Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen.
Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Wahrscheinlich geht es Ihnen so wie mir: Hunde und Katzen sind mir nahe, Schweine, Kühe oder Hühner dagegen eher weniger.
Das mag daran liegen, dass erstere bei uns Menschen zu Hause leben, wir mit ihnen kuscheln, sie neben unserem Bett schlafen lassen, ihnen zu essen geben.
Bei Nutztieren ist es anders: Wir haben kaum mit ihnen zu tun, außer, wenn sie auf unseren Tellern landen. Um das für uns selbst zu rechtfertigen, setzen wir uns lieber nicht so richtig mit ihnen auseinander. Wir beschäftigen uns nicht groß damit, wie sie fühlen oder ob sie womöglich schlauer sind, als wir denken. Intelligente Tiere zu essen passt nicht zu unseren moralischen Überzeugungen.
ARD hier Stand: 07.10.2022 Von Alexa Höber und Britta Kunft, NDR
Heizkosten für Landwirte
Alle deutschen Schweineställe zusammen verbrauchen so viel Heizenergie wie eine Stadt in der Größe Braunschweigs. Das hat die Deutsche Umwelthilfe errechnet. Sie fordert, den Wärmebedarf in Schweineställen zu senken.
21 Millionen Schweine stehen in Deutschland in Ställen ohne Stroh, die mit externer Energie beheizt werden müssen. Rechnerisch sind dafür laut Deutscher Umwelthilfe jährlich 1,4 Milliarden Kilowattstunden Flüssiggas nötig. Das entspricht dem Heizenergiebedarf von 260.000 Menschen.
Turbo-Mast oder Bio? Oder irgendwas dazwischen? Landwirtschaftsminister
Cem Özdemir hat nun "Eckpunkte" für eine verpflichtende staatliche
Kennzeichnung der Haltungsformen vorgestellt. Doch ein bisschen besser
Fleisch essen reicht nicht
Kaufen Menschen "besseres" Fleisch, wenn sie wissen, unter welchen
Bedingungen die Tiere gelebt haben? Das zumindest scheint der
Vegetarier, Grünen-Politiker und Bundeslandwirtschaftminister Cem
Özdemir zu hoffen. Er hat nun – nach jahrelangen, mut- und erfolglosen
Anläufen seiner Amtsvorgängerin – "Eckpunkte" für eine staatliche Kennzeichnung für Fleisch vorstellt.
Immer mehr Menschen, so das Kalkül, würden sich an der Supermarkttheke
für (aus Tierschutzsicht) bessere Waren entscheiden, wenn sie leicht
verfügbare Informationen über deren Herkunft hätten. Als Beispiel für
einen solchen Erfolg wird gerne die Kennzeichnungspflicht für Eier
angeführt.
Nun ist es zweifellos richtig, dass immer mehr Menschen nach dem Leben
und dem Sterben der Tiere fragen, die sie essen. Dass sie eine kritische
Masse darstellen, die den Markt verändern wird, darf gleichwohl
bezweifelt werden.
Die Erfahrungen mit der freiwilligen Haltungsform-Kennzeichnung des
Einzelhandels zeigt: Oft ist das Angebot an Produkten aus deutlich
besseren Haltungsformen als dem gesetzlichen Mindeststandard gar nicht
verfügbar. Eine echte Wahlfreiheit an der Supermarkttheke bleibt damit
Theorie.
Zum anderen dürfte für die meisten Menschen, gerade in Zeiten der
Inflation und der steigenden Lebensmittelpreise, der Kaufpreis eine
zentrale Rolle spielen. "Billiger" zieht am Ende immer.
Der Staat delegiert seine Verantwortung für den Tierschutz an Verbraucher*innen
Die deutschen Wurst- und Schinkenproduzenten drängen die
Bundesregierung zu mehr Tempo beim Umbau der Tierhaltung.
Verbandspräsidentin Sarah Dhem sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung":
"Wir müssen jetzt endlich mal ins Machen kommen."
Dhem verwies
darauf, dass schon der Vor-Vorgänger von Bundesagrarminister Cem
Özdemir, CSU-Politiker Christian Schmidt, an einer Tierwohlkennzeichnung
gearbeitet habe, "und es gibt immer noch nichts". Mittlerweile sei die
Wirtschaft selbst sehr weit bei dem Thema, so Dhem......
