Dienstag, 27. Juli 2021

Bürgerrat Klima

Vom 26. April bis 23. Juni tagte der Bürgerrat Klima zu der Frage: Wie kann Deutschland die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreichen – unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Gesichtspunkte? 160 Menschen, zufällig ausgewählt aus ganz Deutschland haben dafür über 50 Stunden lang diskutiert, Vorträge gehört und Empfehlungen erarbeitet. Nun werden die Ergebnisse präsentiert - mit dem klaren Auftrag an die Politik, das 1,5° Ziel weiter zu verfolgen, um "den Erhalt der Lebensgrundlagen aller Menschen sicherzustellen“.

Im Folgenden sind alle Leitsätze und Empfehlungen aufgelistet, die von den Bürgerinnen und Bürgern in den verschiedenen Handlungsfeldern erarbeitet wurden - jeweils mit dem Hinweis, mit wieviel Prozent die Empfehlung vom gesamten Bürgerrat angenommen wurde.

„Das Auto ist ein Geldgrab“

Kosten für die Gesellschaft 
aus der FAZ von Lilly Bittner  hier

Dass Fahrräder bei Kurzstreckenfahrten eine für die Gesellschaft kostengünstigere Alternative zu Autos sind, belegt ein Bericht, den das Umweltbundesamt im März 2021 veröffentlicht hat. Dieser untersucht auf Grundlage von Daten aus dem Jahr 2017, wie viel die Gesellschaft für das Autofahren bezahlen muss. Hierfür rechnet der Bericht den Energieverbrauch des Autos, Treibhausgas- und Luftschadstoffausstöße sowie Lärmemissionen in Geld um. Nadja Richter vom Umweltbundesamt erklärt, wie das geht: Die Umweltfolgen des Autofahrens wirken sich negativ auf die Gesundheit aus, denn der Lärm etwa kann bei Anwohnern zu Stress oder Tinnitus führen. Außerdem komme es durch die Emissionen zu Gebäude- und Materialschäden, Ernteausfällen und Biodiversitätsverlusten. Wenn sich das Klima wandelt, müssen indes Maßnahmen vorgenommen werden, die die Infrastruktur an das geänderte Wetter anpassen.

Damit noch nicht genug: Auch die Kosten von der Produktion über die Wartung bis hin zur Entsorgung des Autos werden einbezogen. Und da ein Auto nicht von allein fährt, muss auch Kraftstoff und Strom, sowie deren Herstellung, mit berechnet werden. Außerdem brauchen Autofahrer Straßen auf denen sie fahren, Plätze, auf denen sie parken können sowie Beschilderung, die ihnen sagen, wo es langgeht.

Nimmt man all das also zusammen, dann gelangt man zu der Summe von 5,66 Cent. So viel zahlt die Gesellschaft pro gefahrenem Autokilometer laut der Berechnung des Umweltbundesamtes. Im Vergleich: Für einen Fahrradkilometer fallen lediglich 0,36 Cent an. Dieser Betrag resultiert hauptsächlich aus der Herstellung des Rades.

 


 Tagesspiegel hier

Deutliche Unterschiede bei Online-Hetze:
Baerbock drei Mal so oft wie Laschet von Hass überzogen

Die Analyse einer Million Facebook-Posts zeigt: Die Grünen und ihre Chefin sind Hauptziel russischer Einmischung. Doch zwei Personen werden noch mehr gehasst. 

Montag, 26. Juli 2021

 Blick nach Bayern - Klima-Demo in München  hier



Kurznotiz in der Schwäbischen Zeitung

Der Polizei ist am Samstagabend gegen 22 Uhr ein an einem Seil befestigtes Banner sowie ein daran angebrachtes Fahrrad über der Kreisstraße zwischen Weingarten und Schlier gemeldet worden.

Die K 7948 war laut Polizei zu diesem Zeitpunkt für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt und aufgrund eines Aktionstags nur für Radfahrer freigegeben. Aufgrund bestehender Unwettermeldungen bestand die Gefahr, dass das Fahrrad bei entsprechenden Windböen zu Boden fällt. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Weingarten entfernten das in gut fünf Metern Höhe angebrachte Seil mit Banner und Fahrrad. Polizeibeamte beschlagnahmten die Gegenstände. Hinweisen an den Gegenständen zufolge, wurde die Aktion vonseiten der Baumbesetzerszene im Altdorfer Wald initiiert.

Anmerkung: Die Aktivisten hatten angeboten das Fahrrad selbst herunter zu holen, erhielten aber einen Platzverweis von der Polizei.

Greenpeace - Die Welt im Wandel

auto 

„Wir leben in turbulenten Zeiten. Diese Live-Reportage soll erzählen, warum das so ist, und wie wir es trotzdem schaffen können ein grüne und gerechte Zukunft für alle Menschen zu sichern!

Er kommt auch zur Landesgartenschau in Überlingen  hier

Steuerbefreiung für Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen  hier

Die Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen müssen zukünftig nicht mehr bei der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Dies macht den Einsatz kleiner Photovoltaik-Anlagen attraktiver und spart Bürokratie.

