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Montag, 26. Mai 2025

Ein Drittel unserer Böden ist bereits tot. Verdichtet, ausgelaugt, erodierend

 

Jan Bredack  hier  auf LinkedIn

Gründer und Vorstandsvorsitzender bei Veganz Group AG Gründer und Geschäftsführer OrbiFarm®️GmbH

 

links: Video auf LinkedIn

Wenn alles so bleibt und weitergeht, wie es heute gehandhabt und subventioniert wird, werden wir bis 2050 weltweit 90% unserer Böden durch Degradationsprozesse verlieren. (UNCCD, 2022)

Dienstag, 28. Januar 2025

Konflikte um Ressourcen sind vorprogrammiert

 Frankfurter Rundschau hier  Die Kolumne „Gastwirtschaft“ von Jan Dreier.

Dieser Planet reicht nicht aus: Ausbau der Biomasse wird uns ruinieren

Wie die industrielle Bioindustrie die Hungersnot intensiviert. Die Bioökonomie fördert großflächigen Landverbrauch, was zur Verdrängung lokaler Gemeinschaften, zur Abholzung von Wäldern und zum Verlust biologischer Vielfalt führen kann. Oftmals kommt es zu Landraub und Menschenrechtsverletzungen.

Bild: siehe hier

Die Bioökonomie wird dennoch als Allheilmittel für Landwirtschaft und Klimaschutz gehandelt: weg von fossilen Rohstoffen hin zu einer Wirtschaft, die auf biologischen Materialien beruht.

Mittwoch, 24. April 2024

Siegesmeldung: Boden darf kein Spekulations- und Anlageprojekt sein !

Update

Liebe Unterstützer:innen der WeAct-Petition
„Lindners Vertragsbruch: Ausverkauf öffentlichen Eigentums stoppen!“,

das ist ein historischer Moment: die Privatisierung von öffentlichem Ackerland in Ostdeutschland wurde nach über 30 Jahren endlich endgültig gestoppt. Stattdessen verpachtet die Bundesregierung das Land nun gemeinwohlorientiert! Das wäre ohne Ihre Unterstützung niemals möglich gewesen. Herzlichen Dank, dass Sie unsere Petition unterzeichnet haben und sich gemeinsam mit über 152.000 Menschen für eine gerechte Bodenpolitik in Ostdeutschland stark machen. 

Mittwoch, 27. März 2024

Nahrungswälder: Eine Alternative zum Nahrungsmittelanbau?

2 kurze Videos

NDR  hier

Klima: Nahrungswälder - Das Gegenteil von Monokultur

Sendung: NDR Info | 25.03.2024 | 

2 Min | Verfügbar bis 25.03.2026

Auf einem Hof im Emsland werden Mandeln, Quitten, Pfirsiche, Nüsse und Beeren zusammen angebaut - eine rentable Idee?


NDR hier

Nahrungswälder: Eine Alternative zum Nahrungsmittelanbau?

Sendung: Hallo Niedersachsen | 25.03.2024 |

4 Min | Verfügbar bis 25.03.2026

Der Klimawandel erschwert den Alltag konventioneller Landwirtschaft. Ein Landwirt aus dem Emsland geht daher neue Wege.

Dienstag, 23. Januar 2024

Ist Özdemir aufgrund seiner Konfliktscheue gescheitert?

hier  im ARD Stand: 18.01.24 von Oda Lambrecht

Die Bauern und ihr Minister

Vor zwei Jahren ist der grüne Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir mit dem Ziel angetreten, die Landwirtschaft in Deutschland nachhaltiger aufzustellen. Doch davon sei er weit entfernt, kritisieren Agrarwissenschaftler und die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Mehr Bio, bessere Tierhaltung, kein Glyphosat - mit diesen Zielen ist der grüne Agrarminister Cem Özdemir vor rund zwei Jahren angetreten. Was hat er erreicht?

Samstag, 14. Oktober 2023

Erstmal die Fakten - Erschwerte Ernte 2023: Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregen

Was hier noch gar nicht zur Sprache kommt: Der Boden wurde in den letzten Jahrzehnten nicht gerade glimpflich behandelt, mit dem Ergebnis ausgelaugter Böden, verdichteter Böden, überbauter und versiegelter Böden ohne die dringend notwendigen Kleinstlebewesen. Die Experten raten dringend zur Umkehr im Umgang mit unseren Böden, wenn die Bodenfruchtbarkeit erhalten werden soll.

