hier 03.02.2026 Deutschlandfunk
Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Freitag, 6. Februar 2026
Europas Energiewende droht am Rohstoffmangel zu scheitern
Sonntag, 12. Mai 2024
Metallverbrauch in Deutschland: Wie wir 89 Millionen Tonnen bis 2050 einsparen können
hier Von Andrea Hoferichter 11.05.2024
Bei 16 Tonnen pro Kopf liegt der Rohstoffkonsum in Deutschland. Etwa 11 Prozent davon gehen auf das Konto des Metallverbrauchs. Wo die größten Einsparpotenziale bei Metallen liegen, berichtet eine Ifeu-Studie.
Geht es um den Verbrauch kritischer Metalle, ist schnell von Lithium, Kobalt und den seltenen Erden die Rede. Doch auch Massenmetalle wie Eisen, Aluminium, Kupfer und Nickel werden in Mengen verbraucht, die nicht nachhaltig sind. Es bestehe eine hohe Dringlichkeit, den Verbrauch von Metallen zu senken, heißt es in einer aktuellen Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu). Wie das gelingen könnte, zeigen die Autoren anhand verschiedener Szenarien.
„Allein im Verkehrssektor könnten bis 2050 fast 37 Millionen Tonnen Eisen, Aluminium, Kupfer und Nickel eingespart werden. In der Baubranche liegen die Einsparpotenziale im selben Zeitraum sogar bei bis zu 52 Millionen Tonnen“, sagt Maja Wilke von der Berliner NGO Powershift, die die Studie beim Ifeu beauftragt hat.
Samstag, 18. November 2023
EU einigt sich auf Verbot von Plastikmüllexporten
Süddeutsche Zeitung hier 17. November 2023
Abfallwirtschaft: Künftig soll auch generell strengere Auflagen für Müll-Exporte geben.
Abfall aus Europa darf sich künftig nicht mehr sich in Indien, Indonesien oder Pakistan sammeln. Wie das Exportverbot funktionieren soll.
Plastikmüll aus der EU darf künftig nicht mehr überall auf der Welt landen. Vertreter der EU-Staaten einigten sich mit Unterhändlern des Europaparlaments in Brüssel auf ein Ausfuhrverbot von Plastikabfällen in Länder außerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wie das EU-Parlament mitteilte. Damit sind Plastikmüllexporte nach Afrika oder weite Teile Asiens zunächst untersagt.
Montag, 13. November 2023
Fachgespräch "Kreislaufwirtschaft im Bau - Vom wollen ins machen"
Liebe Interessierte für das Thema Kreislaufwirtschaft im Bau,
Dr. Sandra Detzer, MdB und Gudula Achterberg MdL, beide BÜNDNIS 90 / Die GRÜNEN, laden zu einem Fachgespräch "Kreislaufwirtschaft im Bau - Vom wollen ins machen"
am 06.12.2023 ab 18:00, digital oder in Präsenz in Stuttgart, Im Haus der Abgeordneten, Fraktionssaal ein.
Der folgende Link, führt Euch direkt zur Registrierung für die Veranstaltung:
https://termine.gruene-landtag-bw.de/Fachgespraech/event.php?vnr=131-10a
Dieser Link bringt Euch auf die Landingpage mit Informationen und bietet eine Anmeldemöglichkeit für die Veranstaltung.
Wir würden uns freuen wenn Ihr den Link auch in Euren Verteilern verteilt, um die Reichweite unseres gemeinsamen Engagements zu erhöhen.
Grüne Grüße aus Tettnang sendet Euch
Johannes Übelhör
Dienstag, 23. Mai 2023
Gute Neuigkeiten für Klima, Kreislaufwirtschaft & Innovation: EU-Länder beschließen Verordnung für nachhaltige Produkte (Öko-Design)
Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,
heute hat der Rat der EU-Mitgliedsländer den nächsten Riesen-Meilenstein des Europäischen Green Deals beschlossen. Die neue Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) wird nachhaltige Produkte zum Standard im EU-Binnenmarkt machen.
Die bisherige Ökodesign-Richtlinie wird damit umfassend modernisiert. Künftig müssen Produkte energieeffizient und darüber hinaus langlebig, reparierbar, wiederverwendbar und recycelbar sein, um auf dem EU-Binnenmarkt angeboten zu werden.
Donnerstag, 9. Februar 2023
Mikroplastic
kleiner Auszug aus Brand eins hier Interview und Text: Harald Willenbrock
„Mikroplastik entwickelt sich zu einer allgegenwärtigen Tötungsmaschine“
Früher leitete Eric Liedtke als Vorstand das globale Markengeschäft von Adidas. Jetzt arbeitet er mit einem Start-up an kompostierbarer Kleidung. Sein großes Ziel: die Modebranche nachhaltig umstricken. Ein Gespräch über Greenwashing, Scheinlösungen und die magische Macht des Marketing.
