Donnerstag, 29. Juli 2021

"Grund­stücks­man­gel und Kli­ma­wan­del: Wie wir in Zu­kunft bauen und woh­nen"

Schwäbische Zeitung hier von Stefan Fuchs, Auszüge in blau

„Wohnen ist eine existenzielle Frage“, sagt Marc Kirschbaum. Er ist Professor für Architekturtheorie und Entwerfen, außerdem Studiengangsleiter für Architektur an der renommierten Hochschule Heidelberg. ...Während neue Grundstücke häufig unerschwinglich sind, wird in den Städten die Bausubstanz immer älter. Einfach alles zu planieren und neu zu bauen geht auch nicht, denn: „Ohne Bauwende schaffen wir keine Klimawende“, sagt Kirschbaum......

Weltweit liegt der Bau- und Gebäudesektor laut einem UN-Bericht von 2020 bei 38 Prozent der weltweiten Emissionen. Zum Vergleich: Der internationale Flugverkehr liegt bei rund 2,5 Prozent.
Kirschbaum plädiert deshalb dafür, so viel vorhandene Bausubstanz zu verwenden, wie nur irgend möglich. „Im Bestand ist die verbrauchte Energie quasi schon vorhanden“, sagt er. Aber es gibt auch Nachteile: „Bauen im Bestand ist immer anstrengender und mit Neubau lässt sich mehr Geld verdienen.“ ....


Während modernes Wohnen heute noch häufig mit viel Glas und Beton assoziiert wird, sieht Kirschbaum einen viel traditionelleren Baustoff als Zukunftsträger: „Holz, Holz und nochmal Holz“, sagt er. Auch wenn der Markt aktuell in der Krise stecke, führe kein Weg daran vorbei. Überhaupt wünscht Kirschbaum sich keine futuristisch anmutenden Konzepte, sondern ein „viel einfacheres, weniger technikgeprägtes Bauen“.
Was zum Beispiel Isolierung, Verschattung und Belüftung angehe, zeige die Geschichte ausreichend verblüffend effiziente Konzepte. Beton bliebe dann eher für Werkshallen und Fabriken vorbehalten. Erste Hochhäuser aus Holz gibt es bereits, das höchste in Deutschland ist das 34 Meter hohe, zehnstöckige „Skaio“ in Heilbronn. Treppenhaus und Fundament bestehen aus Brandschutzgründen aus Stahlbeton, die Fassade ist mit Aluminium verkleidet.....


Detlef Gürtler, Zukunftsforscher am Schweizer Gottlieb-Duttweiler-Institut in Rüschlikon bei Zürich, plädiert ebenfalls für den Umbau vorhandener Häuser. „Allein schon aus ökologischen Gründen sollten wir so wenig neu bauen wie möglich.“ Für dennoch notwendige Neubauten sieht auch Gürtler im natürlichen Rohstoff Holz das Baumaterial der Stunde. Doch nur weil sich durch mehr Singlehaushalte und neue Wohnformen die Bedürfnisse änderten, müsse man nicht auf das verzichten, was bereits besteht. „Häuser halten klassischerweise länger als Lebensstile“, sagt er.
„Wir brauchen kleinere Wohnungen für Singles, aber dafür reicht manchmal eine neue Einteilung aus.“ 


Eine Forsa-Umfrage aus dem Februar bestätigt diese These: 92 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass mehr Grün in den Städten die Aufenthaltsqualität verbessern würde. Eine Einschätzung, die die Soziologin und Autorin Christa Müller teilt. "Der Mensch braucht Zugang zur Natur, um sich selbst als Teil von ihr zu begreifen“, sagt sie.
Doch nicht nur soziologische Aspekte spielen für sie eine Rolle, sondern auch die Bedeutung von Grünflächen für Arten- und Klimaschutz. ..


Marc Kirschbaum sieht ungenutztes Potenzial in vielen Einfamilienhäusern auf dem Land. „Besonders Senioren wohnen auf überdurchschnittlich vielen Quadratmetern, weil sie verständlicherweise das Eigenheim nicht verlassen wollen“, sagt er.
Durch den Einbau von Einliegerwohnungen oder sogenanntem Wohnen für Hilfe – dabei wohnen Studentinnen und Studenten zu günstigen Konditionen mit Menschen zusammen, denen sie Arbeiten in Haushalt und Garten abnehmen –könnte leicht zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, glaubt der Architekt.

Aufruf zum ParkDay in Ravensburg

Hallo liebe Menschen ,

Am 18.09.2021 findet zum ersten Mal in Ravensburg ein Autofreier Tag in der Innenstadt statt: der Park(ing) Day 🎉

Wir fänden es so schön wenn an diesem Tag parallel viele schöne Angebote in Ravensburg zu finden sind. Die Menschen werden überrascht sein, wie erholsam es ohne Autos sein kann.
Du hast Ideen wie du dich in  Ravensburg an diesem Tag einbringen kannst ? 

Vielleicht wolltest du ja schon immer Mal Workshops, streetart, Kreative Angebote oder etwas ganz anderes ausprobieren und es gab bisher in der Stadt nie die Gelegenheit?
Jetzt hast du sie !