Alternative zum Neubau: Wohnungen schaffen ohne Flächenverbrauch

Schwäbische Zeitung  hier  von Ulrich Mendelin

In den Dörfern stehen viele Gebäude leer und bieten Potenzial

Wohnraum ist in vielen Regionen Deutschlands knapp, auch im wirtschaftsstarken Bodensee-Oberschwaben. Insbesondere junge Familien wünschen sich Bauflächen, auf Bürgermeistern und Gemeinderäten lastet daher der Druck, Neubaugebiete auszuweisen. So aber werden immer mehr Flächen versiegelt und das Landschaftsbild beeinträchtigt. Gleichzeitig stehen in den Dörfern viele ehemalige Bauernhöfe, Scheunen, Gaststätten, Schulhäuser leer. Können sie eine Alternative sein, um nicht noch mehr Wiesen und Weiden in Bauland umwandeln zu müssen?

Auf jeden Fall, findet Karl Burgmaier, Leiter des Referats Strukturentwicklung Ländlicher Raum im Stuttgarter Agrarministerium. Er ist zuständig für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum, kurz ELR. Über diesen Fördertopf unterstützt das Land auch entsprechende Bauvorhaben. Im Jahr 2021 kann Burgmaier landesweit 100 Millionen Euro aus dem ELR-Programm verteilen.

Die Hälfte davon, also 50 Millionen Euro, fließt in den Bereich Wohnen. „Oberste Priorität hat die Umnutzung leer stehender Gebäude zu Wohnraum, an zweiter Stelle steht die Modernisierung, an dritter Stelle der Neubau in Baulücken innerorts“, erläutert Burgmaier. Die Chancen auf Unterstützung stehen gut: Den bereitstehenden 100 Millionen Euro Fördergeld standen Anträge mit einem Volumen von 150 Millionen Euro gegenüber.

Eine Alternative sind Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die in Baden-Württemberg von der L-Bank vergeben werden. Diese zielen insbesondere auf eine klimafreundliche Sanierung von Gebäuden ab. Dabei gibt es einen Mix aus zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen.

Sonntag, 25. Juli 2021

Wie viel Einfluss der Weltklimarat hat

BR24  hier   "Wirkungslos?"

Hochwasser, Hitzewellen, Tote - die Folgen der Klimaerwärmung werden immer spürbarer. Nun wird der neue Bericht des Weltklimarates mit Spannung erwartet. Er dient als wichtige Grundlage für die Klimapolitik weltweit.
Der Weltklimarat (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen. Sie wurde 1988 gegründet, um zu klären, welche Gefahr vom Klimawandel ausgeht und wie darauf reagiert werden kann. Seitdem veröffentlicht sie etwa alle sechs bis sieben Jahre Sachstandsberichte, in denen Wissenschaftler aus der ganzen Welt Erkenntnisse zum Klimawandel sammeln und aufbereiten.
Der Berichte werden in einem mehrstufigen Verfahren abgenommen. In der letzten Runde wird die Zusammenfassung diskutiert. Brisant ist sie deswegen, weil die beschlossene Zusammenfassung am Ende als Entscheidungsgrundlage für die Klimapolitik von Staaten weltweit gilt. Der fünfte und bisher aktuellste Weltklimabericht aus dem Jahr 2014 war beispielsweise wesentliche Grundlage für das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015.


Heise online  hier
Klima verändert sich dramatisch: Weltklimarat legt neuen Bericht vor

Tatsächlich ist der Klimawandel in Deutschland aus verschiedenen Gründen stärker zu spüren als im Durchschnitt auf der Erde. Weltweit stieg die Temperatur um durchschnittlich rund 1,1 Grad über das vorindustrielle Niveau, in Deutschland um rund 1,6 Grad seit 1881, wie Mitautorin Astrid Kiendler-Scharr vom Forschungszentrum Jülich sagt.


Tagesspiegel hier
Experten warnen vor noch schlimmeren Naturkatastrophen

In einem Klimamodell zu den Folgen der Erwärmung des Mittelmeers wurde 2016 genau für die deutsche Region, die jüngst die Überschwemmungskatastrophe erlebte, mehr Starkregen vorausgesagt, sagte Ozeanforscher Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. „Der Mensch verlässt gerade den klimatischen Wohlfühlbereich, jetzt wird es gefährlich“, sagte er.

"Be­völ­ke­rung kann beim Rad­weg mit­re­den" - Onlinebeteiligung bei RS9

hier da kann jeder mitreden, der Ideen hat!
Die Weingarter Grünen betonen, dass sie für die Mitsprache gekämpft haben. Speziell Teile  der Freien Wähler versuchen zu blockieren. Daher die Bitte um rege Teilnahme!

Kurznotiz in der Schwäbischen Zeitung hier

In einem Gemeinschaftsprojekt planen die Städte Friedrichshafen, Ravensburg und Weingarten, die Gemeinden Meckenbeuren, Baienfurt und Baindt, der Bodenseekreis und der Landkreis Ravensburg die Umsetzung der Radschnellverbindung RS 9 von Friedrichshafen nach Baindt. Koordiniert wird das gemeinsame Vorhaben durch den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben. Der Bund und das Land Baden-Württemberg unterstützen die Planung und die spätere Umsetzung der Radschnellverbindung finanziell, teilt der Regionalverband mit.

