Ich bin immer wieder fasziniert vom Begriff der "Volkspartei". Was verbirgt sich dahinter, was macht sie aus? Vielleicht war das lange Zeit ein Erfolgsrezept - eine Partei mit vielen verschiedenen Strömungen, die sich gegenseitig in Schach hielten um keinen Extremen zu verfallen.
Das war sicherlich ein Garant für Beständigkeit, für Fortschritt und Transformation wohl eher nicht.
Heute noch von einer Volkspartei der CDU zu sprechen, das kommt mir komisch vor, denn man hört ja nur noch von einer Stoß-Richtung. Und selbst die ist manch einem der lautesten Schreier noch nicht stark genug vertreten.
Nur: was macht der Rest? Aus reiner Gewohnheit oder Bequemlichkeit noch eine Zeit lang mitziehen, sich erst mal ducken, um dann still und leise abzuwandern bei Gelegenheit?
Da scheint mir das Konzept "Volkspartei" so ziemlich am Ende zu sein, es wäre wohl an der Zeit, dieses aus dem Vokabular zu streichen.
Werner Koller, LL.M.
Die deutsche Parteienlandschaft ist einerseits geprägt von einem Schrumpfen und Vergreisen der Volksparteien sowie andererseits einem starken Zuwachs bei der Linken, den Grünen und der AfD.