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Dienstag, 24. März 2026

António Guterres spricht von einem Notstand: "Der Planet Erde wird an seine Grenzen gebracht."

Zeit hier  23. März 2026  Quelle: DIE ZEIT, dpa, epd, edd

Klimawandel: UN-Klimareport nennt Zustand des Klimas katastrophal

Der WMO-Klimabericht für 2025 ist alarmierend. "Der Planet Erde wird an seine Grenzen gebracht", sagt UN-Generalsekretär Guterres.

Der Zustand des Weltklimas ist nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) zurzeit katastrophal. Die Temperaturen steigen, die Ozeane heizen sich auf, Eis und Gletscher schmelzen und die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre steigt weiter. Zeitgleich wächst das Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -abgabe der Erde rasant, wie es im WMO-Bericht zum Zustand des Klimas 2025 heißt.

Freitag, 14. Oktober 2022

»Die Zeit ist nicht auf unserer Seite«

Spiegel hier    11.10.2022

Uno-Organisation sieht Energiesicherheit durch Klimawandel bedroht

Je trockener es auf der Welt wird, desto weniger Kühlwasser gibt es für Atom- und Wärmekraftwerke. Die Weltwetterorganisation glaubt: In wenigen Jahren stehen viele von diesen buchstäblich auf dem Trockenen.

Der Klimawandel bedroht nach Einschätzung der die Weltwetterorganisation (WMO) die Energieproduktion weltweit. Hitzewellen und Trockenheit lassen etwa Wasserpegel sinken, die für Wasserkraft oder zur Kühlung von Atomkraftwerken gebraucht werden, wie die Uno-Organisation warnte . Zudem gefährdeten Stürme und andere Wetterextreme vielerorts die Infrastruktur.

Der Energiesektor sei für drei Viertel der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich, die den Klimawandel vorantreiben. Es sei deshalb unumgänglich, die Produktion radikal umzustellen. Doch die Regierungen täten zu wenig, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Sie schafften es nicht, die Klimaerwärmung wie angestrebt auf 1,5 Grad zu begrenzen, wenn die Stromproduktion aus sauberen Quellen nicht in den nächsten acht Jahren verdoppelt wird

»Die Zeit ist nicht auf unserer Seite, und unser Klima verändert sich vor unseren Augen.
Wir brauchen eine vollständige Transformation des globalen Energiesystems«, sagte Taalas.

Schon heute stünden 15 Prozent der weltweiten Atomkraftwerke in Regionen, in denen das Wasser knapper wird. Der Anteil steige in den kommenden 20 Jahren wohl auf 25 Prozent. Auch 33 Prozent der Wärmekraftwerke, die Kühlwasser brauchten, und elf Prozent der Wasserkraftkapazität seien in Gebieten mit Wasserstress. Gut ein Viertel der existierenden Staudämme für Wasserkraftwerke und knapp ein Viertel der geplanten Anlagen seien an Flüssen mit mittlerem bis großem Risiko von Wasserknappheit.

Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, strebt die Weltgemeinschaft eigentlich an, bis 2050 nur noch so viele Kohlendioxidemissionen zu verursachen, wie kompensiert werden können (Netto-Null-Emissionen). Es werde aber nicht genug getan, mahnt die WMO. Die zur Erreichung des Ziels nötigen Emissionsreduzierungen bis 2030 würden nach derzeitigen Plänen nur zu 30 Prozent geschafft.

Tatsächlich müsse der Strombedarf bis 2050 weitgehend aus erneuerbaren Energien, vor allem Solarenergie, gedeckt werden, schreibt die WMO. Das reduziere auch den Stress durch wachsende Wasserknappheit, denn Strom aus Solar- und Windenergie brauche deutlich weniger Wasser als etwa Strom aus Anlagen, die mit fossiler Energie betrieben werden, oder aus Atomkraftwerken.