Fast Fashion, big Problems
Die Textilbranche produziert jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke – doppelt so viele wie vor zwei Jahrzehnten. Gleichzeitig hat sich der Zeitraum, in dem Kleidungsstücke im Schnitt getragen werden, halbiert. Massenhersteller überschwemmen den Markt mit billiger Kleidung. Ein Großteil wird aus Polyester (PET) gefertigt – dem billigsten und populärsten Garn der Welt. Umweltschützer schätzen, dass jedes Jahr bis zu zwölf Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren landen.
Montag, 28. November 2022
Markdorf: Kleidertausch für mehr Nachhaltigkeit
25.11.2022 | VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE hier
Kleidertausch für mehr Nachhaltigkeit
....Zusammen mit drei weiteren Kolleginnen hat Nicole Vogel den Impuls aus dem Landratsamt aufgegriffen. „Das Abfallwirtschaftsamt ruft einmal im Jahr dazu auf, sich an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung zu beteiligen“, erklärt sie. In diesem Jahr lautete der Appell aus dem Landratsamt „Wiederverwendung statt Verschwendung“.
Ein Kilo Chemie pro Pullover
Das Augenmerk richtete sich auf den Umgang mit Textilien. Der, so zeigte das vom Abfallwirtschaftsamt mitgeschickte Material, alles andere als nachhaltig ist: 805 Liter Wasser müssen fließen, um nur einen Pullover herzustellen. Und ein Kilo Chemikalien braucht es, um ihn anschließend zu veredeln. Je Bundesbürger verursacht der Kauf von Textilien rund 135 Kilogramm Treibhausgase im Jahr.....
„Dann kommen auch noch die vielen, vielen tausend Kilometer Transportweg hinzu“, erklärt Melina. Um die Baumwolle aus den USA nach China zum Verspinnen, nach Bangladesch zum Nähen und endlich nach Deutschland zum Händler zu bringen, müssen Container per Schiff transportiert werden. Melina denkt aber auch an die Arbeiterinnen. „Die bekommen ganz wenig Geld in den Textilfabriken.“ Und sie setzen ihre Gesundheit aufs Spiel......
Dienstag, 25. Oktober 2022
„Wie viel CO2 muss ich ausstoßen, um glücklich zu sein?“
Frankfurter Rundschau hier 25.10.2022 Von: Ruth Herberg, Friederike Meier
Ranga Yogeshwar zum Klimawandel
Der Journalist Ranga Yogeshwar über den aktuellen Einfluss des Klimawandels, falsche Anreize und fossiles Denken.
Herr Yogeshwar, angenommen, Sie treffen eine Person, die sich noch nicht mit der Klimakrise beschäftigt hat: Wie erklären Sie dieser Person das Problem?
Der Klimawandel erklärt sich von selbst, denn er wird immer sichtbarer. Nehmen Sie diesen Sommer: Die Dürre in Italien, die Flut in Pakistan oder die Waldbrände in Kanada und den USA. Ich war kürzlich in mit meiner Tochter im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Die enorme Hitzewelle dort war atemberaubend. Wenn Sie draußen unterwegs sind, haben Sie das Gefühl, zu nah an einem Grill zu stehen – aber Sie können nicht weglaufen. Durch die Waldbrände war die Luft beißend. Die Häufung und Intensität dieser Extremereignisse macht jedem klar: Da ändert sich etwas.
Montag, 24. Oktober 2022
"25 Prozent der Wärmeenergie ließen sich durch einen Gang in den Heizungskeller sparen"
Manager magazin hier 04.10.2022 Das Interview führte Claus Gorgs
Nachhaltiges Bauen
manager magazin: Frau Prof. Messari-Becker, die Preise für Gas und Strom explodieren, Deutschland fürchtet den Energienotstand im Winter. Rächt es sich jetzt, dass die Energiewende lange vor allem darin bestand, Windräder und Solaranlagen zu bauen?
Lamia Messari-Becker: Deutschland hat in der Energiepolitik grobe Fehler gemacht. Die Abhängigkeit von russischem Gas ist der eine, aber ebenso kurzsichtig war der ausschließliche Fokus auf Strom. Deutschland hat 2020 einen Endenergiebedarf von rund 2330 Terawattstunden. Davon macht Strom als Energieform nur 20 Prozent aus, der Rest verteilt sich auf Wärme und Treibstoffe. Viele Politiker und Experten haben das Bild vermittelt, dass wir nicht nur die bestehende Stromerzeugung durch Wind- und Solarkraft ersetzen können, sondern dass Strom auch die Funktion aller anderen Energieformen übernimmt, also die Versorgung von Industrie, Gebäuden und Verkehr. Das ist Wunschdenken.
