Montag, 28. Februar 2022

Klimaschutz: Koalition beschleunigt die Energiewende

2 Dinge springen mir besonders ins Auge bei diesem Artikel: Bürgerenergie wird gefördert (endlich!) und für Solaranlagen auf den Dächern soll die Vergütung steigen  (super!). Denn jede Solaranlage auf einem Dach verhindert das Verbauen unserer Äcker!

Süddeutsche Zeitung hier

Die Pläne des Wirtschaftsministeriums sehen eine klimaneutrale Stromversorgung bis 2035 vor - und mehr Anreize für Solarenergie. Versorger werden zur Senkung der Tarife verpflichtet, um Haushalte zu entlasten.

Der Ausbau erneuerbarer Energien - durch Russlands Krieg in der Ukraine wird er gerade noch drängender. FDP-Chef Christian Lindner schwärmt am Sonntag im Bundestag von "Freiheitsenergien" (?), Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärt die Energieversorgung zur "Frage von nationaler Sicherheit".
Wie gut, dass er mit dem passenden Gesetz schon fertig ist.

Zur Erinnerung: das war Teil 1 des Weltklimaberichtes

 


hier geht`s zum Video von  ARD Live / Live übertragen am 09.08.2021

Stand der Erderwärmung 

Wie hat sich das Weltklima in den vergangenen Jahren entwickelt? Der Weltklimarat IPCC stellt am Montagvormittag den ersten Teil seines neuen Sachstandberichts vor, den bisher letzten gab es vor sieben Jahren. Darin zeigt er auf, wie weit die internationale Gemeinschaft von der Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens entfernt ist. Ein zentraler Punkt wird dabei das verbleibende CO2-Budget der Erde sei. Dabei geht es darum, wieviel Treibhausgas noch in die Atmosphäre gelangen kann, um die Erwärmung auf möglichst maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dieses Ziel ist im Weltklimavertrag von Paris verankert. Zudem wird der Bericht den Zusammenhang zwischen Klimawandel und einzelnen Extrem-Wetterereignisse genauer beleuchten. Mehr Informationen zum Thema: https://www.tagesschau.de/ausland/eur...

Weltklimarat fordert Änderung im Lebensstil für den Klimaschutz

Dieser Bericht erschien auf Agrar-aktuell und zeigt: Auch die Landwirtschaft hat sich auf den Weg gemacht. Klimawandel wird ernst genommen. Ein wirklich guter Artikel!

26.02.2022 in den Agrar-Nachrichten  hier

Was fällt den meisten Menschen hierzulande beim Thema Klimawandel als erstes ein? Wahrscheinlich, dass klimaschädliche Emissionen gesenkt werden müssen, Stichwort Kohleausstieg, Elektroautos und ähnliches.

Klimawandel
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Dass das Klima sich durch Menschenhand katastrophal verändert, steht fest. Nun geht es um die Folgen und darum, welche Anpassungen für Mensch und Natur nötig sind. Klar ist: Weitermachen wie bisher geht nicht. (c) proplanta
Dahinter steht vor allem der Wunsch und Wille, mit solchen Veränderungen so weiterleben zu können wie bisher. Aber mit der Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen ist es längst nicht getan. Es braucht Anpassungsmaßnahmen, und Menschen müssen sich von Lebensgewohnheiten verabschieden. Dazu legt der Weltklimarat (IPCC) am 28. Februar einen neuen Bericht vor.

Darin geht es um die Folgen des Klimawandels für Natur und Mensch und die Anpassungen, die nötig sind, um das Leben auf diesem Planeten einigermaßen im Gleichgewicht zu halten.
Die Grundlagen stammen aus Zehntausenden wissenschaftlichen Studien.

Weil der Rat ein UN-Gremium ist, reden bei der Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger aber Regierungen ein Wörtchen mit. Da geht es um handfeste politische Interessen: Was wird wie drastisch dargestellt, was rückt eher in den Hintergrund? Seit zwei Wochen wird um jede Zeile gerungen, die Debatte hinter verschlossenen Türen zog sich länger hin als geplant.

Natürlich müssen die Treibhausgase gemindert werden, betont die Wissenschaft. «Es kann aber nicht nur darum gehen, dass künftig alle Elektroauto fahren und ansonsten weiterleben wie bisher», sagt Tabea Lissner, Co-Leiterin des Wissenschaftsteams von Climate Analytics in Potsdam, der Deutschen Presse-Agentur. Und Almut Arneth, Klimaforscherin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sagt: «Wenn wir uns nur auf die Minderung der Treiber des Klimawandels verlassen, mit Maßnahmen, die große Landflächen benötigen, haben wir Probleme mit dem Naturschutz.»

An Anpassungen führt also kein Weg vorbei. In Deutschland haben die Überschwemmungen in der Region Ahr und Erft im Juli 2021 den Klimawandel real gemacht. Mehr als 180 Menschen kamen dort nach Starkregen ums Leben, den es nach Studien ohne menschengemachten Klimawandel in dieser Intensität nicht gegeben hätte. Wenn nicht mehr Klimaschutz betrieben werde, stiegen die jährlichen Schäden durch Überschwemmungen an Flüssen in Deutschland nach Modellberechnungen bei gleichbleibender Politik um 72 Prozent, sagt Lissner.

Anpassung heißt: Mit kleinen Schutzwällen an besonders exponierten Stellen ist es nicht getan. «Man muss das ganze Wassersystem und das Zusammenspiel aller Faktoren anschauen», sagt Lissner. Allgemein sei es an Flüssen je nach Region und Lage womöglich nötig, Begradigungen zurückzubauen und ursprüngliche Flussbetten wieder herzustellen, durch Straßen oder Bauten versiegelte Böden zu öffnen und Flächen zu schaffen, wo Hochwasser versickern kann. Manche Flächen könnten in Zukunft auch einfach nicht mehr so genutzt werden wie bisher.

Inselstaaten sind in einem besonderen Dilemma, sagt Lissner. Durch häufigere Stürme werden Hütten und Häuser immer wieder zerstört. Die Länder hätten kaum Ressourcen für den Bau besserer Häuser, um diesem Teufelskreis zu entkommen. «Klimafinanzierung ist wichtiger Baustein der Anpassung», sagt sie.

Reiche Länder haben ihren Wohlstand mit klimaschädlichen Emissionen aufgebaut und sind historisch für den Großteil des Klimawandels verantwortlich. Sie haben 2009 versprochen, bis spätestens 2020 jedes Jahr 100 Milliarden Dollar dafür zur Verfügung zu stellen, doch dieses Versprechen nicht eingehalten.

