Mittwoch, 31. März 2021

Wo bleibt die Reaktion der Presse auf unsere Petition?

Wir haben alle alle frühzeitig  angeschrieben - und nichts kam in den verbreiteten Tageszeitungen.

Wie muss man das bewerten? Keine Lust auf Dinge außerhalb vom Corona-Universum?
Angst vor den Bürgermeistern? 

Wieso wird ein so breit aufgestelltes Bürger - Bündnis einfach ignoriert?

Zum Glück gibt`s noch ein paar Lichtblicke:

Am Schnellsten war die Berichterstattung des Ravensburger Spectrum, sogar mit Video!

Die Bildschirmzeitung berichtete ebenfalls

Und ganz neu: SatireSenf war mit von der Partie

Ein neuer Film über die Baumbesetzer im Altdorfer Wald, hier zum Anschauen

Pünktlich zum internationalen Tag des Waldes erschienen vom Berliner Kameramann Fussenegger , der aus Wangen stammt.

Kreistag Bodenseekreis

Am 29.3.21 wurde bei der Kreistagssitzung das Statement des Kreises zum Regionalplan verabschiedet. Normalerweise ist dies gar kein Punkt, der im Kreistag diskutiert werden müsste, denn in erster Linie sind die Fachbehörden dazu aufgefordert ihre fachlichen Stellungnahmen abzugeben.
Offensichtlich war "man" jetzt aber der Meinung, dass hier dringend ein politisches Statement von Nöten sei und dass es nichts schaden könne, hier nochmal richtig Dampf zu machen um den Regionalplan dann im Sommer zu verabschieden.

So fand sich also dieser Punkt auf der Tagesordnung wieder und es kam zu Stellungnahmen der verschiedenen Fraktionen. 

Update: hier wurde der Artikel aus der Schwäbischen Zeitung eingestellt, in dem vor allem der Salemer BM Härle/CDU  und sein Owinger Kollege Wengert /FW mit Högel/ AFD an einem Strick zogen. 


Stellungnahme Fraktion Bündnis 90 / die Grünen / Ulrike Lenski

Hr. Franke, ein Satz von Ihnen ist mir absolut in Fleisch und Blut übergegangen:

Bei uns wächst alles, die Wirtschaft, die Bevölkerung, … nur nicht die Fläche!“ deshalb haben wir diesen extremen Zielkonflikt, mit enormer politischer Sprengkraft.
Schwierige Aufgabe des Regionalverbands und im Übrigen nicht des Kreistags! ist es, die einzelnen Belange von Gewerbe, Siedlung und Freiraum sauber gegeneinander ab zu wägen. Und hierzu dient auch die Stellungnahme der Unteren Behörden. Mit ihrer Expertise arbeiten sie die Belange ihres Fachgebietes heraus. Da unsere Fachbehörden dieser Aufgabe adäquat nachgekommen sind, vielen Dank Frau Schuster an dieser Stelle, ist die Stellungahme als solches für unsere Fraktion eigentlich unproblematisch.

Eigentlich…. Aber!, uneigentlich sind wir doch einmal ehrlich, hier und jetzt geht es doch gar nicht um die Inhalte der Stellungnahme. Hier und heute geht es zu aller erst um ein politisches Plädoyer und Bekenntnis für "Mehr Gewerbefläche". Bestimmt wird dieser Ruf nach "Mehr Gewerbefläche" einzig durch den Focus auf das Wirtschaftswachstum in unserer Region, alle weiteren Belange ignorierend.

Aber, kann Flächeninanspruchnahme in unserer heutigen Zeit wirklich nur durch die Brille der Wirtschaftlichkeit betrachtet werden?  Ich denke nein. Die Aussage der Stellungnahme, dass 76% der Gesamtfläche innerhalb der regionalen Grünzüge liegen, mag manch einem suggerieren, dass wir über einen riesigen Pool an frei verfügbarer Fläche verfügen. Dem ist mitnichten so.

Bei dieser Fortschreibung wurde alles in die Grünzüge hineingepackt. Landwirtschaftliche Nutzflächen, Waldgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Frischluftschneisen, Naherholungsgebiete, Gewässer. Setzten wir also den Ruf nach mehr Gewerbefläche in Kontext zu weiteren Bedarfen, stellt sich zwangsläufig die Frage: Welchen Wald also wollen wir abholzen, welche Streuobstwiese fällen, oder welche Landwirtschaftlichen Betriebe opfern?

Fakt ist, Fläche ist unser limitierender Faktor.

Und diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr. Hervor zu heben ist, dass die Unterdeckung im Bereich der Gewerbeflächen der herausragenden Bodenseelandschaft geschuldet ist. Bereits 2002 postulierte der Landesentwicklungsplan eine klare Entlastung der Bodenseeuferregion. Pfullendorf und Sigmaringen werden als Entlastungsregion genannt. Seit fast 20 Jahren war also klar, wohin die Reise geht. Hat das zu Konsequenzen im Flächenverbrauch geführt? Haben wir Gewerbeflächenmanagement entwickelt, Parkplätze in die Höhe oder Tiefe gebaut, verdichtet? Geschenkt!

Unsere Flächenverknappung verschärft sich von Jahr zu Jahr. Keine Bautätigkeit, bei denen uns nicht heftig geführte Debatten die Endlichkeit der Ressource Fläche deutlich vor Augen führen. Dennoch, der Ruf nach immer weiteren Gewerbeflächen bleibt unvermindert laut. Wir wollen weitermachen wie bisher, die Endlichkeit der Ressource ignorieren, getreu dem Motto: dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Aber genau diese emotionale Grundhaltung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, ist nicht nur unwissenschaftlich, sie verhindert auch möglichen Fortschritt".  Aber genau das können wir uns nicht leisten, wollen wir uns den größten Herausforderungen unserer Zeit stellen: dem Klimawandel und dem Rückgang der Biodiversität.  Wenn wir nur den Hauch einer Chance haben wollen, dann müssen wir raus aus unserer Komfortzone der Wirtschaftsverwöhntheit und wirtschaftliches Wachstum neu denken, müssen wir uns dem Transformation Prozess der Wirtschaft stellen.

Jedoch! dazu ist der vorliegende Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans in seiner Gesamtheit wenig geeignet!