WiWo  hier  von Sonja Álvarez  10. Oktober 2023

Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregen: Nicht nur der Sommer 2023 war für viele Landwirtinnen und Landwirte schwer zu beackern. Die Betriebe stehen vor großen Herausforderungen. Ein Überblick in vier Grafiken.

1. Der Winterweizen ist mit einem Anteil von 46 Prozent die wichtigste Getreidekultur in Deutschland. Doch die geerntete Menge der goldenen Gabe schrumpft.














Donnerstag, 27. Juli 2023

Diese Grafiken zeigen die Folgen der Klimakrise in Europa

 RND hier  Irene Habich  25.07.2023  (nicht alle genannten Grafiken wurden im Blog eingefügt)

Daten des Klimawandeldienstes Copernicus

Abweichungen bei der Durchschnittstemperatur im Jahr 2022 (Vergleichszeitraum 1991 bis 2020). Höhere Temperaturen sind an rötlicher Färbung zu erkennen. In einigen Regionen südwestlichen Europa lagen die Temperaturen 2,5 Grad Celsius über dem Durchschnitt.

In Europa steigen die Temperaturen immer weiter – im vergangenen Jahr wurden erneut Hitzerekorde gebrochen. Und auch dieses Jahr hat bereits einige klimatische Rekorde aufgestellt. Daten des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigen, wie sich unser Klima verändert.

Der Sommer 2022 war in Europa der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus lag er im Durchschnitt 1,4 Grad über dem Referenzzeitraum 1991 bis 2020. Dem Bericht zufolge steigen die Temperaturen in Europa rund doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt.

Neue Grafiken des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigen die Auswirkungen der hohen Temperaturen: Dazu gehören Trockenheit und Dürren, eine Aufheizung der Meere und eine höhere Gefahr für Waldbrände. Die Copernicus-Aufzeichnungen gehen bis 1979 zurück. Der Klimawandeldienst nutzt zudem Daten von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten, die bis 1950 zurückreichen. Monatlich werden mithilfe von Computeranalysen Daten zu Temperaturen, der Meereisdecke und anderen Aspekten veröffentlicht.


1. Die Böden trocknen aus

Bodenfeuchte im Jahr 2022, geschätzt mithilfe von Satellitendaten.

© Quelle: C3S/ECMWF/TU Wien

Die ermittelte Bodenfeuchte lag im Jahr 2022 in fast allen Regionen Europas unter dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 (Bodenfeuchte unter dem Durchschnitt durch braune Färbung gekennzeichnet). Besonders trocken waren die Böden in einigen Gebieten in Rumänien, Bulgarien und dem südwestlichen Spanien.

In den zentraleuropäischen Ländern kam es zu einer lang anhaltenden Dürre. Dabei waren nicht nur die Erdoberfläche, sondern auch tiefere Bodenschichten betroffen, in denen sich die Enden von Pflanzenwurzeln befinden. In einigen Gebieten wie der südlichen Balkanregion lag die Bodenfeuchte über dem Durchschnitt (blaue Färbung), der Grund dafür waren vor allem überdurchschnittlich große Mengen Niederschlag.

Montag, 12. Juni 2023

Ohne es zu merken, machen die Europäer ihren eigenen Kontinent zur Wüste

Wüsten eindämmen und zurückdrängen - das war doch immer das große Thema in Afrika!
Und plötzlich sind wir in Europa, nein sogar in Deutschland angekommen, mit der Aufgabe der fortschreitenden Wüstenbildung entgegen zu wirken.

Focus hier mit einem Video

Desertifikation: Weltweit schreiten Wüsten voran. Neben dem Klimawandel und Wetterextremen spielt vor allem der Mensch dabei eine große Rolle. Auch in Deutschland könnten Regionen künftig veröden. Doch es bleibt noch Zeit zum Handeln.

Donnerstag, 4. Mai 2023

Wenn für Bauern das Land zu teuer wird

01.05.2023  hier im Südkurier

Bild links: "Ackerland in BäuerInnenHand"
das Problem herrscht nicht nur in Baden-Württemberg, noch gravierender ist es in den neuen Bundesländern

Für Landwirte ist es seit der Weltfinanzkrise 2008 immer teurer geworden, Land oder einen Hof zu pachten. Die Bodenpreise in Baden-Württemberg haben sich laut Experten seitdem verdoppelt. Daher stehen auch Bauern in der Region, die nicht über ausreichend große eigene Flächen oder einen eigenen Hof verfügen, vor einem Problem. 

