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Sonntag, 30. Juni 2024

Im Herbst soll es um die Details zur neuen Kiesgrube bei Vogt gehen

 Schwäbische Zeitung hierhier  Von Katrin Neef und Philipp Richter

Kiesabbau: Der nächste Schritt steht an

Das Unternehmen Meichle und Mohr plant im Altdorfer Wald bei Vogt ein neues Kiesabbaugebiet. Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben hat in seinem neuen Regionalplan ein elf Hektar großes Kiesabbaugebiet in der Nähe des Vogter Teilorts Grund ausgewiesen. Das heißt, dass das Unternehmen nun einen Antrag auf Genehmigung für den Kiesabbau stellen kann. Dieser Antrag wurde jedoch noch nicht gestellt. Dies wird wohl erst im Herbst 2025 der Fall sein.

Die zuständige Genehmigungsbehörde ist in diesem Fall das Landratsamt Ravensburg. Wie eines Sprecherin des Amts auf Anfrage der Redaktion mitteilt, steht erst noch ein sogenannter Scopingtermin an, bevor der Genehmigungsantrag gestellt werden kann. Dieser Termin werde wahrscheinlich im Herbst 2024 in Vogt stattfinden. Dieser soll öffentlich sein, wie es vonseiten der Kreisbehörde heißt.

Donnerstag, 7. September 2023

Wenigstens dieser Sieg: Aus für den Kalksteinabbau im Oberen Donautal

Schwäbische Zeitung hier 06.09.2023    Michael Hescheler

Nach jahrelangem Protest

Punktsieg für die Gegner des Kalksteinabbaus: 2017 hat es in Thiergarten eine Demo gegen die Pläne des Adelshauses zu Fürstenberg.

Der Kalksteinabbau des Hauses Fürstenberg sollte Teil des neuen Regionalplans werden. Warum ein Stuttgarter Ministerium nun überraschend den Daumen senkt.

Mittwoch, 3. November 2021

Gegenmeinung: Pressemitteilung der Geiger-Gruppe, Betreiber der Kiesgruben in Wolfegg

Schwäbische Zeitung

1300 Tonnen Steine für ein Windrad-Fundament
Der Bauboom hält an – Rohstoffindustrie macht auf Details und Zahlen aufmerksam

Die Menge des Kiesabbaus orientiere sich an der Nachfrage. Kies und Sand werden wegen des anhalten- den Baubooms stark nachgefragt. Laut einer Pressemitteilung der Geiger-Gruppe, die unter anderem die Kiesgruben in der Gemeinde Wolfegg betreibt, veranschlagen Experten für ein Einfamilienhaus etwa 210 Tonnen Rohstoffe, für das Fundament einer Windkraftanlage 1300 Tonnen und 216 000 Tonnen Gesteinsrohstoffe für den Bau eines Autobahnkilometers.

Kiesabbau ist vor allem in Oberschwaben ein hitziges Thema, seit Pläne bekannt geworden sind, im Altdorfer Wald bei Vogt eine neue Kiesgrube aufzuschließen, die von der Firma „Meichle und Mohr“ be- trieben wird. Das hat auch das Thema Nachhaltigkeit aufgebracht.

So hat die Geiger-Gruppe eine entsprechende Informationsveranstaltung in Herzmanns im Allgäu veranstaltet und wollte dabei zeigen, dass beim Kiesabbau auch Naturschutz eine wichtige Rolle spielt.

Viele Kritiker des Rohstoffabbaus würden vergessen, dass vor jeder Kiesgrube ein Genehmigungs- verfahren ansteht. „Wir müssen unzählige Gutachten vorlegen, Verordnungen beachten, Bundesgesetze befolgen – und die beteiligten Behörden sind alle kritisch“, wird Christoph Heim, Leiter Genehmigungsmanagement der Geiger-Unternehmensgruppe, in der Pressemitteilung zitiert. In den Verfahren werden Lärm- und Staubbelastungen auf die Umgebung genauso geprüft wie die Auswirkungen auf Fauna und Flora, Wasserhaushalt und Bodendenkmäler. Ohne ausgefeiltes Nachnutzungskonzept gehe nichts, so Heim.

Zudem weist die Geiger-Gruppe darauf hin, dass sich Kiesgruben schon während des Betriebs als ideale Heimstatt für gefährdete Arten erwiesen. Rohböden, also ohne nährstoffreiche Abdeckung, durchsetzt mit sich ständig wandelnden Wasserflächen, stellen Lebensraum für zahlreiche, zum Teil seltene Lebewesen dar. Das ist auch durch Studien bewiesen


Auf unserer Diskussionsseite habe ich folgende kurze Statements dazu gefunden:

Kia: Ja Krass, Kiesunternehmen inszenieren sich als Segen für Umwelt und Artenvielfalt.
Wieso überzeugt mich das trotzdem nicht? Wieso trau ich einem Permakulturprojekt eher zu sich für Artenvielfalt, Umwelt und ein gutes Leben für ALLE einzusetzen??

Diese "seltene Lebewesen" nennet man auch "SİEDLERpflanzen und -tiere": sie besiedeln Gebiete, in denen es für alle anderen Lebewesen UNMÖGLİCH geworden ist zu leben, und machen es nach und nach wieder Fruchtbar (Humusaufbau). Es dauert JAHRZEHNTE bis JAHRHUNDERTE, bis sich wieder  ein voll funktionierendes Waldökosystem entwickelt hat.