Reservier dir einen Parkplatz hier
Und helfe mit, Ravensburg zu einem schönerem und bunterem Ort zu machen.
Zur besseren Vernetzung gibt es auf Telegram eine Gruppe in der ihr ❤️ mit euren Ideen willkommen seid! hier


Wir freuen uns auf euch! Eure Fahrrad Freunde🚲😊

Parkingday | Stadt Ravensburg  hier

"Flap­pach könn­te Ra­vens­burg in eine Ka­ta­stro­phe stür­zen"

Schwäbische Zeitung hier  Auszüge in blau von Frank Hautumm
Ich hab grad das Gefühl ich hab den Film gewechselt und hab`s nicht mal gemerkt: dieser Artikel stammt tatsächlich von dem Redakteur, der noch vor ein paar Wochen massiv aufgewiegelt und die Klimaaktivisten mit großer Begeisterung kriminalisiert hat! 
Und der Ravensburger Baubürgermeister spricht von der Notwendigkeit der Entsieglung...


Auf Überschwemmungen wie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wäre auch Ravensburg nicht ausreichend vorbereitet, sagt Baubürgermeister Dirk Bastin offen. Es gelte jetzt, möglichst schnell unter den erschütternden Eindrücken der vergangenen Tage zu reagieren und die Lage neu zu bewerten.

Die Bedrohung für Ravensburg und das Mittlere Schussental ist absolut real – und sie lässt sich sogar in Zahlen ausdrücken: Um zwei Grad Celsius ist seit 1970 die durchschnittliche Temperatur im Schussenbecken zwischen Friedrichshafen und Weingarten gestiegen....

Ein „hundertjähriges Hochwasser“ tritt inzwischen alle 50 Jahre oder noch häufiger auf. Zunehmend sind Regionen von Katastrophen betroffen, die an kleineren Flüssen liegen. ...

„Die große Gefahr kommt auch bei uns von Bächen, die sich von den Hängen in die Schussen ergießen“, sagt Dirk Bastin. In kürzester Zeit würden diese dann voll- und überlaufen, wenn die Schussen das Wasser nicht mehr aufnehmen kann. Dann wird es schnell dramatisch. Ravensburg hat prekäre Situationen beispielweise 2008 erlebt, Weingarten 2011.

Die Hauptgefahrenstellen in Ravensburg sind bekannt: Im Zentrum sind dies vor allem die Bahnstadt und die Unterstadt, wo sich die Wassermassen schnell aufstauen und eine zerstörerische Kraft entfalten würden. Dazu kommt die Grünlandsiedlung. Allerdings ist dort mit der Anlage, die vor einem 100-jährigen Hochwasser schützen soll, ein recht ordentlicher Damm gebaut worden....

.... Weitere Versiegelungen von Flächen müssten unbedingt vermieden werden.
Und mehr noch: Die Stadt müsse schnell dahin kommen, zusätzliche Areale zu entsiegeln. Der geplante Schussenpark jenseits des Bahnhofs ist deshalb für den Baubürgermeister weniger eine Frage von Freizeit- und Aufenthaltsqualität, sondern vielmehr ein Klimaschutzprojekt von entscheidender Bedeutung: „Wir würden damit 3000 Quadratmeter entsiegeln – und zwar genau dort, wo besonders Überflutungen drohen.“

Dem Fluss und den Bächen mehr Platz geben, zusätzliche Retentions- und Stauräume schaffen, das müsse ein Teil der Strategie sein. Im neuen Flächennutzungsplan, der gerade vorbereitet wird, müssten die Kommunen das Klimakonzept voranstellen und dabei insbesondere das Thema Wasser in den Fokus nehmen....

Die Klagen, die Hilfsorganisationen seien über die Jahre kaputtgespart worden, seien absolut zutreffend: „Die Voraussetzungen sind zum Teil verheerend. Auch da muss ganz schnell etwas passieren.“

 


„Kiesabbau wäre Frevel an nächsten Generationen“

Leserbrief zu „Regionalplan trotz Kritik beschlossen“ (SZ vom 26. Juni):

Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass auch in Deutschland der Naturschutz unbedingt intensiviert werden muss. Doch wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, wird dieses Faktum sehr schnell vergessen. Dies trifft sowohl für die „große“ Politik als auch für unsere Lokalpolitiker zu, die in der Regionalversammlung dem Kiesabbau im Altdorfer Wald zugestimmt haben.

Das laute Rufen des Verfassungsgerichts nach strikterem Naturschutz wird dabei genauso ignoriert wie das Gutachten eines renommierten Geologen und die verheerenden Folgen der jüngsten Flut, die zu einem großen Teil dem verantwortungslosen Umgang mit der Natur geschuldet sind. Da ist es nur folgerichtig, dass über 13 000 Petitionsunterzeichner und über 6000 Einwendungen nicht einmal eine Randnotiz wert sind!

Natürlich hätte der Kiesabbau auch zur Folge, dass trotz des gigantischen Kiesexports ins benachbarte Ausland der hiesige Kiesbedarf auf lange Sicht gedeckt wäre. Doch der Preis dafür wäre einfach viel zu hoch: die Abholzung von 50 Fußballfeldern wertvollster Waldfläche, die Gefährdung einer einzigartigen Quelle und der dramatische Zuwachs des Schwerlastverkehrs auf unseren nicht dazu vorgesehenen Straßen. Menschen sind darauf angewiesen, die natürlichen Ressourcen zu nutzen. Aber das hat dort seine Grenze, wo Ausbeutung und Schädigung beginnen. Und diese Grenze wäre eindeutig überschritten! Der geplante Kiesabbau im Altdorfer Wald wäre ein Frevel an den nachfolgenden Generationen. Er ist nicht verantwortbar!

