nur noch bis 31.3 in Arte Mediathek hier
Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Frankfurter Rundschau hier 25.10.2022 Von: Ruth Herberg, Friederike Meier
Ranga Yogeshwar zum Klimawandel
Der Journalist Ranga Yogeshwar über den aktuellen Einfluss des Klimawandels, falsche Anreize und fossiles Denken.
Herr Yogeshwar, angenommen, Sie treffen eine Person, die sich noch nicht mit der Klimakrise beschäftigt hat: Wie erklären Sie dieser Person das Problem?
Der Klimawandel erklärt sich von selbst, denn er wird immer sichtbarer. Nehmen Sie diesen Sommer: Die Dürre in Italien, die Flut in Pakistan oder die Waldbrände in Kanada und den USA. Ich war kürzlich in mit meiner Tochter im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Die enorme Hitzewelle dort war atemberaubend. Wenn Sie draußen unterwegs sind, haben Sie das Gefühl, zu nah an einem Grill zu stehen – aber Sie können nicht weglaufen. Durch die Waldbrände war die Luft beißend. Die Häufung und Intensität dieser Extremereignisse macht jedem klar: Da ändert sich etwas.
PERMAKULTUR in WOZ hier Von Florianne Koechlin
Was heißt Permakultur? Sepp Holzer hat es auf die Spitze getrieben und das ist herzerfrischend. Wenn es nur mehr davon gäbe!
Kiwis in den Alpen
Ein österreichischer Bauer stellt Gewissheiten der konventionellen Landwirtschaft auf den Kopf. Sein Rezept: Die Natur arbeiten lassen statt selber malochen.
Der Krameterhof liegt im Tauerngebirge. Kaum zu glauben: Hier oben, auf 1300 Metern über Meer, bei 4,2 Grad Jahresdurchschnittstemperatur und mit Frostnächten bis minus 20 Grad, blühen Kiwi- und Zitronenbäume. Die Edelkastanien stehen sieben, acht Meter hoch. «Natürlich ist das Spielerei, Experimentierfreude: Sie dürfen sich nicht eine Zitronenplantage vorstellen da oben», sagt der Bauer des Krameterhofs, Sepp Holzer. «Doch hier wachsen massenhaft Gurken, Zucchini, Kürbisse und natürlich viel Obst. Wir haben tausende von Obstbäumen: Äpfel, Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche - das ist ein essbarer Wald von dort bis drüben.» Der Biobauer aus Österreich ist inzwischen weit herum bekannt für seine ausgeklügelte Bewirtschaftungsart. Sein Erfolgsrezept: die Vielfalt nutzen, die Natur genau beobachten - und sie arbeiten lassen, statt selber zu arbeiten.
Und noch ein schönes Projekt in der Region, das durch ein kleines SWR-Video hier
näher gebracht wird
Viele früher verbreitete Pflanzen sind heute kaum mehr zu finden, manche bald vielleicht gar nicht mehr. Maria Schlegel fand das schade, sie wollte etwas dagegen tun - und rettet nun altes Saatgut.
SWR Video hier anschauen
Auch die männlichen Küken dürfen leben. Im Hofgut Rengoldshausen werden anders als in vielen Betrieben der Massentierhaltung männliche Küken nicht geschreddert.
Fotovoltaik in manager magazin hier
Das MDR Klima-Update <klima@mdr.de> von Florian Zinner, MDR
SMARTE IDEEN GEGEN DEN KLIMAWANDEl
Ein gigantisches multinationales Großprojekt soll Afrika vor der Sahara schützen, die sich im Norden immer weiter ausbreitet – und außerdem große Mengen CO2 speichern. Eine große Idee, deren Umsetzung ins Stocken geraten ist. Dennoch könnte die Great Green Wall Vorbildcharakter haben, auch für uns in Europa. Wie deutsche Forscher herausgefunden haben, ist sie nämlich nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern lohnt sich auch finanziell.

Südkurier hier VON SANDRA MARKERT WIRTSCHAFT@SUEDKURIER.DE
Ein großes Grundstück, 160 Quadratmeter Wohnfläche: Schön viel Platz für eine vierköpfige Familie, zu viel Platz für zwei Leute......
