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Freitag, 29. November 2024

Es braucht eine andere Qualität des Bauens. Die Gebäude müssen räumlich und funktional veränderbar sein.

hier  Handelsblatt  Artikel von Firlus, Thorsten • 28.11.24

Immobilien: „Es braucht attraktive Alternativen zum Einfamilienhaus“

Barbara Steiner, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, spricht bei einem Interview. Dabei wurde die Vorhaben der Stiftung für 2023 erläutert. 

Warum sind neue Wohngebiete eigentlich immer so hässlich? Barbara Steiner, Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, hat eine Erklärung – und Ideen für die Zukunft des Wohnungsbaus.

Montag, 9. September 2024

Jung kauft Alt: Junge Familien sollen beim Kauf alter Häuser gefördert werden

Natürlich ist das kein Allheilmittel der Wohnungsnot, sondern ein kleiner Baustein davon. Doch warum sollte man das nicht nutzen und gleichzeitig die Sanierung alter Gebäude voran bringen?
Ich finde es gut, wenn zeitnah noch mehr Bausteine aufgegriffen und umgesetzt werden. Auf den ganz großen Wurf zu warten, der vielleicht gar nie kommt, das kann nicht unser Lösungsweg sein.

Zeit hier  3. September 2024, Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, sko

Auch Familien mit weniger Einkommen sollen sich Wohneigentum leisten können. Der Bund startet dafür ein neues Förderprogramm. Kritik kommt von der Deutschen Umwelthilfe.

Jung kauft Alt: Sanierungsbedürftige Gebäude sollen durch neue Fördermittel auch Familien mit weniger Einkommen zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung will mit einem neuen Förderprogramm junge Familien beim Wohnungskauf unterstützen. Das Programm Jung kauft Alt startet am heutigen Dienstag. Ziel sei es, dass sich auch Familien mit mittleren und kleineren Einkommen ein Einfamilienhaus kaufen könnten, teilte Bauministerin Klara Geywitz mit. 

Sonntag, 5. Mai 2024

Neubau löst das Problem nicht: Tauschen, teilen, aufstocken: So könnte die Wohnungsnot bekämpft werden

RND hier  Sebastian Hoff,  04.05.2024

Deutschlandweit fehlt Wohnraum - das ist nichts Neues. Verschiedene Ideen und Initiativen können dazu beitragen, die große Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen. Neubau ist dabei allerdings nur selten das Mittel der Wahl.

Um der Wohnungsnot zu begegnen, wird meist auf Neubau gesetzt. Doch einige Expertinnen und Experten sind skeptisch: „Damit allein werden wir die Probleme kaum lösen können“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Seiner Einschätzung nach könnten bis zu 2,7 Millionen Wohnungen geschaffen werden, indem vor allem vorhandene Mehrfamilienhäuser um einige Etagen aufgestockt werden. Das biete sich oftmals auch auf Supermärkten sowie Büro- und Verwaltungsgebäuden an, so Günther. Davon stehen zudem viele leer und könnten fürs Wohnen umgenutzt werden.

Die Initiative Architects for Future beruft sich auf verschiedene Studien, die sogar ein Potenzial von 4,3 Millionen neue Wohnungen im Bestand erkennen. Allerdings scheiterten Vorhaben, dort Wohnraum zu schaffen, in der Praxis häufig an bauordnungsrechtlichen Vorgaben wie Schall- und Brandschutz und fehlenden Stellplätzen für Autos, sagt Architektin Ulla Basquè. „Es bedarf hier des Willens und der gesetzgeberischen Umsetzung, dies auch tun zu können“, fordert sie deshalb.

Dienstag, 28. November 2023

Architekt: "Wir müssen neuen Wohnraum in Einfamilienhäusern schaffen"

Erst kürzlich hatte Bundeskanzler Scholz neue Baugebiete auf der grünen Wiese gefordert
hier  Scholz: Neue Stadtteile "wie in 70er Jahren", wobei man sich angesichts des geforderten Flächenfraßes verwundert die Augen reiben konnte.
Wo man natürlich vorbehaltslos zustimmen kann ist seine Aussage: 
"Es sind nicht die richtigen Wohnungen geplant worden", kritisierte Scholz und verwies darauf, dass viel zu viele hochpreisige Wohnungen gebaut worden seien.