Der Weltklimarat will auch stärker als bisher verdeutlichen, wie eng Klima- und Naturschutz zusammenhängen. «Klimaschutzmaßnahmen können schlecht für den Artenschutz sein, aber Artenschutz tut dem Klima eigentlich nicht weh», sagt Arneth. Beispiel Biosprit: Wenn statt emissionsintensivem Benzin Treibstoff aus pflanzlichen Rohstoffen genutzt werden soll und dafür riesige Rapsfelder oder Palmölplantagen angelegt werden, schwindet die Artenvielfalt. Die Aufnahme von klimaschädlichem CO2 kann sogar reduziert werden, wenn für Plantagen - wie etwa in Indonesien - tropische Regenwälder gerodet werden.

Nach einem UN-Bericht ist die durchschnittliche Artenvielfalt in ländlichen Lebensräumen um mindestens 20 Prozent zurückgegangen, überwiegend in den vergangenen 120 Jahren. Eine Million Arten seien vom Aussterben bedroht, mehr als je zuvor in der Menschengeschichte. Artenschutz bedeutet auch, Naturlandschaften zu erhalten, die zur Minderung der Treiber des Klimawandels beitragen.

Beispiel Wald: Als Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel mit vielen positiven Effekten gilt die Wiederherstellung naturnaher Wälder. «Sie nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf, sie schaffen Lebensraum für Arten, sie regulieren den Abfluss von Regenwasser, sie bieten ein kühles Ökosystem für Tier und Mensch, und damit auch Raum für Entspannung», sagt Arneth. Der Haken sei die Konkurrenz von Waldfläche mit notwendiger Fläche für die Nahrungsmittelproduktion.

Deshalb ist für die Klimaexpertinnen klar, dass Anpassung auch eine Veränderung der eigenen Lebensart bedeutet. «Der Pro-Kopf-Konsum in westlichen Ländern ist zu hoch», sagt Arneth. «Wir müssen nicht alle vegan werden, in Jutesäcken rumlaufen und die Wohnung nicht heizen, aber wir können uns an die eigene Nase fassen.» Fast 60 Prozent der Agrarflächen dienen der Fleischproduktion weltweit. «Wie überzeuge ich die Deutschen, dass sie vielleicht nur noch zweimal in der Woche Fleisch essen statt jeden Tag?»

Die Erde muss warten

Süddeutsche Zeitung hier  28. Februar 2022   Kommentar von Michael Bauchmüller

Lebensgrundlagen:

An diesem Montag wird der Weltklimarat seinen neuen Bericht vorlegen.
Auf viel Interesse wird er nicht stoßen.
Der Krieg könnte auch die Klimapolitik zerstören.

Alles ist vorbereitet für den großen Tag, seit Monaten schon. Eine von langer Hand geplante Pressekonferenz, dazu Statements, Appelle, Hilferufe. Denn wenn an diesem Montag der Weltklimarat seinen neuesten Bericht vorlegt, dann rückt die Klimakrise noch einmal ein Stück näher an die Menschen heran, wird greifbar in all ihren Ausmaßen - bei Artenvielfalt, Welternährung, Lebensqualität und -erwartung. Die Alarmsirenen, so war der Plan, sollten unüberhörbar sein. Stattdessen ertönt Luftalarm über den Städten der Ukraine.

Die "Alti"-Besetzung besteht jetzt seit 1 Jahr - im Wald wurde mit Geburtstagskuchen gefeiert

Herzlichen Glückwunsch !

Danke an euch  Menschen, denen unsere Umwelt und unser Klimaschutz so sehr am Herzen liegt, dass ihr ein Leben im Wald auf euch nehmt!

Danke dass ihr diesen Winter der Kälte getrotzt habt und immer noch voller Begeisterung versucht die Welt zu retten, indem ihr die Schwächen unseres Systems offen legt.

Danke, dass es trotz negativen Erfahrungen weiterhin Gesprächsbereitschaft gibt und Aktionen, um andere Menschen im Herzen zu erreichen.

Danke
dass Ihr nicht einfach aufgegeben habt, sondern immer wieder neue Wege sucht.

Danke an alle Unterstützer, die das möglich gemacht haben!

Danke auch für eure Solidarität.
Mit der Ukraine, mit anderen Besetzungen, mit verurteilten Klima-Aktivisten......

Danke für euren Mut zum zivilen Ungehorsam, wo alle anderen Wege nicht mehr funktionieren. 

Klimaschutz ist im Grundgesetz verankert, das wissen wir alle. Deshalb ist es umso tragischer, dass die junge Generation sich nur auf diesen Wegen in Erinnerung bringen kann.

Wir alle haben ein Recht auf Klimaschutz!
Doch um etwas zu ändern, muss noch viel mehr passieren in der Politik, in der Wirtschaft, bei jedem Einzelnen von uns....
Wir müssen Umdenken
Danke dass ihr uns das immer wieder in Erinnerung ruft.

Wir alle könnten noch viel mehr Freude an kleinen Dingen entwickeln...
Mit eurer Begeisterung zeigt ihr uns: Vielleicht ist unser jetziges Leben gar nicht so alternativlos wie gedacht...es könnte noch so viel besser werden!

Danke !

Die Geburtstagseinladung wurde angenommen und von W. Frommlet gab es eine angekündigte Rede zum Ukraine-Konflikt.

Nach Corona schon wieder ein Thema,das die Klima-Krise aus den Schlagzeilen verdrängt, unsere Sorgen überlagert. Natürlich sind diese Ängste berechtigt.

Nur: Wann kümmern wir uns endlich um die Klima-Krise???



 

Sonntag, 27. Februar 2022

«WIR BRAUCHEN DRASTISCHE VERÄNDERUNGEN»

Im Energiewende-Magazin der Schönauer Energie-Rebellen gibt es viele empfehlenswerte  Artikel zur dringend notwendigen Energiewende  hier.
Schauen Sie doch einfach mal rein und entdecken Sie neue Themen!


hier z.B. DIE SOZIOLOGIN ANITA ENGELS IM GESPRÄCH MIT CHRISTOPHER SCHRADER

ERREICHEN WIR DIE KLIMAZIELE?
NOCH BREMSEN GESELLSCHAFTLICHE KRÄFTE DIE DAZU NÖTIGE TRANSFORMATION AUS, ZEIGT EINE NEUE ANALYSE.
MANCHES ABER MACHT MUT.