„Meine Frau und ich sind beide in Bodnegg aufgewachsen, wir haben unsere Familien hier, unser ganzes soziales Umfeld. Wir wollen hier wohnen bleiben. Und wir mögen unseren Garten.“ Stefan Fricker fasst zusammen, was viele Hausbesitzer jenseits der 50 umtreibt: Sich verkleinern wenn die Kinder aus dem Haus sind, das klingt sinnvoll, erst recht angesichts stetig steigender Energiepreise. Aber das gewohnte Umfeld verlassen, dazu sind die wenigsten bereit. Vor allem dann, wenn sie in guter Lage wohnen.
„Aber muss man wirklich ausziehen, wenn man sich verkleinern will?“ Diese Frage treibt Christa Gnann seit Jahren um. Die 56-Jährige arbeitet im Bürgerkontaktbüro der Gemeinde Bodnegg und bekommt dort täglich die Sorgen älterer Gemeindemitglieder mit. Wie das wohl wird, im viel zu großen Haus und womöglich irgendwann auch allein alt zu werden?
.... „Irgendwann kam mir die Idee, ob sich Einfamilienhäuser nicht so teilen lassen, dass darin mehrere Wohneinheiten entstehen“, sagt Christa Gnann.
So könnte man dringend nötigen Platzbedarf für junge Familien schaffen, ohne ständig Neubaugebiete erschließen zu müssen. Und die ältere Generation könnte vielleicht länger in ihren eigenen vier Wänden bleiben, wenn jemand vor Ort wäre, der auch mal Einkäufe übernimmt oder bei der Gartenarbeit mit anpackt. „Vor allem aber würden wir gegen die unglaubliche Wohnraumverschwendung angehen. Was ist das bitte für ein Luxus, wenn überall Zimmer leer stehen, die allenfalls noch als Bügelzimmer genutzt werden. Oder einmal im Jahr als Gästezimmer, wenn an Weihnachten die Kinder zu Besuch kommen?“
Christa Gnann unterhielt sich mit Gemeindemitarbeitern und Architekten, arbeitete ein Projektkonzept aus und bewarb sich damit beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg um Fördergelder im Rahmen der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg.
Seit Juli kann die Gemeinde interessierten Bürgern nun 400 Stunden kostenlose Beratung durch Architekten anbieten. Es geht um eine Erstberatung inklusive Konzept, wie man das zu groß gewordene Eigenheim umbauen könnte. „Aus alt mach 2 – und mehr“, nennt sich dieses vom Land ausgezeichnete Förderprojekt. In der Gemeinde Bodnegg ist es vom ersten Tag an auf eine riesige Nachfrage gestoßen. Andere Gemeinden bekamen Wind davon und planen nun Ähnliches. „Wir sind regelrecht überrannt worden“, fasst Wolfgang Selbach zusammen, was seit Juli in seinem Architektenbüro los ist. Der 56-jährige Architekt aus Ravensburg hat in den vergangenen vier Monaten im Rahmen des Projekts bereits 45 Familien besucht, Grundrisse studiert und mit den Bewohnern zusammen Ideen entwickelt, wie sich ihr Haus teilen lassen könnte.......
Bei fast allen 45 Familien, die Wolfgang Selbach bislang besucht hat, lässt sich der Umbau vom Ein- in ein Mehrfamilienhaus realisieren. „Manchmal muss man nur einen Windfang und eine zweite Haustür einbauen, dann reichen 5000 Euro.“ Wenn ein zweites Bad, Anschlüsse für eine weitere Küche oder eine Außentreppe dazu kommen, sei man aber auch schnell mal bei 50 000 Euro. ....
Ein interessanter Beitrag zur Bürgerenergie, teilweise in englisch.
Kann man so sagen: Ne Erfolgsgeschichte... Das hat angefangen mit 10 Leuten am Esstisch meiner Eltern. Und dann kam der Pfarrer dazu.... Wir machen jetzt hier unsere eigene Energierevolution....
Sehr geehrte Gemeinderät*innen
Für das
Thema Wohnen ist es das Ziel der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ), allen ein menschenwürdiges
Wohnen zu ermöglichen und gleichzeitig unsere Lebensgrundlagen
zu erhalten. Wohnungspolitik und Wohnungsbau sind so zu
gestalten, dass sie sich in das Ökosystem einfügen.
Wo sieht die GWÖ den Kern bzw. die
Ursache des Wohnungsproblems?
