Posts mit dem Label Thermie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Thermie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 4. März 2024

Wärmewende: Versicherer wollen Geothermie zum Durchbruch verhelfen

hier   4.3.24  Handelsblatt  Artikel von Stratmann, Klaus

Das Potenzial von besonders tiefen Bohrungen ist enorm, Millionen Haushalte könnten damit beheizt werden. Doch Firmen scheuen das Risiko. Denn bei Misserfolg bleiben sie auf den Kosten sitzen – bisher.

Wärme aus Hunderten oder gar Tausenden Meter Tiefe hat enormes Potenzial: Die Energiebranche rechnet damit, dass mit der Tiefengeothermie bis zu 25 Prozent des gesamten deutschen Wärmebedarfs gedeckt werden können.

Samstag, 6. Januar 2024

Niederländische Städteplaner stürzen sich auf Suche nach Wärme in den Abfluss

Lasst uns Bitte!! Schluss machen mit der destruktiven deutschen Endlosschleife, die nur ideenlose Populisten vorantreiben. Schauen wir lieber in unsere nördlichen Nachbarländer, die uns so einiges vormachen in puncto Transformation des Wärmesystems - und das schon seit vielen Jahren zum Vorteil für die Bürger. Nachdem andere Länder das schon vorgemacht haben, wäre es doch ein Leichtes für uns diese positiven Ansätze zu übernehmen, dort wo es sich bereits bewährt hat.
Kleine Ansätze wurden übrigens auch bei uns schon umgesetzt! In Gottmadingen im Hegau wurde das neue Schulgebäude (mit sehr guter Dämmung) bewusst  über dem Abwasserkanal gebaut und bezieht seine Rest- Wärme von dort! Gottmadingen war hier frühzeitig sehr innovativ unterwegs.

Freitag hier  Senay Boztas  | The Guardian |

Während in Deutschland über Robert Habecks Heizungsgesetz gestritten wird, werden die Niederländer kreativ. Auf der Suche nach Wärmequellen haben sie jetzt die Kanalisation entdeckt und wollen so Millionen Haushalte nachhaltig heizen

Ich habe einmal in einem Haus gewohnt, in dem jeden Morgen die doppelte Spülung der Toilette des Nachbarn im oberen Stockwerk laut durch unsere Küche schallte. Jetzt allerdings werden die niederländischen Abwässer nicht mehr als Quelle aufgeheizter nachbarschaftlicher Beziehungen betrachtet, sondern als zuverlässige Wärmequelle für Millionen von Haushalten, die nach dem Willen der Regierung bis 2050 vom Gasnetz des Landes abgekoppelt werden sollen.

Mittwoch, 17. Mai 2023

Unser Nachbarland Dänemark zeigt uns, wie man günstig und umweltfreundlich heizt

Spiegel  13.5.23  Lena Greiner  hier  in "Alles Gute"– der Newsletter mit ausschließlich guten Nachrichten 

Die Kosten für Fernwärme (hier: in Hamburg) sind im vergangenen Jahr extrem gestiegen. Die Stadt hat eines der größten Fernwärmenetze Deutschlands, und dieses wird vor allem mit Steinkohle aus einem Heizkraftwerk betrieben. Also extrem klimaunfreundlich – und extrem teuer.

Nur 270 Kilometer entfernt von Hamburg weiß man, wie es viel besser geht. Auch dort, in Esbjerg, einer kleinen Hafenstadt an der Westküste Dänemarks, heizen viele Menschen ihre Wohnungen und Häuser mit einem Fernwärmenetz, die meisten sogar. Doch das alte Kohlekraftwerk brauchen sie nicht mehr, es soll abgeschaltet werden. Stattdessen steht nun, direkt gegenüber, die größte auf CO₂ basierende Meerwasser-Wärmepumpe der Welt – eine Innovation, gebaut von dem deutschen Unternehmen MAN.

