Spiegel hier Eine Kolumne von Christian Stöcker 15.01.2023,
Deutschland braucht die Kohle unter Lützerath, behauptet RWE. Das stimmt nicht, sagen viele Fachleute und Studien. Es gibt gute Gründe, Fossilkonzernen nie weiter zu trauen, als man einen Sack Kohle werfen kann.
»Die demgegenüber von den Beklagten aufgrund subjektiver Wahrnehmung angenommene Gefahr ist weder konkret noch gegenwärtig. Ob es Klimaveränderungen geben wird, ist wissenschaftlich nicht bewiesen, Kausalzusammenhänge zwischen den einzelnen menschlichen Einflussnahmen auf die Umwelt und Klimaphänomene sind offen.«
Aus einer Gerichtsakte des Kölner Oberlandesgerichtes , Text von der Rechtsvertretung des Braunkohlekonzerns RWE im Jahr 2006
2006 lag die deutsche Durchschnittstemperatur 1,3 Grad höher als im Vergleichszeitraum 1961 bis 1990, damit war »das Jahr 2006 das fünftwärmste seit 1901«, so der Deutsche Wetterdienst . Damit setzte sich ein Trend fort, der nachweislich bereits im 19. Jahrhundert begonnen hat .
Überraschend kam das keineswegs: Schon in der 1992 in Rio verabschiedeten Uno-Klimarahmenkonvention wurde als explizites internationales Ziel formuliert, »eine [durch CO₂ verursachte] gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems« zu verhindern.
Bei RWE aber war man sich 2006 angeblich noch nicht sicher. Bis heute macht der Konzern einen Großteil seiner Profite mit der Produktion von Energie, die zum Ausstoß enormer Menge von Treibhausgasen führt.