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Montag, 5. Januar 2026

Germanwatch hat wichtige Studien veröffentlicht

Germanwatch  hier

Lucie Mauzé  LinkedIn

4,5 Billionen Dollar

Das ist keine Menge verwalteter Vermögenswerte, sondern die erschütternden Kosten der Klimauntätigkeit.

Der neue Climate Risk Index 2026 der NGO Germanwatch e.V. wurde gerade veröffentlicht. Es handelt sich um einen Bericht, der die menschlichen und finanziellen Auswirkungen extremer Wetterereignisse (Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen) auf globaler Ebene quantifiziert und bewertet, basierend auf Daten aus dem Jahr 2024 und historischen Analysen der letzten drei Jahrzehnte.

Mittwoch, 19. November 2025

Deutschland ist nur noch „Mittelmaß“ beim Klimaschutz - Knapp die Hälfte der EU-Staaten liegt nun vor Deutschland

Zeit hier  18. 11.2025,Quelle: DIE ZEIT, wil

Klimawandel: Deutschland fällt wegen Gasstrategie im Klimaschutzranking zurück

Bild: Deutschland setzt weiterhin auf Energie aus fossilen Trägern – insbesondere auf Gas. Im Klimaschutzranking stürzt Deutschland auch deswegen ab.© Hendrik Schmidt/​dpa
Im Klimaschutzmonitor von Germanwatch erhält Deutschland die schlechteste Note seit Jahren. Weltweit gibt es kein Land, das mit "sehr gut" abschneidet.

Die Bundesregierung tut nach Einschätzung der gemeinnützigen Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch bei Weitem nicht genug, um ihren Zusagen im Kampf gegen den Klimawandel gerecht zu werden. Demnach wird Deutschland in dem jährlich erscheinenden Climate Change Performance Index (CCPI) insgesamt nur noch im Mittelmaß eingestuft. Im internationalen Vergleich rutscht Deutschland um sechs Plätze auf Rang 22 ab. Das ist die schlechteste Bewertung im CCPI seit sechs Jahren.

Freitag, 29. August 2025

Online am 9.9. : Haftbar fürs Klima

 

Germanwatch e.V.  LinkedIn

Das Urteil im Fall Saúl Luciano Lliuya gegen RWE hat international für Aufsehen gesorgt: Erstmals hat ein deutsches Gericht anerkannt, dass große CO₂-Emittenten grundsätzlich für die Folgen der Klimakrise haftbar gemacht werden können.

In unserer Veranstaltung beleuchten wir die Hintergründe dieser Klimaklage und diskutieren mögliche rechtliche sowie politische Konsequenzen. Wie kann die Politik auf solche Urteile reagieren?

Dazu richten wir auch den Blick in die USA: Dort existieren sogenannte Klimasuperfonds – staatliche Fonds zur Bewältigung der Kosten der Klimakrise nach dem Verursacherprinzip: Wer den Schaden verursacht, soll auch für die Kosten aufkommen.


Mit:

Francesca Mascha Klein, Rechtsreferentin für strategische Prozessführung, Germanwatch e.V.

David Williams, Programmdirektor, Rosa-Luxemburg-Stiftung New York

Moderation: Fenya Kirst, Protect the Planet


📅 Datum: Dienstag, 9. September 2025 um 17:00 Uhr

🔗 Link zur Anmeldung: https://lnkd.in/gB-mGyuJ

Donnerstag, 31. Juli 2025

„Dann wird‘s teuer und langsam“

 

Tim Meyer  hier auf  LinkedIn

Der Auftrag für das Energiewende-Monitoring der Bundesregierung hat eine klare Tendenz. 

Es scheint, dass die Wirtschaftsministerin Argumente zusammentragen lassen will für eine selbsterfüllende Prophezeiung: 

„Was passiert, wenn politisches Handeln eingestellt wird und die aktuellen Trends z.B. bei der verzögerten Elektrifzierung des Mobilitäts- und Wärmesektors oder bei der Modernisierung der Verteilnetze anhalten?“ 

Die Antwort könnte man auch ohne Monitoringbericht geben:   „Dann wird‘s teuer und langsam“ 

Montag, 28. Juli 2025

Überall Spuren des Klimawandels

Utopia hier  Von Katharina Siegl  25. Juli 2025

Ich war diesen Sommer in Griechenland – und stieß überall auf Spuren einer globalen Krise

Rekordtemperaturen, verbrannte Wälder, Wassermangel und Flutkatastrophen: Die vergangenen Jahre waren schwer für Griechenland. Ein Experte stellt klar: Was das Land erlebt, ist erst der Beginn des Klimawandels – und auch nördlichere Staaten wie Deutschland können daraus lernen.