Trotzdem: Die Lösungen der heutigen Krisen kann nicht in einem ignoranten "Weiter so" liegen. Bestehende Probleme werden nicht durch "noch einmal viel mehr von demselben" gelöst.
So werden bestehenden Krisen lediglich weiter zugespitzt ...

Eine wirkliche Lösung besteht in vielen mühsamen kleinen Schritten,  die bestehenden Probleme müssen gelöst werden, siehe unten.


Standard hier  Interview  Jakob Pallinger  21. November 2023

Millionen Einfamilienhäuser in Deutschland und Österreich könnten besser genutzt werden, sagt der Architekt Andreas Hild. Das würde auch bei der Energiewende helfen

Viele Menschen fühlen sich mit ihrem Haus überfordert, sagt Hild. Durch eine Aufteilung und Vermietung des Wohnraums könnten Besitzerinnen und Besitzer künftig anstehende Sanierungen finanzieren.

Sonntag, 5. November 2023

Das Einfamilienhaus und seine Zukunft stehen im Fokus von Planern

Schwäbische Zeitung am 3.11.23 Von Susanne Kupke

Trautes Heim im Wandel

Einfamilienhäuser sind die bevorzugte Wohnform im Südwesten. Sie sind wegen ihres Flächenverbrauchs umstritten. Doch sie können auch eine stille Reserve für Nachverdichtung sein. 

Der Traum vom Häuschen im Grünen einerseits, immer weniger Platz andererseits: Einfamilienhäuser sind beliebt, gelten wegen ihres hohen Verbrauchs an Fläche und Energie perspektivisch aber eher als Auslaufmodell. Statt die vor allem seit den 1960er-Jahren entstandenen Siedlungen als Problem zu sehen, betrachten Bau-planer in Zeiten von Klimawandel und Wohnungsnot sie nun durchaus als Chance. Sie haben Eigenheime als stille Reserve im Blick. Es gibt viele Ideen. Aber auch viel zu tun.

Mittwoch, 18. Oktober 2023

Die Einsamkeit der Einfamilienhaussiedlungen

Wie beeinflußt  unser Wohnverhalten unser Leben? Und warum halten wir an alten Konzepten fest, obwohl wir es besser wissen? Es ist halt ziemlich aufwendig, diesen Weg zu beschreiten. Doch sinnvoll ist er allemal...

Standard hier Reportage von Bernadette Redl  14. Oktober 2023

Einfamilienhaussieldungen sind ein Konzept von vorgestern. Viele stehen halb leer und überfordern ihre alternden Bewohner. Ein Besuch in Mistelbach

Es gab eine Zeit, da war das Haus von Irmgard Opitz voller Leben. Zehn Kinder aus der Nachbarschaft planschten gleichzeitig in ihrem Schwimmbecken, sie veranstaltete Kräuterworkshops und Ad­ventfeiern, oder es kamen einfach ein paar Freundinnen vorbei, um gemeinsam in die Sauna zu gehen. "Das waren schöne Momente. Wie schön, das wird einem erst klar, wenn sie vorbei sind", sagt die 83-Jährige heute. Sie sitzt am Esstisch in ihrem Haus in Mistelbach. Auf einer Fensterbank stehen getrocknete Blütenköpfe, nach Farben einsortiert in Rex-Gläsern. Der Garten, die Blumen und Kräuter – das war Irmgard Opitz’ große Freude. Und die vielen Menschen, die dadurch in ihr Haus kamen.

Heute ist das anders. Ihre Familie besucht sie nicht mehr so oft. Ihre Kinder hätten sich ihr eigenes Leben aufgebaut, erzählt sie. "Und meine Freundinnen hatten alle irgendwann ihre eigene Sauna."