Wohnen und Arbeiten rücken für viele Menschen immer weiter auseinander, dabei entstehen längere Wege und insgesamt mehr Verkehr, so die Mitteilung weiter. Durch komfortable und sichere Radschnellverbindungen soll der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtert werden. Die im März 2019 abgeschlossene Machbarkeitsstudie für die RS 9 bescheinigte neben der theoretischen Umsetzbarkeit und dem hohen Potenzial auch einen wirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens. Nun möchten der Regionalverband gemeinsam mit der Bevölkerung die nächste Phase der Planung, die Linienbestimmung, voranbringen und lädt deshalb zu einer Online-Beteiligung zur RS 9 ein.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Beteiligung sollen der Trassenverlauf und ein Maßnahmenkonzept festgelegt werden, damit anschließend die Ausschreibung für die konkrete Umsetzungsplanung beginnen kann.


hier geht`s zur Karte


Das meinen die Aktivisten dazu: Der alten B30 wird jeweils eine Autospur „geklaut“ für den Radverkehr. Umverteilung der Straße zugunsten Radverkehr! Wie es ausgestaltet wird ist offen.

Die Linienführung steht übrigens noch nicht fest. Siehe Umfrage: 

"Diese Linienführung ist jedoch noch nicht festgelegt. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgen abschnittsweise bereits erste Untersuchungen zu weiteren möglichen Trassen des RS 9. "

Die Art der Ausgestaltung ist ganz wichtig. Breiter Radweg und viel Abstand zwischen Radweg und Autostraße (mind. 5 Meter und mit Büschen).


"Ein Wochenende für Radler im Lauratal"

Schwäbische Zeitung hier  von Simon Federer, Auszüge

Grüne befahren für Radfahrer kritische Stellen in der Weingartener Innenstadt

Die aktuellen schockierenden Fernsehbilder, welche die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland und weltweit zeigen, treiben die Weingartener Grünen bei ihrem Engagement für den Radverkehr an. Wie kann man in der Region eine fahrradfreundliche Verkehrspolitik vorantreiben und das Klima schützen? Antworten auf diese Frage haben sie am frühen Samstagabend gegeben. Anlässlich der Sperrung der Kreisstraße 7948 zwischen Weingarten und Schlier für Autofahrer übers Wochenende fahren die Grünen mit dem Rad durch die Altstadt und ihr Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, Claus Keßel, zeigt, wie die Stadt ihre Verkehrspolitik zugunsten von Radfahrern verbessern könnte.

Vor dem Amtshaus bringt Keßel vor knapp 20 Demonstranten verhaltenen Optimismus in Sachen städtischer Verkehrspolitik zum Ausdruck....Der Bereich um das Amtshaus wird mittwochs während des Markts einen halben Tag lang für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Am Löwenplatz müssen Radfahrer bisher absteigen. Der Platz ist laut Keßel gut dafür geeignet, dass Radfahrer durchfahren. Obwohl dies konfliktträchtig sei, gebe es wesentliche Vorteile: Ist der Löwenplatz durchgängig befahrbar, können Radfahrer einfacher in der Karlstraße einkaufen gehen und ihr Rad in der Nähe abstellen.

Der Fahrradparkplatz an der Linse hat knapp 15 000 Euro gekostet.......Entlang des Friedhofs ist beschlossen, dass ein Fahrradschutzstreifen eingerichtet wird. Geht es nach den Grünen, soll zudem wegen der Unübersichtlichkeit durch parkende Autos vom Friedhof bis zum Ortsschild in der Laurastraße Tempo 30 gelten.

Der Sperrung des Lauratals für Autofahrer für ein Wochenende gingen einige Anträge der Grünen im Gemeinderat voraus. ...

„In Mini-Schritten“ geht es mit der Verkehrswende in Oberschwaben voran, resümiert Hermine Städele die Aktion „autofreies Lauratal“. ...



Immer wieder diese taktischen Spielchen....

Deutschlandfunk hier ein Kommentar von Pauline Pieper
"Zwischen Wahlkampftaktik oder berechtigter Forderung"
Flutkatastrophe und Klimaschutz

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands war noch in vollem Gange, da wurde schon über die Lehren daraus diskutiert: Wer jetzt mehr Klimaschutz fordere, instrumentalisiere das Leid der Menschen, so der Vorwurf. Was ist davon zu halten?

Als der Grünen-Politiker Konstantin von Notz am Tag der Hochwasserkatastrophe bei Twitter ein Bild der Fluten teilte und in polemischem Tonfall die Klimapolitik der anderen Parteien bemängelte, erntete er heftige Kritik. Angesichts eines solchen Desasters sei es unangemessen, für die eigene Partei zu werben.

