Daniel Mautz / LinkedIn
Selbst in Saudi-Arabien schlägt der Batteriespeicher die Gasturbine beim Preis.
Die Beratungsfirma Wood Mackenzie hat 48 Strommärkte weltweit untersucht. In 43 davon ist neu installierte Photovoltaik schon heute die günstigste Stromquelle überhaupt.
Eine Kilowattstunde aus großen Solaranlagen kostet in Afrika und dem Nahen Osten bereits vier Cent. Aus Batteriespeichern sind es derzeit zwölf Cent, in neun Jahren sollen es acht sein. Solarstrom selbst soll dann unter drei Cent liegen.
Und Gas? Der Preis hat sich 2026 verdoppelt. Gasturbinen sind knapp und teuer. Selbst in den Emiraten, selbst in Saudi-Arabien, schlägt Strom aus Batteriespeichern die Gasturbine beim Preis. Kein Klimaziel hat das erzwungen. Der Markt hat das erledigt.
In Deutschland wird dieser Befund trotzdem wenig ausrichten gegen das bewährte Framing der Versorgungssicherheit, mit dem Lobbyinteressen neue Gasinfrastruktur als alternativlos verkaufen, die in 20 Jahren zum Stranded Asset wird. Die Subventionslogik folgt nicht dem Preis. Sie folgt der Lobbymacht.
Europa hat laut Wood Mackenzie weltweit die höchsten Kosten für fossile Energie. CO2-Bepreisung wird diesen Abstand in den kommenden Jahren noch vergrößern. Der Preismechanismus sagt klar, wohin die Reise geht.
Wer das ignoriert und trotzdem auf neue Gasturbinen setzt, kämpft nicht für Versorgungssicherheit. Er kämpft gegen den Markt. Und verliert.
Golem hier 9. Oktober 2026 / Mario Petzold
Batteriespeicher weltweit günstiger als Gasturbinen
Der hohe Gaspreis hat Auswirkungen auf die Stromkosten. Selbst aus der Batterie sind diese nun niedriger als aus Gas. Der Trend ist eindeutig.
Eine Analyse der britischen Beratungsfirma Wood Mackenzie zu den weltweiten Stromgestehungskosten zeigt, dass erstmals selbst in Ländern wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gespeicherter Batteriestrom günstiger bereitgestellt werden kann als Strom aus Gasturbinen. Den Prognosen zufolge, die bis ins Jahr 2060 reichen, wird sich der Trend kontinuierlich fortsetzen, was nicht nur mit sinkenden Herstellungskosten von Stromspeichern zusammenhängt.
Weil gleichzeitig Strom aus Photovoltaik stetig preiswerter wird, sinken parallel die Preise für kurzzeitig gespeicherten Strom. Parallel dazu hat sich zum einen der Gaspreis im Laufe des aktuellen Jahres verdoppelt und zum anderen gibt es Lieferengpässe bei Gasturbinen, was den Preis noch weiter hat steigen lassen.
In 43 von insgesamt 48 untersuchten Strommärkten sind laut Bericht neu installierte Solaranlagen bereits jetzt die günstigste Stromquelle. Eine Kilowattstunde aus großen Anlagen lässt sich in Afrika und im Nahen Osten demnach bereits für 4 Cent produzieren.
Kommt der Strom aus einer Batterie, betragen die Gestehungskosten aktuell 12 Cent, sollen in den kommenden neun Jahren allerdings um ein Drittel auf 8 Cent sinken. Im selben Zeitraum sollen die Kosten für Solarstrom auf unter 3 Cent sinken.
Europa mit höchsten fossilen Energiekosten
Auch in Europa ist Strom aus Photovoltaik mit Abstand am günstigsten, während Strom aus Batteriespeichern im Jahr 2026 erstmals wieder teurer geworden ist. Das liegt an zehn Prozent höheren Batteriezellpreisen im Vergleich zu 2025 und einem steigenden Bedarf an Batterien.
Wegen des steigenden Energiebedarfs und drohender Lieferengpässe beim Ausbau der Windkraft sieht Wood Mackenzie für Europa weniger stark fallende Preise als im Rest der Welt. Gleichzeitig sind nirgendwo sonst auf der Welt die Preise für fossile Energie so hoch wie in Europa, was durch die zusätzliche CO2-Bepreisung auf absehbare Zeit noch verschärft wird. Umso deutlicher dürften sich die niedrigen Preise für erneuerbare Energien und Batteriespeicher auf die gesamten Energiekosten auswirken.
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