Es ist eine Geschichte, die bezeichnender nicht sein könnte für das Leben im Einfamilienhaus. Jeder hat sein eigenes Reich. Auf den Spielplatz oder ins Freibad geht kaum noch jemand, weil jeder im Garten eine Rutsche, ein Trampolin oder einen Pool hat. Auch das Haus von Irmgard Opitz steht in einer klassischen Einfamilienhaussiedlung, wie es unzählige in Österreich gibt. Die Häuser "Am Stadtwald", wie die Siedlung heißt, stammen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren, die meisten werden von einer oder zwei Personen bewohnt, ein Großteil der Zimmer steht leer, denn die Kinder sind längst ausgezogen.

Das Konzept stammt aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Lagen Wohnungen davor direkt neben Geschäften und Dienstleistern, zentral im Ortskern, wurden ab dann Siedlungen immer weiter außerhalb erschlossen – das Auto als Nonplusultra machte den Traum vom Wohnen im Grünen möglich. Damals begann die Zersiedelung. Die Folge: Noch heute sind viele vom Auto abhängig, und Ortskerne sterben aus.

Mittwoch, 21. Juni 2023

Wohnen: Wird das Einfamilienhaus zum Auslaufmodell?

 Süddeutsche Zeitung hier  19. Juni 2023,Von Tim Frehler

Die Ampelkoalition will den Flächenverbrauch massiv reduzieren, um Umwelt und Klima zu schonen. Aber gerade Einfamilienhäuser brauchen relativ viel Platz. Gerät der Lebenstraum vieler Deutscher in Gefahr?

Die Umstände heute sind andere, der Zweite Weltkrieg ist lange vorbei. Aber so ein Gesuch könnte man zurzeit auch finden: "Wer vermittelt Bauplatz, Einfamilienhaus", fragt jemand im Anzeigenbereich der Süddeutschen Zeitung vom 30. Oktober 1945. "Tauschmöglichkeit gegen Ruine im Zentrum."

Eine Ruine im Zentrum würde heute wohl niemand mehr anbieten, aber der Wunsch dahinter ist 77 Jahre später bei vielen Menschen der gleiche. "Sie wollen am liebsten in Einfamilienhäusern wohnen", heißt es zum Beispiel in einer Studie des Institutes der Deutschen Wirtschaft (IW) über die Wohnvorlieben der Menschen im Land. Große Mehrfamilienhäuser seien dagegen besonders unbeliebt. Doch dem Traum vieler Menschen gereicht ausgerechnet das zum Nachteil, worin viele den größten Vorteil sehen: der Platz.

Neue Häuser bauen und Fläche sparen. Geht das gleichzeitig?

Studie:Wie in Deutschland künftig gebaut werden soll

Süddeutsche Zeitung hier  20. Februar 2023, Von Michael Bauchmüller, Berlin

Grafik links: Regionalverband Frankfurt-Main hier

Viel Beton, wenig Bäume: Deutschlands Städte sind schlecht vorbereitet auf höhere Temperaturen und extremeres Wetter. Eine Studie fordert nun den Umbau.

Wenn Matthias Lerm in deutsche Städte schaut, dann sieht er Sünden über Sünden. "Vieles, was im Bauwesen reguliert wird, rührt noch aus der Wiederaufbau-Zeit", sagt er. Aus Zeiten, in denen es vor allem darum ging, schnell viel Wohnraum zu schaffen. "Heute stellen wir fest, was dabei alles zu kurz gekommen ist" - der Klimaschutz etwa, oder die Anpassung ganzer Städte an höhere Temperaturen und extremeres Wetter. Oft zögen 30 Jahre ins Land, ehe solche Fehler auffielen.

Samstag, 29. April 2023

Pläne der Bauministerin : So will Geywitz Wohnraum schaffen


ZDF  hier  von Pierre Winkler    27.04.2023 

In Deutschland fehlt immer mehr Wohnraum. Bundesbauministerin Klara Geywitz will darum deutsche Städte mit radikalen Mitteln verändern. Was die SPD-Politikerin plant.