Größte Herausforderung: wie können
wir möglichst schnell bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen? Wie kann das
ohne weiteren Flächenverbrauch gelingen, um noch eine Chance zur Einhaltung des
1,5-Grad-Ziels zu bewahren?
Es gibt bereits viele Beispiele und
Projekte wie das funktionieren kann sowie viele kleine Unternehmen und
Akteur*innen, die täglich zeigen, dass ein Miteinander möglich ist.
Gemeinsam
mit Ihnen möchten wir diese Möglichkeiten und Wege in den Vordergrund stellen.
Es ist Zeit für einen grundlegenden sozial-ökologischen Umbau (Transformation)
unserer Gesellschaft und Wirtschaft.
Bei unserem nächsten Online-Treffen möchten wir
uns mit Ihnen zu konkrete Beispielen austauschen, zum Beispiel:
Und gerne
auch entsprechende Beispiele aus ihrer Stadt:
Wir laden
Sie zusammen mit anderen Gemeinderät*innen / Mandatsträger*innen aus
Baden-Württemberg ein am
Donnerstag, 18.11.2021 um 19:00 Uhr, online
(10
min Impuls, 45 min Fragen und Diskussion).
Mit herzlichen Grüßen,
Kajo Aicher und Thomas Henne
mail: bodensee-oberschwaben@ecogood.org
Verein
zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie,
GWÖ
Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben hier
In Burkina Faso hat Yacouba Sawadogo einen einzigartigen Wald geschaffen. Mit einer alten Technik
belebte er staubtrockene Böden.
Deutschlandfunk hier
Dirk Bathe im Gespräch mit Liane von Billerbeck
Das Kinderhilfswerk World Vision setzt bei der Aufforstung auf die FMNR-Methode, die auch verdörrte Böden wiederbelebt. So können unterirdische Wurzeln wieder sprießen. 2018 bekam der Australier Tony Rinaudo für diese Idee den Alternativen Nobelpreis.
Wenn ich das lese, dann kommt mir doch so Einiges ganz schön bekannt vor!
Was folgt daraus für uns? Sich nicht entmutigen lassen, weiter machen! Wir müssen dicke Bretter bohren, werden manchmal verlieren, aber unser Engagement lohnt sich am Ende dann doch!
Denn wie würde unsere Welt ohne dieses Engagement aussehen - ich mag es mir gar nicht vorstellen!
Süddeutsche Zeitung hier
Deshalb hat Zeiner eine Bürgerinitiative gegründet: "Waiblingen klimaneutral"
Sabine Zeiner macht mehr als nur Flyer verteilen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat sie im Sommer über 1000 Unterschriften für einen Einwohnerantrag gesammelt. Der Waiblinger Stadtrat musste deshalb im Oktober darüber abstimmen, ob die Kommune bis 2035 klimaneutral werden soll. Die Idee für die Initiative hatte Zeiner aus der Zeitung. Dort las sie vom erfolgreichen Einwohnerantrag des Klimabündnisses in der Nachbargemeinde Schorndorf - und beschloss kurzerhand die Gründung eines solchen Projekts für Waiblingen.
Rund 40 Waiblinger und Waiblingerinnen sind mittlerweile dabei. Was für Menschen sind das? "Eine Initiative vereint unterschiedliche Leute aus allen Altersgruppen, Berufsgruppen, politischen Meinungen und Geschlechtern", sagt Zeiner. So engagieren sich in Waiblingen Studierende und Rentner, Zivildienstleistende und Firmenchefs. "Auf ein Ziel geeint kann man dann auch sehr glaubwürdig eine breite Bevölkerungsschicht vertreten." Klimaschutz sei nicht nur etwas für junge Menschen. Eine alte Frau habe sie einmal gefragt, ob es denn nicht auch schneller ginge als 2035. "Schön wär's! Das ist jetzt schon eine extrem anspruchsvolle Zielsetzung", gesteht Zeiner mit leicht erröteten Backen.
Auch Streuobstwiesen können zur Klimaneutralität beitragen
..Die frühzeitig pensionierte Diplomingenieurin besitzt einige Streuobstbäume, die sie selbst bewirtschaftet. Für sie sind auch Äpfel ein Symbol für Klimaneutralität: "Es ist absurd, wie viel Zeug aus dem Ausland hergekarrt wird. Statt Apfelsaft aus China könnte die Stadt die Streuobstwiesen fördern."
