Philipp Schröder /LinkedIn
Strom wird wieder Knapp!
Nach Frankreich und Rumänien fährt auch Ungarn ein Atomkraftwerk infolge von Trockenheit und Hitze runter.
Die ungarische Regierung will große Stromverbraucher zu freiwilligen Einsparungen auffordern und bei Bedarf auch verbindliche Begrenzungen anordnen. »Die Haushalte werden als Letzte von den Beschränkungen betroffen sein«
Ohne die Erneuerbaren in Europa, wären wir längst im Notstand, da auch koventionelle Kraftwerke aufgrund aufgeheizter Flüsse gedrosselt werden.
Sven König
An alle Atomis!!!
Es kann - wie bei Fukushima - nicht sein, was nicht sein darf .
Aber es passiert trotzdem.
Und deshalb war die Entscheidung von Dr. Angela Merkel richtig und weitsichtig. Es gibt bisher leider weder ein kosteneffizientes und sicher betriebssicheres AKW auf der Welt! Denn das wurde vor Fukushima auch über Fukushima gesagt
Spätestens jetzt hat jeder uneingeschränkte AKW-Befürworter seine Glaubwürdigkeit verloren!
ZDF Schlagzeilen-Ticker 02.08.2026 hier
Niedrigwasser in der Donau: Ungarn fährt AKW komplett herunter
Ungarn fährt sein einziges Atomkraftwerk Paks wegen des historischen Niedrigwassers der Donau erstmals seit fast einem halben Jahrhundert komplett herunter. "Wegen des weiter sinkenden Pegelstands der Donau wird der vorletzte Block des Atomkraftwerks Paks um 01.30 Uhr abgeschaltet", erklärte Ministerpräsident Peter Magyar am Samstag. "Infolgedessen erzeugt das Kraftwerk nur noch 240 Megawatt Strom, und morgen (am Sonntag) wird es zum ersten Mal seit 44 Jahren vollständig abgeschaltet."
ARD hier 02.08.2026 Von Clemens Verenkotte, zzt. ARD-Studio Wien
Ungarn erlebt "beispiellose Energiekrise"
Fast die Hälfte des benötigten Stroms fällt in Ungarn plötzlich weg. Wegen der anhaltenden Hitze muss das Atomkraftwerk Paks abgeschaltet werden. Premier Magyar spricht von einer "beispiellosen Krise".
Ungarns Bevölkerung steht nach Worten von Premierminister Peter Magyar vor einer "beispiellosen Energiekrise". Diese sei nur gemeinsam erfolgreich zu bewältigen. "Vor uns liegen die entscheidenden fünf Tage", sagt der Premier in einem Video.
Das Kernkraftwerk Paks werde überhaupt keinen Strom mehr produzieren.
"Es stehen die heißesten Tage mit 40 Grad bevor. Unser Stromnetz, die öffentlichen Versorgungsdienste und natürlich auch wir selbst werden einer enormen Belastung ausgesetzt sein", erklärt Magyar. "Ich bitte alle, ab Montag noch besser aufeinander zu achten, insbesondere auf Kinder, ältere Menschen, Kranke und Alleinstehende."
Nachdem der Pegelstand der Donau, deren Wasser als Kühlwasser für das AKW genutzt wird, auf einen neuen Rekordtiefstand gesunken ist, lief das Kernkraftwerk vor der kompletten Abschaltung nur noch mit zehn Prozent der Gesamtleistung.
AKW Paks sichert normalerweise Hälfte des Stroms
Das AKW Paks mit seinen vier Reaktorblöcken liegt 100 Kilometer südlich von Budapest und trägt fast zur Hälfte der Stromversorgung in Ungarn bei.
Magyar ist seit knapp drei Monaten im Amt und muss nun den Ungarn die drastischen Folgen des Niedrigwassers erklären. "Da der Wasserstand der Donau bei Paks derzeit bei minus 133 Zentimetern liegt und bei minus 134 Zentimetern auch der zweite Reaktorblock des noch in Betrieb befindlichen Kraftwerks abgeschaltet werden muss, wird voraussichtlich - zum ersten Mal seit 44 Jahren - die vollständige Abschaltung des Kernkraftwerks Paks erfolgen", sagte der Premier.
Damit trete ein, was sich viele nicht einmal vorstellen konnten und was auch die Betreiber und Planer des Kraftwerks noch in den vergangenen Jahren für ausgeschlossen gehalten hatten, sagte er. "Aufgrund des beispiellosen, rekordtiefen Wasserstands der Donau wird die Stromerzeugung in Paks vorübergehend vollständig eingestellt."
Aufruf zum Stromsparen
Premierminister Magyar hatte bereits in den vergangenen Tagen große Unternehmen, die öffentliche Verwaltung und die privaten Haushalte aufgefordert, den Stromverbrauch in den Abendstunden deutlich zu verringern. Sollten sich die Industrieunternehmen nicht daran halten, könnten die Firmen vorübergehend vom Netz genommen werden.
Diese Appelle scheinen befolgt worden zu sein. "Wir sind allen dankbar, die ihre eigenen Annehmlichkeiten oder sogar die Rentabilität ihres Unternehmens zurückgestellt haben und erkannt haben, dass wir diese beispiellose Energiekrise nur gemeinsam erfolgreich bewältigen können", sagte Magyar nun im Video.