Sonntag, 10. Juli 2022
Freitag, 8. Juli 2022
Die Welt verbraucht zu viel Holz
Süddeutsche Zeitung hier 6. Juli 2022 Von Nina Kammleiter
Wälder in Gefahr
Holz zum Bauen, Heizen, Kleiden, Verpacken - die Nachfrage nach dem Rohstoff ist riesig. Eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF zeigt nun, dass der globale Holzkonsum langfristig nicht zu decken ist.
Deutschland verbraucht zu viel Holz - das ist das Ergebnis einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, die der SZ vorab vorliegt. Pro Kopf wird hierzulande mehr als doppelt so viel Holz verbraucht wie im weltweiten Durchschnitt. Doch auch global gesehen ist die starke Nachfrage nach Holz laut dem WWF nachhaltig nicht zu decken.
Dienstag, 31. Mai 2022
Kreislaufwirtschaft – das nächste große Thema?
Wieder mal ein Artikel aus der Börsen-Parallel-Welt. Ich bin froh um jede Innovation, die darin entsteht, frage mich allerdings gleichzeitig, ob ein wirkliches Heilmittel entstehen kann, wenn man in der immer gleichen Denkweise verhaftet bleibt. Versucht man da nicht mit immer neuen Mitteln den wirklich heilenden System-Umschwung vor sich her zu schieben oder gar zu verhindern?
Andererseits müssen wir in diesem System leben, wie sieht ein wirklicher Systemwechsel aus für die Menschen die darin leben? Mir fällt da spontan der Ansatz Gemeinwohl-Ökonomie ein.
Börsen-Zeitung hier
GASTBEITRAG: TAXONOMIE
Die Unternehmenswelt und insbesondere die Finanzindustrie beschäftigen sich derzeit unter Hochdruck mit der Implementierung der EU-Taxonomie-Vorgaben der ersten Stufe. Hier sind mittlerweile die Kriterien für die Messung und Offenlegung der Emission von Klimagasen erarbeitet.
Weniger bekannt ist außerhalb der Expertenkreise, dass sich die Taxonomie auch auf weitere Bereiche des Wirtschaftslebens bezieht, unter anderem auf die Zielsetzung, die Volkswirtschaften zu sogenannten Kreislaufwirtschaften (auf Englisch „circular economies“) weiterzuentwickeln.
Kern dieses Ansinnens ist es, die Verschwendung von natürlichen Ressourcen durch einmalige Verwendung und nachfolgend die Entsorgung zu unterbinden. Denn das Wegwerfen von Artikeln verursacht nicht nur das weithin bekannte Müllproblem, beispielsweise die Müllstrudel in den Ozeanen, sondern die weggeworfenen Gegenstände binden auch – teils wertvolle – Rohstoffe, die für die Herstellung neuer Produkte unter hohem energetischen Aufwand oder unter Belastung der Umwelt (zum Beispiel der Abbau von Kobalt und seltenen Erden für Mobiltelefone) wieder neu gefördert werden müssen. Wir sehen also einen massiven politischen Rückenwind.
Verluste
bei Lebensmitteln
Um die Breite der Anwendbarkeit der Kreislaufwirtschaft zu illustrieren, sollen hier einige Beispiele genannt werden. Denn sie betreffen praktisch alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Für die Verbraucher unmittelbar begreifbar ist die Tatsache, dass circa ein Drittel aller Lebensmittel auf dem Weg vom Acker bis auf den Teller verloren geht, durch Verderben, Nichtkonsum oder anderes. Es gibt bis auf wenige Ausnahmen bislang keine systematische Verwertung von nicht konsumierten Lebensmitteln, sondern sie werden vielfach einfach über den Müll entsorgt.
Gleiches gilt für Verpackungsmaterialien, denn trotz des in Deutschland vor Jahrzehnten eingeführten Recyclingsystems „Grüner Punkt“, der von jedem Verbraucher durch eine Umlage mit finanziert wird, liegt die tatsächliche Wiederverwertung je nach Kunststoffsorte unter 10 oder 20 %. Elektro- und Elektronikgeräte werden überwiegend gar nicht recycelt, trotz der Tatsache, dass in Konsumelektronik sehr wertvolle Ressourcen verbaut sind (Gold, Platin, weitere Metalle).
In der Theorie ist die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft sehr eingängig und höchst wünschenswert, denn sie hilft massiv dabei, die Beanspruchung der natürlichen Ressourcen durch das menschliche Wirtschaften abzumildern.
Es gibt
jedoch zwei mächtige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Das eine ist
das Thema Innovation. Bisher sind Kreislaufüberlegungen nur in einer Minderheit
der Produkte umgesetzt worden, beispielsweise in der Automobilindustrie, wo
bereits im Design neuer Fahrzeuge die komplette Wiederverwendung der
Komponenten mit geplant wird.
