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Dienstag, 3. Februar 2026

Veränderung entsteht selten allein durch gute Argumente

Martin Tillich •Utopia | 

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Besonders stark wird es, wenn man diese Erkenntnis nicht nur formuliert, sondern ihr auch Taten folgen lässt – so wie Ingwar Perowanowitsch.

Viele von euch kennen ihn als starke Stimme für die Verkehrswende. Im Utopia Changemaker Podcast habe ich mit ihm u.a. darüber gesprochen, warum er sich vom reinen Problemaufriss verabschiedet hat und heute darauf setzt, funktionierende Alternativen sichtbar zu machen.

Aus genau diesem Anspruch heraus ist sein Film „Cycling Cities“ entstanden. Mit eindrucksvollen Bildern zeigt er, wie Städte in Europa öffentlichen Raum neu verteilen: von Paris, wo "aus Parkplätzen Parks und Plätze" werden, bis Utrecht, das eine Autobahn in einen begrünten Kanal verwandelt hat.

Denn, wie Ingwwar es im Podcast auf den Punkt bringt:

„Mit Worten erreicht man nur den Kopf, mit Bildern und Geschichten erreicht man das Herz".

Dienstag, 11. November 2025

Wer gezielt täuscht, verliert das Vertrauen, das ihn ins Amt gebracht hat, und damit auch das Amt

Kaum gelesen fängt das Kopfkino an zu rattern: wer würde denn bei uns rausfliegen? Zugegebenermaßen sehe ich da so einige Anwärter, und die sitzen nicht nur in der AFD....


Mirko Lange  auf LinkedIn

Die Nachricht ist schon älter, aber aktueller denn je: 

In Wales sollen ab nächstem Jahr Politiker:innen, die bewusst lügen, ihr Mandat verlieren können.

Wer gezielt täuscht, verliert das Vertrauen, das ihn ins Amt gebracht hat, und damit auch das Amt. Hintergrund ist, dass das Vertrauen in die Politik im Vereinigten Königreich „noch nie so niedrig“ war. 

Wenn man wirklich Lösungen sucht, dann wird man auch fündig: Australien verschenkt jeden Tag 3 Stunden Gratisenergie

Ich bin wirklich begeistert, mit welchem Ideen-Reichtum Australien vorangeht. Hab ich doch noch im Hinterkopf wie unglücklich die Vorgänger-Regierung agierte! Mit dieser Idee könnte Australien Richtungs-weisend werden für alle, die an wirklichen Lösungen interessiert sind. Doch wieder einmal heißt es: Intelligente Stromzähler sind die Vorraussetzung! Und genau das wird in Deutschland weiterhin verweigert.

t3n  hier Von Jörn Brien  09.11.2025

Ab 2026 werden in Australien wohl extra viele Waschmaschinen, Klimaanlagen oder Geschirrspüler um die Mittagszeit herum angeschaltet werden. 

Denn dann soll es für alle Bewohner:innen drei Stunden kostenlosen Solarstrom geben – jeden Tag

Bild: Reflektoren: Spiegel wie hier in den USA sollen auch im australischen Bundesstaat Victoria die Gewinnung von Sonnenenergie ermöglichen
Foto: AFP/Solar Systems

Sonntag, 9. November 2025

𝗭𝘂𝗸𝘂𝗻𝗳𝘁 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝗮𝘂𝘀 𝗠𝘂𝘁 𝗴𝗲𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁. - Eine tolle Idee: Mobile Lebensmittelläden

 

Carsten Fuchs

𝗚𝗼𝗼𝗱 𝗻𝗲𝘄𝘀 𝗮𝗺 𝗦𝗼𝗻𝗻𝘁𝗮𝗴! 𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗮𝗹𝘁𝗲 𝗕𝘂𝘀𝘀𝗲 𝗻𝗲𝘂𝗲 𝗛𝗼𝗳𝗳𝗻𝘂𝗻𝗴 𝗯𝗿𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻.

Manchmal ist Fortschritt nicht digital, sondern menschlich.

In Dänemark zeigt eine einfache, großartige Idee, was möglich ist, wenn wir mit Herz und Verstand Zukunft gestalten: Ausgemusterte Stadtbusse wurden zu mobilen Lebensmittelläden umgebaut.

Speziell für ältere Menschen in ländlichen Regionen, die oft zu weit weg sind vom nächsten Supermarkt. 

Doch diese Busse bringen mehr als Brot, Milch und Gemüse. 

