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Dienstag, 14. Juli 2026

Unsere schwäbische Frau Reiche

Ich habe gerade diesen Artikel gefunden, er ist noch vom Januar. Inzwischen hat Frau Razavi nach der Landtagswahl das Resort gewechselt und ist nun Ministerin für Verkehr. Ob sie da wohl mehr Kompetenzen aufweisen kann? Man hört von vielen Streichungen beim Schienenverkehr ....

 Kontext hier  Ausgabe 772  Politik Von Minh Schredle| Datum: 14.01.2026

Wohnbauministerin Nicole Razavi: Arroganz trifft Inkompetenz

Wäre Scheitern in Zahlen messbar, müsste die Einheit Razavi heißen: Benannt nach Baden-Württembergs Wohnbauministerin. Die Fehlbesetzung dieser wichtigen Position mit einer unbelehrbaren Parteisoldatin verschlechtert eine ohnehin katastrophale Lage.

Mittwoch, 8. April 2026

Floskeln ohne Ende

 Regierungsbildung in BW  hier

Wer bist du, CDU?

Von Johanna Henkel-Waidhofer|  08.04.2026

Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands gehört zu Baden-Württemberg wie Hirsch und Greif zum Landeswappen. Schon seit Längerem aber lässt ihre Führung den ernsthaften Willen zur Gestaltung der Zukunft vermissen. Auch deshalb fällt es so schwer, diese neue grün-schwarze Regierung zu bilden.

Mittwoch, 18. März 2026

Koalitionsverhandlungen mit der Heulsusen-Truppe in BW? Dem Anfang wohnt kein Zauber inne

Also ich erinnere mich hauptsächlich an Zugeständnisse, die die Grünen machten: §13b z.B., dem unseligen Bau-Paragrafen, der von der EU nach einigen Jahren Bautätigkeit für nicht rechtens erklärt wurde.
Bis dahin hatte die BW-Union ihn feste unterstützt, um auf der grünen Wiese weiter zu bauen, auch wenn die Grünen dagegen waren...Ein klarer Fall für eine gebotene  Koalitions-Enthaltung - eigentlich...

Kontext hier  Von Johanna Henkel-Waidhofer| Datum: 18.03.2026

Wirbel nach Landtagswahl

Mit der Behauptung, die Grünen vergifteten das Klima in Baden-Württemberg, vergiftet die CDU das Klima. Und die gemeinsame Arbeit in den vergangenen fünf Koalitionsjahren wird umgedichtet in eine phantasievolle Story von anhaltender Nötigung.

Donnerstag, 12. März 2026

Kontext: Eine CDU auf den Bäumen

 hier Kontext  Von Johanna Henkel-Waidhofer| Datum: 11.03.2026

CDU nach Landtagswahl: Dann eben Neuwahlen im Herbst

Im Wahlkampf hat die CDU "Vorfahrt für Wirtschaft" in Baden-Württemberg versprochen. Nach der knappen Niederlage ist etwas anderes auf der Prioritätenliste nach vorn gerückt: die Grünen und Wahlsieger Cem Özdemir madig zu machen.

Mittwoch, 10. April 2024

Verfassungsgericht spricht Klimaaktivisten frei - Ein Urteil für die Meinungsfreiheit

 Kontext Ausgabe 680  hier  Von Wolfram Frommlet| Datum: 10.04.2024

Wegen eines Demoplakats musste Samuel Bosch ins Göppinger Gefängnis. Nun musste er über Nacht freigelassen werden. Der Klimaaktivist aus Ravensburg hat gegen seine bayerischen Richter einen formidablen Erfolg vor dem Bundesverfassungsgericht erstritten.

Gemeinsam mit den Klimaaktivist:innen Charlie Kiehne (21) aus Ravensburg und Ingo Blechschmidt (35) aus Augsburg kämpft Samuel Bosch (21) seit Jahren gegen die Zerstörung der Umwelt. Sie besetzen Bäume, organisieren Demos, hängen Transparente auf, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Vor Gericht standen sie bereits mehrmals. Zuletzt erst vor dem Augsburger Amts- und dann vor dem dortigen Landgericht.

Montag, 19. Februar 2024

Bauerntage

Ein herrlich frischer Text, der endlich  Schluss macht mit der Verallgemeinerung der "Bauern" -  Da keimt eher die Erkenntnis: Da köcheln ganz schön viele ihr ganz spezielles Süppchen!

