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Montag, 24. Juli 2023

Laut Studien: Deutsche wollen fürs Klima lieber Verbote als hohe Preise

Merkur hier  22.07.2023, 

Bei Flügen, Autos und Zucker gelten Verbote als effektiv

Was bringt für die Erreichung der Klimaziele bessere Ergebnisse und mehr Akzeptanz: Staatliche Vorgaben oder ökonomische Anreize?

Zwei umfangreiche Forschungsvorhaben legen nahe: Regeln werden bevorzugt.

Freitag, 2. Juni 2023

Verbote sind zutiefst liberal, wenn sie verbieten, was unser aller Freiheit zerstört.

Ein wirklich hervorragender Artikel aus der Schweizer Presse. Auch die Schweiz muss sich, ebenso wie Deutschland und alle anderen Länder, entscheiden, wo der Weg hinführen soll. Man sollte an das negative Beispiel der Autoindustrie in Deutschland denken, die durch die langjährige "Freiwilligkeit" der Maßnahmen  ins Aus gespült wurde - China hat schon längst rechts überholt und liegt unüberholbar  vorne.
Heutige Ängste vor Verboten im Rahmen der Klimakrise müssen notgedrungen zu umso heftigeren notwendigen Verboten in der naher Zukunft führen:
Wie der stellvertretende Chefredaktor der «Zeit» Bernd Ulrich schrieb: «Wenn der Staat uns heute nicht vorschreiben darf, wie wir heizen, dann muss er uns sehr bald vorschreiben, wann wir den Wasserhahn aufdrehen dürfen und wann nicht.»

Republik  hier  Von Elia Blülle (Text) und Niklas Wesner (Illustration), 23.05.2023

Das schädlichste Denk­verbot in der Klima­debatte? Das Verbot

Die Rezepte der Liberalen in der Klima­politik haben zwei Probleme. Sie funktionieren nicht. Und: Sie sind nicht liberal.

Dienstag, 23. Mai 2023

„Wir haben Energiesparlampen“

hier  Frankfurter Rundschau 19.05.2023, Von: Verena Kern

Reiche haben eine besonders schlechte Klimabilanz - und laut einer Studie wenig Einsicht

Umwelt- und klimafreundliches Verhalten fällt nicht vom Himmel. Wenn nur Freiwilligkeit zählt und Klimaschutz zur Privatsache erklärt wird, werden sich CO2-intensive Lebensstile bestenfalls sehr langsam verändern, wenn überhaupt.

Das illustriert eine britische Studie, die kürzlich im Fachmagazin Energy Research & Social Science veröffentlicht wurde. Forschende der Universität Leeds haben Tiefeninterviews und Diskussionsrunden mit „High Energy Consumers“ durchgeführt, also mit wohlhabenden Menschen, die sich einen „exzessiven“ Energieverbrauch leisten können und dadurch besonders stark zur Klimakrise beitragen. Ihre Forschungsfrage: Wie rechtfertigen Menschen mit großem CO2-Fußabdruck ihren privilegierten, energieintensiven Lebensstil?

Die Frage ist hochrelevant. Reiche Menschen gehören zu den Hauptverursachern der Erderhitzung. Laut den Daten des World Inequality Lab, einer Denkfabrik um den französischen Ökonomen Thomas Piketty, sind die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung für die Hälfte aller globalen Treibhausgase verantwortlich.

Mittwoch, 8. März 2023

"Keine Angst vor Verboten"

 Zeit  hier  Fünf vor acht / Eine Kolumne von Mark Schieritz  1. März 2023

Gas, Verbrennermotoren oder Zucker: Der Staat setzt Rahmenbedingungen für Produktion und Konsum. Verbote können für beide sehr hilfreich sein.

Den freien Markt gibt es nicht. Er ist Theorie. Eine liberale Fiktion. Ein Lehrbuchbeispiel.
In der Praxis gibt es: Regeln, Gesetze, Verbote, Förderrichtlinien. Unmengen davon.

Der Staat schreibt vor, wie viel Quadratmeter Grundfläche ein Einzelbüro mindestens haben muss (acht), wie viel Körperschaftssteuer ein Unternehmen bezahlen muss (15 Prozent des Gewinns) oder, zumindest indirekt, wie schnell ein Fahrzeug fahren können muss, damit es Autobahnen benutzen darf (60 Kilometer in der Stunde).

Und falls jemand denkt, das sei irgendwie eine deutsche Obsession: In den USA gilt ein Tempolimit, in Großbritannien wurde vor ein paar Jahren eine Sondersteuer für zuckerhaltige Getränke eingeführt und in der Schweiz gibt es eine Kitapflicht.

Das nur zum Hintergrund, wenn jetzt angesichts strengerer Regeln für Gasheizungen, Verbrennermotoren oder Süßigkeiten die "Verbotspolitik" (Unionsfraktion im Bundestag) der Ampel kritisiert wird, die die Freiheit des Marktes einschränke.
Verbote sind eines von vielen Instrumenten der Politik und erst einmal weder besonders rechts noch besonders links. In den USA wollen die Rechten Abtreibungen verbieten, nicht die Linken. Die spannende Frage ist deshalb nicht so sehr, ob etwas verboten oder reguliert wird – sondern was verboten oder reguliert wird.