Samstag, 26. April 2025

Cop 30 wird wohl ohne USA stattfinden - USA macht den Führungsplatz frei....

 Christoph Bals  hier auf LinkedIn

               Policy Director, Germanwatch

„Wenn Du nicht führen willst, gehe aus dem Weg!“ Die US-Regierung hat heute einen weiteren großen Schritt zur geopolitischen #Selbstverzwergung beschlossen: sie löst das State Department‘s Office of Global Change auf. Damit verzichtet die bislang wichtigste Weltmacht auf einen Platz in den zentralen UN-Klimaverhandlungen, in denenzentrale Grundlagen für Sicherheit, das neue Energiesystem und Zukunftstechnologien auf dem Planeten gelegt werden. 

Sie macht den Platz frei für China, die EU, Brasilien usw. um gemeinsam den letzten Aufstand der fossilen Lobby, ihr Geschäftsmodell zu verlängern, ins Leere laufen zu lassen. 

Nicht etwa, dass ich diesen Schritt der US-Regierung begrüße. Aber (auch) er macht unmissverständlich klar, vor welchem Verzweigungspunkt wir, vor welcher klimapolitischen Herausforderung die EU und die neue deutsche Regierung stehen. 

Und es ist die zentrale Aufgabe unserer Generation, dieser Herausforderung gerecht zu werden. 

Dienstag, 15. April 2025

Allianz-Versicherung: “Es gibt keine Möglichkeit, sich an Temperaturen anzupassen, die außerhalb der menschlichen Toleranz liegen.”

 

Tilmann Vahle auf Linkedin  15.4.25

“Es gibt keine Möglichkeit, sich an Temperaturen anzupassen, die außerhalb der menschlichen Toleranz liegen.” Nein, das sagt keine Klimawissenschaftlerin, sondern der CEO der Allianz-Versicherung, Günther Thallinger.

Thallinger warnt vor einer Zunahme der Klimakrise durch stetig weiter steigende Emissionen, deren Folgen bereits heute fatal sind: 

“Wir nähern uns schnell Temperaturwerten, bei denen Versicherer für viele dieser Risiken keinen Versicherungsschutz mehr anbieten können. Die Rechnung geht nicht mehr auf: Die erforderlichen Prämien übersteigen das, was Menschen oder Unternehmen zahlen können. Dies ist bereits der Fall. Ganze Regionen werden unversicherbar.”

Man könnte auch sagen: Ganze Regionen werden für den Menschen unbewohnbar. 

Der Effekt: Milliarden Flüchtlinge; Hungersnöte epischen Ausmaßes; Verteilungskriege; Zerbrechen der globalen Wirtschaftsprozesse, gefolgt von einer Spirale des Verfalls.

Mittwoch, 26. März 2025

Die Klimakrise kann niemand abwählen - Sie ist ein Fakt, der immer mehr Existenzen bedroht


 hier  Silke Kersting  25.03.2025

Petersberger Klimadialog: „Wer Klimaschutz als lästig abtut, kann nicht rechnen“

Noch-Außenministerin Baerbock diskutiert mit Vertretern aus 40 Ländern über höhere Ambitionen beim Schutz gegen die Erderwärmung. Die OECD betont wirtschaftliche Vorteile.

Internationale Klimapolitik ist eines ihrer zentralen Themen, wohl auch deshalb findet der „Petersberger Klimadialog“ diesmal besonders früh im Jahr statt. Denn mit der konstituierenden Sitzung des Bundestags an diesem Dienstag ist Außenministerin Annalena Baerbock nur noch geschäftsführend im Amt.

Donnerstag, 21. November 2024

Das wichtigste Thema auf der COP 29

Tagesspiegel hier 19.11.2024

100 Milliarden Euro aus Deutschland möglich

Sechs Milliarden Euro will Deutschland kommendes Jahr zur Klimafinanzierung beitragen. Das sei nicht genug, mahnen Klimaschützer.

