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Sonntag, 23. April 2023

Markdorf: Radfahrerlobby kritisiert Pläne für B-33-Durchfahrt

 20.04.2023 hier im Südkurier

Die Radfahrerlobby kritisiert die jüngst präsentierten Pläne für die Fortentwicklung des Markdorfer Mobilitätskonzeptes. Die von Verkehrsplaner Claus Kiener von Modus Consult Ulm im Gemeinderat vorgestellten Prognosen als auch Zahlen bildeten nicht den gesamten Schwerverkehr ab, sondern nur jenen auf der B33 auf Höhe der Firma Continental.

Freitag, 17. März 2023

Leserbrief Markdorf: Sind wir eigentlich verrückt?

 LESERMEINUNG:  Südkurier hier

Leserbrief zum Artikel „Eidechsen bremsen Südumfahrung aus“, SÜDKURIER am 2. März:

Der Klimawandel verfolgt uns täglich. Überall liest und hört man darüber und die Temperaturentwicklungen zeigen uns, dass hier was auf uns zukommt. 

Wir alle wissen auch, dass der Verkehr einen beträchtlichen Teil dazu beiträgt.
Aber was tun wir hier vor Ort? Wir bauen Straßen. Und diese Straßen verlaufen durch wertvolle Waldgebiete. Wir verbrauchen Fläche ohne Ende, obwohl es schon lange erklärtes Ziel ist, mit Flächen schonend umzugehen. Ohne Bedenken bauen wir wertvolle, landwirtschaftliche Nutzfläche zu, aber gleichzeitig werden wir dazu aufgerufen, regionale, landwirtschaftliche Erzeugnisse zu bevorzugen. Es ist jetzt schon bekannt, dass wir uns kaum mehr selbst versorgen können. Müssen wir dies immer noch mehr verschlimmern? 

Wollen wir den Klimaschutz und die Notwendigkeiten für regionale Produkte wirklich ernst nehmen, dann darf weder die B-31-neu Immenstaad-Meersburg noch die Südumfahrung Markdorf gebaut werden. Bezüglich der B-31-neu muss erwähnt werden, dass diese Verkehrsprobleme schon längst gelöst sein könnten. Schon vor Jahrzehnten war eine Lösung im Gespräch, die vor allem die Ortsdurchfahrt Hagnau entlastet hätte. Damals war der Vorschlag in der Diskussion, die dreispurige B 31 von Überlingen fortzuführen bis an die bayrische Grenze im Osten des Bodenseekreises. Ausbau vor Neubau war damals schon von Bedeutung und Hagnau hätte einen einfachen (!) Tunnel bekommen. Auch war damals bekannt, dass Bayern bereit gewesen wäre, diese Dreispurigkeit bis zur Autobahn bei Lindau weiterzuführen. Aber die damals und auch heute noch führende Schicht in der Regionalpolitik hat sich vehement dagegen gesperrt. Diese Kreise wollten und wollen nur eine Autobahn, was anderes kommt nicht in Frage. Nun drängeln sie immer stärker.

 Aber der Klimawandel ist schon längst im Gang und wir alle können ahnen, dass es schlimm kommen könnte. Warum tun wir dann nichts? Erste Priorität muss haben, den Verkehr zu reduzieren. Wenn wir Straßen bauen, tun wir das Gegenteil. Die E-Mobilität ist auch nicht die Lösung, denn da fehlt es an allem Möglichen, vor allem an Rohstoffen. Und die Umweltprobleme werden nur verlagert. Also es bleibt uns nur eins! Nach einfachen Lösungen suchen, die Klimaschutz und Regionales voranstellen.