Das
wachsende Angebot veganer und vegetarischer Fleischersatzprodukte löst
bei den deutschen Wurst- und Schinkenproduzenten indes keine
Existenzängste aus. "Wir können aus einer Masse an Rohstoffen eine
Wurstware machen. Ob da nun Fleisch oder Erbsen drin sind, ist
zweitrangig", so Dhem weiter. Größere Sorgen bereite der Branche
hingegen der Wandel bei den Essgewohnheiten. Statt Pausen- oder
Abendbrot mit Wurstbelag kämen zunehmend Fertiggerichte wie Fertigpizzen
auf die Teller.
Insgesamt sei die Wurst-Branche dabei, sich neu
aufzustellen, so Dhem mit Blick auf den sinkenden Fleischkonsum in
Deutschland. Diese Entwicklung mache den Betrieben nichts aus. "Die Zeit
der Völlerei ist vorbei. Unsere Gesellschaft hat in den vergangenen
Jahren mehr Fleisch gegessen, als es gut für sie war." Ein
nachhaltigerer Lebensstil bedeute geringeren Fleischkonsum. "Weniger
heißt aber nicht schlechter", betonte Dhem. Die Wertschätzung gegenüber
Lebensmitteln werde wachsen. "Das ist für meine Branche eine gute
Entwicklung.
21.01.2022
| VON KATRIN PRIBYL WIRTSCHAFT@SUEDKURIER.DE hier
Skandale um Tiertransporte erschüttern regelmäßig
die Öffentlichkeit. Etwa wenn grausame Bilder auftauchen von
zusammengepferchten Kühen, Schafen oder Schweinen, die manchmal tagelang
auf Lkw-Ladeflächen unterwegs sind, in teils brütender Hitze ohne
ausreichend Trinkwasser, nicht selten sogar mit Verletzungen. Häufig
sind die Reisen qualvoll für die Nutztiere. Mehr als 3,8 Millionen sind
es, die jeden Tag zur Schlachtung, zu Zuchtzwecken oder aus anderen
Gründen durch die Staatengemeinschaft transportiert werden. Hinzu kommt,
dass auch der Export von lebendem Vieh aus der EU in Drittstaaten ein
großes Geschäft ist – 2019 waren dies laut EU-Parlament mehr als 1,6
Milliarden lebende Tiere.
Weil sich trotz der bestehenden Regeln
und Appelle in den letzten Jahren wenig geändert hat, unternimmt die EU
jetzt einen neuen Anlauf, um die Bedingungen der Tiertransporte zu
verbessern.
Eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger wünscht sich vom
neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) einer
Greenpeace-Umfrage zufolge Maßnahmen für mehr Tierwohl. 88 Prozent der
Befragten sprachen sich für bessere Haltungsbedingungen mit weniger
Tieren in den Ställen aus, wie Greenpeace mitteilte. Für eine
verpflichtende staatliche Kennzeichnung bei allen Fleisch- und
Milchprodukten in Handel und Gastronomie sind demnach 78 Prozent der
Befragten. Eine große Mehrheit (85 Prozent) wäre laut Umfrage auch dazu
bereit, zusätzliche Steuern oder Abgaben auf Fleischprodukte zu zahlen,
um so das Tierwohl zu erhöhen
Daher hier was zum Mitmachen bei "Wir haben es satt" - auch Online bis zum 18.01:
Ein paar Schlagzeilen aus den letzten Tagen: Immer mehr
Schweinebauern in Deutschland geben auf, weil sich die Arbeit nicht mehr
lohnt. Seit Jahresanfang ist das Töten männlicher Küken verboten;
stattdessen wird ihr Geschlecht im Ei bestimmt. Die Discounter warben zu
Silvester mit Billig-Fonduefleisch, das etwa ein Drittel von dem
kostet, was ein guter Metzger verlangt. An die regelmäßig verunglückten
Tiertransporter haben wir uns inzwischen gewöhnt. Nur die grauenhaften
Stallbrände mit Tausenden eingesperrten und verbrannten Schweinen sorgen
noch für kurze Aufmerksamkeit.
Es läuft etwas schief in der
Landwirtschaft in Deutschland, das ist inzwischen vielen klar. Nur, wie
kommt man aus diesem System wieder heraus, das Millionen Tiere leiden
lässt, die Umwelt verdreckt und Landwirten keinen anständigen
Lebensunterhalt mehr bietet?
