Inzwischen ist auch ein Artikel in der schwäbischen Zeitung erschienen hier:
Klimaaktivisten protestieren auf dem Dach der Wetzisreuter Halle gegen Kiesabbau
Auszüge daraus:
Der Gemeinderat in Schlier hat mit einer Stimme Mehrheit das
Einvernehmen erteilt, dass das Kieswerk Tullius im Altdorfer Wald in der
bestehenden Kiesgrube bei Hintermoos drei Jahre länger Kies abbauen
darf.
Am 31. Dezember 2021 ist die Genehmigung für den dortigen
Abbau ausgelaufen und jetzt ging es um eine Fristverlängerung bis zum
Ende des Jahres 2024. Ihrem Ärger darüber machten zwei Klimaaktivisten
Luft, die mit einem Transparent auf dem Dach der Wetzisreuter Festhalle
protestierten und später auch in der Gemeinderatssitzung in der Halle
waren...
Da es sich lediglich um eine Verlängerung einer bereits erteilten
Genehmigung handele und davon keine weiteren, als die bereits
genehmigten Flächen betroffen seien, schlug die Gemeindeverwaltung vor,
das Einvernehmen zu erteilen. Dem wollte sich der Gemeinderat nicht
einstimmig anschließen.
Die
neueste Kiesexportstudie liefere keine verlässlichen Daten, da die
Rückläufe und Meldungen aus dem Kreis Ravensburg viel zu gering seien.
Das sei aber wichtig für die weitere Diskussion. Knapp wurde dann das
Einvernehmen zur Fristverlängerung erteilt. Es gab zwar keine
Gegenstimme, aber bei sieben Ja-Stimmen sechs Enthaltungen.
Pressemitteilung der Klimaaktivisten vom 08.02.2022
Am 08.02.2022 gegen 18 Uhr kletterten zwei Aktivist*innen auf das Vordach der Turn- und Festhalle in Wetzisreute.
Sie hielten ein Banner mit der Aufschrift "Bäume fallen für den Kiesabbau".
Ihr Protest gegen den Kiesabbau und das Vorgehen des Landratsamts hört dort aber nicht auf – laut Ankündigung wollen die Aktivist*innen in den nächsten Wochen symbolisch einen Baum "im Vorgarten des Landratsamts" fällen.
"Wir können es uns nicht mehr leisten weiter Wälder für Profite und veraltete Rohstoffe zu zerstören.
Wenn das Landratsamt die Fällung der Bäume vor der Haustür der Anwohner*innen genehmigt, fällen wir einen Baum vor der Haustür des Landratsamts.
Das der Kiesabbau trotz vieler Protestaktionen und 13.102 Unterschriften immer noch nicht aus den Wäldern verbannt wurde zeigt, dass unsere bisherigen Methoden offensichtlich zu lasch waren." so Samuel Bosch (19) aus Schlier. [1]