Solche Straßenbau-Projekte werden tatsächlich noch ernsthaft und mit aller Überzeugung verfolgt.
Mit einer Missachtung des Klimaschutzes, die wirklich betroffen macht. Man hat sich nicht einmal darum bemüht, den Anschein zu erwecken, man nähme Umwelt- und Klimaschutz ernst - andererseits ist das natürlich auch mal positiv zu sehen: Greenwashing gibt`s schon genug. Hier hat man klare Fakten vorliegen und weiß was als "Wichtig" eingeschätzt wird.
Wieviel wird diese Straße kosten?
Google sagt (14.09.2020): "Vorläufig werden rund 365 Millionen Euro zur Umsetzung des Großprojekts „Allgäuschnellweg“ vom Bund bereitgestellt."
Vermutlich wird der Bund aber gar nicht der einzige Geldgeber sein.Im Merkurartikel ganz unten wurde auch die Benachteiligung des Schienenverkehrs im Gebiet kommentiert.
Mich erinnert das an unseren Regionalplan, bei dem der Klimaschutz auch nur in nachträglich eingearbeiteten blumigen Worthülsen des Begleittextes zu finden ist. Regionaldirektor Franke sagte noch vor 2 Jahren: "Wir würden ja furchtbar gerne Klimaschutz umsetzen, aber da gibt es gar keine Gesetze dafür". Ob er ein "leider" noch angehängt hat, um die Aussage auf die Spitze zu treiben - ich weiß es leider nicht mehr.
Heute gibt es ziemlich viele Gesetze für den Klimaschutz- mal schauen woran die Allgäu-Autobahn und woran unser Regionalplan gemessen werden, wenn es zur finalen Entscheidung kommt.
Dann werden wir wissen, was unsere schönen Klimaschutzgesetze wirklich wert sind.
RTL hier Sonja Wurtscheid 14. Oktober 2022
Skifahrer und Wanderer könnten künftig noch schneller in die Allgäuer Alpen kommen. Zumindest wenn sie mit dem eigenen Auto fahren - der Allgäuschnellweg würde es möglich machen. Umweltschützer schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Sie hoffen auf die Richter.
Naturschützer wollen den autobahnähnlichen Ausbau der Bundesstraße 12 im Allgäu vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof stoppen lassen. Die Klagebegründung gegen den Ausbau der Straße zwischen der Autobahn 96 (München-Lindau) bei Buchloe und Kempten sei nun bei dem Gericht in München eingereicht worden, berichtete der Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Freitag.
Der Umweltverband sagt, der Klimaschutz sei überhaupt nicht berücksichtigt worden. Daher sei der Ausbau nicht gesetzeskonform.
Bund und Bayern sollten auf den Ausbau komplett verzichten und das Geld in das Eisenbahnnetz investieren. Es ist ein schlimmes Straßenbau-Dinosaurierprojekt, meinte BN-Landesvorsitzender Richard Mergner. Es sei ein Anschlag auf das Allgäu.