Montag, 3. August 2026

Update: Die "sichere" Versorgung bricht unter der Hitze zusammen: Ungarn erlebt beispiellose Energiekrise

 

Philipp Schröder /LinkedIn

Strom wird wieder Knapp!

Nach Frankreich und Rumänien fährt auch Ungarn ein Atomkraftwerk infolge von Trockenheit und Hitze runter.

Die ungarische Regierung will große Stromverbraucher zu freiwilligen Einsparungen auffordern und ​bei Bedarf auch verbindliche Begrenzungen anordnen. »Die Haushalte werden als Letzte von den Beschränkungen betroffen sein«

Ohne die Erneuerbaren in Europa, wären wir längst im Notstand, da auch  koventionelle Kraftwerke aufgrund aufgeheizter Flüsse gedrosselt werden.


Sven König

An alle Atomis!!!

Es kann - wie bei Fukushima - nicht sein, was nicht sein darf .
Aber es passiert trotzdem. 

Und deshalb war die Entscheidung von Dr. Angela Merkel richtig und weitsichtig. Es gibt bisher leider weder ein kosteneffizientes und sicher betriebssicheres AKW auf der Welt! Denn das wurde vor Fukushima auch über Fukushima gesagt 

Spätestens jetzt hat jeder uneingeschränkte AKW-Befürworter seine Glaubwürdigkeit verloren!

ZDF  Schlagzeilen-Ticker  02.08.2026  hier

Niedrigwasser in der Donau: Ungarn fährt AKW komplett herunter

Ungarn fährt sein einziges Atomkraftwerk Paks wegen des historischen Niedrigwassers der Donau erstmals seit fast einem halben Jahrhundert komplett herunter. "Wegen des weiter sinkenden Pegelstands der Donau wird der vorletzte Block des Atomkraftwerks Paks um 01.30 Uhr abgeschaltet", erklärte Ministerpräsident Peter Magyar am Samstag. "Infolgedessen erzeugt das Kraftwerk nur noch 240 Megawatt Strom, und morgen (am Sonntag) wird es zum ersten Mal seit 44 Jahren vollständig abgeschaltet."


ARD hier  02.08.2026 Von Clemens Verenkotte, zzt. ARD-Studio Wien

Ungarn erlebt "beispiellose Energiekrise"

Fast die Hälfte des benötigten Stroms fällt in Ungarn plötzlich weg. Wegen der anhaltenden Hitze muss das Atomkraftwerk Paks abgeschaltet werden. Premier Magyar spricht von einer "beispiellosen Krise".

Ungarns Bevölkerung steht nach Worten von Premierminister Peter Magyar vor einer "beispiellosen Energiekrise". Diese sei nur gemeinsam erfolgreich zu bewältigen. "Vor uns liegen die entscheidenden fünf Tage", sagt der Premier in einem Video. 

Das Kernkraftwerk Paks werde überhaupt keinen Strom mehr produzieren.
"Es stehen die heißesten Tage mit 40 Grad bevor. Unser Stromnetz, die öffentlichen Versorgungsdienste und natürlich auch wir selbst werden einer enormen Belastung ausgesetzt sein", erklärt Magyar. "Ich bitte alle, ab Montag noch besser aufeinander zu achten, insbesondere auf Kinder, ältere Menschen, Kranke und Alleinstehende."

Nachdem der Pegelstand der Donau, deren Wasser als Kühlwasser für das AKW genutzt wird, auf einen neuen Rekordtiefstand gesunken ist, lief das Kernkraftwerk vor der kompletten Abschaltung nur noch mit zehn Prozent der Gesamtleistung.

AKW Paks sichert normalerweise Hälfte des Stroms

Das AKW Paks mit seinen vier Reaktorblöcken liegt 100 Kilometer südlich von Budapest und trägt fast zur Hälfte der Stromversorgung in Ungarn bei.

Magyar ist seit knapp drei Monaten im Amt und muss nun den Ungarn die drastischen Folgen des Niedrigwassers erklären. "Da der Wasserstand der Donau bei Paks derzeit bei minus 133 Zentimetern liegt und bei minus 134 Zentimetern auch der zweite Reaktorblock des noch in Betrieb befindlichen Kraftwerks abgeschaltet werden muss, wird voraussichtlich - zum ersten Mal seit 44 Jahren - die vollständige Abschaltung des Kernkraftwerks Paks erfolgen", sagte der Premier.

