Spiegel hier Eine Analyse von Susanne Götze 04.04.2022
Dritter Teil des Weltklimaberichts
Einige sind jedoch extrem unpopulär.
Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Spiegel hier Eine Analyse von Susanne Götze 04.04.2022
ARD Tagesschau Stand: 22.04.2022 von Philipp Wundersee
Waldbrände im Süden Europas, Jahrhundertflut in Deutschland, Hitzewellen am Mittelmeer - 2021 war ein Jahr der Wetterextreme. Der Sommer war aktuellen Klimadaten zufolge der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der vergangene Sommer war in Europa der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Er war rund ein Grad wärmer als die Sommer der Jahre 1991 bis 2020 im Durchschnitt, wie aus dem aktuellen Jahresbericht des EU-Klimawandeldienstes Copernicus hervorgeht. Die Copernicus-Aufzeichnungen gehen bis 1979 zurück. Der Klimawandeldienst nutzt zudem Aufzeichnungen von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten, die bis 1950 zurückreichen.
Utopia hier 31. Dezember 2019 von Annika Flatley
Der neuen Sonderbericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, auch: Weltklimarat) heißt „Klimawandel und Landsysteme: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen“
Worum es geht: Die Art und Weise, wie wir weltweit das Land nutzen, hat großen Einfluss auf das Klima – und im Umkehrschluss: Um das Klima zu schützen, müssen wir Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Energiegewinnung überdenken.
Schwäbische hier 05.04.2022 Deutsche Presse-Agentur
Nach dem neuen Bericht des Weltklimarats fordern deutsche Experten einen beschleunigten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe - auch mit Verweis auf die energiewirtschaftliche Abhängigkeit von Russland.
Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, erklärte, man brauche eine neue Politik - „und angesichts der russischen Aggression eine, die Energiesicherheit und Klimasicherheit verbindet“.
Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, forderte, Investitionen zu steigern, um die globalen Emissionen schneller senken zu können. Der Krieg gegen die Ukraine zeige, „dass es zwei gute Gründe für diese Beschleunigung gibt: Ein rascher Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist der einzige Weg zur Abwendung einer eskalierenden Klimakrise und der schnellste Weg zu Stabilität und Frieden, da er gas- und ölreichen autokratischen Regimen ihre schärfste Waffe nimmt.“
Die Umweltorganisation WWF betonte: „Das Zeitalter der fossilen Energie ist vorbei, auch angesichts der geopolitischen Zeitenwende in Europa.“
Der Weltklimarat (IPCC) hatte in seinem am späten Montagnachmittag veröffentlichten Bericht erklärt, nur eine rasche und drastische Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes könne die Erderwärmung noch auf maximal 1,5 Grad begrenzen. „Wir sind an einem Scheideweg“, erklärte der IPCC-Vorsitzende Hoesung Lee. „Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, können eine lebenswerte Zukunft sichern.“ Dazu gehört insbesondere, im Energiesektor wie auch im Verkehr erheblich weniger fossile Energieträger zu nutzen.
Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), der IPCC-Bericht zeige klar: „Nur mit einer vollständigen Umstellung der gesamten menschlichen Energieversorgung auf Erneuerbare Energien können wir die globale Erhitzung stoppen.“
Für den Bericht hatten Hunderte Wissenschaftler aus 65 Ländern in den vergangenen Jahren Zehntausende Studien ausgewertet. Er ist Teil des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats, dessen Veröffentlichungen als umfassendster und international anerkannter Stand der Klimaforschung gelten. In dem Bericht geht es um Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels. Dem Inhalt hatten am Montag 195 IPCC-Mitgliedstaaten zugestimmt, darunter die Vertreter von Russland und der Ukraine.
© dpa-infocom, dpa:220405-99-797932/2
moment.at hier
Österreich
müsste eigentlich bereits in acht Jahren klimaneutral sein, sagt Arnulf
Grübler, Mitautor des dritten Teils des IPCC-Berichts. In diesem geht
es um die Möglichkeiten, mit denen die Klimakrise noch abgeschwächt
werden kann.