Kontext  Ausgabe 672  hier  Von Gunter Haug|  14.02.2024

Im Zeitalter der Bauernproteste geschehen gerade seltsame Dinge im Spannungsfeld zwischen Maisfeld und Kartoffelacker. Rudolf Bühler von der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall forderte gar, Diesel-Subventionen zu deckeln.

Sein Wort hat Gewicht: Rudolf Bühler, Gründer der BESH, der inzwischen fast 1.500 bäuerliche Betriebe angehören. 

Freitag, 8. September 2023

Reicher Moos was nun?

 

Kleiner Auszug aus: 

Zerstörung der Moorflächen: 
Sumpfrosmarin oder Arbeitsplätze  hier

Von Wolfram Frommlet| Datum: 06.09.2023

In Oberschwaben tobt der Streit um die Moore. Eine Bürgerinitiative fordert den Stopp des Abbaus. Die Heilbäder wollen nicht auf ihre Torfbäder verzichten. Und was tut die Politik?

Die Widersprüchlichkeit der Politik

Da versichert die grüne Umweltministerin Thekla Walker, dass ihr "der Schutz unserer Moore ein großes Anliegen ist", aber momentan "die Voraussetzungen für eine Ausweitung als Naturschutzgebiet" Reicher Moos nicht gegeben sind. "In welchem Umfang die betroffenen Heilbäder bereits Badetorf recyceln", ist dem Minister für den Ländlichen Raum, Peter Hauk (CDU), nicht bekannt, und das Reicher Moos "ist bisher nicht Gegenstand von Renaturierungsplanungen."

Manfred Scheurenbrand wundert sich: Da werde ein neues Biosphärengebiet für die Region Allgäu-Oberschwaben geplant, in dem die Moore besonders geschützt werden sollen. Und den Torfabbau im Reicher Moos 
lasse man ohne Auflagen laufen, ohne jeden Plan über das Jahr 2030 hinaus.

Selbst der Zweckverband gebe zu, dass der Moorkörper zunehmend schwinde. Die Abbaugenehmigungen jedoch sind nicht zugänglich. Gibt es darin Klauseln, dies zu verhindern? Gibt es einen Planungsauftrag eines kompetenten hydrogeologischen Büros über eine weitere Abbaugenehmigung? Fragen, aber keine Antworten.

Eine Torfschlamm-Recyclingquote von wenigstens 50 Prozent könnte nach Ansicht von Ulrich Walz ein Imagegewinn für die Kurstädte und die Heilbäder sein, als positiver Beitrag angesichts des Klimawandels.

Freitag, 28. Juli 2023

Flächenfraß im Land - Hotspot Oberschwaben

 

Im Januar, als dieser Artikel gedruckt wurde, ging es noch fröhlich her mit dem Flähenfraß-§13b. Da hatten die Meisten Naturschützer bereits jede Hoffnung begraben... 

Kontext hier  Ausgabe 614  Von Jürgen Lessat| Datum: 04.01.2023

Der Flächenverbrauch geht im Land ungebremst weiter. Auffällig schnell vor allem in Oberschwaben. Schuld daran ist laut Naturschutzverband ein Gesetzesparagraf sowie ein Planungsbüro, das die beschleunigte Ausweisung von flächenfressenden Einfamilienhaus-Baugebieten unterstützte. 

Es ist wie so oft im Klima- und Umweltschutz: Die Politik formuliert ehrgeizige Ziele – die stets verfehlt werden. So auch bei Landschaft und Boden. Im Jahr 2010 beschloss die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung, den täglichen Flächenverbrauch innerhalb eines Jahrzehnts auf 30 Hektar (ha) zu drücken. Damals wurden pro Tag 77 Hektar Landschaft für Gewerbe, Wohnungsbau, Verkehr und Erholungsflächen in Deutschland verbraucht. Doch derzeit sind es noch immer täglich rund 52 Hektar. "Das entspricht etwa einem Einfamilienhaus pro Minute. Dagegen dauert es 2.000 Jahre, bis zehn Zentimeter fruchtbarer Boden entstehen", so der Naturschutzbund (Nabu).

