „Kidical Mass — Kinder aufs Rad“, bei der an jenem Wochenende in mehr als 500 Kommunen Aktionen stattfanden. Die Kidical Mass gibt den Kindern eine Stimme im Verkehr und hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich alle Kinder und Jugendlichen sicher und selbständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewegen können.

Dahinter steht auch die Forderung an die Lokalpolitik kinderfreundliche, grüne Orte, an denen es viele und vielfältige Freiräume zum Spielen und für ein soziales Miteinander zwischen allen Generationen gibt, zu schaffen. Die Mittel dafür sind vielfältig. So fehlt es auch in Ravensburg und Weingarten an sicheren Radwegen für Kinder, viele Schulen haben mit den sogenannten Elterntaxis zu kämpfen und immer noch wird viel innerstädtischer Raum an Parkplätze verschwendet.

Dass die Lokalpolitik in vielerlei Hinsicht aktuellen verkehrspolitischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterherhinkt, zeigten zuletzt die Diskussionen um eine autofreie Pop–Up–Zone und den Radschnellweg im Weingartener Gemeinderat.

Die Veranstalter vom Verein Lebenswertes Schussental waren von der Resonanz auf den Fahrradaktionstag jedenfalls begeistert und so wird es im September eine weitere Kidical Mass geben.

Gebäudeenergiegesetz: Die letzten Zuckungen der Fossilen

Fünf vor acht / Eine Kolumne von Petra Pinzler 11. Mai 2023

Der Streit um die Wasserstoffheizung erinnert an die Diskussion beim Verbrenner-Aus.
Die Gasindustrie will ihre Profite sichern, ohne Rücksicht auf die Klimaziele.

Die letzten Zuckungen der Fossilen

Echte Politik, so könnte man meinen, findet auf offener Bühne statt. Dort, wo Christian Lindner, Robert Habeck und Olaf Scholz höflich nicht der gleichen Meinung sind. Oder auch dort, wo sich Abgeordnete aller Parteien oft weniger höflich streiten, wo es verbale Blutgrätschen gibt und die Emotionen hochkochen. In Wirklichkeit aber ist das nur der eine, der Show-Teil fürs Publikum. Der andere, der, bei dem es um Milliarden Euro und harte Interessen und die Zukunft ganzer Branchen geht, bleibt der Öffentlichkeit gern mal verborgen. Manchmal, weil es alle Beteiligten so wollen. Oft genug aber auch, weil der Teufel im Detail steckt. Und das wiederum ist ziemlich kompliziert und taugt kaum für Schlagzeilen. Diesen Teil des politischen Ringens begleiten oft Scheindiskussionen, bei denen viel über das eine geredet wird, es aber im Kern um etwas ganz anderes geht. 

Klingt kryptisch, lässt sich aber am aktuellen Beispiel gut erklären. Denn so ist es im Moment auch beim Streit über die Zukunft der Heizungen. Oder offizieller ausgedrückt: beim Gebäudeenergiegesetz (GEG), das am Freitag im Bundesrat beraten wird. Dort wird sich zeigen, wie gut das Lobbying der Gasindustrie – auch in den Landesregierungen – funktioniert. Und wie sehr diese wiederum den Druck auf den Bundestag erhöhen, das Gesetz am Ende doch noch zu verschieben oder abzuschwächen.  

Bundeswirtschaftsministerium legt PV-Strategie vor und kündigt Solarpaket I an

Heise hier 08.05.2023 Kristina Beer

Das Ministerium macht beim Ausbau der Solarenergie Tempo und will noch vor der Sommerpause ein Solarpaket I mit einigen Vereinfachungen an den Start bringen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am vergangenen Freitag eine aktualisierte Photovoltaik-Strategie vorgelegt. Einen ersten Aufschlag hatte das Ministerium hierzu bereits im März 2023 gemacht.

Mit der PV-Strategie soll der Solarenergie-Ausbau in Deutschland vereinfacht und beschleunigt werden. Sowohl konkrete Vereinfachungen für den Bau und Anschluss von Solaranlagen werden in Aussicht gestellt, als auch die Förderung von Ausbildung und Forschung.

