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Montag, 8. Januar 2024

Allgäu spart Unmengen Energie: Das entspricht 625.000 Flügen

hier  EFAHRER.com  Artikel von Carina Dietze  • 8.1.24

Das Bündnis "Klimaneutrales Allgäu 2030" hat in mehr als drei Jahren seit seiner Gründung eine beeindruckende Bilanz vorgelegt: 45.000 Tonnen klimaschädliches CO₂ konnten 117 Unternehmen, Kommunen und weiteren Akteuren bereits einsparen. Um die gleiche Menge CO₂ jährlich zu neutralisieren, wäre es notwendig, über 4.000 Hektar Waldfläche neu zu bepflanzen, berichtet die Allgäuer Zeitung.

Sonntag, 8. Januar 2023

Kommunaler Klimaschutz: Was Mengen schon erreicht hat

 14.12.2022 Zeitung für kommunale Wirtschaft

Was auf dem Weg zu einer klimaneutralen Kommune schon erreicht wurde und wo noch Herausforderungen liegen, zeigt das Beispiel Mengen. Die Kommune wurde mehrfach für ihre Klimaschutzbemühungen ausgezeichnet.

Schon 2009 machte sich das baden-württembergische Mengen (Landkreis Sigmaringen) mit einem Energieleitbild und einem Maßnahmenplan im Gepäck auf den Weg, Klimaschutzgemeinde zu werden. 2014 wurde die Stadt mit dem European Energy Award (EEA) zertifiziert, 2017 erfolgte die Re-Zertifizierung. 2021 erfüllte die 9.850 Einwohner zählende Kommune erstmals die Kriterien für die Auszeichnung in Gold.



Klimaneutralität: Die Stadt Mengen hat schon viel erreicht -  und noch viel vor

Donnerstag, 11. August 2022

Ideen der Fraktionssprecher: Wie Bad Waldsee Energie einsparen könnte

 Schwäbische Zeitung hier   10.08.2022, WOLFGANG HEYER

mit den Waldseer Fraktionssprechern beziehen Sonja Wild (CDU), Bernhard Schultes (FW), Lucia Vogel (Grüne) und Rita König (SPD) im Gespräch mit Wolfgang Heyer Position zu den wichtigsten Themen der Großen Kreisstadt.

Die Preise steigen: Die Nebenkostenabrechnungen könnten im Winter schwindelerregende Höhen erreichen. Welchen Weg muss die Stadt Bad Waldsee beim Thema Gas, Heizen und Energieversorgung der Zukunft einschlagen?

Dienstag, 2. August 2022

Klimaneutrale Baugebiete - aber wie?

Eine für Lokalpolitiker interessante Präsentation für klimaneutrale Baugebiete findet Ihr unter folgendem Link:

 

https://wolke.netzbegruenung.de/s/5i2EPf7f8jQeaN8  


 

Es ist eher eine Beispielsammlung und zeigt die Vielfalt an Möglichkeiten der Nutzung von Sonne und Umweltwärme.

Der Vortrag wurde von der Firma Schaeffler-Innogy in einer Online Veranstaltung vor den Kreis-Grünen des Schwarzwald-Baar Kreises gehalten.



Montag, 25. Juli 2022

So soll Tettnang beim Klimaschutz besser werden

 hier in der schwäbischen Zeitung 18.07.2022  Annette Rösler

Ein ganz konkretes, sofort umsetzbares Projekt gab es am Ende dann nicht, aber eine klare Schwerpunktsetzung für Klimathemen in Tettnang: Sieben Felder für Klimaschutz wurden beim regionalen Klimagespräch an eben so vielen Tischen unter dem Motto „Klimaschutz in Tettnang: mitreden – voranbringen“ in der Aula des Montfort-Gymnasiums Tettnang mit zahlreichen Ideen „gefüttert“.