Nicht besser sieht es in Baden-Württemberg aus. Auch hier beschloss vor zwölf Jahren die damalige CDU-geführte Landesregierung, dass bis 2020 täglich nur noch 3 Hektar Landschaft verlorengehen sollen. Die amtierende grün-schwarze schrieb im Koalitionsvertrag 2021 gar als "ambitioniertes Ziel: max. 2,5 Hektar pro Tag". Bis 2035 soll im Südwesten die "Netto-Null" beim Flächenverbrauch stehen. Doch seit Jahren pendelt der Wert um die 5 Hektar und macht keine Anstalten zu sinken. Das Statistische Landesamt meldete vielmehr mit 6,2 Hektar in 2021 ein neues Zehnjahreshoch. "Die Landesregierung hat ein ambitioniertes Flächensparziel beschlossen, tut aber bisher nichts, um es auch zu erreichen", kritisiert Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbands (LNV).

Dabei ist Handeln angesagt. "Die letzten zwei Generationen haben so viel Fläche verbraucht, wie die 80 Generationen vor ihnen", so der LNV-Chef beim "Zukunftsforum Naturschutz" Anfang Dezember im Stuttgarter Hospitalhof. 

Lesen Sie den  interessanten Artikel auf den Originalseiten weiter !  hier


Donnerstag, 20. Juli 2023

Ravensburger Aktivist:innen vor Gericht - Richterin fehlt die politische Reife

Aus  der Kontext Wochenzeitung Von Wolfram Frommlet  Datum: 19.07.2023

Wer fürs Klima blockiert, lebt gefährlich. Besonders in Bayern, wenn es die Spezlwirtschaft der CSU stört. Zwei Aktivist:innen aus Ravensburg haben das erlebt, als sie gegen einen stahlreichen Großspender demonstrierten.

Das kleine Meitingen mit seinen 11.000 Einwohnern, nahe Augsburg gelegen, hat das einzige Stahlwerk Bayerns. Es ist das letzte seiner Art im Freistaat, 800 Mitarbeiter, 1,1 Millionen Tonnen Stahl, 400 Millionen Euro Jahresumsatz, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde. Und es hat den Lohwald, einen Bannwald mit großer Artenvielfalt, der vor jedem Einschlag geschützt war und an das Unternehmen grenzt.

Im Oktober vergangenen Jahres befand der Eigentümer der Lech-Stahlwerke, Max Aicher, er müsse den Betrieb, der so viel Strom verbraucht wie Augsburg, erweitern. Am besten um 17 Hektar aus diesem Wald. Das trug er dem Gemeinderat vor, verbunden mit dem Versprechen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Aus dem 24-köpfigen Gremium stimmten nur die drei Gemeinderät:innen der Grünen nicht zu. Die Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal, deren Klage gegen die Rodung beim höchsten bayerischen Verwaltungsgericht anhängig war, wurde hier in den 15 Jahren ihres Bestehens noch nicht angehört. Hinzu kam noch eine Sondergenehmigung zum Bäumefällen von der Regierung Schwaben, die in eineinhalb Wochen erteilt war. Die Maschinen konnten kommen. 

Beantragt hatte die Sondergenehmigung der Schlossbesitzer Aicher, einer der Reichsten in Bayern, Eigentümer mehrerer Firmen und drittgrößter Spender für die CSU – 295.500 Euro in den Jahren 2016 bis 2020. Genehmigt wurde sie von Regierungspräsident Erwin Lohner, der sich anschließend über einen Karrieresprung ins Innenministerium von Joachim Herrmann (CSU) freuen durfte. Er wurde Amtschef für Sport und Integration. Die Kosten für den Verwaltungsakt waren überschaubar: 250 Euro.

Bannwald für 250 Euro verhökert?

Samstag, 18. Februar 2023

Altdorfer Wald: Ein Hort der Hoffnung

Kontext Wochenzeitung hier  Von Roland Reck| Datum: 15.02.2023

Der Altdorfer Wald ist der größte Forst Oberschwabens und Bühne für viele Akteure in einem Stück, in dem es um Liebe, Ansprüche, Erwartungen und Enttäuschungen geht. Jetzt auch noch um den größten Windpark im Land.

Auszug:

....Der Wald birgt viele Überraschungen. Das war schon immer so. Den einen ist er Quell der Freude, den anderen ist er nicht geheuer. Nun sollen also bis zu 40 himmelhohe Windräder im Altdorfer Wald, der größte Windpark im Land, endlich Hilfe beim Ausbau der grünen Energie bringen, um die digitale Zukunft ohne Energiedebakel zu wuppen. So die Absicht der grün-schwarzen Landesregierung. Ob, wo und wie das geschehen könnte, wird bereits intensiv geprüft, es soll schließlich schneller gehen als in der Vergangenheit. Und der Blick in die ungewisse, aber mit Sicherheit krisenhafte Zukunft, fördert offensichtlich eine Allianz der Zustimmung – unter Schmerzen. Denn der Eingriff in die Natur und in das Landschaftsbild wird gravierend sein. Die trutzige Waldburg aus dem Mittelalter, die steinerne Ruhe ausstrahlt und erhaben auf ihrem Berg weithin sichtbar ist, erhält Konkurrenz von über 200 Meter hohen Windmühlen, deren Zweck es sein wird, unaufhörlich zu rotieren.