Waldkies: So sieht zu 95% die Renaturierung von Meichle&Mohr aus: plastikverseuchte, zementharte Böden auch nach 30 Jahren noch.


Dienstag, 12. Oktober 2021

Lithium: Weißes Gold aus Deutschlands Geothermieanlagen

Spektrum der Wissenschaft hier

Heute kommt das gesamte Lithium aus Übersee. Doch auch im heißen Tiefenwasser Deutschlands stecken große Mengen des begehrten Rohstoffs, die sich gewinnen und nutzen lassen.

Ohne Lithium geht kaum noch etwas. Das leichte Metall ist unverzichtbar für die gängigen wiederaufladbaren Akkus von Elektroautos, Notebooks und Smartphones. Deutsche Hersteller importieren ihren kompletten Bedarf an dem Element aus Australien oder Südamerika. Dabei wäre das gar nicht nötig, denn auch in Europa gibt es Lagerstätten, die viel Lithium enthalten. Und hier zu Lande ließe es sich sogar klimaschonend und umweltfreundlich gewinnen.

In Chile und Argentinien kommt Lithium aus Salzlösungen und wird in riesigen Verdunstungsbecken gewonnen, was Nutzungskonflikte auslöst. Der australische Stoff wiederum geht nach China, um dort zu Lithiumkarbonat und Lithiumhydroxid verarbeitet zu werden, wobei insbesondere das Rösten der gemahlenen Gesteine ein kohlendioxid(CO2)-intensiver Prozess ist.

Hingegen steckt das Lithium in Mitteleuropa in Thermalwasser, also heißen Lösungen in einigen Kilometern Tiefe. Diese enthalten hohe Konzentrationen an Lithiumionen. So zum Beispiel im brandenburgischen Groß Schönebeck, wo im Jahr 2001 eine Geothermie-Forschungsplattform des Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) aufgebaut wurde. In etwa vier Kilometer Tiefe besitzt das 150 Grad Celsius warme Thermalwasser eine Lithiumkonzentration von 200 bis 230 Milligramm pro Liter......

Noch gibt es weltweit keine Geothermieanlage, die Lithium für den Markt produziert. Für alle aus der geothermischen Extraktionsforschung heißt es daher: Dranbleiben, um den bereits errungenen Fortschritt und Vorsprung nicht zu verlieren.


Das ist eine  wunderbare Nachricht, denn jeder kennt die furchtbaren Bilder der Abbaustellen in Südamerika. Erst vor Kurzem wurde bekannt dass auch in Norwegen große Kapazitäten gegeben sind. Doch vermutlich wäre auch dort mit einem starken Eingriff in die Landschaft zu rechnen.Es wäre wunderbar, wenn sich die Gewinnung von Lithium in Zukunft umweltfreundlicher gestalten würde!

Dienstag, 21. September 2021

"Studie zu Kiesexport dauert noch"

 Schwäbische Zeitung  von Philipp Richter

Universität Tübingen untersucht die Rohstoffströme in der Bodenseeregion

Die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Studie zum Thema Kiesexport in der Region Bodensee-Oberschwaben lässt auf sich warten. Die Ergebnisse der Studie wurden für das dritte Quartal dieses Jahres erwartet. Doch die Studie ist noch nicht fertig, wie auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ beim Umweltministerium des Landes in Stuttgart zu erfahren ist. Man rechne mit der Fertigstellung der Studie im November.

Sonntag, 29. August 2021

Für diesen Rohstoff wird gemordet

Frankfurter Allgemeine hier
KNAPPE RESSOURCE SAND

Es hört sich so an, als ginge es im Buch "nur" um den weltweiten Verbrauch von Sand. Doch auch bei uns wird Sand abgebaut, ebenso wie Kies. Daher denke ich, dass dieses Buch mit seinen Hintergrund-Infos auch für uns interessant sein könnte.

Ein Grundpfeiler unseres Lebensstils: Vince Beiser erzählt die Geschichte des Sands und schildert, warum wir dringend alternative Bausubstanzen brauchen.

Spätestens als vor einigen Jahren die vermeintlich kuriose Nachricht, dass Saudi-Arabien und Dubai Sand aus Australien importieren, die Medienrunde machte, war das Thema in einer breiten Öffentlichkeit angekommen: Sand ist nicht gleich Sand. Vielmehr ist Wüstensand für die Herstellung von Beton ungeeignet, denn die Körner sind vom Wind zu rund geschliffen. Weil nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in China ganze Städte neu gebaut werden, ist Bausand zur knappen Ressource geworden, deren Preis immer weiter steigt.

Auch für die Herstellung von Zahnpasta
 (Anmerkung: der äußerst umstrittene Kalkabbau im Donautal soll für Zahnpasta erfolgen!) und Papier werden jeweils spezielle Sande benötigt. Um die Risse offen zu halten, die beim Fracking, also der Gewinnung von Öl und Gas aus Schiefergestein, entstehen, braucht es Sand. Wenn Beachvolleyballer bei Olympia an­treten und der türkische Staatspräsident für seinen Sommersitz an der Ägäis einen Strand anlegen lässt, dann ist nur der weichste und hellste Sand gut genug. Er wird von weit her angekarrt.

