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Donnerstag, 10. Oktober 2024

Essen retten verboten


Wie sieht es denn mit der Gesetzeslage aktuell aus in Deutschland? siehe dazu Infos vom WWF  und den Verbraucherzentralen weiter unten
Anhörung im Bundestag 2023  hier

Bild rechts: Aktion des KlimaCamps in Ravensburg


hier  DER STANDARD aus Österreich  - Klimaklartext

es gibt wenige Dinge, die mein Denken über Nachhaltigkeit so früh und stark geprägt haben wie der österreichische Dokumentarfilm We feed the World. Dort sind Menschen zu sehen, die Backbleche voller Brot aus den typischen Supermarkt-Wägen reißen und auf ein Förderband werfen. Am Ende des Bandes: Ein Berg aus Essen, bestimmt für die Vernichtung. Mein 13-jähriges Ich war schockiert, wütend über diese maßlose Verschwendung.

Mittwoch, 7. September 2022

Neues vom KlimaCamp: Diebe oder Wohltäterinnen?

Kontext Wochenzeitung  Ausgabe 597  hier 
Von Wolfram Frommlet|  Datum: 07.09.2022
Ein kleiner Auszug - lesen Sie das Original!

Erst Corona, jetzt Krieg und Inflation: Die Schlangen vor den Tafelläden werden länger und länger und länger. Weggeworfene Lebensmittel aus Discounter-Mülltonnen zu nehmen, bleibt trotzdem verboten und endet, wie in Ravensburg, nicht selten vor Gericht. Ein Rechtsverständnis zum Aus-der-Haut-Fahren......

"Eigentlich dürfte es gar keine Tafeln geben. Das ist eine moralische Bankrotterklärung des Staates, ohne Wenn und Aber. Alle unsere Kunden bekommen Sozialhilfe. Doch die reicht nicht einmal für die alltäglichen Lebensmittel." Die Tafeln machten den Sozialjob des Staates, sagt Walter Lehmann. Dass die jungen Menschen, die containern und die geretteten Lebensmittel verteilten, angezeigt würden, sei für Besucher:innen der Tafel wie für Helfer:innen nicht nachvollziehbar.

Weggeworfene Lebensmittel, die Klimaaktivisten wie Charlie Kiehne und Samuel Bosch zu Protesten, zu sozialen Aktionen motivieren, sind nur ein Synonym für eine egomane, zerstörerische Warengesellschaft. Es werden in Deutschland auch 1,3 Millionen Tonnen Textilien verramscht, weggeworfen und im Gegensatz zum verbreiteten Mythos nicht zu neuer Kleidung gemacht, sondern zu Füllstoffen und Dämmmaterialien verarbeitet. Bei Textilien gilt dasselbe wie bei Lebensmitteln: weil sie billig sind, werden sie zu Wegwerfartikeln. Jedes fünfte Kleidungsstück wurde nie getragen.

Freitag, 29. April 2022

Warum so viele Lebensmittel im Müll landen

Ein sehr guter Bericht zum Thema Lebensmittelverschwendung mit sehr vielen ermittelten Zahlen.
Danke dafür, lieber Südkurier, denn es ist wichtig nicht nur über Lebensmittelverschwendung zu schimpfen, sondern sich notfalls an der eigenen Nase zu fassen, um Gewohnheiten zu ändern!
Es ist zu wünschen, dass Minister Özdemir endlich seine Ankündigungen wahr macht, um die Verschwendung auch durch politische Vorgaben einzubremsen.


28.04.2022  |  VON MARKUS KEIMEL  hier im Südkurier

In Deutschland landen zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Weltweit sind es sogar unglaubliche 1,3 Milliarden Tonnen. Das ist in Summe ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel. Eine Katastrophe angesichts der Tatsache, dass laut Welthungerhilfe alle dreizehn Sekunden ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger stirbt und bis zu 811 Millionen Menschen hungern. Zudem geht damit eine enorme Verschwendung von Ressourcen wie Wasser, Energie, Arbeit oder Land einher. Laut einer Rechnung des WWF bedeutet dies für Deutschland, dass jährlich 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche völlig zwecklos bewirtschaftet werden. Eine Fläche, die der Größe von Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland zusammen entspricht. Hinzu kommt, dass durch die Produktionskette von Lebensmitteln jährliche Treibhausgasemissionen in Höhe von 18 Milliarden Tonnen CO2 entstehen.