Sie bringen Nähe. Würde. Begegnungen und Lachen.

Samstag, 23. November 2024

Es gibt bereits viele Lösungen und Vorstellungen für eine lebenswertere Welt, die allerorts erprobt und gelebt werden.

Was mich immer wieder fasziniert: wie kleine Anfänge und Ideen irgendwann auch zu etwas Großem führen können, eben weil sie beweisen dass es in der Praxis funktionieren kann. Hat es mit der Energiewende nicht auch ganz klein begonnen? Es lohnt sich also mitzudenken und am Kleinen zu basteln. Und noch viel wichtiger: Eine neue Erzählung ins Leben zu rufen (ja, nicht nur Gas-Lobbyisten können das) und damit auf zeigen wie viel wir durch Bereitschaft zur Veränderung zu gewinnen haben.

Perspective-daily  hier von  Désiree Schneider  23. November 2024 

So sieht eine Welt aus, in der du nie mehr den Müll rausbringen musst

Das Beste ist: Diese Vision ist bereits größtenteils real – nur nicht alle Teile davon an einem Ort zusammen.


Sonntag, 28. Juli 2024

Solardorf Bracht: Wie ein Dorf in die Zukunft springt

hier Von Susanne Mayer   Veröffentlicht bereits am 13.12.23

Energiewende in Eigenregie

Solardorf Bracht: Wie ein Dorf in die Zukunft springt

Der Rauschenberger Ortsteil Bracht will schon bald Hessens erstes Solardorf sein. Mit einem besonderen Wärmespeicherprojekt meistern die Einwohner die Energiewende in Eigenregie - und hängen andere Städte und Gemeinden in Sachen Klimaschutz ab.

Mittwoch, 27. März 2024

Nahrungswälder: Eine Alternative zum Nahrungsmittelanbau?

2 kurze Videos

NDR  hier

Klima: Nahrungswälder - Das Gegenteil von Monokultur

Sendung: NDR Info | 25.03.2024 | 

2 Min | Verfügbar bis 25.03.2026

Auf einem Hof im Emsland werden Mandeln, Quitten, Pfirsiche, Nüsse und Beeren zusammen angebaut - eine rentable Idee?


NDR hier

Nahrungswälder: Eine Alternative zum Nahrungsmittelanbau?

Sendung: Hallo Niedersachsen | 25.03.2024 |

4 Min | Verfügbar bis 25.03.2026

Der Klimawandel erschwert den Alltag konventioneller Landwirtschaft. Ein Landwirt aus dem Emsland geht daher neue Wege.

Freitag, 1. März 2024

Umweltministerin stellt 100 Millionen Euro für neue Hecken bereit

Riffreporter  hier  von Christian Schwägerl  29.02.2024

Dieser Artikel ist Teil unserer Recherche-Serie „Countdown Earth: So lösen wir die Klima- und Artenkrise“.

Klimaschutz mit der Natur: Nicht nur Moore und Wälder, sondern auch Feldgehölze können große Mengen CO₂ binden. Ab 2025 steht für neue Hecken eine Rekordsumme bereit. Werden Landwirte und Grundbesitzer die Chance nutzen?

Mittwoch, 28. Februar 2024

Klimagerechtigkeit - Veranstaltung in Sigmaringen




Die Klimakrise ist auch eine Krise der sozialen Gerechtigkeit

am 09.03. bieten Christians for Future, gemeinsam mit der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde Sigmaringen sowie weiteren Bündnispartnern, die Möglichkeit in Sigmaringen für dieses Thema aufzustehen. Wir wollen Gesicht zeigen und dadurch dem Gefühl der Ohnmacht gemeinsam entgegentreten. Sorgen und Hoffnungen können in einer Andacht um 10 Uhr in St. Johann vor Gott gebracht werden. Danach werden wir gemeinsam vor das neue Rathaus ziehen, wo wir uns dem Thema „(Klima)gerechtigkeit“ widmen.


Mittwoch, 20. Dezember 2023

Förderprogramm Nachbarschaftsgespräche

Eine gute Idee für weitere Aktionen kommt aus Frickingen

https://allianz-fuer-beteiligung.de/foerderprogramme/nachbarschaftsgespraeche-aktuell/

Beim Förderprogramm Nachbarschaftsgespräche sind zivilgesellschaftliche Initiativen mit und ohne eingetragener Rechtsform in Baden-Württemberg antragsberechtigt. Gefördert werden Dialogformate zu Alltagsthemen in kleinen Sozialräumen. Dazu zählen Quartiere, Stadtteile und Ortschaften. Dabei sind auch die Ideen in der Förderung eingeschlossen, die während der Durchführung der Nachbarschaftsgespräche entstehen. Pro Nachbarschaftsgespräch ist eine Förderung in Höhe von 6.000 Euro für sechs Monate möglich. 