Der amerikanische Journalist Vince Beiser ist der Entwicklung des Massenmaterials Sand zum knapp werdenden Grundstoff unserer Zivilisation nachgegangen. Er musste dafür nicht weit in die Geschichte zurückgehen. Beton ist, nachdem ihn die Römer erfunden hatten, erst im zwanzigsten Jahrhundert zum vorherrschenden Baumaterial geworden, mit dramatisch steigender Tendenz – China soll allein von 2011 bis 2013 mehr Beton verbaut haben als die USA zwischen 1900 und 2000.

Auch die Massenproduktion von Glas und erst recht die von Computerchips, für die besonders feine Quarzsande benötigt werden, sind jüngere Entwicklungen. Und selbst die hohe Wertschätzung von Sandstränden datiert auf das neunzehnte Jahrhundert, als sie in England als Orte der Erholung entdeckt wurden. Von den dortigen Seebädern aus verbreitete sich die Idee im zwanzigsten Jahrhundert über die ganze Welt.


Freitag, 26. März 2021

 Auch das ist wichtig, wenigstens für alle Abbau-belasteten Gemeinden im Regionalgebiet:

Es gibt eine neue Öffentlichkeitsbeteiligung "Rohstoffstrategie". Schaut sie euch an und macht mit!

Mittwoch, 3. März 2021

Petition der Architects4future

Die Forderungen nach einem umfassenden Maßnahmenpaket für ein klima- und sozialverträgliches Bauen und für eine bessere Pflege hat der Petitionsausschuss am Montag, 1. März 2021, in öffentlicher Sitzung unter Leitung von Marian Wendt (CDU/CSU) diskutiert.

Erste Petition für klima- und sozialverträgliches Bauen

Grundlage für die erste Forderung war eine öffentliche Petition des Architekten Michael Wicke, Mitglied der Initiative Architects for Future, die 57.476 Online-Mitzeichnungen auf dem Petitionsportal des Bundestages verbucht hat. 
Mit der Petition fordert Wicke einen klima- und sozialverträglichen Bausektor. Durch ein umfassendes Maßnahmenpaket solle vollständig auf nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gebäuden umgestellt werden, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und die Lebensqualität der gesamten Umwelt zukunftssicher zu gestalten. Als vordringlich benennt der Petent elementare Änderungen bezüglich Baustoffen, Kreislauffähigkeit, Ökobilanzierung, Bestandsschutz, Biodiversität, Bildung und Lehre sowie der Bedarfsplanung.

„Schon jetzt werden Kies und Sand knapp“

„40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland werden durch den Bau und Betrieb von Gebäuden verursacht“, sagte der Petent vor den Abgeordneten. „Das ist doppelt so viel wie der gesamte Verkehr“, fügte er hinzu. Auch mit Blick auf den Ressourcenverbrauch schneide der Bausektor „erschreckend schlecht ab“.
90 Prozent der mineralischen, nicht nachwachsenden Rohstoffe würden in der Baustoffproduktion verbraucht. „Schon jetzt werden Kies und Sand knapp“, sagte Wicke. Die aktuellen baupolitischen Rahmenbedingungen müssten geändert werden – „und zwar jetzt“. Es brauche eine Bauwende.
Zwei der sieben Forderungen aus der Petition stellte der Petent vor dem Ausschuss in den Vordergrund. So müsse dem Prinzip „Umbau statt Neubau“ gefolgt werden. Ressourcen und Emissionen seien am schnellsten einzusparen, „wenn wir erst gar nicht bauen“. Das Vorhandene reiche aus, müsse aber optimal genutzt und erhalten werden. Bauen im Bestand sowie die nachhaltige energetische Sanierung müssten daher besser gefördert werden, verlangte Wicke. Gleichzeitig müssten bürokratische Hindernisse beseitigt werden, die heute das Bauen im Bestand verteuerten. Abriss hingegen dürfe nur noch erlaubt werden, „wenn er sozial und ökologisch begründet wird“.

„Bauprodukte kreislaufgerecht rückbauen“

Als zweiten wichtigen Punkt wurde eine funktionierende Kreislaufwirtschaft angeführt. Die „grauen Energiekosten“ sowie die Umweltfolgekosten müssten Beachtung finden, sagte die den Petenten begleitende Architektin Elisabeth Broermann. Gefordert wird daher unter anderem, dass der Marktpreis von Baumaterialien „alle Umweltfolgekosten“ umfasst. Auch müssten Bauprodukte kreislaufgerecht rückgebaut und verbaut werden, „um sie nach Dekonstruktion wieder verwenden zu können“.
Ressourcenaufwand und CO2-Ausstoß eines Gebäudes müssten über den ganzen Lebenszyklus transparent dargestellt werden. Ziel der Petition ist es auch, die Flächenversiegelung zu minimieren. Sie soll nur noch genehmigt werden, „wenn sie am Gebäude oder in direkter Umgebung ökologisch ausgeglichen wird“.

„Bundesregierung ist sich der Problematik bewusst“

Die Bundesregierung sei sich der Problematik bewusst, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Volkmar Vogel (CDU), während der Sitzung. Er verwies darauf, dass das Bundesprogramm Energieeffizientes Gebäude einen Nachhaltigkeitsfaktor umfasse, der die in der Petition adressierten Themen beinhalte.
Zudem werde im Baulandmobilisierungsgesetz, das sich gegenwärtig im parlamentarischen Verfahren befinde, die Frage der Umnutzung von nicht mehr benötigten Gebäuden thematisiert, um Ressourcen zu schonen und sich trotzdem Innovationen nicht zu versperren. Um tatsächlich voranzukommen, brauche es aber die Zusammenarbeit aller staatlicher Ebenen – Bund, Länder und Kommunen, sagte Vogel.