Zu ihnen gehören Denis Hahn, der mit seiner Frau Kristin einen gepachteten Hof bei Stockach bewirtschaftet. Hahn spricht gegenüber dem SÜDKURIER von unbezahlbaren Preisen für Weideland, Ackerflächen und Stallungen. Aber es gibt Hoffnung: Das Modell der Kulturland-Genossenschaft greift dem Landwirt finanziell unter die Arme.

Samstag, 17. Dezember 2022

Gemüseanbau im Kleinen

 



Podcast  hier im Standard
/
Moderation: Philip Pramer, Julia Beirer 
16. Dezember 2022, 

Gemüsegärtner liefern Mangold, Salate und Co frisch vom Feld auf den Esstisch

Landwirtinnen und Landwirte sehen sich immer wieder der Kritik ausgesetzt, den Boden aufgrund von zu wenig Fruchtfolge und zu viel Pflugarbeit auszulaugen. Dementgegen entwickeln sich immer mehr sogenannte Marktgärten.

Marktgärtnerinnen und Marktgärtner sehen die Zukunft des Gemüseanbaus ökologisch, im Kreislauf der Natur und mit kurzen Transportwegen. Wie derartige Gärten Gemeinden zum Teil versorgen können, darüber haben wir im Podcast Edition Zukunft Klimafragen mit Hannes Rendl gesprochen. Er ist selbst Marktgärtner in der Tiroler Gemeinde Kolsass und versorgt ganzjährig bis zu 50 Haushalte mit frischem Gemüse. 

Mittwoch, 23. November 2022

Wiederaufforstung in Afrika: Der Wald heilt sich selbst

Spiegel hier  Aus Kenia berichten Heiner Hoffmann und Jacob Ochieng  17.11.2022,

In Afrika feiert eine Methode zur Wiederaufforstung große Erfolge. Statt neue Bäume zu pflanzen, werden alte Baumstümpfe, Wurzeln und Samen im Boden wiederbelebt. Selbst in der Dürre lassen sich damit noch Erfolge erzielen.

Montag, 14. November 2022

Das Bundesbündnis Bodenschutz wendet sich an Minister Özdemir

Sehr geehrter Herr Minister Özdemir,

 

Für den dringend notwendigen Ausbau von Photovoltaik bitten wir Sie eine Regelung zu schaffen, die die absolut vorrangige Nutzung bereits versiegelter Flächen verbindlich vorschreibt.

Wir können die Energiewende meistern, wenn wir die reichlich vorhandenen Potentiale für PV auf Dächern, Fassaden , Parkräumen , über Strassen, Gleis-Trassen , auf sonstigen versiegelten Flächen nutzen.

Unsere Böden und ihre wichtigen Funktionen müssen für Ernährung  und  Klimaschutz erhalten werden.
In der Anlage übersenden wir unser heutiges Schreiben mit der Bitte um Antwort.

Mit freundlichen Grüßen 

Ingrid Hagenbruch

  1.Vorsitzende







Donnerstag, 1. September 2022

Die Landwirtschaft will der Dürre mit angepassten Sorten begegnen – oder gleich mit anderen Anbausystemen

NZZ  hier  Esther Widmann 31.08.2022

Die Landwirtschaft will der Dürre mit angepassten Sorten begegnen – oder gleich mit anderen Anbausystemen

Landwirte und Wissenschafterinnen suchen Wege, um unter den veränderten Klimabedingungen gute Erträge zu ermöglichen. Die Möglichkeiten reichen von mehr Abwechslung auf dem Feld bis zu Agroforstwirtschaft.

Europa erlebe gerade die schlimmste Dürre seit 500 Jahren, sagen die Experten der EU, und die Bilder machen es leicht, ihnen zu glauben. Der Mangel an Niederschlägen wird noch verstärkt durch die Hitze: Sie lässt mehr Wasser aus dem Boden verdunsten, und er wird noch trockener.

Der vergangene Woche veröffentlichte Erntebericht der Regierung in Deutschland spiegelt die Wetterrekorde allerdings nur zum Teil wider: Während Landwirte in einigen Regionen und bei einigen Feldfrüchten grosse Ausfälle beklagen, war der Ertrag anderswo sogar überdurchschnittlich. Weil aber damit zu rechnen ist, dass mit dem Klimawandel Sommertrockenheit und Hitze häufiger auftreten werden als bis anhin, suchen Agrarwissenschafterinnen und Landwirte nach Methoden, um den Anbau auch unter solchen Bedingungen möglich zu machen. Sie ersinnen Wege, das Wasser besser im Boden zu speichern. Sie züchten Pflanzen, die mit Trockenheit gut zurechtkommen. Oder sie erproben ganz neue Anbausysteme. Den meisten, wenn nicht allen, ist aber bewusst, dass keiner dieser Ansätze allein das Problem lösen wird.