Vierzig interessierte Bürger hatten sich angemeldet, um gemeinsam mit einem Moderator für jeden Tisch, hier Gastgeber genannt, konkrete Ideen in ein brauchbares Projekt zu verwandeln. Die Fragen waren: „Wie schaffen wir es, bis 2040 in Tettnang klimaneutral zu werden? Was sind die größten Hindernisse? Welche Forderungen stellen wir an die Politik?“

Montag, 18. Juli 2022

Was Deutschland von Dänen lernen kann

  Podcast im Deutschlandfunk hier  zum Anhören  Von Dirk Asendorpf · 12. Juli 2022

Sønderborg wird klimaneutral

In Sønderborg leben 75.000 Menschen. Bis 2029 will die dänische Stadt nahe der deutschen Grenze klimaneutral sein. Die Hälfte des Weges hat sie schon geschafft.

Initiativen zur Energiewende vor Ort

 Deutschlandfunk hier  Podcast zum anhören  
Von Michael Watzke · 17.02.2022

Klimawandel und Kommunen

Die Klimakrise ist das Thema unserer Zeit. Ob Deutschland die Energiewende rechtzeitig schafft, wird nicht nur in Berlin entschieden, sondern auch in rund 13.000 Kommunen und Landkreisen. Dort macht Berchtesgaden aktuell vor, was alles möglich ist.

Mittwoch, 13. April 2022

Kreis Lindau als Vorreiter zur Klimaneutralität - wo stehen unsere Kreise beim Klimaschutz?

Schwäbische Zeitung hier

Kreis Lindau: Zur Klimaneutralität gibt es mehr als einen Weg

Der Landkreis Lindau will bis 2030 klimaneutral sein. Klar ist: Da müssen auch die Gemeinden und Städte mitziehen. Nicht nur der Klimawandel, sondern auch die aktuelle Energiekrise zeigt: Die Zeit drängt. Dabei gehen die Kommunen im Kreis unterschiedliche Wege in Richtung Klimaneutralität.

Vor einem Jahr hat der Landkreis Lindau ein klares Signal gesendet: Die Kreisräte sprachen sich einstimmig dafür aus, dem von Eza initiierten „Bündnis klimaneutrales Allgäu 2030“ beizutreten.

Um weniger Treibhausgabe auszustoßen, wollen die Kreisräte unter anderem deutlich mehr erneuerbare Energien im Kreisgebiet erzeugt sehen. Der Lindauer Landrat Elmar Stegmann kann sich sogar vorstellen, Photovoltaikanlagen auf dem Süddach des denkmalgeschützten Landratsamtes auf der Insel montieren zu lassen. Aber auch Kompensationsprojekte, etwa Investitionen in Allgäuer Moore, könnten zu einer besseren Klimabilanz beitragen.

...Mittlerweile sind es allgäuweit gut 100 Bündnis-Partner, die wie der Kreis Lindau das Ziel haben, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Es sind Hotels, Schulen, Banken, Energieversorger, viele Firmen wie beispielsweise die Brauerei Meckatzer und Tecnotron, aber auch der Deutsche Alpenverein, die Sozialbau in Kempten und eben zahlreiche Kommunen.


Entscheidend ist der politische Wille. 

Martin Sambale

 

Den Gemeinden bietet Eza Energiemanagement genauso an wie es spezielle Beratungspakete schnürt, schildert Sambale beim Treffen der Bürgermeister. Da geht es um Fragen wie jene, wie viel technische Ausstattung ein Gebäude braucht, um möglichst klimaneutral zu sein. Dass die ganz schön teuer sein kann. Dass aber auch ein Bauplan zum Klimaschutz beitragen kann, indem viel natürliches Tageslicht genutzt, intelligent gelüftet und Gebäude auch gegen Sommerhitze gut gedämmt sind.

„Entscheidend ist der politische Wille“, fügt der Energiefachmann an. Dieser Wille ist in den Gemeinden und Städten im Kreis Lindau durchaus präsent. Wobei sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen.....