Verzweifelter Hilferuf der Gögginger Bürger

Unser neues Mitglied, die Initiative "Lebenswertes Göggingen" hat eine Pressemitteilung verfasst, die uns alle erschüttern muss...

Zum Jahreswechsel 2010/2011 haben wir, die Gögginger Bürger*innen, von den Vorhaben der Kiesfirmen Kenntnis nehmen müssen, in den Ortschaften Bittelschieß (Nordmoräne) und Göggingen (Valet & Ott, Baur und Baresel) sehr umfangreiche Flächen zum Kiesabbau zu beanspruchen. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt war klar, dass sich Widerstand formieren musste. Allerdings richtete sich der Widerstand nicht gegen Kiesabbau allgemein, sondern fast ausschließlich gegen den Kiesabbau im Gögginger Offenland.

Über 500 Gögginger Bürger ab 15 Jahren bekundeten mit ihrer Unterschrift, dass sie gegen das Vorhaben sind. Der Gemeinderat Krauchenwies, sowie die Ortschafträte der Teilorte stimmten einstimmig gegen den geplanten Kiesabbau. Der Planungsausschuss des Regionalverbandes stimmte nach einer Besichtigungstour der uns umzingelnden Gruben ebenfalls einstimmig (mit 1 Enthaltung des Verbandsvorsitzenden Kugler) gegen das Vorhaben. Das sind demokratische Entscheidungen.

Göggingen ist seit rund 60 Jahren durch Kiesabbau belastet. Hinzu kommen die B 311, die mitten durch den Ort führt und stetig mehr Verkehr, hauptsächlich Schwerlastverkehr führt. Drei aktive Kiesgruben mit entsprechenden Kiestransporten, die Mülldeponie in direkter Nachbarschaft und ein Motocross-Gelände belasten den Ort übermäßig.

Erhebungen zufolge sind die Fördertonnen allein im Landkreis Sigmaringen gegenüber dem Eigenbedarf des Landkreises mit 500 Prozent überzeichnet! 143 ha sind bei uns bereits abgebaut, genehmigt und als Sicherungsgebiet sind weitere 134 ha, also insgesamt 277 ha Kiesabbauflächen, oder 395 Fußballfelder und das nur direkt um Göggingen rum.

Durch massiven Protest konnte in der raumordnerischen Beurteilung 2016 ein Teilerfolg verbucht werden. Die Flächen zum Abbau in Göggingen wurden in etwa halbiert. Vorhaben von Nordmoräne und Baresel, haben wir, inzwischen organisiert im Verein Lebenswertes Göggingen und Umgebung e.V., toleriert.

Seither gibt es immer wieder Schlagabtausch mit den Kiesfirmen und den Genehmigungsbehörden. Immer wieder stellten wir fest, dass Vorgaben in der Vergangenheit und Gegenwart seitens der Kiesindustrie nicht eingehalten werden und seitens der Behörden eher schlecht als recht kontrolliert wurden.

Dies war die erste Seite der Pressemitteilung, lesen Sie die Vollständige Mitteilung hier

Donnerstag, 25. Februar 2021

Pressemitteilung zum „Dialog von CDU-Spitzenkandidatin Frau Dr. Susanne Eisenmann mit dem ISTE" 24.02.2021

Kies - das neue Gold!   
Frau Eisenmann kommt mit wahrhaft ungeheuerlichen Andeutungen daher....
man bedenke dabei: kaum eine der über 3000 Einwendungen wurde vom Regionalverband übernommen. Berücksichtigt wurde der Einwand vom ISTE, der gleich als Grundsatz G6 in die Planung einging .....  

Im Dialog mit der Baustoffindustrie:
Dr. Susanne Eisenmann lobt heimische Rohstoffgewinnung

Ostfildern, 24. Februar 2021: Ein engagiertes Plädoyer für die Nutzung heimischer Rohstoffe hat die CDU-Spitzenkandidatin bei der bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, Dr. Susanne Eisenmann, in einem Online-Dialog mit dem ISTE gehalten. Wenige Wochen vor der Wahl machte sie im Gespräch mit über zwei Dutzend Haupt- und Ehrenamtlichen des Industrieverbandes Steine und Erden Baden-Württemberg die Standpunkte ihrer Partei in der Rohstoffpolitik klar. „Sie in der Steine- und Erden-Branche verdienen mehr Aufmerksamkeit!“, betonte sie.

Die Kultusministerin war nicht zum ersten Mal zu Gast beim ISTE. Erst im November 2020 hatte sie das Mitgliedsunternehmen KBI in Iffezheim besucht und sich über grundlegende Fakten der Rohstoffbranche informiert. Sie freue sich immer wieder über einen Austausch mit dieser Branche, weil die heimische Rohstoffindustrie ideal in die aktuelle Zeit passe, sagte die Politikerin. Nach der Corona-Pandemie würden Themen wie „Daseinsvorsorge“ und „internationale Lieferketten“ an Bedeutung gewinnen. „Bei allem internationalen Miteinander müssen wir die Wertschöpfung auch im eigenen Land halten“, forderte sie. Dafür gebe die Steine- und Erden-Branche ein hervorragendes Beispiel, denn sie schaffe Arbeitsplätze in Baden-Württemberg und versorge die hiesigen Verbraucher mit heimischen Rohstoffen über kurze Transportwege.