Donnerstag, 7. Juli 2022

"Wie Carbon-Farming das Klima retten soll"

 INSIGHT INNOVATION  Handelsblatt  hier

CO2-Sünder Landwirtschaft: Mit einer innovativen Anbaumethode können Bauern Kohlenstoff in ihren Böden speichern.
Es entsteht ein neuer Markt. Experten warnen vor Greenwashing.

.....Die neue Methode lehnt sich an eine jahrhundertealte Kulturtechnik an, den Fruchtwechsel. So werden beim Carbon-Farming auf einem Acker spezielle Pflanzen in einem bestimmten Rhythmus angebaut. Doch dabei geht es nicht nur um bessere und nachhaltige Erträge. Es geht darum, Kohlenstoff aus der Luft zu filtern und als Humus im Boden zu speichern.

"Unsere Erde verliert fruchtbaren Boden – und bringt damit das Klima ins Wanken"

 

Spiegel hier Von Sebastian Spallek

»Klimabericht«-Podcast

Erdböden haben enormen Einfluss auf das Klima. Denn: Sie speichern Kohlenstoff in gigantischen Mengen. Durch den menschlichen Einfluss sind die aber akut bedroht. Kann man kranke Böden wieder herstellen?

Erdböden sind ein integraler Bestandteil unseres Klimasystems. Schätzungen zufolge sind weltweit über 2500 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Untergrund gespeichert – das ist etwa viermal so viel wie der Mensch seit Beginn der Industrialisierung durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Atmosphäre gepustet hat.

Dieser unterirdische Kohlenstoffspeicher ist dynamisch. Das heißt: Der Stoffwechsel der Bodenorganismen setzt große Mengen des im Untergrund gebundenen Kohlenstoffs in Form von Kohlendioxid frei. Gleichzeitig wird eine entsprechende Menge Kohlenstoff durch Pflanzen und Pilze im Erdreich eingelagert und damit der Atmosphäre entzogen – ein wichtiges Fließgleichgewicht, das durch den menschlichen Einfluss gestört wird.

Weltweit ist der Boden einer Vielzahl von Stressfaktoren ausgesetzt. Er wird weggespült, ausgedörrt, versiegelt, überdüngt oder versalzen. Besonders die Landwirtschaft, die von fruchtbarer Erde abhängig ist, zerstört diese. Und auch Mikroplastik, Schwermetalle und Dürre belasten die Böden – all das setzt im Untergrund gespeichertes Kohlendioxid frei, was dramatische Folgen für unser Klima hat.

Ein weiteres Problem: Fruchtbares Land ist die Grundlage der globalen landwirtschaftlichen Versorgung. Um in Zukunft die Ernährung einer steigenden Weltbevölkerung zu sichern, müssen wir unsere Böden schützen und erhalten. Dem aktuellen »Global Land Outlook«-Bericht er Vereinten Nationen zufolge sind jedoch bereits 20 bis 40 Prozent aller Landflächen weltweit geschädigt – lässt sich eine weitere Zunahme noch aufhalten?

Donnerstag, 16. Juni 2022

Schlechtes Zeugnis für GAP-Pläne, Deutschland will nachbessern

 EU-News | 16.06.2022  hier

#Bodenschutz #Landwirtschaft und Gentechnik


Die GAP-Förderung  ist ein  trauriges Dauer-Thema in Naturschutzkreisen. Gerade eben war der letzte Antrag von der EU zurück gegangen an Deutschland, da ausgerechnet dem Umweltschutz zu wenig Rechnung getragen wurde.(hier) Nun kann Minister Özdemir nachschärfen, was er hoffentlich auch in größerem Umfang tut. Niederschmetternd sind die Ergebnisse der Vergangenheit allemal:

Rechnungshof: Klimaschutzziele in der Agrarförderung verfehlt

Zu einem vernichtenden Urteil über die Verwendung der Agrargelder im Zeitraum von 2014 bis 2020 kam der Europäische Rechnungshof bereits Ende Mai. Darin wird der EU nachgewiesen, dass sie ihr selbst gestecktes Ziel, mindestens 20 Prozent ihrer Mittel für den Klimaschutz auszugeben, deutlich verfehlt. Der klimarelevante Anteil der EU-Ausgaben liege statt bei den gemeldeten 20 Prozent eher bei rund 13 Prozent. Dabei seien in keinem anderen Bereich so viele Gelder zu Unrecht für den Klimaschutz verbucht worden, wie bei der Agrarförderung. 