Wärmepumpen ziehen Wärme aus der Umgebung und speisen sie ins Heizsystem ein. Bei Einfamilienhäusern meist aus dem Boden oder der Luft. Das Modell in Esbjerg nutzt die Wärme von Meerwasser. Der entscheidende Vorteil gegenüber Einzelgeräten: Großwärmepumpen können gleich Tausende Haushalte auf einmal auf erneuerbare Wärme umstellen – ohne einen einzigen Heizungstausch. In Esbjerg und Umgebung werden ab Oktober 100.000 Menschen komplett von Kohle auf grüne Fernwärme aus der Wärmepumpe umgestellt. Die Verbraucher merken den Wechsel wahrscheinlich nur daran, dass die Preise sinken. Und die Stadt spart jährlich 60.000 Tonnen CO₂.

Meine Kollegin Susanne Götze aus unserem Wissenschaftsressort hat sich das Projekt vor Ort angeschaut. Sie ist begeistert von dem »grünen und effizienten Pragmatismus«, wie sie es nennt: »Die staatlichen Betreiber dort müssen für die Verbraucher kostengünstige Lösungen anbieten. Und allen war klar, dass Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien am meisten Sinn ergeben, kein Däne möchte mehr etwas anderes, selbst die, die vor Jahren noch skeptisch waren, berichteten meine Gesprächspartner.«

Was Susanne vor allem erstaunt hat, war die Erkenntnis, »welch große Potenziale die Wärmepumpen-Technologie bietet«. Und: »Das könnten wir auch in Hamburg machen.« Oder anderswo.

Samstag, 11. Februar 2023

Bsp. Österreich: Europas größte Wärmepumpe holt Energie aus Wiens Abwasser

 Hier  im Standard ENERGIEWENDE  2. Februar 2023,

Europas größte Wärmepumpe holt Energie aus Wiens Abwasser

In der Kanalisation befindet sich viel ungenutzte Wärme. Die Stadt Wien will sie nun ernten, um das Fernwärmenetz unabhängiger von Gas zu machen

In keinem anderen Bundesland Österreichs heizen so viele Menschen mit Gas wie in Wien – in rund der Hälfte der Haushalte in der Bundeshauptstadt arbeitet eine Gastherme. Spätestens 2040 müssen sie weg sein – denn dann will Österreich klimaneutral sein. Geht es nach der Stadt Wien, soll vor allem die Fernwärme als Ersatz für die Gasheizung einspringen.

Sauber ist sie derzeit noch nicht: Rund die Hälfte der Fernwärme wird in Wien noch immer mit Gas erzeugt. Dieser Anteil soll bis 2040 auf null sinken. Ein Teil der erneuerbaren Wärme kommt in Zukunft aus den sechs Großwärmepumpen, die Wien Energie derzeit in Simmering installiert.

Maschine kann sechs Grad Wärme ernten

Sonntag, 6. November 2022

Erdwärme: Löst Geothermie unser Energieproblem?

 Geo  hier   von Peter Michael Schneider  24.10.2022

Erdwärme Wärme aus der Tiefe: Kann Geothermie unser Energieproblem lösen?

Unter unseren Füßen schlummert ein Schatz: die Hitze der Erde. Mit ihr lassen sich Wohnungen heizen und Industrieprozesse betreiben. Doch Erdwärme im großen Maßstab zu nutzen erfordert einen Kraftakt

....Angesichts der akuten Energiekrise durch den Krieg in der Ukraine und der deutlichen Auswirkungen des Klimawandels stellt sich daher die Frage, ob die Wärme aus der Erde uns über die Winter helfen könnte. Denn der Schatz in der Tiefe ist nahezu unerschöpflich. Doch lässt sich dieser Schatz überhaupt im großen Maßstab heben – und zu welchem Preis? Dabei ist nicht allein entscheidend, ob die "tiefe Geothermie", wie die Technologie heißt, konkurrenzfähig ist. Sie muss auch von den Menschen akzeptiert werden, in deren Umgebung die Energie produzierenden Anlagen angesiedelt sind.