Die Unterdeckung beim Gewerbe im BSK darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fortschreibung des Regionalplans mit einer Versiegelung von 2700 ha Fläche, lediglich das Wachstumsmodell der Vergangenheit fortschreibt und keinen Plan für die Zukunft hat. Oder, um es mit den Worten der S4F aus zu drücken. Der Regionalplan zeigt den unbedingten Willen zum Wachstum. Wachstum in einer Größe, mit der die Klimaziele krachend verfehlt werden. Er ist laut VCD auch nicht geeignet, die notwendige Verkehrswende in unserer Region herbei zu führen, und weißt nach den Worten des Bauernverbands Sigmaringen einen ungezügelten Angriff auf landwirtschaftliche Fläche auf.

Für uns als grüne Fraktion steht die Forderung nach Gewerbefläche immer im Kontext zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Belangen. Sie kann nie isoliert durch die Brille der Wirtschaft beurteilt werden. Das hieße, ohne zu hinterfragen dem Primat der Wirtschaft zu folgen. Aus diesem Grund können wir an dieser Stelle nicht unsere Zustimmung geben.

Gegen diesen Regionalplan, der so wenig geeignet ist, Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zukunft zu geben, erhebt sich breiter öffentliche Protest. Allein hinter den großen Naturschutzverbänden BUND und NABU stehen 15000 Mitglieder und Förderer, die den Aufruf für einen zukunftsfähigen Regionalplan und einer Reduktion der Flächeninanspruchnahme um die Hälfte fordern. Und dabei sind BUND und NABU nur zwei von 30 Mitgliedern des Aktionsbündnisses fair Wandel.

Selbstverständlich distanziere ich mich von jedem gesetzeswidrigen Protest. Aber, dass es bei diesem breiten Protest zwei Fälle gab, darf nicht heißen, den Protest in seiner Gesamtheit in Misskredit zu bringen. Das Recht auf Demonstration ist eine wesentliche Säule unserer Demokratie! Und, wie wir aktuell sehen, gibt es auch bei uns Volksvertretern einzelne, die sich nicht rechtskonform verhalten. Stellen wir deshalb unser System in Frage?

Erlauben Sie mir hierzu einen letzten Gedanken:

Meine erste Veranstaltung als Kreistagsmitglied, war der Jugendklimagipfel. Obwohl nicht unbeleckt beim Thema Klimawandel war es eine erschütternde Erfahrung, inmitten von Jugendlichen, die am Anfang ihres Lebens stehen, die Dimension und die Folgen des Klimawandels so glasklar vor Augen geführt zu bekommen. Hr. Professor Dr. Grobe vom Alfred-Wegener-Institut forderte damals die Schüler auf, zu demonstrieren, was sie ja seitdem auch brav machen. Wir haben uns schon fast daran gewöhnt. Aber was passiert mit jemanden der in jungen Jahren unermüdlich auf die Straße geht, um eine Zukunft kämpft und feststellen muss, dass nicht das passiert, was passieren müsste? 

Noch nie waren wir Volksvertreter so gut übe eine bevorstehende Katastrophe informiert und dennoch fehlt es uns an der nötigen politischen Konsequenz! Die einen treiben wir damit in die Resignation. Die anderen auf Bäume und Dächer, wie im Fall der Regionalplanung. Können wir uns wirklich darüber echauffieren, dass sie da oben sitzen ohne uns zu fragen, wer oder was sie da hochgetrieben hat? Welches Verbrechen an der kommenden Generation ist es denn, nicht zu handeln?

Dienstag, 30. März 2021

Aber auch ein neues Event muss selbstverständlich  angekündigt werden, vielleicht für Sie verbunden mit einem Ausflug, um den Altdorfer Wald endlich mal kennenzulernen?


Alexander weist darauf hin, dass es sich nicht um einen hochwissenschaftlichen Vortrag handelt. 
Er versuch mit einfachen Worten die Zusammenhänge für die "nicht vor Ort Geborenen" zu erläutern. Sein Ziel: Man soll die Landschaft hier " verstehen" und "begreifen".

Sonntag, 28. März 2021

Ein Rückblick auf unsere gelungene Petitions-Übergabe - Teil 1: Altdorfer Wald, BUND, SoLaWi

Und die Sonne kam raus!
Unter strengsten Corona-Maßnahmen konnten sich im Park doch wenigstens 150-180 Zuhörer einfinden. Die Stehplätze waren mit Metermaß ausgemessen und markiert worden.
Zuhause über Livestream waren immerhin  mehrere hundert Zugriffe da. Super!

Unten sind in 4 Posts alle Links zu den Reden zu finden, in der entsprechenden Reihenfolge. Also einfach weiter runter scrollen bis zur Übergabe der Petition an Petra Krebs.
Sobald ich die vollständigen Skripte der Reden schriftlich bekomme, stelle ich sie dazwischen ein!
Am Schnellsten war die Berichterstattung des Ravensburger Spectrum, sogar mit Video!


Barbara Herzig, Koordinatorin unseres Aktionsbündnisses,
begrüßt die Anwesenden

Link zum Video









Für die Initiative  Altdorfer Wald                                       sprach Helmut Fimpel

 

Link zum Video



.....40. bis 50.000 Kiesfahrten fallen dann jährlich für Kiesexporte an, das bedeutet eine enorme Belastung der Anwohner, macht öffentliche Straßen kaputt und bedeutet jährlich etwa 10.000 t Co"-Emissionen...

..Grundsatz der RVBO: an einem einmal erschlossenen Kiesabbaustandort soll eine maximale Ausbeutung der gesamten Kieslagerstätte stattfinden. Die Frage stellt sich: wieviel ha kommen dann in den nächsten Jahren noch dazu, wieviel m wird noch weiter abgegraben als bereits die vorgesehenen 90 m.....







Für den BUND Aulendorf   sprach Bruno Sing


Link zum Video





Wer heute Klimaschutz fordert der muss sein Leben ändern. Das fängt im Kleinen an und hört im Großen auf. Jeder kann dazu beitragen. Wir sind einerseits gefordert weg von dem Plastikmüll und andererseits hin zu einem Lebensstil den wir mit der Natur in Einklang bringen....

Der BUND hat ein Mobilitätskonzept aufgestellt für die Nachhaltigkeit in BW - wir sind auf dem Weg aber es reicht nicht!









 

Für die  SoLaWi Ravensburg/ Thema Boden sprach  Lukas Schubert



Link zum Video


Schluß des Videos


Nachhaltiges Wirtschaften und Rücksichtnahme auf Mensch und Natur sind unsere Grundwerte...

wir sind uns bewusst dass wir nicht mehr verbrauchen dürfen als uns in unserer Generation zur Verfügung steht....

Wir haben uns zum Ziel gesetzt die Flächen in einem besseren Zustand zu hinterlassen als wir sie vorgefunden haben.

