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Montag, 8. Juli 2024

Nichts könne weiter von der Realität entfernt sein.

Spiegel / Der Rationalist  Eine Kolumne von Christian Stöcker  07.07.2024 hier

Innovationsdilemma: Ein 27 Jahre altes Buch erklärt, was bei uns schiefläuft

Europas Konservative überbieten einander mit Liebeserklärungen an sterbende Technologien. Ein Wirtschaftsbestseller aus den Neunzigerjahren verrät, was da vor sich geht. Es verheißt nichts Gutes.

Mittwoch, 5. Juni 2024

Klima-Sondergutachten: Doch nicht auf Kurs

Ist es wirklich richtig, jetzt ausgerechnet auf Habeck ein zu prügeln?
Der hat ja viel zustande gebracht bei der Energiewende, er hat seinen Pflicht-Anteil in der Bundesregierung bei weitem übererfüllt und könnte nun mit dem Finger auf  die Anderen zeigen - vermutlich müsste er das aus fachlicher Sicht sogar sehr deutlich tun.
Warum hat er nicht diesen vorgezeichneten Weg gewählt?

Was tun, wenn seine Partnerfraktionen mit aller Kraft einbremsen und gegen Klimaschutz steuern?

Was tun, wenn er ständig  mit  mutwillig voran getriebenen Phantom-Debatten belastet wird? (Atomkraft, Verbrenner-Aus, Heizungs-Aus....)

Was tun, wenn nicht mal einfachste Maßnahmen (Tempo-Limit) ernsthaft erwogen werden?

Was tun,  wenn vorherige Absprachen einfach gebrochen werden (Rückfahren von klimaschädlichen Subventionen)

Teile der Koalitionspartner träumen schon von einfacheren Zeiten ohne die Grünen (außer der SPD Ministerin Svenja Schulzewahrscheinlich)

 Klimapolitisch hat keine andere Fraktion, schon gar nicht die Opposition in den vergangenen Jahren, etwas auf die Reihe gebracht, außer panischer Stimmungsmache, die sich bei CDU/CSU schon  gar nicht mehr von der AFD-Stimmungsmache abgrenzt.


Natürlich ist der Vorwurf von Schönrechnerei trotzdem nicht akzeptabel.
Ich kann Habecks Verhalten in diesem Punkt wirklich nicht  nachvollziehen.

Doch diese Verfehlung zeigt uns: Wenn die Grünen Klima-Hoffnungen politisch schon in der jetzigen Koalition scheitern, dann kann man nur noch auf den Erfolg von Klimaklagen setzen.
Man denke an die gewonnenen Klagen der DUH hier. Hoffen wir darauf!

Und diese Hoffnungen treffen nicht nur die Ampel, sondern auch jede potentielle Nachfolge-Fraktion.
Ob das die CDU, die so stolz auf ihr Haushaltsurteil ist, schon weiß? Ob das die FDP weiß?
Vermutlich setzen sie alle zusammen  noch auf den Phantombegriff der "Technologieoffenheit" hier, dann müssen sie sich nicht mit langweiligen Fakten beschäftigen.


hier  Klimareporter am 3.6.24 von  Verena Kern

Deutschland wird seine Klimaziele für 2030 nicht erreichen, urteilt der Expertenrat für Klimafragen. Das unabhängige Gremium rückt damit die sehr optimistischen Annahmen des Bundeswirtschaftsministers zurecht.

Montag, 3. April 2023

Technologischer Fortschritt - Die Rückkehr des Wunderglaubens

Spiegel hier  Eine Kolumne von Christian Stöcker  01.04.2023

Hunderte Fachleute und Elon Musk fordern eine Entwicklungspause für künstliche Intelligenz. Einige davon fürchten ein negatives Wunder, das die Menschheit ausrotten könnte. Viel gefährlicher aber ist ein anderer Glaube.

....Yudkowsky und Gleichgesinnte – von denen es mehr gibt, als man denken würde – glauben also daran, dass wir versehentlich einen Gott erschaffen werden, der uns anschließend auslöscht. Man muss an dieses Szenario nicht glauben, um den Unterzeichnern des offenen Briefs in der Sache dennoch zuzustimmen: Die unkontrollierte, unregulierte und rasante Entwicklung von KI-Systemen bräuchte dringend demokratische Kontrolle. Und zwar schnell, denn die Entwicklung ist nun einmal exponentiell. Dazu muss man nicht an Wunder glauben.