Das muss nicht allen gefallen und tut es auch nicht. Die Baumklettergruppe selbst ist gespalten, kleine Teile davon haben am vergangenen Samstag in Stuttgart gar für die Anlagen im "Alti" demonstriert. Auch im Naturschutzverein von Gertrud Kording gehen die Meinungen auseinander, von kategorischer Ablehnung zu rationaler Duldung. Und selbst Forstmann Dingler, einst skeptisch gegenüber der Windenergie, hält sie jetzt für notwendig: "So schnell wie möglich regenerativ und regional."...

Mittwoch, 7. September 2022

Neues vom KlimaCamp: Diebe oder Wohltäterinnen?

Kontext Wochenzeitung  Ausgabe 597  hier 
Von Wolfram Frommlet|  Datum: 07.09.2022
Ein kleiner Auszug - lesen Sie das Original!

Erst Corona, jetzt Krieg und Inflation: Die Schlangen vor den Tafelläden werden länger und länger und länger. Weggeworfene Lebensmittel aus Discounter-Mülltonnen zu nehmen, bleibt trotzdem verboten und endet, wie in Ravensburg, nicht selten vor Gericht. Ein Rechtsverständnis zum Aus-der-Haut-Fahren......

"Eigentlich dürfte es gar keine Tafeln geben. Das ist eine moralische Bankrotterklärung des Staates, ohne Wenn und Aber. Alle unsere Kunden bekommen Sozialhilfe. Doch die reicht nicht einmal für die alltäglichen Lebensmittel." Die Tafeln machten den Sozialjob des Staates, sagt Walter Lehmann. Dass die jungen Menschen, die containern und die geretteten Lebensmittel verteilten, angezeigt würden, sei für Besucher:innen der Tafel wie für Helfer:innen nicht nachvollziehbar.

Weggeworfene Lebensmittel, die Klimaaktivisten wie Charlie Kiehne und Samuel Bosch zu Protesten, zu sozialen Aktionen motivieren, sind nur ein Synonym für eine egomane, zerstörerische Warengesellschaft. Es werden in Deutschland auch 1,3 Millionen Tonnen Textilien verramscht, weggeworfen und im Gegensatz zum verbreiteten Mythos nicht zu neuer Kleidung gemacht, sondern zu Füllstoffen und Dämmmaterialien verarbeitet. Bei Textilien gilt dasselbe wie bei Lebensmitteln: weil sie billig sind, werden sie zu Wegwerfartikeln. Jedes fünfte Kleidungsstück wurde nie getragen.

Donnerstag, 1. September 2022

Protest in Oberschwaben - Klettern fürs Klima

KONTEXT Die Wochenzeitung Ausgabe 596  vom 31.08.22

Von Wolfram Frommlet

Wer auf eine Basilika klettert, muss sich in Acht nehmen. Vor der Justiz.
Zwei Klimaaktivist:innen haben das in Weingarten erlebt – aber auch Unterstützung aus kirchlichen Kreisen erhalten.

Eine Aktion, die aufrütteln und einen Wandel bewirken sollte, sagen die Aktivist:innen. 

Mittwoch, 2. März 2022

Gesellschaft - Altdorfer Wald und Windkraft - Raus aus dem Wachstumswahn

Kontext  Ausgabe 570   hier   03. März 2022

Von Wolfram Frommlet

Auf den Kiesabbau sollen Windräder folgen. Was heißt das für den Altdorfer Wald bei Ravensburg und für die jungen Menschen in den Bäumen? Kontext ist wieder mal zu Besuch.

"Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt",

schreibt Bertolt Brecht in seinem Gedicht "An die Nachgeborenen".
Wie aktuell der alte BB doch noch immer ist. Junge Menschen besetzten den Hambacher Forst bei Aachen, der für den Braunkohleabbau der RWE gerodet werden sollte. Im September 2018 rissen Hunderte von Polizisten die Baumhäuser ab. Im Oktober 2019 besetzten junge Menschen den Dannenröder Forst bei Marburg, einen 250 Jahre alten Dauer-Mischwald aus Buchen und Eschen, von dem 85 Hektar gerodet werden sollten für den Ausbau der Autobahn A49 und nach einem massiven Polizeieinsatz auch gerodet wurden.