Der Betrag sei mit 60 Milliarden Euro viel zu hoch angesetzt und die Emissionen aus der Landwirtschaft trotzdem seit 2010 in der EU nicht zurückgegangen. Dementsprechend besorgt zeigten sich die Prüfer*innen des Europäischen Rechnungshof auch über die kommende Klimaberichterstattung für die Jahre 2021-2027.

Grünen-Studie: Ernährungssicherheit in Zeiten des Krieges

Welche Änderungen der europäischen Agrarförderung angesichts des Krieges in der Ukraine geeignet wären, beschreibt auch eine neue Studie im Auftrag der Grünen/EFA-Abgeordneten des EU-Parlaments Sarah Wiener und Martin Häusling. In der Studie analysieren die Agrarökonom*innen Sebastian Lakner, Wilhelm Klümper und Kristina Mensah die Wirkungen fehlender Exporte aus der Ukraine und benennen agrarpolitische Handlungsoptionen. 

Darunter: Die Stärkung des Multilateralismus und offener Märkte, der Fokus auf die Produktions- und Verwendungsseite, das Aussetzen der Beimischung von Biokraftstoffen, der Umbau der Tierhaltung und Anpassungen bei den Grundanforderungen der GAP. Im Hinblick auf das geringe Mengenpotential bei hohen zu erwartenden ökologischen Schäden, erscheint laut Studie das grundsätzliche Aussetzen der Regelung zu nicht-produktiven Ackerflächen (GLÖZ 8) als nicht sinnvoll. 

Dienstag, 14. Juni 2022

Wie clevere Landwirtschaft das Klima retten könnte

Ein toller Artikel! Wenn die Klimawende so aussieht, dann freu ich mich darauf! Keine Agrarwüste mehr sondern lebende Flächen mit großer Biodiversität. Und das bei zumindest gleichem Ertrag. So kann man Bauern und Umwelt schützen!

Handelsblatt hier

SERIE: GRÜNER UMBRUCH

Angus-Beef mit 66 Prozent weniger Emissionen

Seine Kühe machen den Boden fruchtbar und regen das Gras zum Wachsen an – weil Öko-Bauer Benedikt Bösel eine entscheidende Sache anders macht als die allermeisten.

Benedikt Bösel greift in den Boden seines Versuchsfelds in der Mark Brandenburg. „Hier ist der Humus schön feucht und kühl, obwohl es seit Monaten kaum regnet“, sagt der Öko-Landwirt. Nebenan auf dem Feld mit Bio-Roggen zeigen sich Risse im Boden fast wie in der Sahara.
In Bösels Agroforst-Kulturen wachsen diverse Pflanzen in vier Etagen. Ganz unten Kräuter, dann Nutzsträucher wie Hasel oder Himbeeren, darüber Obstbäume und ganz oben Pappeln und Birken. Deren Laub dient als Windschutz gegen Erosion. Es spendet Schatten und nährstoffreiche Biomasse für Kräuter, Nüsse und Beeren.

Sonntag, 5. Juni 2022

Land für alle

ZDF  hier in Plan B

Im Kampf gegen Spekulanten
Film von Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier

Mehr Land, mehr Geld: Boden ist zum Spekulationsobjekt geworden. Für viele Landwirte ist das existenzbedrohend. Ganze Landstriche veröden, und Dörfer sterben aus.

Videolänge:
30 min
 
Datum:
04.06.2022
 
:
UT - DGS  / 
Video verfügbar bis 30.03.2024

Die Natur braucht in Deutschland rund 2000 Jahre, um zehn Zentimeter fruchtbaren Boden zu schaffen. Menschen überdüngen ihn, laugen ihn aus, fügen ihm Schadstoffe zu. Und sie besitzen ihn, verkaufen ihn teuer, verteilen ihn ungerecht – und kämpfen um ihn.
Große Konzerne und Investoren kaufen landwirtschaftlich genutzte Flächen auf und nutzen sie als lukratives Anlageprodukt. Die Gründe: niedrige Zinsen, der Boom von Energiepflanzen für Biogasanlagen und die fatale EU-Subventionspolitik, die ausschließlich nach Flächengröße ausschüttet. Die Konsequenz: Ein Bauer, der heute Land kauft, könnte in seinem ganzen Leben nicht mehr so viel erwirtschaften, wie das Land gekostet hat.