Andere Lebensbereiche wie z. B. die zuvor genannte
Konsumelektronik-Branche sind hingegen weniger systematisch auf Recycling
vorbereitet, häufig auch aufgrund der Tatsache, dass es im Design der Produkte
nicht mit bedacht wurde.
Die große Hürde bei der Wiederverwendung von einzelnen Komponenten von Produkten besteht häufig darin, dass das Endprodukt nur schwer wieder in seine Einzelteile zu zerlegen ist. Ohne den Schritt der Abtrennung ist die Gewinnung der Rohstoffe unmöglich. Ein alltägliches Beispiel ist die Tetra-Pak-Milchverpackung. Lange Zeit als sehr umweltfreundliches Verpackungsmaterial gepriesen, sind die Einzelbestandteile (Karton, Innenbeschichtung aus Kunststoff) praktisch nicht zu trennen, so dass die Mehrzahl der Verbundverpackungen eher der „thermischen Verwendung“ (sprich Verbrennung) zugeführt werden als der Aufteilung in Einzelrohstoffe.
Die gute Nachricht ist, dass sich in Sachen Innovation beim Recycling in den vergangenen Jahren viel getan hat. In immer mehr Bereichen setzt sich die grundlegende Bereitschaft durch, Recycling zum Teil des Produktzyklus zu machen.
Die zweite große Herausforderung ist die Kostenfrage. So lange der Abbau von Rohstoffen – teilweise unter entsetzlichen menschlichen oder ökologischen Bedingungen – günstiger ist als die Wiedergewinnung von Rohstoffen aus Altprodukten, wird der Anteil recycelter Rohstoffe überschaubar bleiben. Aber auch hier sorgt die Innovation für sinkende Kosten und höhere Wettbewerbsfähigkeit, die gepaart mit regulatorischen Vorgaben für einen Durchbruch sorgen kann.
Abseits
der Börse
Ist damit die Kreislaufwirtschaft bereits das neue Anlagethema für den Investor? Diese Frage kann nicht eindeutig bejaht werden, denn das Potenzial für künftige Wachstumsstorys ist riesig. Allerdings spielt sich ein guter Teil der Innovation und der „neuen“ Geschäftsmodelle bei nicht-börsengelisteten Unternehmen ab, so dass dieser Bereich für den normalen Anleger nicht leicht zugänglich ist. Auch bei größeren Konzernen spielt das Thema Recycling eine wichtige strategische Rolle. Allerdings stellt sich dann die Frage, wie „thematisch rein“ ein Investment in ein solches Unternehmen ist, wenn der Anleger gezielt in Kreislaufwirtschaft investieren möchte.
Aus unserer Sicht stehen wir in diesem neuen Anlagethema noch am Anfang, es benötigt noch mehr investierbare Unternehmen. Das Potenzial, mittelfristig zu einem ertragreichen Thema zu werden, ist jedoch eindeutig gegeben.
Mittwoch, 4. Mai 2022
Erdüberlastungstag
Erdüberlastungstag dpa hier
Mehrere Festmeter frisch geschlagene Baumstämme liegen am Waldrand auf einem Polter in Brandenburg. Schon am 4. Mai sind die biotischen und abiotischen Rohstoffe in Deutschland für 2022 aufgebraucht. Foto: dpa
Bereits nach etwas mehr als vier Monaten hat Deutschland fürs laufende Jahr alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die erzeugt werden können. Umweltschützer warnen einmal mehr.
Schon am Mittwoch hat Deutschland seinen Vorrat an natürlichen Ressourcen für das laufende Jahr aufgebraucht.
Der frühe Termin des sogenannten Erdüberlastungstages verdeutliche einmal mehr, "wie sehr wir über dem Limit leben, unsere knappen Ressourcen vergeuden und wie schlecht wir unsere Ökosysteme weiter behandeln", kritisierte hierzu Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, laut Mitteilung. Würden alle Länder so haushalten wie Deutschland, bräuchte es demnach über drei Erden. Die Ampel-Koalition habe viele Umweltversprechen gemacht und Erwartungen geschürt, so Heinrich weiter. "Diese muss sie erfüllen und ihre Projekte mit Nachdruck voranbringen."
Der Termin des Erdüberlastungstages wird jährlich sowohl für einzelne Länder als auch für den gesamten Planeten angegeben. Die Berechnungen werden von der Footprint Data Foundation, der York University und dem Global Footprint Network vorgenommen. Ab dem errechneten Stichtag hat die Bevölkerung eines Landes oder die Menschheit insgesamt alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die in einem Jahr erzeugt werden können.