Ernst Greinacher, Vogt

„Das System ist falsch“

Die Bildschirmzeitung hier zu Besuch im KlimaCamp

und im Gespräch mit Roland Roth  hier








Noch drei Monate bis zur Klimakonferenz in Glasgow

hier Fastenopfer

Nach einem Jahr Pause werden im November 2021 in Glasgow an der COP26 weitere Details zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens diskutiert. Dabei ist es wichtig, dass die Stimmen von Vertreterinnen und Vertretern lokaler Gemeinschaften aus Ländern des Südens trotz Corona-Massnahmen gehört werden.

Die Klimaverhandlungen 2021 in Glasgow (COP26) behandeln wichtige Themen wie die Transparenz in der Berichterstattung zu den nationalen Klimaaktivitäten oder die Ausgestaltung des Mechanismus zum Handel von Emissionsreduktionen. Bei beiden Themen ist es zentral, dass die Leitplanken so gesetzt werden, dass die Rechte und Interessen von lokalen Gemeinschaften aus Ländern des Südens gewahrt werden. Darum ist es wichtig, dass auch ihre Stimmen in Glasgow präsent sind. Es darf nicht Klimapolitik auf Kosten der Ärmsten betrieben werden. Dafür setzt sich Fastenopfer ein.


Österreich & Weltkirche · Caritas Kirchenglocken läuten gegen Hunger und Klimakrise




3.000 Glocken in ganz Österreich werden am Freitag, 30. Juli 2021, um 15 Uhr läuten. #GlockengegendenHunger  hier

Caritas-Präsident Landau zu Hunger und Klimakrise: "Es ist ein Ärgernis, dass bei beidem viel geredet aber zu wenig getan wird".

Mit einer laut tönenden Aktion ruft die Katholische Kirche in Österreich zum Einsatz gegen die Klimakrise und den weltweiten Hunger auf, von dem laut UNO 811 Millionen Menschen betroffen sind und durch den alle 13 Sekunden ein Kind stirbt: Am Freitag (30. Juli) werden bei der von Bischofskonferenz und Caritas initiierten Aktion zur Sterbestunde Jesu um 15 Uhr fünf Minuten lang bundesweit etwa 3.000 Glocken erklingen.

 Klimakrise

Earth Overshoot Day 2021 schon im Juli

Heute ist der sogenannte Earth Overshoot Day (dt. Erdüberlastungstag) an diesem Tag sind rein rechnerisch alle Ressourcen verbraucht, die die Erde in einem Jahr erzeugt und regenerieren kann. Der Earth Overshoot Day ist dieses Jahr drei Wochen früher als 2020.

Earth Overshoot Day 2021 schon im Juli
Um den Ressourcenbedarf von Deutschland zu decken, bräuchte man 3 Erden.
Wie die Umweltorganisation Global Footprint Network mitteilte, fällt der Earth Overshoot Day dieses Jahr auf den 29. Juli. Letztes Jahr fiel der Tag aufgrund der Corona-Pandemie auf den 22. August. 

"Wissenschaft ruft "Klima-Notfall" aus"

ZDF: Warnung aus der Wissenschaft hier

Klimakrise: "Unsägliches menschliches Leid"

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erneuern ihren Appell, unverzüglich der Klimakrise gegenzusteuern. Corona-Wiederaufbaupläne sollten Klima-Vorgaben enthalten.

Rund zwei Jahre, nachdem mehr als zehntausend Wissenschaftler aus rund 150 Ländern gemeinsam einen weltweiten "Klima-Notfall" erklärt hatten, haben sie diesen nun erneut betont und sofortige Veränderungen gefordert.

Diese Veränderungen seien dringlicher denn je, um das Leben auf der Erde zu schützen, heißt es in einem im Fachjournal "BioScience" veröffentlichten Artikel. Zu den ursprünglich rund 11.000 Wissenschaftlern, darunter 871 Forscher deutscher Universitäten und Institute, seien noch einmal mehr als 2.800 weitere Unterzeichner hinzugekommen.

PM Ravensburger Klimacamp: CDU-Kreisverband und Flutkatastrophe

Pressemitteilung vom Ravensburger Klimacamp am 28.7.2021

Klimagerechtigkeitsaktivist*innen bringen mit Banner am CDU-Büro (Weingarten) die aktuellen Flutkatastrophen mit der Politik der CDU in Verbindung

In der Nacht vom Mittwoch (28.7.) auf Donnerstag (29.7.) befestigten Aktivist*innen des Ravensburger Klimacamps zwischen dem Bürogebäude des CDU-Kreisverbands Ravensburg (Bahnhofstraße 8, 88250 Weingarten) und einem Baum ein Banner mit der Aufschrift "Eure Klimapolitik steht uns bis zum Hals"


Mit ihrer Aktion prangern die Klimaaktivist*innen die verfehlte Klimapolitik der CDU in der Region an. Schon in der Vergangenheit gab es diverse Aktionen zur Thematik "Klima", bisher reagierte die CDU jedoch kaum darauf.

Aktivist Samuel Bosch (18) erklärt: "Die Häufung von Flutkatastrophen wie in NRW und andernorts in Deutschland, ist eindeutig eine Folge der Erdaufheizung.

