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Dienstag, 31. Oktober 2023

Forscherin über Klima-Kommunikation: „Veränderung ist ansteckend“

Dies ist ein wunderbarer Artikel, den ich jedem nur an`s Herz legen kann!
UM  dem Klimawandel zu begegnen können und müssen wir jedem Menschen aufzeigen, "dass er Teil der Lösung sein kann. Dass er ein Held sein kann anstatt nur ein Bösewicht. Wir müssen Menschen dabei helfen, sich als Teil einer besseren Zukunft zu sehen." Das ist eine tolle Aufforderung, die ich gerne unterstütze.

TAZ hier IM INTERVIEW:KATHARINE HAYHOE

Auszug aus dem Text: Wir müssen uns viel aktiver vorstellen, wie gut eine Welt wäre, in der wir aktiv etwas gegen die Klimakrise unternehmen. 

Eine Welt, in der Luftverschmutzung nicht jedes Jahr Millionen von Menschen tötet. In der alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben. In der sie keine Angst vor Naturkatastrophen haben müssen. 

Deshalb brauchen wir in der Klimabewegung nicht nur Politiker, Wissenschaftler und Aktivisten, sondern auch Künstler und Kreative. Wir müssen verstehen, dass der Klimawandel zwischen uns und dieser besseren Welt steht.

Katharine Hayhoe ist Klimaforscherin, evangelikale Christin und Social-Media-Star. Im Interview verrät sie Tricks für Gespräche über die Klimakrise.

Donnerstag, 2. Februar 2023

„Psychologie ist zu unpolitisch“

 Psychologie heute  hier   Von   05. Jan 2023

Das stört Christoph Burger: Die kritische Psychologie sei zu unkritisch und eingestaubt. Der Psychologe Christoph Burger wünscht sich eine Generalüberholung.

Es wäre eine Disziplin, die erkennt, wie unendlich schwer es Menschen fallen muss, sich von den gewohnten Gedanken, Vorstellungen und Verhaltensweisen aus 250 Jahren Wachstum zu verabschieden. Eine Psychologie, die den Reparatur- und Optimierungsbetrieb zur Seite schiebt und systemkritisch forscht und handelt. Die die kritische Psychologie entstaubt und auffrischt und eine neue kritische Umweltpsy­chologie etabliert. Die in den radikalen Notfallmodus wechselt und andere Fächer und Menschen mitreißt. 

Und darüber nicht vergisst, dass die meisten Menschen zu viel und die Superreichen über jedes Maß konsumieren. Und Konzernmanager uns für ihren Profit fortwährend mit den fossilen Suchtstoffen füttern. Es gilt jetzt, darauf aufmerksam zu machen und zu erklären, warum die Warnungen vor der ­Klimakrise verpuffen: Solange daneben Anzeigen vom fossilen Weiter-so künden, setzen diese die Ist-Normen – die bekanntlich die Soll-Normen besiegen.

Mehr Systemkritik, um die Notlage zu bewältigen

Die „Klimakommunikation“ würde diese Psychologie weniger in dem persönlichen Gespräch suchen, da doch Machtstrukturen bestimmen, wer mit wem spricht, bevor ein Austausch überhaupt starten kann.

Wir würden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Scientist Rebellion nicht allein auf der Straße sitzen lassen, sondern ihre Aktionen als eine Klimakommunikation begreifen, die dem vorliegenden Notfall angemessen ist.

Wir würden weniger Wert legen auf das Ziselieren der kognitiven Verzerrungen, das schlussendlich nicht erhellt, wie wir sein könnten, da es doch nur eine scheiternde Spezies beschreibt. Wir würden so vielleicht das wenig beachtete Modell der Ich-Entwicklung wiederentdecken. Das zeigt, wie Menschen sich am Ende vom Konsum abwenden und an ihrem reich entfalteten Innenleben erfreuen, an der Natur und am universellen Miteinander, was sich harmonisch zu den indigenen antikolo­nialistischen Denktraditionen gesellt.

Wir hätten eine Psychologie und eine Psychotherapie, die vermittelten, was zu tun ist, und dies selbst vorlebten. Jetzt, da wir unmittelbar vor dem Auslösen der Kipppunkte und möglicher Kipppunktkaskaden stehen. So könnten Menschen zusammenfinden, um unsere Kooperationskrise in eine wahre Krisenkooperation zu verwandeln und gemeinsam die anstehende psychische Herkulesaufgabe zu bewältigen.

