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Samstag, 8. Juli 2023

Gleicht Biogas in Zukunft Energieengpässe aus?

 05.07.2023  hier im Südkurier

Baden-Württemberg will bei den erneuerbaren Energien verstärkt auch auf Bioenergieanlagen setzen, um die Versorgungssicherheit zu verbessern. In einem „Strategiepapier“ sollen Optionen aufgezeigt werden, wie Hunderte der bestehenden Anlagen nach dem Auslaufen der Förderung weiterbetrieben werden und wie Geschäftsmodelle für weitere Anlagen geschaffen werden können. „Jede zehnte Biogasanlage in Deutschland steht in Baden-Württemberg“, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am Dienstag nach der Entscheidung des Kabinetts. Die Anlagen müssten so weiterentwickelt werden, dass sie auch in Zukunft zur Energieversorgung beitragen.

Weil es gespeichert werden könne und ein erneuerbarer Energieträger sei, werde Biogas wichtiger, sagte Hauk. Außerdem sei Biogas im Unterschied zu grünem Wasserstoff bereits verfügbar. Wichtige Bausteine der neuen Strategie sind die Nutzung von pflanzlichen Reststoffen und Bioabfällen sowie die Abwärmenutzung in kommunalen Wärmenetzen.

Sonntag, 16. Oktober 2022

Warten auf den Erneuerbaren-Wumms

SZ Klimafreitag <klimafreitag@newsletter.sueddeutsche.de>

Angesichts explodierender Preise für Erdgas und Strom müsste man meinen, dass die Erneuerbaren Energien in Deutschland gerade goldene Zeiten erleben. Doch das Gegenteil ist der Fall, der Zubau neuer Anlagen kommt derzeit kaum voran.

Das zeigen die eben von der Bundesnetzagentur verkündeten Ergebnisse der jüngsten EEG-Ausschreibungen. Alle drei Gebotsrunden im September und Oktober waren deutlich unterzeichnet, es gab also nicht genügend Bieter für die ausgeschriebenen Kapazitäten. So waren für die Windenergie an Land 1320 Megawatt ausgeschrieben, die abgegebenen Gebote lagen mit 772 Megawatt jedoch deutlich darunter. Immerhin erhielten alle 87 eingereichten Projekte den Zuschlag.

Noch düsterer sieht es bei der Bioenergie aus. Auf eine ausgeschriebene Menge von 286 Megawatt für Biomasseanlagen erhielten nur Projekte im Umfang von 78 Megawatt den Zuschlag, eine Quote von 27 Prozent. Und für Biomethananlagen – ausgeschrieben waren 152 Megawatt – gingen lediglich zwei Gebote im Umfang von 3,5 Megawatt ein. Dabei könnten gerade Biomethananlagen die hohe Erdgas-Nachfrage entschärfen. Diese Anlagen bereiten das in Biogas-Einheiten erzeugte Gemisch so auf, dass es ins Erdgasnetz eingespeist und zur Strom- und Wärmeversorgung verwendet werden kann.