Diese Art des generationenübergreifenden Denkens und Handelns wünschen wir uns von der Politik und insbesondere für so eine wichtige Zukunftsentscheidung wie den Regionalplan.
Denn es gibt kein Recht auf Umweltzerstörung.

Wir brauchen keine weiteren Lippenbekenntnisse, was wir brauchen ist jemand der handelt - jetzt ist die Zeit zu handeln!




Teil 2: Scientists for future, fff Bodensee, ABL/Demeter, BLHV

Für die Scientists4future sprach  Prof. Dr. Silvia Queri

Link zur Rede



Diese Rede habe ich schon in voller Länge veröffentlicht hier, es lohnt sich die ganze Rede nachzulesen!


Mit den Landwirten stehen wir in der Ablehnung des Flächenverbrauchs im RP bereits zusammen auf einer Seite. Jetzt ist wichtig, dass wir uns nicht wieder spalten lassen von der Politik in Naturschützer gegen Bauern.

Dieser zivilgesellschaftliche Widerstand muss jetzt aber noch so lange aufrechterhalten werden, bis der Zug auf dem richtigen Gleis in die richtige Richtung steht!
Dann traue ich unserer Politik und Verwaltung auch wieder zu, dass sie ihn am Fahren halten (‚Weiter so‘!)! Aber so lange bitte noch durchhalten – v.a. die F4F, die ich natürlich lieber in der Schule und Ausbildung/HS sehen würde, wo sie hingehören, als auf Bäumen bei Eiseskälte!


Für FFF Bodensee sprachen Elli und  Jonathan Oremek, bei 16 Jahre alt


Link zur Rede


Uns ist aufgefallen: Wir kommunizieren nicht richtig miteinander. Wir haben uns an ein hoffnungsloses ignorantes Weiter-so gewöhnt. Wir haben eine Klimakrise die die Menschheit und die Lebensqualität ... bedroht.

...Ewiges Wirtschaftswachstum ist zu klein gedacht.... Die Wirtschaft so wie wir sie kennen funktioniert nicht auf ewig.


Veränderung ist nötig um den Klimawandel zu bekämpfen und Veränderung macht uns verständlicherweise Angst .... aber Zusammen in Solidarität und in Mitgefühl können wir das schaffen.



Für die Landwirtschaft von AbL und Demeter sprach  Petra Müller 
(für Alfons Notz im Krankenhaus)


Link zur Rede



Für die in unserer Region noch vorherrschende bäuerliche Struktur der Landwirtschaft bedeutet der vorliegende Plan des Regionalverbandes einen Schlag ins Kontor. Warum? Weil Boden die wichtigste Voraussetzung für Landwirtschaft überhaupt ist.

... so wird in 15 Jahren bei einer durchschnittlichen Hoffläche von ca. 30 ha das Land von fast 90 Betrieben geopfert!
Weil Boden nicht beliebig vermehrbar ist steigen die Pachtpreise für die aktiven Bauern in astronomische Höhen.













Für den Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband  sprach Hubert Einholz

(BLHV)        


Link zur Rede

auch diese Rede wurde inzwischen schriftlich eingestellt.


Gerade in der Bodenseeregion haben unsere Landwirte eine Kulturlandschaft geschaffen, die für uns alle als lebenswert gilt.


...dass nicht nur hunderte oder  tausende ha wertvolle landwirtschaftliche Produktionsfläche unwiederbringlich vernichtet werden sondern es werden dadurch auch viele unserer bäuerlichen Familienbetriebe um unsere Existenzgrundlage gebracht, da diesen die Produktionsgrundlage durch den Flächenfraß genommen wird.


...wir müssen in Zukunft unbedingt aus den Fehlern der letzten 30-40 Jahre lernen






 Redebeitrag für die Scientists4future von Silvia Queri


Ich spreche heute für die S4F Ravensburg und wir sind ganz klar der Meinung, dass dieser Regionalplan so nicht verabschiedet werden sollte. Das Argument, das sei doch alles nicht bindend und die Kommunen müssen ja nicht in dem Ausmaß bauen oder Gewerbe ansiedeln, ist m.E. nicht angemessen. Denn: Wozu macht man Pläne? Pläne sollen richtungsweisend, ja zukunftsfähig sein und haben Richtliniencharakter – mindestens aber Empfehlungscharakter. Es wurde – wie ja immer betont wird – viel Arbeit und Sachverstand (s. die zahlreichen Gutachten) in den Plan investiert – da sollte man als Kommune und Bürger darauf vertrauen können, dass das, was da geplant wird auch das Richtige/das Beste für die Zukunft der Region ist. 

Es ist eben nicht nur Auftrag, – wie Herr Franke gesagt hat – den Plan rechtssicher zu machen.
Nicht die Rechtsicherheit hätte die Motivation der Verbandsversammlung sein sollen, sondern die Gestaltung der Zukunft gemäß den aktuellen Anforderungen und Gegebenheiten

Statt-dessen spiegelt der Plan ein ‚Weiter so‘ wider nach vielleicht dem ehemals einmal bewährten Muster: ‚Wachstum, Wachstum, Wachstum‘. Und mit aktuellen Anforderungen und Gegebenheiten meine ich nicht nur den Klimawandel und die Zerstörung der Biodiversität, sondern auch die Veränderungen im sozial-kulturellen Bereich

Menschen möchten zunehmend z.B. auch anders wohnen, wollen anders mobil sein und anders arbeiten – Forschungen in all diesen Bereichen zeigen hier eindeutige Tendenzen von Veränderung.
Es finden also gerade fundamentale Transformationen statt und ein Planwerk über immerhin 15 Jahre kann aufgrund dieser Transformationsprozesse gar nicht ein ‚Weiter so‘ beinhalten!
Agiles Management ist jetzt gefragt – und nach meinen Einblicken in bundesdeutsche Verwaltungen – mit Verlaub - ist das nicht gerade eine Kern-Kompetenz unserer Verwaltungen!
Darum sage ich es ganz direkt: Wenn nach all diesen Jahren der Arbeit an dem Plan nichts Zukunftsfähigeres rauskommt als der aktuell vorliegende RP, dann besser gar keinen!

Die Aufgabe von Verbandsversammlung und Verwaltung wäre gewesen ‚Zukunft ermöglichen und nicht Zukunft verhindern‘!

Beispielsweise das Thema Bevölkerungszuwachs: Es ist kein Naturgesetz, dem wir hier ausgeliefert wären. Prognosen geben einen Trend wieder, wie es kommen würde, wenn nichts Unkalkulierbares wie eine Pandemie eintritt und/oder man nicht regulierend eingreift. Letzteres ist aber genau Aufgabe von Politik - sie muss gestalten, auch mal steuernd eingreifen, sonst bräuchte es keine Politik!