Wolfgang Metzler, Uhldingen-Mühlhofen


Samstag, 4. März 2023

Markdorf: Eidechsen bremsen Südumfahrung aus

01.03.2023  |  VON HELMAR GRUPP  hier

Dass bei der Südumfahrung ein dickes Brett zu bohren ist, für diese Erkenntnis reicht ein Blick auf die zwei Jahrzehnte lange Planungsgeschichte. Am 3. Dezember 2021 fällte der Kreistag schließlich den Baubeschluss, seither wird an der Detailplanung gearbeitet. Zuletzt war es aber nur noch im Schneckentempo vorangegangen: Verzögerungen bei Brücken-Planungen und zusätzliche Baugrunduntersuchungen hatten dafür gesorgt, dass der für Herbst 2022 vorgesehene Spatenstich auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. Im Frühjahr oder Sommer 2023, hieß es damals, könne es soweit sein. Dann kamen die Eidechsen und nun drohen ein weiterer Zeitverzug um ein Jahr und deutlich höhere Kosten.

Dienstag, 13. Dezember 2022

Markdorf: Südumfahrung wird später gebaut

 09.12.2022  |  VON HELMAR GRUPP HELMAR.GRUPP@SUEDKURIER.DE  hier

 Aus dem ursprünglich noch in diesem Jahr vorgesehenen Spatenstich für die Südumfahrung Markdorf wird bis auf ungewisse Zeit nichts werden: Der Beginn der Erdarbeiten ist erst einmal verschoben, der Spatenstich soll nun in der ersten Jahreshälfte 2023 stattfinden, heißt es seitens des Landratsamtes. Denn die letzten Detailplanungen hätten mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen, teilt die Kreisbehörde auf Anfrage mit.

Umsiedlung geplant

Zudem wurde auf der Höhe des ehemaligen Haslacher Hofes, dort, wo die künftige Südumfahrung an ihrem westlichen Ende in einem Knoten an die B 33 vor Ittendorf angeknüpft werden soll, eine neue Zauneidechsen-Population gefunden. Beim Landratsamt spricht man aktuell von einem Bestand von 100 bis 150, womöglich auch 200 Tieren. Die müssen nun erst einmal umgesiedelt werden.

Dieser Umstand sorge hingegen – derzeit jedenfalls – noch nicht für eine Verzögerung, heißt es. „Wir können die Abläufe um dieses neue Projekt herumplanen, so dass wir von keinen zusätzlichen Verzögerungen ausgehen“, sagt Landratsamt-Sprecher Robert Schwarz. Die Naturschützer hingegen dürften darüber nicht bekümmert sein: Sie werden nun einen größeren zeitlichen Puffer haben, um die Eidechsen umzusiedeln......

Untersuchungen verzögert

Für das Warten auf den Baustart gibt es hingegen andere Gründe: Länger als erwartet hatten sich Baugrunduntersuchungen und auch die Planungen für das geplante Brückenbauwerk am Bahndamm auf Höhe der Firma Wagner hingezogen.

Freitag, 1. Juli 2022

Markdorf: Interessengemeinschaft rechnet mit Klage gegen Vorzugstrasse B31

 29.06.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE  hier im Südkurier

Fritz Käser, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Verkehrsplanung Ittendorf (IVI), bleibt beharrlich. Dass sich Bund und Land längst für die Variante B1 beim Ausbau der B 31-neu entschieden haben, hat er schon bei der IVI-Jahresversammlung im vergangenen Juli bedauert. Und in der Pflicht zum Weitermachen hat er die Interessengemeinschaft bereits vor einem Jahr gesehen. Nun, bei der jüngsten Mitgliederversammlung der IVI, wiederholte er, was er im Juli 2021 nur angedeutet hat: die Möglichkeit einer Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Klageberechtigt seien vor allem die vom Straßenbauvorhaben betroffenen Landwirte. Das Recht zur Klage hätten aber auch die Naturschutzverbände. Komme es dazu, würde sich der Termin bis zur Fertigstellung des neuen Bundesstraßenabschnitts zwischen Immenstaad und Meersburg noch weiter verzögern. Derzeit wird mit rund zehn Jahren gerechnet. Zehn Jahre, in denen die Kosten für das Projekt neuerlich ansteigen könnten, vermutet Käser. „Die Kosten für die B 31-neu haben sich unterdessen fast verdreifacht – auf 311 Millionen Euro“, führte er aus. Dies sei eine alte Schätzung, die inzwischen auch hinfällig sei. Im Zusammenhang mit Prognosen zur künftigen Verkehrsentwicklung rechnet Käser mit einem Rückgang des Individualverkehrs zugunsten öffentlicher Verkehrsmittel.

