KRAFTSTOFF hier im Handelsblatt
Die drohende Nahrungsmittelkrise veranlasst die Umweltministerin zu drastischen Maßnahmen. Der Verkehrsminister dürfte Probleme mit seinen Zielen bekommen.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) will den Einsatz von Biokraftstoffen aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen in den kommenden Jahren schrittweise reduzieren und bis 2030 ganz auslaufen lassen. Das geht aus einem Papier ihres Ministeriums hervor. Die Regelung soll nach Angaben aus Regierungskreisen bis Mitte Juni in Kraft treten.
Es ist geplant, die zulässige Obergrenze für die Beimischung von Biokraftstoffen, die aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen hergestellt werden, zur Erfüllung der Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) von derzeit 4,4 Prozent bereits im kommenden Jahr auf 2,5 Prozent und in den Folgejahren bis 2030 schrittweise auf null Prozent zu senken.
Zur Begründung heißt es in dem Papier, es gehe darum, „deutlich weniger Nahrungs- und Futtermittelpflanzen in die energetische Verwendung im Verkehr zu lenken, so die Rohstoffverfügbarkeit zu erhöhen und den Druck auf Preise insbesondere für Nahrungsmittel und Agrarflächen zu verringern“.