Christoph Burger ist Psychologe und arbeitet als Karriereberater und Coach. Er engagiert sich bei Psychologists for Future und im Arbeitskreis Kritische Umweltpsychologie der Initiative ­Psychologie im Umweltschutz

Freitag, 16. September 2022

Nach Sommer der Trockenheit

Spiegel hier  14.09.2022

Mehr als 500 französische Journalisten unterzeichnen Charta für Klimaberichterstattung

Der Weltklimarat hat die Rolle der Medien bei der Information über die Klimakrise hervorgehoben. In Frankreich nahmen sich dies Medien und Mitarbeitende zum Anlass, Ziele für ihre Arbeit zu formulieren.
Bilder von Eis schleckenden und badenden Kindern sollen nicht mehr zum Bebildern der durch den Klimawandel verschlimmerten Hitzewellen benutzt werden. Das ist eine der Empfehlungen, die aus einer Charta hervorgehen, die mehr als 500 Journalisten in Frankreich unterzeichnet haben. In der am Mittwoch veröffentlichten Erklärung verpflichten sie sich, Klimawandel nicht als einzelnes Thema zu behandeln, sondern dessen Auswirkungen in der gesamten Berichterstattung zu berücksichtigen. (Lesen Sie hier die Charta als PDF in englischer Fassung)
Selbst in diesem Sommer, der von Trockenheit und Waldbränden geprägt war, sei der Zusammenhang mit dem Klimawandel »nur selten« erwähnt worden, sagte Loup Espargilière, einer der Autoren der Charta. Etwa 30 Redaktionen und mehrere Journalistenschulen bekennen sich ebenfalls zu der Charta, unter ihnen auch die Auslandsrundfunksender RFI und France 24.
Nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Strategien im Kampf gegen dessen Auswirkungen sollen genauer in den Blick genommen und hinterfragt werden. Journalisten sind aufgerufen, sich zu dem Thema ständig weiterzubilden und die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf verständliche Weise zu vermitteln.
Die beteiligten Redaktionen wollen darauf achten, ihren CO₂-Ausstoß zu vermindern, ohne dabei die Recherche vor Ort zu vernachlässigen. Das bedeutet etwa, umweltfreundliche Verkehrsmittel zu nutzen und auf Journalisten vor Ort zu setzen. Auf Werbung für klimaschädliche Produkte soll möglichst verzichtet werden.

Sonntag, 4. September 2022

Desinformationen zum Klima: Pseudo-Experten schaffen Glaubwürdigkeit

hier  ARD  Faktenfinder 02.09.2022 Carla Reveland

Immer wieder tauchen offene Briefe oder Deklarationen auf, die den menschengemachten Klimawandel anzweifeln - unterschrieben von Wissenschaftlern. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch auf: Die vermeintlichen Experten sind gar keine Klimaforscher.

Eine Datenanalyse vom Institut für strategischen Dialog (ISD) und der Koalition Climate Action Against Disinformation (CAAD) zeigt, dass Desinformationen zum Thema Klima gezielt verbreitet werden, um Klimamaßnahmen zu verhindern oder zu verzögern.

Der Bericht "Leugnen, Täuschen, Verzögern" kommt zu dem Schluss, dass sich "Junk-Wissenschaft, Klimaverschleppung und Angriffe auf Klimaexperten" durchsetzen konnten, weil nicht genügend gegen Desinformationen im Internet vorgegangen wurde. 

Wenige Akteure sind für sehr viele der verbreiteten Desinformationen über das Klima verantwortlich - viele von ihnen haben einen wissenschaftlichen oder akademischen Hintergrund und könnten so Glaubwürdigkeit für ihre Analysen beanspruchen. 
Sowohl strukturell als auch inhaltlich überschnitten sich viele Konten von Corona- und Klimaskeptikern.

Desinformationskampagne: AfD teilt manipuliertes Baerbock-Video

Dieses Thema würde ich zwar gerne aussparen, aber es gibt einen Zusammenhang mit dem Klimaschutz. Daher gehört es genau hierher.

Rußland greift massiv verdeckt in die deutsche Medienlandschaft ein. In den letzten Wochen wurden immer wieder Desinformationskampagnen enttarnt, die sich den Anschein von bekannten deutschen Medien gaben. Ein besonderer Dorn im Auge scheint die Grüne Außenministerin, die Klartext redet.
(Das war schon vor der letzten Bundestagswahl so, siehe hier)

Putin und seine Anhänger wollen keine Klimawende - sie wollen weiterhin mit Gas und Öl viel Geld verdienen. Auch wenn die Permafrost-Böden tauen, wird vermutet, dass auch die Russische Landwirtschaft im großen Ausmaß vom Klimawandel profitieren wird. In Watson hier  war zu lesen: "Russland ist eines der Länder, das schon jetzt als Profiteur des Klimawandels gehandelt wird – zumindest aus Sicht der russischen Politik und auch großen Teilen der russischen Bevölkerung."