Aber man soll immer positiv enden: Selten geht der notwendige Wandel von der Politik oder gar Verwaltung aus, sondern meist von zivilgesellschaftlichem Engagement! Frauenbewegung, Arbeiterbewegung und nun hoffentlich Klimabewegung… Ich möchte aber auch die Wirtschaft einbeziehen – die haben Ahnung von agilem Management und können hier entscheidend mitwirken, dass die Transformation, die sie sowieso nicht aufhalten können, schneller und besser gelingt. 

Die Kombination aus Verbraucherwillen (und damit auch, dass z.B. nicht jeder in einem Einfamilienhaus auf freier Fläche leben möchte) und guten Produkt-Alternativen könnte sehr rasch zu dem notwendigen Turbo werden, der den Klimawandel doch noch einbremst! Mit den Landwirten stehen wir in der Ablehnung des Flächenverbrauchs im RP bereits zusammen auf einer Seite. Jetzt ist wichtig, dass wir uns nicht wieder spalten lassen von der Politik in Naturschützer gegen Bauern.

Dieser zivilgesellschaftliche Widerstand muss jetzt aber noch so lange aufrechterhalten werden, bis der Zug auf dem richtigen Gleis in die richtige Richtung steht!
Dann traue ich unserer Politik und Verwaltung auch wieder zu, dass sie ihn am Fahren halten
(‚Weiter so‘!)! Aber so lange bitte noch durchhalten – v.a. die F4F, die ich natürlich lieber in der Schule und Ausbildung/HS sehen würde, wo sie hingehören, als auf Bäumen bei Eiseskälte!

Mir ist das zutiefst peinlich und ich schäme mich vor dieser Generation, dass meine Generation, die ja aktuell an den Schalthebeln der Macht ist, das nicht besser hinbekommt! Und ich rufe meine Generation, wie sie auch im Regionalverband überwiegend sitzt, auf – stoppen Sie diesen nicht zukunftsfähigen Regionalplan! Das wäre auch für die Glaubwürdigkeit der Politik besser, als mitanzusehen, wie ihn eine Petition stoppt!

Und hören Sie auf, den Menschen Angst zu machen. Vor der jetzt notwendigen ökologisch-sozialen Transformation braucht sich niemand zu fürchten. Ganz im Gegenteil.
Aus der Glücksforschung wissen wir längst, was den Menschen glücklich mach, nämlich seinen Bedürfnissen gerecht zu leben und das heißt v.a .im Einklang mit der Natur, weil wir Teil dieser Natur sind….Das haben nur einige gerade etwas aus dem Blick verloren.


Rede von Hubert Einholz für den  
Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband BLHV:

Die Landwirtschaft des BLHV-Kreisverbandes Überlingen-Pfullendorf ist durch den Entwurf des Regionalplanes ganz erheblich durch den ausufernden Flächenverbrauch betroffen. Gerade in der Bodenseeregion haben unsere Landwirte eine Kulturlandschaft geschaffen, die für uns alle als lebenswert gilt.

Durch die Regionalplanung werden in unannehmbaren Maße Regelungen getroffen, die dazu führen werden, dass nicht nur hunderte oder tausende Hektare wertvolle landwirtschaftliche Produktionsfläche unwiederbringlich vernichtet werden, sondern werden dadurch auch viele unserer bäuerlichen Familienbetriebe um ihre Existenzgrundlage gebracht, da diesen die Produktionsgrundlage durch den Flächenfraß genommen wird.

Wir sind der Überzeugung, dass die Kulturlandschaft gerade am Bodensee auch und erst durch die Arbeit unserer Landwirte so wurde, wie wir sie schätzen und lieben. Durch immer ausuferndere Flächenversiegelungen wird die Landschaft und die Landwirtschaft durch die Regionalplanung Veränderungen erfahren, die so nicht hinnehmbar sind.

Seit Jahren macht der BLHV auf das Problem des Flächenverbrauchs aufmerksam und appelliert an die politischen Entscheidungsträger, hier gemeinsam sinnvolle und gemeinsam begehbare Wege zu finden, ein vernünftiges Miteinander zwischen Wirtschaft, Kommunalentwicklung und Landwirtschaft zu entwickeln. Leider wird von  der Politik dem viel zu wenig Rechnung getragen.

Die Landwirtschaft hat in einem ehrlichen, aber teilweise auch schmerzhaften Dialog mit Naturschutzverbänden und der Politik bewiesen, dass man an einem Strang ziehen kann und gemeinsam mit anderen Akteuren das Biodiversitätsstärkungsgesetz mitgestaltet.

Wir müssen in der Zukunft unbedingt aus den Fehlern der letzten 30-40 Jahre lernen. Das heißt intelligentere Baukörper und besseres Flächenmanagement.
Vor allem dürfen die Bau- und Gewerbeflächen der seefernen 3. Reihe nicht zu Billigstpreisen verkauft werden, damit strukturschwache Kommunen finanzielle Stärke bekommen.

Auch im Regionalplan sollte ein Miteinander angestrebt werden, welches jedoch bis heute nicht erkennbar ist. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Petition gegen den enormen Flächenverbrauch, der von verschiedensten Akteuren aus unterschiedlichen Gründen für nicht hinnehmbar erachtet wird.

Teil 3: fff/VCD zur Verkehrswende, KlimaCamp+ Altdorfer Wald- Besetzung, fff Sigmaringen

Für die FFF zum Thema Verkehr  sprach Daniel Herfurth (Uni KN)
auch stellvertretend für den VCD


Link zur Rede



Ich spreche über den Verkehrssektor, denn das ist der Sektor der bisher noch am aller wenigsten zur Vermeidung der Klimakrise beigetragen hat. Wir sind im Verkehrssektor weiter weg vom 1,5° Ziel denn je. Und da muss sich dringend was ändern.

Auf der anderen Seite ist es aber so: wir alle wollen Mobilität....

Also irgendwie muss es schon gehen, aber es muss anders gehen. Es muss nachhaltig und klimagerecht gehen.


Was hat das mit dem Regionalverband zu tun?... Diese Verkehrsströme die man plant sollte man dann auch unterlegen mit nachhaltigen Verkehrs- Mitteln....... Die Ideen dafür sind da!







Für das Klimacamp Ravensburg sprach Samuel Bosch


Link zur Rede


wir haben schon Jahre zuvor gesehen dass die Politik in Ravensburg ziemlich rückschrittig ist....