Donnerstag, 7. April 2022

Markdorf: Beitritt der Stadt zum Klimaschutzpakt des Landes

 MARKDORF: Wichtiger Schritt für Schutz des Klimas

Der Gemeinderat hat einstimmig ein Klimaschutzkonzept für Markdorf und den Beitritt der Stadt zum Klimaschutzpakt des Landes beschlossen. Das soll die Verwaltung bis 2030 und die komplette Stadt bis 2035 klimaneutral machen. Klar ist jetzt schon: Es wird eine Herkulesaufgabe werden. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, bekommt das Rathaus eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle. Sie wird für fünf Jahre zu 65 Prozent vom Land gefördert. 

Dienstag, 22. März 2022

MARKDORF: Auf dem Weg zur Klimaneutralität

 MARKDORF: Büro erstellt Konzept für Klimaneutralität

Die Stadtverwaltung Markdorf strebt Klimaneutralität an. Dies soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beschlossen werden. Das Ziel soll möglichst bis 2030, spätestens bis 2040 erreicht werden. Die Verwaltung beauftragt ein Büro mit dem Erstellen eines Konzepts. Klimaneutralität soll im Hinblick auf den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden. Berücksichtigt wird etwa der Energieverbrauch in städtischen Gebäuden. 


21.03.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE

Auf dem Weg zur Klimaneutralität  (hier)

Um das zu erreichen, soll die Verwaltung ein Büro damit beauftragen, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln. Weitere Themen beziehungsweise Ergebnisse der Vorberatung waren: Die Verwaltung weist künftig in ihren Beratungsunterlagen für die Gemeinderatssitzungen die Klimakosten aus. Es wird eine befristete Stelle eingerichtet, um das Ziel der klimaneutralen Stadtverwaltung zu erreichen. Außerdem will die Stadt dem Klimaschutzpakt Baden-Württemberg beitreten.

Diese Punkte wurden zuvor ausführlich beraten. Bürgermeister Georg Riedmann merkte anschließend an, dass die Diskussion anders verlaufen sei als erwartet – in gutem Einvernehmen, nicht kontrovers. Riedmann hatte an seine Antrittsrede im Herbst 2021 erinnert. Darin hatte er von einer notwendigen Geschlossenheit gesprochen, wenn die großen Herausforderungen des Klimaschutzes bewältigt werden sollen.

Montag, 14. Februar 2022

Markdorf: Sie wollen für Klimaschutz begeistern

 13.02.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE  hier

Markdorf soll bis 2035 eine klimaneutrale Stadt sein. Das ist erklärtes Ziel. Nicht nur von Bürgermeister Georg Riedmann, der dieses Ziel bei seiner Vereidigung zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im vergangenen September angesprochen und jüngst erneut bekräftigt hat. Die Klimaneutralität bis 2035 wird auch von „Klimaplan Markdorf“ gefordert, einer Gruppe von Bürgern, die auf die konsequente Einhaltung der Pariser Klimaziele pocht. „Das ist überlebenswichtig“, sagt deren Mitinitiator Leon Beck.

Freitag, 14. Januar 2022

Stuttgart will Klimaneutralität um 15 Jahre vorziehen

Stuttgarter Zeitung hier  Von Thomas Braun und 14.01.2022 

Stadt gibt sich ehrgeizigen Zeitplan

Bisher stand das Jahr 2050 für die Netto-Null beim Kohlendioxidausstoß. Viele Fraktionen drängen seit Monaten auf eine Revision dieses Plans. Nun reagiert OB Frank Nopper.

Donnerstag, 13. Januar 2022

"Meckenbeuren will bis 2040 klimaneutral sein"

Schwäbische Zeitung  hier  Roland Weiß

Was alles zum Klimaleitbild 2040 gehört, lässt sich nachlesen im Ratsinformationssystem der Gemeinde-Homepage, Beschlussvorlage 192 zur Sitzung vom 15. Dezember. „Die Gemeinde Meckenbeuren verhält sich energetisch vorbildlich und animiert die Öffentlichkeit durch aktive Kommunikation ebenfalls zu energiebewusstem Handeln“, ist der erste Satz des Leitbilds.

