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Mittwoch, 28. Juni 2023

Baden-Württemberg kämpft um besseren Lärmschutz

 26.06.2023  hier im Südkurier

Bad Urach – Seeburg ist für viele Menschen ein beliebtes Ausflugsziel. Auch Motorradfahrer fahren gern durch den Ort, um weiter kurvenreich hoch nach Hengen zu gelangen. An einem schönen Tag können das bis zu 1000 Motorräder sein – für die Anwohner eine enorme Lärmbelastung. Doch seit Ende April dieses Jahres dürfen die Motorradfahrer am Wochenende und an Feiertagen nicht gleich am Ortsende beschleunigen, sondern müssen sich noch 300 Meter zügeln, bevor sie Gas geben können. Erst danach endet für sie Tempo 50.

Einen solchen Korridor für Motorradfahrer gibt es in Baden-Württemberg bisher nur in Seeburg und im Lautertal, weil das Landesverkehrsministerium gemeinsam mit dem Reutlinger Landratsamt eine juristische Begründung gefunden hat, die von der Straßenverkehrsordnung noch gedeckt ist. „Es handelt sich hierbei um eine atypische Lärmbelästigung“, sagt Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer (Grüne) am Telefon und lobt diese Lösung, weil beschleunigende Motorräder im Vergleich zum Auto im Schnitt um etwa 20 Dezibel lauter seien und gefühlt sogar viermal so laut wahrgenommen werden. „Das entlastet die von Lärm betroffenen Menschen.“ Die Straßenverkehrsordnung sollte nach Meinung von Zimmer stärker auf einen besseren Schutz der Gesundheit ausgerichtet werden und den Fokus nicht nur auf die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Straßenverkehrs legen.

Aus diesem Grund setzt sich Baden-Württemberg nun gemeinsam mit Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für einen wirkungsvolleren Lärmschutz ein, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kommunen erleichtert.