Diese Mittel können zur Durchführung der Nachbarschaftsgespräche sowie für Sachkosten zur Umsetzung von Maßnahmen ausgegeben werden, die im Rahmen der Nachbarschaftsgespräche erarbeitet werden. Auch Beratungskosten sind förderfähig. Im Förderprogramm können Sach- und Beratungskosten abgerechnet werden, die nach Erhalt der Fördervereinbarung entstehen.

Kontroverse Themen bilden Schwerpunkt der neuen Förderrunde

Auch kontroverse Themen können aufgegriffen werden: Debatten um eine neue Unterkunft für Geflüchtete oder den Rückbau von Parkplätzen in der Innenstadt verlaufen häufig nicht geräuschlos. Dafür enthalten die Nachbarschaftsgespräche den „DialogPlus“-Bereich. Dieses Angebot unterstützt Gruppen, die sich lokalen Konflikten annehmen möchten. Menschen vor Ort spüren am schnellsten, wenn brisante Themen aufkommen und sich Fronten in der Debatte auftun.

Mittwoch, 3. Mai 2023

Lasst den Rasenmäher stehen!

Deutschlandfunk  30.04.2023  hier  mit vielen kurzen Beiträgen zum Anhören

Grüner Rasen – perfekt zum Fußballspielen oder Picknicken, aber nicht gut fürs Stadtklima. Viele Städte mähen ihre Grünflächen zu oft, bemängeln Wissenschaftler. Doch langsam findet ein Umdenken statt.

Bild links: Bad Saulgau legt Wert auf große Biodiversität und hat kurz gemähten Rasen durch Staudenpflanzungen  und Blumenwiesen ersetzt

Saftiger, grüner, perfekt kurz gemähter Rasen wird von vielen geliebt. Er ist ein Symbol für Gepflegtheit und Ordnung. Aber auch gut zum Fußballspielen oder Sonnen. 

Die Liebe zum grünen Rasen stamme vermutlich aus England, sagt Eva Hofmann von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. „Das steckt irgendwie ganz tief drin in der Psyche“, beobachtet sie. 

Das Problem ist nur: Saftiger, grüner, perfekt kurz gemähter Rasen ist nicht gut für die Umwelt. Darin sind sich alle Experten einig.

Samstag, 29. April 2023

Aktion "Mähfreier Mai": Warum Sie im Mai nicht Ihren Rasen mähen sollten

 t-online hier Annika Lange  04.04.2023

Rasenmähen nicht im Mai: Wenn Sie Ihren Rasenmäher den Mai stehen lassen, können Sie die Artenvielfalt der Insekten fördern.

Im Mai erblühen viele Pflanzen. Auch Unkraut und hohes Gras treiben dann aus. Allerdings schadet das Mähen in bestimmten Phasen der Natur.

Den Frühling möchten viele Menschen im Garten genießen und das am besten mit einem schön geschnittenen Rasen. Sprießen Gräser und Blüten im Frühling, sind in vielen Gärten Rasenmäher zu hören, die das Wachstum der Pflanzen eindämmen.

Jedoch handelt es sich bei den Gewächsen nicht ausschließlich um Unkraut, sondern auch um Wildkräuter, die Lebensraum und Nahrung für Insekten bieten. Besonders das Rasenmähen im Mai, der Hochsaison des Frühlings, schadet daher Insekten und fördert das Insektensterben.

Samstag, 1. April 2023

Nebenan.de prämiert Ideen mit Vorbildcharakter im Klimaschutz

Liebe BUND-Aktive,

auf Anregung von Leonore Apitz, BUND-Fundraising-Referentin, mache ich Sie auf folgenden Fördertopf zum (örtlichen) Klimaschutz aufmerksam:

Der „Ideenwettbewerb Klimaschutz nebenan" geht in eine neue Runde. Im Fördertopf sind bis zu 3000 Euro für die Umsetzung der besten Projekte.

https://web.fundraiser-magazin.de/klimaschutz-nebenan

Die nebenan.de Stiftung ist überzeugt, dass Klimaschutz direkt vor der eigenen Haustür beginnt. Deshalb hat sie den bundesweiten Ideenwettbewerb Klimaschutz nebenan ins Leben gerufen. Dabei geht es um konkrete Vorschläge, die sich einfach umsetzen lassen. Die besten Ideen können bis zu 3000 Euro Startkapital gewinnen.