Es gibt von Quarks eine 44 Minuten lange Sendung über Fleischersatzprodukte, zu der ich exakt gar nichts zu meckern habe 😳. hier zum Anschauen
Es dürfte vermutlich sogar für die hier anwesenden Veggies ein bisschen was Neues dabei sein, weil die Zahlen so gut visualisiert sind. ....
Anyway: In der Sendung geht es darum, wie nahe die Produkte mittlerweile an echtes Fleisch herankommen, um einen ehemaligen Metzger, der jetzt auf Erbsenprotein umgestiegen ist und seine Abkehr von der Arbeit in Schlachthöfen erklärt mit "Entweder werd' ich bekloppt oder fang an zu saufen oder werd' depressiv oder ich hör auf."
Eine Familie wird begleitet, die ihren Hof zum Teil auf Lupinenanbau umgestellt hat, es gibt einen lustigen Erbsen vs. Soja Check (welches ist die geilere Hülsenfrucht), sehr gute Vergleiche zwischen den benötigten Agrarflächen und den Besuch bei einer Algenfarm in Niedersachsen.
Habe ich mir jetzt auch in die Favoriten gepackt, weil es glaube ich ein ganz guter Türöffner sein kann für Menschen, die dem Thema noch sehr suspekt gegenüberstehen.
Wir können uns Milliardäre nicht mehr leisten, stimmt genau. (vorletzter Post) Und trotzdem ist auch jeder einzelne von uns am Zug, denn die Massentierhaltung muss enden. So schnell wie möglich (hier) Weil die Klima-schädlich ist und weil sie grausam ist. Und weil sie unsere Umwelt zerstört. Was spricht dagegen, weniger Fleisch bewusster zu essen? Wir brauchen wieder mehr Bewusstsein für Qualität in unserem Leben, die ist uns in den letzten Jahrzehnten allzu oft abhanden gekommen.
Der
Veganuary soll mehr Menschen von veganem Essen überzeugen. Aber hat nur
ein Monat wirklich Auswirkungen auf die Umwelt oder das eigene Leben?
So ein veganer Monat ändert doch nichts, das denken
sich sicher viele, die vom Veganuary hören, einem veganen Monat. Das
Prinzip ist nicht neu, die Kampagne startete schon im Jahr 2014 und ist
inzwischen auch in Deutschland sehr beliebt. Aber kann so ein einzelner
Monat mit veganem Leben etwas ändern?
Der Veganuary war ursprünglich eine Kampagne aus Großbritannien, findet
inzwischen aber weltweit statt. Dass es genug Interessierte gibt, zeigte
das vergangene Jahr, 2021 haben laut Vaganuary mehr als 580.000
Menschen teilgenommen, laut der internationalen Website waren diese
Teilnehmer aus über 200 verschiedenen Gebieten und Ländern.
Insgesamt leben aktuell etwa zwei Prozent der Deutschen komplett vegan, etwa zehn Prozent vegetarisch. Das klingt wenig, macht so ein Monat also wirklich irgend einen Unterschied?
Diesen Effekt hat der Veganuary:
Neue
Produkte: Mehr als 825 neue vegane Menüs und Produkte wurden laut der
offiziellen Website im Jahr 2021 auf den Markt gebracht.
Vorteile
für Menschen mit Unverträglichkeit: Wo früher Milch oft die einzige
Option war, ist der Supermarkt heute voll von pflanzlichen Alternativen
und macht Laktoseintoleranten das Leben deutlich leichter, auch Schokolade und vieles mehr gibt es inzwischen ohne Kuhmilch.
CO₂-Einsparung:
Laut Veganuary, die Daten von Dr. Helen Harwatt vom Animal Law and
Policy Program der Harvard University nutzten, konnten 103.840 Tonnen
CO₂-Äquivalent eingespart werden, das entspreche beinahe 15.000
Umrundungen unserer Erde mit einem Auto.
Weitere
Vorteile für die Umwelt: Ebenso wurden beispielsweise laut den Daten
6,2 Millionen Liter Wasser gespart und etwa 3,4 Millionen Tiere weniger
benötigt.
Gründe genug, es
also mal auszuprobieren. Allen Skeptikern sei gesagt: Bei richtig guten
veganen Produkten schmecken Sie wirklich keinen Unterschied zu Fleisch
und für fast alles inklusive Parmesan gibt es inzwischen vegane
Alternativen.