Jetzt sei nicht der Moment für Schuldzuweisungen – so auch die Reaktion von Horst Seehofer auf die Kritik am unzureichenden Katastrophenschutz. Das sei „billige Wahlkampfrhetorik“.
Immer wieder war vergangene Woche der Vorwurf zu hören, die Katastrophe werde von Politikerinnen und Politikern für den Wahlkampf instrumentalisiert.....

Unterstellt wird hier, dass Politikerinnen und Politiker kein aufrichtiges Interesse am Leid der Menschen haben, sondern sich die Katastrophe für ihre eigenen Zwecke zunutze machen. ...

Wenn sich beispielsweise CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet am Ort des Geschehens erst bestürzt zeigt und im nächsten Moment fröhlich lachend zu sehen ist, dann wirkt seine Betroffenheit nicht wahrhaftig, sondern rein strategisch. Wenn die Grünen hingegen schon seit Jahrzehnten auf den nachgewiesenen Zusammenhang von Klimawandel und Unwetterkatastrophen hinweisen und nun wirksamen Klimaschutz verlangen, ist das – so könnte man argumentieren – keine Instrumentalisierung der Katastrophe, sondern eine berechtigte Forderung.

Tatsächlich stellt sich die Frage, ob nicht der Vorwurf der Instrumentalisierung selbst ein strategisches Manöver ist, um begründete Kritik zu disqualifizieren. Wer lauthals klagt, die Flutkatastrophe werde nur instrumentalisiert, will womöglich von den Fehlern der eigenen Politik ablenken. Man sollte den Instrumentalisierungsvorwurf also skeptisch betrachten.

Sicher ist es im Wahlkampf Ziel der Politik, Stimmen zu gewinnen. Es liegt in der Natur der repräsentativen Demokratie, dass Politikerinnen und Politiker gewählt werden wollen. Das macht aber nicht jede inhaltliche Debatte über die Flutkatastrophe zu einer unlauteren Instrumentalisierung.

Bei Kritik an der eigenen Position wäre ein gutes Gegenargument angebracht – und nicht der Vorwurf eines unsachlichen Wahlkampfes.

Update: Klimafolgenanpassung in der Region

Ich hatte am Freitag eine unerwartete Mail vom Landratsamt Bodenseekreis an meine ländle4future-Adresse bekommen, die mich einerseits erstaunt und andererseits sehr gefreut hat. Selbstverständlich möchte ich da teilnehmen!

Guten Tag Frau Karg,

Im September findet der 1. Akteursworkshop zur Klimawandelanpassung im Bodenseekreis statt. Der Workshop findet im Rahmen des Projekts LoKlim, in dem der Bodenseekreis einer der drei Pilotlandkreise des Landes Baden-Württemberg ist, statt.

LoKlim ist das Forschungsprojekt „Lokale Kompetenzentwicklung zur Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel durchgeführt.  

Eine Einladung mit ausführlichem Programm zur Veranstaltung wird in Kürze folgen.

Wir – das Kernteam des Projekts – würden uns freuen, wenn Sie den Termin jetzt schon in Ihrer Planung berücksichtigen können und wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Sommer.   


Modellkommune im Forschungsprojekt LoKlim

Auch die Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg sind in zunehmendem Maße vom Klimawandel betroffen. Gerade kleinere Städte und Gemeinden verfügen zumeist nicht über die notwendigen Kapazitäten, um den Auswirkungen des Klimawandels mit Anpassungsprozessen zu begegnen. Ziel des Projekts LoKlim (Lokale Kompetenzentwicklung für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen) ist es, kommunale Institutionen und Akteure in der planerischen Umsetzung lokal-spezifischer Anpassungsprozesse zu begleiten. 


Dazu sollen anwendungsorientierte Instrumente zum konkreten Auf- und Ausbau von Kompetenzen und Kapazitäten zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und vermittelt werden. Der Bodenseekreis ist ein Pilotlandkreis in dem von dem Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg betreuten Projekt.


aus der Homepage des Bodenseekreises  hier



hier zum Anschauen

Deutschland hat zwar dem Pariser Klimaschutzabkommen zugestimmt. Mit der bisherigen Klimaschutzpolitik der Bundesregierung ist dieses aber gar nicht einzuhalten. Teile des Klimaschutzgesetzes sind darum verfassungswidrig, urteilte jüngst das Bundesverfassungsgericht. Die Regierung besserte daraufhin hektisch nach. Aber ist das neue Klimaschutzgesetz jetzt verfassungskonform und was muss passieren, damit es auch eingehalten werden kann? Das Bundesverfassungsgericht gab im April 2021 bekannt, dass Teile des Klimaschutzgesetzes verfassungswidrig sind. Um das Thema aus dem Wahlkampf zu halten, besserte die Regierung das Gesetz hektisch nach. Wie kam es überhaupt zu der Klimaklage? Aber lässt sich mit dem neuen Gesetz das Pariser Klimaschutzabkommen einhalten? Welche Maßnahmen müssen jetzt beschlossen werden, damit die Vorgaben vom Klimaschutzgesetz eingehalten werden können und wie ist das erneute Ablehnen von Klimaschutzmaßnahmen einiger Parteien im Wahlkampf zu bewerten Bundesverfassungsgericht: Pressemitteilung vom 29.4.2021: https://www.bundesverfassungsgericht....) UBA: Tempolimit auf Autobahnen mindert CO2-Emissionen deutlich: https://www.umweltbundesamt.de/presse...