Die Erde: ein gigantischer Heizkörper

Dienstag, 6. September 2022

„Wir wollen im Herbst die Stadtwerke gründen“

aus dem Staatsanzeiger   

Der Artikel zeigt, was alles möglich wäre. Vorbild ist Dänemark:

Interview Nahwärme mit der Bürgermeisterin von Rutesheim Susanne Widmaier 

Große Kommunen ab 20 000 Einwohner sind in Baden-Württemberg gesetzlich zu einer Wärmeplanung verpflichtet. Doch auch zahlreiche kleinere Kommunen im Land haben sich auf den Weg gemacht. Eine davon ist Rutesheim im Kreis Böblingen. Dazu sollen nun eigene Stadtwerke gegründet werden.

Staatsanzeiger: Der Bau von Nahwärmenetzen ist mit hohen Investitionen verbunden. Warum machen Stadtverwaltung und Gemeinderat hier jetzt so viel Druck?

Susanne Widmaier: Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir mit dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Boschareal neben dem Schulkomplex mit Schwimm- und Sporthalle ein sehr lohnendes Gebiet mit 100 Prozent Abnehmern haben. Die Grundstücke auf dem 2,7 Hektar großen Gebiet gehören der Stadt oder der Bosch Wohnungsgesellschaft, die ebenfalls bereit ist, sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Etwa 240 Wohneinheiten sollen hier entstehen, die ersten könnten Ende 2024 fertig sein. Die Leitungen dafür müssen somit dann liegen. Deshalb muss es nun schnell gehen. Daneben gibt es ältere Wohngebiete, die überwiegend mit Gas und Öl beheizt werden. Auch dort gibt es derzeit großes Interesse, sich an eine Nahwärmeversorgung anzuschließen.

Rutesheim hat bislang keine eigenen Stadtwerke. Warum hat sich die Kommune nun entschieden, Stadtwerke zu gründen und das Nahwärmenetz selbst zu bauen und zu betreiben?

Wir hatten mehrere Interessenten, die das Netz gerne betreiben würden. Doch wenn wir dies vergeben, sind wir als Kommune außen vor. Außerdem betrachten private Anbieter die Versorgung ausschließlich monetär, wie verschiedene Gespräche gezeigt haben. Das heißt, wir als Kommune hätten keinen Einfluss darauf, welche Energiequellen genutzt werden. Außerdem hätten wir auch keinen Einfluss auf den Preis für die Wärme für unsere Bürger oder darauf, wer an das Wärmenetz angeschlossen wird. Bereiche, die wirtschaftlich nicht so interessant sind, fallen dann raus.

Freitag, 2. September 2022

Milliarden für die grüne Heizung

Süddeutsche Zeitung  hier 4. August 2022  Von Thomas Hummel

Energie

Fernwärme ist ein zentraler Baustein, um von Öl und Gas wegzukommen. Mit Geld vom Bund setzen nun viele Kommunen auf erneuerbare Quellen wie Geothermie oder Flusswärmepumpen.

Es wirkte, als ginge ein Stoßseufzer der Erleichterung durch viele kommunale Wärmeerzeuger und ihre Verbände. Endlich hat die EU-Kommission am Dienstag ein Programm der Bundesregierung genehmigt, fast drei Milliarden Euro an Zuschüssen zu vergeben, wenn ein Betrieb in die sogenannte grüne Fernwärme investieren will. Es ist ein essenzieller Baustein, um die Wärmeerzeugung für Gebäude und Wasser von Erdgas und Öl zu lösen. Fürs Klima, aber auch, um sich aus Russlands fossilem Klammergriff zu befreien.

"Seit zwei Jahren warten die Wärmeversorger in Deutschland händeringend auf das Förderprogramm", sagte Werner Lutsch, Geschäftsführer des Branchenverbands AGFW. Für den Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, ist die EU-Genehmigung ein "erster, wichtiger Schritt für die kommunale Wärmewende". Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schwärmte von einer sehr guten Nachricht und sieht viele Kommunen "in den Startlöchern, um die Wärmeversorgung umzustellen".

Während die strombasierte Wärmepumpe vor allem bei Einfamilienhäusern attraktiver wird, gilt die Fernwärme in dichtbebauten Städten als Schlüssel für den Klimaschutz. Damit sollen ganze Quartiere, vielleicht sogar ganze Städte CO₂-neutral beheizt werden.