Heinrich forderte die Bundesregierung etwa auf, bei der Umsetzung der Energiewende keine Zeit zu verlieren. Diese müsse auch Rücksicht auf Natur- und Landschaftsaspekte nehmen. Zudem müsse der Aufbau einer effizienten Kreislaufwirtschaft im Fokus stehen. "Wir sehen im Koalitionsvertrag viele Weichenstellungen, die in die richtige Richtung gehen, aber noch sieht die Realität anders aus", mahnte er. "Die Klimakrise verschärft sich weiter und bedroht auch in Deutschland Menschen und Ökosysteme."
Ähnlich deutliche Worte wählte Antje von Broock, Bundesgeschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Deutschland schlage "absolut über die Stränge", und lebe "auf Pump und auf Kosten der Menschen im globalen Süden" teilte sie zum Erdüberlastungstag mit. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeige besonders, wie begrenzt die Rohstoffe seien. Die Bundesregierung müsse endlich gesetzlich für den Schutz der Ressourcen sorgen.
Dienstag, 3. Mai 2022
Kreislauf des Lebens | Doku HD | ARTE
Arte hier Doku von Nigel Walk (NL/D 2021, 86 Min)
Die Doku lüftet die Geheimnisse des innovativen Konzepts der Kreislaufwirtschaft – ein Wirtschaftssystem, das auf der Idee basiert, dass nichts verschwendet werden darf. Es hat das Potenzial, die Ressourcen unseres Planeten zu schonen und uns vor den verheerenden Folgen des Klimawandels zu bewahren. Vier Visionär:innen erklären das Konzept.
„Kreislauf des Lebens - Die Gaia-Hypothese" lüftet die Geheimnisse eines innovativen Konzepts der Kreislaufwirtschaft – ein Wirtschaftssystem, das auf der Idee basiert, dass nichts verschwendet werden sollte. Es ist eine täuschend einfache Idee – und eine, die im Herzen der Natur und der natürlichen Welt liegt, aber sie ist weit entfernt von der Art und Weise, wie die meisten von uns unser Leben im 21. Jahrhundert leben – und sie hat das Potenzial, die Ressourcen unseres Planeten zu retten und uns vor den Verwüstungen des zukünftigen Klimawandels zu bewahren.ERRATUM: Bei 01:08:44 muss es 4500 Arten statt 45000 Arten heißen.
Mittwoch, 27. April 2022
Lemke kündigt Plan für Kreislaufwirtschaft an
ARD hier Stand: 29.03.2022
Umwelt-
und Ressourcenschutz
Produkte
sollen nach dem Willen der Umweltministerin als neue Rohstoffquelle dienen,
statt im Müll zu landen. Dafür will die Bundesregierung eine entsprechende
Strategie auf den Weg bringen.
Bundesumweltministerin
Steffi Lemke strebt einen deutlich effizienteren Umgang mit Ressourcen an. Wenn
sich der Konsum weltweit nicht grundlegend ändere, würden weder die Klimaziele
erreicht noch der Verlust der Artenvielfalt gestoppt, mahnte die
Grünen-Politikerin auf einer Veranstaltung zur Agenda der G7- und G20-Staaten
in Berlin.
Die
Grünen-Politikerin kündigte an, dass die Bundesregierung eine Strategie zur
Kreislaufwirtschaft beschließen werde. "Damit sollen der Primärrohstoffverbrauch Deutschlands
gesenkt und Stoffkreisläufe effizient geschlossen werden", sagte Lemke.
Ein konkretes Datum nannte sie zunächst nicht.
Es gehe
grundsätzlich darum, "Ressourcen möglichst nachhaltig zu gewinnen,
sparsam einzusetzen und so lange wie möglich im Kreislauf zu halten".
Produkte müssten so gestaltet sein, dass sie nicht zu Müll würden und in erster
Linie als Rohstoffquelle für neue Produkte dienten. "Die Natur kennt
keinen Abfall", sagte Lemke.
"Eine
Frage der globalen Gerechtigkeit"
Deutschland
habe sich für seine G7-Präsidentschaft in diesem Jahr Ressourceneffizienz zum
Schwerpunktthema gemacht. Die
Volkswirtschaften der G7-Staaten seien für einen Großteil des weltweiten
Ressourcenkonsums verantwortlich, sagte Lemke. Der G7-Gruppe gehören neben
Deutschland auch Kanada, Frankreich, Italien, Japan, die USA und Großbritannien
an.
Etwa die
Hälfte aller globalen Treibhausgasemissionen sowie 90 Prozent des Artensterbens
und der Wasserknappheit gingen auf die Gewinnung und Verarbeitung von
Ressourcen zurück,
sagte Lemke und verwies auf internationale Studien. "Drei Planeten wären
notwendig, wenn alle Menschen auf der Welt so konsumieren würden wie wir in
Deutschland." Mehr Sparsamkeit sei auch "eine Frage der
globalen Gerechtigkeit".