 Auch Einkommenstechnisch gibt es riesige Unterschiede in den Wahlprogrammen. Das sollte sich jeder mal zu Gemüte führen!


Bilder vom Lauratal

 







Samstag, 24. Juli 2021

Und jetzt noch ein Highlight zur Wahl-Einstimmung  hier



"Klimaanpassung muss ins Grundgesetz"

aus RND  hier
Umweltbundesamt appelliert an Politik

Nach der jüngsten Hochwasserkatastrophe ist die Klimaanpassung wieder ein heiß diskutiertes Thema.

Vorschläge dazu liegen bereits seit Längerem auf dem Tisch.

Das Umweltbundesamt fordert die Politik nun in einem Positionspapier zum gesetzlichen Handeln auf.

 Das Umweltbundesamt (UBA) fordert von der neuen Bundesregierung ein schnelleres und entschlosseneres Handeln bei der Anpassung an den Klimawandel. In einem Positionspapier schlägt die Spitze der Bundesbehörde vor, „eine neue ‚Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung‘ im Grundgesetz zu verankern und ein bundesweites Klimaanpassungsgesetz zu verabschieden“.

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, sagte dem RND: „Wirksame Maßnahmen, wie wir uns an die Erderhitzung anpassen, sind im Wesentlichen bekannt. Dazu gehört, dass wir Flächen entsiegeln, den Gewässern mehr Platz lassen, die Städte für Starkregen umbauen und gegen Hitze wappnen, neue Siedlungsplanungen umsetzen.“

Was aber fehle, so Messner, sei der rechtliche und finanzielle Rahmen, damit diese Maßnahmen auch flächendeckend umgesetzt werden können. „Deswegen schlagen wir, analog zum Klimaschutzgesetz, ein Klimaanpassungsgesetz vor. Damit könnten wir klare Verantwortlichkeiten schaffen, um gegen Hochwasser, Dürre und Hitze vorzusorgen“, so der Behördenchef.....

„Wir müssen sofort handeln, im Klimaschutz und in der Klimaanpassung. Das sind wir insbesondere der nächsten Generation schuldig. Auch diese soll die Möglichkeit haben, sich wirksam vor den Folgen der globalen Erwärmung zu schützen.“

"Die Show ist vorbei"

 

hier zum Anschauen (englisch)

                                                 Tja - wo er recht hat, da hat er wohl recht!

 Eine neue Petition hier, dieses Mal in Friedrichshafen:

KEIN BUSBETRIEBSHOF AM ROTACHUFER
Einige von den Alti-Unterstützerinnen engagieren sich auch gegen die UferVERBAUUNG des Flüsschens Rotach (Pfrungener Ried -FN)


 


Wird super gut angekommen.

Raddemo startet um 17 Uhr am Münsterplatz Weingarten 😎



Ein Artikel aus dem Jahr 2017

 hier in der MainPost

Auf keinen Fall mehr Sand- und Kiesabbau


Kiesabbau und Hochwasser, das sind zwei zentrale Themen in der Gemeinde Sand, entsprechend groß war das Interesse an einer Wahlveranstaltung der Freien Sander Bürger mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Dr. Jörg Kümmel. Als Gastreferent war Mark Werner von der Bürgerinitiative „Sand bleibt“, der sehr gut verständlich die Zusammenhänge zwischen Veränderungen in der Landschaft und dem Fließverhalten von Hochwasser erläuterte.

Werner betonte, dass die BI weiterhin eine unpolitische Gruppierung in Sand bleibe, doch habe die FSB als einzige von Beginn an die Bedenken der BI gegen eine weitere Kiesausbeute ernstgenommen und Jörg Kümmel habe eine sehr fundierte Stellungnahme für die beteiligten Behörden erarbeitet. Werner machte deutlich, dass es nicht darum gehe, irgendwelche Schuldzuweisungen zu machen, sondern darum, auf der Basis der heutigen Gegebenheiten die richtigen Entscheidungen zu treffen. „Wir haben von der Kiesausbeute gelebt, von den Betrieben, die im Maintal angesiedelt wurden, aber das hat halt alles auch Konsequenzen“, erklärte Werner.

Er zeigte auf, dass Sand ab dem Maindurchstich 1890 eigentlich erst mal kein Hochwasserproblem mehr hatte. Der Main floss nun an Zeil vorbei, durch Sand führte nur noch der Altmain, der Fluss hatte viel mehr Platz, um sich bei Hochwasser auszubreiten. Mit Fehlen der Hochwasser-Erfahrung wurde im Maintal gebaut, ob die Bahnlinie, die Straße nach Zeil, die Staustufe in Knetzgau – alles hatte Einfluss auf das Fließverhalten des Hochwassers und vielmals eben auch zum Nachteil der Sander Bereiche „Wörth“ und „Siedlung“.

