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Sonntag, 28. Mai 2023

"Klimaaktivisten haben ihre Ziele auch in den dunkelsten Tagen weiter verfolgt. Sie müssen geschützt werden und wir brauchen sie jetzt mehr denn je“

TAZ hier

Nach Razzia bei Letzter Generation: Uno lobt Klimaprotestler


Ein Sprecher von Uno-Chef António Guterres betont die Bedeutung von Klimaaktivismus – und fordert den Schutz der Aktivist:innen ein.

Nach der umstrittenen Razzia bei Mitgliedern der Klimagruppe Letzte Generation melden sich die Vereinten Nationen zu Wort. Uno-Chef António Guterres äußerte sich zwar nicht ausdrücklich zum Vorgehen der deutschen Behörden, betonte aber die Bedeutung des Klimaprotests.

„Klimaaktivisten – angeführt von der moralischen Stimme junger Menschen – haben ihre Ziele auch in den dunkelsten Tagen weiter verfolgt. Sie müssen geschützt werden und wir brauchen sie jetzt mehr denn je“, ließ Guterres über seinen Sprecher Stéphane Dujarric ausrichten. Natürlich habe der Staat auch die Verantwortung, Gesetze durchzusetzen und die Sicherheit zu gewährleisten, räumte dieser ein.

Ohne die Klimabewegung wären die weltweiten Klimaziele allerdings bereits außer Reichweite, so der Uno-Sprecher. Protestierende hätten in „entscheidenden Momenten maßgeblich dazu beigetragen, Regierungen und Wirtschaftsführer dazu zu bewegen, viel mehr zu tun.“

Die immer noch anwachsenden CO2-Emissionen der Menschheit drohen, die Erde praktisch zu einem anderen Planeten zu machen. Aktuell laufen wir auf etwa 2,7 Grad Erderhitzung zu. Das ist allerdings ein Durchschnittswert, der durch die geringere Temperatur über Ozeanen gedrückt wird. Die Landmasse heizt sich noch deutlich stärker auf.

Außerhalb der menschlichen Klimanische

Wis­sen­schaft­le­r:in­nen kamen in der vergangenen Woche in einer Studie zu dem Schluss, dass im Jahr 2100 rund ein Drittel der Weltbevölkerung außerhalb der menschlichen Klimanische leben könnte. Das heißt: an Orten, an denen eigentlich kein für Menschen geeignetes Klima mehr herrscht.

Die Emissionen führen fast überall auf der Welt zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen. Auch andere Extremwetterereignisse wie Dürren, Starkregen oder Stürme nehmen vielerorts zu oder werden stärker. Zudem steigt der Meeresspiegel an und könnte langfristig Landstriche oder ganze Inseln verschlucken. Diese Folgen der Klimakrise können Menschen unmittelbar gefährden oder töten, wirken sich aber auch indirekt aus, etwa durch wegbrechende Ernten und zunehmende Konflikte um Lebensgrundlagen.

Um das zu verhindern, haben alle Staaten der Welt im Pariser Weltklimaabkommen versprochen, die Erderhitzung bei 2 Grad und möglichst sogar bei 1,5 Grad zu begrenzen. Für letzteres müssten sich die globalen CO2-Emissionen aber bis 2030 so gut wie halbieren und bis 2050 auf null sinken. Entgegen der internationalen Rechtslage zeichnet sich dieser Trend bislang aber nicht ab.

Rund 170 Po­li­zis­t:in­nen hatten am Mittwoch 15 Wohnungen und Geschäftsräume von Mitgliedern der Letzten Generation in sieben Bundesländern durchsucht. Die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt begründeten die Razzia mit dem Tatvorwurf der Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.

Die Letzte Generation protestiert vor allem durch Straßenblockaden gegen den mangelnden Klimaschutz, die ihr juristisch in der Regel als Nötigung der betroffenen Au­to­fah­re­r:in­nen ausgelegt werden – also als illegal gelten.

Die Razzia war schon die zweite dieser Art bei der Gruppe. Im Dezember hatte die Staatsanwaltschaft Neuruppin eine ähnliche Untersuchung veranlasst. Dass die Letzte Generation eine kriminelle Vereinigung sein soll, ist juristisch allerdings stark umstritten. Die Berliner Staatsanwaltschaft etwa hat den Vorwurf geprüft und wegen mangelnder Erheblichkeit der Straftaten abgewiesen.