Für das Jahr 2025 sei bereits ein Beitrag der Bundesrepublik von 18 Milliarden Euro zur internationalen Klimafinanzierung möglich. Ab 2026 jährlich 36 Milliarden Euro und in den Folgejahren schon 96 Milliarden Euro, heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie der Umweltorganisationen Germanwatch, WWF Deutschland, Global Citizen und der Klima-Allianz Deutschland.

Mittwoch, 20. November 2024

Klimaschutz-Index 2025 wurde heute morgen veröffentlicht

Germanwatch  hier


TAZ hier 20.11.2024  Von Jonas Waack

Neues Klimawandel-Ranking: Die Hoffnung ruht auf China und Indien

Dänemark tut am meisten, um die Erderhitzung zu begrenzen, zeigt der Klimawandel-Leistungsindex. Deutschland rutscht auf die Bewertung „mäßig“ ab.

Mittwoch, 31. Juli 2024

Erdüberlastungstag: Leben, als ob 1,7 Erden verfügbar wären

hier  31. Juli 2024, Quelle: dpa

Mensch lebt über Erdkapazität

Die Menschheit wirtschaftet gerade, als hätte sie nicht eine, sondern 1,7 Erden zur Verfügung. 

Ab Donnerstag verbraucht die Menschheit mehr Ressourcen, als die Erde in einem Jahr erneuern kann. Mit anderen Worten: Wir leben so, als ob wir 1,7 Erden zur Verfügung hätten. Das berichtet die Organisation Germanwatch unter Berufung auf Berechnungen des Global Footprint Network mit Sitz in den USA und der Schweiz. Der Tag liegt damit einen Tag früher als noch im vergangenen Jahr. Zur Erdüberlastung zählt etwa der Verbrauch an Fischen, Ackerland oder Holz aber auch die Aufnahmefähigkeit der Erde für Müll und Emissionen. 

Mittwoch, 26. Juni 2024

Zukunftskläger:in werden!

 


Wen würden Sie verklagen, damit es endlich besseren Klimaschutz gibt? Wir hätten einen Vorschlag: Warum verklagen Sie nicht gleich Bundestag und Bundesregierung für wirksame Gesetze zum Schutz unserer Lebensgrundlagen und unserer Zukunft? Schließen Sie sich der gemeinsamen Verfassungsbeschwerde von Greenpeace, Germanwatch und vielen Kläger:innen an – ohne Kosten oder persönliche Risiken.

Alle können mitmachen, damit die Politik endlich handelt!

Bereits vor drei Jahren haben Greenpeace und Germanwatch mit jungen Kläger:innen und Familien in einem wegweisenden Urteil erreicht, dass das Bundesverfassungsgericht dem Recht auf Klimaschutz Verfassungsrang einräumt. Mit der ersten Klimaklage, an der sich alle beteiligen können, fordern wir jetzt ehrgeizige Klimaziele, ein verfassungskonformes Klimaschutzgesetz und schnelle, effektive Maßnahmen, damit mehr Tempo in den Klimaschutz kommt. Schließen Sie sich uns an: 

Jetzt Zukunftskläger:in werden  hier

Samstag, 16. Dezember 2023

Klimaklagen von Germanwatch: der Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya aus Peru gegen RWE

 hier   24.11.2023

8 Jahre Klimaklage gegen RWE 

Heute vor acht Jahren hat der peruanische Bergführer und Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya seine zivilrechtliche Klage gegen RWE beim Landgericht in Essen eingereicht. Was damals seinen Anfang nahm, ist heute einer der weltweit meistbeachteten Präzedenzfälle für die Frage geworden, ob einzelne Großemittenten für den Schutz vor Klimarisiken aufkommen müssen.

Im Fall RWE geht es um den Ausbau eines Schutzdammes am oberhalb der Stadt liegenden Gletschersees Palcacocha, um den Kläger und über 50.000 Menschen vor einer Flutkatastrophe zu schützen. Aufgrund der Gletscherschmelze ist der See stark angewachsen. Gesteinsbrocken könnten in den See stürzen und eine meterhohe Flutwelle auslösen.