Gewaltige Solarressourcen in Afrika

Afrika habe großes Potenzial für Solarenergie. Die Investitionen seien dort aber viel zu niedrig. Der Kontinent beherberge 60 Prozent der besten Solarressourcen weltweit, jedoch nur ein Prozent der installierten Fotovoltaik-Kapazität. Die Finanzierungshilfen, um den Ländern beim Umstieg auf saubere Energien zu helfen, gingen seit 2018 zurück, von 14,2 Milliarden Dollar auf 10,9 Milliarden Dollar ein Jahr später. Um überall in Afrika saubere Energie liefern zu können, seien jährliche Investitionen von 25 Milliarden Dollar nötig. 

sol/dpa

Donnerstag, 3. Dezember 2020

UN-Chef Guterres zum Klimawandel "Unser Planet ist kaputt" vom 02.12.2020

Mit deutlichen Worten hat UN-Generalsekretär Guterres zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Bereits jetzt seien apokalyptische Feuer und Überschwemmungen die neue Realität. Bestätigung erhält er von neuen Studienergebnissen.

Zum Ende eines Jahres der Wetterextreme mit Hurrikanen, Waldbränden und Hitzewellen hat UN-Generalsekretär António Guterres die Menschheit zu einem Ende ihres "Krieges gegen die Natur" aufgerufen. Sie solle sich verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu beenden, sagte er in einer Rede an der New Yorker Columbia University. "Apokalyptische Feuer und Überschwemmungen, Zyklone und Hurrikans sind zunehmend die neue Normalität."

Guterres fand deutliche Worte zum Zustand der Erde: "Unser Planet ist kaputt!" Der Weg aus der Corona-Krise biete in dieser Hinsicht aber eine Chance. "Die Corona-Erholung und die Reparatur des Planeten können zwei Seiten derselben Medaille sein", sagte der UN-Chef.

Hohe Erwartungen an Klimakonferenz in Glasgow

Der Präsident der Pariser Klimakonferenz und ehemalige französische Premierminister Laurent Fabius forderte die Regierungen dazu auf, mittel- und kurzfristige Klimaziele zu setzen und zu erfüllen. Es reiche nicht aus, langfristige Ziele zu setzen, bei denen unsicher sei, ob sie jemals umgesetzt würden. Das sei die Herausforderung für die UN-Klimakonferenz in Glasgow im kommenden Jahr.

Der nächste Gipfel gilt als besonders wichtig: Die Staaten sollen bis dahin ihre Klimaschutzpläne ehrgeiziger machen. Denn noch reichen sie in der Summe längst nicht aus, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu erfüllen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

Aktuelles Jahr ist eines der wärmsten

Unterdessen wurden mehrere neue Klimaberichte vorgestellt, die ein düsteres Bild vom Zustand des Planeten zeichnen. Das Jahr 2020 dürfte nach vorläufigen Analysen der Weltwetterorganisation (WMO) eines der drei wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts werden. Klar sei schon jetzt, dass die Jahre seit 2015 die sechs wärmsten seit Messbeginn seien. Der Temperaturrekord wurde 2016 mit plus 1,2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau erreicht.

Das UN-Umweltprogramm UNEP warnte, die derzeit geplante weltweite Produktion von fossilen Brennstoffen sei viel zu hoch, um die Pariser Klimaziele bis 2030 erreichen zu können. Um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müsse die internationale Gemeinschaft ihre Produktion von fossilen Brennstoffen jährlich bis 2030 um rund sechs Prozent reduzieren. Derzeit sei aber ein jährlicher Anstieg um zwei Prozent geplant - damit würde bis 2030 doppelt so viel fossiler Brennstoff produziert werden, wie mit dem Pariser Klimaziel vereinbar.

Grüne Investitionen in der Corona-Krise gefordert

Die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) sieht den Klimawandel mittlerweile als größte Bedrohung der Weltnaturerbestätten. Die IUCN ist das weltweit größte Netzwerk staatlicher und nichtstaatlicher Umweltorganisationen. Die globale Erwärmung sei bei einem Drittel der Gebiete eine "hohe oder sehr hohe Bedrohung". 2014 war das erst bei einem Viertel der Fall. Auch das Weltnaturerbe Wattenmeer an der Nordsee gehört zu den betroffenen Regionen mit einer "sehr hohen Bedrohung" durch den Klimawandel.

UNEP-Chefin Inger Andersen sagte zugleich, die Corona-Pandemie biete eine umweltpolitische Chance. So könnten die Volkswirtschaften weltweit mithilfe von "Investitionen in kohlenstoffarme Energien und Infrastruktur" wiederbelebt werden.