Seit 2005 steigt Methan in der Atmosphäre dramatisch an. Doch niemand weiß, woher das zusätzliche Treibhausgas kommt

Spektrum der Wissenschaft    hier geht`s zum ganzen Artikel

METHAN-ANSTIEG

:Auf der Jagd nach den undichten BohrlöchernHauptverdächtig sind alte Bohrlöcher der Öl- und Erdgasförderung - auch in der Nordsee.

Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas und entstammt sowohl anthropogenen als auch natürlichen Prozessen. Einen gewissen Anteil bilden auch Methanaustritte bei der aktiven Erdgas- und Erdölförderung sowie aus Altbohrungen. Methan verbleibt nur etwa ein Jahrzehnt in der Atmosphäre, also deutlich kürzer als das CO2 mit weit über einem Jahrhundert Verweildauer. Da Methan über 20 Jahre gesehen 85-mal stärker klimaaktiv als CO2 ist, wäre eine Reduzierung von Methangas-Leckagen eine Möglichkeit, um kurzfristig einen Beitrag gegen die Erderwärmung zu leisten.

Wo wie viel Gas austritt, ist unklar

Allerdings ist längst nicht klar, wo wie viel leckt, wie Martin Blumenberg von der BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) erläutert: »In der so genannten Erdgasvorkette, die alles von der Produktion bis zur Nutzung umfasst, wird gebohrt, gefördert, gereinigt, komprimiert, transportiert via Gasleitungen, verteilt auf die Länder und abschließend in Kellern mit Gasheizungen genutzt oder zur Stromproduktion in die Kraftwerke geleitet. Bei all diesen Schritten kann Gas verloren gehen, und das tut es auch. Die Frage ist, wie viel und wo, denn das betrifft letztendlich die Treibhausgasbilanz der Gasnutzung

Entwöhnung vom Gas

Beim Gas treffen die Maßnahmen zum Ukraine-Konflikt und zum Klimaschutz plötzlich aufeinander - und driften möglicherweise auch ziemlich schnell wieder auseinander, wenn es um die Diskussion der Ersatzenergie geht. Bleibt festzustellen: Das Verhalten unserer Politik in den letzten Jahren war grob fahrlässig, soweit es unsere Energieversorgung betrifft. Warum wurde die begonnenen Energiewende so leichtfertig verschleppt?

Der Standard  hier  Analyse  Günther Strobl

UKRAINE-KONFLIKT

Langfristig will Europa aus Klimaschutzgründen raus aus dem Gas. In den nächsten dreißig oder vierzig Jahren wird es ohne diesen Brennstoff nicht gehen. Zwingend gelingen muss hingegen die Reduzierung der Abhängigkeit von Russland

Russlands Griff nach der Ukraine ist auch ein später Weckruf für Europa, sich in der Energieversorgung neu aufzustellen. Das gilt für Rohöl und Kohle, in noch viel größerem Ausmaß aber für Erdgas, wo Europa zu 40 Prozent von Importen aus Russland abhängig ist.

Freitag, 25. Februar 2022

 


Methan – das Expressklimagas, woher kommt es denn genau und was bewirkt es?

 EWS Schönau  hier   Ein Bericht von Roland Knauer

Methan verursacht mehr als ein Fünftel der Klimaerwärmung – umso wichtiger ist es, die menschengemachten Quellen des Treibhausgases auszumachen.

.....Auf der Rangliste der Klimagase erreicht Methan ohne ernsthafte Konkurrenz Platz zwei, satte 23 Prozent der menschengemachten Klimaerwärmung gehen auf sein Konto. Das berichtet das «Global Carbon Project» (GCP), in dem seit dem Jahr 2001 Forscher aus aller Welt den Kreislauf von Kohlenstoff und Klimagasen untersuchen. Und dennoch wird Methan in der Klimadiskussion nach wie vor ein wenig stiefmütterlich behandelt. Eigentlich erstaunlich, denn Maßnahmen zur schnellen Reduktion des Methanausstoßes erscheinen besonders lohnens­wert – verschwindet dieses Gas im Durchschnitt doch bereits nach ungefähr neun Jahren wieder aus der Luft, während Kohlendioxid deutlich länger in der Atmosphäre bleibt. Die durch Methan ausgelöste Klimaänderung lässt sich also viel schneller als beim Kohlendioxid bremsen. Um­­so wichtiger ist es, ein besseres Verständnis für die viel­fältigen natürlichen und anthropogenen Quellen dieses Treibhausgases zu entwickeln.

Lieferketten: Unternehmen wollen nicht für Ausbeutung haften

Was bleibt vom sensationellen Vorstoß des Green Deal in der EU mit seinen Vorschusslorbeeren?  Langsam macht sich Ernüchterung breit. Erst werden Atomkraft und Gas kurzerhand als "grün" definiert, jetzt muss man Angst haben, dass das sowieso schon sehr bescheidene Lieferkettengesetz von Deutschland  auch noch ausgehöhlt wird. Was soll das? Mehr Vorstöße in dieser Art und Weise brauchen wir wahrhaftig nicht.

Correctiv   hier   von Gabriela Keller    22. Februar 2022

Deutsche Lobbyisten wollen die geplante Lieferketten-Regulierung der EU aushöhlen. Das zeigen interne EU-Dokumente, die CORRECTIV und SWR vorliegen. Auch Teile der CDU laufen gegen die Pläne der EU Sturm. Am Mittwoch will die Kommission ihre Pläne vorstellen.

BUND: Alle Menschen haben das Recht, in Frieden zu leben

24. Februar 2022 | BUND 

Am Donnerstagmorgen wachte Europa in einem Krieg auf.

Der BUND verurteilt die kriegerischen Auseinandersetzungen und den Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine auf das Schärfste. Wir alle dürfen Frieden nicht als selbstverständlich ansehen. Es ist erschütternd, dass Europa wieder einmal das Gesicht des Krieges sieht.

Unsere Solidarität gilt heute allen Menschen in der Ukraine. Unser Mitgefühl gilt all jenen, die nun bangen müssen, deren Leben nun nicht mehr das gleiche ist – in der Ukraine, in Russland und in allen Gebieten, die noch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Der BUND unterstützt eine friedliche und diplomatische Lösung in der Ukraine.
Wir bedauern, dass Dialog und Verständigung bisher den Frieden nicht erhalten konnten.
Wir fordern die russischen Machthaber auf, auf den Wunsch der Menschen nach einem Leben in Frieden und Freiheit zu hören und die kriegerische Aggression gegen die Ukraine sofort zu stoppen.


