Pressemitteilung vom 30.06.2022
Am Samstag den 02.07.2022 verteilen
Aktivist*innen ab 10 Uhr auf dem Ravensburger Rivoli-Platz erneut gerettete
Lebensmittel. Mit ihrer Aktion machen sie auf die „unnötige Verschwendung"
von Lebensmitteln aufmerksam.
"Weltweit hungern Millionen von Menschen
und wir ersticken in unserem Überfluss. Es darf nicht sein, dass 40% aller
Lebensmittel im Müll landen.
Die großen Märkte müssen gezwungen werden, diese
Lebensmittel an soziale Einrichtungen weiterzugeben" so Essenretter*in
Charlie Kiehne (19).
Die Lebensmittel wurden von
Aktivist*innen in den Tagen zuvor aus Mülltonnen von Supermärkten in Ravensburg
und Umgebung gerettet. Wer hierbei erwischt wird, kann wegen Diebstahls oder
sogar schwerem Diebstahl strafrechtlich verfolgt werden. Genau das ist jetzt
auch in Ravensburg passiert. Im Vorhinein einer Verteilaktion im Februar hatten
Aktivist*innen Lebensmittel gerettet und waren dann von der Polizei
kontrolliert worden. Die geretteten Lebensmittel wurden beschlagnahmt und
Verfahren gestartet. In der Sache wird am 07.07.2022 ab 10.15 Uhr am
Amtsgericht Ravensburg verhandelt, angeklagt sind Charlie Kiehne und Samuel
Bosch.
"Es ist verrückt, dass Steuergelder
darauf verschwendet werden, einen sinnfreien Prozess wegen des Diebstahls von
Müll zu führen. Als gäbe es nicht viel größere Probleme, denen mal
Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Aber nein, in Ravensburg verschwendet
man lieber Zeit und Geld darauf Menschen zu kriminalisieren, die Lebensmittel
retten." so Charlie Kiehne (20)
„Trotz des Risikos erwischt und
strafrechtlich verfolgt zu werden gehen wir weiterhin containern. Wir können
nicht weiter tatenlos mit ansehen, dass gute Lebensmittel im Müll landen
anstatt gegessen zu werden. Es wird Zeit, dass nicht das Retten von
Lebensmitteln bestraft wird, sondern das Wegschmeißen von noch haltbaren und
genießbaren Lebensmitteln.“, ergänzt Samuel Bosch (19).