Daniel Mautz / LinkedIn
Uganda elektrifiziert seinen Verkehr, Deutschland seine Ausreden
Während hierzulande jede Ladesäule ein Politikum ist und „Technologieoffenheit" als Synonym für Vertagung dient, passiert in Uganda etwas Bemerkenswertes.
Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Daniel Mautz / LinkedIn
Uganda elektrifiziert seinen Verkehr, Deutschland seine Ausreden
Während hierzulande jede Ladesäule ein Politikum ist und „Technologieoffenheit" als Synonym für Vertagung dient, passiert in Uganda etwas Bemerkenswertes.
"Ein weiterer positiver Trend sei, dass sich die Veränderung der Landnutzung, insbesondere die Abholzung von Wäldern, durch umweltpolitische Maßnahmen stark verringert hat" - Doch gerade eben haben wir aus den Sitzungsberichten der EU erfahren, dass Manfred Weber/CSU mit seiner EVP genau an diesem Fortschritt sägt, und das durch Zusammenschluss mit der extremen Rechten (hier). Eine Blaupause für die Zusammenarbeit der CDU mit der AFD?
Dafür macht uns die frühere UN-Klimachefin im TAZ-Artikel unten etwas neue Hoffnung. Sie sagt: " wir leben in beängstigenden Zeiten " - aber auch: "Wir befinden uns erst seit 10 Jahren in einem Prozess der sich über Jahrzehnte erstrecken wird."
Utopia hier Von dpa und Benjamin Hecht 13. November 2025
Klimabericht: „35 Länder konnten ihre Emissionen reduzieren bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum“
Umfrage in neuem Klimafaktenpapier: Der Wunsch nach ambitionierterer Klimapolitik ist weltweit offenbar immens
WIRTSCHAFT im Handelsblatt hier
ROUNDUP
50 Jahre nach der ersten UN-Konferenz zum Thema Umwelt lädt die schwedische Hauptstadt Stockholm erneut zu einem internationalen Spitzentreffen ein.
Ab Donnerstag will sich die Konferenz Stockholm+50 zwei Tage lang mit Umweltthemen befassen.
Dabei soll es in der Heimatstadt von Klimaaktivistin Greta Thunberg vor allem um die Frage gehen, wie das Tempo beim Kampf gegen die Erderwärmung, das rasante Artensterben und die Vermüllung des Planeten drastisch erhöht werden kann. Neue konkrete Verpflichtungen und Beschlüsse werden nicht erwartet. Klima- und Umweltschützer wittern bereits ein Greenwashing-Event ohne echte Fortschritte.
Riffreporter hier
Staaten sollen Verlust der Artenvielfalt bis 2030 weitgehend stoppen
Ein neues internationales Abkommen soll den dramatischen Verlust von Arten und ihrem Lebensraum bremsen oder möglichst sogar stoppen. Der erste Entwurf dazu wurde am Montag veröffentlicht.
Er sieht unter anderem vor, ansteigend bis 2030 mindestens 30 Prozent der für die Biodiversität besonders wichtigen Landflächen und Meere zu bewahren und zu schützen. Ziel sei, dass die Welt 2050 wieder im Einklang mit der Natur lebe, sagte die Leiterin des Sekretariats der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD), Elizabeth Maruma Mrema. «Ohne Biodiversität gibt es kein Leben», sagte sie.
hier Süddeutsche Zeitung
Wobei es sich eher um ein offenes Scheunentor handelt, wie ein neuer Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) deutlich macht, an dem 22 Wissenschaftler von elf Institutionen mitgearbeitet haben. Die Konzentration von Methan in der Atmosphäre steige derzeit rasant, der Gesamtausstoß liege bei 380 Millionen Tonnen pro Jahr, ein Rekordwert. ...."Wir brauchen eine dramatische Kehrtwende, von stark steigend hin zu stark fallend", sagt der Klimatologe Drew Shindell von der Duke University, einer der Autoren des UNEP-Berichts.