Montag, 3. Januar 2022

Markdorf: „Wir wollen Klimafolgen benennen“

 02.01.2022  Südkurier hier  Fragen: Helmar Grupp

Herr Riedmann, Sie haben für Markdorf das Ziel ausgerufen, bis 2035 zur klimaneutralen Stadt zu werden. Das ist sehr ehrgeizig. Welche Schritte auf diesem Weg sollen 2022 unternommen werden und wie wollen Sie diese Schritte transparent machen?

Wir haben uns in einer Klausurtagung mit dem Gemeinderat intern über dieses Thema verständigt und wir hatten dazu auch einen wirklich hervorragenden Input aus der benachbarten Stadt Friedrichshafen, der uns sehr gut weitergeholfen hat in unserer Diskussion. Wir werden im ersten Quartal 2022 dazu in die öffentliche Diskussion gehen, unsere Schritte zum Klimaschutz vorstellen und einige davon dann auch beschließen und festzurren. Wir wollen so etwa dem Klimaschutzpakt Baden-Württemberg beitreten. Das ist zwar zunächst einmal eher ein symbolischer Schritt, aber es ist ein Schritt, mit dem wir uns verpflichten, bestimmte Dinge zu tun. Außerdem wollen wir ein Konzept ausarbeiten, mit dem wir die klimaneutrale Stadtverwaltung erreichen wollen. Das ist dann natürlich ein etwas anderes Ziel als die klimaneutrale Stadt, aber dafür haben wir alles in der eigenen Hand. Zu der von Ihnen angesprochenen Transparenz: Wir wollen die Klimafolgen unseres Tuns in unseren Beratungsunterlagen zum Ausweis bringen und zwar sowohl negativ als auch positiv. Und im Positiven gibt es da aus meiner Sicht sehr viel zu berichten. Ich glaube, das Thema beschäftigt derzeit alle Kommunen.

Dienstag, 2. November 2021

Geht's auch schneller? Waiblingen 2035 klimaneutral

Wenn ich das lese, dann kommt mir doch so Einiges ganz schön bekannt vor!
Was folgt daraus für uns? Sich nicht entmutigen lassen, weiter machen! Wir müssen dicke Bretter bohren, werden manchmal verlieren,  aber unser Engagement lohnt sich am Ende dann doch!
Denn wie würde unsere Welt ohne dieses Engagement aussehen - ich mag es mir gar nicht vorstellen!


Süddeutsche Zeitung hier
 Deshalb hat Zeiner eine Bürgerinitiative gegründet: "Waiblingen klimaneutral"

Sabine Zeiner macht mehr als nur Flyer verteilen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat sie im Sommer über 1000 Unterschriften für einen Einwohnerantrag gesammelt. Der Waiblinger Stadtrat musste deshalb im Oktober darüber abstimmen, ob die Kommune bis 2035 klimaneutral werden soll. Die Idee für die Initiative hatte Zeiner aus der Zeitung. Dort las sie vom erfolgreichen Einwohnerantrag des Klimabündnisses in der Nachbargemeinde Schorndorf - und beschloss kurzerhand die Gründung eines solchen Projekts für Waiblingen.

Rund 40 Waiblinger und Waiblingerinnen sind mittlerweile dabei. Was für Menschen sind das? "Eine Initiative vereint unterschiedliche Leute aus allen Altersgruppen, Berufsgruppen, politischen Meinungen und Geschlechtern", sagt Zeiner. So engagieren sich in Waiblingen Studierende und Rentner, Zivildienstleistende und Firmenchefs. "Auf ein Ziel geeint kann man dann auch sehr glaubwürdig eine breite Bevölkerungsschicht vertreten." Klimaschutz sei nicht nur etwas für junge Menschen. Eine alte Frau habe sie einmal gefragt, ob es denn nicht auch schneller ginge als 2035. "Schön wär's! Das ist jetzt schon eine extrem anspruchsvolle Zielsetzung", gesteht Zeiner mit leicht erröteten Backen.

