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Donnerstag, 23. Juli 2026

Hitze und Dürre: 2,1 Milliarden Euro. Weg. In vier Wochen.

Sasja Beslik

Wie eine europäische Hitzewelle gerade die diesjährige Getreideernte beeinträchtigt hat 

-Weizen, Gerste, Mais – in ganz Frankreich, Ungarn, Spanien und Deutschland.
Ungefähr 5 % des gesamten Wertes der Ernte, ausgelöscht, solange sie noch im Boden war.

Samstag, 16. Mai 2026

Modernisierungschance für Landwirtschaft und Naturschutz

 TAZ  hier 14.5.2026  Heike Holdinghausen 

Nationaler Wiederherstellungsplan: Forschende wollen Landwirtschaft und Naturschutz versöhnen

Eine EU-Verordnung soll den Zustand von Gewässern und Wäldern verbessern. Nun veröffentlichen Berater des Agrarministeriums Vorschläge für eine naturgemäße Landwirtschaft.

Dienstag, 28. April 2026

Der nächste EU-Haushalt: Das Europäische Parlament macht einen kleinen Schritt in die richtige Richtung

 Annalena Herrmann / NABU / LinkedIn

Das EU-Parlament hat heute seinen Zwischenbericht zum nächsten mehrjährlichen Finanzrahmen (MFF) verabschiedet. 

Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung: Der Bericht fordert ein eigenes Budget für den Naturschutz

Der Bericht geht jedoch nicht weit genug und markiert nur den Beginn eines langen Prozesses, der bestimmen wird, wie die EU von 2028 bis 2034 fast 2 Billionen Euro ausgibt. 

Mittwoch, 11. Februar 2026

GAP-Vergabe steht im Widerspruch zu den Klima- und Umweltzielen der EU

Danke, lieber EU-Rechnungshof!

Reinhild Benning, 11. Februar 2026

Watsche von höchster Stelle: Wenn der Vorschlag der EU-Kommission umgesetzt würde, dann fehlt es den GAP-Agrarmilliarden an Zielvorgaben. 

Der EU-Rechnungshof kritisiert, das die verringerten Umweltambitionen in der GAP im Widerspruch zu den Klima- und Umweltzielen der EU stehen. Recht hat er!

Donnerstag, 3. Oktober 2024

keine Klimafreundliche Landwirtschaft: Inkonsequente Umsetzung der EU-Umweltvorgaben

Deutschlandfunk hier 01.10.2024

EU-Agrarpolitik - Rechnungshof mahnt Umsetzung der Umweltvorgaben für Landwirtschaft an

Der Europäische Rechnungshof hat die inkonsequente Umsetzung der EU-Umweltvorgaben in den Mitgliedsländern kritisiert.

Montag, 23. September 2024

Wegweisender Agrar - Reform endlich auf dem Weg

ARD Tagesschau   hier  16.9.24  Jakob Mayr, ARD Brüssel

Der lange Weg zur Agrarreform
Diskussion im EU-Parlament

Das EU-Parlament hat über weitreichende Reformen im Agrarsektor beraten. Doch die Landwirte sind unzufrieden - und Umweltschützer kritisieren mangelndes Engagement im Kampf gegen den Klimawandel.

Donnerstag, 13. Juni 2024

Aus dem Archiv: Klaus Töpfer kritisiert die Europäer

Leider ist die Situation immer noch nicht besser. Die klimaschädlichen Zahlungen der EU im Rahmen der GAP bestehen immer noch, das Renaturierungsvorhaben im Rahmen des Green Deals wird zurück gehalten.

links: Update 2024  hier
Atlas zum runterladen, Erklärfilm und viele Grafiken


Hier  Deutschlandfunk / Klaus Töpfer: ehemaliger Bundesumweltminister und UNEP-Direktor
Moderation: Katrin Heise und Christian Rabhansl · 08.01.2015

„Der Boden ist keine sich erneuernde Ressource“

Ein düsteres Bild von der Entwicklung der Böden, einer elementaren Ressource, zeichnet der „Bodenatlas 2015“. Weltweit gingen pro Jahr 24 Milliarden Tonnen an Boden verloren, sagt der frühere Umweltminister Klaus Töpfer. Auch unser Fleischkonsum belaste die Böden.