Halt im Teilort Beinstein. Hier zeigt Zeiner, dass in Waiblingen schon einiges gut läuft. Ein Wohnviertel wurde auf das ehemalige Firmengelände der Mineralbrunnen AG gebaut. Die öde Brachfläche wurde zu Wohnraum. Zeiner zeigt auf die mit Solarzellen bepflasterten Dächer. Bereits 2006 führte die Stadt die Solaranlagenpflicht für Neubauten ein - als erste Gemeinde in Deutschland. Klimaneutrales Bauen und Sanieren ist ein wichtiger Punkt für die Mitglieder der Initiative.
Denn nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung haben die Mitglieder nur ein erstes Ziel erreicht. Nun, nachdem der Antrag der Initiative befürwortet wurde, steht die Stadt vor der Aufgabe, die Klimaneutralität auch zu erreichen. "Waiblingen klimaneutral" hat dafür zehn Themenfelder erarbeitet, zehn Stellschrauben für die nächsten Jahre. "Wir wollen der Stadt nicht vorschreiben, wie sie das zu machen hat. Das wäre arrogant", sagt Zeiner. Die Maßnahmen in ihrem "Klimastadtplan" sollen Vorschläge sein. Mit dabei: Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, ressourcenschonendes Wirtschaften, mehr öffentliche Verkehrsmittel und CO2-sparendes Bauen.
Der Vorteil einer Bürgerinitiative: Überparteilichkeit
Warum aber wählt man für ein solches Ziel überhaupt die Form der Bürgerinitiative? Politikwissenschaftler Gross sieht einen Vorteil in der Überparteilichkeit solcher Bündnisse. Lokale Probleme könnten dabei losgelöst von Parteiansichten betrachtet werden. Auch bei "Waiblingen klimaneutral" sind Mitglieder unterschiedlichster Parteien vertreten. "Der Klimawandel", betont Sabine Zeiner, "beschäftigt fast alle Parteien." Außerdem, sagt Gross, macht eine Initiative Interessen sichtbar, die im politischen Prozess eher untergehen. "Man bekommt mehr Aufmerksamkeit als mit einem Leserbrief oder einer direkten Beschwerde an Stadtratsabgeordnete." Zudem seien die Hierarchien flacher als in Parteien, was die Mitarbeit erleichtere.
Vor Jahren protestierten die Waiblinger gegen ein Einkaufszentrum - ohne Erfolg
......Die Waiblinger scheiterten, der Wille zu mehr demokratischer Teilhabe aber blieb. "Es war wie eine Geburtsstunde der Bürgerbeteiligung in unserer Stadt, das hat Wellen in die Region geschlagen", sagt Zilian, "viele Bürger anderer Gemeinden forderten mehr Mitsprache." ......
Gelingt "Waiblingen klimaneutral", könnte sich am Alten Postplatz allerdings wieder viel verändern. Auf den bis zu sieben parallel verlaufenden Fahr- und Abbiegespuren sollte es laut Sabine Zeiner bald mehr Platz für Fahrräder und Fußgänger geben. Denn die Initiative fordert auch eine sozialverträgliche und ökologische Stadtplanung. Waiblingen soll eine Stadt der kurzen Wege werden. Mehr Flächen zur Erholung, weniger Versiegelung, weniger Platz, der für geparkte Autos verloren geht. Mit einem besser ausgebauten ÖPNV-Netz wären Autos - auch das von Zeiner - und Parkplätze in der Innenstadt bestenfalls überflüssig.
Protest zieht mehr Menschen an
Das gefällt natürlich nicht allen Waiblingern. Zwar berichten Zeiner und ihre Mitstreiter bisher von wenig Gegenwind, doch das kann sich schnell ändern: "Vermutlich gibt es dann Protest, wenn die ersten konkreten Maßnahmen auf den Tisch kommen." Klar, Klimaneutralität finden viele gut - Windkraft- und Biogasanlagen in der Nachbarschaft aber schon nicht mehr so viele. Das könnte neue Bündnisse auf den Plan rufen, "Verhinderungsinitiativen", wie Martin Gross sie nennt. Initiativen, die gegen bestimmte Vorhaben sind, bekommen laut Gross deutlich mehr Aufmerksamkeit als solche, die sich nicht gegen, sondern für ein bestimmtes Ziel einsetzen. Ein prominentes Beispiel dafür sind die Proteste gegen Stuttgart 21, den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die Verhinderung von S21 gelang 2011 zwar nicht, doch es habe die Bürger in ihrem Engagement wachgerüttelt, sagt Zeiner. In der Region und weit darüber hinaus.