Kein Güterverkehr zwischen 17 und 22 Uhr
Einkaufszentren sollten ihre Klimaanlagen drosseln, Städte und Kommunen sowie Kirchen sollten ihre dekorative Beleuchtung in den kommenden Tagen abschalten.
Der Premier kündigte zudem an, dass ab Montag der Güterverkehr auf der Schiene in der kritischsten Zeit, zwischen 17 und 22 Uhr, eingestellt werde. Damit würden der Energiebedarf der Bahn gesenkt und zusätzliche Reserven geschaffen.
hier Frankfurter Rundschau 02.08.2026 Von: Marcel Reich
Niedrigwasser legt Atomkraftwerk lahm – Rumänien ruft den Strom-Notstand aus
Rumänien ruft wegen niedriger Donaupegel den Notstand aus. Beide Reaktoren des Atomkraftwerks Cernavodă sind vom Netz, auch Ungarn steht unter Druck.
Rumänien hat wegen eines drastischen Rückgangs der Stromproduktion den landesweiten Notstand ausgerufen. Grund ist der historisch niedrige Wasserstand der Donau.
Beide Reaktoren des einzigen rumänischen Atomkraftwerks Cernavodă sind inzwischen vom Netz genommen worden. Es ist das erste Mal, dass beide Meiler gleichzeitig wegen Niedrigwassers ausfallen. Auch das ungarische Atomkraftwerk Paks steht vor einer vollständigen Abschaltung.
Rumänien ruft wegen Stromkrise den Notstand aus
Der rumänische Ministerpräsident Ilie Bolojan gab die Ausrufung des Notstands für den gesamten Monat August bekannt. Reaktor 1 des staatlichen Kernkraftwerksbetreibers Nuclearelectrica war bereits zu Wochenbeginn vom Netz genommen worden. Reaktor 2 folgte am Donnerstagvormittag.
Das Energieministerium in Bukarest begründete den Schritt mit den „ungünstigen hydrologischen Bedingungen“. Die Regierung habe Gelder bewilligt, um Wasser aus einem Kanal umzuleiten. Damit sollte der Betrieb von Reaktor 2 zunächst aufrechterhalten werden. Dies gelang jedoch nur vorübergehend.
Donau nähert sich historischem Tiefstand
Die Ursache der Krise liegt in einem extremen Rückgang des Donaupegels. An der rumänischen Grenze flossen zuletzt nur noch 1.650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Fluss.
Der Durchschnittswert für den Monat Juli liegt bei 4.750 Kubikmetern pro Sekunde. Bis zum 4. August wird ein weiterer Rückgang auf 1.500 Kubikmeter erwartet. Damit nähert sich der Pegel dem historischen Tiefstand von 1.400 Kubikmetern aus dem Jahr 1985.
Atomkraftwerk Cernavodă braucht Donauwasser zur Kühlung
Das Atomkraftwerk Cernavodă benötigt das Wasser der Donau zur Kühlung seiner Reaktoren. Beide Blöcke haben eine Leistung von jeweils 706 Megawatt.
Zusammen decken sie normalerweise rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs.
Hitzewelle treibt Stromverbrauch nach oben
Gleichzeitig treibt eine anhaltende Hitzewelle den Strombedarf in die Höhe. Der Spitzenverbrauch in Rumänien lag in dieser Woche bei 7,3 Gigawatt. Die heimische Produktion war dagegen auf 4,3 Gigawatt gesunken.
Um die Versorgungslücke zu schließen, führt Rumänien Gespräche mit der Ukraine, Griechenland und Bulgarien über Stromimporte in den abendlichen Spitzenstunden.
Auch Ungarn droht Abschaltung von Atomkraftwerk
Auch das Nachbarland Ungarn ist von der Niedrigwasserkrise betroffen. Das Atomkraftwerk Paks, das rund die Hälfte des ungarischen Stroms liefert, steht vor einer vollständigen Abschaltung.
Es wäre die erste vollständige Abschaltung in der 44-jährigen Geschichte des Kraftwerks. Der Betreiber hatte angekündigt, das Kraftwerk innerhalb von 24 bis 72 Stunden vom Netz zu nehmen, da die Donau nicht genügend Kühlwasser liefere.
Ungarn ruft Bürger zum Stromsparen auf
Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar wandte sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung. „Nur durch koordiniertes Handeln und Selbstbeschränkung lassen sich schwerwiegendere Folgen vermeiden. Wir zählen auf jeden Einzelnen“, sagte Magyar.
Er rief energieintensive Konzerne wie Batterie- und Autofabriken auf, ihren Verbrauch freiwillig zu senken. An Privatpersonen appellierte er, in den Abendstunden auf Klimaanlagen und das Laden von Elektroautos zu verzichten.
Darüber hinaus seien gesetzliche Maßnahmen für gezielte, temporäre Stromabschaltungen in Vorbereitung, sollte der Verbrauch trotz der Warnungen nicht sinken.
Niedrigwasser trifft auch deutsche Flüsse
Die Auswirkungen des Hitzesommers beschränken sich nicht auf die Donau. Auch in Deutschland sind die Pegelstände von Rhein und Elbe stark gesunken.
Nach Frankreich, Rumänien und Ungarn, fährt jetzt auch die Schweiz Atomkraftwerke herunter.