Viele der Maßnahmen wären schnell umzusetzen, gut leistbar
und hätten sogar positive Nebeneffekte. Es würde uns unterm Strich
besser gehen.
Das müsse öfter gesagt werden, anstatt ständig die
Klimakatastrophe an die Wand zu malen.
Vegconomist hier
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Weltklimarats der Vereinten Nationen haben in ihrem gestern veröffentlichten Bericht eine Reduktion des Fleischkonsums als entscheidend für die Eindämmung der Klimakrise identifiziert.
Im Bericht heißt es, einer der größten Einzelbeiträge zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen sei eine nachhaltige, gesunde Ernährung unter Mäßigung des Konsums von Fleisch und Molkereiprodukten. Pflanzliche Alternativprodukte, aber auch neue Technologien wie die Zellkultivierung und die Präzisionsfermentation könnten die Emissionen aus der Lebensmittelproduktion erheblich reduzieren, erklärt der Bericht weiter. Die Ernährungsorganisation ProVeg begrüßt diesen eindringlichen Aufruf zu einer pflanzenbasierten Ernährung nachdrücklich.
Süddeutsche Zeitung hier Von Michael Bauchmüller, Berlin
Der Staatengemeinschaft bleibt nach Auffassung des Weltklimarats nicht mehr viel Zeit, um einen katastrophalen Klimawandel aufzuhalten. Das geht aus einem neuen Teilbericht hervor, den der Weltklimarat am Montag vorgelegt hat. So müssten bis spätestens 2025 die globalen Treibhausgasemissionen ihren Höhepunkt erreichen, damit sich die Erderwärmung noch bei 1,5 oder zwei Grad Celsius stabilisieren lässt, immer verglichen mit der Situation vor Beginn der Industrialisierung. Zuletzt hatte die Internationale Energieagentur für 2021 einen neuen Rekord bei den Emissionen festgestellt. "Wenn wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen wollen, dann heißt das: jetzt oder nie", sagte Jim Skea, Co-Vorsitzender der zuständigen Arbeitsgruppe. "Ohne unverzügliche und gravierende Emissionsminderungen in allen Sektoren wird es unmöglich."
Der Bericht zeichnet ein gemischtes Bild der Lage. So gebe es durchaus Hinweise, dass die Staaten die Bedrohung ernst nähmen. "Ich bin ermutigt durch die Anstrengungen, die in vielen Staaten unternommen werden", sagte Hoesung Lee, der Vorsitzende des Weltklimarats. Es gebe viele Instrumente, die sich als effektiv erwiesen hätten, von Regulierungen bis hin zu Marktmechanismen wie der CO₂-Bepreisung. Würden die im großen Stil angewandt, könne dies "deutliche Emissionsminderungen unterstützen und Innovationen stimulieren", sagte Hoesung Lee.
Zugleich aber warnen die Wissenschaftler vor den Folgen klimapolitischen Stillstands.
Ändere sich nichts an der gegenwärtigen Politik, steuere die Welt auf eine Erhitzung von 3,2 Grad Celsius zu. Selbst mit jenen Schritten, die Staaten vor der Klimakonferenz in Glasgow im vorigen November angekündigt hatten, sei eine Verfehlung des 1,5-Grad-Ziels in diesem Jahrhundert wahrscheinlich.
Ob es noch gelinge, die Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, hänge dann von einer massiven Verschärfung des Klimaschutzes nach 2030 ab.
Der Bericht untersucht Minderungen in allen möglichen Bereichen.
In der Energiewirtschaft verlangt er dringend die Abkehr von klimaschädlicher Kohle und die Hinwendung zu erneuerbaren Energien. Auch die Industrie müsse vermehrt auf Ökoenergien oder Wasserstoff setzen. Die Wissenschaftler ziehen auch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid in Betracht oder die Entnahme von Treibhausgasen aus der Atmosphäre.
Städte müssten klimafreundlich umgebaut werden, Menschen klimafreundlicher konsumieren und leben.