Das will auch die Waiblinger Initiative schaffen. In den sozialen Medien machen die Mitglieder auf sich aufmerksam, vernetzen sich mit anderen Initiativen. Aus vielen lokalen Bewegungen wird eine große, die eine übergeordnete Idee verfolgt. Darin, erklärt Gross, liege ein großer Unterschied zu den Bürgerbewegungen der 1970er- und 80er-Jahre. "Dass sich die Initiativen so extrem untereinander und mit Experten austauschen, das gab es früher nicht so."
Das Ziel und der mit Experten entwickelte "Klimastadtplan" des Bürgerbündnisses überzeugten schließlich auch den Gemeinderat: Die Beschlussvorlage für den Antrag wurde am 21. Oktober einstimmig angenommen. Für Zeiner ist das "unglaublich". Natürlich, könnten die Bürger jetzt sagen, liegt die Verantwortung nach dem Beschluss ganz bei der Stadt. Aber die Initiative wolle weiterhin sichtbar sein, verspricht Zeiner. "Wir wollen zeigen, dass die Bürger dieses schwere Päckle bis zum Ende mittragen wollen." Institutionalisiert wird das Engagement in einem neuen Ausschuss, der aus Mitgliedern des Gemeinderats und aus Bürgerinnen und Bürgern bestehen soll. Also weiterhin Veranstaltungen, Austausch mit Experten, enger Kontakt zur Politik und Wirtschaft. Das nächste Ziel: In den kommenden anderthalb Jahren sollen die konkreten Maßnahmen, also der offizielle "Klimastadtplan" ausgearbeitet und beschlossen sein.
"Waiblingen klimaneutral" ist mittlerweile Teil der deutschlandweiten Initiative "German Zero". Immer mehr Gemeinden schließen sich dem Bündnis an, fordern das Klimaziel bis 2035 und erarbeiten Lösungen. Mehr als 50 solcher Klimaentscheide wurden laut "German Zero" seit 2020 gestartet. Allein im Rems-Murr-Kreis, der Region um Waiblingen, gibt es mittlerweile fünf Bündnisse. "Wenn immer mehr Kommunen das umsetzen, gibt es einen Dominoeffekt", hofft Zeiner. Sie steht auf der Abbiegespur, kurz vor ihrem Haus. "Dann kann es unsere Generation vielleicht noch richten", sagt sie und fügt in Schwäbisch hinzu: "Schließlich haben wir's in den besten Jahren versaubeutelt."
Wir erleben eine Zeit des Wandels. Wie steht es um die Zukunft des Landes? Welche innovativen Ideen gibt es? Das ist das Thema der großen SZ-Schwerpunkts "Zukunft Deutschland". Alle Beiträge sowie weitere Analysen und Reportagen finden Sie auf dieser Seite.
hier in Die Zeit
Oskar Stenzel ist einer Gemeinschaft von Energieerzeugern beigetreten. Die sogenannte Sonnen-Community besteht aus mehreren Zehntausend Mitgliedern, gemeinsam formen sie einen über Deutschland verstreuten Großspeicher, ein virtuelles Kraftwerk. Für die Klimawende ist es notwendig, dass die Schwankungen bei erneuerbaren Energien anders ausgeglichen werden als – wie bisher – mit Kohle- oder Atomstrom. Als Mitglied dieses Kraftwerks versteht Stenzel sich als Teil der Lösung.
RTL hier
So wichtig für den Küsten- und Klimaschutz
Seegras als Kohlenstoff-Senke

So ist auch Seegras eine Kohlenstoff-Senke. Es kann das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre aufnehmen und damit den Treibhauseffekt abfedern.
Seegras muss sich erholen: Aufforstung und Aussaat
Die gute Nachricht: die Seegras-Flächen haben sich zuletzt wieder leicht erholt. Vor allem dank strengerer Auflagen in der Landwirtschaft verbessert sich die Wasserqualität – langsam. Diverse Projekte wollen diese Erholung zu beschleunigen. Durch Aufforstung mit Seegras-Setzlingen und später durch Aussaat von Seegras-Samen beispielsweise.