Donnerstag, 21. Juli 2022

Fachmann sieht Nahwärme als Schlüssel für eine klimaneutrale Zukunft

 Schwäbische Zeitung hier  19.07.2022,  Annette Rösler

Klimaneutralität bis 2040: Wie das funktionieren kann, darüber hat Teil Bene Müller von der Solacomplex AG im vierten und letzten Teil der Veranstaltungsreihe vom Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen sowie der Elektronikschule Tettnang und der Bodenseestiftung gesprochen. Im Zentrum standen Darstellungen zur Nahwärme.

Solarcomplex hat genau darauf seinen Schwerpunkt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 von zwanzig Bürgern gegründet und hat heute ungefähr 1.200 Gesellschafter, die sich aus Privatpersonen, Firmen, Stadtwerken und Bürgerenergiegenossenschaften zusammensetzen.

Bene Müller: Öl und Gas finanzieren Kriege

Dass Solarcomplex-Vorstand Müller herkömmliche Energieformen sehr kritisch betrachtet, daraus machte er keinen Hehl:„Schauen Sie sich diesen Öltanker auf dem Bild genau an. Das ist ein getarnter Geldtransport“, sagte er im gut besuchten Forum. Supertanker fassten bis zu 300 000 Tonnen Rohöl. Die Ladung könne einen Wert von bis zu 160 Millionen Euro haben.

Und dieses Geld könne dann in Krisengebieten landen. Gleiches gelte für Gas. Müller: „Das heißt, wir finanzieren Kriege. Unsere Abhängigkeit von diesen Ländern muss dringend gestoppt werden.“

Experte: Mit Nahwärme bleibt Kaufkraft vor Ort

Freitag, 15. Juli 2022

Waldburg plant Nahwärmeversorgung mit Sonnenenergie

 Schwäbische Zeitung  hier  15.7.22  Michaela Miller

Waldburg will Vorbild sein 

Als Gemeinde plant Waldburg den Bau einer innovativen Nahwärmeversorgung, die zu 100 Prozent die Sonne als Energieträger nutzt. In der Region ist dies bislang in dieser Form noch nicht zu finden. Doch das Projekt wird ordentlich Geld kosten. Es gibt schon konkrete Vorstellungen und die Verantwortlichen sehen große Vorteile in dem Projekt.

„Als Gemeinde haben wir uns mit der Verabschiedung des Energie- und Klimaleitbildes 2050 zum Ziel gesetzt, dass wir uns energetisch vorbildlich verhalten und energieeffiziente Gebäudetechnologien einsetzen“, erklärte Bürgermeister Michael Röger bei einer Informationsveranstaltung. Energieverbrauch und CO2-Ausstoß sollen gesenkt, der Anteil der regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung erhöht werden.

Dienstag, 21. Juni 2022

Woher bekommen Wärmepumpen ihre Energie?

Riffreporter  hier    von 

Einfach erklärt:  Kleine Serie in drei Teilen.

Eine Einführung für absolute Einsteiger: Statt Gas- und Ölheizungen sollen jetzt Wärmepumpen unsere Wohnhäuser und Büros heizen und auch kühlen. Doch wie wird die dafür nötige Energie aus Wasser, Luft und Erdreich gewonnen?

Montag, 20. Juni 2022

Geothermie: Immer verfügbar, klimaneutral – aber kaum genutzt

 Die Zeit  hier

Mit Geothermie könnte Deutschland unabhängiger heizen, kühlen, Strom erzeugen. Die Energiewende braucht die Wärme aus dem Boden. Über Vorteile und Risiken der Technologie

Ein Großteil der Energie wird in Deutschland fürs Heizen gebraucht und zu fast 70 Prozent mit fossilen Brennstoffen erzeugt – allem voran mit russischem Erdgas. Seit dem Krieg gegen die Ukraine will Deutschland nun so schnell wie möglich ohne das Gas auskommen. Könnte Geothermie Teil der Lösung sein? Ihr Potenzial auszuschöpfen, das forderten kürzlich mehrere Verbände in einem gemeinsamen Positionspapier. Die Erdwärme ließe sich fast überall nutzen.