Mittwoch, 27. April 2022

Özdemir wirbt für Pflanzenkost

NTV hier

Grüne wollen Gemüse ohne Mehrwertsteuer

Weil der Gang zum Supermarkt die Bürger immer mehr kostet, dringen die Grünen auf eine Mehrwertsteuerbefreiung gesunder Lebensmittel. Agrarminister Özdemir serviert dazu passend ein Plädoyer für kulinarischen Einfallsreichtum beim Fleischverzicht.

Die Grünen machen in der Ampel-Koalition weiter Druck für eine Mehrwertsteuerbefreiung bestimmter Lebensmittel. "Wir müssen jetzt etwas gegen die Preisspirale beim Essen unternehmen und dies mit gesundheitlichen Aspekten verbinden", sagte Ernährungsexpertin Renate Künast. Eine Steuerbefreiung für besonders gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte wäre außerdem ein Beitrag zu einer umweltfreundlichen Lebensmittelproduktion. "Eine Befreiung sollte auch für Babynahrung gelten." Das Finanzministerium sei nun gefragt, diese Maßnahme auf den Weg zu bringen.

Sonntag, 24. April 2022

Essensmüll – wie wir Lebensmittel retten können

Quarks Daily Spezial Folge 16  hier   16. Oktober 2021 


Ein Drittel aller Lebensmittel landet in der Tonne. Verantwortlich dafür sind alle entlang der Versorgungskette – Hersteller, Supermärkte und Privathaushalte. Wie groß ist das Problem wirklich? Wie wirkt sich Lebensmittelverschwendung aufs Klima aus? Und welche Hebel haben wir, um etwas zu verändern?


In Deutschland geht mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle auf das Konto der privaten Verbraucher:innen. Eine Studie des Thünen-Instituts im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft schätzt den Anteil der privaten Haushalte auf 52 Prozent.
Obwohl Essen wegzuwerfen als unmoralisch gilt, schmeißt jeder Deutsche durchschnittlich 75 Kilo Essen pro Jahr in den Müll. Allerdings ist etwas mehr als die Hälfte der Abfälle unvermeidbar. Er besteht nämlich aus Küchenabfällen wie Schalen, Knochen oder anderen nicht essbaren Teilen.

Mittwoch, 6. April 2022

Markdorf: Tafel steuert auf Notlage zu

 MARKDORF: Tafel zählt immer mehr Kunden

Inflation und hohe Energiekosten überfordern immer mehr Haushalte. Die Folge: Die Tafel bekommt mehr Kunden. Leiter Günther Wieth sagt: „Diese Zunahme ist drastisch.“ Gleichzeitig gibt es weniger Lebensmittelspenden, beobachten die Helfer. Immer öfter kehren die Fahrer mit nur spärlich gefüllten Körben zurück. Wieth rechnet nicht mit einer baldigen Besserung. „Wir werden künftig mehr auf Geldspenden angewiesen sein“, sagt er. 

Montag, 21. März 2022

Aktivisten machen auf Verschwendung aufmerksam - es gibt legale Alternativen zum „Containern“

Damit Lebensmittel nicht im Müll landen  

Schwäbische Zeitung hier  Von Simon Federer

18 Millionen Tonnen genießbare Lebensmitteln landen laut dem World Wide Fund For Nature (WWF) in Deutschland jedes Jahr im Müllcontainer. Ravensburger Klimaaktivisten wollen das nicht hinnehmen und retten Essen aus der Tonne, um es auf dem Marienplatz zu verschenken. Diese Art der Lebensmittelrettung, genannt „Containern“, ist allerdings strafbar - und längst nicht die einzige Möglichkeit, dass das Essen im Magen statt im Müll landet.....

Dienstag, 15. März 2022

"Weingarten soll „Foodsharing-Stadt“ werden"

Antrag im Stadtrat von Weingarten  (hier vollständig)

im Namen der Fraktion von B90/Die Grünen beantragen wir die Unterzeichnung der

Motivationserklärung „Foodsharing Städte“
der die Stadt Weingarten zur „Foodsharing-Stadt“
erklärt
.

Freitag, 18. Februar 2022

Aktivist*innen verschenken containerte Lebensmittel in Weingarten

Am Samstag, den 19.02.2022 werden zwischen 10 und 14 Uhr auf dem Löwenplatz aus dem Müll gerettete Lebensmittel an Passant*innen verschenkt.