Und die deutschen Medien? Zumindest die erwähnte "Welt" hält enge Bezüge zu den großen Verdienern in der fossilen Energie-Branche. Ist ja irgendwie schon seltsam, dass solche hochrangigen Redakteure ausgerechnet vom Englischen ins Deutsche falsch übersetzen....Ich meine Fehler passieren, aber die Englische Sprache müsste in diesen Kreisen schon soweit sitzen, dass es jemandem auffällt in der Redaktion....


AfD teilt manipuliertes Baerbock-Video - Detail entlarvt Kreml-Propaganda  hier im Focus  am 3.9.22

...

Weidel teilt Baerbock-Video - Wasserzeichen entlarvt Kreml-Propaganda

Weidel war eine der Ersten, die das Video geteilt haben. Brisant: Das Video enthielt ein Wasserzeichen des „Russian American Daily“-Kanals. Allein auf Weidels Facebook-Profil wurde es 140.000 Mal angeklickt, weitere 115.000 Mal auf dem offiziellen AfD-Account bei Facebook. Auch hier wurde das Video mit dem Wasserzeichen des kremlnahen Accounts verwendet. Weitere AfD-Politiker teilten das Video und forderten ebenfalls Baerbocks Rücktritt.


Deutsche Medien übersetzten Zitate fehlerhaft

Hinzu kommt, dass deutsche Medien die englischen Sätze Baerbocks teilweise falsch übersetzt haben. „Die Welt“ veröffentlichte etwa einen Artikel mit der Überschrift: „Regierung stehe an Seite der Ukraine, egal, was die deutschen Wähler denken“. Baerbock spricht im Video jedoch ausschließlich von ihrer Wählerschaft, den Grünen-Wählern. Laut „Spiegel“ wurde der „Welt“-Artikel tausendfach geteilt, erst nach Stunden sei die Überschrift korrigiert worden.


Kein Deepfake-Video

Zwar wurden Video- und Audiomaterial nicht mithilfe von Software manipuliert. Jedoch wurden Baerbocks Aussagen so zusammengeschnitten, dass das Gesagte inhaltlich entstellt wird. Die Außenministerin hat die Sätze, die in der Kurzversion vorkommen zwar geäußert, jedoch werden relevante Aussagen weggelassen. Aus einer 2 Minuten und 13 Sekunden langen Rede wurde letztendlich ein 54 Sekunden langes Video.

Freitag, 5. August 2022

„Müssen aufhören, die Klimakrise als ein Umweltthema zu betrachten“

 Utopia  hier  Von    5. August 2022

Sind die Kipppunkte der Erde einmal erreicht, drohen der Menschheit unaufhaltsame Veränderungen. Der Klimaforscher Johan Rockström warnt eindringlich davor – und verlangt „harte politische Entscheidungen“.

Der Schwede Johan Rockström ist einer von zwei Direktoren des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Der Resilienz- und Klimaforscher klärt unter anderem in der Netflix-Dokumentation „Breaking Boundaries“ über die planetaren Grenzen auf – jene ökologischen Schwellen der Erde, deren Überschreitung die Stabilität der Ökosysteme und somit die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährdet. In einem Interview mit der Zeit stellt sich der 56-Jährige der Frage, warum es der Wissenschaft trotz belastender Daten zur Klimakrise nur sehr schwer gelingt, viele Menschen zu erreichen.

Für Rockström liege es mitunter daran, dass Wissenschaftler:innen keine „Kommunikationsexperten“ seien, wie er sagt. Eine weitere Verantwortung sehe er bei den Medien, auch Journalist:innen tragen dem Wissenschaftler zufolge einen Teil der Verantwortung und hätten in der Vergangenheit nur „sporadisch“ über den Klimawandel und seine Folgen berichtet.

Klimakrise: „Wie sie die Wirtschaft beeinflusst, die Jobs, die Sicherheit, die Migration“

Sonntag, 22. Mai 2022

"Ungewöhnlich also - aber erklärbar" - Klimawandel kurz mal kleingeredet

Der kleine aber feine Unterschied:
Auch im öffentlichen Fernsehen bekommt man im ZDF Erstaunliches zu hören.

 Wetter oder Klima? - ZDFmediathek

Ein Aktivist schreibt zum Bericht:
"Der letzte Satz ist "Ungewöhnlich also - aber erklärbar"
Aufgrund der Fakten in diesem Bericht könnte das ZDF Alarm schlagen.  
Stattdessen wird verdummt und beruhigt."