Mit Parolen wie 'Entschuldigung, junge Frau. Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik.' demonstriert CDU-Vorsitzender Armin Laschet, dass seine Partei die Dringlichkeit, mit der wir dieser Krise begegnen müssen, leider immer noch nicht versteht und lieber weiter Scheinwidersprüche zwischen Wirtschaft und Klima konstruiert."

Durch die verfehlte Klimapolitik der CDU auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene, werde der Anteil den Deutschland an der Erdaufheizung hat, erst in solch großem Maß möglich. 

Mathematik-Dozent Ingo Blechschmidt (33) fügt hinzu, dass "die Klimakrise erst beginnt. Im Moment haben wir noch 1,1 Grad Erdaufheizung. Wir steuern aber aktuell auf fast 3 Grad zu." [hier] Um zukünftigen Katastrophen eindämmen zu können, müsse schleunigst gehandelt werden.

Auch Meteorologe Özden Terli stellt dazu fest: "Aufgrund der Erwärmung ist eine Zunahme von Starkregenereignissen und eine Abnahme von Tagen mit nur geringen Niederschlägen zu erwarten." [hier]


KONTAKT

Samuel Bosch (+49 159 08156028)

Ingo Blechschmidt (+49 176 95110311)



"Ich hab da mal eine Frage an die Bundesdeutsche Gesamtbevölkerung" - Rezo Feeling

Sabine meint: Unbedingt konsumieren, weiterleiten und dann an die Zukunft denken !

Wählt für die Zukunft eurer Kinder, Enkel -   lehnt euch bitte nicht zurück
Schenkt den Kindern eure Stimme, schenkt die Stimmen der Schöpfung
💚💫🌍 

hier



Mittwoch, 28. Juli 2021

Realitätsverweigerung auf höchstem Niveau

Staatsministerin Dorothee Bär (Bayern)
„Die Grünen braucht man nicht mehr“  hier

Jede Stimme muss immer wieder neu errungen werden. Und was die grünen Themen angeht: Die Sorge für nachfolgende Generationen ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit und die Bewahrung unserer Schöpfung ein konservatives, urchristliches Thema. Bis auf die AfD haben sich heute alle Parteien auf den Klimaschutz verpflichtet. Deshalb braucht man die Grünen überhaupt nicht mehr.

 Zeit online  hier

IPCC-Bericht
Weltklimarat sieht dringenden Handlungsbedarf

Im August erscheint der sechste IPCC-Bericht über den Klimawandel. Beim Auftakt zu den Schlussberatungen warnten alle Redner wegen der jüngsten Extremwetterereignisse.

Dienstag, 27. Juli 2021

„Kein Verständnis für die Erfordernisse unserer Stadt“

 Leserbrief zum Bericht „Streit um geschenkte 1,8 Millionen Euro“ (SZ vom 21. Juli):

Ich bin fassungslos! Eine der schönsten städtischen Parkanlagen mit Sicht auf die Türme, Stadtmauer, beliebter Nutzung der Senioren im angrenzenden Seniorenheim samt deren Besuchern, Spaziergängen der Schüler in Pausen, Familien an den Spielgeräten, angrenzender Ein- und Ausstiegsstation der Touristenbusse soll jetzt für ein digitales Projekt analog zugebaut werden? Hat unser Gemeinderat in Zeiten der Flutkatastrophe von Ahrweiler nichts verstanden? Könnte das Stiftungsgeld nicht als Mittel für den Ausbau digitaler Infrastrukturen (Kauf von Hard-ware/Laptops, Einrichtung/Ausbau WLAN samt Kauf von Software und Lizenzen) in den Schulen verwendet werden, die es nötig haben?

Wie sieht es denn mit den Folgekosten dieser „digitalen Werkstatt“ für Unterhalt der Räumlichkeiten und der betreffenden Stellen aus, wenn das Stiftungsbudget aufgebraucht ist? Wir haben bereits eine Umgestaltung eines Gespinstmarkts in eine graue Steinwüste mit Platz für ein paar Bäumchen, aber offenbar kein Verständnis einer Stadtverwaltung und eines Gemeinderats für die aktuellen dringenden Klimaschutzerfordernisse unserer Stadt.

Cornelia Pabst, Ravensburg

Das Problem mit dem Flächenfraß

 Luxusgut Lebensraum

hier von 2019
3sat, ist momentan in der Phoenix Mediathek

Bürgerrat Klima

Vom 26. April bis 23. Juni tagte der Bürgerrat Klima zu der Frage: Wie kann Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen – unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Gesichtspunkte? 160 Menschen, zufällig ausgewählt aus ganz Deutschland haben dafür über 50 Stunden lang diskutiert, Vorträge gehört und Empfehlungen erarbeitet. Nun werden die Ergebnisse präsentiert - mit dem klaren Auftrag an die Politik, das 1,5° Ziel weiter zu verfolgen, um "den Erhalt der Lebensgrundlagen aller Menschen sicherzustellen“.

Im Folgenden sind alle Leitsätze und Empfehlungen aufgelistet, die von den Bürgerinnen und Bürgern in den verschiedenen Handlungsfeldern erarbeitet wurden - jeweils mit dem Hinweis, mit wieviel Prozent die Empfehlung vom gesamten Bürgerrat angenommen wurde.

