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Dienstag, 16. April 2024

Nachgefragt vom Energiestammtisch Salem: Thema Kachelöfen

 

Vom Energiestammtisch kommt folgender Hinweis:

Nachdem neulich über die Emission und Zulassung von Kachelöfen kontrovers diskutiert wurde, hier noch ein aufschlussreicher Beitrag von Detlef Weier:

Ich hatte heute ein interessantes Gespräch zum Thema Kachelöfen mit Markus Ebert (Dipl-Ing. heute Technischer Leiter der Fa. Schiedel GmbH, früher Schornsteinfegermeister).

Bei Kachelöfen muss unterschieden werden zwischen gemauerten und solchen mit Einsätzen.

Der Gesetzgeber fordert bei Kachelöfen den Austausch alter Einsätze in neue, emissionsarme Geräte. Deutschlandweit sind schätzungsweise vier Millionen Anlagen betroffen. 

Die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) legt Grenzwerte fest, die von Feuerungsanlagen nicht mehr überschritten werden dürfen. Dies betrifft auch Kaminöfen, Heizkamine und Kachelöfen. 

Freitag, 5. April 2024

Dorf heizt fast nur mit Holz: Die Auswirkungen sind dramatisch

hier  EFAHRER.com  Geschichte von Kai Gosejohann • 

Die Luftverschmutzung ist im sächsischen Dorf Melpitz durch Holzöfen stark erhöht.

Im kleinen Ort Melpitz in Sachsen wird traditionell gern mit Holz geheizt. Ein Brauch, der sich nun als gefährlicher erweist, als man lange Zeit annahm. Die jüngsten Ergebnisse einer Studie offenbaren eine besorgniserregende Zunahme von Krebsrisiken, insbesondere durch die Freisetzung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs). Diese Erkenntnisse fußen laut merkur.de auf einer umfassenden Luftqualitätsanalyse, die das Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) in Melpitz über den Zeitraum eines Jahres durchgeführt hat.

Samstag, 2. März 2024

Heizen mit Holz ist nicht die Lösung

 FR  hier  1.3.24   Von Leonie Vogelsang.


Teils extrem klimaschädlich: Bäume für die Wärmeversorgung zu verbrennen, ist fast genauso klimaschädlich wie Kohle.

Holz statt Kohle und Gas verbrennen – das ist klimatechnisch nicht der Burner, finden die Umweltorganisationen Nabu, Deutsche Umwelthilfe, Robin Wood und Biofuelwatch. In einem sechsseitigen „Infopapier“ kritisieren sie den Dekarbonisierungsfahrplan des Energiekonzerns Vattenfall für Berlin aus dem vergangenen Jahr.

Freitag, 12. Mai 2023

Schutzmaßnahmen greifen nicht: Die letzten Urwälder Europas verschwinden

Tagesspiegel  hier Von Sascha Karberg 05.05.2023

In Europa schwinden die natürlichen Wälder. Forscher fordern ein Moratorium, das Holzeinschlag in Gebieten verbietet, in denen Urwälder noch zu finden sind.

Urwälder und naturnahe Wälder werden in Europa immer seltener. Davor warnt ein Forschungsteam in einem Kommentar im Fachblatt „Science“. Obwohl die Europäische Union deren Schutz als wichtiges Ziel ihrer Biodiversitätsstrategie für 2030 definiert habe, gebe es in vielen EU-Ländern bisher keine verbindlichen Vorschriften zum Schutz der letzten Urwälder.

Dienstag, 2. Mai 2023

Kein Holz mehr für die Industrie

Frankfurter Allgemeine  hier   Robert Maus 1.5.23

Hohe Energiepreise und immer wieder aufkommende Meldungen, dass Gas und Öl knapp werden könnten, haben die Brennholzbestellungen im Rheingau-Taunus massiv steigen lassen. Das bringt die Kommunen, die ihre Wälder nach den trockenen Sommern aufforsten möchten und den Holzeinschlag reduzierten, in eine Zwickmühle. Zudem wird viel weniger Holz an die Industrie geliefert.

„Diese hohe Nachfrage werden wir auf Dauer nicht befriedigen können“, sagte Julia Scherer-Lupp, Sprecherin der Stadt Taunusstein, auf Anfrage der F.A.Z. Ihrer Auskunft nach haben Bürger in der Saison 2022/2023 insgesamt rund 3500 Festmeter Brennholz bestellt. .....

