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Mittwoch, 17. Juli 2024

Ländle leben lassen - Volksantrag abgelehnt: Bündnis scheitert mit Antrag für weniger Flächenverbrauch

Es ist bitter, war aber schon lange absehbar:
Baden-Württembergs Regierungskoalition hat mit den Koalitionsvereinbarungen gebrochen weil ihr sowohl Mut als auch Ideen fehlen. 
Im Ländle wächst also weiterhin nur der Beton.

Der Antrag war ja weitestgehend so formuliert, dass geeignete Maßnahmen festgelegt werden sollten (die nicht benannt waren) - und genau da fehlen Ideen und Ansätze. Denn freiwillig soll ja alles auch noch sein.

Von wegen "Es gebe auch seiner Erfahrung nach keinen Gemeinderat und keinen Bürgermeister, der leichtfertig Flächen versiegle": Solange die Kommunen mit ihren Bürgermeistern sich ihre Einnahmen durch Ausweisung von neuen Gewerbegebieten generieren können, werden zumindest die Ewig-Gestrigen Entscheidungsträger diesen bequemen Weg auch gehen. (Zahlen aus Bayern hier, Reaktion der Kommunen in BW hier).

Es ist viel anstrengender, sich um andere Wege zu bemühen.
Und die Notwendigkeit zum Klimaschutz ist ja bisher ebenso wenig in den Köpfen angekommen, mögen noch so viele Überschwemmungen im direkten Umfeld statt gefunden haben.

Da hilft auch eine Resolution des BUND hier im Regionalgebiet gar nichts, wie die Normenkontrollklage hier der Bürgermeister aus Meßkirch und Pfullendorf zeigt. Ich fürchte, der Verzicht auf eine Klage gegen den Regionalplan war ein großer Fehler.


hier  17. Juli 2024, Quelle: dpa Baden-Württemberg

Ein Bündnis aus Naturschutz- und Landwirtschaftsverbänden ist mit seiner Forderung nach einer Obergrenze für den Flächenverbrauch in Baden-Württemberg im Landtag gescheitert. 

Die Parlamentarier lehnten den Volksantrag des Bündnisses «Ländle leben lassen» ab. Für den Antrag hatten die Verbände mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt.

Der Volksantrag fordert unter anderem eine verbindliche Obergrenze von zunächst 2,5 Hektar pro Tag und bis 2035 eine Netto-Null. Zudem soll aus Sicht der Verbände der Erhalt fruchtbarer Böden künftig wichtiger werden, bei der Ausweisung neuer Wohnflächen sollen mindestens 60 Einwohner pro Hektar vorgesehen werden.

Freitag, 19. April 2024

Resolution der BUND-Regionalkonferenz vom 13. April 2024 zum genehmigten Regionalplan Bodensee Oberschwaben


Forderung: Netto-Null beim Flächenverbrauch und Verzicht auf Kies- und Torfabbau im Altdorfer Wald

Die BUND-Gruppen der Region Bodensee-Oberschwaben fordern die Städte und Gemeinden der Region auf, die Netto-Null beim Flächenverbrauch bis 2035 über die Flächennutzungspläne sicherzustellen. Dieses Ziel ist im Koalitionsvertrag Baden-Württemberg festgelegt. Die Pläne müssen neben Bauflächen auch Flächen für die Nachverdichtung, für den Rückbau und die Entsiegelung oder Doppelnutzung ausweisen.

Freitag, 17. November 2023

Klage wegen Kiesabbau gilt jetzt als sicher

Schwäbische Zeitung 17.11.23 Von Philipp Richter

Auch der Gemeinderat Baienfurt votiert für den Gang an den Verwaltungsgerichtshof Mannheim

Jetzt gilt es nahezu als sicher, dass das Thema Kiesabbau im Altdorfer Wald auf dem Tisch des Verwaltungsgerichtshof von Baden-Württemberg in Mannheim landen wird. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Baienfurt am Dienstagabend einstimmig für eine Klage votiert. Vor einer Woche tat dies auch der Gemeinderat in Baindt. Jetzt muss nur noch der Zweckverband Wasserversorgung Baienfurt-Baindt bei seiner Sitzung am 22. November zustimmen. Dies kann jedoch als Formsache betrachtet werden, da die Verbandsversammlung aus Vertretern der beiden Gemeinderäte besteht.

Freitag, 10. November 2023

Klage wegen Kiesabbau bei Vogt : Baienfurt und Baindt bereiten sich für den Gang an den Verwaltungsgerichtshof vor

Schwäbische Zeitung  SZ-RV 9.11.2023 Von Philipp Richter

Bald könnte es erste Klagen aus dem Schussental wegen des neuen Regionalplans für die Region Bodensee-Oberschwaben geben. Die Gemeinderäte in Baienfurt und in Baindt entscheiden derzeit über ein mögliches Normenkontrollverfahren am Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Hintergrund ist der umstrittene Neuaufschluss einer elf Hektar großen Kiesgrube im Altdorfer Wald bei Grund in der Gemeinde Vogt.

Baienfurts Bürgermeister Günter A. Binder hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er unter Umständen auch den Rechtsweg beschreiten würde, wenn es entsprechende Aussichten gebe, um gegen das vorgesehene Kiesabbaugebiet vorzugehen. Schließlich bezieht der Zweckverband Wasserversorgung Baienfurt-Baindt, von dem Binder auch der Vorsitzende ist, sein Wasser aus den Quellen bei Weißenbronnen. Diese Quellen befinden in der Nähe des vorgesehenen Kiesabbaugebiets. Weil die 12.500 Einwohner zählenden Schussentalgemeinden Baienfurt und Baindt befürchteten, eine neue Grube könnte das Trinkwasser gefährden, gaben sie im Dezember 2017 ein Gutachten bei Hydrogeologe Hermann Schad in Wangen in Auftrag.

Das Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass das Wasserschutzgebiet zu klein bemessen ist, die Quellen deutlich mehr Menschen versorgen könnten als bisher angenommen, dass der Waldburger Rücken geologisch höchst komplex ist, das Wasserreservoir durch den Altdorfer Wald und die Kiesschichten bestens geschützt ist und der vorgesehene Abbau im Einzugbereich der Quelle läge. Deswegen sprach Schad die Empfehlung aus, auf Kiesabbau in diesem Gebiet zu verzichten.