„Ich habe nach etwas gesucht, das wirklich sinnvoll ist“. Das sagt der „Seegras-Pionier“ Joost Wouters bei unserem Treffen am Strand von Scheveningen bei Den Haag. Draußen auf dem Meer baut er zwischen den riesigen Windrädern Seegras an. Und sein Seegras soll dem Kampf gegen die Erderwärmung einen echten Schub geben. Die Pflanze hat eine enorme Wirkung auf viele Bereiche unseres Lebens.
Seegras wächst an fast allen Küstenbereichen der Welt – egal, ob das Wasser warm oder kalt ist. „Es gibt 1.200 verschiedenen Arten von Seegras“, sagt Joost. „Es braucht Steine oder Leinen, an die es klettern kann, es braucht Salzwasser und es braucht Sonne. Das haben wir alles im Überfluss.“ Und so baut seine Firma, die Seaweed Company, Seegras in Irland, Marokko, Indien und den Niederlanden an. Aber was kann das Seegras alles?
Joost erklärt, wie vielseitig Seegras ist und in welchen Bereichen es einsetzbar ist: „Erstens nimmt es sehr viel CO2 aus dem Wasser und wirkt damit gegen die Übersäuerung der Ozeane. Es gibt dem Wasser dem nötigen Sauerstoff zurück. Zweitens ist es eine Waffe für eine klimaneutrale Landwirtschaft. Denn das Seegras-Extrakt dient als natürlicher Dünger. Es hält die Böden feucht und verhindert das Abfließen von Nitrat ins Grundwasser“, so Joost.
Noch besser aber ist die Wirkung von Seegras-Extrakt als Futter für unser Vieh. Denn Seegras ist sehr gut für das Immunsystem – im Übrigen auch für uns Menschen. „In Testreihen hat sich gezeigt, dass die Tiere wesentlich weniger Methan ausstoßen, wenn sie mit Seegras-Extrakt gefüttert werden. Die Bauern müssen dann weniger Futter dazukaufen und können auf Soja verzichten.“
Wie wir alle wissen, ist der Anbau von Soja ein echter Regenwald-Killer. So kann der Anbau von Seegras sogar dem Raubbau an den Regenwäldern Einhalt gebieten. Darüber hinaus ist es gut für die Biodiversität, denn die Seegraswälder bieten vielen Tieren und Kleinstlebewesen Schutz.
Joost ist überzeugt: Seegras hat ein enormes Potenzial im Kampf gegen die Erderwärmung. Meere, Tiere und die Landwirtschaft profitieren von dieser Wunderpflanze. Und man kann sie fast überall anbauen.
Joost erklärt, wie vielseitig Seegras ist und in welchen Bereichen es einsetzbar ist: „Erstens nimmt es sehr viel CO2 aus dem Wasser und wirkt damit gegen die Übersäuerung der Ozeane. Es gibt dem Wasser dem nötigen Sauerstoff zurück. Zweitens ist es eine Waffe für eine klimaneutrale Landwirtschaft. Denn das Seegras-Extrakt dient als natürlicher Dünger. Es hält die Böden feucht und verhindert das Abfließen von Nitrat ins Grundwasser“, so Joost.
Noch besser aber ist die Wirkung von Seegras-Extrakt als Futter für unser Vieh. Denn Seegras ist sehr gut für das Immunsystem – im Übrigen auch für uns Menschen. „In Testreihen hat sich gezeigt, dass die Tiere wesentlich weniger Methan ausstoßen, wenn sie mit Seegras-Extrakt gefüttert werden. Die Bauern müssen dann weniger Futter dazukaufen und können auf Soja verzichten.“
Wie wir alle wissen, ist der Anbau von Soja ein echter Regenwald-Killer. So kann der Anbau von Seegras sogar dem Raubbau an den Regenwäldern Einhalt gebieten. Darüberhinaus ist es gut für die Biodiversität, denn die Seegraswälder bieten vielen Tieren und Kleinstlebewesen Schutz.
Joost ist überzeugt: Seegras hat ein enormes Potenzial im Kampf gegen die Erderwärmung. Meere, Tiere und die Landwirtschaft profitieren von dieser Wunderpflanze. Und man kann sie fast überall anbauen.