Dienstag, 18. April 2023

"Immer mehr heimisches Holz landet einfach im Ofen"

"Wir können es uns nicht mehr leisten unsere Wälder zu verbrennen..." und machen fleißig weiter damit (hier). Erst vor Kurzem hatten die Länder für die vermehrte Nutzung des  Baustoffes  Holz plädiert (hier), so wie das die Bauwende auch erforderlich macht.

Auch bei uns merkt man den vermehrten Einschlag deutlich, manche sprechen schon vom  Kahlschlag... Und erzählen von Abtransporten nachts....

14.04.2023  hier im Südkurier

Holz aus deutschen Wäldern ist begehrt. Bauherren wie auch die immer zahlreicheren privaten Kaminbesitzer haben im vergangenen Jahr deutliche Preissprünge erlebt, der Rohstoff war auch wegen des Kriegs in der Ukraine nicht mehr allseits zu günstigen Preisen verfügbar. Da ist es nicht erstaunlich, dass 2022 in deutschen Wäldern so viel Holz zur Energiegewinnung geschlagen worden ist wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Umweltschützer wie Holzwirtschaft sehen die Entwicklung kritisch, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. 13,8 Millionen Kubikmeter „Energieholz“ bedeuteten eine Steigerung um 17,3 Prozent im Vergleich zu 2021 und einen absoluten Höchstwert, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. An der leicht gesunkenen Gesamt-Einschlagmenge von 78,7 Millionen Kubikmetern war das ein Anteil von 17,6 Prozent. Anders gesagt: Von sechs gefällten Bäumen wurde einer verfeuert. Beim Laubholz endete wie in den Vorjahren mehr als die Hälfte der geschlagenen Menge in den Flammen. Holzexperten gehen von noch höheren Zahlen aus, weil in den amtlichen Statistiken die Privatwälder nicht vollständig abgebildet seien.

Samstag, 11. März 2023

Internationale Recherche:Die weltweiten Geschäfte der Holz-Mafia

Süddeutsche Zeitung hier  1. März 2023, Von Christoph Cadenbach, Kristiana Ludwig, Lena Maurer, Mauritius Much und Ralf Wiegand

Interpol zufolge werden mit illegal geschlagenen Bäumen jährlich mindestens 50 Milliarden Euro verdient. Und die Nachfrage steigt. Das gefährdet Wälder auf der ganzen Welt - und mit ihnen Lebensräume für Tiere und Menschen.

Jeder zweite Baum in Rumäniens Wäldern, schätzen Experten, wird illegal geschlagen. Wertvolles Edelholz - Teak für teure Yachten - aus Myanmar gelangt trotz Sanktionen in die Europäische Union. Und Prüfunternehmen bescheinigen Forstunternehmen per Qualitätssiegel Nachhaltigkeit und Legalität, obwohl diese ihr Holz in Schutzgebieten schlagen oder falsche Genehmigungen verwenden. Bisweilen verschwinden auf diese Weise ganze Urwälder, indigene Menschen werden vertrieben.

Sonntag, 4. Dezember 2022

"Das Ausland baut seine Wälder für Deutschland in Plantagen um"

NTV  hier  02.12.2022,

Schlimmer Boom der Holzheizungen

Rund 1,1 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen Holz als primäre Energiequelle. Aus Angst vor steigenden Preisen für Gas und Heizöl haben vor allem in diesem Jahr nochmals viele Menschen bei Pelletheizung oder der Hackschnitzel-Variante zugegriffen. Denn Heizen mit Holz gilt nicht nur als gemütlich, sondern auch günstig, grün und klimaneutral, weil das Kohlendioxid, das beim Verbrennen in die Atmosphäre gelangt, von nachwachsenden Bäumen in nachhaltigen Wäldern wieder gebunden wird.

