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Samstag, 6. Januar 2024

Niederländische Städteplaner stürzen sich auf Suche nach Wärme in den Abfluss

Lasst uns Bitte!! Schluss machen mit der destruktiven deutschen Endlosschleife, die nur ideenlose Populisten vorantreiben. Schauen wir lieber in unsere nördlichen Nachbarländer, die uns so einiges vormachen in puncto Transformation des Wärmesystems - und das schon seit vielen Jahren zum Vorteil für die Bürger. Nachdem andere Länder das schon vorgemacht haben, wäre es doch ein Leichtes für uns diese positiven Ansätze zu übernehmen, dort wo es sich bereits bewährt hat.
Kleine Ansätze wurden übrigens auch bei uns schon umgesetzt! In Gottmadingen im Hegau wurde das neue Schulgebäude (mit sehr guter Dämmung) bewusst  über dem Abwasserkanal gebaut und bezieht seine Rest- Wärme von dort! Gottmadingen war hier frühzeitig sehr innovativ unterwegs.

Freitag hier  Senay Boztas  | The Guardian |

Während in Deutschland über Robert Habecks Heizungsgesetz gestritten wird, werden die Niederländer kreativ. Auf der Suche nach Wärmequellen haben sie jetzt die Kanalisation entdeckt und wollen so Millionen Haushalte nachhaltig heizen

Ich habe einmal in einem Haus gewohnt, in dem jeden Morgen die doppelte Spülung der Toilette des Nachbarn im oberen Stockwerk laut durch unsere Küche schallte. Jetzt allerdings werden die niederländischen Abwässer nicht mehr als Quelle aufgeheizter nachbarschaftlicher Beziehungen betrachtet, sondern als zuverlässige Wärmequelle für Millionen von Haushalten, die nach dem Willen der Regierung bis 2050 vom Gasnetz des Landes abgekoppelt werden sollen.

Freitag, 6. Oktober 2023

EU: Wie kann Abwasser bei Wasserknappheit helfen?

 DW  hier  Tim Schauenberg  20.08.2023

Mehr Hitze und Wassermangel in Europa führt immer öfter zu Auseinandersetzungen. Dabei gibt es genug Wasser, wenn man es effizienter nutzt und mehr aufbereitet. Welche Lösungen helfen?

Die Zusammenstöße zwischen Umweltaktivisten und Bauern im Süden Frankreichs im Frühjahr diesen Jahres markierten eine neue Eskalationsstufe um immer knapperes Wasser in Europa.

....Nach mehreren zu heißen Sommern ist es auch dieses Jahr in weiten Teilen Europas zu trocken, vor allem im Süden. In einigen Regionen in Italien, Spanien und Frankreich herrscht sogar extrem Dürre.

In Spanien wurde die Wassernutzung in einigen Landesteilen eingeschränkt. Laut dem Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft stehen die Wasserreserven inzwischen nur noch bei 41 Prozent. Die Dürre trifft 60 Prozent aller Landwirte und werde zu erheblichen Ernteverlusten führen, so der spanische Bauernverband. 

Ein Grund für den Wassermangel in Europa und anderen Teilen der Welt ist der menschengemachte Klimawandel, denn dadurch gibt es immer häufiger extreme Hitze und Dürren. Gleichzeitig entnehmen Industrie und Landwirtschaft mehr Wasser aus Boden, Flüssen und Seen, als sich natürlich wieder auffüllen kann. Laut Marc Bierkens, Hydrologe an der Universität Utrecht, verbraucht die Industrie europaweit die Hälfte des Wasser, 40 Prozent nutzt die Landwirtschaft und 10 Prozent werden von Haushalten verbraucht.

Während in Südeuropa besonders viel Wasser für die Landwirtschaft benötigt wird, trifft die Wasserknappheit in Frankreich und Bulgarien auch den Energiesektor.

Samstag, 11. Februar 2023

Bsp. Österreich: Europas größte Wärmepumpe holt Energie aus Wiens Abwasser

 Hier  im Standard ENERGIEWENDE  2. Februar 2023,

Europas größte Wärmepumpe holt Energie aus Wiens Abwasser

In der Kanalisation befindet sich viel ungenutzte Wärme. Die Stadt Wien will sie nun ernten, um das Fernwärmenetz unabhängiger von Gas zu machen

In keinem anderen Bundesland Österreichs heizen so viele Menschen mit Gas wie in Wien – in rund der Hälfte der Haushalte in der Bundeshauptstadt arbeitet eine Gastherme. Spätestens 2040 müssen sie weg sein – denn dann will Österreich klimaneutral sein. Geht es nach der Stadt Wien, soll vor allem die Fernwärme als Ersatz für die Gasheizung einspringen.

Sauber ist sie derzeit noch nicht: Rund die Hälfte der Fernwärme wird in Wien noch immer mit Gas erzeugt. Dieser Anteil soll bis 2040 auf null sinken. Ein Teil der erneuerbaren Wärme kommt in Zukunft aus den sechs Großwärmepumpen, die Wien Energie derzeit in Simmering installiert.

Maschine kann sechs Grad Wärme ernten

Donnerstag, 9. Februar 2023

Warum das Klima-Wettrüsten?