Ganz anders wird in den Tagesthemen des ARD berichtet hier


„Was ist das besondere an dieser Wetterlage?“ „Auf den Punkt gebracht - es ist ein ganzes Stück weit der Klimawandel! Solche Temperaturen im Mai, gab es europaweit noch nie!“


Wenn man diese Unterschiede in der Berichterstattung bewusst wahrnimmt, kommen zumindest mir ganz schnell ziemlich eindeutige Politiker-Aussagen in den Sinn, bei denen später wieder zurück gerudert werden musste, wie diese hier. Ich nehme an, dass das keine Einzelmeinung ist.

ARD „abschaffen“: CDU-Politiker Kurze korrigiert umstrittene Aussage

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU in Sachsen-Anhalt, Markus Kurze, hat mit Aussagen zur ARD für Wirbel gesorgt. Im Gespräch mit einer Zeitung sagte er, er wolle „Das Erste“ abschalten. Nun hat er seine Äußerung neu eingeordnet.

Mit Blick auf die öffentlich-rechtlichen Sender sagte Kurze der Zeitung zufolge: „Wir sind der Meinung, dass im öffentlich-rechtlichen Rundfunk oft Minderheitenmeinungen stärker vorkommen als die Meinung der Mehrheit“, sagte er. „Zum Beispiel sollten die Sender nicht nur diejenigen zu Wort kommen lassen, die immer noch mehr und mehr Klimaschutz wollen, sondern auch diejenigen, die das bezahlen müssen.“ Die Vorabmitteilung trug die Überschrift: „Sachsen-Anhalts CDU will „Das Erste“ abschalten“.

Aufgepasst: Unwucht in der Berichterstattung der "Welt"


 "Die Welt" gehört aus Sicht der Klimaschützer zu den ausgesprochen schwierigen Medien, da sie den Klimawandel immer wieder verharmlost hat und fest bei der Lobbyorganisation  ISNM verankert ist, die bei der deutschen #Klimaschmutzlobby eine zentrale Rolle spielt. (hier)
Zum System gehören auch Thomas Bareiß und Oswald Metzger, beide in unserem Ländle politisch aktiv.

Nun eine neue Unwucht der Berichterstattung der Welt, die zum Bild-Universum gehört.
Die neue „Welt“-Chefreporterin Franca Lehfeldt  ist die Verlobte des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner.
Nichts Neues im Prinzip: Der war schon bis 2020 10 Jahre lang mit der Journalistin Dagmar Rosenfeld verheiratet, die seit 2016 in verschiedenen leitenden Positionen bei der „Welt“ arbeitete. Neu ist allerdings die Rolle als Politische Chefreporterin, was direkte Berührung mit den Parteien einschließt.

uebermedien hier


Viele Journalisten sehen die Klima-Berichterstattung in den Medien sehr kritisch und haben sich deshalb für eine gemeinsame Charta engagiert



Über 200 Journalist:innen unterstützen Charta des Netzwerks  zu guter Medien-#Klimakommunikation  @klimajourno. 

Diese zeigt bspw Lösungsmöglichkeiten auf sowie, dass Klimakrise nicht nur ein Thema von vielen ist, sondern Auswirkungen auf jeden Bereich hat. klimajournalismus.de/charta/

Auf dem Bild sind viele professionell genutzt Kameras auf ein nicht sichtbares Motiv links gerichtet. Hinter den Kameras stehen Medienleute.
Der Text "Über 200 Journalist:innen unterzeichnen Charta zu guter Medien-Klimakommunikation" steht oben im Bild, links unten das Logo des Bürgerrat Klima.

Freitag, 29. April 2022

Podcast: "Versagt der Journalismus in der Klimakrise?"

Tagesspiegel  hier  28.04.2022   R

Klimapodcast Gradmesser

Wie Medien zu oft ein falsches Gefühl von Sicherheit schaffen, was besser werden muss, und eine neue Klimacharta, die zum Umdenken anregen will.

In Südasien sind die Temperaturen so hoch wie noch nie zuvor um diese Jahreszeit, bis zu 50 Grad heiß kann es diese Woche noch werden. Die Vize-UN-Generalsekretärin sieht „die Menschheit auf einer Spirale der Selbstzerstörung“, weil sie die Gefahren der Klimakrise nicht richtig einschätzt, und in Brandenburg wird das Wasser so knapp, dass an manchen Orten nicht mehr gebaut werden kann. Dass unsere Art zu leben gerade an ihre Grenzen kommt, ist in der Breite der Bevölkerung aber immer noch nicht angekommen.
Das, sagt Journalistin und Autorin Sara Schurmann,
 liegt auch an den Medien. Und darum geht es im Podcast.