Angaben, denen Pierre Ibisch jedoch entschieden widerspricht: Holz stößt beim Verbrennen mehr CO2 aus als Gas, um die gleiche Menge an Wärmeenergie zu erzeugen, sagt der Biologe von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde im "Klima-Labor" von ntv. Mehrere deutsche Forste, die speziell für die Holzwirtschaft angelegt wurden, sterben bereits überbelastet ab und werden von einer Kohlenstoffsenke zu einer neuen CO2-Quelle. Nachhaltigkeitssiegel führen Verbraucher auch bei Wäldern in die Irre. Vor allem in Nordamerika zerstören Forstunternehmen für den neuen deutschen Lifestyletrend gesunde Natur. Und am Ende blockieren vermeintlich saubere Brennstoffe wie Holz auch noch den Einsatz von tatsächlich klimaneutraler Energie.

Sonntag, 27. November 2022

Alternative zu Holzpellets - Pellets aus Laub

 Morgenpost  hier

Holzpellets sind der Standard, aber auch Laub ist als Brennstoff möglich – wenn man denn an Laubpellets herankommt. Alles Wissenswerte.

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Energiesysteme im Wandel - Chancen für die Region

 

am 22./23.9.22 hat auf der Mainau eine äußerst interessante Tagung stattgefunden.

Es lohnt sich zu stöbern - die Präsentationen sind eingestellt worde. Es ging um Energie in Form von Solar- und Holzenergie, um Wärmesysteme und konkrete, zukunftsfähige Projekte in Radolfzell, Gutach, Elzach und Häusern

Für mich war das Thema Holzenergie insofern interessant, als dieses momentan doch sehr umstritten ist. 

Tatsächlich grenzten  die Referenten den großen Holzboom auf die nächsten 5-10 Jahre ein, in denen ein Übermaß an Holz aus dem Wald entfernt werden wird. Käferholz und absterbende Nadelhölzer sind dafür verantwortlich. (Klimaverträgliche Baumarten müssen selbstverständlich nachgepflanzt werden)

Danach wird das Holzangebot automatisch sehr stark zurück gehen, was sich auf den Preis auswirken muss. Momentan besteht der Trend, dass bisherige große Kohlekraftwerke umgestellt werden auf Kolzkraftwerke. Doch niemand weiß, welche Mengen dabei von den einzelnen Betreibern eingeplant werden. Vermutlich übersteigt der Bedarf sehr bald die Verfügbarkeit.
Auch viele Wärmenetze werden momentan mit Holz betrieben, es fehlt noch an Alternativen. Doch einmal gebaute Wärmenetze haben einen  großen Vorteil: sie können zeitnah umgebaut werden.

Generell ist Holz schlichtweg zu wertvoll zum Verbrennen, was die Frage nach einer sinnhaften Kaskadennutzung antreibt. Auch das wurde angesprochen.


Fachtagung "Energiesysteme im Wandel - Chancen für die Region" 

Tagung 2022 mit aktuellen Energiethemen zu Erneuerbare Energien in der Region Bodensee 

Hier der Rückblick der Tagung 2022

Flyer der Tagung 2022 (22. und 23. Sept. 2022)

Filmmitschnitte (Youtube) sind auf den Namen des Referenten (fette Schriftart) verlinkt, hinter den Vortragstiteln (kursiv) sind die Präsentationen (pdf) verlinkt

Donnerstag, 22.09.2022

Jürgen DöschnerKlimakrise und Klimaschutz-der gesellschaftliche Diskurs im Laufe der jahrzehnte

Tobias IlgRegionale Energiekonzepte die das Klima retten

Angelique Augensteinblurado. und Klimaschutz in Radolfzell

Dr. Mario HüttenhoferBürgerbeteiligung beim Klimaschutz in Radolfzell

Prof. Dr. Dr. h.c. Bastian KaiserNachhaltigkeit-Energiewende-Holzenergie

 

Freitag, 23.09.2022

Immanuel SchäferWie die Sektorenkopplung in Kommunen gelingt-Ergebnisse des Interreg Projekts City Storage and Sector Coupling Lab

Markus AdamDie gelebte Energiewende in Gutach i.Br., Energieeffizienz-Substitution-Verzicht

Bene MüllerHäusern, Wärmenetz mit Holz und Sonne

Roland Tibi und Karl WeberMit bürgerschaftlichem Engagement zum Erfolg - das Nahwärmenetz der Stadt Elzach

Bernhard Schumacher (MVV), Wärmewende in der Großstadt

Dr. Tobias WolfingerDie stoffliche Nutzung von Holz und seine Kaskadennutzung - was heißt das in  der Praxis