Damit trete ein, was sich viele nicht einmal vorstellen konnten und was auch die Betreiber und Planer des Kraftwerks noch in den vergangenen Jahren für ausgeschlossen gehalten hatten, sagte er. "Aufgrund des beispiellosen, rekordtiefen Wasserstands der Donau wird die Stromerzeugung in Paks vorübergehend vollständig eingestellt."

Aufruf zum Stromsparen

Premierminister Magyar hatte bereits in den vergangenen Tagen große Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und die privaten Haushalte aufgefordert, den Stromverbrauch in den Abendstunden deutlich zu verringern. Sollten sich die Industrieunternehmen nicht daran halten, könnten die Firmen vorübergehend vom Netz genommen werden.

Diese Appelle scheinen befolgt worden zu sein. "Wir sind allen dankbar, die ihre eigenen Annehmlichkeiten oder sogar die Rentabilität ihres Unternehmens zurückgestellt haben und erkannt haben, dass wir diese beispiellose Energiekrise nur gemeinsam erfolgreich bewältigen können", sagte Magyar nun im Video.

Kein Güterverkehr zwischen 17 und 22 Uhr

Einkaufszentren sollten ihre Klimaanlagen drosseln, Städte und Kommunen sowie Kirchen sollten ihre dekorative Beleuchtung in den kommenden Tagen abschalten.

Der Premier kündigte zudem an, dass ab Montag der Güterverkehr auf der Schiene in der kritischsten Zeit, zwischen 17 und 22 Uhr, eingestellt werde. Damit würden der Energiebedarf der Bahn gesenkt und zusätzliche Reserven geschaffen.


hier Frankfurter Rundschau  02.08.2026  Von: Marcel Reich

Niedrigwasser legt Atomkraftwerk lahm – Rumänien ruft den Strom-Notstand aus

Rumänien ruft wegen niedriger Donaupegel den Notstand aus. Beide Reaktoren des Atomkraftwerks Cernavodă sind vom Netz, auch Ungarn steht unter Druck.

Rumänien hat wegen eines drastischen Rückgangs der Stromproduktion den landesweiten Notstand ausgerufen. Grund ist der historisch niedrige Wasserstand der Donau.

Beide Reaktoren des einzigen rumänischen Atomkraftwerks Cernavodă sind inzwischen vom Netz genommen worden. Es ist das erste Mal, dass beide Meiler gleichzeitig wegen Niedrigwassers ausfallen. Auch das ungarische Atomkraftwerk Paks steht vor einer vollständigen Abschaltung.

Rumänien ruft wegen Stromkrise den Notstand aus

Der rumänische Ministerpräsident Ilie Bolojan gab die Ausrufung des Notstands für den gesamten Monat August bekannt. Reaktor 1 des staatlichen Kernkraftwerksbetreibers Nuclearelectrica war bereits zu Wochenbeginn vom Netz genommen worden. Reaktor 2 folgte am Donnerstagvormittag.

Das Energieministerium in Bukarest begründete den Schritt mit den „ungünstigen hydrologischen Bedingungen“. Die Regierung habe Gelder bewilligt, um Wasser aus einem Kanal umzuleiten. Damit sollte der Betrieb von Reaktor 2 zunächst aufrechterhalten werden. Dies gelang jedoch nur vorübergehend.

Donau nähert sich historischem Tiefstand

Die Ursache der Krise liegt in einem extremen Rückgang des Donaupegels. An der rumänischen Grenze flossen zuletzt nur noch 1.650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Fluss.

Der Durchschnittswert für den Monat Juli liegt bei 4.750 Kubikmetern pro Sekunde. Bis zum 4. August wird ein weiterer Rückgang auf 1.500 Kubikmeter erwartet. Damit nähert sich der Pegel dem historischen Tiefstand von 1.400 Kubikmetern aus dem Jahr 1985.

Atomkraftwerk Cernavodă braucht Donauwasser zur Kühlung

Das Atomkraftwerk Cernavodă benötigt das Wasser der Donau zur Kühlung seiner Reaktoren. Beide Blöcke haben eine Leistung von jeweils 706 Megawatt.