Nach wie vor hält er die beschlossene Vorzugstrasse, die sogenannte B1-Trasse, die durch den Weingartener Wald führt, für die denkbar schlechteste Lösung. Weil sie am wenigsten umwelt- und naturverträglich sei.

Umstritten sei weiterhin auch die Dimension der B 31-neu. Das Bundesverkehrsministerium folgt bisher dem Vorschlag aus dem Regierungspräsidium. Der sieht vier Spuren vor – „plus Standstreifen“, so Käser, was bedeute, dass die Bundesstraße 28 Meter breit werde. Demgegenüber gebe es aber eine Option mit 15,5 Metern – sofern nur drei Spuren gebaut werden. „Und das Argument, eine dreispurige Lösung sei unfallträchtiger, ist einfach falsch“, erklärte Käser. Die Statistik gebe das nicht her.

Montag, 6. Dezember 2021

Markdorf: Gegen die Südumfahrung, aber dafür gestimmt

Südkurier hier

Mehrheitlich hat der Kreistag am Freitagabend den Baubeschluss für die Südumfahrung gefällt, auch mit dem einstimmigen Votum der CDU-Fraktion. Markdorfs Bürgermeister Georg Riedmann, zugleich auch Vorsitzender der CDU-Fraktion, stimmte gegen seine persönliche Überzeugung auch für die Umfahrung, weil er im Vorfeld bereits signalisiert hatte, dem Votum der Markdorfer beim Bürgerentscheid am 14. November, die sich mit 54,5 Prozent für das umstrittene Vorhaben ausgesprochen hatten, folgen zu wollen.

Riedmann nutzte die Sitzung am Freitag in der Messe in Friedrichshafen erneut für eine eigene Stellungnahme, um sein Stimmverhalten nochmals zu erklären. Seit langer Zeit sitze er zwischen den Stühlen, das werde sich auch an diesem Nachmittag bei der Abstimmung nicht ändern, so Riedmann.

Dankbar sei er gewesen für das Angebot des Kreistages, der Stadt Markdorf nochmals eine Stellungnahme zu gewähren und dankbar sei er auch dafür, dass diese Stellungnahme in Form eines Bürgerentscheides abgegeben worden sei. Denn dieses Votum der Markdorfer, so Riedmann, mandatiere ihn klar für sein Abstimmungsverhalten. Will heißen: Als Bürgermeister fühle er sich dem Votum der Bürger seiner Stadt verpflichtet, ungeachtet seiner eigenen Überzeugung.....

Scharfe Kritik äußerte Georg Riedmann gegenüber seinen Vorrednern und Amtskollegen Manfred Härle (CDU, Salem) und Martin Rupp (FW, Bermatingen), die am Freitag die Stellungnahmen der CDU und der Freien Wähler abgegeben hatten, sowie gegenüber Christoph Högel, der für die AfD gesprochen hatte. Die drei Redner hatten den Gegnern der Umfahrung vorgeworfen, sie hätten das Vorhaben „verzögern, verhindern und verteuern“ wollen.....


Anmerkung: wieder einmal laviert nicht nur ein Bürgermeister zwischen den vorgegebenen Konfliktebenen. Warum müssen denn die Bürgermeister auch noch im Kreistag und dann womöglich auch noch im Regionalverband sitzen? 

Ein sehr spannender Artikel dazu, zum Thema Demokratie, erschienen im Südkurier vom 8.5.2021 von Gastautor Christoph Nix  hier

"Nichts los in unseren Rathäusern?"