Samstag, 18. Juni 2022

Vorbild Kommune: das kleine Hegau-Städtchen Tengen

 16.06.2022  |  VON CIAN HARTUNG CIAN.HARTUNG@SUEDKURIER.DE  hier

Wie ein Städtchen Ökostrom in rauen Mengen erzeugt

In Tengen trägt der Bürgermeister Sneaker. Und während er über die Energiewende spricht, streicht er sich durchs Haar. „Es ist gut, dass wir uns selbst versorgen können“, sagt Marian Schreier. Obwohl der 32-Jährige in rund einem halben Jahr das Rathaus verlassen wird, ist das offenbar noch kein Grund, die Sneaker auf den Schreibtisch zu legen. „Wir wollen damit noch nicht aufhören, sondern noch weitermachen“, sagt er.

Schreier hat Tengen in seiner Amtsperiode zur ersten Selbstversorger-Kommune im Landkreis Konstanz gemacht. Der Windpark Verenafohren, zwei Biogas-Anlagen, ein kürzlich eröffneter Solarpark am Berghof und viele Solarpanels auf Tengener Dächern sind in dieser Zeit entstanden.

In der Gemeinde werden jährlich rund 35 Millionen Kilowattstunden produziert, während der Eigenbedarf bei rund 11 Millionen Kilowattstunden liegt. Damit nicht genug: Bald soll der Windpark Am Brand folgen. Dort sollen weitere rund 30 Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden.

Mittwoch, 15. Juni 2022

Strom aus der Kläranlage, Warmwasser aus dem Supermarkt: Warum wir zu wenig über Effizienz reden

 RND hier Christof Johann  11.06.2022

Energie sparen statt frieren

Die Industrienationen ringen um den Übergang ins Ökozeitalter. Weil selbst bei massivem Ausbau der Erneuerbaren in den nächsten Jahren grüner Strom fehlen wird, muss der Verbrauch runter. Das Potenzial ist enorm, wie ein Blick auf schon heute verfügbare Technologien zeigt.

Freitag, 10. Juni 2022

BODENSEEKREIS: Gestecktes Ziel heißt Seethermie

Die Wärme des Bodenseewassers nutzen und damit etwas unabhängiger von ausländischer Energieversorgung werden. Dieses Ziel haben sich die Bürgermeister von Meersburg und Langenargen, Robert Scherer und Ole Münder, auf die Fahnen geschrieben. Noch ist nichts spruchreif. Zunächst sollen schlüssige Konzepte ausgearbeitet werden. Und für die Finanzierung ihrer avisierten Seethermie-Anlagen benötigen beide Kommunen Zuschüsse. 


09.06.2022  |  VON BENJAMIN SCHMIDT BENJAMIN.SCHMIDT@SUEDKURIER.DE

Sie setzen auf Wärme des Bodensees hier

Geht es nach Ole Münder und Robert Scherer, werden zwei Seegemeinden bald zu Pionieren. Die Bürgermeister von Langenargen und Meersburg wollen ihre Orte unabhängiger machen vom russischen Gas – aber auch von Saudi-Arabien, Kuwait oder den USA. Rein technisch betrachtet, ist der Weg bereits vorgegeben: Der Schlüssel für mehr Autarkie liegt im Prinzip der Seewärme, auch Seethermie genannt. Dabei wird aus 20 bis 50 Metern Tiefe Bodenseewasser abgepumpt, das ganzjährig zwischen vier und zehn Grad Celsius warm ist. Dank Wärmetauschern lässt sich das Wasser im Sommer zur Kühlung nutzen, im Winter – noch etwas mit Strom aufgewärmt – zum Heizen.