Auch Streuobstwiesen können zur Klimaneutralität beitragen

..Die frühzeitig pensionierte Diplomingenieurin besitzt einige Streuobstbäume, die sie selbst bewirtschaftet. Für sie sind auch Äpfel ein Symbol für Klimaneutralität: "Es ist absurd, wie viel Zeug aus dem Ausland hergekarrt wird. Statt Apfelsaft aus China könnte die Stadt die Streuobstwiesen fördern."

Halt im Teilort Beinstein. Hier zeigt Zeiner, dass in Waiblingen schon einiges gut läuft. Ein Wohnviertel wurde auf das ehemalige Firmengelände der Mineralbrunnen AG gebaut. Die öde Brachfläche wurde zu Wohnraum. Zeiner zeigt auf die mit Solarzellen bepflasterten Dächer. Bereits 2006 führte die Stadt die Solaranlagenpflicht für Neubauten ein - als erste Gemeinde in Deutschland. Klimaneutrales Bauen und Sanieren ist ein wichtiger Punkt für die Mitglieder der Initiative.

Denn nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung haben die Mitglieder nur ein erstes Ziel erreicht. Nun, nachdem der Antrag der Initiative befürwortet wurde, steht die Stadt vor der Aufgabe, die Klimaneutralität auch zu erreichen. "Waiblingen klimaneutral" hat dafür zehn Themenfelder erarbeitet, zehn Stellschrauben für die nächsten Jahre. "Wir wollen der Stadt nicht vorschreiben, wie sie das zu machen hat. Das wäre arrogant", sagt Zeiner. Die Maßnahmen in ihrem "Klimastadtplan" sollen Vorschläge sein. Mit dabei: Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, ressourcenschonendes Wirtschaften, mehr öffentliche Verkehrsmittel und CO2-sparendes Bauen.

Der Vorteil einer Bürgerinitiative: Überparteilichkeit

Warum aber wählt man für ein solches Ziel überhaupt die Form der Bürgerinitiative? Politikwissenschaftler Gross sieht einen Vorteil in der Überparteilichkeit solcher Bündnisse. Lokale Probleme könnten dabei losgelöst von Parteiansichten betrachtet werden. Auch bei "Waiblingen klimaneutral" sind Mitglieder unterschiedlichster Parteien vertreten. "Der Klimawandel", betont Sabine Zeiner, "beschäftigt fast alle Parteien." Außerdem, sagt Gross, macht eine Initiative Interessen sichtbar, die im politischen Prozess eher untergehen. "Man bekommt mehr Aufmerksamkeit als mit einem Leserbrief oder einer direkten Beschwerde an Stadtratsabgeordnete." Zudem seien die Hierarchien flacher als in Parteien, was die Mitarbeit erleichtere.

Vor Jahren protestierten die Waiblinger gegen ein Einkaufszentrum - ohne Erfolg

......Die Waiblinger scheiterten, der Wille zu mehr demokratischer Teilhabe aber blieb. "Es war wie eine Geburtsstunde der Bürgerbeteiligung in unserer Stadt, das hat Wellen in die Region geschlagen", sagt Zilian, "viele Bürger anderer Gemeinden forderten mehr Mitsprache." ......

Gelingt "Waiblingen klimaneutral", könnte sich am Alten Postplatz allerdings wieder viel verändern. Auf den bis zu sieben parallel verlaufenden Fahr- und Abbiegespuren sollte es laut Sabine Zeiner bald mehr Platz für Fahrräder und Fußgänger geben. Denn die Initiative fordert auch eine sozialverträgliche und ökologische Stadtplanung. Waiblingen soll eine Stadt der kurzen Wege werden. Mehr Flächen zur Erholung, weniger Versiegelung, weniger Platz, der für geparkte Autos verloren geht. Mit einem besser ausgebauten ÖPNV-Netz wären Autos - auch das von Zeiner - und Parkplätze in der Innenstadt bestenfalls überflüssig.