Die Aktivist*innen wollen mit ihrer angemeldeten Versammlung auf die "unnötige" Verschwendung von Lebensmitteln aufmerksam machen. In den vergangenen Wochen hatte es ähnliche Aktionen bereits in Ravensburg gegeben, jetzt wollen die Aktivist*innen auch in anderen Städten beispielsweise Tettnang, Friedrichshafen und Markdorf auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

"Es darf nicht sein das wir Essen wegschmeißen und andere hungern müssen." kommentiert Charlie Kiehne (19) ihre Aktion.

Die Lebensmittel wurden von Aktivist*innen in den Nächten zuvor aus Mülltonnen von Supermärkten in Ravensburg und Umgebung  gerettet. 

Wer sich hierbei erwischen lässt kann wegen Diebstahl oder sogar schwerem Diebstahl strafrechtlich verfolgt  werden. 

"Trotz des Risikos erwischt und strafrechtlich verfolgt zu werden gehen wir containern. Wir können es nicht weiter tatenlos mit ansehen, dass gute Lebensmittel im Müll landen anstatt gegessen zu werden." so Samuel Bosch (19).

"Ich finde, dass das Retten von Lebensmitteln nicht bestraft werden sollte, sondern das Wegschmeißen von noch haltbaren und guten genießbaren Lebensmitteln." sagt Aktivistin und Mutter Mareike Siebert (23). 

 "Während in anderen Ländern Millionen von Menschen hungern oder gar am Hungertod oder den Auswirkungen von dauerhafter Mangelernährung sterben, werden hier in Deutschland jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen und verbrannt, das ist über ein Drittel der Lebensmittel die Insgesamt produziert werden. Diese Ungerechtigkeit muss aufhören und  dafür brauchen wir ein Essen-Retten-Gesetz!" so Hannah Schak (22), eine der Mitstreiter*innen.

"Es wird viel mehr produziert, als wirklich gebraucht wird. Und in der modernen Landwirtschaft bedeutet das viel mehr Dünger, Pestizide und auch CO2, das vollkommen zwecklos die Atmosphäre aufheizt." führt Kiehne weiter aus. 

Die Aktivisten unterstützen  die Forderungen vom "Aufstand der letzten Generation", diese haben  mithilfe von Expert*innen eine Gesetzesvorlage erstellt, die die Regierung genauso verabschieden könnte, um, nach französischem Vorbild, "die Problematik der Lebensmittelverschwendung in den Griff zu bekommen". Außerdem hat die "Letzte Generation" auch lokale Gruppen aufgerufen, ihre eigenen Aktionen zu diesem Thema zu organisieren. Eine zweite Forderung an die Bundesregierung ist, unverzüglich eine ökologische Agrarwende einzuleiten. "Es brauche in der Klimakrise jetzt schnelles Handeln", fügt  Essenverteilerinnen Siebert hinzu.

" Wir sehen uns nicht als Teil "Der letzten Generation", aber unterstützen die wichtigen Anliegen, die sie vertreten. Die Bundesregierung muss endlich die Verschwendung stoppen! Es darf nicht so weitergehen, dass 40% aller Lebensmittel im Müll landen. Die großen Märkte müssen gezwungen werden, diese Lebensmittel an soziale Einrichtungen weiterzugeben." so Manfred Scheurenbrand (66) aus Waldburg.

 

Mittwoch, 16. Februar 2022

Özdemir bereit für Gespräch mit Aktivisten

 Deutschlandfunk  hier  15.02.2022

„Aufstand der letzten Generation“

Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir ist bereit zum Dialog mit den Aktivisten der Initiative „Aufstand der letzten Generation“, die mehrfach mit der Blockade von Autobahnauffahrten gegen die Verschwendung von Lebensmitteln demonstriert haben.

Der Grünen-Politiker bezeichnete Lebensmittelverschwendung als großes Problem. Gerade mit Blick auf die Klimakrise müssen man das dringend angehen. Er sei froh, dass die Demonstrantinnen und Demonstranten gemerkt hätten, dass sie sich an die Politik wenden könnten. Agenturberichten zufolge haben Aktivisten der Initiative heute im Landwirtschaftsministerium demonstriert und dabei Mist im Gebäude ausgeschüttet.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann verurteilte die Autobahn-Blockaden der Aktivisten. Der Grünen-Politiker sagte in Stuttgart, es handle sich dabei um schwere Rechtsverletzungen, die man nicht rechtfertigen könne.
zu den Hintergründen kann man sich ebenfalls im Deutschlandfunk folgendes anhören: hier

Autobahn-Blockaden für den Klimaschutz: Für und Wider des zivilen Ungehorsams

Freitag, 21. Januar 2022

Die Aktion auf dem Gespinstmarkt in Ravensburg lief super

Es wurden viele Lebensmittel mitgenommen und wir konnten uns mit vielen Menschen ausführlich über die Problematik unterhalten. Alle waren sich einig, dass Lebensmittel nicht einfach so in die Tonne wandern sollten und es ein Unding ist angesichts der Millionen Menschen die täglich hungern und hungern werden angesichts des Klimakollaps.