Freitag, 3. Dezember 2021

Update MARKDORF: Keine Überraschung bei den aktuellen Kreistagsmehrheiten - Südumfahrung wird gebaut

Update 4.12.21:

Der Kreistag hat am Freitag mehrheitlich beschlossen, dass die Südumfahrung Markdorf als Kreisstraße 7743-neu gebaut wird. Auf 33,6 Millionen Euro beläuft sich die jüngste Kostenschätzung, die dem Landratsamt vorgelegt wurde. Laut vertraglicher Kostenaufteilung müssen sich Kreis und Markdorf die nach Abzug des 9,5-Millionen-Zuschusses vom Land verbleibenden 24,1 Millionen Euro teilen, macht für jede Seite 12,05 Millionen Euro. (gan)

Kreistag entscheidet über Südumfahrung
Südkurier Kurzmitteilung am 3.12.21

Sonntag, 14. November 2021

 Südkurier

Markdorfer stimmen für Südumfahrung

18 Jahre nach dem ersten Bürgerentscheid haben die Markdorfer am Sonntag nun erneut entschieden und das Votum ist eindeutig: Die Bürger der Stadt wollen mehrheitlich die Südumfahrung – zumindest jene Hälfte der Wahlbürger, die abgestimmt hatte. Bereits um 18.34 Uhr stand das vorläufige Endergebnis fest: 3370 Wähler votierten für das Straßenbauvorhaben, das sind 54,5 Prozent. 2811 Wähler votierten dagegen, das sind 45,5 Prozent. Damit ist der Bürgerentscheid gültig und kann nach Prüfung rechtskräftig werden. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,3 Prozent. 

Freitag, 12. November 2021

Leserbriefe zur Markdorfer Abstimmung

2 Leserbriefe  gegen die Umfahrung

Geht’s noch?

Zum selben Thema:

Es ist schon dreist, wie Bürgermeister Manfred Härle aus Salem derzeit versucht, mit einer Stellungnahme im Faltblatt des Wirtschaftskreises Einfluss auf den Bürgerentscheid zur Südumfahrung Markdorf zu nehmen. Er selbst forciert in Salem die Ausweisung eines riesigen, 27 Hektar großen Gewerbegebiets, und wir Markdorfer Bürger sollen mit 12 Millionen aus der Stadtkasse die Südumfahrung als Zubringerstraße dafür mit bezahlen. Geht’s noch? Vom Land hätten er und sein Bermatinger Bürgermeister-Kollege Martin Rupp dann gerne auch noch die auf Eis gelegte Ortsumfahrung Bermatingen geschenkt, obwohl diese sicherlich noch weniger eine Fernstraße (Landesstraße) wäre wie die als Kreisstraße geplante Südumfahrung. Die Landschaft käme mit so viel Asphalt dann endgültig unter die Räder – und auch das Klima, weil neben so einer neuen Rennstrecke auch eine ausgebaute Gürtelbahn kaum große Chancen hätte. Warum gibt es nicht mehr Schwung und eindeutigen Vorrang für die Ausbaupläne bei der Schiene? Neue Gewerbegebiete sind nach meiner Überzeugung auch das Hauptmotiv der Freien Wähler in Markdorf für die Südumfahrung, zumal sie sich bei anderen Maßnahmen zur Entlastung der B 33-Anwohner (wie Tempo 30) ja eher vornehm zurückgehalten haben. Ich erinnere auch an den Vorstoß vom ehemaligen FW-Bürgermeister Bernd Gerber im Jahr 2012, ein großes neues Gewerbegebiet beim geplanten Abzweig der Südumfahrung von der B 33 (beim ehemaligen Haslacher Hof) durchzusetzen. Daran sollte man immer denken, wenn der Markdorfer Wirtschaftskreis etwas von einem „klaren Bekenntnis zur Stadtentwicklung“ schreibt.

Brigitte Graf-Serr, Markdorf


Irren ist menschlich

Zum selben Thema:

“Irren ist menschlich” sprach der Hahn und stieg von der Ente: Bürgermeister Martin Rupp und Bürgermeister Manfred Härle, beglücken Sie die Bürger in Bermatingen beziehungsweise Salem mit Ihren Weisheiten, aber nicht die Markdorfer Bürger zum Bürgerentscheid. Wir in Markdorf haben einen eigenen Bürgermeister, der mit 57 Prozent der Wählerstimmen vor knapp fünf Monaten wiedergewählt wurde.

