Zeit hier 25. August 2023
Fratzschers Verteilungsfragen / Eine Kolumne von Marcel Fratzscher
Finanzminister Christian Lindner bringt neue Argumente gegen die Kindergrundsicherung in den Diskurs ein. Doch sie beruhen auf Missverständnissen. Zeit, sie auszuräumen.
Im öffentlichen Diskurs über die Kindergrundsicherung nennt Bundesfinanzminister Christian Lindner zwei neue Argumente: Die Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland seit 2015 sei dahingehend positiv, dass viele "ursprünglich deutsche Familien" nicht mehr arm seien und lediglich die Zuwanderung die Kinderarmut weiter erhöht habe. Zudem seien eine Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt und ein stärkeres Bildungssystem bessere Alternativen zur Kindergrundsicherung.
Die Aussagen zeugen von grundlegenden Missverständnissen über Kinderarmut, was sie verursacht und wie sie definiert wird. Es ist höchste Zeit, diese Mythen auszuräumen.