Der andere Wunderglaube ist gefährlicher

Der andere Bereich, in dem im Moment ständig Wunder herbeigeredet werden, ist die Bekämpfung der Klimakrise. Hier allerdings mit anderen Vorzeichen. Gerade hierzulande werden derzeit ständig Luftschlösser gebaut, mit dem durchsichtigen Ziel, möglichst wenig gegen die Klimakrise zu unternehmen.

Zur Liste dieser Wunder gehören:

    Die magische Vermehrung des grünen Wasserstoffs

    Die magische Vermehrung von E-Fuels

    Die magische Entfernung von CO₂ aus der Luft

    Die magische Energiequelle Kernfusion

Dieser – anders als beim Thema KI – rückhaltlos technikoptimistische Wunderglaube ist viel gefährlicher als »Erwachende, strafende Götter«-Szenarien. Er dient nämlich dem Zweck, echtes Handeln zu verhindern zu verzögern, die Bevölkerung zum Wohle der Fossilbranchen in falscher Sicherheit zu wiegen.

Freitag, 3. März 2023

Die politischen Geisterfahrer: Bei der FDP gilt das Motto „Zurück ins Gestern“

Focus hier   02.03.2023

Jetzt zieht die Fünf-bis-sieben-Prozent-Partei FDP blank. In ihrer Profilierungsnot nach der Serie von Wahlniederlagen marschiert sie sogar gegen Europa, genauer gegen die EU. Der massive Schaden fürs Klima, das auf der Kippe steht, scheint ihr egal. Erst kommt die Partei, dann der Rest, und sei der noch so groß.

Schon kommenden Dienstag sollen die EU-Mitgliedsstaaten über die neuen strengen Klimaauflagen für neue Autos abstimmen. Die Regeln waren zwischen den Staaten längst verhandelt. Die Zustimmung schien nur noch Formsache: Nach 2035 dürfen keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor verkauft werden.

Jetzt will die FDP als mit Abstand kleinste Ampelpartei die Bundesregierung zwingen, am Dienstag in Brüssel dieser – noch einmal: längst ausgehandelten – Neuregelung doch nicht zuzustimmen. Damit wäre das Verbrenner-Aus möglicherweise gescheitert.

Die FDP als politische Geisterfahrer

Freitag, 17. Februar 2023

Technische Innovationen: Die Erfindung des Alten

 hier in der Zeit  Von Nils Markwardt  3. Februar 2023


Ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft legen viele Menschen nur noch in technische Erfindungen. Dabei schaffen die oft keine neue Welt, sondern erhalten die alte.

In der Serie "Politisch motiviert" ergründen unsere Autorinnen und Autoren politische Themen der Woche. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 05/2023.

Dass die Welt absehbar zu einem angenehmeren Ort wird, mag kaum noch jemand glauben. Dafür läuft das Klima zu heiß, kommen die Kriege zu nah, drehen sich die alltäglichen Hamsterräder zu schnell. Nur in einem gesellschaftlichen Bereich hat sich die utopische Energie gehalten: Technologie. Ob Kernfusion, Elektromobilität oder künstliche Intelligenz – hier ist das Neue für viele noch Verheißung, eine potenzielle Lösung zivilisatorischer Probleme.

Technologie ist seit je der Dynamo moderner Fortschrittsversprechen. Von Henry Fords Traum des totalen Individualverkehrs über Lenins Diktum vom Kommunismus als "Sowjetmacht plus Elektrifizierung" bis zu Elon Musks Vision eines dekarbonisierten Kapitalismus. Auf den zweiten Blick allerdings erstaunt diese technologische Erlösungssehnsucht. Denn in Wahrheit schaffen bahnbrechende Erfindungen oft gerade keine neue Welt, sondern erhalten die alte.
Zugespitzter: Technologie ist konservativ.  

Dienstag, 7. Februar 2023

Ablenkungsmanöver helfen weder der Wirtschaft noch dem Klima

WiWo  hier  Kommentar von Stefan Hajek  06. Februar 2023

Hinter dem Ruf nach „Technologieoffenheit“ steckt etwas ganz anderes

Politiker missbrauchen den Begriff  Technologieoffenheit. Was eigentlich eine Tugend ist, wird zur Nebelkerze und torpediert so nötige Veränderungen. Ein Kommentar.