Fritz Käser, Markdorf 


3 Leserbriefe für die Umfahrung
Widergegeben wird nur einer davon, der von einem wirklich Betroffenen stammt. Die 2 anderen Leserbriefe beschwören lediglich die "Rechtmäßigkeit der Einmischung" der 2 Bürgermeister aufgrund ihres Kreistags-Mandates.

Wohnungstausch

Zum Thema Südumfahrung:

Liebe Gegner der Südumfahrung, in Sachen Klimaschutz besteht sicherlich Einigkeit, es gilt, Emissionen zu reduzieren. Leider ist es dem Klima egal, ob der CO2-Ausstoß in der Stadt oder daneben stattfindet. Einen großen Unterschied macht es dagegen für die betroffenen Anwohner, die den unmenschlichen Verkehr täglich aushalten müssen. Es geht also um die Perspektive, wohin sich Mobilität entwickelt. Da können wir aus der Erfahrung lernen. Wenn eine Markdorfer Umfahrung trotz Bürgerwillen und eindeutiger Gerichtsentscheidungen in über 20 Jahren nicht gebaut wurde, wie lange würde wohl der Bau eines zweiten Schienengleises als ernsthafte ÖPNV-Alternative durch die Bodenseeregion dauern? Und wer wirklich glaubt, dass ein Stau von E-Autos, die demnächst aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich mit Maserati-Sound aufgerüstet werden, mehr Spaß macht, als mit konventionellem Antrieb, oder dass Lastwagen demnächst durch Lastenfahrräder ersetzt werden, der sei herzlich eingeladen zu einem Wohnungstausch mit Anwohnern der B 33, Weinsteige, Bernhardstraße, Schießstattweg und weiteren Straßen.

Hans Peter Klesel, Markdorf 

Donnerstag, 11. November 2021

Markdorfer sind wieder zum Bürgerentscheid aufgerufen

Schwäbische Zeitung   hier  von Alexander Tutschner

Heißes Eisen Südumfahrung

Großes Lob an die Schwäbische Zeitung! Dieser Artikel gefällt mir wirklich sehr gut, weil versucht wird eine gute Übersicht herzustellen. Es kommt sehr viel zur Sprache und enthält auch 2 kleine Videos mit Argumenten dafür und dagegen.

Hier ein paar Ausschnitte, die nach meiner Meinung wesentliche Aussagen enthalten:

Wie viel Verkehr bleibt?

Laut Markdorfs Bürgermeister Georg Riedmann verbleiben im Bereich der B 33 zwischen Ittendorfer Kreisel und Bischofsschloss laut Prognose für das Jahr 2035 von 21 300 Fahrzeugen noch 16 300. Bei der Kreuzung Zeppelinstraße demnach von 23 900 Fahrzeugen noch 19 000.

Ist durch die neue Südumfahrung neuer Verkehr in den umliegenden Orten zu erwarten?

Laut Kreis nimmt der Verkehr in Ittendorf um 2000 Kfz pro 24 Stunden zu, in Leimbach um 700.

Was sagt Markdorfs Bürgermeister?

Georg Riedmann (CDU) positioniert sich deutlich gegen die Südumfahrung. Sie könne nach dem Verzicht auf die Ortsumfahrung Kluftern und den Planungsstopp für die Landesstraßen um Bermatingen und Neufrach „eine wirklich effiziente Wirkung nicht mehr entfalten“, schreibt er in einer Informationsbroschüre. „Die Südumfahrung Markdorf wird ein Torso bleiben“, sagt Riedmann weiter.

Was sagt der Gemeinderat?

16 Räte positionieren sich gegen die Südumfahrung. Zehn Räte sind für die Straße.

Wie lautet die Begründung der Räte?

Die Gegner verweisen im Gemeinderat auf die hohe Restbelastung von 16300 Kraftfahrzeugen pro Tag, auf neue Mehrbelastungen in Ittendorf, Riedheim und Kluftern, die fehlende Weiterführungen in Richtung Bermatingen und Kluftern, die hohen Kosten und darauf, dass wertvolle Natur versiegelt werde. Außerdem kritisieren sie, dass mit der parallel geplanten B 31 eine doppelte Zerschneidung droht.