Sonntag, 27.2.: Kundgebung um 13 Uhr auf der Straße des 17. Juni in Berlin

Der BUND ist Teil eines breiten Bündnisses, das am Sonntag eine Kundgebung für den Frieden organisiert. Gemeinsam mit Campact, dem DNR, Pax Christi, Verdi, dem DGB, der Seebrücke, den Naturfreunden Deutschlands, Brot für die Welt und vielen anderen wollen wir unsere Solidarität mit allen von dem Konflikt betroffenen Menschen  insbesondere denen in der Ukraine  zum Ausdruck bringen. Wir setzen uns für den sofortigen Stopp aller Kriegshandlungen ein.

Ein Jahr Besetzung des Altdorfer Walds: Neue Impulse

Presseeinladung vom 25.02.2022 

Einladung zum Jubiläumswochenende
und insbesondere zur
Austauschrunde über die Zukunft der Besetzung am Sonntag 

Heute vor einem Jahr starteten eine Hand voll Aktvist*innen aus Ravensburg und Umgebung die Dauerbesetzung der Rodungsfläche im Altdorfer Wald bei Grund. Zu diesem Anlass gibt es dieses Wochenende ein umfassendes Jubiläumsprogramm, zu dem die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. "Unser Ziel ist es, das Waldstück vor der Zerstörung durch Profitgier zu beschützen", so Samuel Bosch damals. An den Zielen hat sich bis heute nichts geändert, wohl aber an der Besetzung selbst.

"Die ersten drei Menschen, die in den Wald zogen, waren wie ich 18 Jahre alt", erinnert sich Bosch. "Heute ist es vor allem die ältere Generation aus Anwohner*innen der umliegend Orte, die das Projekt vorantreiben". Zwar würden immer noch hauptsächlich junge Menschen im Wald übernachten und leben. Doch organisierend seien mittlerweile vor allem Anwohner*innen tätig. "Wir sind ja unmittelbar von der Zerstörung unserer Trinkwasserquellen und von der täglichen Lärmbelastung durch den Kiesexport betroffen", so Martin Lang (54) aus Oberankenreute. "Wir Ältere organisieren Mahnwachen, leisten Vernetzungsarbeit, organisieren Veranstaltungen wie kürzlich die Vernissage im Wald und vieles andere mehr. Einige von uns haben bei den Jüngeren auch das Aktionsklettern gelernt", so Lang weiter. Etwa war es Lang, der zusammen mit zwei jüngeren Menschen an der Basilika in Weingarten ein CDU-kritisches Banner anbrachte.

Auch baulich veränderte sich die Besetzung: Statt einer provisorischen Plattform sind es jetzt rund 20 Baumhäuser und Plattformen in bis zu 25 Meter Höhe. "Wir haben ein großes Küchenbaumhaus und viele Schlafplätze in den Bäumen", so Charlie Kiehne (19) heute. Kiehne kommt ursprünglich aus Ulm. Sie zog im Sommer in den Altdorfer Wald, um in der Besetzungsgemeinschaft zu leben. "Wir müssen unser Denken grundsätzlich verändern. Es ist ein Symptom eines falschen Denkens, wenn Menschen auf die Idee kommen, einen uralten Wald für Profite und Wachstum zu roden. Wieso ist es legal, Bäume zu fällen, die weit älter als man selbst ist, aber illegal, sie zu beschützen?", fragt Kiehne.

Die Besetzer*innen sehen ihr Projekt als eine Art Experiment nachhaltiger und solidarischer Gesellschaftsorganisation. "Wir kamen wegen des undemokratischen Kiesabbaus, stellten aber über die Zeit fest, dass viele Bürger*innen sich ebenfalls die Systemfrage stellen", erzählt  eine der Dauerbesetzerinnen. 

"Was erlauben wir uns eigentlich? Angesichts der Erdaufheizung in großem Stil Wald zu roden, nur um einen Rohstoff abzubauen, der nachweislich diese Erdaufheizung befeuert und dank Alternativen auch eingespart werden könnte?", ärgert sich Unterstützer Manfred Scheurenbrand (66) aus Waldburg. Er verfolgt die Aktionen der Aktivist*innen schon seit dem ersten Baumhaus in Ravensburg. "Ich bin beeindruckt, wie diese jungen Menschen bei Wind und Wetter im Wald sind. Wir brauchen die Menschen in den Bäumen!". Seit der Dauerbesetzung kommt er regelmäßig in den Wald. "Ich unterstützte ab dem Moment, in dem ich merkte, dass es sich bei den Besetzer*innen um engagierte nachdenkliche junge Menschen handelt." Seitdem bringt er regelmäßig warme Suppe oder hilft anderweitig, um so seinen Beitrag zum Klimaprotest zu leisten.




Heute erschien in der Schwäbischen Zeitung eine ganze Seite mit vielen Bildern  hier
Protest aus dem Wald: Seit einem Jahr leben Aktivisten in Baumhäusern

Keine Rotor-Blätter: Spanien baut die Windkraftwerke der nächsten Generation

Es bewegt sich viel und es muss sich noch viel mehr bewegen, um unseren Umstieg auf "grüne Energie" möglich zu machen. Hoffentlich lassen sich durch eine Weiterentwicklung der Technologie auch irgendwann (hoffentlich bald!) die Nachteile der heutigen Windkraft ausschalten. Dieser Bericht macht zumindest Hoffnung, denn das Problem der getöteten Vögel, Fledermäuse und Insekten würde entfallen.

efahrer  hier

Sie sehen ein bisschen so aus wie sehr neumodische Straßenlaternen oder auch wie übergroße Füllfederhalter, die jemand in die Erde gesteckt hat – sollen aber Energie produzieren: Das spanische Unternehmen Vortex Bladeless will Windstrom durch Wackeln statt Drehen erzeugen.

Herkömmliche Windkraftanlagen sind mitten in Wohngebiete nicht wirklich denkbar: Sie erzeugen eine Geräuschkulisse, werfen Schatten auf umliegende Häuser und – so zumindest eine häufig angebrachte Kritik – sehen nicht gerade schön aus. Die Lösung des spanischen Unternehmens Vortex Bladeless soll alles anders machen, weil sie ganz ohne Rotorblätter und Turbinen auskommt.....

