Montag, 25. Januar 2021

Wichtig! -Bitte schreiben auch Sie an den Regionalverband - Wichtig!

Mustereinwendungen zur 2. Offenlegung 
der Regionalplan-Fortschreibung



Im Altdorfer Wald waren die Aktiven fleißig, sie schreiben:

Im folgenden haben wir Mustereinwendungen zum Regionalplan zu Ihrer Information und Verwendung bereitgestellt.

Diese  haben wir nach Themen getrennt, damit die vielen Punkte etwas übersichtlicher sind.

Die jeweiligen PDF-Dateien sind zum Anschauen gedacht. Wenn sie den jeweiligen Word-Text anklicken, wird er heruntergeladen (Download) und Sie können ihn mit Word bearbeiten und ausdrucken.

Bitte die von Ihnen ausgedruckten Schreiben mit Absender, Datum und Unterschrift ergänzen und

bis allerspätestens 24.2.2021 zur Post bringen oder bis spätestens 26.2.2021 an den RVBO 
per mail
(info@rvbo.de) oder per Fax (Fax-Nr.: 0751/3 63 54 54) schicken !!

 

Viele Einwendungen sind wichtig, um etwas an Veränderungen am vorliegenden Regionalplan zu bewirken! Sie können auch mehrere Muster runterladen und weiterverarbeiten.

Die Einwendungen sollten bis 26.2.2021 beim Regionalverband vorliegen! 

 

Weisen Sie bitte Ihre Freunde und Bekannte auf die Frist zur Stellungnahme hin und werben Sie für eine Teilnahme, damit möglichst viele Einwendungen beim RVBO eingehen.

 

Bitte unterstützt uns dabei - denn es stehen die weichenstellenden nächsten 15 - 20 Jahre der Zukunft Oberschwabens auf dem Spiel !

Wenn Sie Fragen zur Anwendung oder Inhalt haben, senden Sie uns bitte eine Mail 

an:  info.altdorferwald@gmx.de

 

Mustereinwendungen als Vorlage fürSie mit folgenden Themenbereichen:

a) Speziell zum Altdorfer Wald: 

1. mehrere Themen ALDOWA:         PDF  - Word

2. Wasserschutz Weissenbronnen: PDF  -  Word

3. Waldfunktionen (ALDOWA):         PDF  -  Word

4. Klimaziele ALDOWA:                      PDF  -  Word

5. Wildkorridore ALDOWA:               PDF  -  Word

6. Kies (Export-)Verkehr:                   PDF Word

7. Waldburger Rücken ALDOWA :   PDF Word


b) Für alle Menschen aus der Region : allgemeine Themen zum Regionalplan

8. Landesentwicklungsplan:             PDF  Word

9. Klimagrundsätze allgemein          PDF -  Word

10. Klima-Vorgaben der EU              PDF Word

11. Verkehrssituation allgem.          PDF Word

12. Flächenverbrauch RVBO             PDF Word

13. Flächenverbrauch SIG                 PDF Word

14. Gewerbegebiet SALEM               PDF -  Word

15. Bevölkerungsprognose RVBO   PDF -  Word

16. Gewerbeflächen allgem.            PDF Word

17. Flächen Wohnbebauung            PDF Word

18. Verkehr allgemein                       PDF Word

 

Vielen Dank für die Unterstützung

Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald

 

 

Sehr geehrte Mitglieder der Versammlung des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben

und damit EntscheidungsträgerInnen der aktuellen Neufassung des Regionalplans für die nächsten 15(-20) Jahre.

 

Das Aktionsbündnis für einen zukunftsfähigen Regionalplan Bodensee-Oberschwaben bittet Sie dringlich, Ihrer Verantwortung gerecht zu werden.

 

In der aktuellen Fassung des Regionalplanentwurfs werden (bundesdeutsche und europäische) Nachhaltigkeits- und Klimaziele bei Weitem nicht ausreichend umgesetzt, dies betrifft Flächenverbrauch, Ressourcenabbau und -verbrauch, Verkehrsstrategie und Umweltschutzstrategie (betreffend Boden-, Wasser-, Arten- und Landschaftsschutz). Es liegt mit an Ihnen, ob wir in der Region zum Erreichen des 1,5Grad-Zieles beitragen, ob wir den eklatanten Flächen- und Ressourcenverbrauch oder das Artensterben verlangsamen können, ob wir die dringend nötige Verkehrswende schaffen. 

Unser Haus brennt, die Wissenschaft spricht von einem menschengemachten Massenaussterben, die Erderhitzung ist in ihren umfassenden Auswirkungen inzwischen auch in der Region deutlich spürbar, das Artensterben auch bei uns eklatant. Sie sind an einer Position, an der Sie mitentscheiden können. 

Seien Sie proaktiv bezüglich echter Lösungen für die Umwelt-Problematik!!!