Die Befürworter im Gemeinderat führen die Stadtentwicklung von Markdorf als Argument und ein Zusammenwachsen von Nord- und Südstadt an sowie die Beseitigung von Verkehrschaos und die Entlastung von Schleichwegen. Sie wollen mit der Straße die Infrastruktur und die Wirtschaft stärken. Durch die Reduzierung von Stickoxidbelastung soll ein Beitrag für die Gesundheit der Markdorfer Bürger erreicht werden.

Sehr bedenklich stimmt mich in diesem Zusammenhang, dass die Südumfahrung im European Energy Award des Kreises als "Klimaschutzmaßnahme" verkauft wurde. Mir scheint, da wird mit gezinkten Karten gespielt, um gewisse Interessen durchzusetzen. Ich kann nur hoffen, dass diese Sache nicht einfach so im Hintergrund durchläuft, weil keiner genauer hinschaut.

Neben den bereits im Südkurier erwähnten Gruppierungen bekennt sich auch Martin Hahn, Grüner Landtagsabgeordneter, zu den Gegnern:

Hahn fordert Bestattung erster Klasse

Eine „Bestattung erster Klasse“ für die Südumfahrung fordert der Grüne Landtagsabgeordnete Martin Hahn in einer Stellungnahme. Diese Entlastungswirkung auf den Verkehr stehe bei dem Projekt in keinem Verhältnis zu den Kosten und den Umweltschäden. „Die zu erwartenden Kosten sind explodiert. Von ursprünglich geplanten 11 Millionen, liegen die Kosten mittlerweile bei 33 Millionen“, schreibt Hahn.

Diese enormen Kosten seien nicht vertretbar. Die geplante Südumfahrung habe keine Anbindungen in Richtung Bermatingen oder Kluftern. Zu dem würden weiterhin täglich die LKWs auf der B33 durch Markdorf rollen. Nach der Zusage für die B31 neu zwischen Meersburg und Immenstaad habe sich die Ausgangslage verändert. „Die B31 neu wird zusätzlichen verkehrenden Transitverkehr von der B33 aufnehmen und Markdorf entlasten.

Mittwoch, 10. November 2021

Südumfahrung Markdorf - Bürger -Abstimmung am 14.11.21

Südkurier  hier

Dürfen sich auswärtige Bürgermeister in die Debatte um die Südumfahrung Markdorf einmischen? UWG und SPD kritisieren Rathauschefs von Bermatingen und Salem

Im Gemeinderat kochten am Dienstagabend die Emotionen hoch. Der Anlass: Die beiden Kreisräte und Bürgermeister von Bermatingen und Salem, Martin Rupp und Manfred Härle, hatten im Schulterschluss mit der Interessengemeinschaft pro Südumfahrung für ein Ja der Markdorfer zum Bau der Südumfahrung geworben. Die Markdorfer dürfen beim Bürgerentscheid am Sonntag abstimmen.                                 

09.11.2021  hier

Lobbygruppen zur Südumfahrung

Markdorf (gup) Wenige Tage vor dem Bürgerentscheid zur Südumfahrung am Sonntag machen Gruppierungen, die gegen die Umfahrung sind, nochmals mobil. In Stellungnahmen wenden sich die Kreisgruppe des Verkehrsclub Deutschland (VCD), der BUND-Ortsverein Markdorf, die SPD Kluftern und Pro Kluftern nochmals öffentlich gegen das Straßenbauvorhaben.