„Das Auto ist ein Geldgrab“

Kosten für die Gesellschaft 
aus der FAZ von Lilly Bittner  hier

Dass Fahrräder bei Kurzstreckenfahrten eine für die Gesellschaft kostengünstigere Alternative zu Autos sind, belegt ein Bericht, den das Umweltbundesamt im März 2021 veröffentlicht hat. Dieser untersucht auf Grundlage von Daten aus dem Jahr 2017, wie viel die Gesellschaft für das Autofahren bezahlen muss. Hierfür rechnet der Bericht den Energieverbrauch des Autos, Treibhausgas- und Luftschadstoffausstöße sowie Lärmemissionen in Geld um. Nadja Richter vom Umweltbundesamt erklärt, wie das geht: Die Umweltfolgen des Autofahrens wirken sich negativ auf die Gesundheit aus, denn der Lärm etwa kann bei Anwohnern zu Stress oder Tinnitus führen. Außerdem komme es durch die Emissionen zu Gebäude- und Materialschäden, Ernteausfällen und Biodiversitätsverlusten. Wenn sich das Klima wandelt, müssen indes Maßnahmen vorgenommen werden, die die Infrastruktur an das geänderte Wetter anpassen.

Damit noch nicht genug: Auch die Kosten von der Produktion über die Wartung bis hin zur Entsorgung des Autos werden einbezogen. Und da ein Auto nicht von allein fährt, muss auch Kraftstoff und Strom, sowie deren Herstellung, mit berechnet werden. Außerdem brauchen Autofahrer Straßen auf denen sie fahren, Plätze, auf denen sie parken können sowie Beschilderung, die ihnen sagen, wo es langgeht.

Nimmt man all das also zusammen, dann gelangt man zu der Summe von 5,66 Cent. So viel zahlt die Gesellschaft pro gefahrenem Autokilometer laut der Berechnung des Umweltbundesamtes. Im Vergleich: Für einen Fahrradkilometer fallen lediglich 0,36 Cent an. Dieser Betrag resultiert hauptsächlich aus der Herstellung des Rades.

 


 Tagesspiegel hier

Deutliche Unterschiede bei Online-Hetze:
Baerbock drei Mal so oft wie Laschet von Hass überzogen

Die Analyse einer Million Facebook-Posts zeigt: Die Grünen und ihre Chefin sind Hauptziel russischer Einmischung. Doch zwei Personen werden noch mehr gehasst. 

Montag, 26. Juli 2021

 Blick nach Bayern - Klima-Demo in München  hier



Kurznotiz in der Schwäbischen Zeitung

Der Polizei ist am Samstagabend gegen 22 Uhr ein an einem Seil befestigtes Banner sowie ein daran angebrachtes Fahrrad über der Kreisstraße zwischen Weingarten und Schlier gemeldet worden.

Die K 7948 war laut Polizei zu diesem Zeitpunkt für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt und aufgrund eines Aktionstags nur für Radfahrer freigegeben. Aufgrund bestehender Unwettermeldungen bestand die Gefahr, dass das Fahrrad bei entsprechenden Windböen zu Boden fällt. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Weingarten entfernten das in gut fünf Metern Höhe angebrachte Seil mit Banner und Fahrrad. Polizeibeamte beschlagnahmten die Gegenstände. Hinweisen an den Gegenständen zufolge, wurde die Aktion vonseiten der Baumbesetzerszene im Altdorfer Wald initiiert.

Anmerkung: Die Aktivisten hatten angeboten das Fahrrad selbst herunter zu holen, erhielten aber einen Platzverweis von der Polizei.

Greenpeace - Die Welt im Wandel

auto 

„Wir leben in turbulenten Zeiten. Diese Live-Reportage soll erzählen, warum das so ist, und wie wir es trotzdem schaffen können ein grüne und gerechte Zukunft für alle Menschen zu sichern!

Er kommt auch zur Landesgartenschau in Überlingen  hier

Steuerbefreiung für Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen  hier

Die Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen müssen zukünftig nicht mehr bei der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Dies macht den Einsatz kleiner Photovoltaik-Anlagen attraktiver und spart Bürokratie.

Alternative zum Neubau: Wohnungen schaffen ohne Flächenverbrauch

Schwäbische Zeitung  hier  von Ulrich Mendelin

In den Dörfern stehen viele Gebäude leer und bieten Potenzial

Wohnraum ist in vielen Regionen Deutschlands knapp, auch im wirtschaftsstarken Bodensee-Oberschwaben. Insbesondere junge Familien wünschen sich Bauflächen, auf Bürgermeistern und Gemeinderäten lastet daher der Druck, Neubaugebiete auszuweisen. So aber werden immer mehr Flächen versiegelt und das Landschaftsbild beeinträchtigt. Gleichzeitig stehen in den Dörfern viele ehemalige Bauernhöfe, Scheunen, Gaststätten, Schulhäuser leer. Können sie eine Alternative sein, um nicht noch mehr Wiesen und Weiden in Bauland umwandeln zu müssen?

Auf jeden Fall, findet Karl Burgmaier, Leiter des Referats Strukturentwicklung Ländlicher Raum im Stuttgarter Agrarministerium. Er ist zuständig für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, kurz ELR. Über diesen Fördertopf unterstützt das Land auch entsprechende Bauvorhaben. Im Jahr 2021 kann Burgmaier landesweit 100 Millionen Euro aus dem ELR-Programm verteilen.