 

Es können nicht mehr weiter wie bisher Natur, Böden und Ressourcen verbraucht und zugebaut werden. Wir verbrauchen drei Erden! Permanentes Wirtschaftswachstum führt uns alle in eine tödliche Sackgasse. Viele Menschen auf anderen Kontinenten haben ihre Lebensgrundlagen dadurch schon verloren und müssen fliehen. Umsteuern hin zu Nachhaltigkeit, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie sozialem Miteinander ist das Zeichen der Zeit!!!

 

Entscheiden Sie für eine zukunftsfähige Region Bodensee-Oberschwaben, 
nehmen Sie unsere Forderungen auf und gestalten Sie aktiv am gesellschaftlichen Wandel mit! Bitte!!!
 
Unterstützen Sie die beigefügte Info-Kampagne für einen zukunftsfähigen Regionalplan. Leiten Sie sie weiter per Email oder Papierform, drucken Sie Flyer und Plakate aus, stellen Sie die Unterlagen auf den Homepages und Sozialen Netzwerken ein! 

 

Ihre Kinder und Kindeskinder werden es Ihnen danken.

 

Eine Initiative des BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben

zusammen mit vielen weiteren Mitwirkenden und UnterstützerInnen

Freitag, 22. Januar 2021

Schwäbische Zeitung am 22.1.21: Bad Waldsee


Stadtrat und Vater einer Baumbesetzerin fordert mehr Klimaschutz

Dass sich mehr Klimaschutz im Bad Waldseer Haushalt wiederfinden muss, hat Grünen-Stadtrat Jörg Kirn gefordert. Anlass für sein Plädoyer ist die Baumbesetzung in Ravensburg, die auch seine Tochter Nele Kirn tatkräftig unterstützt. (Foto: David Weinert)


Süddeutsche Zeitung 21.1.21: Klimaschutz : Abgase in den Boden

Ein Drittel der jährlichen Kohlendioxidemissionen könnte als Humus im Boden gespeichert werden. Allerdings nur, wenn man es richtig anstellt.

Bericht von Andrea Hoferichter

Auszüge aus dem Bericht:

Mit Hightech ist es bisher nicht gelungen, klimaschädliches Kohlendioxid kostengünstig einzufangen und zu binden. Die Natur beherrscht es aus dem Effeff. .....

Warum also nicht diesen biologischen Kohlendioxidsauger nutzen, mehr Pflanzen produzieren, diese als Humus im Boden speichern und so Treibhausgasemissionen kompensieren? Die französische Regierung schlug eben das schon 2015 bei der Weltklimakonferenz in Paris vor.

"Da wurde die sogenannte Vier-Promille-Initiative ins Leben gerufen. Sie hat ausgerechnet, dass alle menschgemachten CO-Emissionen ausgeglichen wären, wenn man den Humusaufbau des Bodens um nur vier Promille im Jahr steigert", sagt Wulf Amelung, Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich und an der Universität Bonn. Seitdem sei aber wenig geschehen...

"Ein Fehler war sicherlich, dass die Zahl zu hoch angesetzt war", vermutet Amelung. Ein Viertel, maximal ein Drittel der Kohlendioxidemissionen ließen sich auf diese Weise ausgleichen. Man müsse schließlich auch die laufende Nahrungsmittelproduktion aufrechterhalten und manche Böden seien nicht zugänglich....

Volkmar Wolters von der Justus-Liebig-Universität Gießen hat einen besonders simplen Tipp zum Humusaufbau. "Weniger ist mehr", sagt er. Landwirte sollten weniger Pestizide und Dünger ausbringen, weniger hacken und verdichten. Das schütze die Mikroben und Tiere im Boden, ohne die sich schlicht kein Humus bilden kann, Regenwürmer zum Beispiel. "In guten humusreichen Böden sind so viele, die haben mehr Biomasse als die Kuh, die oben drauf steht", erzählt der Biologe...

Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, ist es nicht nur wichtig, Humus aufzubauen. Es gilt auch, Humusverluste aus kohlenstoffreichen Böden zu verhindern. Das heißt, Wälder und Wiesen zu erhalten und vor allem trockengelegte Moore wieder zu vernässen. Denn ohne schützende Wasserdecke zersetzen Sauerstoff und Mikroben die im Moor gespeicherten Kohlenstoffverbindungen zu Kohlendioxid. Die aktuell trockenliegenden Moore sind mit rund fünf Prozent an den globalen durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen beteiligt, mehr als der Flugverkehr in Vor-Corona-Zeiten.

Anmerkung: siehe dazu bitte auch Post vom 12.1.21 
Böden sind nicht nur Kohlenstoffspeicher, sie sind noch viel mehr .....

Dienstag, 19. Januar 2021

 Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.1.21


Ein höchst interessanter Artikel von Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.








Hier ein interessanter Auszug aus dem Artikel:







 Der Redebeitrag von Manfred Walser anlässlich des KlimaCamps in Ravensburg

Wir brauchen die jungen Menschen in den Bäumen!

Ein kurzer theoretischer Einstieg: Planung ist dazu da, dass sie der Gesellschaft Spielräume und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt. Das ist ihre Aufgabe. Damit sie das kann, braucht sie eine Vorstellung davon, wohin der Weg gehen soll. Also wie man sich ungefähr die Zukunft vorzustellen hat.