Technologieoffenheit, ein sperriger Begriff, den bis vor Kurzem fast nur Ingenieure und Forscher kannten, fällt zurzeit in jeder Talk Show. Am Sonntag zieh Markus Söder (CSU) Kanzler Olaf Scholz der mangelnden Technologieoffenheit und „puren Ideologie“, weil dieser am Atomausstieg festhält. CDU-Chef Friedrich Merz kommt in keiner Rede mehr ohne den Begriff aus. Und was soll auch falsch sein daran, in Zeiten rascher technischer Umbrüche ideologiefrei und offen nach allen Seiten zu blicken?

Politiker nutzen die Forderung meist, um einen aktuellen politischen Beschluss oder technischen Konsens anzugreifen, etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie unterstellen, bald gebe es etwas viel Besseres; das bekomme aber keine echte Chance, weil „Ideologen“ es blockierten. Synthetische Kraftstoffe etwa, die besser seien als E-Autos, und neue Atomkraftwerke, die viel stabiler liefen als der Zappelstrom aus Wind und Solar. In zehn Jahren habe man Kernfusion, meint Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP). Eine tolle Technologie, mit billigem Strom im Überfluss, ohne Atommüll, GAU-Gefahr und CO2.

Das Problem: Sobald es konkret wird, entpuppt sich diese Darstellung fast immer als unseriös oder naiv.

Sonntag, 29. Januar 2023

„Die Menschen verharren im permanenten Wartezustand, der das Land lähmt“

WiWo  hier Interview von Sonja Álvarez  25. Januar 2023

Zwischen Zeitenwende und Doppelwumms

Panzerdebatten, Wohlstandssorgen und verschämter Konsum: Rund ein Jahr nach Kriegsbeginn ist Deutschland hin- und hergerissen, sagt Rheingold-Chef Stephan Grünewald. Der Psychologe erklärt, wie die Nation tickt.

WirtschaftsWoche: Herr Grünewald, Sie führen mit Ihrem Team vom Rheingold-Institut jährlich rund 5000 Tiefeninterviews zu aktuellen Fragen aus Markt, Medien und Gesellschaft durch, gelten quasi als Psychologe der Nation. Wie geht’s dem Patienten Deutschland, der nach einem Jahr Kriegsbeginn und Zeitwende bei Ihnen auf der Couch liegt?

Stephan Grünewald: Deutschland befindet sich in einem merkwürdigen Zustand zwischen Zeitenwende und Doppelwumms. Olaf Scholz hat die Zeitenwende zwar am 27. Februar 2022 ausgerufen, aber psychologisch ist sie bei den Menschen noch nicht angekommen. Es geht dem Patienten Deutschland also nicht besonders gut.

Was fehlt dem Patienten konkret? 
Zeitwende bedeutet ja, dass etwas verloren geht, dass etwas Altes nicht mehr wiederkommt – ein natürlicher Prozess, der mit Abschied nehmen und Trauer verbunden ist. Gleichzeitig steht Zeitenwende aber auch für einen Aufbruch, für etwas Neues, das mit einer Vision verbunden ist. Aber genau diese Vision fehlt bisher komplett, sie wird vom Kanzler auch nicht erklärt. Er hat die Zeitwende zwar ausgerufen, aber bisher nicht mit Leben gefüllt. Das ist fatal, denn dadurch verharren die Menschen in einem permanenten Wartezustand, der das Land lähmt.

Sonntag, 17. Juli 2022

Philosophischer Wandel mit Betonung von Wind und Regen, Vögeln und Bienen - statt noch mehr Daten...

Diese beiden äußerst interessanten Artikel wurden von Martina gefunden und zeigen 2 Seiten der Technologie-Entwicklung.  Der untere stammt bereits von 2019, ist aber vermutlich immer noch aktuell.

 Die Verantwortlichen von Toronto haben sich gegen das von einer Google-Tochter (Sidewald Labs) anvisierte Ziel, die Stadt zu einer Smart City zu machen, und für ein neues Stadtkonzept entschieden: ländlicher Rückzugsort, statt Techno-Utopie.
Bis zu einem gewissen Grad spiegelt dieser Rückzug in die Natur die sich ändernden Zeiten wider, in denen sich die Gesellschaft von einem Ort des Techno-Optimismus zu einem Ort der Skepsis entwickelt hat, gezeichnet von Datenerfassungsskandalen, Fehlinformationen, Online-Belästigungen und regelrechtem Techno-Betrug. Sicher, die Technologiebranche hat das Leben in den letzten zwei Jahrzehnten produktiver gemacht, aber hat sie es auch besser gemacht? Darauf hatte die Google-Tochter Sidewalk Labs nie eine Antwort.