Rohstoffe seien bei allen Bauprojekten entscheidende Voraussetzung, erläuterte die CDU-Politikerin. Dies sei allerdings bei weitem nicht jedermann bewusst. „Der Bau von Wohnungen und Straßen, Radwegen und Brücken ist ohne Sie nicht denkbar. Deshalb verdienen Sie mehr Aufmerksamkeit“, so Eisenmann. Auch die vorbildliche Renaturierung und Rekultivierung von Abbaustätten nach dem Ende der Gewinnung komme in der allgemeinen Wahrnehmung zu kurz. Die CDU bekenne sich deshalb zu einer Rohstoffstrategie, welche diese Themen in den Mittelpunkt stelle. Mit Blick auf die bisherige, vom baden-württembergischen Umweltministerium entwickelte, aber bislang nicht veröffentlichte Rohstoffstrategie sagte sie: „Die ist nicht zufriedenstellend.“

 Sie plädierte dafür, das Thema „Rohstoffe“ ideologie- und technologieoffen anzugehen. Insbesondere den mittelständischen Unternehmen müssten wieder größere Spielräume geboten werden. Sie kündigte an, in einer von ihr geführten künftigen Landesregierung das Thema „Rohstoffgewinnung“ im Wirtschaftsministerium zu konzentrieren und nicht auf mehrere Ministerien zu verteilen: „Wir müssen wieder Politik aus einem Guss machen“, sagte sie. Die Ministerin sprach sich zudem dafür aus, Bürokratie abzubauen. Mit Blick auf lang andauernde Genehmigungsverfahren forderte sie ein Maßnahmenbeschleunigungsgesetz. Dazu gehöre auch, die Bürgerbeteiligung in ihrer heutigen Form zu überdenken. „Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich möchte Bürgerbeteiligung nicht aushebeln. Aber nach einer demokratisch getroffenen Entscheidung müssen Projekte zügig verwirklicht werden können“, sagte sie.

ISTE-Präsident Peter Röhm und Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger hatten zuvor noch einmal Fakten über die Rohstoffbranche ins Gedächtnis gerufen. So könne der Bedarf an mineralischen Rohstoffen von 100 Millionen Tonnen pro Jahr in Baden-Württemberg vollständig aus dem eigenen Lande gedeckt werden. 90% der entstehenden Baurestmassen würden bereits recycelt und damit rund 10% des Bedarfs gedeckt. Die Bauwirtschaft werde nach der Pandemie ein Wirtschaftsmotor sein. Dazu bräuchten die Unternehmen aber Abbaumöglichkeiten. Diese seien in aller Regel vor Ort umstritten. Lange Genehmigungsverfahren mit ungewissem Ausgang böten den Unternehmen keine Planungssicherheit. Zudem habe auf Verwaltungsseite die Planungs- und Entscheidungsqualität in den vergangenen Jahren erheblich abgenommen. Man konstatiere eine Erosion des Wissens in vielen Landratsämtern sowie eine zunehmende Entscheidungsunsicherheit. Dies führe zu einem erheblichen Vertrauensverlust in die Politik und in die Genehmigungsbehörden. 

Die CDU-Politikerin verstand diese Klagen und teilte die Analyse weitestgehend: „Wir brauchen auf Seiten der Entscheidungsbehörden Fachwissen, aber auch mehr Rückgrat.“ Eine Absicherungsmentalität und Bedenken seien fehl am Platze, so Dr. Susanne Eisenmann. Für die CDU-Spitzenkandidatin ist klar: „Ohne Steine, Kies und Sand geht in unserer Gesellschaft und in unserer Wirtschaft gar nichts.“

 

Die Steine- und Erden-Industrie in Baden-Württemberg – www.iste.de

In Baden-Württemberg gibt es rund 500 Unternehmen, die mineralische Rohstoffe gewinnen, weiterverarbeiten oder gebrauchte mineralische Rohstoffe recyceln. Insgesamt geschieht dies in rund 800 Werken mit 15.000 Beschäftigten. Diese Branche erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von rund 5 Milliarden Euro pro Jahr im Land.

Pro Einwohner und Jahr müssen rund 10 Tonnen Material der Erde entnommen werden, damit Häuser, Bürogebäude, Straßen, Bahnlinien und Radwege gebaut werden können. Insgesamt werden so jährlich 100 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe gewonnen und benötigt. Ziemlich genau entspricht das einem Kilogramm mineralische Rohstoffe pro Einwohner und Stunde. Gebrauchte Baustoffe werden durch Baustoffrecycling im Kreislauf gehalten. So wird bereits heute ca. 90 Prozent des Bauschuttes und Straßenaufbruchs recycelt.

Der ISTE wurde bereits sechs Jahre vor dem Land Baden-Württemberg im März 1946 als „Fachverband Steine und Erden Württemberg und Baden e.V.“ gegründet. Seitdem hat er sich zu einem modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschafts- und Arbeitgeberverband entwickelt.

Südkurier: Kalkabbau in Stetten am kalten Markt vom 3.2.21

Im Südkurier erschien folgender Artikel: hier als ganzer Artikel (Südkurier gibt 1 Artikel/Tag frei)






Dienstag, 12. Januar 2021

Es kommt auch darauf an wie man baut !