Für die Altdorfer Wald-Besetzung sprach Maria Winkler


Link zur Rede

Es ist erstaunlich und besorgniserregend wie Interessenverbände und Kieslobbyist:innen mit einem über 10.000 Jahre alten Naturjuwel umgehen und den systematischen Raubbau vorantreiben.
Für die CDU und den Regionalverband ist der Altdorfer Wald nur ein bisher noch nicht erschlossenes Kiesabbaugebiet.
Für uns aber ist dieser wertvolle Lebensraum ein Symbol für unsere Zukunft. Wir stellen uns der gewaltvollen Zerstörung des Altdorfer Waldes in den Weg.








Für FFF Sigmaringen  sprachen  Mathis Hoheisel + Hanna Stauß,Auch für die Kein-Kalk-Abbau-Initiative


Link zur Rede


Bei uns steht ganz oben: die Bewahrung unserer Schöpfung.... die Schöpfung, die Natur und die Vielfalt, das ist unser Reichtum. Um die 1,5° zu erreichen müssen wir alle was tun, in allen Bereichen, wo nur was geht.
Es wird für die Klimakrise keinen Impfstoff geben, da wird kein Abstandhalten helfen, kein Maskentragen helfen.

Teil 4: 1000 KüheStall, Scientists4future, fff und Übergabe an Petra Krebs

Für die Ravensburger Initiative gegen den 1000KüheStall sprach  Frank Matschinski

Link zur Rede  (kurze Einführung)

Hauptrede

Da ging es nicht mehr darum Lebensmittel zu produzieren sondern die waren in dem Hype "wir müssen grüne Energie produzieren" und haben sich da sicher was vorgenommen und haben eine der größten Agrargas-Anlagen von BW da hingestellt....Die beackern 1000 ha Land und bauen da nachwachsende Rohstoffe an, die produzieren pro Std. bis zu 1000 m³ Agrargas - also alles super gigantomanisch - und was uns eben erschreckt ist,dass sie seit 5 Jahren planen einen Mega-Kuhstall dort zu installieren mit 1000 Kühen - nicht auf der Weide (das hat A. Notz sehr gut dargestellt dass eine Kuh die auf der Weide lebt  alles andere ist als ein Klima-Killer, sondern sehr wichtig ist für unsere Landschaftsgestaltung und auch für die Ökologie)


Für die Scientists4future sprach ganz spontan W. Ertel


Nur ganz kurz ein paar News zur Wissenschaft.....
Ich war in der Vergangenheit deutlich zu naiv was das Thema Klimawandel und Klimaschutz betrifft.... die Studien haben einen gewissen Grad an Unsicherheit. ...Die Berechnungen waren basierend auf einer Wahrscheinlichkeit von 50%  das 1,5° Ziel zu erreichen.
Und so langsam wachen wir Wissenschaftler jetzt auf... Wie kann es sein dass wir fordern 1,5° - nur durch nen Münzwurf, mit 50:50 Wahrscheinlichkeit zu erreichen?
Beim Thema Corona da erwarten wir Tests mit einer Sicherheit von 99%...

Und noch eine spontane Sprecherin für FFF Ravensburg


Wir befinden uns in der globalen Klimakrise und unsere Zeit zu handeln ist genau jetzt! Unser wichtigstes Klimaziel ist die Einhaltung des 1,5° Zieles.
Aber haben wir nicht noch Zeit?... Nein, da wir nicht wissen wann wir an den Point of no return kommen müssen wir jetzt handeln!
(Symbolisches Glockenläuten beginnt im Hintergrund!)







Petitionsübergabe von Barbara Herzig an Petra Krebs, Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landes BW

Link zur Verlesung der Petition durch Barbara und Übergabe an Petra Krebs.











Samstag, 27. März 2021

Klimareporter: Auch Plastik heizt dem Klima ein

 Ein neuer Artikel

Plastikmüll gilt bislang als klassisches Umweltproblem. Doch das ist zu kurz gedacht, wie nun eine Studie zeigt. Zerfällt Kunststoff unter dem Einfluss von Sonnenlicht, werden Treibhausgase wie Methan freigesetzt – und zwar je länger, desto stärker.

                           Alle Bilder in diesem Post sind von Nick Nägeles






                       

„Earth Hour“: 5 aufrüttelnde Dokus die zeigen, wie dringend wir Klimaschutz brauchen

  1. DAVID ATTENBOROUGH – MEIN LEBEN AUF UNSEREM PLANETEN

Er ist der bekannteste Naturfilmer der Welt, mittlerweile 94 Jahre alt und hat alle Kontinente bereist. In der Netflix-Doku legt der Brite Sir David Attenborough sein Zeugnis ab: „Wir sind über diese Welt hergefallen!“ Mit spektakulären Bildern und persönlichen Erinnerungen erzählt er von der Einzigartigkeit der Natur, genauso wie von der immer schneller vorantreibenden Zerstörung durch den Menschen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Artensterben über die Jahrzehnte, das beängstigend illustriert wird.

Streambar auf Netflix.

  1. GUARDIANS OF THE EARTH – ALS WIR ENTSCHIEDEN, DIE ERDE ZU RETTEN

Der Fokus der Dokumentation von Regisseur Filip Antoni Malinowski („Maria muss packen“) liegt auf den Verhandlungen der 21. Weltklimakonferenz in Paris. Was langweilig klingt, entpuppt sich als eindrucksvoller Politthriller. In den zwei Wochen bekommt der Filmemacher Einblick hinter die Kulissen des Klimagipfels im Jahre 2015, der damals einen historischen Ausgang nahm. „Wir wollten dorthin gehen, wo die Weltgemeinschaft den einzigen Versuch unternimmt, dieses existenzgefährdende Problem zu lösen“, erklärt Malinowski selbst.

Streambar auf Amazon Prime Video.

  1. THE AGE OF STUPID – WARUM TUN WIR NICHTS?

Im Jahre 2055 blickt im fiktiven „Archiv der Menschheit“ Schauspieler Pete Postlethwaite („Inception“) stellvertretend für den Mensch aus der Zukunft auf die Bilder der Erde zurück. Während die Welt mittlerweile in Schutt und Asche liegt, schaut er sich Akten an, um zu verstehen, was die Menschheit falsch gemacht hat. Vor allem aber die bohrende Frage, warum wir nichts getan haben, obwohl wir es doch wussten? Regisseurin Franny Armstrong („McLibel“) verfolgt mit diesem Konzept ein außergewöhnliches Dokuformat. Hier gibt es wenig Interviewsequenzen oder Kommentare. Die Bilderflut soll für sich sprechen.