Seit einem Jahr nun leben die "Aktivi" in ihren Baumhäusern im Altdorfer Wald im Kreis Ravensburg (Kontext berichtete). Ein Naturschutz-, ein Wasserschutzgebiet, teilweise auch ein "Sicherungsgebiet für oberflächennahe Rohstoffe" für die nächsten Generationen. Dennoch wird von einem undurchsichtigen Geflecht aus Kiesgewinnlern der Rohstoff für Asphalt, Beton und tonnenschweren Sichtschutz für geschmackvolle Eigenheime in diesem Staatswald abgebaut.

(alle Fotos im Post stammen von den BaumbesetzerInnen der Altdorfer Wald Besetzung, sie entsprechen nicht den Fotos im KontextArtikel)

Die BaumbesetzerInnen werden kriminalisiert

Samstag, 19. Februar 2022

"Wir behalten uns natürlich vor, auch andere Flächen zu besetzen"

Kontext  hier  Datum: 

Im traditionell tiefschwarzen Oberschwaben hat sich eine Klima-Apo etabliert. Der Altdorfer Wald, wo sich Kiesgruben zu Gunsten der Geldvermehrung ausbreiten sollten, ist seit dem Februar 2021 besetzt. Aktivist Samuel Bosch war von Anfang an dabei. Ein Protest-Jahr in Bildern.

Bauwut und Flächenfraß sind keine exklusiven Großstadt-Phänomene. Auch im ländlichen Raum "reißen Straßenbauten, Autobahnzubringer die weichhügelige Wiesenlandschaft auf, Fahrzeuge bleiben hinter uniformen Garagentoren versteckt, auf Brachland erheben sich gewaltige Silobauten, Lagerhallen verströmen das gesichtslose Flair von Industrieansiedelungen, überall aufgeräumte Zweckmäßigkeit". So beschrieb der Schriftsteller Peter Renz 2015 seine Heimat in Oberschwaben, die er kaum wiedererkannte: "Ein nüchterner Blick entdeckt eine schleichende Metamorphose, die unser gewohntes Bild von dörflicher Welt zersetzt." 

Sieben Jahre später ist es mit der Naturvernutzung nur noch schlimmer geworden. Doch regt sich etwas im strukturkonservativen Raum. Denn wo sich wertvoller Waldboden in Kiesgruben für volle Kontostände verwandeln soll, ist inzwischen fest mit Protest zu rechnen. "Ende 2020 hatte ich im Augsburger Klimacamp und im Danneröder Forst das Klettern gelernt", berichtet der Aktivist Samuel Bosch. Er gehörte zu den ersten, die vor einem Jahr auf die Wipfel im Altdorfer Wald stiegen – von den AktivistInnen liebevoll "Alti" genannt –, und sich am Baumhausbau beteiligte. Er will nicht nur gegen die profitgetriebene Rodung von Waldstücken protestieren. Auch wie der Regionalplan für Bodensee-Oberschwaben fortgeschrieben werden soll, stellt für ihn und Gleichgesinnte ein Ärgernis dar. 

lesen sie weiter bei Kontext  hier

Mittwoch, 29. September 2021

"Der schwarze Fluss hat Ufer"

 Kontext 548   hier  Bundestagswahl in Oberschwaben


Bunte Initiativen, insbesondere aus der Klima-Bewegung, mischten im Wahlkampf das konservative Oberschwaben auf. 
Der Südosten Baden-Württembergs bleibt vorerst CDU-Land. Doch die Vormacht ist nicht mehr unangefochten.

Mittwoch, 22. September 2021

Samuel in Kontext

 Gleich noch ein Kontext-Artikel in Ausgabe 547  hier

"Wir machen den Wind"

Die Union korrupt und frech, die SPD eine Kohlepartei, die Grünen Fähnchen im Wind, und keine Partei wird umsetzen, was sie verspricht: Was wählen, damit die jungen Generationen eine Zukunft haben? Der 18-jährige Klimaaktivist, Baumbesetzer und Erstwähler Samuel Bosch aus Ravensburg über Schadensbegrenzung und eine wichtige Entscheidung.