Dienstag, 23. Mai 2023

Klartext des Weltklimarates: Bericht räumt mit großer Klima-„Nebelkerze“ auf

FOCUS online/ 23.05.2023, 

Klartext hat der Weltklimarat versprochen, falls es Regierungen noch immer nicht kapiert haben. Der neueste Bericht vom März 2023 hat diesen Klartext geliefert - und räumt gleichzeitig mit einem alten Missverständnis auf.

Klar, die Botschaft ist nicht neu. Zögern war gestern, jetzt muss gehandelt werden, dieses und nächstes Jahr, und zwar weltweit - das ist das Fazit des sogenannten Syntheseberichts des Weltklimarates IPCC, der am Montag, 20. März 2023 im schweizerischen Interlaken vorgestellt wurde. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mit mehr als 650 Regierungsvertretern darum gerungen, die Dinge so glasklar wie möglich darzulegen.

Freitag, 7. April 2023

Erderwärmung Was im Bericht des Weltklimarats steht

hier  ARD   20.03.2023  Jan Frédéric Willems, DLF, 20.3.2023 

Ein rasant steigender Meeresspiegel, bis zu 2,8 Grad mehr bis 2100: Die Zukunftsszenarien im Abschlussbericht des Weltklimarats sind dramatisch. Die Forderungen entsprechend dringlich. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Papier.

Der Weltklimarat hat in seinem Abschlussbericht eindringlich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Die Ozeane könnten demnach bis zur Jahrhundertwende einen Anstieg von bis zu einem Meter verzeichnen, die Erde sich schneller und stärker erwärmen als bisher angenommen. Grund sei der vor allem in den vergangenen Jahrzehnten extrem gestiegene CO2-Ausstoß, so die Wissenschaftler. Die Folgen sind für Milliarden von Menschen dramatisch - vor allem im Globalen Süden, der am wenigsten Treibhaus ausstößt. Zu welchen Schlüssen die Wissenschaftler gekommen sind - eine Übersicht.

Samstag, 25. März 2023

Wer für E-Fuels und Gasheizungen ist, sollte diesen Bericht lesen

hier   Spiegel Ein Gastbeitrag von Niklas Höhne  17.03.2023

Abschlussdokument des Weltklimarates 

Zum sechsten Mal tragen Forscher das Wissen zum Klimawandel zusammen. Wie bedrohlich die Szenarien sind, haben viele Politiker noch nicht verstanden. Besonders die Verfechter des Marktes liefern zu wenige Lösungsideen.

Der Klimawandel ist bereits heute existenzbedrohend, und je mehr wir über ihn wissen, umso eindeutiger wird diese Bedrohung. Das zeigt der Synthesebericht des Weltklimarates (IPCC), der am Montag veröffentlicht werden wird, einmal mehr.

Für die weltweit größte Metastudie zur Klimakrise rechneten Tausende Forscherinnen und Forscher unzählige Szenarien durch, um herauszufinden, wie heftig die Klimakrise uns in den nächsten Jahrzehnten treffen wird.

Bei allen Unsicherheiten gibt es eine glasklare Erkenntnis: Das teuerste aller Szenarien ist das ohne Klimaschutz. Die Schäden übersteigen die nötigen Klimaschutzinvestitionen in diesem Szenario um ein Vielfaches, auch in Deutschland.

Und noch etwas ist nach dem mittlerweile sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarates recht eindeutig: Das Szenario ohne Klimaschutz ist keine Option mehr, da wir das als Gesellschaft nicht überleben würden. In dieser Zukunft würde eine Kaskade von Kipppunkten im Klimasystem angestoßen, wären die Veränderungen so gravierend, dass eine Anpassung an den Klimawandel unmöglich wäre.

Diese fundamentale Bedrohung scheint jedoch von weiten Teilen der Gesellschaft und der Politik nicht verstanden zu sein. Denn viele sprechen davon, aber zu wenige handeln danach.

Dienstag, 21. März 2023

Weltklimarat fordert drastische Klimaschutzschritte noch vor 2030

 Wirtschaftswoche  hier  27. März 2023 ,| Quelle: dpa

Deutliche Warnungen vor den Folgen zu lascher Klimaschutzmaßnahmen gibt es genug. Jetzt haben Regierungen selbst ein Dokument abgesegnet, das drastisches Handeln verlangt.

Die Klimaschutzziele der Welt sind in akuter Gefahr, wenn die klimaschädlichen Treibhausgase nicht noch in diesem Jahrzehnt drastisch gesenkt werden. Davor hat der Weltklimarat (IPCC) am Montag in seinem Synthesebericht gewarnt. Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) zu begrenzen, ist nach dem Bericht praktisch unmöglich. Die 1,5 Grad könnten sogar bereits in der ersten Hälfte der 2030er Jahre überschritten werden. Die Erwärmung liegt schon bei rund 1,1 Grad.