Die Umsetzung der Strategie soll laut Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) unmittelbar mit ihrer Veröffentlichung begonnen haben und soll zunächst in einem Gesetzespaket mit dem Arbeitstitel "Solarpaket I" münden, welches noch vor der Sommerpause vorgelegt werden soll. Ein zweites Paket wird bereits in Aussicht gestellt.

Erste Schritte gegen Methan

DER STANDARD - Klimaklartext <klimaklartext@email.derstandard.at>  hier 

Diese Woche ist in Straßburg etwas gelungen, das sich durchaus sehen lassen kann: Das EU-Parlament hat sich auf eine Verhandlungsposition zur Methanverordnung geeinigt und will den bisherigen Entwurf deutlich schärfen. Zum Beispiel fordern die Abgeordneten ein verbindliches Ziel für die Verringerung der Methanemissionen aller Sektoren. Außerdem sollen die neuen Regeln ab 2026 auch für Importe von Gas, Öl und Kohle gelten – weil die EU über 90 Prozent ihres Erdöl und Erdgases importiert, könnte das Gesetz ziemlich große Wirkung zeigen. Zuerst müssen Parlament und Rat sich allerdings einigen. Einfach werden diese Verhandlungen wohl nicht.

Es ist das erste Mal, dass der Methanausstoß in der EU reguliert werden soll – eigentlich absurd, immerhin geht es um das zweitwichtigste Treibhausgas. Über eine Zeitspanne von 20 Jahren erhitzt es die Welt 80 Mal stärker als CO2, ständig werden neue Rekordwerte gemessen. Doch der Druck einiger Gasverbände gegen neue Gesetze war stets groß. Eine Recherche rund um das Lobbying gegen die Methanverordnung haben wir vor kurzem veröffentlicht.  

Auch die USA arbeiten daran, den Methanausstoß zu senken. Präsident Joe Biden hat dazu mit seinem großen Klima- und Sozialpaket, dem Inflation Reduction Act, eine neue Steuer auf Methan eingeführt. Außerdem gibt es ein Programm, mit dem alte Bohrlöcher, aus denen Methan strömt, geschlossen werden sollen. Was es damit auf sich hat, hat mein Kollege David Rennert hier aufgeschrieben. 

Kaum bekannter Superemittent: Hotspots der globalen Methanemissionen liegen in Turkmenistan

Standard  Klaus Taschwer  9. Mai 2023, 

Der Binnenstaat am Kaspischen Meer ist Chinas Hauptlieferant für Erdgas und wohl jenes Land, das am meisten nutzbares Methan in die Atmosphäre entweichen lässt

Studie: Feuchtgebiete geben bis zu 1,4 Millionen Tonnen mehr Methan pro Jahr ab

Heise hier  31.03.2023   Hanns-J. Neubert

Sie sind eigentlich eine CO2-Senke, doch mit zunehmender Erderwärmung setzen tropische Feuchtgebiete immer mehr Methan frei, wie Studien belegen.

Das Wiedervernässen von Mooren und anderen Feuchtgebieten gilt gemeinhin als wirksame, natürliche CO2-Senke. Ihnen kommt, gegenüber technischen Ansätzen, CO2 aus der Luft zu entfernen, eine wichtige Rolle zu. Zugleich sind diese Feuchtgebiete, zu denen auch Sümpfe, Mangrovenwälder oder tauende Permafrostgebiete zählen, mit 40 Prozent die größte natürliche Methanquelle. Bisher hatten Klima- und Erdsystemmodellierer allerdings Schwierigkeiten, das Ausmaß dieser Emissionen aus diesen Gebieten in ihren Modellen genau zu erfassen.