So fordert der VCD stattdessen, in den Ausbau von Bahn, Busverkehr und Radwegen zu investieren. Die Klimakrise fordere ein „sofortiges konsequentes Umsteuern auch im Verkehrssektor“, heißt es in der von VCD-Sprecher Frieder Staerke unterzeichneten Mitteilung.
Der VCD verweist auf die in seinen Augen zu geringe Entlastungswirkung einer Südumfahrung für die B-33-Ortsdurchfahrt, die sich laut aktuellen Prognosen nur noch auf 20 bis 23 Prozent belaufen würde. Stattdessen würden alle anderen Ortschaften an der B 33 noch mehr als bisher belastet werden. Die Politik im Landkreis müsse eine noch deutlich stärkere Minderung des Kfz-Verkehrs forcieren, die Gürtelbahn zügig ausgebaut und der Zügetakt verdichtet werden. Dem Landratsamt wirft der VCD vor, dass es in seinen neuesten Prognosen gegenüber der veralteten Prognose keine Verminderung des Verkehrswachstums aufgenommen habe.
Bei der B 31-neu hingegen sei ein Minus von 14 Prozent bis 2035 eingearbeitet worden.

Die BUND-Ortsgruppe verweist ebenfalls auf die für sie zu geringe Entlastungswirkung, die „gravierendere Eingriffe in Natur und Landschaft nach sich ziehen würde“. Eine neben der B 31-neu zweite Verkehrsader würde die Landschaft zwischen Gehrenberg und Bodensee zusätzlich entwerten. Eine Südumfahrung würde zudem 18 Hektar überwiegend landwirtschaftlich genutzter Böden beanspruchen. Solche Eingriffe, etwa in Biotope, müssten dann durch behördliche Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden. Flächenverbrauch und Versiegelung seien aber endgültig und nicht kompensierbar, so der BUND in der von Vorstandsmitglied Albin Ströbele unterzeichneten Erklärung.

Für die SPD Kluftern sei es fragwürdig, dass sich bei der Kundgebung der Umfahrungsbefürworter am Samstag auch Nicht-Markdorfer als Sprecher eingemischt hätten. Die SPD Kluftern habe sich bislang hingegen bewusst zurückgehalten, obwohl ein Drittel der Umfahrung auf Klufterner Gemarkung verlaufen würde. Auch dass die Befürworter eine Umfahrung von Kluftern in ihre Pläne einbauen würden, sei nicht hinnehmbar. Dies zeuge von einem Willen, „einen möglichst großen Beitrag zur Klimakatastrophe“ beisteuern zu wollen, so Bernd Caesar für die Klufterner SPD. Die Initiative Pro Kluftern schließlich verweist darauf, dass die Umfahrungsbefürworter auch an den Umfahrungen Bermatingen und Kluftern festhalten würden. Beide seien aber entweder abgelehnt oder politisch auf Eis gelegt. Mit einem Bau der Südumfahrung solle laut Pro Kluftern daher „erneuter politischer Druck für die Realisierung der sogenannten Hinterlandtrasse aufgebaut“ werden, heißt es in der Stellungnahme der Vorstandschaft von Pro Kluftern, unterzeichnet von Walter Zacke. 


LESERMEINUNG:

Bahnausbau statt Südumfahrung

Leserbrief zum Artikel „Kundgebung für Südumfahrung“, SÜDKURIER am 8. November:

Vor wenigen Wochen bezeichnete der ehemalige Regionalverbandsdirektor Wilfried Franke die Südumfahrung Markdorfs als „Torso“, also als Stückwerk. Und tatsächlich sind alle anderen Planungen für die Kette von Ortsumfahrungen gestrichen oder auf Eis gelegt worden, die zusammen ursprünglich eine Art „Hinterlandtrasse“ bilden sollten. Der Bermatinger Bürgermeister Martin Rupp, der Salemer Bürgermeister Manfred Härle und Landrat Lothar Wölfle träumen noch immer von diesen Ortsumfahrungen. Im Faltblatt der Markdorfer Umgehungsbefürworter fordert Härle die Südumfahrung, mit Hinweis auf den drohenden Verkehrsinfarkt im Salemer Tal, wohl in der Hoffnung, die Planung der Ortsumfahrungen Bermatingen und Neufrach wieder aufzunehmen. Dass ausgerechnet in Zeiten der Klimakrise solche Ideen aus der Klamottenkiste vorgeholt werden, ist schwer verständlich. Vermutlich geht es den drei Politikern vor allem um den geplanten Neufracher Schwerpunkt für Industrie und Gewerbe mit einer Fläche von 27 Hektar. Und die Markdorfer sollen jetzt bitteschön die Erschließungsstraße dafür mit bezahlen. Aber wer Straßen baut, wird noch mehr umweltschädlichen Kfz-Verkehr ernten. Direkt parallel zu der ursprünglichen „Hinterlandtrasse“ aus Ortsumgehungen verläuft die Bodenseegürtelbahn. Auf dieser immer noch eingleisigen Bahnstrecke ist der Verkehrsinfarkt schon längst eingetreten, weil man sich nicht rechtzeitig und nur halbherzig um den Ausbau, die Elektrifizierung und die technische Modernisierung gekümmert hat. Wäre das nicht die bessere Alternative?