Pressemitteilung vom 21.1.22: Lebensmittelverschwendung

Am Freitag dem 21.01.2022 verteilen Akivist*innen und Bürger*innen im Rahmen einer angemeldeten  Versammlung von 13:30 - 16:00 Uhr Lebensmittel an Passant*innen in Ravensburg. Die Lebensmittel haben sie zuvor aus Mülltonnen von Supermärkten gerettet.

Das Bündnis "Aufstand der letzten Generation" hat bereits zusammen mit Expertinnen eine Gesetzesvorlage erstellt, die genauso von der Bundespolitik verabschiedet werden könnte, um "die Problematik der Lebensmittelverschwendung in den Griff zu bekommen"

Außerdem hat das Bündnis lokale Gruppen aufgerufen ihre eigenen Aktionen zum Thema zu organisieren. 

"Mit unserer Aktion wollen wir von unten Druck auf die Bundespolitik ausüben" so Aktivist Samuel Bosch (19) aus Schlier. 

Weltweit hungern rund 811 Millionen Menschen, dass ist fast das Doppelte an Menschen, die in der EU tagtäglich nicht ihren Bedarf an Essen stillen können. In Deutschland werden jährlich pro Person und Jahr 75 kg Lebensmittel weggeschmissen, dass sind insgesamt 12 mio Tonnen pro Jahr in Deutschland.
Auch global gesehen tragen Industrienationen wie Deutschland den größten Anteil an der Verschwendung. Gleichzeitig sind diese am wenigsten von Hunger betroffen. 

"Es kann nicht sein, dass wir Lebensmittel wegschmeißen und andere Menschen stattdessen hungern" so Charlie Kiehne (19).   

Gerettete Lebensmittel werden auch als containerte Lebensmittel bezeichnet. Dabei öffnen Aktivistinnen die Container der Supermärkte, um noch tadellose Lebensmittel zu retten. Doch Aktivist*innen drohen empfindliche, juristische Strafen, denn containern ist in Deutschland immer noch Straftat und wird als Diebstahl  oder sogar schwerer Diebstahl geahndet.

"Es ist verrückt, was wir in diesen Tonnen finden: Teilweise Säcke voll Äpfel, Kartoffeln, Karotten alle noch in einwandfreiem Zustand. Oft finden wir auch zum Beispiel Joghurt  bei dem das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist oder ganze Kisten voll Schokolade." so die Aktivistin Maraike Siebert (23) aus Ravensburg. 

Dabei sind die einzelnen Supermärkte nicht in der Hauptverantwortung, denn auch sie sind an Regelungen gebunden, wie beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum und die Qualität der Produkte. Deswegen bedarf es laut der Aktivist*innen vor allem allgemeiner, bundesweiter Regelungen um die Verschwendung von Lebensmitteln zu bekämpfen. 

"Vielen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, wie viel Essen tatsächlich in den Tonnen landet." so die Aktivist Samuel Bosch (19).
"An den Reaktionen der Menschen, welche meist Fassungslosigkeit angesichts dieser Verschwendung zeigen, sehen wir, dass unsere Aktion Früchte trägt." fügt Mitaktivistin Charlie Kiehne (19) hinzu.

 

Mittwoch, 12. Januar 2022

Agrarminister Cem Özdemir: „Die Strafbarkeit des Containerns ist absurd“

RND  hier

RND-Interview Landwirtschaft Cem Özdemir

  • Fleisch solle kein Luxusgut werden, aber Landwirte und Schlachter müssten auch leben können, sagt der neue Agrarminister Cem Özdemir.
  • Im RND-Interview kündigt er die Neuausrichtung der Agrarfinanzierung an und erteilt der Strafbarkeit des Containerns eine Absage.
  • Und er spricht über den Sinn von Veggie-Days sowie über seinen ganz persönlichen Zugang zum Thema als Enkel von Landwirten.