Sara Schurmann ist Mitgründern des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland.
Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen hat sie jetzt eine Klimacharta erarbeitet und am vergangenen Dienstag vorgestellt.
Die Charta betont die grundsätzliche Verantwortung von Klimajournalismus, die wissenschaftlichen Grundlagen, und schlägt Änderungen vor, damit in vielen Medien nicht weiter ein Gefühl von Sicherheit angesichts der Erderhitzung erzeugt wird, das so nicht der Realität entspricht.

Wieso gerade im Klimajournalismus die „False Balance“, eine „falsche Ausgewogenheit“, ein großes Problem ist, warum die Kenntnisse über die grundlegenden Zusammenhänge der Klimakrise in Redaktionen viel weniger verbreitet sind als beispielsweise Grundlagenwissen über Corona, und warum das trotzdem Anlass zur Hoffnung gibt, auch darüber spricht Sara Schurmann. 

Die Autorin von „Klartext Klima“ geht davon aus: „Solange wir die Krise nicht darstellen, wie sie ist, und angemessen in die Medien heben, solange werden wir auch nicht anfangen, angemessen darauf zu reagieren als Gesellschaft.“

Sara Schurmann, Journalistin und Autorin des Buches „Klartext Klima“, ist Mitbegründerin des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland und hat die Klimacharta mitverfasst.
Sara Schurmann, Journalistin und Autorin des Buches „Klartext Klima“, ist Mitbegründerin des Netzwerks Klimajournalismus...FOTO: JULIA STEINIGEWEG

Außerdem im Podcast: Jakob Schlandt, Leiter des Tagesspiegel Background Energie und Klima erklärt, warum die am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Energiesubventionen „Quatsch“ sind, wie diese sogar dazu führen könnten, dass wir mehr Gas aus Russland importieren, und warum er trotzdem damit rechnet, dass insgesamt die Energiewende jetzt schneller vorangeht.


hier geht`s zum Podcast

Samstag, 12. März 2022

Mehr Mut zum Guten

 10.03.2022  |  VON TILMANN P. GANGLOFF KULTUR@SUEDKURIER.DE  hier

Seit 15 Jahren befindet sich Europa in einer gefühlten Dauerkrise: die Banken, der Euro, die Flüchtlinge, Corona; und nun auch noch der russische Überfall auf die Ukraine. Kein Wunder, dass manche Menschen, für die „Tagesschau“ oder „heute“ früher Pflichttermine waren, derzeit kaum mehr Lust auf Nachrichtensendungen haben. Wie also soll man in diesen Zeiten berichten, von was kann man noch erzählen?

Die Journalistin Ronja von Wurmb-Seibel appelliert in ihrem Buch „Wie wir die Welt sehen“ an ihre Kollegen, auf den „Negativ-Filter“ zu verzichten. In der Tat lautet ein uraltes Presse-Credo, nur schlechte Nachrichten seien gute Nachrichten. Wurmb-Seibel hat früher, als sie noch für das Politikressort der „Zeit“ gearbeitet hat, ähnlich gedacht. Ihr Sinneswandel erfolgte, während sie 2013 und 2014 als Reporterin in Afghanistan war. Als sie feststellte, dass ihr die Auseinandersetzung mit dem Elend jegliche Lebenskraft entzog, hielt sie gezielt Ausschau nach Geschichten, die Mut machen.

Mittwoch, 26. Januar 2022

Experten fordern bessere Kommunikation positiver Langzeiteffekte von Klimaschutz

Auch wenn wir uns das dringend wünschen würden: selbst ein Super- Minister kann nicht zaubern. 
Er ist eingebunden in das politische System, das furchtbar langsam funktioniert und er ist immer noch abhängig von den politischen Mehrheiten. Große und wichtige Bereiche der Ampel-Regierung, wie z.B. der Verkehr und die Beibehaltung  klimaschädlicher Subventionen entziehen sich seinem direkten Zugriff, dafür sind FDP-Minister zuständig, die bisher lieber von gewaltigen zukünftigen Technologiesprünge geträumt haben......

Warum Habeck eine Eröffnungsbilanz brauchte ist klar: er musste aufzeigen wo Deutschland im Moment steht, um daraus einen realistischen Weg zu entwickeln.
Ich finde es vollkommen in Ordnung, dass er nicht Wunschdenken befeuert, wie das bisherige Minister gerne getan haben  (wir sehen ja wohin das geführt hat) sondern die harte Realität aufzeigt.
Klimaschutz ist harte  und langwierige Arbeit - ein Marathon wie Habeck bereits sagte.

Und Klimaschutz hat wenigstens vorübergehend mit Einschränkung zu tun. Wahrscheinlich werden wir uns in 20 Jahren verwundert fragen: warum haben wir das nicht schon viel früher begonnen - die Lebensqualität ist gestiegen! Man denke nur an die Luftverschmutzung, an das Plastik-Problem, an die schlechte Grundwasserqualität., die Abhängigkeit von fossiler Energie.....
Aber noch sind wir nicht soweit. Es wird hart und vieles muss sich verändern bis dahin.