Diese Herausforderung anzunehmen, kann sich auszahlen, denn es gibt wohl kaum einen anderen Bereich im Klimaschutz, in dem Maßnahmen so schnell Wirkung zeigen wie beim Methanausstoß. Weil das Klimagas nur kurz, aber dafür stark wirkt, dämpft es den globalen Temperaturanstieg rasch, sobald sein Ausstoß sinkt. "Die Klima-Effekte sind zwar nicht sofort, aber sehr viel schneller sichtbar als bei CO₂", sagt Shindell. So rechnen die Autoren vor, dass rasche Maßnahmen allein in den nächsten 20 Jahren einen Temperaturanstieg um 0,3 Grad verhindern könnten - und damit womöglich manche Hitzewelle oder Dürre in naher Zukunft.
Akute Maßnahmen müssten zudem gar nicht teuer sein oder würden unter dem Strich sogar Geld einsparen, vor allem im Bereich der Öl- und Gasindustrie, wo ein Drittel der Methan-Emissionen anfallen. Häufig entweicht das Methan schon bei der Förderung der Bodenschätze.....
Diese "Flaring" genannte Praxis setzt jedes Jahr allein 350 Millionen Tonnen CO₂ frei, so viel wie 75 Millionen Autos. ...
Die Internationale Energieagentur IEA schätzt, dass die Öl- und Gasindustrie mit existierender Technik wie modernen Sensoren und elektrischen statt mechanischen Bauteilen mehr als zwei Drittel ihrer Emissionen innerhalb kurzer Zeit einsparen könnte....
Eine besondere Verantwortung kommt der EU zu, die anders als etwa Kanada, die USA oder Mexiko bislang keine umfassende Methan-Gesetzgebung hat. Vor allem ist Europa der größte Abnehmer von Erdgas weltweit. "..
Allerdings geht es nicht nur um Methan aus fossilen Quellen, wie der UNEP-Bericht deutlich macht. Immerhin 40 Prozent der anthropogenen Emissionen stammen aus der Landwirtschaft, 20 Prozent von Müllkippen oder Kläranlagen. In Indien und großen Teilen Asiens, aber auch innerhalb Europas gibt es bei der Müllverwertung das größte Potenzial, um den Ausstoß zu verringern. "Wir sollten da vor der eigenen Haustür kehren", mahnt Jutta Paulus, Europaabgeordnete der Grünen. Verstreut über Europa gasen etliche alte Mülldeponien Methan aus, auch aus stillgelegten Kohlebergwerken strömt das Treibhausgas noch. Paulus schlägt einen Sonderfonds vor, um diese Altlasten zu beseitigen.
Weitaus schwieriger dürfte es werden, das Methan aus der Landwirtschaft loszuwerden. Es stammt größtenteils aus den Mägen von Kühen, hängt also mit dem hohen Fleischkonsum in vielen Staaten zusammen. "Die industrielle Landwirtschaft ist der Elefant im Raum", sagt Paulus.
Spiegel-Artikel hier
Auszüge:
»Niemand kann einen Zweifel daran haben, dass wir uns in einem planetarischen Notfall befinden«. Mit diesen Worten beginnt ein neuer, dringlicher Appell der Vereinten Nationen: Wir brauchen mehr Klimaschutz – und dafür brauchen wir mehr Geld.
Bis zur Mitte des Jahrhunderts seien Investitionen in Höhe von insgesamt acht Billionen Dollar nötig, um die natürlichen Ökosysteme zu schützen. Die bisherigen jährlichen Ausgaben der Weltgemeinschaft für den Schutz der Natur und die Wiederherstellung bereits geschädigter Ökosysteme reichten nicht aus, heißt es in dem Report »State of Finance for Nature«.