Dienstag, 11. April 2023

Wird das ein Zukunftskonzept? Haus auf Haus schafft mehr Wohnraum ohne Flächenverbrauch

Siehe dazu auch: 
Bodnegg macht Wohnraum - Schule: „Aus Alt mach 2 und mehr“ wird Förderprogramm  hier


hier  Hanspeter Walter

..Aus der Not heraus eine interessante Wohn-Lösung entwickelt: Künftig leben zwei Generationen wieder unter einem Dach. Davon profitieren beide Seiten, sind sie sich sicher.

Der Flächenverbrauch ist nach wie vor groß, Baugrundstücke sind knapp und Einfamilienhäuser haben vielfach ausgedient. Der Bedarf an Wohnraum ist ungebrochen. Können hier ungewöhnliche und kreative Lösungen der Nachverdichtung ein Ausweg sein? ....

Dienstag, 28. März 2023

Lobby für Gas-Despoten: Warum verunsichern „Bild“ und FDP die Immobilien-Eigentümer?

Frankfurter Rundschau  hier  27.03.2023, Michael Kopatz

Robert Habecks Pläne werden den Menschen viel Geld sparen, findet Michael Kopatz.

Die „Bild“-Zeitung und die FDP verunsichern Eigentümer und Eigentümerinnen von Immobilien. Doch die profitieren davon, dass es klare Regeln gibt.

„Sanierungs-Zwang und neue Heizung. Das kostet Sie der neue Wohn-Hammer“, heißt es auf dem Titel der Bild. Ich frage mich, warum Bild Lobbyarbeit für die Gasindustrie betreibt. Wer jetzt eine neue Öl- oder Gasheizung installiert, finanziert für die nächsten 20 Jahre Despoten, die uns nichts Gutes wünschen und ihr Volk unterdrücken. Warum verunsichern Bild und FDP die Eigentümer von Immobilien? Beide erwecken den Eindruck, dass im nächsten Jahr alle fossilen Heizungen gewechselt werden müssen.

Donnerstag, 23. März 2023

Aufregung um Ende von Öl- und Gasheizungen: „Das macht Dänemark schon seit 2013“


Energiewende in Frankfurter Rundschau hier  Von Max Müller

Die Energiewende scheitert nur am fehlenden Willen, sagt Experte Volker Quaschning. Ein anderes Land verbaut jetzt schon zwanzig Mal mehr Wärmepumpen als Deutschland, obwohl es selbst Gas en masse hat.



Es geht zurzeit Schlag auf Schlag: Erst stellte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sein Vorhaben vor, wonach ab 2024 neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien betrieben werden – de facto das Aus für neue Gas- und Ölheizungen. Dann zog das EU-Parlament nach. Eigentümer von Altbauten werden künftig dazu gezwungen, ihre Häuser energetisch zu sanieren. Höchste Zeit, mal bei Volker Quaschning, Experte für erneuerbare Energien, nachzufragen. Er ordnet die politischen Entscheidungen ein und erklärt, warum Deutschland nicht in der Position ist, mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen.

Sonntag, 19. März 2023

Forstminister Hauk fordert wegen Klimawandels Umdenken auf dem Bau

 hier in Zeit 16. März 2023, dpa Baden-Württemberg

Angesichts des Klimawandels hat Agrar- und Forstminister Peter Hauk ein Umdenken auf dem Bau gefordert. Um den Verbrauch von Flächen für neue Gebäude zu mindern, müsse bestehenden Bauten viel mehr Beachtung geschenkt werden. Das sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Freiburg bei einer Fachtagung für Holzbau. «Viele Gebäude können problemlos aufgestockt und erweitert werden», fügte er nach Angaben seines Ministeriums hinzu.

Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sagte, die Bauwirtschaft sei einer der Hauptproduzenten des Treibhausgases CO2. Für den Bau von Gebäuden werde zurzeit Beton am meisten genutzt. «Bauen mit Holz heißt dagegen, klimabewusst zu bauen», sagte Schäfer ihrer Behörde zufolge.

Der waldreiche Südwesten ist laut Hauk bei der Holzbauweise ein Vorreiter. Die grün-schwarze Landesregierung schrieb sich die Förderung des Holzbaus schon vor längerem auf die Fahnen - und verankerte dies auch im Koalitionsvertrag. Eine sogenannte Holzbauinitiative des Landes läuft bereits seit 2018. Die Tagung richtete sich an Planer, Architekten, Ingenieure und Experten bei Kommunen, Behörden und Holzbaubetrieben.