Zunächst will sich das Unternehmen auf den Endverbrauchermarkt konzentrieren und im Rahmen einer Beta-Test-Kampagne eine funktionierende Mini-Version der Anlage auf den Markt bringen: Der Vortex Bladeless Nano soll nur 85 Zentimeter hoch sein und genügend Strom erzeugen, um ein USB-Gerät "wie eine windbetriebene Powerbank" speisen zu können. Im Rahmen dieser Tests, bei denen auch Endkunden teilnehmen können, sollen Rückmeldungen gesammelt und die Anlage optimiert werden.

Ob die Anlage in ihrer endgültigen, mehrere Meter hohen Version es dann preislich oder hinsichtlich der Erzeugungskapazität mit 'klassischen' Windkraftanlagen aufnehmen kann, bleibt fraglich. Allerdings ist die Lösung ja auch gerade für die Orte gedacht, an denen kein typisches Windrad errichtet werden könnte – beispielsweise entlang von Autobahnen, um aus dem Fahrtwind Strom zu erzeugen.

Donnerstag, 24. Februar 2022

Behäbige Demokratie in der Klimakrise: Wir hatten die besten Jahre

 TAZ   hier

Wenn das Szenario von „Don’t Look Up“ nicht Realität werden soll, braucht es radikale Veränderungen. Doch Politiker fürchten, abgewählt zu werden.


Don’t Look Up“ – natürlich hatten alle am Tisch den Film mit dem Meteoriten gesehen, der zielgenau auf die Erde zurast, diese Satire, die punktgenau den Zustand von Welt und Politik und Medien und Mentalitäten abbildet: die einflussarme Wissenschaft, die machtvergessenen Amtsträger, die Schredderung des Schreckens im Spaßfernsehen, die technokratischen Heroes of the Universe aus dem Silicon Valley.„Dass etwas getan werden muss und zwar sofort das wissen wir schon“ – aber ob das reicht? 

Getrennte Wege im Kampf gegen die Verschwendung

 22.02.2022  |  VON STEFAN LANGE WIRTSCHAFT@SUEDKURIER.DE  hier

...... Vom Grundsatz her sind ihre Forderungen deckungsgleich mit denen der Ampel-Koalition.

Wir fordern, dass die neue Bundesregierung sofort gegen die Lebensmittelverschwendung vorgeht: Große Supermärkte sollten verpflichtet werden, noch genießbares Essen zu spenden – und so gegen den Welthunger vorzugehen und deutlich ihren CO?-Ausstoß zu reduzieren“, erklärt die „Letzte Generation“. Die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP formulierten es vor gut einem Monat ähnlich. In einem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, „gemeinsam mit allen Beteiligten die Lebensmittelverschwendung verbindlich branchenspezifisch zu reduzieren und haftungsrechtliche Fragen zu klären sowie auch eine steuerrechtliche Erleichterung für Spenden zu ermöglichen“.

Mit einer Entscheidung über den Genehmigungsantrag zur Fortschreibung des Regionalplanes kann frühestens im 3./4. Quartal 2022 gerechnet werden.


 

Post vom Landtag von Baden Württemberg an uns:
Petition 16/05543: Initiative Zukunftsfähiger Regionalplan, Regionalplan Bodensee-Oberschwaben



A.Brugger: In den letzten Jahren ist es nicht gelungen durch den Ausbau von erneuerbarer Energie die eigene Souveränität zu stärken

A. Brugger gab ein Interview zur Ukraine-Krise und berührte darin auch den Punkt, der die Klima-Krise berührt: Unsere bisherige Abhängigkeit vom Gas  - ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsfaktor., den man aber sicher auch auf Öl und Uran ausdehnen könnte.

22.02.2022  hier im Südkurier

Überlingen: Wie nah am Wasser darf man bauen? - Erkenntnisse zum Landesentwicklungsplan

22.02.2022  |  VON STEFAN HILSER STEFAN.HILSER@SUEDKURIER.DE  hier

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat den Bebauungsplan „Zum Hecht“ im Überlinger Ortsteil Nußdorf für unwirksam erklärt. Die ausführliche Begründung ist im Internet abrufbar, doch selbst Juristen sagen, dass es sich dabei um eine komplizierte Kost handle.

Es geht um viel Geld. Das wird deutlich, wenn man sich die Traumgrundstücke ansieht, direkt am Bodensee, manches mit eigenem kleinen Bootssteg. Bei einem sehr niedrigen Wasserstand kann und darf man südlich der Häuserzeile entlangspazieren, über dann trocken liegende Uferabschnitte, denn der Bodensee ist eine öffentliche Fläche. Von Norden, von der Straße her betrachtet, wirken die Gebäude wie ein Riegel, der vor neugierigen Blicken schützt. Wenn in dieser Gegend überhaupt einmal eine Fläche zum Verkauf stand, dann lag der Preis vor ein paar Jahren schon bei über 1000 Euro pro Quadratmeter.

Einen Einsatz wie den am Mittwochmorgen hat Oberschwaben selten gesehen

 Weiter unten sind Auszüge aus der Schwäbischen Zeitung von PHILIPP RICHTER


Update: "Duplo" nach Polizeigewahrsam wegen Verteidigung des Waldstücks bei Oberankenreute wieder frei 

Die sich ehrenamtlich für Klimagerechtigkeit engagierende Person, die in der Altdorfer Waldbesetzungsgemeinschaft "Duplo" genannt wird und gestern für den Erhalt des Waldstücks bei Oberankenreute demonstrierte, kommt nach fast 24 Stunden Gewahrsam frei.

Stromfresser Rechenzentren?

 22.02.2022  |  VON CHRISTOPH DERNBACH, DPA  hier

Ein Stromverbrauch von 16 Milliarden Kilowattstunden (kWh) im Jahr ist so groß, dass sich kaum jemand etwas darunter vorstellen kann. Diese gewaltige Summe kommt zusammen, wenn man den Energieverbrauch aller Rechenzentren in Deutschland addiert. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt in Deutschland kommt im Jahr auf gerade einmal 3000 kWh.

Im großen Maßstab fällt der Energiebedarf der Betreiber der deutschen Rechenzentren allerdings nicht besonders hoch aus. Der Stromverbrauch aller Anlagen zusammengenommen machte nämlich gerade einmal 0,6 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland im Jahr 2020 aus. Das hat das Berliner Borderstep Institut im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom errechnet.

EU-Lieferkettengesetz: Historische Chance für den Klimaschutz vertan

 Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe hier  Mittwoch, 23.02.2022

© pedarilhos / Fotolia

Berlin, 23.2.2022: Der heute von der EU-Kommission vorgestellte Entwurf für ein Lieferkettengesetz bleibt beim Klimaschutz und dem Geltungsbereich weit hinter den Erwartungen zurück.

