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Freitag, 21. August 2026

Wir brauchen einen ehrlichen Austausch über die Zukunft der Agrarpolitik und wofür öffentliches Geld ausgegeben wird


Johannes Enssle

hier  geht`s zur Studie mit 20 Seiten

Die aktuelle CAPRI-Studie des NABU zur Ernährungssicherheit macht für mich deutlich: Wir brauchen einen ehrlichen Austausch über die Zukunft der Agrarpolitik und wofür öffentliches Geld ausgegeben wird.

Dienstag, 2. August 2022

Wieso müssen Menschen hungern?

Republik  hier

Dürren, Krieg, Klimawandel – die Welt schlittert in eine Hungerkrise. Eine Krise mit Ansage, denn längst ist bekannt: Das Problem ist nicht die Produktion, sondern die Verteilung. Es ist höchste Zeit für ein neues Ernährungssystem.

Teil 1: Wieso müssen Menschen hungern?

Die Welt schlittert in eine Nahrungskrise – nicht nur wegen des Kriegs. Was läuft falsch beim globalen Ernährungssystem?

ein Auszug:

Hunger schleicht sich oft abseits der Weltöffentlichkeit ein. Doch vor den MUAC-Bändern kann er sich nur selten verstecken. In Teilen von Somalia, Äthiopien und Kenia herrscht derzeit die längste Dürre seit 40 Jahren. Drei Regen­zeiten nacheinander sind ausgefallen, die Ernten eingebrochen, Rinder­herden verdursten. Also braucht es mehr Importe. Aber seit Russland die Ukraine überfallen hat, steigen die Lebensmittel­preise so rasant, dass die Menschen noch weiter in die prekäre Armut, in die Hungersnot abrutschen.

Sie verlieren die Kontrolle über ihren Darm. Die Haut schält sich ab, die Haare fallen aus. Sie haben Halluzinationen und erblinden durch den Mangel an Vitamin A. Zu hungern ist quälend und entwürdigend: Der Körper beginnt die eigenen Muskeln zu verzehren – und letztlich sogar das Herz.

«Wir müssen die Lage sofort in den Griff bekommen», warnte David Beasley, Leiter des Welternährungs­programms der Vereinten Nationen, bereits im Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Viele Regionen schlittern in eine Nahrungskrise, die gekommen ist, um zu bleiben – weit über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hinaus.

Die Gründe dafür vermengen sich: regionale Konflikte, korrupte Regierungen, extreme Unwetter, Armut und zerrüttete Lieferketten.

Doch das ist nur die Oberfläche.....

«Unsere Ernährungs­systeme sind schon lange verwundbar. Der russische Krieg in der Ukraine, die Klimakrise und die Liefer­engpässe lassen die Probleme jetzt nur deutlicher zum Vorschein kommen», sagt Jacobi. «Allerspätestens der Weltagrar­bericht 2008 hätte uns alle aufrütteln sollen.»

Mehr als 400 Wissenschaftlerinnen fassten damals im Auftrag der Weltbank und der Vereinten Nationen die Forschung zum Ernährungssystem zusammen.

Ihr Fazit: Machen wir weiter wie bisher, drohen mehr Biodiversitäts­verluste, mehr Treibhausgas­emissionen und mehr Hungersnöte.

Dabei hatte es vorher lange danach ausgesehen, als müsste bald niemand mehr hungern......

Es lohnt sich unbedingt diesen Artikel auf den Original-Seiten ganz zu lesen, weil er die langfristigen Zusammenhänge wunderbar deutlich macht

Donnerstag, 21. Juli 2022

"Alle satt"

Podcast   hier   Detektor.fm 21.07.2022   Redaktion: Amelie Berboth

Forschungsquartett | Biodiversität

Um die Ernährung aller Menschen weltweit zu sichern, ist es wichtig, Ernteerträge hoch und stabil zu halten. Ein wichtiger Faktor dafür: Biodiversität.

Das Forschungsquartett – dieses Mal in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Biodiversität und Ernährungssicherheit


Acht Milliarden Menschen leben derzeit auf der Erde, Tendenz steigend. Schon jetzt sind zehn Prozent davon unterernährt. Und das, obwohl die produzierten Mengen an landwirtschaftlichen Produkten eigentlich für alle ausreichen. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel und globale Trends wie der Urbanisierung ist es deshalb wichtig, dass die Landwirtschaft auch in Zukunft ausreichend hohe und stabile Erträge liefert. Landschaftsökologen und -ökologinnen beschäftigen sich daher schon länger mit der Frage: Wie kann man Ökosystemleistungen – also Produkte, die wir aus einer Landschaft gewinnen – langfristig erhalten? 

Artenvielfalt

Ein wichtiger Faktor, der dafür sorgt, dass Ernteerträge langfristig hoch und stabil bleiben, ist die Biodiversität. Denn: Eine hohe Vielfalt an Anbaukulturen, wie etwa der Anbau verschiedener Feldfrüchte, verringert das Risiko eines kompletten Ernteausfalls durch extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Schädlingsbefall. 