Saúl Luciano Lliuya fordert in seiner Klage, dass sich der deutsche Energiekonzern finanziell an den erforderlichen Schutzmaßnahmen beteiligt. Und zwar in Höhe des Anteils von RWE am menschengemachten Klimawandel – rund 0,5 Prozent. „RWE muss Verantwortung übernehmen“, fordert der Bergführer. „Wir in Peru haben kaum etwas zum Klimawandel beigetragen, leben aber mit den schlimmsten Konsequenzen.“

Sonntag, 7. Mai 2023

Autobahnausbau in Deutschland: Sie wollen keine Betonwüste

TAZ hier

Umweltverbände wollen den Bau weiterer Autobahnen verhindern. Bundesverkehrsminister Volker Wissing nimmt bislang nicht an dem Dialog teil.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) und fünf Umweltverbände fordern vom Bundesverkehrsministerium, die Planung und den Bau weiterer Autobahnen und Bundesstraßen auszusetzen, bis die Auswirkungen auf Klima und Natur überprüft wurden. Hintergrund ist ein Treffen von Ver­tre­te­r:in­nen des Verkehrsministeriums und 150 Organisationen zur Zukunft des Autobahnausbaus. Die fünf Umweltverbänden sind der BUND, der Deutsche Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace Deutschland und der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Freitag, 5. Mai 2023

Erdüberlastungstag ist erreicht - Deutschland hat alle Ressourcen für 2023 verbraucht

NTV / dpa  hier  04.05.2023

Nachhaltigkeit heißt in der Forstwirtschaft, nicht mehr Holz zu ernten, als wieder nachwächst. Dieses Prinzip kann man auf andere Bereiche übertragen.

Die Menschheit nutzt die Erde, als gäbe es mehrere davon - wenn alle so verschwenderisch lebten wie die Deutschen, bräuchte es drei Erden. Bereits jetzt hat Deutschland alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die innerhalb eines Jahres nachwachsen oder erzeugt werden können.

Bereits an diesem Donnerstag, dem 4. Mai wären die für dieses Jahr verfügbaren natürlichen Ressourcen der Erde verbraucht, wenn alle Menschen so leben würden wie die in Deutschland.
Es wären drei Erden nötig, wenn alle Länder pro Einwohner so viele Naturgüter verbrauchten und Emissionen produzierten wie die Bundesrepublik, teilte die Umweltorganisation Germanwatch mit. "Zwei Drittel des Jahres leben wir ökologisch auf Pump", heißt es in ihrer Pressemitteilung dazu.

Donnerstag, 30. März 2023

„So wird die Verkehrswende an die Wand gefahren“

 

NDR hier zum Anhören



Deutschlandfunk  hier  29.03.2023

Beschlüsse des Koalitionsausschusses

Verbände vermissen in den Beschlüssen des Koalitionsausschusses die Festlegung auf konkrete Maßnahmen.

Man sei sprachlos gewesen, als das Ergebnis der Verhandlungen präsentiert wurde, sagte der Sprecher für Klimaschutz beim Verkehrsclub Deutschland, Müller-Görnert, im Deutschlandfunk. 
Mit den Vorhaben der Regierung werde die Verkehrswende an die Wand gefahren. 

Das Beschlusspapier beinhalte keinerlei konkrete Maßnahmen wie beispielsweise die Einführung eines Tempolimits. Zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs finde man nahezu nichts, erklärte Müller-Görnert. Die Ampelkoalition zementiere lediglich die jetzige Struktur. 

Ähnlich hatte sich Greenpeace-Vorstandsmitglied Kaiser geäußert. Er sagte ebenfalls im Deutschlandfunk, das Klimaschutzgesetz werde entkernt und im Bereich Verkehr jetzt Gas gegeben. Der Bau von Autobahnen müsse aber zurückgestellt werden. 

Die Deutsche Umwelthilfe betonte, die Koalition versündige sich an allen künftigen Generationen.

Die Koalitionsspitzen hatten sich nach mehrtägigen Verhandlungen unter anderem auf Maßnahmen für einen schnelleren Ausbau der Infrastruktur und Anpassungen beim Klimaschutzgesetz geeinigt. Bei den Autobahnen sollen Erhaltung und Sanierung Vorrang vor Neubau haben. Die Lkw-Maut soll ab 2024 um eine CO2-Komponente erweitert werden.


Morgenpost hier  Kommentar  29.03.2023  Theresa Martus
Organisierte Verantwortungslosigkeit

Die Ampel muss dringend mehr für Klimaschutz tun. Doch die Ergebnisse des Koalitionsausschusses haben das noch schwieriger gemacht.

Montag, 14. November 2022

„Radikale sind nicht Protestierende“: Umweltverbände warnen vor Kriminalisierung von Klimaaktivisten

Tagesspiegel  hier  14.11.22  von dpa

Statt über Klimaschutz zu diskutieren, würden Debatten über härtere Strafen für Aktivisten geführt, beklagen die Verbände. Präventivstrafen lehnen sie ab.