Es ist der dritte und letzte Teil des neuen Sachstandsberichts des IPCC. Der erste hatte sich mit neuen Erkenntnissen zu den physikalischen Hintergründen des Klimawandels befasst, der zweite mit Möglichkeiten zur Anpassung. Bis zum Herbst soll aus den drei Teilen ein Synthesebericht entstehen.
Länger als zuletzt üblich hatten die Wissenschaftler um jene Zusammenfassung des Berichts gerungen, die nun Politikern in aller Welt vorgelegt wird. Diese Einigung sei schwierig gewesen, sagte Elmar Kriegler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, einer der Leitautoren des Berichts. "Das zeigt vor allem eins: Es ist jetzt die Zeit der Entscheidungen."
Jennifer Morgan, Deutschlands neue Sonderbeauftragte für den internationalen Klimaschutz, sprach von einer "erschreckenden Klarheit" des Berichts. "Die Welt steht in Flammen", sagte sie. "Und die Staatengemeinschaft tut noch nicht genug, um den Brand zu löschen."
Mehr zum Thema hier mit vielen Grafiken
Riffreporter hier von Christiane Schulzki-Haddouti
Deutschlandfunk
Bericht des Weltklimarats macht Mut hier
Der Weltklimarat IPCC hat den dritten Teil seines Sachstandsberichts vorgelegt – mit einer überraschend optimistischen Einschätzung der Möglichkeiten für den Klimaschutz, kommentiert Georg Ehring.
Der Bericht mache Mut für einen entschlossenen Politikwechsel; noch sei Deutschland nicht auf Kurs.
„Die Beweislage ist klar: Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Wir können die Emissionen bis 2030 halbieren.“ Unter diese Überschrift setzt der Weltklimarat IPCC seine Pressemitteilung zur Minderung der Klimaerwärmung – Thema des am 4. April veröffentlichten dritten Teils seines sechsten Sachstandsberichts.
Deutschlandfunk hier
Weltklimabericht
Nach der Veröffentlichung des neuen Weltklimaberichts hat das Bundesumweltamt einen Kurswechsel in der internationalen Klimapolitik gefordert.
Behördenpräsident Messner sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Bericht zeige noch deutlicher als in der Vergangenheit, dass man sich global auf einem völlig falschen Weg befinde. Nur mit einer vollständigen Umstellung der gesamten menschlichen Energieversorgung auf erneuerbare Energien könne man die globale Erhitzung stoppen.
Der Weltklimarat hatte den Bericht gestern in Genf vorgestellt. Darin ruft er zu einem entschlossenen Kurswechsel beim Energieverbrauch auf. Die Welt müsse die Nutzung von Öl und anderen fossilen Brennstoffen stark drosseln und wesentlich energieeffizienter wirtschaften. Der Ratsvorsitzende Lee lobte aber auch die bisherigen Anstrengungen in vielen Ländern.
Reaktion auf neuen Weltklimabericht
Der Uno-Generalsekretär nannte die Befunde des IPCC zu den bisherigen globalen Maßnahmen gegen die Erderwärmung »deprimierend« und »eine Schande«. Folgen dieser Untätigkeit seien etwa »beispiellose Hitzewellen, erschreckende Stürme, verbreitete Wasserknappheit«. Staaten und Unternehmen mit einem hohem Treibhausgasausstoß verschlössen davor nicht nur die Augen, »sondern gießen auch noch Öl ins Feuer«.
Die großen Emittenten zerstörten die Erde, weil sie ihre historisch begründeten Investitionen in fossile Energieträger nicht aufgeben wollten, kritisierte Guterres. Dabei gebe es preisgünstigere erneuerbare Energien, die neue Jobs, »Energiesicherheit und größere Preisstabilität« schaffen könnten. Weitere Investitionen in fossile Energieträger wie Kohle oder Erdöl seien hingegen »moralischer und wirtschaftlicher Wahnsinn«.
Guterres mahnte, die Welt habe die Wahl, ihre Verpflichtung zum 1,5-Grad-Ziel einzuhalten oder die Erde zu »zerstören«. Pläne zur Rettung der Erde müssten »jetzt in Realität und in Taten umgesetzt« werden.