Die Hälfte davon, also 50 Millionen Euro, fließt in den Bereich Wohnen. „Oberste Priorität hat die Umnutzung leer stehender Gebäude zu Wohnraum, an zweiter Stelle steht die Modernisierung, an dritter Stelle der Neubau in Baulücken innerorts“, erläutert Burgmaier. Die Chancen auf Unterstützung stehen gut: Den bereitstehenden 100 Millionen Euro Fördergeld standen Anträge mit einem Volumen von 150 Millionen Euro gegenüber.

Eine Alternative sind Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die in Baden-Württemberg von der L-Bank vergeben werden. Diese zielen insbesondere auf eine klimafreundliche Sanierung von Gebäuden ab. Dabei gibt es einen Mix aus zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen.

Sonntag, 25. Juli 2021

Wie viel Einfluss der Weltklimarat hat

BR24  hier   "Wirkungslos?"

Hochwasser, Hitzewellen, Tote - die Folgen der Klimaerwärmung werden immer spürbarer. Nun wird der neue Bericht des Weltklimarates mit Spannung erwartet. Er dient als wichtige Grundlage für die Klimapolitik weltweit.
Der Weltklimarat (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen. Sie wurde 1988 gegründet, um zu klären, welche Gefahr vom Klimawandel ausgeht und wie darauf reagiert werden kann. Seitdem veröffentlicht sie etwa alle sechs bis sieben Jahre Sachstandsberichte, in denen Wissenschaftler aus der ganzen Welt Erkenntnisse zum Klimawandel sammeln und aufbereiten.
Der Berichte werden in einem mehrstufigen Verfahren abgenommen. In der letzten Runde wird die Zusammenfassung diskutiert. Brisant ist sie deswegen, weil die beschlossene Zusammenfassung am Ende als Entscheidungsgrundlage für die Klimapolitik von Staaten weltweit gilt. Der fünfte und bisher aktuellste Weltklimabericht aus dem Jahr 2014 war beispielsweise wesentliche Grundlage für das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015.


Heise online  hier
Klima verändert sich dramatisch: Weltklimarat legt neuen Bericht vor

Tatsächlich ist der Klimawandel in Deutschland aus verschiedenen Gründen stärker zu spüren als im Durchschnitt auf der Erde. Weltweit stieg die Temperatur um durchschnittlich rund 1,1 Grad über das vorindustrielle Niveau, in Deutschland um rund 1,6 Grad seit 1881, wie Mitautorin Astrid Kiendler-Scharr vom Forschungszentrum Jülich sagt.


Tagesspiegel hier
Experten warnen vor noch schlimmeren Naturkatastrophen

In einem Klimamodell zu den Folgen der Erwärmung des Mittelmeers wurde 2016 genau für die deutsche Region, die jüngst die Überschwemmungskatastrophe erlebte, mehr Starkregen vorausgesagt, sagte Ozeanforscher Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. „Der Mensch verlässt gerade den klimatischen Wohlfühlbereich, jetzt wird es gefährlich“, sagte er.

"Be­völ­ke­rung kann beim Rad­weg mit­re­den" - Onlinebeteiligung bei RS9

hier da kann jeder mitreden, der Ideen hat!
Die Weingarter Grünen betonen, dass sie für die Mitsprache gekämpft haben. Speziell Teile  der Freien Wähler versuchen zu blockieren. Daher die Bitte um rege Teilnahme!

Kurznotiz in der Schwäbischen Zeitung hier

In einem Gemeinschaftsprojekt planen die Städte Friedrichshafen, Ravensburg und Weingarten, die Gemeinden Meckenbeuren, Baienfurt und Baindt, der Bodenseekreis und der Landkreis Ravensburg die Umsetzung der Radschnellverbindung RS 9 von Friedrichshafen nach Baindt. Koordiniert wird das gemeinsame Vorhaben durch den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben. Der Bund und das Land Baden-Württemberg unterstützen die Planung und die spätere Umsetzung der Radschnellverbindung finanziell, teilt der Regionalverband mit.

Wohnen und Arbeiten rücken für viele Menschen immer weiter auseinander, dabei entstehen längere Wege und insgesamt mehr Verkehr, so die Mitteilung weiter. Durch komfortable und sichere Radschnellverbindungen soll der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtert werden. Die im März 2019 abgeschlossene Machbarkeitsstudie für die RS 9 bescheinigte neben der theoretischen Umsetzbarkeit und dem hohen Potenzial auch einen wirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens. Nun möchten der Regionalverband gemeinsam mit der Bevölkerung die nächste Phase der Planung, die Linienbestimmung, voranbringen und lädt deshalb zu einer Online-Beteiligung zur RS 9 ein.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Beteiligung sollen der Trassenverlauf und ein Maßnahmenkonzept festgelegt werden, damit anschließend die Ausschreibung für die konkrete Umsetzungsplanung beginnen kann.


hier geht`s zur Karte


Das meinen die Aktivisten dazu: Der alten B30 wird jeweils eine Autospur „geklaut“ für den Radverkehr. Umverteilung der Straße zugunsten Radverkehr! Wie es ausgestaltet wird ist offen.

Die Linienführung steht übrigens noch nicht fest. Siehe Umfrage: 

"Diese Linienführung ist jedoch noch nicht festgelegt. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgen abschnittsweise bereits erste Untersuchungen zu weiteren möglichen Trassen des RS 9. "

Die Art der Ausgestaltung ist ganz wichtig. Breiter Radweg und viel Abstand zwischen Radweg und Autostraße (mind. 5 Meter und mit Büschen).