Umweltverbände haben in der Debatte um den Umgang mit Klimaprotesten vor einer Kriminalisierung von Aktivisten gewarnt. Von der Bundesregierung forderten sie die Einhaltung der Klimaziele.

„Statt über realen Klimaschutz zu diskutieren, wird öffentlich eine aggressive Debatte über verschiedene Formen von Klimaprotesten geführt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von BUND, Campact, DNR, Germanwatch, Greenpeace, Nabu und WWF, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Diese Situation sei „absurd“.

In den vergangenen Wochen hatten Klimademonstranten in Deutschland und anderen europäischen Ländern unter anderem Straßen blockiert und sich dort oder an Gemälden festgeklebt sowie Kunstwerke mit Lebensmitteln bespritzt, ohne sie jedoch zu beschädigen. Die Aktivisten wollen damit ihrer Forderung nach einer entschiedeneren Bekämpfung des Klimawandels Nachdruck verleihen.

Die Debatte werde angetrieben von Politikern der Union, FDP und AfD, so die Umweltverbände. Vor wenigen Jahren habe die Union Straßenblockaden von Landwirten noch gutgeheißen. Jetzt hingegen wolle sie für die Straßenblockaden von Klimaaktivisten „Sondergesetze und Präventivhaft“ schaffen. Man stelle sich gegen die Versuche, das Eintreten gegen die Klimakrise und legitime Protestformen wie gewaltfreien zivilen Ungehorsam pauschal zu kriminalisieren, hieß es.

Söder wirbt für Präventivstrafen

Anfang November waren mehrere Menschen, die sich bei Klimaprotesten in der Münchner Innenstadt auf der Straße festgeklebt hatten, in Gewahrsam genommen worden. Die Möglichkeit dafür bietet das bayerische Polizeiaufgabengesetz. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warb am Wochenende für dieses Vorgehen. Sein Parteikollege, CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, hatte zuvor Klimaaktivisten mit den Linksterroristen der RAF verglichen.

Protest der „Letzten Generation“ Wie gefährlich sind die Klimablockaden?

Die Umweltverbände erklärten: „Die Radikalen sind nicht die Protestierenden. Es sind jene, die den Verpflichtungen zum Klimaschutz nicht nachkommen.“ Es sei an der Zeit, über wirksamen Klimaschutz zu diskutieren, statt besorgte Bürger zu diffamieren.

Der Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung hatte Anfang November festgestellt, dass Deutschland die Klimaziele für 2030 voraussichtlich deutlich verfehlen wird. (dpa)


TAZ hier

Umweltverbände hinter Klimaaktivismus: Respekt vor Protest

Umweltverbände und Kir­chen­ver­tre­te­r:in­nen verteidigen Klimaaktionen. Aus dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU hagelt es indes Kritik.

Umweltverbände haben vor einer Kriminalisierung von Klimaprotesten gewarnt. Derzeit herrsche eine absurde Situation im Land, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung von BUND, WWF, Greenpeace und weiteren Verbänden: „Statt über realen Klimaschutz zu diskutieren, wird öffentlich eine aggressive Debatte über verschiedene Formen von Klimaprotesten geführt.“

Angetrieben werde die Debatte über Aktionen der Letzten Generation von Po­li­ti­ke­r:in­nen der Union, FDP und AfD. Sie gipfele in der Präventivhaft für Ak­ti­vis­t:in­nen und der Forderung der Union, Sitzblockaden mit bis zu drei Jahren Haft zu bestrafen. Damit seien die Grenzen der Verhältnismäßigkeit überschritten, heißt es in der Erklärung. Es sei an der Zeit, über wirksamen Klimaschutz zu diskutieren, statt besorgte Bür­ge­r:in­nen zu diffamieren. Angesichts der Dimension der Klimakrise seien die Sorgen und Proteste nachvollziehbar.

Klar sei dabei, dass ziviler Ungehorsam gewissen Regeln folgen müsse und dass von ihm keine Gewalt ausgehen dürfe. Zugleich sollte ziviler Ungehorsam „auch vermittelbar und um das Erlangen gesellschaftlicher Mehrheiten bemüht sein“.