Mittwoch, 15. März 2023

Bauen ohne Müll

Bild links  von hier

hier  6.3.2023  Solveig Naber   SWR4 Rheinland-Pfalz 

Trierer Architektin: "Wer nachhaltig baut, spart Geld"

Hanf als Baustoff? Die Pflanze ist eine Alternative zu klassischen Dämmstoffen. Nachhaltiges Bauen geht besser als viele glauben, sagt Petra Riegler-Floors von der Hochschule Trier.

Kaum jemand weiß, dass auf die Baubranche mehr als 50 Prozent der Abfallproduktion in Deutschland entfallen. Zugleich ist der Bau eines Hauses eine wahre CO2-Schleuder. 38 Prozent der CO2-Emissionen werden durch die Baubranche induziert, sagt Petra Riegler-Floors von der Hochschule Trier. Die Architektin fordert, dass schon bei der Planung von Gebäuden darauf geachtet wird, Häuser "kreislauffähig" zu machen.

Donnerstag, 23. Februar 2023

Wie wir fairer, günstiger und gemeinschaftlicher wohnen könnten

Spiegel  hier  Ein Podcast von Lenne Kaffka • 04.02.2023

Solidarische Wohnprojekte sind noch immer die Ausnahme. Aber sie geben wichtige Impulse. Denn sie finden Lösungen für Probleme, die uns alle betreffen.

Lennart Herberhold, Autor von »Zusammen! Wie Deutschland neues Wohnen ausprobiert« Foto: Johannes Wulf

Wenn es darum geht, wie wir wohnen wollen, denken die meisten Menschen noch immer klassisch: Eine Großstadtwohnung mieten, ins Reihenhaus ziehen oder ein Häuschen am Stadtrand bauen.

»Wir sind in einer Gesellschaft groß geworden, die immer noch sehr auf die Familie fixiert ist. Und für diese Familie wird seit Jahrzehnten gebaut«, sagt der freie Journalist Lennart Herberhold im SPIEGEL-Podcast Smarter leben. »Und sich vorzustellen, dass man diese Grenzen mal einreißt und mit viel mehr Menschen zusammenlebt, wie das ja vor ein paar 100 Jahren noch total üblich war, da kommen nicht so viele Menschen drauf.«

Auch wenn sie noch kein Massenphänomen sind: Wohnprojekte, die gemeinschaftliches Wohnen neu, diverser und solidarischer denken, gibt es schon jetzt reichlich.

Dienstag, 21. Februar 2023

Klimafreundliche Baupolitik: Sanieren statt neu bauen

TAZ  hier

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Gebäude zu renovieren, statt neue zu errichten. Das schützt das Klima und mindert den Rohstoffverbrauch.

Die Bundesregierung sollte sich bei der Baupolitik auf Sanierungen und Umbauten bestehender Gebäude konzentrieren. Das empfiehlt die im Umweltbundesamt (UBA) angesiedelte Kommission Nachhaltiges Bauen in einem am Montag vorgestellten Konzeptpapier. Klimaemissionen und unnötig hohe Rohstoffverbräuche ließen sich so am einfachsten vermeiden, erklärten die Experten.

„Neuer Wohnraum im Bestand spart Rohstoffe und schützt die freie Landschaft vor weiterer Zersiedlung“, erklärte UBA-Präsident Dirk Messner. Eine weitere wichtige Stellschraube sei das Recyceln von Baustoffen. „Wenn neuer Wohnraum in erster Linie in Innenstädten und auf Siedlungsbrachen entsteht und Bestandsgebäude saniert und umgebaut werden, spart das Energie, Abfälle und Treibhausgase und senkt den Flächenverbrauch“, sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne).