Wer eine gute Idee hat, kann diese bis zum 15.5.2023 einreichen.

Wichtig ist, dass die Idee einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leistet und möglichst viele Menschen in der Nachbarschaft erreicht. Sie muss außerdem tatsächlich umsetzbar sein, sich dazu eignen, sie langfristig zu etablieren und sie soll Vorbildcharakter haben.

Nach dem Ende der Einreichungsfrist schaut sich die nebenan.de Stiftung alle Ideen an und wählt anschließend 100 aus, die am meisten überzeugen konnten. In einem Online-Voting, das vom 5. Juli bis 25.August 2023 läuft, kann jede und jeder seine bzw. ihre Stimme für eine Idee abgeben und damit die 15 Publikumsfavoriten wählen.

Startkapital plus Chance auf weitere 2000 Euro: Die Lieblinge des Publikums erhalten zusammen mit fünf weiteren Projekten, welche die nebenan.de Stiftung auswählt, jeweils 1000 Euro Startkapital für die Umsetzung ihrer Idee. Alle 20 Projekte ziehen außerdem ins Finale ein und haben die Chance auf zusätzlich 2000 Euro Preisgeld. Welche fünf Ideen sich am Ende über diese weitere Finanzspritze freuen können, entscheidet eine Fachjury.

Freitag, 31. März 2023

Kennen Sie eigentlich schon die Bürgerkarte aus unserer Region?

Die Bürgerkarte ist ein nicht kommerzielles Bürgerprojekt 

von wirundjetzt e.V.  hier

  • zur Förderung des Gemeinwohls und sozialer Projekte in der Region,
  • zur Schaffung regionaler Wirtschaftskreisläufe und Stärkung des lokalen Einzelhandels,
  • und zur demokratischen Mitbestimmung

Für die teilnehmenden Geschäfte und Unternehmen ist die Bürgerkarte ein Marketing- und Kundenbindungsinstrument.

Für die Vereine und Förderprojekte ist sie ein Mittel, um an finanzielle Einnahmen zu kommen.

Wie funktioniert die Bürgerkarte?

Die Bürgerkarte wird bei den teilnehmenden Anbietern beim Bezahlen vorgezeigt.
Als Dankeschön für den Einkauf erhält das vom Kunden ausgewählte Förderprojekt 1,8 % vom Rechnungsbetrag. Weitere 0,2 % fließen in das regionale Bürgervermögen, über dessen Verwendung das Bürgerparlament entscheidet. Die Karte funktioniert anonym und es werden keine persönlichen Daten gesammelt.

Derzeit akzeptieren ca. 50 Anbieter in der Region Bodensee-Oberschwaben die Bürgerkarte und über 100 Vereine und Förderprojekte sind angemeldet.

Hier geht’s zum Erklärvideo: Bürgerkarte in 1 min erklärt und hier noch eine ausführliche Version (ab Min. 15: Bürgerkarte, ab Min. 50: Infos für Händler)

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Österreich: Neuer Klimarat-Verein will Druck auf Politik erhöhen

Standard  hier   Alicia Prager  20. Dezember 2022

93 Forderungen

Ein Grundrecht auf Klimaschutz, ein Stopp für klimaschädliche Subventionen, der Ausbau erneuerbarer Energien: Der Rat der Bürgerinnen und Bürger hat ein paar Ideen für die Politik

Das kann es nicht gewesen sein, sagt Werner Fischer, ein pensionierter Betriebswirt, über die Arbeit im Klimarat – jener Bürgerinnenversammlung, die in der ersten Hälfte dieses Jahres Empfehlungen für die österreichische Klimapolitik ausgearbeitet hat.

Im Juni überreichte sie der Regierung ein Dokument mit 93 Forderungen. Jetzt wollen die Bürgerinnen und Bürger Druck für deren Umsetzung machen und haben sich in einem Verein organisiert. "Wenn wir als Einzelpersonen bei den Ministerien nachfragen, was aus unseren Empfehlungen geworden ist, haben wir weniger Gewicht. Im Verein treten wir gemeinsam auf", so Fischer.

