NZZ hier Esther Widmann 31.08.2022
Die Landwirtschaft will der Dürre mit angepassten Sorten begegnen – oder gleich mit anderen Anbausystemen
Landwirte und Wissenschafterinnen suchen Wege, um unter den veränderten Klimabedingungen gute Erträge zu ermöglichen. Die Möglichkeiten reichen von mehr Abwechslung auf dem Feld bis zu Agroforstwirtschaft.
Europa erlebe gerade die schlimmste Dürre seit 500 Jahren, sagen die Experten der EU, und die Bilder machen es leicht, ihnen zu glauben. Der Mangel an Niederschlägen wird noch verstärkt durch die Hitze: Sie lässt mehr Wasser aus dem Boden verdunsten, und er wird noch trockener.
Der vergangene Woche veröffentlichte Erntebericht der Regierung in Deutschland spiegelt die Wetterrekorde allerdings nur zum Teil wider: Während Landwirte in einigen Regionen und bei einigen Feldfrüchten grosse Ausfälle beklagen, war der Ertrag anderswo sogar überdurchschnittlich. Weil aber damit zu rechnen ist, dass mit dem Klimawandel Sommertrockenheit und Hitze häufiger auftreten werden als bis anhin, suchen Agrarwissenschafterinnen und Landwirte nach Methoden, um den Anbau auch unter solchen Bedingungen möglich zu machen. Sie ersinnen Wege, das Wasser besser im Boden zu speichern. Sie züchten Pflanzen, die mit Trockenheit gut zurechtkommen. Oder sie erproben ganz neue Anbausysteme. Den meisten, wenn nicht allen, ist aber bewusst, dass keiner dieser Ansätze allein das Problem lösen wird.