Nicht alle aus der Kirche unterstützen Kli­ma­ak­ti­vis­t:in­nen

„Ich verstehe den Schmerz der jungen Generation, die sagt: Wir halten das nicht aus“, sagte auch der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Bilz, am Wochenende. Auch Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hatte Respekt für Kli­ma­ak­ti­vis­t:in­nen geäußert. Sie stellten ihr eigenes Wohl zurück, um „gewaltfreien, zivilen Widerstand“ zu leisten, so Heinrich.

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU Nordrhein-Westfalen widerspricht hingegen Heinrichs Aussagen. In ihrem Text zur Unterschriftsammlung heißt es: „Dieser Ansicht widersprechen wir. Wir haben die tiefe Sorge, dass solche Äußerungen der Evangelischen Kirche und ihren Mitgliederzahlen unermesslichen Schaden zufügen.“

Mittwoch, 27. Juli 2022

Erdüberlastungstag: Welt hat Ressourcen für dieses Jahr verbraucht

Handelsblatt  hier  27.7.22

WIRTSCHAFT

Bereits an diesem Donnerstag hat die Menschheit die für dieses Jahr verfügbaren natürlichen Ressourcen der Erde verbraucht. Der sogenannte Earth Overshoot Day (Erdüberlastungstag) liegt damit etwas früher als im Vorjahr, wie aus Berechnungen des Global Footprint Networks mit Sitz in den USA und der Schweiz hervorgeht. Um die bis Donnerstag verbrauchten Ressourcen zu erneuern, bräuchten die Ökosysteme demnach etwa ein Jahr.

"Wir leben ab Donnerstag bei unserer Erde auf Pump", sagte Christoph Bals von der Umweltorganisation Germanwatch laut Mitteilung. "Momentan verbraucht die Menschheit rechnerisch 1,75 Erden, die Konsequenzen dieser Übernutzung bürden wir insbesondere den Armen heute und den nachfolgenden Generationen auf - und das mit wachsender Intensität."

Einzeln betrachtet hatte Deutschland schon Anfang Mai den ihm zustehenden Vorrat an natürlichen Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht. Würden alle Länder so haushalten wie Deutschland, wären drei Erden nötig.

Mittwoch, 20. Juli 2022

Petersberger Klimadialog: Kanzler Scholz bringt nicht den erhofften neuen Schwung in Klimapolitik

Germanwatch hier  18. Juli 2022

Bundeskanzler erklärt, wie er Klimaziele mit neuem Wohlstandsversprechen verbinden will / Germanwatch fordert: Bis zur COP27 muss Klimaverträglichkeitsprüfung neuer Gas- und Kohleinvestitionen vorliegen
Pressemitteilung

Nach Einschätzung der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch hat Bundeskanzler Scholz eine Chance verstreichen lassen, neue Impulse in der internationalen Klimapolitik zu setzen. „Bundeskanzler Scholz hat seine Rede für eine Erklärstunde genutzt, wie das Ziel der klimaneutralen Gesellschaft mit einem neuen Wohlstandsversprechen verknüpft werden müsse. Notwendig wären aber vor allem echte Impulse für die Klimapolitik gewesen – die sind ausgeblieben“, kommentiert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Dienstag, 28. Juni 2022

G7: Kraftvolles Signal zur Eindämmung der Klimakrise bleibt aus

Germanwatch  hier

Pressemitteilung Pressemitteilung | 28.06.2022

G7-Gipfel: In der Klimapolitik dominiert Schadensbegrenzung

Enormes Potenzial neuer Initiativen – aber wichtige Finanzierungsfragen offen

Deutschland soll Vorreitergruppe bei Energiesicherheit anführen

Die G7-Staats- und Regierungschefs sind nach Einschätzung der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch beim Gipfel deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Nachdem die Fachminister:innen ihnen im Mai eine gute Vorlage für große Fortschritte unter anderem in der Klimapolitik erarbeitet hatten, ist das Ergebnis nun vor allem von Schadensbegrenzung geprägt. „Es ist sehr ärgerlich, dass das klimapolitische Aufbruchssignal, das bei diesem Gipfel möglich war, ausgeblieben ist“, bilanziert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Stattdessen musste vor allem klimapolitische Schadensbegrenzung betrieben werden.“ Auslöser war unter anderem der auch von Germanwatch stark kritisierte Vorstoß von Bundeskanzler Scholz, neue Gasfelder in Afrika und anderswo mit öffentlichen Geldern zu fördern.