"Das ist wie mit Aktien an der Börse: da setzt man auch nicht alles auf eine Karte"
Prof. Dr. Ralf Seppelt, Department Landschaftsökologie Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Ein ökologisches System ist Expertinnen und Experten zufolge stabiler, wenn es in ihm unterschiedlichste Individuen und Organismen gibt – Stichwort: Artenvielfalt.

Beispiel Bestäubung

Ein Beispiel: Produkte wie Kakao, Kaffee, Äpfel oder Sojabohnen sind abhängig von der Bestäubung durch Insekten. Das können zum Beispiel Honig- und Wildbienen, Schmetterlinge oder Hummeln sein. Wenn in der Landwirtschaft Pestizide und Dünger verwendet und für die Insekten wichtige Landschaftselemente in Ackerland umgewandelt werden, verschwinden die Tiere, die so dringend benötigt werden. Hier ist es wichtig, einen Kompromiss zu finden zwischen intensiver Landwirtschaft und Artenschutz.

Über dieses Paradoxon, den Zusammenhang von Biodiversität und Ernährungssicherheit und die nötigen Maßnahmen spricht detektor.fm-Moderatorin Amelie Berboth mit Ralf Seppelt vom Department Landschaftsökologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig.

Sonntag, 29. Mai 2022

Warnung vor humanitärer Katastrophe

Nicht nur  Putin kalkuliert mit dem Hunger hier, auch die Geschäftemacher unter uns sind mit dabei im Boot der Hungermacher hier
Ebenso wie die Ölpreise künstlich erhöht werden, werden auch die Lebensmittelpreise künstlich gesteuert, damit manch einer sein Geschäft machen kann. 

 27.05.2022  |  VON THERESA MÜNCH, DPA  hier

Eigentlich dachte er, es könne nicht schlimmer kommen: Der Klimawandel mit verheerenden Dürren sowie Versorgungsengpässe durch die Pandemie drohten schon im vergangenen Jahr Millionen Menschen in Hunger zu stürzen. David Beasley, der Chef des UN-Welternährungsprogramms, warnte vor der größten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Doch jetzt, sagt er auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums, sei es noch schlimmer gekommen. Denn mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine fällt die Kornkammer der Welt aus.

Agrosprit - Kein Essen mehr in den Tank!

 Foodwatch  hier

Agrosprit ist Irrsinn: Jeden Tag landet Getreide für umgerechnet 15 Millionen Brote in Europas Autotanks. Gleichzeitig drohen in Ländern im Nahen Osten und in Afrika katastrophale Hungersnöte. In diesen Wochen wird die Bundesregierung entscheiden, ob Essen im Tank bald der Vergangenheit angehört. Denn „Bio“-Diesel und Co. werden noch immer staatlich gefördert. Damit muss endlich Schluss sein!


Stern hier  24.02.2022

Neue Studie Deutsche Umwelthilfe
Agrosprit ist schädlicher fürs Klima als fossile Kraftstoffe

Agrosprit soll eigentlich zum Klimaschutz beitragen. Eine von der Deutschen Umwelthilfe in Auftrag gegebene Studie ist allerdings zu dem Ergebnis gekommen: Der pflanzenbasierte Kraftstoff ist klimaschädlicher als fossile Kraftstoffe.

"Pflanzenbasierte Agrokraftstoffe sind noch klimaschädlicher als bisher bekannt". So heißt es in einer aktuellen Studie des ifeu-Instituts. Grund dafür ist demnach der "enorme Flächenbedarf".

Derzeit seien über 1,2 Millionen Hektar Agrarflächen in der Welt für den Anbau von Raps, Getreide und Co. zur Produktion von Agrosprit für deutsche Diesel- und Benzinautos belegt. "Dieser immense Flächenverbrauch macht den angeblichen Klimavorteil von Agrokraftstoff gegenüber fossilem Sprit mehr als zunichte", so die Studie. Schließlich könnte sich dort auch natürliche Vegetation entwickeln, welche CO2 binde.

  Deutsche Umwelthilfe fordert sofortiges Ende von Agrosprit

Freitag, 27. Mai 2022

Das zutiefst unmoralische Geschäft mit dem Hunger

Foodwatch hier

Es ist ein zutiefst unmoralisches Geschäft: Seit Russlands Panzer ukrainische Weizenfelder verheeren und der Krieg den Handel blockiert, steigen die Preise für Weizen und andere Nahrungsmittel rasant.

Doch dahinter steckt nicht nur die Angst vor Knappheit, sondern auch die Geldgier von Finanzinvestor:innen: Sie spekulieren an den Börsen mit Getreide, um sich ihre Taschen zu füllen. 

Bereits in den ersten Tagen des Krieges flossen Milliarden Euro und Dollar in Fonds, die mit Nahrungsmitteln spekulieren.  Anleger wetten an den Rohstoffbörsen auf steigende Kurse und treiben so die Börsencharts steil nach oben. Der ehemalige UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, bringt es auf den Punkt: "Die Spekulation ist zurück, hier wird auf steigende Preise gewettet, also quasi auf Hunger."