Streambar auf Amazon Prime Video.

  1. ZEIT FÜR UTOPIEN

Petra Wähning ändert radikal ihr Leben. Der großen Werbebranche dreht sie den Rücken zu, um auf einem Bio-Bauernhof in Bayern zu arbeiten und lernt das Hofladen-System kennen. Ein solcher kann nur entstehen durch ein genossenschaftliches System zwischen Ba/äuer*innen und Kund*innen: Sie geben im Voraus einen Geldbetrag, um ihn später in Ware zurückzubekommen. Das Wirtschaften ohne Existenzängste hat Wähning schon in einer Stadt in Südkorea kennenlernen dürfen. Hier funktioniert das System im großen Stil.

Streambar auf Amazon Prime Video.

  1. IMMER NOCH EINE UNBEQUEME WAHRHEIT – UNSERE ZEIT LÄUFT

Eine allgemeine Auffrischung über die andauernde Bedrohung durch die Klima-Erwärmung gibt der Nachfolgefilm der oscarpreisgekrönten Doku „Eine unbequeme Wahrheit“ mit dem ehemaligen Vizepräsidenten und Umwelt-Aktivisten Al Gore. Wieder versucht er mit Hilfe von wissenschaftlichen Fakten und erschreckenden Bildern von Naturkatastrophen aus der ganzen Welt die Gesellschaft aufzurütteln. Dabei bemerkt er zwei große Probleme abseits von Treibhausgasen und Temperaturanstiegen: die Untätigkeit der Medien und die Inkompetenz der Politik.

Gute Nachrichten

Hoffnungsvoll machende Nachrichten gibt es für den Kiesabbau im Ländle.
Das Land hat auf seinem Beteiligungsportal eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung ermöglicht, ähnlich wie das schon zum Biodiversitätsgesetz abgelaufen war. Es geht dieses Mal  um die Rohstoffstrategie.

Lasst uns diese Möglichkeit nutzen um an der Fortschreibung mitzuwirken!

Das Umweltministerium hat als Fortschreibung der Rohstoffstrategie des Landes das Konzept „Nachhaltige Nutzung mineralischer Rohstoffe in Baden-Württemberg“ erarbeitet. Bürgerinnen und Bürger, interessierte Stellen und Behörden können sich über das Beteiligungsportal über das Konzept informieren und sich mit ihrer Meinung einbringen.

 Bürgerbeteiligung

Die Petition läuft ! Erste Bilder





 

Es waren ca. 150 bis 180 Teilnehmer* innen und tolle Transparente, Reden bei 🌞 , bei der Übergabe der Petition!!

Ganz herzlichen Dank an Barbara und Hermine für die tolle Organisation der Heutigen Kundgebung!
👍👍👍

Petition des "Aktionsbündnis Zukunftsfähiger Regionalplan"

Alle Reden und viele Fotos dazu finden Sie in diesem Blog unter dem Stichwort: 

"Ganz aktuell zum Mitmachen: Unsere Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan"

  • Hier können sie Unseren Film zur Petition anschauen (von Alexander Knor)
  • Für tiefgehende Hintergrund-Infos beachten Sie bitte unser Stichwort "Gutachten"
  • Viel Spannendes kann man unter "Kurze Statements" finden

Jetzt darf und soll unterschrieben werden! 
hier geht`s zur Unterschriftensammlung








Freitag, 26. März 2021

Das ist wirklich schade .....

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können nicht so viele Menschen bei der Petitions-Übergabe dabei sein, wie wir uns das wünschen würden!!!!!

Daher unsere Bitte: 

seid live mit dabei indem ihr den Livestream nutzt!
Der Livestream  läuft auf auf Instagram: Baumbesetzung.Ravensburg

Samstag ab 11 Uhr

Die Petitions- Übergabe und die Reden können später auf unseren Webseiten abgerufen werden. 
Niemand muss also aufgrund der Corona-Situation etwas verpassen.

Und ab 11 Uhr darf (bitte!!) jeder unsere Petition unterschreiben.   Hier ist der Link dazu

DEINE STIMME für einen Zukunftsfähigen Regionalplan Bodensee-Oberschwaben 2021-2036!!!

Wir setzen zusammen ein Zeichen das nicht mehr übersehen werden kann!


Leserbrief: Es geht nicht einfach „weiter so“

Zu „Boden zu Bauland“ (20.3.):

Für uns Wähler ist wichtig zu wissen, wo unsere Interessenvertreter klimatechnisch stehen.
Die CDU hat eine klare Meinung, die immer weniger Menschen teilen. Die erdrutschartige Niederlage bei der Landtagswahl liegt sicher nicht nur am Kretschmann- oder Maskeneffekt.
Das Baulandmobilisierungsgesetz Artikel 13b ist ein Freibrief für die Kommunen, sich weiterhin über zusätzliche Baugebiete die Gemeindekassen zu füllen. Das ist so, als wenn sie einem Junkie den Schlüssel zum Giftschrank anvertrauen. Unsere regionale Politik kennt nur Wachstum um jeden Preis mit Ressourcenausbeutung ohne Skrupel. Ein Beispiel ist die Zusammensetzung des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben.
Man wird ja sehen, ob auf die Hinweise der Wissenschaftler zum Einspruch gegen den Regionalplan gehört wird. Es geht nicht einfach „weiter so“. Hände weg vom Kies im Altdorfer Wald. Die Politik muss neue und nachhaltige Wege vorgeben und das sofort. Hoffen wir, dass dies auch unsere Gemeindepolitiker unter dem Motto „Arten- und Klimaschutz first“ vor der eigenen Haustür beispielhaft auch gegen Gewinnstreben durchsetzen. Und das müssen auch noch die Grünen speziell in der Landespolitik zuerst glaubhaft umsetzen.

Manfred Scheurenbrand, Waldburg

 


 Auch das ist wichtig, wenigstens für alle Abbau-belasteten Gemeinden im Regionalgebiet:

Es gibt eine neue Öffentlichkeitsbeteiligung "Rohstoffstrategie". Schaut sie euch an und macht mit!

Die Pressemitteilung der Petitionsübergabe

Aktionsbündnis fordert mit einer Petition an den Landtag einen Regionalplan, der Klima- und Nachhaltigkeitsziele einhält!

Seit Beginn der Planungen am aktuellen Regionalplanentwurf für Bodensee-Oberschwaben haben unter anderen die Naturschutzverbände diese Raumplanung für die Landkreise Sigmaringen, Bodenseekreis und Ravensburg kritisch begleitet. Obwohl die Klimakrise erst in letzter Zeit immer dramatischer voranschreitet, hatten die Naturschutzverbände in ihren öffentlichen Stellungnahmen von Anfang an darauf hingewiesen, dass maximal 1500 Hektar Flächenverbrauch für Wohngebiete, Gewerbegebiete und Ressourcenabbau nachhaltig wären.