Und damit wir diesen Schritt trotz aller Härte auch wirklich weiter gehen, deshalb braucht es den Druck von der Straße, von der Wissenschaft, von den Klima-Aktivisten und auch von den Gerichten. Von all denen,  die bereits jetzt vorausschauend begriffen haben, was ein Nicht-Handeln für uns alle bedeuten würde.

Für mich kommt jetzt nur ein Vorwärtsgehen in Frage, und zwar ein schnelles. Und ich hoffe dass sich alle Akteure dabei  bestmöglich gegenseitig unterstützen. Die Aufgabe ist so groß, dass es viele Akteure braucht, nicht nur einen "da oben", die daran mit aller Kraft arbeiten.


Watson hier

Kein Aufschrei trotz verfehlter Klimaziele

Nach dem Eingeständnis von Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne), dass Deutschland auch 2022 und 2023 die im Klimaschutzgesetz verankerten Ziele vermutlich nicht erreichen werde, gehen Klimaschützer und Umweltverbände auf die Barrikaden.

Die Aussage verdeutliche das Versäumnis der ehemaligen Bundesregierung, funktionierende Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

Dienstag, 11. Januar 2022

Gemeinnütziger Journalismus wird bundesweit kommen

Correctiv.org: In eigener Sache 11. Dezember 2021  hier  von David Schraven

Gemeinnütziger Journalismus wird bundesweit kommen

Die Medienlandschaft wird sich grundlegend verändern. Im Koalitionsvertrag hat die neue Bundesregierung festgeschrieben, dass die Gemeinnützigkeit von Medien allgemein möglich wird. Damit entsteht eine dritte Säule der Medien. Überlegungen zu ganz neuen Perspektiven, von CORRECTIV-

Montag, 3. Januar 2022

"Die Klimaproteste werden radikaler"

Spektrum der Wissenschaft  hier

Kolumne: Storks Spezialfutter von Ralf Stork

Grund dafür ist die Untätigkeit der Politik. Solange die Proteste friedlich bleiben, könnte das ein notwendiger Impuls im Kampf gegen die Klimakrise sein, meint unser Kolumnist.

eigene Fotos: Freitagsdemo in Friedrichshafen im September 2021



Mitte Dezember sind in Berlin fünf junge Frauen festgenommen worden, weil sie Parolen an die Fassade des Kanzleramts gepinselt hatten. »Essen retten Agrarwende (Ge)setz jetzt« war da in krakeliger Schrift zu lesen. 

Sonntag, 26. Dezember 2021

Freiheit der Wissenschaft: "Wenn wir nichts ändern, hat unsere Demokratie ein Problem"

 Die Zeit   hier

Es ist genug! Weil sie ihr Wissen teilen – ob in Pandemie oder Klimakrise – werden Forschende zur Zielscheibe. 31 prominente Stimmen gegen Hass und für die Wissenschaft

Dienstag, 14. Dezember 2021

Wie fühlt sich ein sterbender Wald an?

RiffReporter   hier  von 

Interview mit Torsten Schäfer, Hochschullehrer für Umwelt- und Klimajournalismus

Wie fühlt sich ein sterbender Wald an? Welchen visuellen Eindruck hinterlässt der Rhein, wenn er kaum noch Wasser führt? Für den Umweltexperten Torsten Schäfer, Autor des Buchs „Wasserpfade“, sind das entscheidende Fragen für einen neuen Journalismus, der die größten Probleme der Zeit, das Artensterben und den Klimanotstand umfassend im Blick hat. Kontextualisierung sei dabei die größte Aufgabe.

Samstag, 4. Dezember 2021

Greenpeace fordert eine Reglementierung der Fleischwerbung

 Das MDR Klima-Update <klima@mdr.de>  von Florian Zinner, MDR

🥩Was Fleischwerbung mit dem Klima so anstellt

Vielleicht haben Sie's gehört: Greenpeace fordert in einem Papier, die Werbung für Fleischprodukte zu reglementieren. Solche Regeln gibt es schon in anderen Branchen, v.a. für Tabakprodukte.

Warum das wichtig ist:

  • Drei Viertel der landwirtschaftlichen Klimagase stammen aus der Tierhaltung
  • Vor allem Stickstoff-Überschüsse in der deutschen Massentierhaltung sind ein Problem
  • Für große Anbauflächen für Monokulturen (z.B. Soja) wird der fürs Klima wichtige Regenwald abgeholzt. Monokulturen sind ohnehin keine gute Idee. Soja, das auf diese Weise produziert wird, wandert vor allem in Tierfutter für die Massentierhaltung, nicht in Tofu und Sojamilch.