Aufgeschobene Schließung der Methanquellen in Amerika - die fossilen Riesen wollen Geld sparen

Standard hier  David Rennert 9. Mai 2023,

14.000 alte Gas- und Ölbohrlöcher in US-Gewässern sind nicht ausreichend versiegelt

Die sichere Sanierung der verlassenen Quellen würde mehr als 30 Milliarden Euro kosten, berechnete ein Forschungsteam. Hauptverantwortlich sind fossile Großkonzerne

Mittwoch, 10. Mai 2023

Bausektor und Verkehrspolitik : OECD rügt Deutschlands Klimapolitik

 ZDF 08.05.2023 mit kleinen Videos

Die OECD hat Deutschland zu mehr Anstrengungen beim Klimaschutz aufgefordert. Um bis 2045 klimaneutral zu werden, müssten insbesondere zwei Sektoren schnell ambitionierter werden.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland aufgefordert, ambitionierter zu handeln, um bis zum Jahr 2045 tatsächlich treibhausgasneutral zu werden.

Überlingen: Energieeffizienz geht bezahlbar

07.05.2023  hier im Südkurier

....Denn noch viel wichtiger ist das Konzept für energieeffizientes Bauen, für ein CO2-neutrales Quartier, das am Ende auch bezahlbaren Wohnraum und ein soziales Miteinander ermöglicht.....

Den Erfolg sehen die BGÜ-Geschäftsführer Dieter Ressel und Andreas Huther in den erträglichen Entstehungskosten für das Projekt, das von massiven Kostensteigerungen weitgehend verschont geblieben sei. Dies habe es ermöglicht, die Wohnungen in den Neubauten trotz der hohen Standards zu einer moderaten Miete anbieten zu können, die bei 10,62 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt liege. Die konkrete Preisspanne erstrecke sich von 8,60 bis 12,90 Euro pro Quadratmeter. Die Förderung mit Bundesmitteln von insgesamt 13,5 Millionen Euro wurde an einen innovativen Nutzen geknüpft, der für andere Vorhaben beispielhaft sein könne. „Wir haben ein Reallabor, das ein neues Quartier mit der Aufwertung eines Altbestandes verbindet“, erklärte Andreas Huther. Innovativ sind dabei erstmals eingesetzte neue Dämmprodukte, die schlankere Wandstärken erlaubten und damit einen Wohnflächengewinn ermöglichen. „Insgesamt macht das hier immerhin 214 Quadratmeter aus“, sagte Huther.

Stadtradeln Bodenseekreis hat begonnen: Kilometer mit dem Fahrrad sammeln

 07.05.2023  hier im Südkurier

links: nicht vom Stadtradeln, da hab ich keine Bilder bisher, aber dafür mein Lieblings-Radl-Foto

Der Tettnanger Bürgermeister Bruno Walter fühlt sich genötigt seinen feinen Aufzug zu erklären: Eine Trauung habe er noch kurz davor gehabt; der Alltag eines Bürgermeisters eben: „Sonst wäre ich auch mitgeradelt.“ Seine Amtskollegen aus anderen Gemeinden haben sich auf den Sattel geschwungen. Da ist etwa Fabian Meschenmoser, Bürgermeister vom Deggenhausertal, der als Streckenbegleiter eine Funktion übernommen hat. Sein Kollege Daniel Heß aus Stetten ist ebenfalls auf zwei Rädern gekommen und auch die Rathauschefin aus Daisendorf, Jacqueline Alberti, hat sich morgens schon klimaneutral auf den Weg gemacht. „Wir sind um 9 Uhr gestartet“, sagt sie. Anfangs sei es sozusagen eine Extraroute gewesen, die erste Station sei nämlich Stetten gewesen. Bei Schloss Kirchberg seien sie schließlich auf die offizielle Route der heutigen Sternfahrt gelangt.

Dass es um mehr geht als eine Ausflugsfahrt bei bestem Tettnanger Festwetter, wie Walter es nennt, zeigt sich also schon bei denen, die hier mitradeln. Walter erklärt: „Es geht hier nicht einfach darum, möglichst viele Kilometer zu radeln. Das Ziel ist, bei der Bevölkerung ein Umdenken zu erreichen.“ Es gehe um die Mobilitätswende, am Ende das Einsparen von CO2. „Natürlich sehe ich auch Kommune, Bund und Länder in der Pflicht, Verkehrswege zu schaffen, auf denen Sie sicher ans Ziel und wieder nach Hause kommen“, wendet er sich an die Anwesenden und erhält dafür ordentlich Applaus.