Protest zieht mehr Menschen an

Das gefällt natürlich nicht allen Waiblingern. Zwar berichten Zeiner und ihre Mitstreiter bisher von wenig Gegenwind, doch das kann sich schnell ändern: "Vermutlich gibt es dann Protest, wenn die ersten konkreten Maßnahmen auf den Tisch kommen." Klar, Klimaneutralität finden viele gut - Windkraft- und Biogasanlagen in der Nachbarschaft aber schon nicht mehr so viele. Das könnte neue Bündnisse auf den Plan rufen, "Verhinderungsinitiativen", wie Martin Gross sie nennt. Initiativen, die gegen bestimmte Vorhaben sind, bekommen laut Gross deutlich mehr Aufmerksamkeit als solche, die sich nicht gegen, sondern für ein bestimmtes Ziel einsetzen. Ein prominentes Beispiel dafür sind die Proteste gegen Stuttgart 21, den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die Verhinderung von S21 gelang 2011 zwar nicht, doch es habe die Bürger in ihrem Engagement wachgerüttelt, sagt Zeiner. In der Region und weit darüber hinaus.

Das will auch die Waiblinger Initiative schaffen. In den sozialen Medien machen die Mitglieder auf sich aufmerksam, vernetzen sich mit anderen Initiativen. Aus vielen lokalen Bewegungen wird eine große, die eine übergeordnete Idee verfolgt. Darin, erklärt Gross, liege ein großer Unterschied zu den Bürgerbewegungen der 1970er- und 80er-Jahre. "Dass sich die Initiativen so extrem untereinander und mit Experten austauschen, das gab es früher nicht so."

Das Ziel und der mit Experten entwickelte "Klimastadtplan" des Bürgerbündnisses überzeugten schließlich auch den Gemeinderat: Die Beschlussvorlage für den Antrag wurde am 21. Oktober einstimmig angenommen. Für Zeiner ist das "unglaublich". Natürlich, könnten die Bürger jetzt sagen, liegt die Verantwortung nach dem Beschluss ganz bei der Stadt. Aber die Initiative wolle weiterhin sichtbar sein, verspricht Zeiner. "Wir wollen zeigen, dass die Bürger dieses schwere Päckle bis zum Ende mittragen wollen." Institutionalisiert wird das Engagement in einem neuen Ausschuss, der aus Mitgliedern des Gemeinderats und aus Bürgerinnen und Bürgern bestehen soll. Also weiterhin Veranstaltungen, Austausch mit Experten, enger Kontakt zur Politik und Wirtschaft. Das nächste Ziel: In den kommenden anderthalb Jahren sollen die konkreten Maßnahmen, also der offizielle "Klimastadtplan" ausgearbeitet und beschlossen sein.

"Waiblingen klimaneutral" ist mittlerweile Teil der deutschlandweiten Initiative "German Zero". Immer mehr Gemeinden schließen sich dem Bündnis an, fordern das Klimaziel bis 2035 und erarbeiten Lösungen. Mehr als 50 solcher Klimaentscheide wurden laut "German Zero" seit 2020 gestartet. Allein im Rems-Murr-Kreis, der Region um Waiblingen, gibt es mittlerweile fünf Bündnisse. "Wenn immer mehr Kommunen das umsetzen, gibt es einen Dominoeffekt", hofft Zeiner. Sie steht auf der Abbiegespur, kurz vor ihrem Haus. "Dann kann es unsere Generation vielleicht noch richten", sagt sie und fügt in Schwäbisch hinzu: "Schließlich haben wir's in den besten Jahren versaubeutelt."

Wir erleben eine Zeit des Wandels. Wie steht es um die Zukunft des Landes? Welche innovativen Ideen gibt es? Das ist das Thema der großen SZ-Schwerpunkts "Zukunft Deutschland". Alle Beiträge sowie weitere Analysen und Reportagen finden Sie auf dieser Seite.