Was bleibt:

  • Greenpeace hält es für fahrlässig, den Fleischkonsum mit trügerischen Bildern und Slogans zusätzlich anzuheizen
  • 52 Marken in verschiedenen europäischen Ländern wurden untersucht, der Fokus lag auf Methoden, wie die Fleischindustrie den Konsum ihrer Produkte anzukurbeln versucht
  • Greenpeace fordert finanzielle Anreize für Verbraucher*innen – z.B. steuerliche Vergünstigungen von Obst und Gemüse, aber auch finanzielle Unterstützung für Landwirt*innen, um den Ausstieg aus der Tierhaltung attraktiver zu gestalten
  • indes nimmt der Fleischkonsum in Deutschland langsam ab

Dienstag, 23. November 2021

Update: Primetime für`s Klima - Fundstücke aus dem Netz

Ursprüngliche Ankündigung: 

Gemeinsam erkunden wir in unterschiedlichen Medien unsere "Lieblingsformate" in Sachen Klimaberichterstattung. 
In den vergangenen Jahren hat die mediale Berichterstattung über Nachhaltigkeit, den Verlust der Artenvielfalt und die Klimakrise merklich zugenommen. Trotzdem berichten Zeitungen, Fernsehen und Radio nicht immer angemessen über Auswirkungen des Klimawandels und Klimapolitik. Ernsthafte, umfassende Medienbeiträge finden sich zu selten auf Titelseiten, und werden kaum zu Hauptsendezeiten ausgestrahlt. 

Update: Eine Super-Sammlung von Online-Zeitungen, Podcasts, Blogs, Social Media u.v.m. alles zum Thema Klimagerechtigkeit.
Nur gut Recherchiertes und von Fachleuten/Klimaaktiven Empfohlenes. ...das Ergebnis des gestrigen Video-Meetings mit Anja-Lisa Hirscher von der KAB 

Alles mit kurzer Beschreibung ist hier zu finden

Montag, 22. November 2021

Rechter Kulturkampf gegen die Klimakrise

Hier wird wieder einmal deutlich, wie entscheidend die adäquate Berichterstattung für den Klimaschutz ist. Jahrelang wurde die Berichterstattung in völlig falsche Bahnen gelenkt!
Ein Auszug aus Heise Telepolis hier

Auch in Europa spielte Klimaschutz seit dem Paris-Abkommen weiter keine Rolle in der politischen Öffentlichkeit. Der damalige SPD-Abgeordnete Marco Bülow untersuchte zum Beispiel 204 Sendungen der fünf relevantesten Polit-Talkshows in den Öffentlich-Rechtlichen (Maischberger, Anne Will, Hart aber fair, Jauch und Maybrit Illner) für den Zeitraum von Oktober 2015 bis März 2017:

So wichtig einige Themen sicher waren und sind, niemand kann rechtfertigen, dass in 1,5 Jahren jede vierte Sendung speziell das Thema Flüchtlinge behandelt und sich fast jede zweite Sendung generell mit dem Themenkomplex Flüchtlinge, Islam, Terror/IS, Populismus/Extremismus befasst hat. (…) Klimawandel kam sogar gar nicht vor. Das ist nicht nur bedenklich, sondern prägt die öffentliche Debatte sehr einseitig. Die Themenauswahl spiegelt absolut nicht die tatsächlichen Probleme in unserer Gesellschaft wider und stellt damit ein Zerrbild der Wirklichkeit dar.

Marco Bülow

Auch im Bundestagswahlkampf 2017 war Klimapolitik so gut wie kein Thema. Von den 95 Minuten des TV-Duells zwischen Angela Merkel und Martin Schulz fiel rund die Hälfte auf die Flüchtlings- und Asylsituation. Klimaschutz kam dagegen gar nicht zur Sprache.

Mit der "Flüchtlingskrise" beherrschte ein AfD-Thema die Presse

In der Presse insgesamt wurde das Thema seit 2015 nur 230.000 Mal aufgebracht und damit etwa achtmal weniger als die sogenannte Flüchtlingskrise, auf die man im selben Zeitraum rund 1,8 Millionen Mal verwies.

In den Sommerinterviews von ARD und ZDF 2018 nahm der Komplex Flucht, Asyl und Migration weiter mehr als ein Drittel der Redezeit ein. Die Journalisten stellten keine einzige Frage zum Klimawandel (wie auch viele andere wichtige Themen, etwa Armut, kaum Aufmerksamkeit erhielten).