Radverkehrskoordinator im Bodenseekreis Stefan Haufs, der das Stadtradeln organisiert ergänzt: „Gesundheit ist auch ein großes Thema, in einer Zeit, in der die Gesellschaft oft am Limit ist.“ Denn Radfahren sei gut für die Psyche. Wenn das GPS beim Radfahren angeschaltet bleibe, gebe es noch einen weiteren Nebeneffekt: Die Zweiradfahrer lieferten so – datenschutzsicher – wichtige Verkehrsdaten, die dann dazu dienen könnten, die Radwege entsprechend zu verbessern. So begann das diesjährige Stadtradeln mit Sonne und vielen Infos. 

Mehr: www.stadtradeln.de

Der deutsche Atomfonds steckt in Russland fest

8. Mai 2023,Von Michael Bauchmüller und Boris Herrmann, Berlin  hier Süddeutsche Zeitung

Investitionen: Auch das Atomkraftwerk Isar 2 ist inzwischen abgeschaltet. Die Altlasten aber werden noch lange Geld kosten.

Ein Milliarden-Vermögen soll den Umgang mit den Altlasten der deutschen Kernkraft finanzieren. Dafür wurde in einen russischen Ölkonzern investiert. Das Geld ist nun aber wegen der Sanktionen blockiert.

Sind Windräder im Altdorfer Wald gefährlich für das Trinkwasser?

Ich bin froh, wenn ein seriöses hydrogeologisches Gutachten erstellt wird. Wir brauchen die Energiewende, wir brauchen aber auch sauberes Wasser. Wir müssen Risiken realistisch abschätzen lernen. Dazu gehört auch: Aufheizer aus den fossilen Lobbykreisen dürfen keine Chance bekommen.

Der Verein BREMN bezeichnet sich als "Bündnis für regenerative Energie, Mensch und Natur" .
Auf der Homepage steht: "Ist eine Energiewende (=Dekarbonisierung der Atmosphäre) ohne Kernkraft möglich? Wir von BREMN e.V. und praktisch alle Industrieländer sagen nein"
Um nicht nur polemisch unterwegs zu sein, sollte man sich doch mal mit den  "guten" Gründen für die Beendung der Atomkraft  (nachzulesen hier) auseinandersetzen.

BREMN täuscht sich (oder die Netzbesucher?) ganz gewaltig: es mögen noch neue AKW`s gebaut werden, aber nicht in der Menge, in der die Alten vom Netz gehen werden. Wenn Frankreich die Atomkraft im jetzigen Umfang erhalten wollte, müssten sich bereits 10 neue AKW`s im Bau befinden. Im Bau ist lediglich eines, und das hat sich  angesichts der Baukosten- und Bauzeitenüberschreitung als riesiges Desaster entpuppt. Wer zahlt?

In Finnland wurde mit jahrelanger Verzögerung gerade erst ein neues und ziemlich großes AKW fertig gestellt - zeitgleich wurde zumindest 1 weiteres, geplantes AKW gestrichen, um nicht die Abhängigkeit von Rußland bezügl. der Brennstäbe weiter zu verfestigen.

Ulrike Herrman schreibt in der TAZ hier: "Was auch gern übersehen wird: Das Uran würde nur 13 Jahre lang reichen, wenn man den ganzen Globus mit Kernenergie versorgen wollte, um die fossilen Brennstoffe zu ersetzen und weltweit Klimaschutz zu betreiben. Momentan ist die Atomenergie ein Nischenphänomen, das weniger als 5 Prozent des globalen Endenergieverbrauchs abdeckt."