Inzwischen hat die Regionalgruppe Ravensburg der Scientists4Future, bestehend aus 40 Wissenschaftler*innen, in ihrer Stellungnahme vom Februar 2021 sogar ein Maximum von 1250 Hektar berechnet, das den Klima- und Nachhaltigkeitszielen (1,5 Grad und 30 Hektar/ Tag) entsprechen würde. Manfred Walser und Sebastian Mühlbach als Hauptverfasser weisen darauf hin, dass im aktuellen Regionalplanentwurf ein Bevölkerungswachstum von 10,3% angenommen werde, während das statistische Landesamt von nur 2,7% ausgehe. Dies zeuge von „unbedingten Wachstumswillen“ in der Region und sei mit Klima- und Nachhaltigkeitszielen nicht vereinbar.

Geplant wird mehr als das Doppelte an Flächenverbrauch für die nächsten 15-20 Jahre. Zu den geplanten etwa 2.700 Hektar im Regionalplanentwurf kommen nochmals einige hundert Hektar hinzu: über sogenannte §13b-Flächen, für die keine Umweltprüfung vorgeschrieben ist und weitere Flächeninanspruchnahme durch Planungen auf kommunaler Ebene. Das widerspricht dem Klimaschutz enorm, weil im intakten Boden große Mengen klimarelevanter Gase wie CO2 gespeichert sind. Selbstverständlich sollen beim Wohnungsbau die Bedürfnisse junger Familien berücksichtigt werden. Dies könnte jedoch durch Schaffung von sozialem und bezahlbarem Wohnraum mit adäquaten Wohndichten im Rahmen moderner Wohnprojekte deutlich besser und nachhaltiger geregelt werden, wobei auf eine gute ÖPNV-Anbindung zu achten ist.

Inzwischen sehen auch viele Landwirte große Interessenskonflikte mit der Regionalplanung. Karl-Heinz Mayer, Kreisvorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) Überlingen-Pfullendorf schreibt: „Durch die Regionalplanung werden in unannehmbaren Maße Regelungen getroffen, die dazu führen werden, dass nicht nur hunderte oder tausende Hektare wertvolle landwirtschaftliche Produktionsfläche unwiederbringlich vernichtet werden, sondern es werden dadurch auch viele unserer bäuerlichen Familienbetriebe um ihre Existenzgrundlage gebracht, da diesen die Produktionsgrundlage durch den Flächenfraß genommen wird.“

Die Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft, Bioland und Demeter, BODEG, auch die „Initiative gegen den 1000-Kühe-Stall Ostrach“ setzen sich zudem für den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen ein, die durch extensive Nutzung noch stärker zum Klimaschutz und zum Erhalt der derzeit rapide schwindenden Biodiversität beitragen können. Fruchtbarer Humus zur Lebensmittelproduktion braucht sehr viele Jahre, um sich zu bilden; darauf weist die Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Ravensburg in deren Statement ausdrücklich hin und plädiert für einen sorgsamen Umgang mit unseren fruchtbaren Böden, insbesondere in immer unsichereren Zeiten.

Im Bereich Rohstoffabbau werden laut „Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald“ insgesamt 1316 Hektar oder 1850 Sportplatzgrößen für die Region geplant, wenn man bisher genehmigte Flächen, Abbauvorranggebiete und Sicherungsflächen zusammenrechnet. Vom abgebauten Kies werden derzeit etwa 15% meist auf großen Lkws nach Österreich und in die Schweiz exportiert, jährlich über 25 000 Kieslasterfahrten und etwa 5 000 Tonnen CO2-Emissionen entsprechend. Im Ausland kostet dieser sehr wertvolle Rohstoff etwa das doppelte, was vor allem daran liegt, dass die Nachbarländer eine Umweltabgabe auf Kiesabbau erheben. Diese geplanten Abbauflächen halten die Umweltverbände für deutlich überdimensioniert und sehr belastend für Straßen und Anwohner, zum Beispiel in Mittelberg (Kalkabbau) und Göggingen wird schon seit vielen Jahren heftig dagegen protestiert.

Im Altdorfer Wald als die die grüne Lunge Oberschwabens geht es vor Allem auch um den Schutz von bedeutenden Grundwasservorkommen zur Versorgung der Bevölkerung. Über 13 000 Unterschriften wurden in einer Online-Petition für ein Landschaftsschutzgebiet Altdorfer Wald gesammelt. Seit Februar machen junge Aktivist*innen sogar mit Baumhäusern in der Nähe des Ortes Grund darauf aufmerksam, dass dieses Naturjuwel unbedingt vor weiterem Raubbau bewahrt werden muss. Das Klimacamp Ravensburg sorgt seit Dezember 2020 schon für Furore, gemeinsam mit einigen Fridays- und Parents4Future-Gruppen. Die Jugend setzt sich vehement für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen ein, wenn sich die Erwachsenen schon nicht ausreichend verantwortungsbewusst um die Zukunft ihrer Kinder und Enkel kümmern.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kreisgruppe Ravensburg und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bodenseekreis und Ravensburg zeichnen die Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan mit. Beide Verbände weisen in ihren Stellungnahmen auf desaströse Planungen hin, völlig kontraproduktiv zur dringend benötigten Verkehrswende. Im Planungsentwurf zwar als nötig erachtete Klimaziele seien qualitative Absichtserklärungen, zu denen es aber kaum konkrete Projekte gebe. Stattdessen finde sich eine lange Liste an geplanten Neu- und Ausbauten von Straßen. Dabei sei klar, dass es nicht ausreicht, das Auto mit seinem hohen Energieverbrauch auf Elektroantrieb umzurüsten, der Autoverkehr müsse auch mengenmäßig deutlich reduziert werden, um die Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen.

Vielen Menschen wird inzwischen immer bewusster, dass die wunderschöne, ländlich geprägte Landschaftsstruktur auch als Ferienregion erhalten bleiben soll. Deshalb kämpft das Aktionsbündnis Grünzug Salem mit bisher 2400 gesammelten Stimmen um den Erhalt eines möglichst intakten Lebensraums, genauso wie die Initiativen „Lebenswertes Schussental“, „Gegen das Gewerbegebiet Baindt/Baienfurth“ oder „Pro Frischluftschneise“ beispielsweise. Alternativen zum derzeit noch vorherrschenden Lebens- und Wirtschaftsmodell bieten die Naturschutzverbände wie BUND und NABU, sowie verschiedene Wandel-Gruppierungen der Region wie „Wir und Jetzt“, „Fairwandel Sigmaringen“, der „AK Zukunft Bad Saulgau“ und „Asante“ Bad Saulgau“ an. Sie arbeiten an Zukunftsmodellen, die unsere Lebensgrundlagen erhalten, unsere Ressourcen schonen und ein gutes Zusammenleben ermöglichen.

