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Dienstag, 5. September 2023

Fünf Mythen zu Kinderarmut und Kindergrundsicherung

Zeit hier 25. August 2023

Fratzschers Verteilungsfragen / Eine Kolumne von Marcel Fratzscher

Finanzminister Christian Lindner bringt neue Argumente gegen die Kindergrundsicherung in den Diskurs ein. Doch sie beruhen auf Missverständnissen. Zeit, sie auszuräumen.

Im öffentlichen Diskurs über die Kindergrundsicherung nennt Bundesfinanzminister Christian Lindner zwei neue Argumente: Die Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland seit 2015 sei dahingehend positiv, dass viele "ursprünglich deutsche Familien" nicht mehr arm seien und lediglich die Zuwanderung die Kinderarmut weiter erhöht habe. Zudem seien eine Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt und ein stärkeres Bildungssystem bessere Alternativen zur Kindergrundsicherung. 

Die Aussagen zeugen von grundlegenden Missverständnissen über Kinderarmut, was sie verursacht und wie sie definiert wird. Es ist höchste Zeit, diese Mythen auszuräumen.

Sonntag, 3. September 2023

Kinderarmut im Blick

Eine erstaunliche Aussage deshalb, weil ich bisher immer gelesen hatte, dass die FDP sich wieder mal durchgesetzt hätte....

hier  Artikel von Sarah Brasack •1.9.23 © dpa

Wirtschafts-Experte Marcel Fratzscher: „Die große Gewinnerin ist Lisa Paus“

DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht Familienministerin Lisa Paus (Grüne) als Siegerin des Streits zwischen ihr und Finanzminister Christian Lindner (FDP) um die Kindergrundsicherung.  „Eigentlich ist Lisa Paus die große Gewinnerin“, sagt er im Podcast „Die Wochentester“ im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach. 

„Viele erinnern sich: Sie hat mal im Frühjahr gesagt, 12 Milliarden Euro sind eigentlich notwendig. Diese 12 Milliarden Euro werden in drei, vier, fünf Jahren, wenn das System funktioniert, fließen.“ 

Der Wirtschafts-Experte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Sitz in Berlin prognostiziert: „Die Summe für die Kindergrundsicherung wird in den nächsten Jahren weit über 10 Milliarden Euro steigen. Denn hinzu kommt die Anpassung des soziokulturellen Existenzminimums. Wir haben es diese Woche bei der Erhöhung des Bürgergelds gesehen: 12 % klingt viel. 61 Euro nicht ganz so viel. Ähnlich wird das bei der Bemessung des Existenzminimums für Kinder sein.“