Die AfD wurde zur großen Gewinnerin des politisch-medialen Spektakels. Sie konnte sich bei der Wahl um rund acht Prozent auf 12,6 steigern, obwohl sie sich Ende 2015 bereits auf dem Sinkflug befunden hatte.

Was den Erfolg ermöglichte, war aber nicht der Flüchtlingszuzug, wie der Jahresbericht 2018 des Mercator Forums Migration und Demokratie feststellt, sondern die anhaltend alarmistische Stimmung, die von Medien und Politik mit Blick auf unsichere Grenzen und Integrationsprobleme erzeugt wurde.

Vor diesem Hintergrund konnte die AfD Wähler mobilisieren und sich dauerhaft in der politischen Landschaft etablieren, während der Zuzug der Flüchtlinge in den Jahren abnahm, Kriminalität weiter sank und alle wirtschaftlichen Indikatoren (Wachstum, Nettoreallöhne, Beschäftigung etc.) nach oben zeigten.

Die AfD benutzte ihren gewachsenen Einfluss auch, um gegen die Klimaschutzpolitik mobil zu machen, Zweifel am anthropogenen Klimawandel zu säen, Halbwahrheiten zu verbreiten und Umweltschützer zu diffamieren. In den USA hatte die Trump-Kampagne vorgemacht, wie man eine reale durch eine Fake-Bedrohung ersetzt.

Lesen Sie den ganzen Artikel hier

Dienstag, 9. November 2021

Update: Journalist:innen, nehmt die Klimakrise endlich ernst!

Die Aufzeichnung der digitalen Diskussion zum Thema:
"Primetime fürs Klima" ist online   hier

Eine wirklich gute Diskussion zum Thema Klimaschutz in den Medien.

Sara Schurmann hat als Journalistin einen offenen Brief geschrieben  hier :
Journalist:innen, nehmt die Klimakrise endlich ernst!


Sara Schurmann berichtete aus ihrer Erfahrung als Journalistin:

Sie sagt "es gibt guten Klimajournalismus in Deutschland" aber "in den meisten Politik- und Wirtschaftsbeiträgen, auch im Lokalen, wird Klima einfach ausgeblendet".

Mittwoch, 6. Oktober 2021

"Klimaberichterstattung – warum ein Umdenken dringend notwendig ist"

 hier  ganz zu lesen

Mangelndes Faktenwissen, Verdrängung und handwerkliche Missverständnisse führen dazu, dass die Klimakrise in vielen Redaktionen zu kurz kommt. Das kritisiert die Journalistin Sara Schurmann – und erklärt, warum sie eine Debatte innerhalb der Branche anstoßen will. 

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung der Menschheit, die Coronakrise eine Fingerübung dagegen – das sagen nicht nur Politiker*innen, sondern auch Journalist*innen. Das Problem: Regierungen industrialisierter Staaten setzen noch immer keine angemessenen Maßnahmen um und die meisten Medien schenken dem Klima nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit wie COVID-19. Wie kann das sein? 

Es ist ein Unterschied, ob wir den Mechanismus der globalen Erwärmung grob verstehen und dessen Bedrohung anerkennen. Oder ob wir uns bewusst sind, was das konkret für das eigene Leben bedeutet und wie wenig Zeit bleibt, dramatische Veränderungen zu verhindern, die nicht rückgängig gemacht werden können.

Die Fakten sind ausreichend erforscht

Diesen Erkenntnisschritt zu machen, ist gar nicht so einfach, da auch vielen Journalist*innen gar nicht klar sein dürfte, dass es da überhaupt etwas tiefer zu begreifen gibt. Schließlich sprechen nicht nur Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und Journalist*innen seit Jahrzehnten vom „Klimawandel“ – die entscheidenden Fakten sind erforscht und grundlegend bekannt. 

Dass sich der Klimawandel in den Jahrzehnten des Nichtstuns in eine lebensgefährdende und alles umfassende Krise ausgewachsen hat, scheinen noch nicht alle realisiert zu haben. Auch wenn etwa die britische Tageszeitung „The Guardian“ seine Klima-Berichterstattung seit Jahren immer wieder verstärkt, sind es international wie national vor allem kleinere journalistische Projekte wie Klimafakten.de, „Riffreporter“ und „Klimareporter“, die versuchen, dem Ausmaß der Klimakrise mit ihrer fundierten Berichterstattung gerecht zu werden.

Die Gründe für dieses global mangelnde Krisenbewusstsein sind vielfältig und komplex. Die drei wichtigsten Gründe – neben bewusst gestreuten Zweifeln durch Lobbygruppen – sind wohl: mangelndes Faktenwissen, psychologische Mechanismen wie Verdrängung und journalistisch handwerkliche Missverständnisse.