Lemke
betonte auch den Zusammenhang zum aktuellen russischen Angriffskrieg auf die
Ukraine: Der Krieg habe Deutschland die Abhängigkeit von Rohstoffen klar vor
Augen geführt. Auch deshalb brauche es einen effizienteren Umgang mit
Ressourcen, sagte die Ministerin.
Montag, 25. April 2022
Recycling könnte EU aus Engpass bei Metallen helfen
Was bedeutet diese Untersuchung? Erst mal ist die Aussicht auf Recycling ein sehr begrüßenswerter Ansatz, keine Frage. Aber trotzdem dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass der anscheinende unumgängliche (?) Lithium-Abbau große Umweltschäden an den Abbauorten verursacht. Jetzt also Augen zu und durch bis 2040, wenn das Recycling dann lohnt?
Gibt es eine reele Chance auf umweltschonende Gewinnung in Europa? (hier)
Gibt es Alternativen? Immer mal wieder wird etwas erwähnt, vor Kurzem hatte ich von einem Energiespeicher aus Salz gelesen, aber noch nichts scheint so richtig einsatzbereit.
Die Batterie-Technik muss dringend voran gebracht werden durch neue Ideen. (hier besser aber immer noch mit Lithium)
futurezone hier 25.04.2022
Der Bedarf an Lithium wird bis 2050 um das 35-fache steigen, prognostiziert eine neue Studie aus Belgien
Der EU drohen laut einer Untersuchung mittelfristig Engpässe bei der Versorgung mit Metallen wie Lithium. Hintergrund ist, dass der Rohstoffbedarf stark steigen wird, um etwa Energiewirtschaft und Verkehr nachhaltig zu gestalten, heißt es in einer Studie der Katholischen Universität Leuven. "Elektrofahrzeuge, Batterien, Photovoltaikanlagen, Windräder und Wasserstofftechnologien benötigen alle wesentlich mehr Metalle als ihre herkömmlichen Alternativen", erklärte die Forscher.
Energiewende schneller als Bergbau
In Auftrag
gegeben wurde die am Montag veröffentlichte Studie vom europäischen
Verband Eurometaux, in dem sich Nichteisenmetallerzeuger und -recycler
zusammengeschlossen haben. Die globale Energiewende schreite schneller voran
als die Zahl der Bergbauprojekte zur Gewinnung der nötigen Metalle, heißt es in
der Untersuchung.
Bei Kupfer, Kobalt, Lithium, Nickel und sogenannten
seltenen Erden könne es deshalb ab 2030 globale Versorgungsengpässe geben.
Europa habe nur ein kleines Zeitfenster, um seine heimische Produktion
voranzutreiben. Von 2040 an könne dann ein großer Teil des europäischen
Metallbedarfs auch durch Wiederverwertung gedeckt werden.
Beste Chance Recycling
"Recycling ist Europas größte Möglichkeit, seine langfristige Selbstversorgung zu verbessern, und könnte bis 2050 45 bis 65 Prozent des Bedarfs an Basismetallen in Europa decken", heißt es. Bei sogenannten seltenen Erden und Lithium bestehe das Potenzial, Quoten von mehr als 75 Prozent zu erreichen
Lithiumbedarf steigt am schnellsten
Mit deutlichem Abstand am stärksten steigt der Bedarf der Untersuchung zufolge beim Lithium. Die globale Nachfrage nach dem Metall als Übergangsrohstoff werde bis 2050 voraussichtlich mehr als 2000 Prozent der weltweiten Gesamtnachfrage von 2020 betragen. Aber auch bei seltenen Erden wie Dysprosium (plus 433 Prozent) oder dem Schwermetall Kobalt (plus 403 Prozent) ist den Angaben zufolge mit einer deutlich höheren Nachfrage zu rechnen. Mit Blick auf Europa rechnen die Forscherinnen und Forscher damit, dass 35-mal mehr Lithium, 7- bis 26-mal mehr Seltenerdmetalle und 3,5-mal mehr Kobalt benötigt wird, um nachhaltig Energie zu erzeugen und die EU bis 2050 klimaneutral zu gestalten
Autonome Versorgung fraglich
"Ohne eine baldige Versorgung mit neuen Primärmetallen und ein besseres Recycling drohen kritische Engpässe, die Europas Ziel eines autonomeren, sauberen Energiesystems gefährden", teilte die KU Leuven (Belgien) mit. Die Untersuchung schränkt jedoch ein, dass Technologische Entwicklungen und Verhaltensänderungen die Lage ebenfalls noch beeinflussen können, in der Studie aber nicht berücksichtigt wurden.
