Hier wird wieder einmal deutlich, wie entscheidend die adäquate Berichterstattung für den Klimaschutz ist. Jahrelang wurde die Berichterstattung in völlig falsche Bahnen gelenkt!
Ein Auszug aus Heise Telepolis hier
Auch in Europa spielte Klimaschutz seit dem Paris-Abkommen weiter
keine Rolle in der politischen Öffentlichkeit. Der damalige
SPD-Abgeordnete Marco Bülow untersuchte zum Beispiel 204 Sendungen der
fünf relevantesten Polit-Talkshows in den Öffentlich-Rechtlichen
(Maischberger, Anne Will, Hart aber fair, Jauch und Maybrit Illner) für
den Zeitraum von Oktober 2015 bis März 2017:
So wichtig einige Themen sicher waren und sind, niemand kann
rechtfertigen, dass in 1,5 Jahren jede vierte Sendung speziell das Thema
Flüchtlinge behandelt und sich fast jede zweite Sendung generell mit
dem Themenkomplex Flüchtlinge, Islam, Terror/IS, Populismus/Extremismus
befasst hat. (…) Klimawandel kam sogar gar nicht vor. Das ist nicht nur
bedenklich, sondern prägt die öffentliche Debatte sehr einseitig. Die
Themenauswahl spiegelt absolut nicht die tatsächlichen Probleme in
unserer Gesellschaft wider und stellt damit ein Zerrbild der
Wirklichkeit dar.
Marco Bülow
Auch im Bundestagswahlkampf 2017 war Klimapolitik so gut wie kein
Thema. Von den 95 Minuten des TV-Duells zwischen Angela Merkel und
Martin Schulz fiel rund die Hälfte auf die Flüchtlings- und
Asylsituation. Klimaschutz kam dagegen gar nicht zur Sprache.
Mit der "Flüchtlingskrise" beherrschte ein AfD-Thema die Presse
In der Presse insgesamt wurde das Thema seit 2015 nur 230.000 Mal
aufgebracht und damit etwa achtmal weniger als die sogenannte
Flüchtlingskrise, auf die man im selben Zeitraum rund 1,8 Millionen Mal
verwies.
In den Sommerinterviews von ARD und ZDF 2018 nahm
der Komplex Flucht, Asyl und Migration weiter mehr als ein Drittel der
Redezeit ein. Die Journalisten stellten keine einzige Frage zum
Klimawandel (wie auch viele andere wichtige Themen, etwa Armut, kaum Aufmerksamkeit erhielten).
Die AfD wurde zur großen Gewinnerin des politisch-medialen
Spektakels. Sie konnte sich bei der Wahl um rund acht Prozent auf 12,6
steigern, obwohl sie sich Ende 2015 bereits auf dem Sinkflug befunden
hatte.
Was den Erfolg ermöglichte, war aber nicht der Flüchtlingszuzug, wie
der Jahresbericht 2018 des Mercator Forums Migration und Demokratie
feststellt, sondern die anhaltend alarmistische Stimmung, die von Medien
und Politik mit Blick auf unsichere Grenzen und Integrationsprobleme
erzeugt wurde.
Vor diesem Hintergrund konnte die AfD Wähler mobilisieren und sich
dauerhaft in der politischen Landschaft etablieren, während der Zuzug
der Flüchtlinge in den Jahren abnahm, Kriminalität weiter sank und alle
wirtschaftlichen Indikatoren (Wachstum, Nettoreallöhne, Beschäftigung
etc.) nach oben zeigten.
Die AfD benutzte ihren gewachsenen Einfluss auch, um gegen die
Klimaschutzpolitik mobil zu machen, Zweifel am anthropogenen Klimawandel
zu säen, Halbwahrheiten zu verbreiten und Umweltschützer zu
diffamieren. In den USA hatte die Trump-Kampagne vorgemacht, wie man
eine reale durch eine Fake-Bedrohung ersetzt.
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