Erste Überlegungen

Sowohl in Langenargen als auch in Meersburg haben sich die Verantwortlichen schon mit dem Prinzip befasst. Langenargen interessierte sich erstmals 2016 für diese Angelegenheit, Meersburg laut Bürgermeister Scherer im Folgejahr. Doch angesichts damals sehr niedriger Energiepreise – und auch wegen der Pandemie – blieben die Konzepte größtenteils in den Anfängen stecken. Meersburg ließ zwar 2021 eine Potenzial-Analyse erstellen, sprich darüber, in welchem Umfang die Seethermie in der Gemeinde genutzt werden kann. Nun aber steht die Idee unter ganz anderen Vorzeichen. Hintergrund sind der Ukraine-Krieg und die Energiekosten. Langenargens Bürgermeister Ole Münder: „Seit drei Monaten wird mit einem ganz anderen Impetus über das Thema diskutiert.“

Seewärme statt Solarpanels?

Ähnlich sieht es Robert Scherer aus Meersburg. „Ich sehe darin ein Prinzip, für das wir die Menschen unserer Kommune begeistern können.“ Solarpanels an den historischen Gebäuden seiner Altstadt sieht er da schon kritischer. „Man muss die Leute mitnehmen bei Veränderungen.“ Das gehe mit Seewärme leichter als mit dunklen Platten auf historischer Bausubstanz......

Wann, an welchen Standorten genau, und ob es also etwas wird mit der Seewärme in Langenargen und in Meersburg, ist noch offen. Klar ist, dass die Kommunen nicht die Einzigen sind, die sich das Prinzip zunutze mache wollen. Eine Studie des Kantons Thurgau bestätigte 2021 die Wirksamkeit des Ansatzes. Der Schweizer Kanton will bis zu fünf Seethermie-Kraftwerke am Bodensee bauen. 

Montag, 23. Mai 2022

Überlingen: Solarthermieanlage nimmt Form an

 22.05.2022  |  VON HANSPETER WALTER  hier

Überlingen – Nahwärme steht derzeit hoch im Kurs. Allemal, wenn sie aus regenerativen Quellen stammt – wie bei der Versorgung des Schättlisberg, des Helios Spitals und des Salem College schon seit mehr als 20 Jahren. Die Grundlast wird hier in der bestehenden Heizzentrale des Stadtwerks mit Holzhackschnitzeln aus heimischen Wäldern gedeckt, nur die Spitzenlast mit Erdgas.
Darüber dürften die Bewohner des alten Quartiers ebenso wenig unglücklich sein wie die inzwischen angeschlossenen neuen Mieter in den Wohnungen der Baugenossenschaft, wenn die nächste Wärmeabrechnung kommt.

Nun bekommen die bisherigen Energiequellen illustre Gesellschaft. Einen Monat lang war nach dem symbolischen Spatenstich für die Solarthermieanlage am 1. März nur wenig zu sehen. Vor einigen Wochen kam nun Bewegung auf die Baustelle: Drei große Pufferspeicher wurden dorthin transportiert und neben dem bestehenden Hackschnitzellager installiert. Dort wirken die künftigen Warmwassertanks, die in der Gesamthöhe während der Planung noch einmal reduziert worden waren, weniger dramatisch als von Kritikern befürchtet.

Die Wassertanks werden künftig die auf dem 4 300 Quadratmeter großen Solarfeld von 864 Kollektoren aufgenommene Sonnenwärme zwischenspeichern, bevor sie an die Haushalte im Stadtquartier Schättlisberg abgegeben wird. Die drei Speicher fassen insgesamt 270 000 Liter Wasser, das entspricht etwa zehn große Tanklastwagen. Im nächsten Schritt werden die Sonnenkollektoren auf der Freifläche östlich der Heizzentrale installiert. Ab Herbst soll die neue Anlage ihren Beitrag zu der geplanten Klimaneutralität des Stadtquartiers 2050 leisten. 

Samstag, 30. April 2022

Gute Idee: "Verbrauchtes Wasser heizt ganze Siedlung"

 Kurier hier von Sabine Salzmann

Ein Salzburger Energietechniker entwickelte ein revolutionäres Konzept für Heizanlagen im Wohnbau.