DER STANDARD - Klimaklartext <klimaklartext@email.derstandard.at>

Eigentlich sollte der Inflation Reduction Act (IRA), den US-Präsident Joe Biden im Sommer mit einer hauchdünnen Mehrheit durch den Kongress brachte, die galoppierende Teuerung bekämpfen. Doch das milliardenschwere Paket ist auch ein riesiges Klimaschutzpaket: Staatliches Geld soll den Ausbau erneuerbarer Energien ankurbeln und mehr Elektroautos auf die Straßen bringen. Für das Klima ist der IRA daher durchaus ein Gewinn, ja sogar beispiellos, wie viele Fachleute sagen.

Dennoch stößt sich Europa an dem Paket. Denn viele Förderungen gibt es nur, wenn die Produkte, etwa E-Autos, in Nordamerika hergestellt werden. Politikerinnen und Politiker aus der EU sorgen sich daher, dass grüne europäische Unternehmen hinter den USA zurückfallen könnten. EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sprach sogar von einer „Spaltung des Westens“.

Europa legt deshalb nach: Vergangene Woche präsentierte die EU-Kommission den „Green Deal Industrial Plan“, der wie der IRA wichtige Schlüsselindustrien – wie etwa Wasserstoff, Solarmodule oder Batterien – in die Union holen oder zumindest dort halten soll. 250 Milliarden Euro macht die EU dafür frei, Mitgliedsstaaten sollen Unternehmen im eigenen Land zudem stärker fördern dürfen.

Das alles klingt zunächst nach einer abstrakten Zahlenschlacht auf dem Papier. Doch es geht um wichtige Fragen für die Zukunft: Kommt Ihr nächstes E-Auto, die effiziente Solaranlage, aus Europa? Entstehen Millionen neue Jobs in klimafreundlichen Branchen? Das alles steht für die beiden wirtschaftlichen Schwergewichte auf dem Spiel.

Wie viel aus Klima-Sicht auf dem Spiel steht, zeigt ein neuer Bericht, den über 60 Fachleute vergangene Woche veröffentlicht haben. Demnach ist das 1,5-Grad-Ziel, auf das sich beinahe alle Staaten im Pariser Klimaabkommen geeinigt haben, nicht mehr plausibel. Neben noch mehr Tempo im Klimaschutz fordern die Forschenden deshalb, dass wir uns verstärkt auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.

In Österreich (wie in Deutschland) gibt es besonders im Verkehrssektor Nachholbedarf: Dort sind die Emissionen in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Die Leiter der Verkehrsinstitute der TU Wien, der Boku und der Uni Innsbruck fordern deshalb neue Tempolimits auf Österreichs Straßen: Für ein Limit von 30 km/h im Ortsgebiet, 80 km/h auf Freilandstraßen und 100 km/h auf Autobahnen gebe es "gute wissenschaftliche Gründe", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben.

Wie die Dekarbonisierung im Wärmesektor gelingen kann, zeigt ein Projekt in Wien: Ab Ende dieses Jahres will Wien Energie die Restwärme aus dem Abwasser der Wienerinnen und Wiener gewinnen. Im Endausbau sollen so über 100.000 Haushalte beheizt werden können.

Samstag, 4. Februar 2023

Statt Gas, Öl oder Holz: Wärme aus der Kloake

In unserer Nähe gibt es bereits ein Leuchtturm Projekt dieser Art, das problemlos funktioniert:
In Gottmadingen bei Singen wurde bereits eine Schule gebaut, die zur Wärmegewinnung auf den darunter liegenden Abwasserkanal zugreift. Natürlich funktioniert das am Allerbesten wenn das Bauwerk sehr gut gedämmt ist. Die Schule wurde "fast" als Passivbau errichtet. Nicht ganz, weil die letzten paar % Punkte den aller größten Aufwand verursachen.
Solche Techniken sind also durchaus vertretbar, umsetzbar und bezahlbar -  auch von Orten, die nicht Großstadtniveau erreichen.

BR  hier  Von  Simon Plentinger und Barbara Fuß

Gas und Öl sind teuer geworden und schlecht fürs Klima. Holz will die EU nur noch eingeschränkt als nachhaltigen Brennstoff einstufen. Eine Alternative mit großem Potenzial: Wärme aus Abwasser. Ein Leuchtturmprojekt entsteht gerade in Bamberg.

Heizöl oder Gas sind teuer geworden und schaden als fossile Energieträger mit ihren Emissionen dem Klima. Wegen der hohen Gaspreise wurde zuletzt Holz als Brennstoff stark nachgefragt. "Holz könnte die Energieversorgung der Zukunft sein, das ist aber leider nicht so", sagt dazu Volker Stockinger, Professor für Maschinenbau und Versorgungstechnik an der Technischen Hochschule in Nürnberg. Denn Holz wächst zwar nach, doch auch hier wird beim Verbrennen CO2 frei.

Wärme aus der Umgebung nutzen

Volker Stockinger hat eine klare Vision, wie die Wärmeversorgung der Zukunft stattdessen aussehen sollte. An einem White Board erläutert er seinen Studierenden in der Vorlesung, wie das funktioniert: Man kann Wärme aus der Umgebung nutzen - aus der Luft, dem Boden und sogar aus unserem Abwasser.