Der Markt bestimmt die Regeln, aus wachsendem Interesse ist ein harter Wettbewerb geworden. Wer da nicht mithalten kann, ist aus dem Spiel. Ist ganz Deutschland in der Hand gewinnfixierter Investoren, Spekulanten und Großunternehmer?
Nicht ganz: Der Film zeigt, wie es auch anders gehen kann. Da ist der Laakenhof im Münsterland, dem das Aus drohte, der aber durch die BioBoden-Genossenschaft an einen neuen Hof und Land kam. BioBoden kauft Land auf, um es für immer dem Zugriff von Spekulanten zu entziehen und es den Landwirten langfristig zur Verfügung zu stellen.
Da sind Anousha Zähringer und Dominik Löwe, die in Deutschland keinen bezahlbaren Hof fanden und mithilfe der französischen Landentwicklungsgesellschaft SAFER ihren Traum vom selbstbestimmten Leben als Bauern verwirklichen.
Auch auf politischer Ebene passiert inzwischen einiges in Deutschland. Etwa wenn sich Michael Grolm und seine Mitstreiter gegen ungerechte Landverteilung und Spekulantentum wehren und für eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft kämpfen. Und was passiert eigentlich, wenn private Landbesitzer – und dazu zählen auch Kommunen und Kirchen – verstehen, welche positive Wirkung es hat, wenn Land gerecht verteilt wird?

Dieser Film soll Mut machen. Er zeigt den unmittelbaren Zusammenhang von Landbesitz und dessen Nutzung. Er lässt die Akteure zu Wort kommen: Eigentümer, Bewirtschafter und die ländliche Bevölkerung – und zeigt, wie sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung funktionieren kann.


Montag, 23. Mai 2022

EU-Kommission übt deutliche Kritik an deutschem EU-Agrar-Plan

Die Enttäuschung angesichts der GAP-Verhandlungen 2021 waren groß - damals hatte Ministerin Klöckner vorzeitig die Verhandlungen verlassen und so ein umweltfreundlicheres  Ergebnis boykottiert (siehe hier) Dennoch waren die Hoffnungen groß, dass der auszuarbeitende Strategieplan es Deutschland ermöglichen würde, mehr für die Umwelt zu tun (hier)

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Entwurf des GAP -Strategieplans am 21. Februar 2022 bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung eingereicht.Der GAP -Strategieplan für Deutschland umfasst in der Periode 2023 bis 2027 EU -Fördermittel im Umfang von rund 30 Milliarden Euro

Jetzt muss man sich angesichts der Reaktion der EU erst mal verwundert die Augen reiben:
Warum hat ausgerechnet der neue grüne Landwirtschaftsminister einen Plan eingereicht, bei dem Umweltschutz zu kurz kommt? Er selbst verweist offenbar darauf, dass noch die Vorgänger-Regierung das Papier entworfen habe....
Die Ampel-Koalition ist seit Anfang Dezember 2021 offiziell im Amt und zum Jahresbeginn 2022 sollte das Papier bereits zur Prüfung vorliegen - da blieb tatsächlich nicht viel Zeit zur umfassenden Überarbeitung.

In Top-Agrar war jedenfalls Mitte Januar von etwas hämischen Aussagen aus der Union zu lesen (hier)

„Offensichtlich war das Bundeslandwirtschaftsministerium zwischen Weihnachten und Silvester nicht arbeitsfähig“, heißt es in der Erklärung. Das Argument des BMEL, man wolle noch über Verbesserungen nachdenken, greife laut den EU-Parlamentariern nicht. Nur durch die fristgerechte Einreichung, hätte Deutschland die Chance, den GAP-Strategieplan im Dialog mit Brüssel nachzubessern.

Vielleicht also ganz gut, dass das Papier zur Überarbeitung zurück geschickt wurde. Es ist auf jeden Fall gut, wenn sich das Ministerium mit den Umwelt-Verbänden über das weitere Vorgehen abstimmt, die stecken schon seit Jahren tief im Thema drin und können sicher gute Tipps beisteuern.