Friedrich Vogel, Salem 

Dienstag, 2. November 2021

Südumfahrung Markdorf: Bauern befürchten Flächenverluste

MARKDORF: Landwirte sind gegen Südumfahrung

Landwirte in Markdorf und Ittendorf wollen keine Südumfahrung. Sie sehen sich verunglimpft. Mit unfairen Argumenten und falschen Behauptungen werde versucht, jene in Misskredit zu bringen, die die Landschaft im Süden der Stadt bewahren möchten. Die Bauern wollen vor dem Bürgerentscheid über ihre Standpunkte informieren. Bei Verwirklichung der Straße befürchten sie Flächenverluste sowie jahrelange Flurbereinigungsverfahren. (

Südkurier VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE   hier

.....Dass nun aber die Markdorfer Landwirte „am Ring durch die Manege geführt werden“ – dies mithilfe von überspitzten und auch falschen Behauptungen in den sozialen Medien, wie Markus Mock darstellte – das wolle man aber keinesfalls hinnehmen. Grundlage für eine faktenbasierte Diskussion sollten die Zahlen zur Verkehrsentwicklung rund um Markdorf sein, die Frieder Staerke vorgetragen hat, der Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Bodenseekreis. Zu gering falle die Entlastungswirkung der geplanten Südumfahrung aus, erklärte Staerke vor den versammelten Landwirten. Der von der Stadt zu tragende Kostenanteil für die Umgehung sei mit rund 11 Millionen Euro so hoch, dass dieses Geld für neue Mobilitätskonzepte fehlen würde: etwa für den Bau von Radwegen oder für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs beziehungsweise die Einrichtung einer Stadtbuslinie. Er rechne fest damit, dass die neue Straße neuen Verkehr erzeugen werde, so erklärte VCD-Sprecher Frieder Staerke. Verkehrsströme, die dann zu teils erheblichen Mehrbelastungen in den Teilorten Hepbach und Ittendorf führen würden.

Wie sich mehr Verkehr auf die Landwirtschaft auswirkt, merkte Karin Scherzinger an, eine Landwirtin aus Ittendorf: „Manche Unternehmen kaufen uns keine Produkte ab, die in Straßennähe geerntet wurden.“ Eben das drohe dann auch an der Südumfahrung. Das drohe aber auch jenen Landwirten, die Felder in der Nähe der geplanten B 31-neu bestellen. „Aus meiner Sicht bringt die Südumfahrung nicht die erwünschte Entlastung in der Innenstadt, dafür bekommen wir Ittendorfer mehr Verkehr. Und es geht wertvolle Nutzfläche verloren – in einer alten Kulturlandschaft. Zusätzlich zu den Flächen, die wir schon durch die B 31-neu einbüßen“, sagte Thomas Ainser, Landwirt aus Ittendorf.


Aktionsbündnis Stop Südumfahrung
Aktive Gruppen des Bündnisses sind nach eigenen Angaben: betroffene Landwirte; B 90/Grüne Markdorf; BUND-Markdorf IG Verkehrsneuplanung Ittendorf; Pro Kluftern e.V.; Umweltgruppe Markdorf; Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bodenseekreis. Quelle: www.stopp-suedumfahrung.com