93 Ideen haben die Mitglieder des zufällig zusammengewürfelten Klimarats.
Illustration: Fatih Aydogdu

Es war ein demokratiepolitisches Experiment für Österreich: Über sechs Wochenenden trafen sich 88 Personen, die zufällig ausgewählt worden waren, um Reformen vorzuschlagen, mit denen Österreich seinen Teil dazu beitragen soll, die Erderhitzung zu stoppen. Ein wissenschaftlicher Beirat begleitete die Treffen, gab Inputs und lieferte die Studien als Basis für die Entscheidungen.

Samstag, 10. September 2022

Pflanzen und Paneele auf dem Dach

 08.09.2022  |  VON STEFAN WEIßENBORN, DPA  hier

Eine Solaranlage aufs Dach oder doch lieber Pflanzen? Mit einem Solargründach stehen Immobilienbesitzer nicht mehr vor dieser Entscheidung – es kombiniert beides und bietet dabei sogar Vorzüge gegenüber einer reinen Photovoltaik-Lösung. Denn die kühlende Wirkung der Begrünung hilft auch an heißen Tagen die Effizienz der Solarpaneele zu erhalten, informiert die Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Allerdings eignen sich für ein Solargründach in der Regel nur Flachdächer – etwa von Bungalows oder Garagen. Andererseits müssen die Photovoltaik-Module auf dem begrünten Flachdach nicht mit der Dachkonstruktion verschraubt werden. Es genügt demnach, ihre Basisplatten mit Pflanzsubstrat zu beschweren.

Wer plant, sollte laut Verbraucherzentrale NRW mit folgenden Gewichten rechnen: 80 bis 180 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter für die Pflanzen im nassen Zustand zuzüglich 25 Kilo für die Solartechnologie. Bei Zweifel über die Tragfähigkeit des Daches sollte ein Statiker zu Rate gezogen werden.

Für ein Solargründach eignen sich zahlreiche niedrig wachsende, trockenheitsverträgliche Pflanzen, die an heißen Tagen auch dafür sorgen können, das Innere des Gebäudes abzukühlen – ein Hitzeschutz. Zudem finden im Dachgrün zahlreiche Insekten Nahrung – laut Verbrauchzentrale NRW ein Beitrag zur Artenvielfalt.

Sie rät dazu, für ein Solargründach jeweils einen Fachbetrieb für Solartechnik und für Dachbegrünung koordiniert zu beauftragen.

Fördermittel gebe es sowohl für die Nutzung von Solarenergie als auch für Dachbegrünungen, heißt es seitens der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. 

Mittwoch, 17. August 2022

FRIEDRICHSHAFEN: Uni-Klimabilanz birgt Überraschung

 Südkurier  14.08.2022  |  VON CORINNA RAUPACH FRIEDRICHSHAFEN.REDAKTION@SUEDKURIER.DE  hier

In der ersten Klimabilanz steckte eine Überraschung: Den höchsten Anteil an klimaschädlichen Emissionen im Betrieb der Zeppelin Universität (ZU) verursachten Flugreisen der Wissenschaftler. 2019 machten sie 45 Prozent aus. „Wir haben die Daten aus den Jahren 2017 bis 2019 zugrunde gelegt, da die Jahre 2020 und 2021 wegen Corona vom Normalbetrieb abwichen“, erklärt Fabian Sennekamp. Neben den Dienstreisen schlugen Heizung und Stromversorgung des Campus am Fallenbrunnen mit einem Drittel zu Buche, der Rest entfiel auf die Versorgung des Seecampus und Treibstoffe für Dienstfahrzeuge.

Sennekamp ist Nachhaltigkeitsbeauftragter der Uni. Zusammen mit der Arbeitsgruppe „Nachhaltige ZU“ und dem Zukunftsbüro ist es sein Job, die ZU auf dem Weg in die Klimaneutralität voranzubringen. Bis 2035 soll der gesamte Betrieb klimaneutral sein. ......

Sonntag, 7. August 2022

Eßbare Städte: Eine Stadt wie ein Füllhorn

Die Stadt Todmorden macht es vor  hier und hier
Wer kennt die Idee noch  nicht aus dem Film Tomorrow?  Eine wunderbare Idee, die Schule machen sollte! Auch bei uns.