Sonntag, 20. Februar 2022
EU-Sammelquote für Elektroschrott krachend verfehlt
Pressemitteilung vom
Deutsche Umwelthilfe fordert mehr
Abgabemöglichkeiten und verpflichtende Sammelsysteme
• Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes:
Deutschland verfehlt 2020 mit nur 44,1 Prozent gesammeltem Elektroschrott
erneut gesetzliches Ziel von 65 Prozent
• Von rund 1 Million Tonnen gesammelten Altgeräten
wurden nur weniger als zwei Prozent aufbereitet und erneut genutzt
• DUH fordert von Umweltministerin Steffi Lemke
verbindliche Sammelsysteme für Elektroschrott und einfachere
Abgabemöglichkeiten im Handel
©
Kzenon / Fotolia
Unsachgemäß entsorgter Elektroschrott stellt ein großes Umwelt- und Klimaproblem dar: Einerseits können klimaschädliche FCKW aus alten Kühlgeräten und Schwermetalle aus Elektroschrott in die Umwelt gelangen, andererseits gehen wertvolle Rohstoffe verloren.
Samstag, 31. Juli 2021
"Klimakrise: Verantwortung nicht auf den Einzelnen abschieben"
Ein Blick nach Österreich zeigt dort ähnliche Probleme wie bei uns:
JULIA HERR hier
Ökologische Lebensführung allein wird das Klima nicht retten. Der moralische Druck auf den Einzelnen führt nur in die Sackgasse
Um in der Klimafrage zu erreichen, braucht es soziale Gerechtigkeit und ein anderes Wirtschaftssystem, sagt die SPÖ-Abgeordnete Julia Herr im Gastkommentar.
Sebastian Kurz..: Mit seinem Versprechen, die Klimakrise ohne "Verzicht" bekämpfen zu wollen, gibt er der Klimadebatte einen gefährlichen Drall. Mit seinem Steinzeit-Sager verspricht er etwas zu verhindern, was niemand gefordert hat. Seinem grünen Koalitionspartner weist er damit unausgesprochen die Rolle der Verbotspartei zu.
Dass sämtliche Wissenschafterinnen und Wissenschafter erklären, dass seine Aussagen Humbug sind, spielt keine Rolle. Im Gegenteil: Es passt gut in sein Drehbuch, in dem er wie der frühere US-Präsident Donald Trump die "städtischen Eliten" als Gegenpol zum Durchschnittsösterreicher konstruiert, der unter dem "Klimawahn" zu leiden hat.
Dass dieser Schmäh überhaupt funktioniert, hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Klimadebatte tatsächlich oft auf der Ebene individueller Verzichtsrhetorik geführt wird: Man solle auf die Erdbeeren im Winter verzichten, auf die Billigmode, auf Kurzstreckenflüge und lieber das Getränk im Glas statt in der Dose kaufen. Da wir stets beim Thema Konsum steckenbleiben, diskutieren wir also über Lifestyle. Nicht selten steckt einiges an Selbstüberhöhung in der Debatte. Wer regionales Biogemüse kauft (und kaufen kann!), steigt als moralische Siegerin aus.
Doch diese Sichtweise ist bei genauerer Betrachtung einfach nur die andere Seite der Kurz’schen Verharmlosungsmedaille, die der Dimension der Klimakrise nicht einmal annähernd gerecht wird. Zu Recht weist der früher in Wien und aktuell in Hamburg lehrende Soziologe Sighard Neckel darauf hin, dass individuelle, ökologische Lebensführung die Klimakrise nicht erfolgreich bekämpfen kann. Der moralische Druck auf die Bürgerinnen und Bürger ist eine Sackgasse.
"Es ist nicht die Zeit der sinnlosen Verzichtsdebatten."
Ja, natürlich macht es einen Unterschied, ob wir für kurze Strecken in der Stadt das Auto nehmen oder mit Öffis fahren oder gleich zu Fuß gehen. Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob unsere Nahrungsmittel gesund und regional produziert werden oder ob sie unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt und quer um den Globus verschickt werden: nicht nur fürs Klima, sondern auch für unsere Gesundheit und Lebensqualität und für weltweite Arbeitsbedingungen. Aber all diese Fragen brauchen eine systemische Lösung, keine individuell-moralisierende.
Unsere Alltagsgewohnheiten bedürfen einer Änderung auf kollektiver, nicht auf individueller Ebene. Es ist also nicht die Zeit der sinnlosen Verzichtsdebatten, an denen sich ein paar wenige moralisch erhöhen und die Gefahr laufen, mit sozialer Verachtung all jener, die sich dem "grünen Konsum" nicht unterordnen, einherzugehen, sondern die des kollektiven Gesellschaftsumbaus.