 Seit Jahren wird in Deutschland so viel gebaut wie selten zuvor - die Baubranche boomt. Der Wohnungsmarkt scheint unersättlich, vor allem in den Ballungszentren. Der beliebteste Baustoff ist nach wie vor Beton. Doch der Rohstoff gilt als unterschätzter Klimakiller, denn er weist eine katastrophale CO2-Bilanz auf.

Bild links: Suzan Hahnemann /neues Baugebiet in Salem


Umweltschäden durch Betonherstellung

Laut einer Analyse der Umweltschutzorganisation WWF ist die Herstellung von Zement, die ein wichtiger Bestandteil von Beton ist, für zwei Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Weltweit sollen es sogar acht Prozent sein. Hinzu kommen weiter Umweltschäden durch den hohen Verbrauch von Sand und Kies, die oft in sensiblen Naturgebieten abgebaut werden ( da kommen wir wieder ganz direkt zum Aktionsbündnis) ...........


Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer macht erst kürzlich auf sich aufmerksam, als er forderte, Holzbauweise in der Universitätsstadt zur Pflicht zu machen. Damit stieß er auch in der baden-württembergischen Landesregierung auf Gehör, die Holz als nachwachsenden Baustoff für Gebäude verstärkt fördern will.

https://weather.com/de-DE/wissen/umwelt/news/2019-09-19-klimakiller-beton-soll-holzbauweise-pflicht-werden


siehe dazu auch: 

Die Architects for Future haben gerade am 8.1.2021 die Hürde für ihre Petition genommen: Maßnahmenpaket für ein Klima- und Sozialverträgliches Bauen https://baubiologie-magazin.de/architects-for-future




Mittwoch, 18. November 2020

Kultur leben (zur Raum- und Regionalplanung) - Von Wolfram Frommlet

Ein  Kommentar  im Zusammenhang  mit dem Flyer der Naturschutzverbände erschien in der Schwäbischen Zeitung am 16.11.20:

Kultur leben Von Wolfram Frommlet

„Für mich besteht eine große Herausforderung darin, wie unsere Höfe weiterbestehen können. Wir brauchen mehr Produktvielfalt in der Landwirtschaft und mehr Regionalität bei unseren Lebensmitteln“, sagt Walter Rauch aus Dünserberg. 

Eugen Gabriel aus Frastanz ergänzt: „Wo die Landwirtschaft die Existenzgrundlage ist, hat man verstanden, sorg-sam mit den landwirtschaftlichen Flächen umzugehen und die Erwei-terung der Siedlungen kompakt zu gestalten.

„Wie schaffen wir ein funktionierendes Dorfzentrum als Grundlage für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde“, ist für Helmut Lampert in Göfis eine große Herausforderung.

Drei Bürgermeister aus der Region Walgau in Vorarlberg in dem hoffnungsvollen, ermutigenden Buch des Ravensburger Raumplaners Manfred Walser, „Die Zukunft im Walgau“, herausgegeben von der Vorarlberger Landesregierung (erhältlich in der Buchhandlung Anna Rahm in Ravensburg). 

Die 14 Gemeinden haben in Workshops, an denen die Bevölkerung beteiligt wurde, ein Modell regionaler Entwicklung erarbeitet, in dem die  Traditionen - Handwerk, Land- und Forstwirtschaft - mit den aktuellen Problemen ländlicher und semi-urbaner Räume verbunden wurden: der Wegzug der Jungen, die Zersiedelung der Natur, Klimawandel, die Krise der familiären Höfe. Lebenswerte Orte für alle Generationen entstanden, eine Kultur des Miteinander der Eingesessenen und der Zugezogenen, ein ökologischer Lebensstil, insbesondere in neuen, verdichteten Wohnformen. Einst konkurrierende Gemeinden bilden heute nachhaltige Netzwerke. Man könnte viel davon lernen.

Nach Ansicht eines breiten Bündnisses unter Führung der Umweltorganisationen BUND und NABU läuft der Regionalplan Bodensee-Oberschwaben bis zum Jahr 2035, mit den Kreisen Ravensburg, Bodenseekreis und Sigmaringen, leider in eine ganz andere Richtung. „Profit und Wachstum ohne Grenzen scheint für viele Akteure immer noch die oberste Prämisse zu sein“, heißt es in einem Flyer des Umweltbündnisses. Kritisiert wird, dass 500 Hektar für Rohstoffabbau vorgesehen sind, neuer Baugrund sich an überholten Wohnmodellen orientiert, ein regionaler Grünzug „Altdorfer Wald“ aber nicht vorkomme. „Ein klares ‚weiter so wie bisher‘, welches alle wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre und anwachsenden globalen Krisen ignoriert.“

Nachhaltige Landwirtschaft, Stärkung der Biodiversität, das Vogelsterben im Bodenseeraum sind für BUND und NABU Prioritäten eines zukunftsfähigen Regionalplans. Anders als im Walgau hat in dieser Region, in den Gemeinden wie in den Städten, nach Ansicht aller Akteure, die Bevölkerung bislang keine Foren der Beteiligung. 

