Leserbrief in der Schwäbischen Zeitung zu
"Physiker Ganteför kritisiert: Klimaforscher leben von der Angst" hier
Mit diesem Interview bietet die Schwäbische Zeitung unkommentiert und kritiklos auf einer dreiviertel Seite einem Populisten ein Forum, seine steilen Thesen zu verbreiten.
Und in der Überschrift, die jede:r liest (und den Rest des Artikels lesen nur Wenige) wird suggeriert, dass ein seriöser Experte sagt, die Klimaforscher würde übertreiben und Panik schüren.
Um nur einige der steilen Thesen zu nennen: Er schließt, dass die ganze Welt kein Problem mit dem Meeresspiegel hat, wenn die Niederlande mit hohen Deichen geschützt ist. Was ist mit armen Ländern wie zum Beispiel Bangladesch?
Ganz toll klingt sein Argument, dass die Ozeane - genau wie eine Sprudelflasche - bei steigendem CO2-Partialdruck in der Atmosphäre ganz viel CO2 speichern können. Das ist absolut richtig. Er sagt aber nicht, dass dadurch die Ozeane übersäuern, was schon heute zum Tod von ganz viel Leben im Meer führt.
Das ist ein Beispiel dafür, wie man durch das Weglassen eines Teils der Wahrheit Laien (und das sind die meisten Leser) auf die völlig falsche Fährte führen kann. Genau das ist die Vorgehensweise der Klimawandelskeptiker und Klimawandelleugner, die mit finanzieller Unterstützung großer Konzerne dabei sind, eine ganz gefährliche Pseudo-Gegenwissenschaft aufzubauen. Dazu gehört zum Beispiel auch EIKE, ein selbsternanntes Institut, das angeblich Klimawissenschaft betreibt. Ich würde mit wünschen, dass die Schwäbische Zeitung in Zukunft solchen gefährlichen Menschen und Institutionen keine Bühne mehr bietet.
Wolfgang Ertel