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Samstag, 11. Dezember 2021

Friedrichshafen: Hirschlatt wehrt sich gegen 150 neue Wohnungen

Das kleine Siedlungsgebiet Hirschlatt scheint in den Fokus der Planer gerückt zu sein.
Wir kennen Hirschlatt bereits aus der Regionalplan- Fortschreibung: Der Regionalverband übernahm den dort
geplanten Schwerpunkt für Gewerbe und Industrie in die Endfassung, obwohl der Stadtrat dagegen gestimmt hatte. Eine der besonders zweifelhaften Entscheidungen seitens  des Regionalverbandes.
Nun geht es um eine
stark verdichtete Wohnbebauung, die die Stadt in Hirschlatt anstrebt und die natürlich das Potential in sich trägt, das soziale Miteinander massiv zu verändern. 
Dennoch zeigt die Stadt hier eine gewisse Weitsicht auf, bezogen auf die Art der geplanten Bebauung.
Ja es stimmt nun mal, was Hr. Ruppert im Kommentar dazu bemerkt: Wir werden uns überall an diese verdichtete Bauweise gewöhnen müssen, auch wenn sie uns vielleicht nicht gefällt.
Ich möchte ergänzen:
Es kommt ganz darauf an wie es umgesetzt wird - werden soziale Komponenten zu Ende gedacht, wird der ÖPNV mit einbezogen? Das ist die neue Herausforderung der heutigen Zeit.

Schwäbische Zeitung  hier
Wohnraum für viele Zielgruppen

Die Stadt will mit dem neuen Projekt den Mangel an Wohnraum in Friedrichshafen bekämpfen. Insbesondere soll in Hirschlatt auch bezahlbarer Wohnraum entstehen, heißt es in der Sitzungsvorlage zum PBU. Durch die Realisierung von verschiedenen „Gebäudetypologien“ könne Wohnraum für viele Zielgruppen geschaffen werden. Vorgesehen sind demnach neben Mehrfamilienhäusern auch Doppel- und Reihenhäuser.

Denkbar wären laut Stadt auch Mehrfamilienhäuser als gemeinschaftliche oder genossenschaftliche Wohnbauprojekte oder die Schaffung von gefördertem Wohnraum seitens der Stadt.

Mit den unterschiedlichen Gebäudetypen und einem verstärkten Fokus auf eine verdichtete Bebauung werde dem Grundsatz des schonenden Umgangs mit Fläche und Boden Rechnung getragen. Mit diesem Ansatz sei die Realisierung von bis zu 150 Wohneinheiten möglich.

Dienstag, 17. November 2020

Friedrichshafen lehnt dankend ab - und bekommt Hirschlatt trotzdem

Natur statt Flächenfraß: Häfler Gemeinderat schmettert Option auf ein Gewerbegebiet in Hirschlatt ab


Ein 30 Hektar großes Areal sollte im neuen Regionalplan als Optionsfläche eingetragen werden. Mit neuen Mehrheiten stimmten die Stadträte nun aber gegen die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung und brüskieren damit die Regionalversammlung. Auch die Industrie- und Handelskammer zeigt sich nicht amüsiert.


Friedrichshafen aus der Schwäbischen Zeitung


Es bleibt dabei: 30 Hektar in Hirschlatt könnten Gewerbefläche werden

Stadt Friedrichshafen gegen Regionalverband: Die Verbandsversammlung hat am Freitag auch im zweiten Anlauf dafür gestimmt, nahe der Messe auf der grünen Wiese Platz für die regionale Gewerbeentwicklung zu ermöglichen – obwohl der Gemeinderat dagegen ist.
 

Aus einem Schriftverkehr mit Herrn Regionaldirektor Franke:

Anfrage von P.Karg:
In der letzten öffentlichen Regionalversammlung hat Hr. Zeller bezüglich des Baugebietes Hirschlatt gesagt:  "Für die Stadt Friedrichshafen heißt das nicht, dass sie Hirschlatt bebauen müssen, sondern es ist eine Option". Sie haben dem an keiner Stelle widersprochen.

Wobei sich mir die Frage aufdrängt , weshalb eine Option, die die Stadt selbst mehrheitlich ablehnt hat, in die Planung aufgenommen wird?
(ein Vertreter der CDU hat  über das Demokratieverständnis der Mehrheitspartei  im Regionalverband gesprochen und wurde von FW und SPD beklatscht: wenn die Mehrheit so abgestimmt hat, dann gilt das unverrückbar)

 Antwort von Hr. Franke: Im Falle Hirschlatt geht es darum, die regionalen Interessen in Abhängigkeit der Stellung und Bedeutung einer Kommune im räumlichen Gefüge zu definieren, in diesem Fall von Friedrichshafen als Teil des gemeinsamen Oberzentrums mit den entsprechenden Aufgabenzuweisungen.

Montag, 16. November 2020

SatireSenf berichtet !

Karin Burger hat sich in ihrem Blog SatireSenf 2019 mit dem Überlinger Abstimmungsergebnis zur Regionalplan-Fortschreibung beschäftigt: "Überlingen: Gemeinderatsbeschluss auf der Grundlage falscher Informationen?"  Im Artikel geht es auch um den Anteil Owingens am Interkommunalen Gewerbegebiet in Überlingen

Frau Burger kommt zum Schluß: "Der Beobachter solcher Schachzüge der Bürgermeister und Verwaltungen erhält zunehmend den Eindruck, dass in der entscheidenden Endphase zum Regionalplan Bodensee-Oberschwaben mit wirklich allen Tricks gearbeitet wird, um maximal viel Fläche vormaliger Grünzüge in potentielle Gewerbeflächen umwidmen zu lassen. Oder sollen die Bürger etwa glauben, dass die Stadt Überlingen und die Gemeinde Owingen vorher nicht miteinander gesprochen haben?"

Der Originaltext ist hier zu finden:
https://satiresenf.de/ts107219-ueberlingen-gemeinderatsbeschluss-auf-der-grundlage-falscher-informationen/#more-11648

 

Im Februar 2020 schrieb Frau Burger:

Es sind wenige Gemeinden, die sich NICHT an der vermutlich letzten Schlacht am Flächenbüfett beteiligen, wie sie aktuell durch die Fortschreibung des Regionalplan Bodensee-Oberschwaben (RP BO) ausgefochten wird. Zu den wenigen kommunalen Flächenasketen gehören zum Beispiel Uhldingen-Mühlhofen und – hier schon berichtet – Ettenkirch, ein Ortsteil von Friedrichshafen......

Die Gemeinderäte in Ettenkirch  haben sich allerdings von diesem Kein-Wachstum-Horrorszenario mit „Global Playern“, die nach China (man wünscht ihnen gute Gesundheit!) auswandern, nicht einschüchtern lassen. Und so titelt die SchwäZ wenige Tage später: „Antrag abgelehnt: Kein neues Gewerbegebiet bei Hirschlatt“.

Mit 21 zu 16 Stimmen habe sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 17. Februar 2020 gegen eine solche Optionsfläche im neuen Regionalplan ausgesprochen. 

Der Text in voller Länge:
https://satiresenf.de/ts2720-regionalplan-bodensee-oberschwaben-ettenkirch-verzichtet/#more-12425