Sie alle beteiligen sich an der Petition für einen zukunftsfähigen Regionalplan an den kommenden Landtag Baden-Württemberg, damit die bisher verfehlten Planungen gestoppt und an Klima- und Nachhaltigkeitsziele angepasst werden können. Der Petitionstext wird am Samstag, den 27.3.2021 um 11:00 Uhr am Haus des RVBO in Ravensburg Corona-konform (Livestream und online abrufbar) an die Vorsitzende des Petitionsausschusses, Frau Petra Krebs, übergeben. Parallel dazu startet die Stimmensammlung auf Online-Petition.

  

Barbara Herzig für die Initiative/ das Aktionsbündnis Zukunftsfähiger Regionalplan


Weingartener Initiative „Pro Luftschneise“ sammelt 470 Unterschriften


Sehr geehrter Herr Ewald, sehr geehrte Anwesende,

ich heiße Georg Briegel und ich spreche hier im Namen der Interessengemeinschaft PRO LUFTSCHNEISE, die Ihnen inzwischen sicher schon ein Begriff ist.
Wir setzen uns für den Erhalt der Grünflächen von Weingarten im Bereich Trauben / Äußere Halde und aber auch anderer Flächen ein. Flächen, die lange Zeit als schützenswert betrachtet wurden, wie der Grünflächenplan und frühere Gemeinderatsentscheidungen zeigen. 
Ebenso haben wir einen Einspruch gegen den Entwurf des Regionalplanes eingebracht.

Um unser Anliegen der Weingartner Bevölkerung zu vermitteln haben wir in den zurückliegenden Monaten einen Info-Stand in Weingarten aufgebaut, wir haben Flyer an die Haushalte verteilt, wir
haben eine Internetseite aufgebaut und wir haben eine Unterschriftenaktion gestartet.
Bei der Unterschriftenaktion konnten wir, trotz erschwerten Bedingungen durch die Pandemie, 470 Stimmen gegen das von der Stadt Weingarten geplante Vorhaben der Bebauung dieser wichtigen
Grünfläche sammeln. Diese Unterschriften möchten wir Ihnen heute überreichen. Pandemiebedingt heute nur symbolisch. Wir werden die Unterschriften danach bei der Stadt in einem Umschlag abgeben.

Diese 470 Stimmen gegen das Vorhaben dürfen Sie als Entscheider nicht einfach übergehen.
Erkennen Sie, dass wir ein Umdenken in unserem Verhalten und in unseren Entscheidungen brauchen. Fridays 4 Future, die Wahlergebnisse vor wenigen Tagen und die zahlreichen Einsprüche gegen den neuen Entwurf des Regionalplanes zeigen, dass immer mehr Menschen besorgt sind und anderes Handeln zum Schutz von Klima und unserer Umwelt erwarten.

Redebeitrag zur GR-Sitzung am 22. März 2021

Leider sehen wir bei der Stadt keine Anzeichen, dass dies erkannt wird. Herr Herbst hat uns im Januar 2020 erklärt, dass für dieses Vorhaben Umwelt- und Klimaaspekte untersucht würden.
Aber seit der Sitzung des Technischen Ausschusses vom 3. März, sehen wir, 
dass die Ergebnisse ignoriert werden.
Geschützte Tierarten wurden erkannt, aber es scheint wohl mehr zu plagen, dass der Besitzer der
Fläche drängelt. Sicher, wir benötigen bezahlbaren Wohnraum. Und es gibt Alternativen zum Vorhaben:
- Im gesamten Umfeld entstehen viele neue Baugebiete (aber hoffentlich auch weniger kritische).
- Es gibt sehr viele Leerstände im Stadtgebiet.
- Die Stadt bekommt mit den Martinshöfen die einmalige Gelegenheit Wohnraum für hunderte Menschen zu schaffen.

Unsere eindringliche Bitte:   Stoppen Sie dieses Vorhaben.
- Wir dürfen nicht jede Grünfläche zubauen.
- Hören Sie auf diese 470 Stimmen.
Schauen Sie hinüber in unsere Nachbarstadt. Dort wäre man heute froh, wenn man noch Grünflächen für den Luftaustausch hätte. Wenn erst einmal zugebaut ist, dann ist`s für immer zu spät.
 
Vielen Dank, dass Sie mir zugehört haben.

hier finden Sie den Einspruch der Interessengemeinschaft beim Regionalverband
Er ist mit zahlreichen informativen und nachvollziehbaren Darstellungen unterlegt.


Petition soll Bauvorhaben verhindern

ein Artikel in der Schwäbischen, hier für Abonennten

Auszüge daraus:

Die Initiative „Pro Luftschneise“ lässt nicht locker: Mit einer Petition will sie die Bebauung des Gebiets „Äußere Halde“ verhindern. Anlässlich der Bürgerfragestunde während der Gemeinderatssitzung am Montagabend übergab Georg Briegel der Stadtverwaltung 470 Unterschriften, die über eine Homepage über eine Laufzeit von neun Wochen gesammelt wurden.

„Das dürfen sie nicht übergehen“, sagte Briegel. „Stoppen sie diese Bauvorhaben!“ 75 Prozent der Unterschriften kommen nach Angaben der Initiative aus dem Gemeindeverband Mittleres Schussental, ein Zeichen, dass Frischluft, der Artenschutz, Klimaschutz und der Erhalt von Grünflächen vielen Bürgern in Weingarten, aber auch im Umland wichtig sind.

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Der Paragraf 13b erlaubt ein beschleunigtes Bauen, bei dem keine Ausgleichsfläche bereitgestellt werden muss und nur eine eingeschränkte Umweltprüfung stattfindet. Der Paragraf sollte Anwendung finden, um möglichst schnell günstigen Wohnraum zu schaffen, beispielsweise für Flüchtlinge nach ihrer Unterbringung in der Erstaufnahme. Zum Ende des Jahres 2019 erlosch der Paragraf.

Allerdings gibt es derzeit wieder Überlegungen, den Paragrafen wieder einzuführen. Auch dagegen spricht sich die Initiative aus.