Samstag, 18. Mai 2024

AGRARPOLITIK: Mit zehn Punkten zu einer ökologischen und sozialen Landwirtschaft?

Standard  hier Lukas Kapeller 16. Mai 2024

Biobauern und Umweltorganisationen fordern eine agrarpolitische Wende. Eine grünere Landwirtschaft funktioniere nur mit sozialpolitischem Kurswechsel

Verdorrte Tomaten: "Wir brauchen ein Umdenken in der Landwirtschaft und im Ernährungssystem. Sonst werden unsere Böden irgendwann so degradiert sein, dass wir nichts mehr zu essen haben werden", sagt Landwirt Rumetshofer.

Die Bauernproteste in Deutschland, Belgien und anderen Ländern haben politisch reiche Ernte eingefahren. Diese Woche haben die EU-Staaten viele Umweltauflagen in der Agrarpolitik zurückgenommen. Dabei geht es zum Beispiel darum, dass Bauern weniger Flächen für die Schonung der Böden brachliegen lassen müssen, wenn sie EU-Gelder bekommen wollen.

Die Biobauern Matthias Böhm und Ludwig Rumetshofer machten bei einer Pressekonferenz am Donnerstag darauf aufmerksam, dass diese Entwicklung keineswegs allen Landwirten schmeckt. 

Freitag, 19. April 2024

Kein Geld für Agrarbarone

hier  Frankfurter Rundschau  Stand:17.04.2024, Die Kolumne „Gastwirtschaft“ von Christoph Bautz.

Hitzewellen und Starkregen stellen Bauern und Bäuerinnen vor riesige Herausforderungen. Landwirtschaft muss ganz neu gedacht werden, wenn es sie überhaupt noch geben kann. 

links: Überspitzte Satire im Postillion, aber leider nicht ganz von der Hand zu weisen angesichts der Geschehnisse im Agrarsektor

Die aktuellen Klima-Daten der Europäischen Umweltagentur sind erschreckend: Europa erhitzt sich deutlich schneller als der Rest der Welt. Hierzulande drohen bis zu 50 Grad und Megadürren. Schon in den letzten Jahren haben Hitzewellen oder Starkregen die Landwirtschaft vor riesige Herausforderungen gestellt. Sie werden in Zukunft bittere Normalität sein.

Dienstag, 9. April 2024

Gelockerte EU-Agrarvorgaben: Rückschlag für den Artenschutz?

hier  BR  07.04.2024, Audiobeitrag  von  Simon Plentinger

Es ist ein Zugeständnis an die Bauern: Umweltstandards in der EU-Agrarpolitik sollen gelockert werden. Umweltverbände reagieren empört und sehen den Artenschutz in Gefahr. Doch die tatsächlichen Auswirkungen könnten geringer sein als befürchtet.


Donnerstag, 4. April 2024

Schnitzelförderung: EU steckt viermal so viel Geld in Fleisch wie in Pflanzenanbau

Standard hier Julia Sica Sarah Kirchgatterer  2. April 2024

Tierhaltung und Futtermittel werden in der EU mit 82 Prozent der Agrarsubventionen gefördert, wie eine Studie zeigt. Das ist mehr, als man laut bisheriger Einschätzungen annahm

Klimaschutz ist zu teuer – so lautet das Credo der Kritiker, die eine schnelle Wende für unrealistisch halten. Wissenschafterinnen und Wissenschafter betonen hingegen immer wieder, dass man bestehende Subventionen in nachhaltigere Alternativen umlenken müsste. 


Das gilt für fossile Energieträger wie Öl, Erdgas und Kohle, aber auch für die Fleischproduktion in der Landwirtschaft. Laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) finanziert der Staat dauerhafte klimaschädliche Maßnahmen mit etwa vier bis sechs Milliarden Euro pro Jahr, aufgrund der Gaspreiskrise wurden es sogar mehr als 14 Milliarden Euro. Gleichzeitig kostet der versäumte Klimaschutz Österreich jährlich fünf bis sieben Milliarden Euro, wie das Wifo zuletzt im Auftrag des Klimaministeriums berechnete.