Dazu kamen die Baggerseen im Maintal, die das Fließverhalten ebenfalls beeinflussten – und die Herausnahme von Fluss-Sediment, das ebenfalls Wasser aufnimmt, wie er in zwei Maßkrügen eindrucksvoll demonstrierte. Weil man heute all diese Effekte kenne, müsse man weiteren Sand- und Kiesabbau in der Gemarkung Sand auf jeden Fall verhindern. Der Kampf gegen weitere Verschlechterungen ist das eine, den Schutz im Bestand zu verbessern, das andere. Jörg Kümmel erläuterte, welche Hochwasserschutzmaßnahmen das Wasserwirtschaftsamt für Sand 2008 in einer Basisstudie erarbeitet hatte. Rund acht Millionen Euro Kosten wurden damals ermittelt, der Schaden bei einem hundertjährigen Hochwasser wäre jedoch deutlich höher, so die Aussage des Amtes.

Momentan laufe auf Initiative des Wasserwirtschaftsamtes eine Detailstudie, die im Rahmen einer Masterarbeit erstellt werde und erste Ergebnisse im Herbst 2017 erwarten lässt. Gegenüber 2008 seien die Fördermittel inzwischen auf 70 Prozent angestiegen, eine Realisierung also wesentlich nähergerückt.

Anhand von schematischen Plänen zeigte er das Pro und Contra eines Hochwasserschutzes auf und erläuterte anschaulich, dass manche Lösungen, die auf den ersten Blick sinnvoll und relativ einfach erscheinen, in der Realität teilweise nicht umsetzbar wären. Man müsse sehen, was sinnvoll, realisierbar und finanzierbar ist. Aber eines sei klar: „Für das Auge wird sich die Umgebung verändern, damit wird man leben müssen“, erklärte Kümmel.

Abschließend dankten Kümmel, Mark Werner und Heinrich Schmitt allen Grundstücksbesitzern, die ihre Grundstücke nicht für eine neue Kiesausbeute verkaufen, immerhin gehe es da auch um viel Geld. Wer sich umfassender informieren möchte, könne auch den 17seitigen Einspruch an das Bergamt auf der Homepage der FSB nachlesen, erklärte Schmitt.

Pressemitteilung vom Ravensburger Klimacamp am 24.7.2021

Radaktivist*innen installieren Kunstaktion im Lauratal

 In der Nacht vom Freitag (23.7.) auf den Samstag (24.7.) installierten Radaktivist*innen des Ravensburger Klimacamps eine Kunstaktion im Lauratal. Quer über der Kreisstraße 7948 von Schlier nach Weingarten spannten sie in 6 Meter Höhe ein Seil, an dem sie zusammen mit einem Banner "Mehr Platz fürs" ein Fahrrad befestigten. 


Dem "lange gehegten Wunsch der Schlierer und Weingarter" [hier] möchten sie damit mehr Sichtbarkeit verschaffen: Die einseitige politische Bevorzugung des Autoverkehrs soll ein Ende haben. Bis zum Mittwoch soll die Kunstaktion dauern, danach bauen die Aktivist*innen sie wieder vollständig ab.

 "Unsere Kunstaktion für eine klimagerechte Verkehrswende ist ein deutliches Zeichen für einen sicheren Radverkehr dessen Ausbau oberste Priorität in der heutigen Verkehrsplanung haben muss", erklärt Anwohner Martin Lang (54) aus Oberankenreute sein Engagement. Die Aktion unterstützt er nicht vom Boden aus, sondern aktiv beim Klettern. "Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, in dem die CO2-Emissionen kontinuierlich steigen. So geht es nicht weiter! Wir Anwohner möchten öfter aufs Fahrrad umsteigen, aber dazu braucht es mehr sichere Fahrradwege!"

Langs Mitstreiter Samuel Bosch (18) ergänzt: "Bevor ich in den Alti zog, lebte ich in Schlier. Das Lauratal war direkt vor meiner Haustür. Dass dort Autos immer noch mit 60 km/h fahren dürfen, ist mir unbegreiflich."

Die Kunstaktion ergänzt einen Demonstrationszug der Grünen anlässlich eines Pilotprojekts, bei dem die Kreisstraße 7948 für ein Wochenende für den Autoverkehr (abgesehen Anwohner*innen und Einsatzfahrzeuge) gesperrt wird. Der Treffpunkt ist am 24. Juli um 18:00 Uhr am Ortsausgang Weingarten.


POLITISCHER HINTERGRUND

In Weingarten bilden die Grünen zwar die stärkste Fraktion, werden jedoch oft von den Mitgliedern von CDU, FWW und SPD überstimmt. Bosch kritisiert besonders, dass bei einer vor kurzem erfolgten Sanierungsmaßnahme der Kreisstraße 7948, in Zuge derer sogar Bäume am Straßenrand gefällt wurden, kein Fahrradweg eingerichtet wurde. "Die soziale Mobilitätswende scheitert in Weingarten an CDU, FWW und SPD", zieht Bosch da Fazit aus der politischen Debatte der letzten Jahre. "Aus den ursprünglichen Vorschlägen der Grünen ist jetzt nur ein Einzelwochenende für den Radverkehr geworden."