Der Entwurf geht bei den Umweltsorgfaltspflichten zwar weiter als das deutsche Lieferkettengesetz, es wird aber
keine klaren Klimasorgfaltspflichten geben. Es soll nur die Vorgabe für Unternehmen geben, einen Klimaschutzplan vorzulegen, dessen Nicht-Einhaltung aber nicht mit klaren Sanktionen verbunden ist. Das Gesetz gilt zudem nur für sehr wenige Unternehmen und die Haftungsregelung kann relativ einfach umgangen werden. Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH:

„Die EU-Kommission hat heute eine historische Chance vertan. Der Vorschlag für ein EU-Lieferkettengesetz markiert zwar einen wichtigen Schritt hin zu mehr Unternehmensverantwortung, er bleibt aber enttäuschend mit Blick auf den Schutz des Klimas. Es wird keine, an klare Konsequenzen geknüpften Klimasorgfaltspflichten geben. Hier hat die EU-Kommission ganz klar dem Druck von Wirtschaftslobbyisten nachgegeben. Das Gesetz soll außerdem nur für deutlich weniger als 1 Prozent aller Unternehmen und nur für etablierte Lieferbeziehungen gelten. Skrupellose Ausbeutung und Umweltzerstörung werden in den meisten Fällen weiter ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen bleiben. Damit ändert sich für die meisten Leittragenden wenig. Die Bundesregierung muss jetzt im EU-Rat Nachbesserungen durchsetzen.“

Kiesabbau am Bodensee unter der Lupe: Zahlen zum Export bleiben unklar

siehe dazu auch die Zusammenfassung der Untersuchungen vom Aktionsbündnis vom Frühjahr 2021  hier. Fast hat man den Eindruck eines Deja-vu, wenn man von der offiziellen Faktenlage davor, mit dem nicht ganz so reelen IHK-Gutachten im Mittelpunkt, ausgeht. So wollen wir nicht weiter machen!

Südkurier  hier  von Katy Cuko

Nach Protesten zum Abbau im Altdorfer Wald liegt erstmals eine Studie über den Kiesexport über die Grenzen der Region hinweg vor. Doch nur ein Viertel der Unternehmen aus dem Kreis Ravensburg hat Daten zugeliefert.

In der Region Bodensee-Oberschwaben werden jährlich knapp 13 Millionen Tonnen Kies und Sand abgebaut. Wie viel davon exportiert wird, lässt sich auch nach Vorlage einer Studie nur schätzen.
(Bild: Altdorfer Wald Gemeinschaft)

Fast vier Jahre lang protestierten Umweltaktivisten gegen den neuen Regionalplan für die Region Bodensee-Oberschwaben. Der Widerstand machte sich vor allem an einem Thema fest: einer neuen Kiesgrube im Altdorfer Wald, der „grünen Lunge“ Oberschwabens. Bäume wurden besetzt, die Zufahrt zu einer Kiesabbaustätte blockiert, Unterschriften gesammelt und immer wieder demonstriert. Hauptkritikpunkt: In der steinreichen Region mit rund 100 Kiesgruben wird mehr Kies abgebaut, als die heimische Bauwirtschaft braucht, und zu viel exportiert. Doch verlässliche Zahlen gab es nicht.

Mittwoch, 23. Februar 2022

Eilmitteillung aus der Altdorfer Waldbesetzungsgemeinschaft am 23.2.2022

Räumung und Rodung des notbesetzten Waldstücks bei Oberankenreute

Am heutigen Dienstagmorgen (23.2.2022) umstellten um 7:30 Uhr Polizeieinheiten aus 30 bis 50 Polizeibussen die neue Not-Besetzung im Altdorfer Wald bei der Kiesgrube "Tullius" bei Oberankenreute und räumten diese. Aktivist*innen aus der fast einjährigen Waldbesetzung bei Grund hatten diese in der Nacht von Sonntag auf Montag aufgrund akuter Rodungsgefahr etabliert. Unmittelbar im Anschluss der Räumung setzten die Behörden spezielle Rodungsmaschinen, sog. "Harvester", zur Fällung des gesamten Areals ein.

Bei Ankunft der Polizei befanden sich vier Aktivist*innen auf den Bäumen, die auch die Nacht in der neuen Besetzung verbrachten. Um das Waldstück trotz Aufteilung auf die beiden gefährdeten Teile im Altdorfer Wald möglichst gut zu verteidigen, hatten die Aktivist*innen ein komplexes Netzwerk (waagrechte Querverbindungen aus speziellem baumschonenden Polypropylenseil) errichtet. So konnte jede Kletter*in mehrere Bäume gleichzeitig beschützen. Die Polizei inhaftierte die geräumten Aktivist*innen. Auf welche Gefangenensammelstelle sie verbracht wurden und wie lange sie in Gewahrsam bleiben, wird den Unterstützer*innen vorenthalten.

Zum Zeitpunkt der Verfassung dieser Mitteilung befand sich als letzter Aktivist noch Samuel Bosch (19) in den Bäumen. Anwohner*innen und Eltern machen sich nun auf, eine Mahnwache zur Unterstützung der Klimaaktivist*innen aufzuschlagen. "Bei uns bleibt keiner allein" sei wichtiger Grundsatz der Waldbesetzungsgemeinschaft. 

MOTTO: PROFIT VOR NACHHALTIGKEIT

"Das Motto der Behörden ist Profit vor Nachhaltigkeit!", deutet Kletteraktivist Samuel Bosch (19) die Situation. "Die Behörden sperrten das gesamte Räumungsgebiet großflächig ab. Unterstützer*innen kamen nicht mehr zu uns durch, wurden auf mehr als 150 Meter Entfernung gedrängt und konnten so unsere Räumung nicht dokumentieren. Doch in all der Zeit durften die Kieslaster weiter ungehindert fahren – den abgebauten Kies in die Schweiz und nach Österreich transportieren, wo Umweltauflagen den Kiesabbau unrentabel machen."

Martin Lang (54), Anwohner aus Oberankenräute, der ebenfalls den Wald verteidigte und heute aus seiner improvisierten Übernachtungsmöglichkeit in 10 Meter Höhe geräumt wurde, betont: "Durch die Räumung schufen die Behörden Fakten, ohne einen demokratischen Diskurs abzuwarten." 