Zusammen decken sie normalerweise rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs.

Hitzewelle treibt Stromverbrauch nach oben

Gleichzeitig treibt eine anhaltende Hitzewelle den Strombedarf in die Höhe. Der Spitzenverbrauch in Rumänien lag in dieser Woche bei 7,3 Gigawatt. Die heimische Produktion war dagegen auf 4,3 Gigawatt gesunken.

Um die Versorgungslücke zu schließen, führt Rumänien Gespräche mit der Ukraine, Griechenland und Bulgarien über Stromimporte in den abendlichen Spitzenstunden.

Auch Ungarn droht Abschaltung von Atomkraftwerk

Auch das Nachbarland Ungarn ist von der Niedrigwasserkrise betroffen. Das Atomkraftwerk Paks, das rund die Hälfte des ungarischen Stroms liefert, steht vor einer vollständigen Abschaltung.

Es wäre die erste vollständige Abschaltung in der 44-jährigen Geschichte des Kraftwerks. Der Betreiber hatte angekündigt, das Kraftwerk innerhalb von 24 bis 72 Stunden vom Netz zu nehmen, da die Donau nicht genügend Kühlwasser liefere.

Ungarn ruft Bürger zum Stromsparen auf

Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar wandte sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung. „Nur durch koordiniertes Handeln und Selbstbeschränkung lassen sich schwerwiegendere Folgen vermeiden. Wir zählen auf jeden Einzelnen“, sagte Magyar.

Er rief energieintensive Konzerne wie Batterie- und Autofabriken auf, ihren Verbrauch freiwillig zu senken. An Privatpersonen appellierte er, in den Abendstunden auf Klimaanlagen und das Laden von Elektroautos zu verzichten.

Darüber hinaus seien gesetzliche Maßnahmen für gezielte, temporäre Stromabschaltungen in Vorbereitung, sollte der Verbrauch trotz der Warnungen nicht sinken.

Niedrigwasser trifft auch deutsche Flüsse

Die Auswirkungen des Hitzesommers beschränken sich nicht auf die Donau. Auch in Deutschland sind die Pegelstände von Rhein und Elbe stark gesunken.



Stefan Krauter

Nach Frankreich, Rumänien und Ungarn, fährt jetzt auch die Schweiz Atomkraftwerke herunter.


 

Liebe Freundinnen und Freunde von Parents For Future,

die Jubiläumsausgabe – Newsletter Nummer 50 – ist fertig. Auch wenn wir gern mal über den Tellerrand schauen, widmen wir uns diesmal schwerpunktmäßig den Menschen, zu denen auch wir als Newsletter-Team gehören: Eltern mit ihren Kids.

50 Newsletter sind eine runde Sache. ABER: Damit es noch viele weitere Ausgaben werden, braucht unser kleines Team dringend Unterstützung. Wie die aussehen könnte? Schaut doch mal auf die letzte Seite – dort findet ihr unsere herzliche Einladung zum Mitmachen.

Den Newsletter findet Ihr hier als Anhang und in höherer Auflösung auf unserer Webseite

Kleines Sammelsurium des Klimawandels: Murenabgänge in Sölden

Wie lange werden solche Meldungen überhaupt  noch eine Nachricht wert sein?
Wann wird so eine Katastrophe ganz normal sein?
Wir müssen in den neuen Zeiten halt alle mit einem größeren Risiko leben, irgendein Ereignis kann es auch bei uns geben.

Daniel Mautz

Sölden versinkt im Schlamm. Wir diskutieren weiter über Technologieoffenheit.

In der Nacht auf den 30. Juli haben Murenabgänge und Überschwemmungen das Ötztal verwüstet. 

Nicht der Kapitalismus ist alternativlos - sondern unsere Vorstellungskraft ist es geworden.

 hier  Thomas Reinsch

Wer wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen z.B. in Deutschland grundsätzlich hinterfragt, begegnet früher oder später immer derselben Frage:

„ … und, was ist denn deine Alternative?“

Sonntag, 2. August 2026

Warum der CDU ein unruhiger Herbst droht

WiWo / Tauchsieder  hier  Dieter Schnaas  02.08.2026 

Das Chefchen

Friedrich Merz sitzt seiner Partei vor und amtiert als Bundeskanzler. Aber weder führt er die CDU. Noch regiert er das Land. Es droht ein Herbst der Revolten. Eine Kolumne.