 Kontext Nr. 547 von Rüdiger Sinn   hier ganz lesen


CDU und Thomas Bareiß

Die schwarze Hochburg wankt

Der Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen war immer eine sichere Bank für die CDU. Dieses Jahr könnte sich das ändern, was auch am Kandidaten Thomas Bareiß und seinen Positionen zum Klimaschutz liegt. Im beschaulichen Landstrich mischen AktivistInnen den Wahlkampf auf. Das gefällt nicht allen.

Mittwoch, 26. Mai 2021

 Aus der Kontext Wochenzeitschrift:  Welt ohne Wachstum  hier

Wenn das Klima geschont werden soll, kann es kein Menschenrecht auf Fliegen geben. Damit aber wird wieder das böse V-Wort unvermeidlich, das das Wachstum bedroht: Verzicht. Dieser müsste sich nicht allein aufs Fliegen beschränken, denn auch ansonsten lässt sich der Energieverbrauch nur reduzieren, indem weniger produziert wird. Alle Konzepte vom "nachhaltigen Wachstum" sind Mogelpackungen, weil es in Wahrheit kein Wachstum mehr gäbe, sondern mehr Nachhaltigkeit. Die richtige Bezeichnung wäre also "wachsende Nachhaltigkeit".

Zudem reicht es nicht, sich nur auf den Klimawandel zu konzentrieren. Der CO2-Ausstoß ist nicht das einzige Umweltproblem; genauso bedrohlich sind Flächenverbrauch, Wasserknappheit, Artensterben und giftige Abfälle. Der Verzicht ist alternativlos, wenn man die Ökosysteme retten will.
Es ist ein Dilemma: Ohne Wachstum geht es nicht, komplett grünes Wachstum gibt es nicht, und normales Wachstum führt unausweichlich in die ökologische Katastrophe. Der Kapitalismus erscheint wie ein Fluch. In dieser Zwangslage bleibt derzeit nur ein pragmatisches Trotzdem: trotzdem möglichst wenig fliegen, trotzdem Abfall vermeiden, trotzdem auf Wind und Sonne setzen, trotzdem biologische Landwirtschaft betreiben. Aber man sollte sich nicht einbilden, dass dies rundum "grünes" Wachstum sei. Wie man den Kapitalismus transformieren kann, ohne dass er chaotisch zusammenbricht – dies muss erst noch erforscht werden.

"Die alte Macht schlägt zurück"

Protest in Oberschwaben   von Josef-Otto Freudenreich in Kontext
hier ganz zu lesen, es lohnt sich wirklich

Seit einem halben Jahr sitzen junge Menschen in Oberschwaben auf Bäumen. Das fordert die alte Macht um die CDU heraus, die nicht mehr lange zusehen wird. Ihre Welt gerät in Unordnung. Ein kletternder Professor hat daran seinen Anteil.

Bild von den Aktivisten des KlimaCamps

Die hohe Medienpräsenz, geschickt gemanagt von den BaumbesetzerInnen, dürfte ein Grund dafür sein, dass die Auseinandersetzungen härter werden, der Protest sich verfestigt, und je länger er dauert, um so gefährlicher wird. Inzwischen hat sich ein Bündnis von 17 außerparlamentarischen Organisationen, vom BUND bis zur Initiative gegen den 1000-Kühe-Stall in Ostrach, hinter die Kletterer gestellt.


Mittwoch, 5. Mai 2021

"Zoff um Kies unter Bäumen"

Ein neuer Kontext-Artikel von Wolfram Frommlet  hier zum vollständig lesen

nur ein kurzer Auszug, aber der Text ist frei zugänglich:

Es geht um Kohle, nicht um Kies

"Den Bedarf zu reduzieren, ist die Antwort der BGR, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, in einer Kies-Studie aus dem Jahr 2020 oder des Umweltinstituts Darmstadt. Der Anteil von Recycling-Beton liegt bei einem Prozent, er könnte nach dem heutigen Stand der Technologie bei zehn Prozent liegen. Zu viele Gebäude werden abgerissen, sie ließen sich ohne Beton, ohne Kies sanieren. Neue Baustoffe werden längst erforscht und an vielen Universitäten den Architekturstudenten vermittelt – Lehm, Holz, Hanf oder Bambus. Sie kommen noch kaum zum Einsatz (Vorarlberg ist da architektonische Avantgarde), weil Beton- und Kiesfirmen eine starke Lobby haben.

Tiefgaragen und Parkhäuser sind in Kies-Fachstudien die schlimmsten Betonfresser. Neubauten werden für Stadtplaner entbehrlich in Konzepten von verkehrsberuhigten Innenstädten"