Schwäbische Zeitung  hier 09.05.2023,    Philipp Richter

Einige Bürger befürchten einen negativen Einfluss des Windparks Altdorfer Wald. Aber ist die Sorge überhaupt berechtigt?

Wieder einmal geht es um die Frage, ob der Trinkwasserspeicher auf dem Waldburger Rücken im Altdorfer Wald gefährdet ist. Zuerst kam die Frage bei den Planungen für das Kiesabbaugebiet bei Grund auf. Jetzt taucht sie im Zusammenhang mit den geplanten 39 Windrädern im Altdorfer Wald wieder auf, der der größte Windpark Baden–Württembergs werden soll. Experten sagen: Einfach lässt sich diese Frage nicht beantworten, aber sie raten zur Vorsicht.

Dienstag, 9. Mai 2023

Neuer Rekord bei Nettostromerzeugung: fast 65 Prozent aus erneuerbaren Energien

Frauenhofer.de  hier  11. März 2019

In Kalenderwoche 10 (4.-10. März) haben die erneuerbaren Energien mit 64,8 Prozent zur öffentlichen Nettostromversorgung in Deutschland beigetragen, ein neuer Rekordwert. Auch die Windkraftwerke stellten mit einem Anteil von 48,4 Prozent einen neuen Rekordwert auf. Das geht aus den Energy Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor, der umfassendsten Datenbank für Energiedaten in Deutschland.


Der grüne "Förder-Filz" scheint eher ein schwarzer Angst-Traum zu sein

 hier  bei Twitter



Nachbesserungen gefordert: OECD-Bericht rügt deutschen Verkehrssektor

 

OECD- Schlüsselindikatoren hier

NTV hier 08.05.2023  

Experten der OECD sehen viel Positives in Deutschlands Bemühen um natürlichen Klimaschutz. Auch Maßnahmen in der Corona-Pandemie und während der Energiekrise werden gelobt. Schärfere Töne gibt es hingegen zum Thema Verkehr.

Natürlicher Klimaschutz und gutes Krisenmanagement: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lobt Deutschland in ihren aktuellen Berichten zur Wirtschaft und Umwelt. Doch sie sieht auch großen Handlungsbedarf - insbesondere mit Blick auf die Treibhausgasneutralität. 

Die Bundesregierung müsse ambitionierter handeln, um die Klimaziele zu erreichen. Insbesondere der Sektor Verkehr müsse nachbessern. "In der Vergangenheit waren wir beim Klimaschutz zu langsam. Diesen Rückstand müssen wir jetzt entschlossen aufholen", sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck bei der Übergabe der Berichte der OECD in Berlin. "Nur wenn wir rechtzeitig und kontinuierlich handeln, können wir Treibhausgasneutralität bis 2045 erreichen."

Nach Ansicht der Expertinnen und Experten ist Deutschland in den Bereichen natürlicher Klimaschutz und Klimaanpassung auf dem richtigen Weg. Doch bestehende Klimamaßnahmen müssten beschleunigt umgesetzt und neue Maßnahmen ergriffen worden. Das gelte vor allem in Sektoren, die ihre Ziele nicht erfüllt haben.

Klimaforschung neu gedacht: „Bisher sind Städte auf autofahrende Männer ausgerichtet“

 Riffreporter hier von  27.04.2023

Das Climate Change Center bezieht Bürger:innen aktiv in die Klimaforschung ein und entwickelt regionale Klimalösungen. Ein Konzept, das international Anerkennung findet.

Wie muss der Verkehr aussehen, damit er klimafreundlicher und gleichzeitig sozialverträglich wird? Eine Frage, mit der sich Soomauroo derzeit intensiv beschäftigt. Das Ziel der Wissenschaftlerin aus dem Inselstaat Mauritius: Die Mobilitätswende in den Städten soll für alle Menschen gerecht werden. Dafür will Soomauroo vor allem die Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen, People of Color, Senior:innen, aber auch von Menschen mit Behinderungen und von Kindern miteinbeziehen. „Bislang sind Städte vor allem auf autofahrende Männer ausgerichtet. Das muss sich ändern“, sagt sie.