Doch der eigentliche Skandal sei nicht die polizeiliche Räumung, sondern der Hintergrund der Entscheidung: "Tullius spricht immer von Versorgungssicherheit für die Region. Aber trotz des mehrjährigen Baubooms blieb die regionale Kiesnachfrage weit hinter den Erwartungen zurück. Dennoch besteht Tullius unbedingt auf der Erweiterung der Kiesgrube." Nach Ansicht der Aktivist*innen geht es Tullius nur darum, Profitrechte für die nächsten Jahrzehnte auf Kosten der Umwelt zu sichern. "In Zeiten der Klimakrise Bäume fällen, die älter als man selbst sind? Bäume sind unsere wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Erdaufheizung!", so Lang. 

"Für die Kinder dieser Welt tut es mir leid, dass ich den Wald nicht besser verteidigen konnte", gab Lang unmittelbar vor seiner Räumung durch.

In wenigen Jahren „beispiellose“ Schäden in deutschen Wäldern

 

Wetter.de  hier



Das Waldsterben in Deutschland ist noch größer als befürchtet. Satellitendaten zeigen, dass innerhalb von drei Jahren fast fünf Prozent der Waldfläche verschwunden sind. Vor allem Hitze und Dürre (sowie der dadurch begünstigte Borkenkäfer) sind für das Baumsterben verantwortlich.

Die Empörung über die Abholzung im brasilianischen Regenwald ist hierzulande groß. Doch auch unsere deutschen Wälder sind bedroht.

Luftaufnahmen zeigen beispielsweise das Waldsterben im Harz besonders drastisch. Mit Satellitendaten haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sich einen Überblick verschafft – und kommen zu erschreckenden Ergebnissen.

„Die jährlichen Waldzustandsberichte der Behörden machen bereits deutlich, dass sich der Zustand der deutschen Wälder schon seit längere Zeit kontinuierlich verschlechtert. Aber die Schäden der letzten wenigen Jahre sind beispiellos,“ erklärt Dr. Frank Thonfeld vom DLR in einem Zitat auf der Seite des DLR.

Von Januar 2018 bis April 2021 seien demnach auf einer Fläche von 501.000 Hektar „Baumverluste“ registriert. Das würde fast fünf Prozent der gesamten Waldfläche in Deutschland entsprechen – und sei mehr als bisher angenommen.


(Quelle: wetter.de)


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Das Waldsterben in Deutschland ist noch größer als befürchtet. Satellitendaten zeigen, dass innerhalb von drei Jahren fast fünf Prozent der Waldfläche verschwunden sind. Vor allem Hitze und Dürre (sowie der dadurch begünstigte Borkenkäfer) sind für das Baumsterben verantwortlich.

In wenigen Jahren „beispiellose“ Schäden in deutschen Wäldern

Die Empörung über die Abholzung im brasilianischen Regenwald ist hierzulande groß. Doch auch unsere deutschen Wälder sind bedroht. Luftaufnahmen zeigen beispielsweise das Waldsterben im Harz besonders drastisch. Mit Satellitendaten haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sich einen Überblick verschafft – und kommen zu erschreckenden Ergebnissen.

„Die jährlichen Waldzustandsberichte der Behörden machen bereits deutlich, dass sich der Zustand der deutschen Wälder schon seit längere Zeit kontinuierlich verschlechtert. Aber die Schäden der letzten wenigen Jahre sind beispiellos,“ erklärt Dr. Frank Thonfeld vom DLR in einem Zitat auf der Seite des DLR.


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Alle Räder stehen still

 Faszination Autobahnblockade: Alle Räder stehen still - taz.de

Faszination Autobahnblockade: Eine Handvoll Menschen reicht, um eine Autobahn zu blockieren und Aufmerksamkeit zu erregen. Doch reicht das, um Wandel zu bewirken?

Räumen wir zu Beginn diesen schönen Sendeplatz für die KollegInnen des Spartensenders „Bild.tv“: Die saßen in dieser Woche wie üblich in trauter Runde zusammen, um sich gegenseitig ihrer Ressentiments zu vergewissern. Es ging um die Autobahnblockierer. Nach einigen Sätzen, in denen die Worte „Wohlstandsverwahrlosung“ und „spätrömische Dekadenz“ fielen, gaben mehrere Gäste zu, dass sie klammheimliche Sympathie mit der Aktion haben.

Wie radikal muss man sein, um etwas zu verändern?“, fragte die Moderatorin in die Runde. „So radikal wie die“, sagt die Ex-Bunte-Chefin, und auch der „Bild.tv“-Chef erzählte von seiner Tochter, die ihm diese Frage stelle.

Wie kann es sein, dass so viele Menschen von den Blockaden der Autobahn fasziniert sind?

Es ist faszinierend, weil es so wenig braucht, um den Alltag zu unterbrechen, der sonst alternativlos erscheint. Weniger als zehn Menschen setzen sich auf die Straße – und der Verkehr bricht zusammen. Eine beeindruckende Effektivität, vor allem, wenn man sie mit dem Zustand vergleicht, in dem sich die Klimabewegung nach zwei Jahren Pandemie befindet.

Wie misst man den Erfolg einer Bewegung? Es scheint, als sei weder die Zahl der DemonstrantInnen noch der Applaus, den sie bekommen, der entscheidende Gradmesser. Es hat der Klimabewegung nichts gebracht, von Olaf Scholz und Angela Merkel umarmt zu werden. Als 1,4 Millionen Menschen am 20. September 2019 auf die Straße gingen, bekamen sie ein Klimapaket, das seinen Namen nicht verdiente.

Für die Bewertung der Blockaden ist ein anderer Maßstab brauchbarer: Disruption.

Noch haben die Autobahnblockaden außer Aufmerksamkeit wenig erreicht. Aber Selbstwirksamkeit, also die Erfahrung, mit dem eigenen Körper einen Unterschied zu machen, ist eine bleibende Erfahrung, nicht nur für die Beteiligten. Und auch die ZuschauerInnen des Spektakels trennen sehr wohl zwischen Form und Inhalt. Man kann die Blockaden falsch finden, aber selbst die Statements von AutofahrerInnen im Stau beginnen oft mit der Einschränkung: „Ich find’s ja richtig, dass die demonstrieren, aber …“

Meist wurde kritisiert, dass die Blockaden die Falschen treffen würden. Dabei wurde eine Strohpuppe aus dem Schrank geholt, die aus der Benzinpreisdebatte bekannt ist: Es ist die alleinerziehende Krankenschwester, die nun im Stau stehe (als würde sie normalerweise problemlos über die leere Berliner Stadtautobahn düsen). Auch SPD-General Kevin Kühnert berief sich auf sie und kritisierte die Aktion: Bei einem regulären Streik in einem Betrieb richte sich die Aktion gegen den Arbeitgeber, sagte er. Hier bestreike man sich gegenseitig.

