Cyrill Luchsinger LinkedIn
Ein Jahr nach dem Bruch der Ampelkoalition fällt der Realitätscheck bemerkenswert eindeutig aus.
Die lautesten Reaktionen auf meine Beiträge zu Robert Habeck kamen nicht aus politischen Lagern, sondern aus Kommentarspalten – überwiegend von Männern über 45, oft scharf im Ton, selten differenziert. Die Zustimmung hingegen war leiser, breiter, nachhaltiger. Und sie war deutlich.
Robert Habeck war über Jahre Projektionsfläche.
Für Ängste, für Überforderung, für den gesellschaftlichen Wandel selbst. Kaum ein deutscher Politiker wurde derart konsequent zum Feindbild stilisiert – als Symbol vermeintlicher Bevormundung, als Gegner der Industrie, als ideologischer Träumer. Mit etwas Abstand zeigt sich jedoch: Viele dieser Vorwürfe halten der Realität nicht stand.
Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zwei folgenschwere Entscheidungen geleistet.
Erstens: Robert Habeck wurde politisch demontiert, lange bevor seine Konzepte überhaupt greifen konnten.
Zweitens: Friedrich Merz wurde Kanzler – und setzt nun genau jene industrie- und energiepolitischen Leitplanken um, die zuvor als "grüne Fantasterei" diffamiert wurden.