Eine neue Studie zeigt nun, dass die klimaschädlichen Subventionen der Europäischen Union für die Landwirtschaft höher sind, als bisherige Einschätzungen das vermuten ließen. Tierische Produkte werden mit 82 Prozent der EU-Agrarsubventionen unterstützt, schreiben die Industrieökologin Anniek Kortleve von der Universität Leiden in den Niederlanden und ihr Team im Fachjournal "Nature Food".

Samstag, 13. Januar 2024

NABU: Neue Agrarpolitik jetzt

 NABU  hier


Wer wichtige Aufgaben immer vor sich herschiebt, lähmt sich am Ende selbst.
So auch in der Agrarpolitik. Borchert-Kommission, Zukunftskommission Landwirtschaft und weitere Gremien haben unzählige Vorschläge für sozial gerechte und naturverträgliche Reformen gemacht. Umgesetzt hat die Politik wenig bis gar nichts – weder in Berlin noch in Brüssel.

Stattdessen befeuern gigantische EU-Subventionen eine Intensivierung der Landwirtschaft zu Lasten von Umwelt und kleineren Betrieben.
In dieser Gemengelage sorgt nun das Abschmelzen einer Gießkannen-Dieselsubvention für massive Proteste. Dabei wollen viele Landwirt*innen eine Agrarpolitik, die sie nachhaltig produzieren lässt. Mit ihnen und einem breiten Bündnis gehen wir am Samstag, 20.1., in Berlin auf die Straße. Sind Sie dabei?  hier

Freitag, 12. Januar 2024

Agrarsubventionen: Wer profitiert wirklich?

Hier Telepolis  11. Januar 2024  Susanne Aigner


Im Osten kaufen branchenfremde Investoren große Ländereien. Kleinere Betriebe leiden.
Warum die Verteilung der Flächenprämien ungerecht ist.

Sonntag, 2. Juli 2023

EU einigt sich auf Datenerhebung für nachhaltige Landwirtschaft

Euractiv hier  Von: Julia Dahm | EURACTIV.com | übersetzt von Luka Krauss   30. Juni 2023

Die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben sich darauf geeinigt, ein Netzwerk für Nachhaltigkeitsdaten landwirtschaftlicher Betrieben einzuführen, das durch die Sammlung von Daten Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft vorantreiben soll.

Die Europäische Kommission hatte die Einrichtung des Netzwerks erstmals im Juni letzten Jahres vorgeschlagen, um die Ziele der EU-Flaggschiff-Politik für nachhaltige Lebensmittel, der Farm-to-Fork-Strategie, besser umzusetzen und Daten dazu zu nutzen, die Lebensmittelsysteme der EU klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.

Am Donnerstag (29. Juni) einigten sich die Verhandlungspartner des Parlaments und des EU-Ministerrats auf eine angepasste Version des Textes. Dieser muss nun lediglich noch formell von den Vertretern der Mitgliedsstaaten und dem Parlamentsplenum angenommen werden.

„Sobald die Verordnung in Kraft tritt, werden wir in der Lage sein, Daten über die Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Praktiken auf Betriebsebene zu erheben“, sagte der schwedische Landwirtschaftsminister Peter Kullgren an seinem letzten Tag als Vorsitzender des Agrarrates.

Donnerstag, 26. Januar 2023

EU-Agrarsubventionen: In der EU bekommen die oberen 50 Prozent rund 99 Prozent aller Subventionen.

Es lohnt sich den Original-Artikel mit seinen Grafiken etc. zu lesen!

Millionen für Aldi-Töchter und Großbetriebe in Mitteldeutschland

hier  von Leonhard Eckwert, MDR Data, und David Straub, MDR THÜRINGEN  20. Januar 2023

In Mitteldeutschland sind die Zahlungen aus den Agrarfördertöpfen der EU ungleicher verteilt als im Rest von Deutschland. Wie eine MDR-Datenanalyse zeigt, erhalten relativ wenige Top-Empfänger den Hauptanteil der Fördermittel - darunter auch Betriebe, die Investoren wie Aldi-Nord gehören. Die andere Hälfte der Empfänger bekommt dagegen nur zwei Prozent der Gesamtmittel.