(mehr dazu bei wetter.de)
Seegras wächst an fast allen Küstenbereichen der Welt – egal, ob das Wasser warm oder kalt ist. „Es gibt 1.200 verschiedenen Arten von Seegras“, sagt Joost. „Es braucht Steine oder Leinen, an die es klettern kann, es braucht Salzwasser und es braucht Sonne. Das haben wir alles im Überfluss.“ Und so baut seine Firma, die Seaweed Company, Seegras in Irland, Marokko, Indien und den Niederlanden an. Aber was kann das Seegras alles?
Joost erklärt, wie vielseitig Seegras ist und in welchen Bereichen es einsetzbar ist: „Erstens nimmt es sehr viel CO2 aus dem Wasser und wirkt damit gegen die Übersäuerung der Ozeane. Es gibt dem Wasser dem nötigen Sauerstoff zurück. Zweitens ist es eine Waffe für eine klimaneutrale Landwirtschaft. Denn das Seegras-Extrakt dient als natürlicher Dünger. Es hält die Böden feucht und verhindert das Abfließen von Nitrat ins Grundwasser“, so Joost.
Noch besser aber ist die Wirkung von Seegras-Extrakt als Futter für unser Vieh. Denn Seegras ist sehr gut für das Immunsystem – im Übrigen auch für uns Menschen. „In Testreihen hat sich gezeigt, dass die Tiere wesentlich weniger Methan ausstoßen, wenn sie mit Seegras-Extrakt gefüttert werden. Die Bauern müssen dann weniger Futter dazukaufen und können auf Soja verzichten.“
Wie wir alle wissen, ist der Anbau von Soja ein echter Regenwald-Killer. So kann der Anbau von Seegras sogar dem Raubbau an den Regenwäldern Einhalt gebieten. Darüberhinaus ist es gut für die Biodiversität, denn die Seegraswälder bieten vielen Tieren und Kleinstlebewesen Schutz.
Joost ist überzeugt: Seegras hat ein enormes Potenzial im Kampf gegen die Erderwärmung. Meere, Tiere und die Landwirtschaft profitieren von dieser Wunderpflanze. Und man kann sie fast überall anbauen.
(Quelle: www.wetter.de)
Seegras wächst an fast allen Küstenbereichen der Welt – egal, ob das Wasser warm oder kalt ist. „Es gibt 1.200 verschiedenen Arten von Seegras“, sagt Joost. „Es braucht Steine oder Leinen, an die es klettern kann, es braucht Salzwasser und es braucht Sonne. Das haben wir alles im Überfluss.“ Und so baut seine Firma, die Seaweed Company, Seegras in Irland, Marokko, Indien und den Niederlanden an. Aber was kann das Seegras alles?
Joost erklärt, wie vielseitig Seegras ist und in welchen Bereichen es einsetzbar ist: „Erstens nimmt es sehr viel CO2 aus dem Wasser und wirkt damit gegen die Übersäuerung der Ozeane. Es gibt dem Wasser dem nötigen Sauerstoff zurück. Zweitens ist es eine Waffe für eine klimaneutrale Landwirtschaft. Denn das Seegras-Extrakt dient als natürlicher Dünger. Es hält die Böden feucht und verhindert das Abfließen von Nitrat ins Grundwasser“, so Joost.
Noch besser aber ist die Wirkung von Seegras-Extrakt als Futter für unser Vieh. Denn Seegras ist sehr gut für das Immunsystem – im Übrigen auch für uns Menschen. „In Testreihen hat sich gezeigt, dass die Tiere wesentlich weniger Methan ausstoßen, wenn sie mit Seegras-Extrakt gefüttert werden. Die Bauern müssen dann weniger Futter dazukaufen und können auf Soja verzichten.“
Wie wir alle wissen, ist der Anbau von Soja ein echter Regenwald-Killer. So kann der Anbau von Seegras sogar dem Raubbau an den Regenwäldern Einhalt gebieten. Darüberhinaus ist es gut für die Biodiversität, denn die Seegraswälder bieten vielen Tieren und Kleinstlebewesen Schutz.
Joost ist überzeugt: Seegras hat ein enormes Potenzial im Kampf gegen die Erderwärmung. Meere, Tiere und die Landwirtschaft profitieren von dieser Wunderpflanze. Und man kann sie fast überall anbauen.