Und fände man bei uns Politiker wie Harald Witwer aus der Gemeinde Thüringen? „Die Frage des Umgangs mit asylsuchenden Menschen stellt im Moment nicht nur für den Walgau, sondern für die Gesellschaft insgesamt eine riesengroße Herausforderung dar. Ob es uns gelingt, den sozialen Frieden in der Region weiterhin zu gewährleisten, hängt wesentlich vom Umgang mit diesem Thema ab.“

Anzeige Altdorfer Wald mit Bezug auf die Sitzung des Regionalverbandes am 23.10.20

Diese Anzeige wurde am Donnerstag den 22.10.20 in der "Schwäbischen Zeitung" veröffentlicht

 

 


 

Dienstag, 17. November 2020

Petition "Hilf mit, den Altdorfer Wald zu schützen!"

Wir fordern das Landratsamt Ravensburg auf, den Altdorfer Wald in seiner Gesamtfläche von ca. 9.000 ha als Landschaftsschutzgebiet nach § 26 Naturschutzgesetz auszuweisen!

 

 

P.S.: Das Bild zeigt das geplante Kiesabbaugebiet Vogt-Grund als Panorama mit Skizzierung des Waldburger Rückens, Wasserschutzgebieten gem. Gutachten und Kiesgrubenneuerschließung

Der Altdorfer Wald ist mit einer Fläche von ca. 9.000 ha das größte zusammenhängende Waldgebiet Oberschwabens.

a) Etwa 1/3 der Fläche des Altdorfer Waldes steht bereits unter besonderem Schutz. Diese Schutzflächen bestehen aus einzelnen, bisher nicht zusammenhängenden Flächen. Dies sind verschiedene nicht zusammenhängende FFH-Gebiete (FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, welche nach Fauna – Flora –Habitat – Richtlinie ausgewiesen werden), Naturschutzflächen, Landschafts- und Waldschutzgebiete und mehrere kleine Biotopflächen. Die bisher festgesetzten Wasserschutzgebiete bei Vogt und Weissenbronnen kommen noch dazu.

b) Der neu zu erstellende Regionalplan des RVBO (Regionalverband Bodensee-Oberschwaben) sieht vor, im Altdorfer Wald in Vogt – Grund auf einer Fläche von ca. 11 ha und bei Oberankenreute von ca.16 ha als weitere Kiesabbaugebiete auszuweisen. Alternativen für Standorte sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Kiesabbau und Kiesexport wurden vom Regionalverband und den zuständigen Landesbehörden nicht ausreichend geprüft.

Begründung

a) Die ökologische Verknüpfung dieser vielen, kleinen und verstreuten Schutzgebiete ( hoher Anteil an FFH-Gebieten ) wird durch die Schaffung von großräumigen, verbindenden Landschaftselementen in Form eines gesamtheitlichen Landschaftsschutzgebietes „Altdorfer Wald“ erhalten, aufgewertet und wesentlich verbessert.

b) Eine Durchführung der Kiesabbaupläne im Altdorfer Wald würde bedeuten:

  • Abholzung von mind. 27 ha Wald (entspricht der Größe von über 50 Fußballfeldern) und Beseitigung von Waldboden, der ein unverzichtbarer Speicher für Wasser, Schadstoffe und CO² ist
  • Gefährdung der einmalig reinen Quellwasservorkommen in Vogt und Weissenbronnen für die mögliche Versorgung von bis zu rund 100.000 Menschen.
  • Zerstörung der durch Eiszeiten geschaffenen Geoformationen und Moränenlandschaft (Waldburger Rücken); Höhenzüge von bis zu 50 m werden unwiederbringlich verschwinden und Abbaugruben von 40 m Tiefe (= Gebäude mit 12 Stockwerken) entstehen
  • brachiale Einschnitte in Pflanzen- und Tierwelt
  • Wegfall des für die seelische und körperliche Gesundheit so wichtigen Naherholungsgebietes
  • weitere Zunahme des unzumutbaren Schwerlastverkehrs in den angrenzenden Gemeinden durch Zu- und Abtransport auf unzureichenden Verkehrswegen

Lasst uns das Naturjuwel „Altdorfer Wald“ - die grüne Lunge Oberschwabens - gemeinsam für unsere Kinder und Enkel erhalten !

Um unsere Forderung durchsetzen zu können, benötigen wir Ihre Mithilfe für diese Petition. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald e.V.

Großen Auftrieb hat uns und unserer Petition die Unterstützung durch den Gemeinderatsbeschluss der Gemeinde Bergatreute am 23.4.2020 gegeben, ebenfalls beim Landratsamt den Antrag zu stellen, den Altdorfer Wald unter Landschaftsschutz zu stellen. Wir hoffen natürlich, dass sich jetzt noch weitere Gemeinden unserer Petition anschließen. Auch beim Landratsamt Ravensburg scheint nun Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Plötzlich erscheinen auf der Webseite des Landkreises längst bekannte Karten mit Ausweisung der Schutzgebiete im Kreis Ravensburg und im Altdorfer Wald (Link zu diesen Karten: www.rv.de/Umwelt_+Landwirtschaft+_+Forst/gebietsschutzkategorien+_+altdorfer+wald )

Aus diesen Schutzkarten ist einer unserer Gründe für die Petition deutlich erkennbar: Die ökologische Verknüpfung von vielen kleinen und verstreuten Schutzgebiete ( hoher Anteil an FFH-Gebieten ) soll durch die Schaffung von großräumigen, verbindenden Landschaftselementen in Form eines gesamtheitlichen Landschaftsschutzgebietes „Altdorfer Wald“ erhalten, aufgewertet und wesentlich verbessert werden. Kiesgrubenneuerschließungen wie z.B. in Vogt-Grund, Schlier und Baindt bewirken genau das Gegenteil und beeinflussen diese Schutzgebiete negativ.