„Die Klima-Zeitbombe tickt“
„Aber der heutige IPCC-Bericht ist ein Leitfaden zur
Entschärfung der Klima-Zeitbombe.
Er ist ein Überlebensleitfaden für die Menschheit.“
 

 UN-Generalsekretär António Guterres.

 


Südkurier Kommentar 21.3.23  hier

"Wähler können jedoch von ihren Vertretern erwarten,
dass diese nicht nur reden, sondern machen, notfalls mit Verboten"
ein sehr überraschender Satz, der vielleicht eine Kehrtwende aufzeigt?

Bericht des Weltklimarats "Die Klima-Zeitbombe tickt"

Bild links ZDF hier im heute journal
auf Youtube als Film

ZDFheute-KlimaRadar : Daten zum Klimawandel im Überblick
von Moritz Zajonz  20.03.2023 hier

Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie viel CO2 haben die Länder seit 1990 eingespart? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute. 


Bericht ARD Tagesschau  hier  20.03.2023 

Deutlich wie nie zuvor hat der Weltklimarat vor dem Klimawandel gewarnt und drastische Maßnahmen gefordert, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Denn die 1,5-Grad-Grenze werde schon im nächsten Jahrzehnt überschritten.

Der Klimawandel schreitet schneller voran und seine Folgen sind verheerender als zunächst gedacht. Zu dieser Einschätzung kommt der Weltklimarat (IPCC) in seinem im schweizerischen Interlaken vorgestellten Abschlussbericht.

Montag, 20. März 2023

Weltklimarat legt Abschlussbericht zur Klimakatastrophe vor

linke Grafik aus "Das Klima" Podcast hier

Die Klimakrise ist umfassend und global. Sie hat Auswirkungen auf alle und alles und wird ohne Zweifel unser Handeln und unseren Alltag in den nächsten Jahrzehnten in sämtlichen Bereichen bestimmen. Darum ist es nötig, dass möglichst viele Menschen über das Klima und die Wissenschaft hinter der Klimakrise Bescheid wissen. Der Weltklimarat IPCC veröffentlicht regelmäßig sogenannte “Sachstandsberichte” die das jeweils aktuelle Wissen zum Klimawandel zusammenfassen.


Deutschlandfunk hier  20.03.2023

Globale Erwärmung: Weltklimarat will in Bericht Wege aus der Klimakrise aufzeigen

Der Weltklimarat legt heute in Interlaken in der Schweiz seinen Abschlussbericht über aktuelle Erkenntnisse zur Klimakrise vor. Darin bündelt der Rat die Kernaussagen über den Klimawandel aus der Wissenschaft, um mögliche Gegenmaßnahmen aufzuzeigen. Die Prognosen sind nicht günstig.

Montag, 13. März 2023

Was steckt hinter dem 6. Sachstandbericht des Weltklimarats?

kurze Auszüge aus Riffreporter  hier  von Christiane Schulzki-Haddouti  13.03.2023


Einfach erklärt: Was steckt hinter dem 6. Sachstandbericht des Weltklimarats?

Wie zuverlässig und belastbar sind die Aussagen der Wissenschaft? Können Regierungen Einfluss auf die Ergebnisse des Sachstandberichts nehmen? Ein FAQ.


Am 20. März 2023 veröffentlicht der IPCC den Synthesebericht zum 6. Sachstandsbericht.
Daraus wird klar, wie Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf den Klimawandel reagieren müssen.
Wie zuverlässig und belastbar sind die Aussagen der Wissenschaft? Wie unabhängig ist der Synthesebericht von der Politik? ....

Am 9. August 2021 veröffentlichte der Weltklimarat den ersten der drei Einzelbände des Sechsten Sachstandsberichts (AR6). Er befasst sich mit dem Stand und der Entwicklung des Klimawandels weltweit sowie Regionen. Am 28. Februar 2022 folgten Teilband 2 zu Klimaanpassung und am 4. April 2022 Teilband 3 zu Klimaschutz.

Am 20. März 2023 wird schließlich eine Zusammenfassung veröffentlicht werden: der Synthesebericht (SYR), der alle Teil- und Sonderberichte zusammenfasst. Auch dieser Bericht wird eine Zusammenfassung für die Politik (SPM) enthalten. Der Termin für die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, zum einen aufgrund der Corona-Pandemie, zum anderen aufgrund der extrem hohen Arbeitsbelastung in diesem Berichtszyklus.