"Ein Wochenende für Radler im Lauratal"

Schwäbische Zeitung hier  von Simon Federer, Auszüge

Grüne befahren für Radfahrer kritische Stellen in der Weingartener Innenstadt

Die aktuellen schockierenden Fernsehbilder, welche die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland und weltweit zeigen, treiben die Weingartener Grünen bei ihrem Engagement für den Radverkehr an. Wie kann man in der Region eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik vorantreiben und das Klima schützen? Antworten auf diese Frage haben sie am frühen Samstagabend gegeben. Anlässlich der Sperrung der Kreisstraße 7948 zwischen Weingarten und Schlier für Autofahrer übers Wochenende fahren die Grünen mit dem Rad durch die Altstadt und ihr Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, Claus Keßel, zeigt, wie die Stadt ihre Verkehrspolitik zugunsten von Radfahrern verbessern könnte.

Vor dem Amtshaus bringt Keßel vor knapp 20 Demonstranten verhaltenen Optimismus in Sachen städtischer Verkehrspolitik zum Ausdruck....Der Bereich um das Amtshaus wird mittwochs während des Markts einen halben Tag lang für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Am Löwenplatz müssen Radfahrer bisher absteigen. Der Platz ist laut Keßel gut dafür geeignet, dass Radfahrer durchfahren. Obwohl dies konfliktträchtig sei, gebe es wesentliche Vorteile: Ist der Löwenplatz durchgängig befahrbar, können Radfahrer einfacher in der Karlstraße einkaufen gehen und ihr Rad in der Nähe abstellen.

Der Fahrradparkplatz an der Linse hat knapp 15 000 Euro gekostet.......Entlang des Friedhofs ist beschlossen, dass ein Fahrradschutzstreifen eingerichtet wird. Geht es nach den Grünen, soll zudem wegen der Unübersichtlichkeit durch parkende Autos vom Friedhof bis zum Ortsschild in der Laurastraße Tempo 30 gelten.

Der Sperrung des Lauratals für Autofahrer für ein Wochenende gingen einige Anträge der Grünen im Gemeinderat voraus. ...

„In Mini-Schritten“ geht es mit der Verkehrswende in Oberschwaben voran, resümiert Hermine Städele die Aktion „autofreies Lauratal“. ...



Immer wieder diese taktischen Spielchen....

Deutschlandfunk hier ein Kommentar von Pauline Pieper
"Zwischen Wahlkampftaktik oder berechtigter Forderung"
Flutkatastrophe und Klimaschutz

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands war noch in vollem Gange, da wurde schon über die Lehren daraus diskutiert: Wer jetzt mehr Klimaschutz fordere, instrumentalisiere das Leid der Menschen, so der Vorwurf. Was ist davon zu halten?

Als der Grünen-Politiker Konstantin von Notz am Tag der Hochwasserkatastrophe bei Twitter ein Bild der Fluten teilte und in polemischem Tonfall die Klimapolitik der anderen Parteien bemängelte, erntete er heftige Kritik. Angesichts eines solchen Desasters sei es unangemessen, für die eigene Partei zu werben.

Jetzt sei nicht der Moment für Schuldzuweisungen – so auch die Reaktion von Horst Seehofer auf die Kritik am unzureichenden Katastrophenschutz. Das sei „billige Wahlkampfrhetorik“.
Immer wieder war vergangene Woche der Vorwurf zu hören, die Katastrophe werde von Politikerinnen und Politikern für den Wahlkampf instrumentalisiert.....

Unterstellt wird hier, dass Politikerinnen und Politiker kein aufrichtiges Interesse am Leid der Menschen haben, sondern sich die Katastrophe für ihre eigenen Zwecke zunutze machen. ...

Wenn sich beispielsweise CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Ort des Geschehens erst bestürzt zeigt und im nächsten Moment fröhlich lachend zu sehen ist, dann wirkt seine Betroffenheit nicht wahrhaftig, sondern rein strategisch. Wenn die Grünen hingegen schon seit Jahrzehnten auf den nachgewiesenen Zusammenhang von Klimawandel und Unwetterkatastrophen hinweisen und nun wirksamen Klimaschutz verlangen, ist das – so könnte man argumentieren – keine Instrumentalisierung der Katastrophe, sondern eine berechtigte Forderung.

Tatsächlich stellt sich die Frage, ob nicht der Vorwurf der Instrumentalisierung selbst ein strategisches Manöver ist, um begründete Kritik zu disqualifizieren. Wer lauthals klagt, die Flutkatastrophe werde nur instrumentalisiert, will womöglich von den Fehlern der eigenen Politik ablenken. Man sollte den Instrumentalisierungsvorwurf also skeptisch betrachten.

Sicher ist es im Wahlkampf Ziel der Politik, Stimmen zu gewinnen. Es liegt in der Natur der repräsentativen Demokratie, dass Politikerinnen und Politiker gewählt werden wollen. Das macht aber nicht jede inhaltliche Debatte über die Flutkatastrophe zu einer unlauteren Instrumentalisierung.

Bei Kritik an der eigenen Position wäre ein gutes Gegenargument angebracht – und nicht der Vorwurf eines unsachlichen Wahlkampfes.

Update: Klimafolgenanpassung in der Region

Ich hatte am Freitag eine unerwartete Mail vom Landratsamt Bodenseekreis an meine ländle4future-Adresse bekommen, die mich einerseits erstaunt und andererseits sehr gefreut hat. Selbstverständlich möchte ich da teilnehmen!