Natürlich sollten die Blockierer der einzelnen gestressten Autofahrerin nicht mit Überheblichkeit begegnen. Doch mit dem Vergleich erklärt Kühnert unfreiwillig, warum der Protest erfolgreich ist: In der Klimakrise gibt es nicht nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dieser Streik richtet sich nicht gegen einen eindeutigen Gegner, sondern gegen den fossilen Irrsinn des Alltags, unter dem auch die Krankenschwester leidet.

Enden wir deshalb mit einem Gedankenexperiment, eigentlich ist es eine Rechenaufgabe: Wenn es in Deutschland etwa 2.260 Autobahnausfahrten gibt und man für eine Blockade 7 Menschen braucht – warum demonstriert man noch vor dem Kanzleramt?

"Klima-Krise stellt planetarischen Notfall dar" - Aussage auf der Sicherheitskonferenz München

dw.com   hier können Sie den gesamten Artikel lesen 
ein kleiner Ausschnitt des Artikels ist unten zu finden

Münchner Sicherheitskonferenz

Klimawandel bedroht die Sicherheit

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde viel über die Krise um die Ukraine gesprochen. Die Bedrohung der Sicherheit durch den Klimawandel geriet in den Hintergrund. Diskutiert wurde darüber aber auch.

Es war ein zutiefst pessimistisches Bild, das Johan Rockström, einer der Direktoren des renommierten Klima-Folgenforschungs-Instituts in Potsdam (PIK), da auf der Münchner Sicherheitskonferenz zog. Die Klima-Krise, so Rockström, stelle längst einen "planetarischen Notfall" dar. Die Folgen der Erderwärmung seien sehr viel schneller spürbar, als viele Beobachter das noch vor wenigen Jahren hätten ahnen können. Hitze und Dürren, Überschwemmungen und Sturmfluten bedrohten nicht nur die davon betroffenen Menschen, sondern hätten längst gravierende Auswirkungen auf die internationale Sicherheit. 

Rockström: "30 Millionen Klima-Vertriebene 2020"

Eine durchschnittliche Erderwärmung von rund 2 Grad, verglichen mit dem Niveau vor der Industrialisierung um 1850 herum, sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen noch so eben beherrschbar. Die Menschheit habe davon aber bereits 1,2 Grad erreicht, allen Bemühungen um Schutz des Klimas zum Trotz. Konkret bedeute das, so Rockström: "30 Millionen Menschen sind 2020 wegen Extrem-Wettereignissen aus ihrer Heimat vertrieben worden. Und sechs von zehn UN-Friedenseinsätzen finden zurzeit in Ländern statt, die am stärksten von der Klima-Krise betroffen sind." Flucht und Vertreibung mit allen Folgen gehen also immer öfter auf den Klimawandel zurück. 

Aktivisten besetzen Bäume bei Ankenreute - Landratsamt löst Versammlung auf

Update vom 23.2.22, 7:36: 

‼️ Das neue Waldstück wird gerade geräumt ‼️
SEK ist vor Ort, die Straße ist weiträumig abgesperrt.

Schwäbische Zeitung: Laut Angaben der Aktivisten ist die Polizei derzeit mir rund 30 Fahrzeugen und „mindestens einhundert“ Einsatzkräften vor Ort. Bei Einsätzen dieser Art sei es erforderlich, mit einer gewissen Personenzahl präsent zu sein, bestätigt Polizeisprecher Weißflog, ohne eine konkrete Zahl der am Einsatz beteiligten Beamten zu nennen. Einer der ursprünglich vier Baumbesetzter sei mittlerweile auf den Boden gebracht worden, so der Aktivist Samuel Bosch. 




Schwäbische Zeitung  hier Von Philipp Richter
siehe dazu die zugehörige Pressemitteilung der Aktivisten aus dem Altdorfer Wald hier

Geräumt ist das Camp allerdings noch nicht

Klimaaktivisten haben am Dienstagmorgen Bäume in der Nähe der Kiesgrube Tullius bei Oberankenreute im Altdorfer Wald besetzt. In den frühen Morgenstunden kletterten die Aktivisten in die Bäume, spannten Hängematten und Traversen. Auch Polizei und das Landratsamt Ravensburg waren vor Ort. Zwar wurde die Besetzung amtlich aufgelöst, dennoch wollen die Aktivisten bleiben. Ob geräumt wird, ist indes noch unklar.

2 Presseartikel zum Gerichtsurteil

Auszüge aus dem Wochenblatt  hier  von DANIELA LEBERER

Wegen Protestbanner:
Klimaaktivist wieder vor Gericht

Samuel Bosch stand heute wegen einer Transparentaktion letzten Jahres über der viel befahrenen Schussenstraße vor dem Amtsgericht Ravensburg.Drei Aktivisten spannten damals eine Traverse und hängten daran ein Banner mit der Aufschrift „Wer Straßen sät, wird Stau ernten“ auf.  ....Die verkehrssicher befestigten Banner sollten Bürger über die „Blockadehaltung“ von Ravensburgs Mobilitätspolitik informieren.Kletteraktivist Samuel Bosch geht mit Hoffnung in den Prozess. „Endlich werden die Fakten ans Licht kommen.“ Er bezieht sich mit seiner Aussage auf einzelne Medienhäuser sowie „Falschaussagen der Polizei“, die etwa von gefährlichen Stahlseilen sprach. „Tatsächlich werden Traversen im Klimaaktivismus nie mit Stahlseilen errichtet. In unseren Pressemitteilungen gaben wir sogar die exakten technischen Daten des stattdessen von uns verwendeten besonders baumschonenden und ultraleichten Polypropylenseils an

Dienstag, 22. Februar 2022

Wie die Klimakrise unser Leben ändert

Stuttgarter Nachrichten  hier   

Vor dem neuen IPCC-Bericht

    Am 28. Februar wird der neue Bericht des Weltklimarats (IPCC) vorgestellt. Dieser werde wie kein anderer zuvor zeigen, „mit welchen katastrophalen Klimarisiken wir in Zukunft rechnen müssen“, sagt ein Wissenschaftler. Ein Überblick.