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) – das hört sich für viele Menschen erst einmal wahnsinnig langweilig an. Tatsächlich geht es bei der GAP aber nicht nur um wahnsinnig viel Geld, das die EU ausgibt (380 Milliarden Euro über die nächsten Jahre) – die EU-Staaten bestimmen mit der Verteilung des Geldes auch, wie sich Europa in Sachen Klimaschutz und Nahrungsmittelsicherheit für die kommenden Jahrzehnte aufstellt. Zu sehen, wer dabei von den Fördersummen profitiert und wie die Zahlungen auch in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt verteilt sind, war bisher kaum möglich.

Donnerstag, 16. Juni 2022

Schlechtes Zeugnis für GAP-Pläne, Deutschland will nachbessern

 EU-News | 16.06.2022  hier

#Bodenschutz #Landwirtschaft und Gentechnik


Die GAP-Förderung  ist ein  trauriges Dauer-Thema in Naturschutzkreisen. Gerade eben war der letzte Antrag von der EU zurück gegangen an Deutschland, da ausgerechnet dem Umweltschutz zu wenig Rechnung getragen wurde.(hier) Nun kann Minister Özdemir nachschärfen, was er hoffentlich auch in größerem Umfang tut. Niederschmetternd sind die Ergebnisse der Vergangenheit allemal:

Rechnungshof: Klimaschutzziele in der Agrarförderung verfehlt

Zu einem vernichtenden Urteil über die Verwendung der Agrargelder im Zeitraum von 2014 bis 2020 kam der Europäische Rechnungshof bereits Ende Mai. Darin wird der EU nachgewiesen, dass sie ihr selbst gestecktes Ziel, mindestens 20 Prozent ihrer Mittel für den Klimaschutz auszugeben, deutlich verfehlt. Der klimarelevante Anteil der EU-Ausgaben liege statt bei den gemeldeten 20 Prozent eher bei rund 13 Prozent. Dabei seien in keinem anderen Bereich so viele Gelder zu Unrecht für den Klimaschutz verbucht worden, wie bei der Agrarförderung

Der Betrag sei mit 60 Milliarden Euro viel zu hoch angesetzt und die Emissionen aus der Landwirtschaft trotzdem seit 2010 in der EU nicht zurückgegangen. Dementsprechend besorgt zeigten sich die Prüfer*innen des Europäischen Rechnungshof auch über die kommende Klimaberichterstattung für die Jahre 2021-2027.

Grünen-Studie: Ernährungssicherheit in Zeiten des Krieges

Welche Änderungen der europäischen Agrarförderung angesichts des Krieges in der Ukraine geeignet wären, beschreibt auch eine neue Studie im Auftrag der Grünen/EFA-Abgeordneten des EU-Parlaments Sarah Wiener und Martin Häusling. In der Studie analysieren die Agrarökonom*innen Sebastian Lakner, Wilhelm Klümper und Kristina Mensah die Wirkungen fehlender Exporte aus der Ukraine und benennen agrarpolitische Handlungsoptionen. 

Darunter: Die Stärkung des Multilateralismus und offener Märkte, der Fokus auf die Produktions- und Verwendungsseite, das Aussetzen der Beimischung von Biokraftstoffen, der Umbau der Tierhaltung und Anpassungen bei den Grundanforderungen der GAP. Im Hinblick auf das geringe Mengenpotential bei hohen zu erwartenden ökologischen Schäden, erscheint laut Studie das grundsätzliche Aussetzen der Regelung zu nicht-produktiven Ackerflächen (GLÖZ 8) als nicht sinnvoll. 

Donnerstag, 26. Mai 2022

Nachtrag zur Rüge der EU-Kommission bzgl. Agrarsubventionen

TAZ  hier 

Bezug  der Post hier 

Am Dienstag sah Özdemir den peinlichen Rüffel der EU-Kommission auch in der Arbeit der Vorgängerregierung begründet. Der knappe Zeitplan sei ein Grund für die von der EU als ungenügend angesehene Strategie. Als er im Dezember sein Amt angetreten habe, habe er den Plan in weiten Teilen bereits vorgefunden und habe ihn auf Wunsch der Bäuerinnen und Bauern schnell umgesetzt, sagte Özdemir. Zudem habe es auch noch die Zustimmung der Bundesländer gebraucht.

Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine hatte die Kommission Deutschland auch aufgefordert, genauer zu benennen, wie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und mineralischen Düngemitteln reduziert werden kann. Besonders Stickstoffdünger stehen in der Kritik, weil ihre Herstellung sehr energieaufwendig ist. Das Ministerium bezeichnete diese Forderung als „folgerichtig“, da Deutschland seinen Plan vor Kriegsbeginn vorgelegt habe.

Özdemir betonte in Brüssel, dass man beim nächsten Strategieplan die Handschrift der neuen Regierung deutlich merken werde. Dabei sei es wichtig, Lebensmittelsicherheit mit Umweltschutz zu kombinieren. Naturgesetze interessierten sich nicht dafür, was die Opposition im Bundestag denke. „Jede Art, die stirbt, die ist halt weg, die kann man nicht per Rückholbeschluss wieder zurückholen, die ist dann einfach für immer weg“, sagte Özdemir.

Vom Agrarministerium hieß es, man werde „zeitnah mit den Bundesländern technische Fragen klären, die von der Kommission angemerkt wurden.“ Dies solle nach derzeitiger Planung noch diese Woche geschehen. Im Anschluss solle es dann noch im Mai zu einem Austausch mit Verbänden und Interessengruppen kommen. Ziel des Agrarministeriums sei es, dass der geänderte GAP-Strategieplan bis Herbst 2022 genehmigt werden könne.

Kritisch dürfte das alles der Deutsche Bauernverband sehen. Er hatte bereits am Montag unabhängig von den Diskussionen über den Strategieplan kurz- bis mittelfristige Maßnahmen zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung gefordert. Darunter die Einstufung der Gasversorgung für die Ernährungs- und Landwirtschaft als systemrelevant. Sowie zinsfreie Kredite um die hohen Düngerpreise auszugleichen.

Montag, 23. Mai 2022

EU-Kommission übt deutliche Kritik an deutschem EU-Agrar-Plan

Die Enttäuschung angesichts der GAP-Verhandlungen 2021 waren groß - damals hatte Ministerin Klöckner vorzeitig die Verhandlungen verlassen und so ein umweltfreundlicheres  Ergebnis boykottiert (siehe hier) Dennoch waren die Hoffnungen groß, dass der auszuarbeitende Strategieplan es Deutschland ermöglichen würde, mehr für die Umwelt zu tun (hier)

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Entwurf des GAP -Strategieplans am 21. Februar 2022 bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung eingereicht.Der GAP -Strategieplan für Deutschland umfasst in der Periode 2023 bis 2027 EU -Fördermittel im Umfang von rund 30 Milliarden Euro

Jetzt muss man sich angesichts der Reaktion der EU erst mal verwundert die Augen reiben:
Warum hat ausgerechnet der neue grüne Landwirtschaftsminister einen Plan eingereicht, bei dem Umweltschutz zu kurz kommt? Er selbst verweist offenbar darauf, dass noch die Vorgänger-Regierung das Papier entworfen habe....
Die Ampel-Koalition ist seit Anfang Dezember 2021 offiziell im Amt und zum Jahresbeginn 2022 sollte das Papier bereits zur Prüfung vorliegen - da blieb tatsächlich nicht viel Zeit zur umfassenden Überarbeitung.

In Top-Agrar war jedenfalls Mitte Januar von etwas hämischen Aussagen aus der Union zu lesen (hier)

„Offensichtlich war das Bundeslandwirtschaftsministerium zwischen Weihnachten und Silvester nicht arbeitsfähig“, heißt es in der Erklärung. Das Argument des BMEL, man wolle noch über Verbesserungen nachdenken, greife laut den EU-Parlamentariern nicht. Nur durch die fristgerechte Einreichung, hätte Deutschland die Chance, den GAP-Strategieplan im Dialog mit Brüssel nachzubessern.