Guten Tag Frau Karg,

Im September findet der 1. Akteursworkshop zur Klimawandelanpassung im Bodenseekreis statt. Der Workshop findet im Rahmen des Projekts LoKlim, in dem der Bodenseekreis einer der drei Pilotlandkreise des Landes Baden-Württemberg ist, statt.

LoKlim ist das Forschungsprojekt „Lokale Kompetenzentwicklung zur Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel durchgeführt.  

Eine Einladung mit ausführlichem Programm zur Veranstaltung wird in Kürze folgen.

Wir – das Kernteam des Projekts – würden uns freuen, wenn Sie den Termin jetzt schon in Ihrer Planung berücksichtigen können und wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Sommer.   


Modellkommune im Forschungsprojekt LoKlim

Auch die Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg sind in zunehmendem Maße vom Klimawandel betroffen. Gerade kleinere Städte und Gemeinden verfügen zumeist nicht über die notwendigen Kapazitäten, um den Auswirkungen des Klimawandels mit Anpassungsprozessen zu begegnen. Ziel des Projekts LoKlim (Lokale Kompetenzentwicklung für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen) ist es, kommunale Institutionen und Akteure in der planerischen Umsetzung lokal-spezifischer Anpassungsprozesse zu begleiten. 


Dazu sollen anwendungsorientierte Instrumente zum konkreten Auf- und Ausbau von Kompetenzen und Kapazitäten zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und vermittelt werden. Der Bodenseekreis ist ein Pilotlandkreis in dem von dem Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg betreuten Projekt.


aus der Homepage des Bodenseekreises  hier



hier zum Anschauen

Deutschland hat zwar dem Pariser Klimaschutzabkommen zugestimmt. Mit der bisherigen Klimaschutzpolitik der Bundesregierung ist dieses aber gar nicht einzuhalten. Teile des Klimaschutzgesetzes sind darum verfassungswidrig, urteilte jüngst das Bundesverfassungsgericht. Die Regierung besserte daraufhin hektisch nach. Aber ist das neue Klimaschutzgesetz jetzt verfassungskonform und was muss passieren, damit es auch eingehalten werden kann? Das Bundesverfassungsgericht gab im April 2021 bekannt, dass Teile des Klimaschutzgesetzes verfassungswidrig sind. Um das Thema aus dem Wahlkampf zu halten, besserte die Regierung das Gesetz hektisch nach. Wie kam es überhaupt zu der Klimaklage? Aber lässt sich mit dem neuen Gesetz das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten? Welche Maßnahmen müssen jetzt beschlossen werden, damit die Vorgaben vom Klimaschutzgesetz eingehalten werden können und wie ist das erneute Ablehnen von Klimaschutzmaßnahmen einiger Parteien im Wahlkampf zu bewerten Bundesverfassungsgericht: Pressemitteilung vom 29.4.2021: https://www.bundesverfassungsgericht....) UBA: Tempolimit auf Autobahnen mindert CO2-Emissionen deutlich: https://www.umweltbundesamt.de/presse...

 Auch Einkommenstechnisch gibt es riesige Unterschiede in den Wahlprogrammen. Das sollte sich jeder mal zu Gemüte führen!


Bilder vom Lauratal

 







Samstag, 24. Juli 2021

Und jetzt noch ein Highlight zur Wahl-Einstimmung  hier



"Klimaanpassung muss ins Grundgesetz"

aus RND  hier
Umweltbundesamt appelliert an Politik

Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe ist die Klimaanpassung wieder ein heiß diskutiertes Thema.

Vorschläge dazu liegen bereits seit Längerem auf dem Tisch.

Das Umweltbundesamt fordert die Politik nun in einem Positionspapier zum gesetzlichen Handeln auf.

 Das Umweltbundesamt (UBA) fordert von der neuen Bundesregierung ein schnelleres und entschlosseneres Handeln bei der Anpassung an den Klimawandel. In einem Positionspapier schlägt die Spitze der Bundesbehörde vor, „eine neue ‚Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung‘ im Grundgesetz zu verankern und ein bundesweites Klimaanpassungsgesetz zu verabschieden“.

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, sagte dem RND: „Wirksame Maßnahmen, wie wir uns an die Erderhitzung anpassen, sind im Wesentlichen bekannt. Dazu gehört, dass wir Flächen entsiegeln, den Gewässern mehr Platz lassen, die Städte für Starkregen umbauen und gegen Hitze wappnen, neue Siedlungsplanungen umsetzen.“

Was aber fehle, so Messner, sei der rechtliche und finanzielle Rahmen, damit diese Maßnahmen auch flächendeckend umgesetzt werden können. „Deswegen schlagen wir, analog zum Klimaschutzgesetz, ein Klimaanpassungsgesetz vor. Damit könnten wir klare Verantwortlichkeiten schaffen, um gegen Hochwasser, Dürre und Hitze vorzusorgen“, so der Behördenchef.....

„Wir müssen sofort handeln, im Klimaschutz und in der Klimaanpassung. Das sind wir insbesondere der nächsten Generation schuldig. Auch diese soll die Möglichkeit haben, sich wirksam vor den Folgen der globalen Erwärmung zu schützen.“

"Die Show ist vorbei"

 

hier zum Anschauen (englisch)

                                                 Tja - wo er recht hat, da hat er wohl recht!