Warum Italien Meister der Wärmewende wird

Morgenpost hier 08.05.2023,
Christian Kerl, Peter Heusch, Peter Stäuber, Micaela Taroni und Stefan Schocher

In Deutschland wird heftig gestritten über das Aus für die Öl- und Gasheizung. Die „Wärmewende“ stockt. Machen andere Länder es besser?

Auch bei unseren europäischen Nachbarn wird über die Wärmewende gestritten: Allerdings sind viele Länder schon deutlich weiter beim Heizungstausch

    So gibt es in Frankreich längst Regelungen, die neue Öl- und Gasheizungen verbieten

    An der Spitze steht im europäischen Wärmewenden-Vergleich jedoch ein ganz anderes Land

"Ländle leben lassen": Steuerungskreis trifft Ministerin

 07.05.2023  hier im Südkurier

Initiative will zunehmende Flächenversiegelung stoppen

Wieder ein neuer Parkplatz, hier ein Industriegebiet und dort eine Neubausiedlung. In Baden-Württemberg verschwindet täglich rund ein halbes Dutzend Hektar pro Tag unter Beton oder Asphalt. Mehr als acht Fußballplätze. Viel zu viel, kritisiert ein breites Bündnis von Umwelt-, Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden und fordert verbindliche Obergrenzen für den Flächenverbrauch. Diese Grenzen müssten gesetzlich verankert werden, heißt es im sogenannten Volksantrag „Ländle leben lassen“, für den die Verbände Unterschriften sammeln. Insgesamt werden 40 000 Unterzeichnende benötigt, damit der Landtag über den Volksantrag berät und die Initiatoren anhört, teilten die Verbände mit.

Die Initiatoren wollen erreichen, dass die Landesregierung gesetzlich möglichst eine Obergrenze von höchstens 2,5 Hektar pro Tag festlegt, die bebaut werden darf. Aktuell werden 6,2 Hektar pro Tag im Land versiegelt – das entspricht einer Größe von neun Fußballfeldern.

Kultur der Apokalypse: Kein Aufschrei? Schlaft weiter!

Ich gestehe: ich bin ein großer Fan von Christoph Nix, seitdem er so treffend das ziemlich undemokratische Gemeindewesen in Baden-Württemberg skizziert hat (hier), das nicht zuletzt auch den Regionalverband bestimmt. Ich habe seither nie wieder eine so klare Kritik an diesem System erlebt -  und als Gemeinderätin bleibe ich da hellhörig. 

Nicht nur Konstanz ist betroffen.
Die Linse in  Weingarten ist seit der Schließung des Scala das älteste Kino in Baden-Württemberg.
Im Gemeinderat hat OB Moll bereits die Streichung des Linse Zuschusses zur Disposition gestellt ..... Kultur braucht man nicht so dringend. Luxus….

08.05.2023  hier  im Südkurier 

Kolumne: "Wo das Herz schlägt"  von Christoph Nix

Im August gibt es wieder ein Seenachtfest in Konstanz, mit Feuerwerk: kein Brot stattdessen Böller. Warum sich darüber keiner aufregt, stellt die Frage nach der Kultur der Apokalypse.
Bei der Frage, was Kultur sein könnte, erinnere ich an den Schriftsteller Peter Bichsel, der es so formuliert hat: Kultur komme von Agrikultur und sei lebensnotwendig, denn die Agrikultur sorge für Brot, Früchte, Fleisch und Käse. Die Sozialkultur habe hingegen die Erntedankfeste zu organisieren. Die seien dringend, wenn die Stimmung unter den Menschen schlecht, die Ernte verdorben oder gar die ganze Existenz infrage gestellt sei.

Aus diesem Grunde singen Opernsänger in der Ukraine vor den Trümmern ihres Theaters und tanzen in Burundi die Trommler in den Dörfern mit trockenem Boden. Ihre Botschaft:

 Wir sind nicht verloren, wir wissen zwar nicht,
ob es Gott gibt, aber wir rufen nach ihm
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