Vielleicht also ganz gut, dass das Papier zur Überarbeitung zurück geschickt wurde. Es ist auf jeden Fall gut, wenn sich das Ministerium mit den Umwelt-Verbänden über das weitere Vorgehen abstimmt, die stecken schon seit Jahren tief im Thema drin und können sicher gute Tipps beisteuern.

Dienstag, 30. November 2021

"Die Story im Ersten: Kampf ums Ackerland"

Das Höfe-Sterben in Deutschland hält an. Betriebe, die bleiben, werden immer größer. Investoren haben Ackerland als Finanzanlage entdeckt. Die Kauf- und Pachtpreise sind enorm gestiegen und für viele Landwirte schlicht nicht mehr bezahlbar. Der Film begleitet Bio- und konventionelle Bauern und Bäuerinnen in ganz Deutschland, erklärt Fehler im System und zeigt Lösungswege auf.

Die europäischen Agrarsubventionen sind mit rund 55 Milliarden Euro pro Jahr der größte Einzelposten des EU-Haushalts. Und dennoch, ein Trend hält an: das Höfe-Sterben. Die Betriebe, die bleiben, werden immer größer. Der Strukturwandel nach dem Prinzip "Wachse oder weiche" schreitet voran. Seit der Finanzkrise ist Ackerland auch eine attraktive Kapitalanlage für überregionale Investoren. Die Kauf- und Pachtpreise sind in den vergangenen 15 Jahren enorm gestiegen. Ein Problem für ökologische sowie konventionelle Betriebe, denn für viele von ihnen ist Boden schlicht nicht mehr bezahlbar.

Viele Landwirte kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz

In Brandenburg gehört schon die Hälfte der Flächen großen Agrar-Unternehmensgruppen. Das bekommt auch Biobauer Carlo Horn zu spüren. Er kommt nicht mehr an Land. Sein Betrieb ist umgeben von Agrarholdings, hinter denen finanzstarke Investoren stecken. Einige von ihnen haben – auch wegen Regulierungslücken – ganze Betriebe übernommen. Sie bewirtschaften bis zu 20.000 Hektar. Und je mehr Hektar Land, desto mehr Geld. Ein Großteil der EU-Subventionen, die als Einkommensunterstützung für Landwirte gedacht sind, wird nach Fläche verteilt. Eine verpflichtende Obergrenze für Direktzahlungen, wie sie die EU-Kommission und viele Parlamentarier wollten, ist vor kurzem gescheitert. Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten sich dagegen ausgesprochen. Carlo Horn war auf vielen Bauerndemos, ist Aktivist. Doch eine Veränderung sieht er nicht. Er kämpft um seine wirtschaftliche Existenz.

Für Investoren sind Acker- und Grünland zur attraktiven Finanzanlagen geworden, denn in vielen Regionen haben sich in den vergangenen zehn Jahren die Preise für Agrarflächen verdoppelt. Auch die Pachtpreise steigen kräftig. Kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe können da oft nicht mehr mithalten. Dabei können gerade sie nachhaltig und regional produzieren. Was führt aus dem Dilemma? - Auch in Oberfranken geben immer mehr Bauern auf. Christian Jundt hat Glück und kann mit der Regionalwert AG in den Ausbau seines Betriebes investieren.
Auch in Oberfranken geben immer mehr Bauern auf. Christian Jundt hat Glück und kann mit der Regionalwert AG in den Ausbau seines Betriebes investieren. | Bild: rbb / Boris Quatram

Der Film zeigt auch Wege aus dem Strukturwandel auf. Inzwischen gründen sich bundesweit Initiativen und genossenschaftliche Projekte. In Oberfranken zum Beispiel produziert Christian Jundt auf dem Patersberghof landwirtschaftliche Bioprodukte. Mit einer Aktiengesellschaft versucht er, weiter in den Hof zu investieren und hofft so, auch irgendwann an teures Ackerland zu kommen. Die AG sucht Bürger vor Ort, die sich finanziell beteiligen, um damit eine soziale, lokal verankerte bäuerliche Landwirtschaft zu fördern.

Ein Film von Boris Quatram und Marie von Mallinckrodt   hier

auch bei uns gibt es eine Regionalwert-AG  hier