Gegenüber einem spontanen Einstieg
in die vegane Ernährung bietet der Veganuary einige Vorteile, denn Sie
werden an die Hand genommen. Wer mitmacht, bekommt Rezeptvorschläge und
Tipps, man lernt auch Interessantes wie „versehentlich“ vegane Lebensmittel
kennen. „Bewusstsein schaffen“ möchten die Mitwirkenden der Kampagne
und werden dabei durch Promis und Firmen unterstützt, es geht ums
Ausprobieren und das tatsächlich ganz zwanglos. Gründe für die Teilnahme
sind laut Vaganuary übrigens meist die Tiere, die Umwelt und die eigene
Gesundheit.
Und selbst wenn Sie
danach kein Veganer werden: Viele der Rezepte sind einfach eine tolle
Abwechslung und auf so manche Idee käme man selbst nicht.
.....Der bekennende Vegetarier will unter anderem die Zahl der
Nutztiere in Deutschland einschränken: „Besser wäre, weniger Tiere und
die besser halten.“ Die Investitionsförderung für Landwirte werde er
künftig auf gute Haltungsbedingungen in den Ställen ausrichten. Dies sei
ein „Win-Win für Mensch und Tier“. Außerdem kündigte Özdemir an, „schon
im nächsten Jahr mit einer klar verständlichen
Tierhaltungskennzeichnung auf Fleisch für mehr Transparenz“ zu sorgen.
Nun ist das heikle Thema also auch im Südkurier angekommen (siehe hier der RTL-Bericht). Sehr gut, darüber muss man sprechen, darüber muss jeder informiert sein.
Dazu gehört nicht nur die konkrete Benennung des viel zu großen, Deutschland-weiten Verzehrs an Fleisch und Milch. Auch die (vielleicht?) unerwartet starke Rolle von Deutschland bei den Fleischexporten, die doch nur aus Massentierhaltung stammen können, schlägt zu Buche (siehe auch hier das Interview mit dem neuen BLHV-Vorsitzenden und ein verhinderter (?) Megastall vor unserer Tür hier).
Man bedenke: Deutschland hat nun viele Jahre lang sein massives Grundwasserproblem (hier und hier), sein massives Naturschutzproblem (hier und hier und hier) und sein massives Klimaschutzproblem (hier ) nicht in den Griff bekommen, sondern lediglich vor sich her geschoben. Und wurde deshalb von der EU mehrmals verklagt - ohne dass die zuständige Landwirtschaftsministerin Klöckner sich zu einer Veränderung entschlossen hätte. Es drohen auf allen Ebenen harte Strafzahlungen für Deutschland.
War das Ergebnis so viel Zerstörung wert? Nun hat Deutschland einen neuen Landwirtschaftsminister, der vieles in sehr kurzer Zeit "richten" muss - all die Dinge die Fr. Klöckner eben lieber nicht in die Hand nahm (über ihre Beweggründe mag ich gar nicht nachdenken). Wir werden es zu spüren bekommen - aber es wird zur Verbesserung beitragen: für uns, für das Klima, für das Tierwohl - und auch für die Landwirte! (hier und hier)
Und gerade richtig kommt die Idee für den Januar für uns alle:
Die 35 größten Fleisch- und Milchkonzerne in
Europa stoßen laut einer Studie immer mehr Treibhausgase aus. Im Jahr
2018 machten sie fast sieben Prozent der gesamten Emissionen der EU aus,
heißt es in einer Studie des Instituts für Landwirtschafts- und
Handelspolitik (IATP).
Für die Studie nahm das IATP die 20
größten Fleisch- und Milchkonzerne Europas genauer unter die Lupe. Aus
Deutschland gehören Tönnies, Deutsches Milchkontor DMK, Westfleisch und
die Müller Gruppe dazu. Insgesamt verursachten die 20 Konzerne 2020
knapp 244 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente – dies entsprach mehr als
einem Viertel der Treibhausgas-Emissionen Deutschlands.
Massentierhaltung ist super schädlich für das Klima
Umstellung der Ernährung wäre Meilenstein im Kampf gegen Erderwärmung
Mit der Umstellung unserer Ernährung können wir tatsächlich einen messbaren Effekt im Kampf gegen die Erderwärmung erreichen. Weniger Milch und vor allem weniger Fleisch würden dem Klima einen großen Dienst erweisen.
Ein Institut hat nun mit einem spektakulären Vergleich auf die
fürchterlichen Konsequenzen der Massentierhaltung hingewiesen: Die
Emissionen der 20 größten Milch- und Fleischkonzerne der EU und der
Schweiz sind wesentlich höher als die der gesamten Niederlande (131
Prozent).