 


HINWEIS

Das Seil ist spezielles baumschonendes Polypropylen-Seil (kein Stahlseil) mit einer Traglast von mindestens 560 kg. Bei der Traverse über die Straße handelt es sich um eine professionelle, justierbare Bannertraverse. Fahrrad und Banner sind verkehrssicher befestigt. Der Lichtraum der Straße, der sich bis 4,30 Meter Höhe erstreckt, wird von der Kunstaktion nicht berührt.

 

KOORDINATEN   47.796869,9.654705

FOTOS ZUR FREIEN VERWENDUNG  hier

KONTAKT

Samuel Bosch (+49 159 08156028)

Ingo Blechschmidt (+49 176 95110311)

Freitag, 23. Juli 2021

GewerbeflächenDialog Bodenseekreis

Herr Landrat Wölfle hat Wort gehalten.

Heute fand der angekündigte GewerbeflächenDialog in Friedrichshafen statt. Bürgermeister, Kreisräte und Gemeinderäte waren von der Wirtschaftsförderung zum Dialog geladen worden.

Ziel: die Möglichkeiten eines nachhaltigen und flächensparenden Gewerbebaus darzustellen.

Denn der Bodenseekreis hat nicht mehr viele Möglichkeiten verträgliche Gewerbeflächen auszuweisen. Hier wurde in den letzten Jahrzehnten einfach schon zu viel zugebaut! Die Flächenvergabe war stets in sehr großzügiger Art und Weise erfolgt, nun schmerzt das Zurückfahren natürlich ganz besonders.

Aber möglicherweise ist das auch eine große Chance? Wer gut hauswirtschaften muss, kommt vielleicht auf bessere Ideen für die Zukunft! Mangelsituationen beinhalten immer große Entwicklungs-Chancen, wenn man eine Auseinandersetzung damit zulässt.

Herr Wölfle hat angekündigt, dass es weitere Veranstaltungen zum Thema geben wird.

Ich freu mich darüber!

 

Nach unserem Erfolg der beiden von der DUH initiierten und finanzierten Klimaklagen vor dem Bundesverfassungsgericht wurden zwar die Klimaschutzziele für 2030 verschärft. Gleichzeitig verweigern aber Bundes- wie Landesregierungen die Einleitung konkreter Maßnahmen, die kurzfristig gestartet werden und so überhaupt sicherstellen, dass wir das verbindliche 1,5 Grad Ziel erreichen. 

Wir haben daher bereits seit Herbst 2020 zwei weitere Klimaklagen vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin und sechs weitere Klagen gegen Bundesländer ohne oder unzureichende Klimaschutzgesetze eingereicht. 

In diesem Herbst sollen weitere Klagen gegen untätige Bundesländer und nach dem Beispiel der erfolgreichen Shell Klage in den Niederlanden auch gegen besonders klimaschädliche Wirtschaftsunternehmen folgen.   hier


Deutsche Umwelthilfe

 


Klimafreitag

 Newsletter der Süddeutschen Zeitung

Insul im Ahrtal nach dem Hochwasser.Foto: Thomas Frey/dpa

seit bald zehn Jahren schreibe ich – unter anderem – über den Klimawandel. Ich war dabei manchmal hoffnungsvoll, manchmal wütend, manchmal traurig und sehr oft frustriert. Wenn man als Journalist befürchtet, dass einem die eigene Bedeutung zu Kopfe steigen könnte, kann ich nur empfehlen, es mal mit Klimaberichterstattung zu probieren. Man merkt dann schnell, wie groß der Einfluss ist, den man selbst mit den flammendsten Kommentaren auf das politische Geschehen hat: Er liegt in den meisten Fällen so ungefähr bei Null. Es weiß ja längst jeder, der es wissen möchte, was Sache ist. Nur folgt aus „wissen“ eben nicht auch „handeln“, das jedenfalls habe ich in den vergangenen Jahren gelernt.

Auch die Hochwasser kamen und gingen in dieser Zeit. Das große Elbhochwasser 2002, von dem jetzt wegen Gerhard Schröders Gummistiefeln wieder oft die Rede ist, habe ich verpasst, aber 2013 und 2016 waren auch nicht schön. „Nichts ist so machtlos wie eine Idee, deren Zeit gerade nicht ist“, hat mein Kollege Detlef Esslinger vor Jahren mal in diesem immer noch sehr lesenswerten Text über all das geschrieben, was im Klima- und Naturschutz so schief läuft. Der Satz gilt auch für vieles, was seit Langem über die naheliegenden Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Bodenversiegelung und Hochwasser geschrieben wird.

Und jetzt also wieder eine Unwetterkatastrophe, nur dass die Folgen nun noch viel schrecklicher sind. Mehr als 170 Menschen sind tot, viele weitere werden noch vermisst; Tausende stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

Aber diesmal scheint etwas anders zu sein: Dieses große Unglück, nicht direkt verursacht, aber befördert durch die Klimakrise, ist in einem Moment passiert, in dem die Zeit der Klimaschutzidee vielleicht doch endlich mal gekommen oder wenigstens im Anmarsch ist. Plötzlich fordern selbst Politiker mehr Klimaschutz, die solchen Engagements bislang eher unverdächtig waren. Das führt bisweilen zu unfreiwilliger Komik, etwa wenn ausgerechnet CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagt, man müsse den Klimawandel „weiter ambitioniert bekämpfen“. Aber ich will nicht kleinlich sein, wenn man das „weiter“ streicht, stimmt der Satz.