Parkplätze können zu Kraftwerken werden

Kleine Anmerkung am Rande:

IN BW Pflicht zur Überdachung ab 35 Stellplätzen

Seit Januar 2022 ist die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen für neue Parkplätze ab 35 Stellplätzen verpflichtend. Das ist im Klimagesetz Baden-Württemberg und der Photovoltaik-Pflichtverordnung geregelt. 

Andreas Büttgen / LinkedIn

Frankreich gestaltet seine Städte neu – mit Solarparkplätzen

Mineralölkonzerne: viel juristischer Aufwand , um die eigene Preisgestaltung im Dunkeln zu halten

 

Daniel Mautz / LinkedIn

Mineralölkonzerne verklagen lieber das Kartellamt, als ihre Preiskalkulation offenzulegen

Das Bundeskartellamt will wissen, ob die Mineralölindustrie den Iran-Krieg genutzt hat, um an der Zapfsäule abzukassieren. 

Ein voller Schluck aus der Subventionspulle für die neuen Gaskraftwerke

 

Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V. (bne)

Wer kennt sie nicht – die 41 % Lohnerhöhung zur Mitte des Jahres?

Statt 25 € die Stunde morgen 35 €.

Für uns klingt das absurd. Für Betreiber neuer Gaskraftwerke scheint genau das gerade Realität zu werden. Nun 244.000€/MW/a dürfen es werden.

Für den Stromkunden bedeutet das bei Erreichen des Höchstwertes eine Strompreisumlage von zusätzlich 0,54ct pro kWh (gleichverteilt auf 450TWh). 

Vielleicht braucht es gar kein Verbot mehr?

 

Sabine Hein


Vielleicht braucht es gar kein Verbot mehr?

Bis Ende des Jahres dürften sie Pleite sein 

Ceuta - was ist da eigentlich in Nordafrika genau passiert?

 Werner Koller, LL.M.

Die europäischen Regierungschefs haben angesichts einer Krise nicht gemeinsam reagiert, sondern sind übereinander hergefallen. Das ist ein desaströses Signal.

Dabei gibt es keinerlei Indiz dafür, dass die spanische Regierung "die Grenzen geöffnet" hat, wie es unsinnigerweise unterstellt wurde. 

Im Gegenteil: Sanchez mag im Ton zurückhaltender sein, gemessen an den Migrationsdaten von Frontex schützt Spanien seinen Teil der europäischen Außengrenze aber deutlich effektiver als etwa Italien oder Griechenland. 

Wer jahrelang jeden Cent für Erneuerbare als Standortgefährdung geframed hat, darf sich jetzt anschauen, was echte Standortgefährdung bedeutet

 

Daniel Mautz / LinkedIn

Der Rhein liefert die Wirtschaftskrise, die man dem Klimaschutz immer angedichtet hat

Die WirtschaftsWoche titelt heute mit einer „existenziellen Bedrohung für die deutsche Wirtschaft". Gemeint sind nicht Windräder, nicht Wärmepumpen, nicht das Verbrenner-Aus. 

Gemeint ist der Rhein. 25 Zentimeter Pegel bei Kaub, dem entscheidenden Nadelöhr der Binnenschifffahrt. Der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen 1856. Mitten im Juli, Monate bevor die Niedrigwasserphase normalerweise überhaupt beginnt.

Wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass die Situation prekär ist

 

Daniel Mautz

Ein Dorf in Oberbayern lässt sich Trinkwasser per Lkw liefern. Im Jahr 2026. In Deutschland.

Bad Bayersoien bei Garmisch-Partenkirchen hat nicht mehr genug Wasser. Die Quelle gibt zu wenig her. Der Tiefbrunnen nähert sich einer kritischen Schwelle, bei der Sand und Sediment ins Wasser gelangen. 

1000 Euro pro Tag kostet die Belieferung per Tankfahrzeug. 130 Fahrten in 16 Tagen.
Die Gemeinde, ohnehin finanziell angespannt, chlort ihr Wasser prophylaktisch und hofft auf eine provisorische Leitung ins Nachbardorf. Knapp 200 Bürger:innen kamen zur Infoveranstaltung. Der Dorfstadl war voll bis unters Dach.