(Quelle: www.wetter.de)
Spektrum der Wissenschaft hier von Lars Fischer
NEGATIVE EMISSIONEN
Euronews.com hier
Bilbao ist vor einem Jahr auf die Bremse getreten: Auf allen Straßen der Stadt darf man jetzt höchstens noch 30 Kilometer pro Stunde fahren. Eine radikale Maßnahme für eine Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern. Erste Daten der Umwelt- und Lärmbelastung sowie der Unfallraten zeigen, dass die Maßnahme greift.
Vor einem Jahr war Bilbao die erste Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern, in der das Tempolimit im gesamten Stadtgebiet von 50 auf 30 Stundenkilometer gesenkt wurde.
"Wir haben jetzt eine bessere Luftqualität, weniger Verschmutzung, weniger Abgase und einen geringeren Lärmpegel", erklärt Alfonso Gil, stellvertretender Bürgermeister und Stadtrat für Mobilität und Nachhaltigkeit. "Wir haben den Lärm in der Stadt um 2 bis 3 Dezibel gesenkt, und es gibt auch weniger Unfälle."
Das hört sich für mich nach Verbesserung der Lebensbedingungen an - Deutschland wo stehst Du mit deinen Städten? Es gibt Vorbilder!
Süddeutsche Zeitung hier von Alex Rühle
Sind Städte und Kommunen die neuen Hoffnungsträger im Klimaschutz?
Was man auf einer Europareise so erleben kann.
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Mittlerweile gibt es verschiedenste globale Zusammenschlüsse von Städten mit dem Ziel, politische Belange nach vorne zu bringen: "Mayors for Peace", "Mayors for Universal Income", "Mayors for Climate Action". Die größte Vereinigung dürfte der "Global Covenant of Mayors" sein der "weltweite Vertrag der Bürgermeister", indem sich mehr als 9000 Bürgermeister zusammengeschlossen haben mit dem Ziel, mehr für das Klima zu tun.
... Eine der spannendsten Begegnungen auf dieser Rundreise war mein Treffen mit Bart Somers. Der wurde 2000 Bürgermeister der Stadt Mechelen, die damals als dreckigste Stadt Belgiens galt. 80 000 Einwohner aus 138 Nationen. Drogenkriminalität, bankrotte Geschäfte, die Mittelschicht floh aus der Stadt. 32 Prozent wählten den rechtsextremen Vlaams Belang.
16 Jahre später schaffte Mechelen es im Ranking "European Cities of the Future" unter die Top Ten der europäischen Kleinstädte. Der Vlaams Belang kam noch auf neun Prozent. Somers wurde im selben Jahr beim World Mayor Prize zum besten Bürgermeister der Welt gewählt. Er hat das mit einer Mischung aus Law and Order und sehr konsequenter Integrationspolitik geschafft.
All das soll hier gar nicht Thema sein. Es ist nur so, dass sie Somers daraufhin zum Innenminister von Flandern gemacht haben mit der Bitte, doch überall das Wunder von Mechelen zu wiederholen. Der Mann hat eine unbändige Energie und versucht nun an allen Ecken und Enden halb Belgien nach vorn zu bringen. Vor allem aber versucht er momentan, 300 flämische Städte zu einem Klimapakt zu überreden, der seinesgleichen sucht: Da der Klimavertrag von Paris 40 Prozent Emissionsminderung bis 2030 vorschreibt, die flämische Regierung aber schulterzuckend sagte, mehr als 32 Prozent seien nicht zu schaffen, trommelte Somers alle 300 Städte des flandrischen Landesteils von Belgien zusammen.
Jede Bürgermeisterin und jeder Bürgermeister, die nun seinen "Lokalen Energie- und Klimapakt" unterzeichnen, verpflichten sich für ihre jeweilige Kommune zu ganz konkreten Maßnahmen
Das Ganze wurde am 10. Juni in Gent gestartet, bis zur offiziellen Unterzeichnung im November im Europäischen Parlament will Somers alle 300 Gemeinden und Städte dazu zu bewegen, mitzumachen. Und ich habe mich gefragt, warum es nicht längst in Deutschland eine ähnliche Initiative gibt, ausgehend von den Städten, die zeigen, dass es geht mit der Wende.