Ich frage mich schon, warum es für solche Einsichten erst eine Unwetterkatastrophe brauchte. Waren der stete Anstieg der Temperaturen, immer extremere Hitzewellen, immer längere Dürren, ein immer schnelleres Artensterben nicht erschreckend genug? Offenbar nicht.

Noch mehr aber beschäftigt mich die Frage, wie es jetzt weitergeht. Die Erfahrung zeigt leider, dass selbst der größte Schock nicht lange anhält; die Erinnerung verblasst schnell, und dann wird doch wieder nichts aus den guten Vorsätzen, weder im Hochwasser-, noch im Katastrophen-, noch im Klimaschutz. Aber wer weiß, vielleicht ist es diesmal nicht so, ich hoffe es. Was meinen Sie? Schreiben Sie uns gerne an klimafreitag@sz.de.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Marlene Weiß

 hier




 

 


am  24.7   17:00 Fahrradtour durch Weingarten

                 18:00 Kundgebung

Donnerstag, 22. Juli 2021

"Was wir endlich über die Klimakrise begreifen müssen, um uns zu schützen"

Vice hier

Die Wissenschaft warnt seit Jahren davor, dass die globale Erwärmung unsere Lebensgrundlagen zerstört. Wir können es uns nicht mehr leisten, wegzuhören.

Auch das nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes überarbeitete deutsche Klimaschutzgesetz ist nicht mit dem 1,5-Grad-Limit vereinbar. Die kommende Bundesregierung ist die letzte, die Deutschland noch auf einen 1,5-Grad-Pfad bringen kann. Außer der AfD haben sich alle Parteien im Bundestag in den vergangenen Wochen vollmundig dazu bekannt. Aber nicht eine von ihnen hat bisher einen ausreichenden Plan dafür. 

CDU, SPD und FDP setzen in ihren vorläufigen Wahlprogrammen auf noch nicht in großem Maßstab einsatzfähige Zukunftstechnologien wie Wasserstoff und bleiben so unkonkret, dass es extrem fraglich ist, ob sie das Problem ansatzweise verstanden haben. Am nächsten dran sind die Grünen und die Linken. Es mag kritisiert werden, dass deren Vorstöße gesellschaftlich schwer umsetzbar erscheinen. Sie orientieren sich in vielen Punkten aber einfach an dem, was aus wissenschaftlicher Sicht notwendig ist. 

Ähnlich sieht es auf EU-Ebene aus: Die neuen Klimaziele der EU-Kommission, genannt "Fit For 55", sind historisch, keine Frage. Keine Kommission davor hat derartig weitreichende Pläne für den Klimaschutz vorgelegt – und es mag politisch nicht einfach gewesen sein, das überhaupt so durchzukriegen. Die Vorhaben wirken allerdings nur deswegen ambitioniert, weil bisher nichts ansatzweise ausreichendes geschehen ist. Laut Climate Action Tracker landen wir damit weiterhin bei 2 bis 3 Grad Erderhitzung.

Das Problem: Keine der angestrebten Maßnahmen wird morgen umgesetzt. Und die jetzt schon unzureichenden Vorstöße werden in den Mühlen der EU-Politik in den kommenden zwei Jahren weiter zermahlen und ausgefasert. Selbst an und für sich sinnvolle Maßnahmen (Kerosinsteuer, Emissionshandel für Industrie) greifen erst nach 2030 voll. Dabei hatte das EU-Parlament einen wirklich guten Plan vorgelegt. Der hätte zwar noch immer nicht für 1,5 Grad gereicht, wäre aber sehr viel näher dran gewesen. Und jedes Zehntel Grad zählt, um möglichst viel Schaden abzuwenden. 

Nicht mal auf ein Ende der fossilen Subventionen konnte sich die Kommission verständigen. Laut einer Recherche von Investigate Europe befeuern die EU-Regierungen (inklusive Norwegen, Schweiz und Großbritannien) die Klimakrise jedes Jahr mit Steuergeldern in Höhe von 137 Milliarden Euro. Allen voran Deutschland, das fossile Brennstoffe jährlich mit 37 Milliarden Euro fördert.  

Und bevor jetzt wieder jemand sagt, allein könnten Deutschland und die EU das Klima nicht retten: natürlich nicht. Das entlässt sie allerdings nicht aus der Verantwortung, ihren Anteil zu leisten. Zudem haben sie eine Vorbildfunktion: Die EU ist der größte Binnenmarkt, Deutschland der größte Verschmutzer der EU. Wenn beide endlich angemessen aktiv werden, könnte das international ähnlich stark ausstrahlen wie die Initiativen der USA seit dem Amtsantritt von Joe Biden. 

 

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RAVENSBURG:
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