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Montag, 19. Februar 2024

Bauernproteste bei Grünen:Wie kam es zur Eskalation in Biberach

ZDF hier  von Luisa Houben und Anna Gürth  15.02.2024 

Der politische Aschermittwoch der Grünen im baden-württembergischen Biberach musste abgesagt werden: zu gefährlich. Was über die Krawalle bisher bekannt ist.

Sonntag, 18. Februar 2024

Biberach setzt Zeichen gegen Ausschreitungen am Aschermittwoch

Innerhalb von 24 Stunden sind in Biberach 350 Personen dem Aufruf zur “Mahnwache für Demokratie und Meinungsfreiheit - gegen Gewalt und Demokratiefeindlichkeit” gefolgt. Bei der Eilversammlung am Samstag, den 17.02. im Stadtgarten neben der Stadthalle protestierten die Bürger:innen gegen die gewaltvollen Ausschreitungen am vergangenen Mittwoch. Auf der Kundgebung wurde unter anderem ein Augenzeugenbericht verlesen und die Perspektive von Landwirt Josef Weber aufgezeigt, der sich deutlich von den Geschehnissen am politischen Aschermittwoch der Grünen distanziert.

Die Versammlungsleitung Carolin Schäfer (21) zitierte aus einem Augenzeugenbericht über den Aschermittwoch: “Ein erheblich alkoholisierter älterer Demonstrant, mit einer Bierkiste in der Hand, der bereits Mühe hatte, geradezustehen, erklärte den Umstehenden, dass er dem Land bereits mehrfach angeboten hätte, eine freiwillige Polizeimiliz „für den Fall einer Islamischen Republik“ aufzustellen und dass er die Politiker gerne alle aufhängen würde.” Viele der Demonstrierenden waren selbst vor Ort gewesen und sind noch immer geschockt. Ein Demonstrant mit Kamera berichtete, wie man ihm am Mittwoch seine Kamera aus der Hand geschlagen hatte - andere seien “nur” beschimpft worden.

“Was sich beim grünen politischen Aschermitwoch abgespielt hat, war nicht nur ein No-Go, das war entsetzlich”, sagte Josef Weber (Landwirt). Er selber sei eine sehr lange Zeit in der Vorstandschaft des Bauernverbands aktiv gewesen, um dort, leider vergeblich, ökologische Impulse einzubringen. “Darum habe ich auch vor einigen Jahren die Mitgliedschaft im Bauernverband beendet”, so Weber.

Samstag, 17. Februar 2024

Mahnwache für Demokratie gegen Demokratiefeindlichkeit

 

Am Samstag, dem 17. Februar, um 18 Uhr wird eine Gruppe an demokratiefreundlichen Personen eine Mahnwache vor der Stadthalle in Biberach (Stadtgarten) abhalten. Ziel ist es, ein Zeichen gegen die demokratiefeindlichen Ausschreitungen am vergangenen politischen Aschermittwoch zu setzen.

“Solche Zustände nehmen wir in Biberach nicht hin”, kommentiert Carolin Schäfer (21) den vergangenen Mittwoch. “Wir sind beängstigt, wie einfach es gelingt, demokratische Veranstaltungen mit Gewalt lahmzulegen. Das können wir so nicht akzeptieren.” Die Veranstalter verstehen die Mahnwache auch als Anlaufpunkt für diejenigen, die sich nach den demokratiefeindlichen Ausschreitungen organisieren wollen, um eine wehrhafte Demokratie zu unterstützen.

“Was wir hier machen, ist keine Versammlung gegen Bauern. Es geht gegen jene, die gemeinsam mit Rechtsradikalen versuchen, die Demokratie mit Gewalt auszuhebeln”, erklärt Theo Döllmann (21) “Wir laden alle Demokratinnen und Demokraten ein, sich der Mahnwache anzuschließen. Eine besondere Einladung gilt auch allen Menschen aus der Landwirtschaft, die sich von Demokratiefeinden abgrenzen wollen.”