Raumplanung tut dies mit der Fläche. Sie zeigt, wo in Zukunft welche Nutzung stattfinden soll. Die Vorstellung von der wünschenswerten Zukunft ist hier der Regionalplan. Er soll bis 2035 gelten, das ist der festgelegte Zeithorizont.

Thematischer Schwenk: Deutschland will bis 2030 den Klimaschutz vorantreiben und hat im Pariser Abkommen eine Einsparung von 55 Prozent CO2 verbindlich zugesagt. Das Ziel wurde beim EU-Gipfel im Dezember noch einmal bestätigt.

Zum Vergleich (und hier zitiere ich die Schwäbische Zeitung vom 12. Dez.): „In den letzten 30 Jahren hat die EU 25% CO2 eingespart. Ein nicht unwesentlicher Teil geht auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Länder des Ostblocks zurück.“

Lassen Sie sich das bitte auf der Zunge zergehen: 25% Einsparung in den letzten 30 Jahren und nun sind noch einmal 30% Einsparung in zehn Jahren gefordert. Das ist wahrlich ambitioniert!

Zurück zum Regionalplan: Was hat Klimaschutz mit dem Regionalplan zu tun? 

1. Er plant die Siedlungsstruktur. Die kann z.B. die Kfz-Fahrleistung minimieren. Sie kann aufgrund ihrer Dichte den Energieverbrauch senken. Die Siedlungsstruktur kann einen möglichst geringen Aufwand für Infrastruktur pro Gebäude bzw. Bewohner erzeugen. Wenn möglichst dicht gebaut wird.

      2. Raumplanung kann die Senken für klimawirksame Gase schützen. Senken sind die Flächen, die CO2 binden können – im Humus, in Moorböden, in Holz usw. Sie sind sehr wichtig, damit wir unsere Klimaschutzziele erreichen können. Allein die Flächen, die der neue Regionalplan bebauen will, speichern zur Zeit bei vorsichtiger Schätzung eine knappe halbe Million t CO2. Und dabei sind die Flächen für den Straßenbau noch gar nicht mitgerechnet. Wenn diese Flächen bebaut werden, müssen wir das freigesetzte CO2 zusätzlich noch einsparen.

3.   3. Und drittens legt die Raumplanung die Flächen fest, die für erneuerbare Energien genutzt werden können: Windräder, Photovoltaik, Wasserkraft und Energie aus Biomasse.

Nun wieder zu unserem Regionalplan: Er stützt sich zuerst einmal auf Prognosen. Die sollen ihm sagen, wie sich die Region in Zukunft wohl entwickelt. Und genau da beginnen die Probleme. Auch hier muss ich noch einmal ganz kurz theoretisch werden: Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer Bevöl­kerungs­vorausrechnung und einer Bevölkerungsprognose.

Die Bevölkerungsvorausberechnung des StaLa kommt für die Region auf ein für die drei Landkreise ein Wachstum von knapp 3% (das sind ca. + 17.000 EW). Sie rechnet nur mit den demographischen Fakten: Geburten und Sterbefälle aufgrund der Alterszusammensetzung, Zu- und Abwanderung im Mittel der vergangenen Jahre.

Der Regionalplan kommt in seiner Bevölkerungs­prognose auf ein Wachstum von gut 10 % (ca. + 65.000 EW). Er begründet die Prognose mit den sozio-ökonomischen Zahlen und Fakten der letzten Jahre: Wohnungsmarkt, Pendlerzahlen, wirtschaftliche Entwicklung usw. Das ist nicht falsch. Aber es ist etwas völlig anderes.

Wenn die Prognose nun sagt, wir wachsen so weiter wie in den letzten, starken Jahren, dann kommt sie zu einem Ergebnis wie im Regionalplanentwurf dargestellt. Zu einem anderen Ergebnis käme sie, wenn sie z.B. sagen würde, aufgrund der COVID19-Pandemie wird das Wachstum deutlich gedämpfter ausfallen als in den vergangenen, starken Jahren. Oder wegen der Notwendigkeit, die internationalen Klimaschutz-Vereinbarungen zu erfüllen.

Und genau das ist das Problem. Der Regionalplan zeigt einen unbedingten Willen zum Wachstum.

Und wenn er umgesetzt wird, d.h. wenn die Flächen tatsächlich zur Bebauung freigegeben werden, dann wird er vermutlich sogar zu einer "self fulfilling prophecy": Wir weisen viele Flächen zur Bebauung aus und locke damit Menschen und Unternehmen an, die die Flächen dann tatsächlich nutzen.

Was zeigt uns das? Es zeigt, dass in den Köpfen der Mehrheit unserer Bürgermeister, Landräte und Lokalpolitiker das wirtschaftliche Wachstum immer noch das zentrale Leitbild ist. Und dass sie im Moment beim Klimaschutz über Lippenbekenntnisse nicht wesentlich hinauskommen.

Und genau deswegen klettern junge Menschen auf Bäume – und das ist auch gut so!