Inger Andersen, die Exekutivdirektorin des Uno-Umweltprogramms, ordnete die erforderliche Summe ebenfalls in einen größeren Kontext ein. Bei der Vorstellung des Berichts am Donnerstag sagte sie: Zwar klängen die benötigten Beträge nach viel. Aber: »Es sind Peanuts, wenn wir offen darüber sprechen, wie wir den Planeten schützen und unsere eigene Zukunft sichern können.«
Denn, sagte sie weiter, von einem funktionierenden natürlichen System hänge alles ab: »Unsere Gesundheit, die Qualität unseres Lebens, unsere Arbeitsplätze, die Temperaturregulierung, die Häuser, die wir bauen, natürlich die Lebensmittel, die wir essen, und das Wasser, das wir trinken.«
Mit deutlichen Worten hat UN-Generalsekretär Guterres zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Bereits jetzt seien apokalyptische Feuer und Überschwemmungen die neue Realität. Bestätigung erhält er von neuen Studienergebnissen.
Zum Ende eines Jahres der Wetterextreme mit Hurrikanen, Waldbränden und Hitzewellen hat UN-Generalsekretär António Guterres die Menschheit zu einem Ende ihres "Krieges gegen die Natur" aufgerufen. Sie solle sich verpflichten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu beenden, sagte er in einer Rede an der New Yorker Columbia University. "Apokalyptische Feuer und Überschwemmungen, Zyklone und Hurrikans sind zunehmend die neue Normalität."
Guterres fand deutliche Worte zum Zustand der Erde: "Unser Planet ist kaputt!" Der Weg aus der Corona-Krise biete in dieser Hinsicht aber eine Chance. "Die Corona-Erholung und die Reparatur des Planeten können zwei Seiten derselben Medaille sein", sagte der UN-Chef.
Der Präsident der Pariser Klimakonferenz und ehemalige französische Premierminister Laurent Fabius forderte die Regierungen dazu auf, mittel- und kurzfristige Klimaziele zu setzen und zu erfüllen. Es reiche nicht aus, langfristige Ziele zu setzen, bei denen unsicher sei, ob sie jemals umgesetzt würden. Das sei die Herausforderung für die UN-Klimakonferenz in Glasgow im kommenden Jahr.
Der nächste Gipfel gilt als besonders wichtig: Die Staaten sollen bis dahin ihre Klimaschutzpläne ehrgeiziger machen. Denn noch reichen sie in der Summe längst nicht aus, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu erfüllen, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.
Unterdessen wurden mehrere neue Klimaberichte vorgestellt, die ein düsteres Bild vom Zustand des Planeten zeichnen. Das Jahr 2020 dürfte nach vorläufigen Analysen der Weltwetterorganisation (WMO) eines der drei wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts werden. Klar sei schon jetzt, dass die Jahre seit 2015 die sechs wärmsten seit Messbeginn seien. Der Temperaturrekord wurde 2016 mit plus 1,2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau erreicht.
Das UN-Umweltprogramm UNEP warnte, die derzeit geplante weltweite Produktion von fossilen Brennstoffen sei viel zu hoch, um die Pariser Klimaziele bis 2030 erreichen zu können. Um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, müsse die internationale Gemeinschaft ihre Produktion von fossilen Brennstoffen jährlich bis 2030 um rund sechs Prozent reduzieren. Derzeit sei aber ein jährlicher Anstieg um zwei Prozent geplant - damit würde bis 2030 doppelt so viel fossiler Brennstoff produziert werden, wie mit dem Pariser Klimaziel vereinbar.
Die Weltnaturschutzorganisation (IUCN) sieht den Klimawandel mittlerweile als größte Bedrohung der Weltnaturerbestätten. Die IUCN ist das weltweit größte Netzwerk staatlicher und nichtstaatlicher Umweltorganisationen. Die globale Erwärmung sei bei einem Drittel der Gebiete eine "hohe oder sehr hohe Bedrohung". 2014 war das erst bei einem Viertel der Fall. Auch das Weltnaturerbe Wattenmeer an der Nordsee gehört zu den betroffenen Regionen mit einer "sehr hohen Bedrohung" durch den Klimawandel.
UNEP-Chefin Inger Andersen sagte zugleich, die Corona-Pandemie biete eine umweltpolitische Chance. So könnten die Volkswirtschaften weltweit mithilfe von "Investitionen in kohlenstoffarme Energien und Infrastruktur" wiederbelebt werden.