Klimapolitik kann nur erfolgreich sein, wenn sie die Macht des großen Geldes infrage stellt, statt die Verantwortung auf den Einzelnen abzuschieben. Ein winziges Beispiel aus der aktuellen österreichischen Innenpolitik ist das unwürdige Gezerre um das Plastikpfand: Österreichs Regierung könnte längst für die Verwendung nachhaltiger Verpackungen in der Getränkeindustrie sorgen, statt an die Verantwortung der Konsumentinnen und Konsumenten zu appellieren. Dass sie es nicht tut und wichtige Entscheidungen weiter verschiebt, zeigt auch im Kleinen, welche Macht das große Geld im System Kurz hat. So gibt es zwar immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten, die nachhaltige Produkte und Verpackungen einfordern, die es sogar auf den Markt schaffen: Es bleibt jedoch beim höherpreisigen Sortiment mit Bio-Bobo-Vermarktung.
Nicht zufällig hat die Bewegung rund um Bernie Sanders in den USA ein radikales Programm für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen mit einem radikalen Programm für Klimapolitik verbunden. Denn diese Fragen gehören zusammen, und nur wenn der Kampf gegen die Klimakrise auch ein Kampf für soziale Gerechtigkeit ist, wird er Erfolg haben......
Um unsere Gesellschaft Richtung Ressourcenschonung zu bewegen, brauchen wir aber einen gesamtwirtschaftlichen Plan, einen "Green New Deal", der unsere Klimaziele mit der Schaffung von guter Arbeit für alle verbindet; der eine Kreislaufwirtschaft mit regionaler Produktion statt CO2-belasteter Importe forciert; es braucht ein Ende der industriellen Landwirtschaft und Viehzucht, für die der Regenwald brennt, und ein Ende der industriellen Fischerei, die unsere Ozeane regelrecht zerstört und dadurch unseren größten CO2-Speicher attackiert.
Statt Scheindiskussionen in der Regierung zu führen, mit denen die Grünen und die ÖVP ihre jeweilige Klientel motivieren wollen, und statt individueller Konsumkritik brauchen wir einen kollektiven, staatlich vorangetriebenen Transformationsprozess. Nur wenn wir klimapolitische Maßnahmen mit einem Kampf für soziale Gerechtigkeit und mit einer grundlegenden Änderung unseres Wirtschaftssystems verbinden, haben wir eine reale Chance: einerseits um die enormen CO2-Einsparziele zu erreichen und andererseits um Mehrheiten für eine Politik zu schaffen, die Klimapolitik nicht in das Gewand eines moralischen Vorwurfs kleidet, sondern als Versprechen für ein gutes Leben für alle versteht. (Julia Herr, 31.7.2021)
Mittwoch, 7. Juli 2021
„Beton ist ein Klimakiller“
Aus der Schwäbischen Zeitung hier
Chris Kühn und Maria Heubuch: Ohne Bauwende keine Klimawende
Ein virtuelles Gespräch über die Zukunft des Bauens mit
Maria Heubuch, Bundestagskandidatin von Bündnis90/Die Grünen für den Wahlkreis Bodensee
Chris Kühn, Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Bau- und Wohnungspolitik der grünen Bundestagsfraktion
Dietmar Kathan von der Architektenkammer diskutierte Maria Heubuch über innovatives, ökologisches Bauen und welche Rolle die Bauwende für den Schutz des Klimas spielt.
„Beton ist ein Klimakiller“, sagte Chris Kühn. Allein das Baustoffunternehmen Heidelbergcement stoße mehr klimaschädliches Kohlendioxid aus als die gesamte deutsche Landwirtschaft. 40 Prozent aller klimaschädlichen Emissionen entstünden beim Betrieb und Bau von Wohnungen, so Kühn.
Der Grüne warb für Holzbau. Holz sei der Baustoff der Zukunft, weil in Holzhäusern, anders als bei klimaschädlichem Zement, ein nachwachsender Rohstoff verbaut werde, der auch noch Kohlendioxid speichere. Doch mit Holz allein gehe es nicht. „Neue Gebäude werden hybride Gebäude sein“, prognostizierte Kühn. Entscheidend komme es darauf an, dass es in Zukunft beim Bauen eine Kreislaufwirtschaft gibt und Rohstoffe aus Altgebäuden wieder in neue eingebaut werden.
Der Wohnungspolitiker war sich mit Maria Heubuch auch einig: Der Flächenfraß könne so nicht weitergehen. Die Grünen setzen laut Kühn verstärkt auf den Bestand, die Reaktivierung leerstehender Gebäude und Sanierung. Das Motto: „Modern im Alten bauen.“ Kühn und Heubuch wollen statt in einzelnen Gebäuden auch lieber in Quartieren denken.
Architekt Dietmar Kathan will auch weniger Flächenbrauch, kritisierte aber „unsägliche Nachverdichtungen. Wir gönnen uns zu viel“, so der Architekt über individuelle Wohnungsgrößen. Einen Schlüssel sieht er in genossenschaftlichem Bauen. Nicht alle Baugrundstücke dürften bei „Haifischen“ landen. Nötig sei eine „Bodenwende“.