Die Siedlung an der Friedrich-Inhauser-Straße in Salzburg-Aigen war in die Jahre gekommen: Beheizt wurden die ursprünglich 75 Wohnungen noch mit Gas. Jetzt ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine neue Ära angebrochen. Neben der Aufstockung auf 99 Wohnungen durch die Heimat Österreich ist schon vor der Energie-Krise der Abschied von fossilen Quellen gelungen. „Da hatten wir den richtigen Riecher“, sagt Dietmar Stampfer und lacht. Mittlerweile drängt beim Ausstieg aus Gas (siehe dazu auch Seite 3) ja immer mehr die Zeit.

Dienstag, 18. Januar 2022

Kläranlagen: Wie Abwasser zum Rohstoff wird

Im Artikel werden einige zukünftige Nutzungen der Kläranlagen-Produkte dargestellt. Was dagegen fehlt ist das Wasser. Auch das saubere Wasser am Ende der Kette ist ein Rohstoff, der zukünftig nicht einfach wieder in die Fließgewässer geleitet werden sollte. Womöglich ist dieses für die Landwirtschaft  und den Gartenbau der Umgebung zukünftig ein zunehmend wichtiger Standortfaktor.

Spektrum der Wissenschaft  hier von Björn Lohmann

Kläranlagen sind eine notwendige, aber auch teure Hygienemaßnahme. Doch sie wandeln sich: In Zukunft könnten sie im Rahmen einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft Geld einbringen.

.... Spätestens seit die Bundesregierung 2017 verordnet hat, dass ab 2029 Phosphor aus Klärschlämmen weitgehend zurückgewonnen werden muss, sind Kläranlagen verstärkt in den Fokus der Wissenschaft gerückt.

Dienstag, 12. Oktober 2021

Lithium: Weißes Gold aus Deutschlands Geothermieanlagen

Spektrum der Wissenschaft hier

Heute kommt das gesamte Lithium aus Übersee. Doch auch im heißen Tiefenwasser Deutschlands stecken große Mengen des begehrten Rohstoffs, die sich gewinnen und nutzen lassen.

Ohne Lithium geht kaum noch etwas. Das leichte Metall ist unverzichtbar für die gängigen wiederaufladbaren Akkus von Elektroautos, Notebooks und Smartphones. Deutsche Hersteller importieren ihren kompletten Bedarf an dem Element aus Australien oder Südamerika. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn auch in Europa gibt es Lagerstätten, die viel Lithium enthalten. Und hier zu Lande ließe es sich sogar klimaschonend und umweltfreundlich gewinnen.

In Chile und Argentinien kommt Lithium aus Salzlösungen und wird in riesigen Verdunstungsbecken gewonnen, was Nutzungskonflikte auslöst. Der australische Stoff wiederum geht nach China, um dort zu Lithiumkarbonat und Lithiumhydroxid verarbeitet zu werden, wobei insbesondere das Rösten der gemahlenen Gesteine ein kohlendioxid(CO2)-intensiver Prozess ist.

Hingegen steckt das Lithium in Mitteleuropa in Thermalwasser, also heißen Lösungen in einigen Kilometern Tiefe. Diese enthalten hohe Konzentrationen an Lithiumionen. So zum Beispiel im brandenburgischen Groß Schönebeck, wo im Jahr 2001 eine Geothermie-Forschungsplattform des Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) aufgebaut wurde. In etwa vier Kilometer Tiefe besitzt das 150 Grad Celsius warme Thermalwasser eine Lithiumkonzentration von 200 bis 230 Milligramm pro Liter......

Noch gibt es weltweit keine Geothermieanlage, die Lithium für den Markt produziert. Für alle aus der geothermischen Extraktionsforschung heißt es daher: Dranbleiben, um den bereits errungenen Fortschritt und Vorsprung nicht zu verlieren.


Das ist eine  wunderbare Nachricht, denn jeder kennt die furchtbaren Bilder der Abbaustellen in Südamerika. Erst vor Kurzem wurde bekannt dass auch in Norwegen große Kapazitäten gegeben sind. Doch vermutlich wäre auch dort mit einem starken Eingriff in die Landschaft zu rechnen.Es wäre wunderbar, wenn sich die Gewinnung von Lithium in Zukunft umweltfreundlicher gestalten würde!