Unser Filmemacher Alex Knor hat einen neuen Video zusammengestellt, der uns von der Notwendigkeit des Schutzes des Altdorfer Waldes überzeugt. Vielen Dank an Alex. Hier der Link zum Video: youtu.be/Mmp8FEuKCsc . Lassen Sie sich von den Eindrücken des Waldes und von den Gründen zu dessen Schutz überzeugen.

Schauen Sie doch mal auf unsere Webseite altdorferwald.org/ . Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Altdorfer Wald, Petitionsunterlagen und Unterschriftenlisten.

Der Entwurf des Regionalplanes reagiert nicht auf Zukunftsfragen und Herausforderungen - Landesnaturschutzverband vom 7.11.2019


Für Wohnen, Arbeiten und Infrastruktur sollen bis zum Jahr 2035 mehr als 2.500 Hektar ausgewiesen und ein großer Teil davon letztendlich versiegelt werden. 
Das entspricht der Fläche von etwa 80 Landwirtschaftsbetrieben (Durchschnittsgröße im Kreis RV: 36 ha, im Bodenseekreis 22 ha im Kreis Sigmaringen 47 ha ) . Auch beim Ressourcenverbrauch wird von einer linearen Entwicklung ausgegangen. 500 Hektar Abbauflächen sollen gesichert werden.

 Diese Fortschreibungen erfolgen, obwohl auch in unserer Region die Grenzen des Verträglichen für Mensch und Umwelt längst überschritten sind. 
3.000 ha für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Rohstoffabbau 

-entzieht 100 Landwirtschaftsbetrieben die Existenzgrundlage, 
-nimmt 3.000 ha aus der Lebensmittel- und Holzproduktion, 
-vernichtet 3.000 Hektar Böden 
mit ihren vielfältigen Schutzfunktionen (Lebensraum, Luftfilter, Wasserschutz).

Aussage von Ulfried Miller, Regionalgeschäftsführer BUND



Hier sind die ersten 3 Seiten mit der Zusammenfassung der Stellungnahme vom 7.11.2019 zu finden








Hintergrundwissen: Dürre in Deutschland

Im August erschien in der Zeit ein interessanter Artikel:

"Der Blick auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigt den Mangel: Fast in ganz Deutschland stehen die Pflanzen unter Trockenstress, wäre Bewässerung nötig. Eine weitere UFZ-Karte zeigt die Langzeitfolgen des seit einigen Jahren ausbleibenden Regens: Sie misst die Trockenheit des Bodens auch in größerer Tiefe – und ist in einigen Regionen dunkelrot gefärbt, vor allem im Südosten, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Teilen von Niedersachsen. 
Die Farbe steht für eine außergewöhnliche Dürre. Sie bedeutet: Selbst wenn es nun außergewöhnlich viel und über einen längeren Zeitraum hinweg regnen würde, bräuchte der Boden dort sehr lange, um sich zu erholen. Wo aber soll – angesichts des Klimawandels – das Wasser künftig herkommen? Viel Regen im Winter, oder auch zwischendurch, hilft nicht, denn die Bauern brauchen Wasser zum richtigen Zeitpunkt. Für Kopfsalat beispielsweise können einige Stunden Wassermangel entscheidend sein, dann wird er braun. Getreide braucht Regen, wenn es Blüten bildet oder Korn. Und fast alle Gemüsearten werden bereits jetzt beregnet, weil Gemüse grundsätzlich viel Wasser braucht .

....Die zunehmende Trockenheit wird von mehreren Bundesländern aufmerksam beobachtet. Mittlerweile haben auch Bayern und Hessen das Thünen-Institut um regionale Analysen gebeten. Darüber wollen sie mehr Informationen für ihr künftiges Wassermanagement – etwa durch Rückhaltebecken für den Winterregen oder zusätzliche Wasserspeicher – erhalten.
In Braunschweig arbeitet man derzeit an einem eigenen Modell: Dort werden 3.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche, auf der unter anderem Braugerste wächst, mit gereinigtem Abwasser aus einer Kläranlage beregnet. Das Interesse sei international groß und wachse auch in Deutschland, sagt die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes Franziska Gromadecki. "Hier klatscht jeder Landwirt in die Hände, weil seine Wasserversorgung sichergestellt ist." Gemeinsam mit Partnerorganisationen, darunter Forschungseinrichtungen und Ingenieurbüros, will der Abwasserverband das Verfahren ausweiten: Auch Salat und Gurken sollen bald mithilfe von recyceltem Abwasser gedeihen."

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-08/duerre-sommer-hitze-bewaesserung-regen-landwirtschaft-klimawandel

Dürremonitor Deutschland am 6.8.20: Mehr als 90% der Fläche Deutschlands leiden unter extremer Dürre


Wer sich noch intensiver mit dem Thema Wasser auseinandersetzen möchte: N
och mehr spannende Grafiken dazu gibt es auf der Seite   https://www.ufz.de/index.php

 

Sehr spannend ist die  Übersicht der Vegetationsperioden von 1952 bis heute




Eine Übersicht über Europa`s Dürreprognosen bei verschiedenen Klimazielen - auch wir werden nicht verschont