Die Kommission empfiehlt konkret, Nachhaltigkeitskriterien in der Musterbauordnung und den Landesbauordnungen zu verankern und dem Bestandsschutz prinzipiell Vorrang vor Neubau zu geben. Ökologische Baustoffe sollten zudem gefördert und die Mindestabstände für Photovoltaikanlagen auf Dächern reduziert werden. Außerdem seien „Standards für die Vorsorge vor Gefahren für Gesundheit und Umwelt“ zu erwägen.

Studie: Wie in Deutschland künftig gebaut werden soll

Süddeutsche Zeitung  hier 20. Februar 2023 Von Michael Bauchmüller, Berlin

Viel Beton, wenig Bäume: Deutschlands Städte sind schlecht vorbereitet auf höhere Temperaturen und extremeres Wetter. Eine Studie fordert nun den Umbau.

Wenn Matthias Lerm in deutsche Städte schaut, dann sieht er Sünden über Sünden. "Vieles, was im Bauwesen reguliert wird, rührt noch aus der Wiederaufbau-Zeit", sagt er. Aus Zeiten, in denen es vor allem darum ging, schnell viel Wohnraum zu schaffen. "Heute stellen wir fest, was dabei alles zu kurz gekommen ist" - der Klimaschutz etwa, oder die Anpassung ganzer Städte an höhere Temperaturen und extremeres Wetter. Oft zögen 30 Jahre ins Land, ehe solche Fehler auffielen.

Für das neue Eigenheim ist beim klimaverträglichen Bauen wenig Platz

Schwäbische Zeitung  hier  Von Claudia Kling

Die Quadratur des Kreises am Bau: Deutschland braucht Wohnraum und soll klimaneutral werden
Das empfehlen Experten

Die Ziele könnten auf den ersten Blick kaum widersprüchlicher sein:
Die Bundesregierung strebt den Bau von 400.000 neuen Wohnungen im Jahr an, gleichzeitig soll Deutschland bis 2045 klimaneutral werden. Dabei ist der Gebäudesektor ganz vorne mit dabei, wenn es um den prozentualen Anteil der Treibhausgasemissionen geht. 

Wie dieser Konflikt aufgelöst werden könnte? Dazu hat das Umweltbundesamt (UBA) am Montag der Bundespolitik Empfehlungen übergeben. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Was sind mit Blick auf Klima und Umwelt die größten Probleme beim Bauen?

Der große Ressourcenverbrauch - und die gewaltigen CO2-Mengen, die beim Bau, Erhalt und Betrieb von Gebäuden ausgestoßen werden. 30 bis 35 Prozent der Treibhausgasemissionen entstehen im Gebäudesektor. Wenn die globale Zementindustrie ein Land wäre, wäre sie nach China und den USA der drittgrößte CO2-Emittent weltweit. Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden 50 Prozent der gesamten Rohstoffe in Deutschland für Baumaterialien benötigt. Auf der anderen Seite gibt es so viel Bauabfälle, dass der Platz auf den Deponien knapp wurde. Auch der Flächenverbrauch ist ein Riesenthema. Bis 2030 sollen täglich noch 30 Hektar in Deutschland verbaut werden dürfen, derzeit sind es 54 Hektar am Tag.

Sonntag, 19. Februar 2023

Bodnegg macht Wohnraum - Schule: „Aus Alt mach 2 und mehr“ wird Förderprogramm

Beratungsprämie für Hauseigentümer  hier  Von Katja Korf

Südwest-Bauministerin will mit neuem Angebot und Steuerrabatt Wohnungsnot begegnen

Baden-Württemberg bietet Eigentümern von Einfamilienhäusern ab dem 1. April eine kostenlose Beratung durch Architekten im Wert von 400 Euro an. Zielgruppe sind vor allem alleinstehende Menschen, denen ihr Haus zu groß geworden ist. Bauexperten zeigen in der Beratung Wege auf, eine Immobilie zum Beispiel in zwei Wohnungen zu teilen und barrierefrei zu gestalten. Ziel ist es, neuen Wohnraum zu schaffen und es gleichzeitig älteren Menschen zu ermöglichen, länger in ihrem Haus zu leben. Vorbild für das landesweite Programm ist eine Initiative aus dem Kreis Ravensburg.