Die Stadt Andernach hat es auch gemacht:

FAZ hier   Von ANNA-LENA NIEMANN, Fotos von SAMIRA SCHULZ

Eine Stadt wie ein Füllhorn

Statt trostloser Bodendecker wachsen auf Andernachs Grünflächen Gemüse, Obst und Wildblumen – für alle. Von der essbaren Stadt profitieren nicht nur ihre Bewohner.


Irgendeine Pflanze hat Lutz Kosack eigentlich immer zwischen den Fingern, hier zerreibt er Bärlauch auf der Handfläche, dort klaubt er reife Walderdbeeren oder rupft eine Distel aus dem Staudenbeet. Als er mitten in Andernach vor einem Gemüsebeet haltmacht, können seine Hände keine Pflanze halten, also halten sie sich einfach gegenseitig. So steht er da und blickt auf eine kleine, braune Fläche, die bis vor kurzem noch voll mit hellgrünen Salatköpfen war. Wer sie mitgenommen hat, weiß er nicht. Doch in der Welt von Lutz Kosack ist das kein Beispiel von Mundraub, sondern ein großer Erfolg. Die letzten Kopfsalate, zwei winzige Exemplare, würde er auch gern abgeerntet sehen. Denn der Salat ist durchaus anspruchsvoll. „Bohnen oder Zucchini sind pflegeleicht, die machen den Boden dicht“, sagt Kosack, „aber Salat macht Stress.“


Lutz Kosack, Botaniker und Geoökologe

Den Salatstress tut er sich trotzdem an. Im Dienste der Agrodiversität, also der Vielfalt landwirtschaftlich genutzter Pflanzen. Und für ein Konzept, das die Stadt Andernach, für die Kosack die Landschaftplanung verantwortet, als „Essbare Stadt“ weit über die eigenen Grenzen bekannt gemacht hat.
Seit zehn Jahren wachsen auf den Grünflächen und in Hochbeeten in der Fußgängerzone nicht mehr ausschließlich Stiefmütterchen, Tulpen oder undefinierbare Bodendecker, sondern Obst, Gemüse, Kräuter und Wiesenblumen.
Wer will, darf einfach zugreifen und mitnehmen, was er tragen kann. Kosack hat das Projekt 2010 mitinitiiert. Der 56 Jahre alte Botaniker und Geoökologe ist überzeugt, dass urbane Grünflächen nicht nur einen Beitrag zur Biodiversität leisten können, sondern auch allen gehören sollten. Ein „Betreten verboten“-Schild sucht man in Andernach vergeblich.

 

Das Ergebnis dessen besichtigt man am besten entlang der alten Stadtburg, im Herzen der mittelrheinischen Stadt. Mit großen Schritten führt Kosack vorbei an duftenden Rosen und jungen Johannisbeersträuchern, über eine Brücke – ein kurzer Blick über die Brüstung in den Stadtgraben, in den in wenigen Tagen wieder Hühner einziehen dürfen –, dann durch den Torbogen, auf die südöstliche Seite der Burg und direkt rein in das, was Koseck die „Keimzelle“ des Projekts nennt.


Die alte Burgruine ist die Keimzelle der „Essbaren Stadt“. Ihre Mauern speichern Wärme und bieten damit bestes Mikroklima für die Obstgehölze, die Lutz Kosack gepflanzt hat.

Die alte Burgruine ist die Keimzelle der „Essbaren Stadt“. Ihre Mauern speichern Wärme und bieten damit bestes Mikroklima für die Obstgehölze, die Lutz Kosack gepflanzt hat.

Die Ruinen der 800 Jahre alten Anlage bieten weit mehr als nur eine pittoreske Kulisse für die Gewächse. Sie schaffen ein Mikroklima, in dem sich Botaniker und Gärtner austoben können: windgeschützte Gräben zwischen sonnigen Hängen und halbschattigen Nischen. Mächtige Steinmauern speichern Wärme und geben sie an Spalierobst und Sträucher weiter. „Ich liebe jede Form von Dogmatik, aber in der Stadt erlaube ich mir, auch etwas anderes aufzubieten, unabhängig davon, ob die Pflanzen hier heimisch sind oder nicht.“ Also wachsen dort die fast vergessenen Mispelbäume genauso selbstverständlich wie Granatäpfel, Bananenstauden, Kaki, Birnen und Topinambur. Weiter hinten hängen schon die ersten Früchte wie grüne Perlen an den Weinstöcken, während gegenüber der Hopfen an trichterförmigen Stützen emporrankt. Nah am Boden reiht sich Mangold an Kohlrabi.