Rainer BlumHolzfaserdämmstoffe - ein nachhaltiger Beitrag für die klimaorientierte Bauwende

Helmut Schellingeraktuelle Situation am Holzpelletsmarkt

 

Termin der Tagung 2023 ist der 21. und 22. September 2023

Samstag, 17. September 2022

Weniger Holz vor der Hütte

DER SPIEGEL - Klimabericht <themennewsletter@newsletter.spiegel.de>

Das Knistern eines Kamins ist für die meisten Menschen romantisch, naturnah und vor allem sehr gemütlich. Wer sitzt nicht gern vor den wärmenden Flammen, blickt versunken ins Feuer und redet mit seinen Liebsten über Gott und die Welt? Das abendliche Hantieren mit Holz verbindet uns mit den Urahnen, weckt archaische Gefühle und gaukelt vor, wie wären naturverbunden.

Derzeit ist das Heizen mit Holz aber noch aus anderen Gründen auf dem Vormarsch: Aus Angst vor explodierenden Gaspreisen decken sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit Holzöfen und Kaminen ein. Bereits im Juli sagte ein Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima: »Mit Ausbruch des Krieges ist die Nachfrage explodiert«. Ofenbauer und Installateure könnten sich vor Aufträgen besorgter Kunden kaum retten, die eine zusätzliche Heizmöglichkeit in Haus oder Wohnung einbauen wollen. Es käme zu Wartezeiten von bis zu einem Jahr. Auch Brennholz wird mittlerweile zur Mangelware.

Der Holzboom geht zudem über den Privatverbrauch hinaus. Auch Kraftwerke werden mittlerweile mit Holz gefüttert und als klimafreundliche Alternative zu Kohle gepriesen, etwa das britische Drax-Kraftwerk, das bereits heute Biomasse nutzt. Allein 2020 verbrannte Drax 7,37 Millionen Tonnen Holzpellets. Auch Biomassekraftwerke, etwa in Berlin-Neukölln, schlucken Frisch- und Altholz in rauen Mengen.

Holz – so die Annahme – ist per se klimafreundlich und eine willkommene Alternative zu fossilen Ressourcen. Denn der im Holz eingelagerte Kohlenstoff wird zwar beim Verbrennen wieder zu CO2 – aber das wird durch neues Baumwachstum an anderer Stelle wieder der Atmosphäre entzogen. Holz ist also angeblich klimaneutral – und damit deutlich besser als Öl, Gas oder Kohle.

Deshalb gilt das Verbrennen von Bäumen in der EU auch als erneuerbare Energiequelle. Weil die für die Energiewende gebraucht werden, gibt es auch staatliche Förderungen. Genaue Zahlen sind nicht zu bekommen. Aber mit immerhin 17 Milliarden Euro pro Jahr subventioniert man in der EU die Energieerzeugung aus Biomasse, dazu werden auch Holzkraftwerke gezählt.

Für Wissenschaftler und Umweltschützer ist das ein Graus. Sie argumentieren, dass Holz weder aus Klimasicht noch aus gesundheitlichen Gründen als erneuerbare Energie gelten dürfe. In einem offenen Brief erklärten rund 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern, dass beim Verfeuern von Holz »für jede erzeugte Kilowattstunde Wärme oder Strom wahrscheinlich zwei- bis dreimal so viel CO₂ ausgestoßen wird wie bei der Verwendung fossiler Brennstoffe«. Es sei »fehlgeleitete Tendenz«, ganze Bäume zu fällen oder große Teile des Stammholzes für Bioenergie abzuholzen. Dadurch würde Kohlenstoff freigesetzt, der andernfalls in den Wäldern gebunden bleiben würde.

Donnerstag, 15. September 2022

Weder nachhaltiger noch klimafreundlicher

Holz als Heizalternative

Deutschlandfunk  hier 
Podcast zum Anhören


Deutschland bestreitet 16 Prozent seiner Heizleistung mit Holz. Das gilt als relativ klimafreundlich und nachhaltig. Ist es aber nicht, sagt Nachhaltigkeitsforscher Jens Clausen: Nachwachsende Bäume bräuchten Jahrzehnte, ehe sie genug CO2 binden.

EU-Parlament hält an Holz als Quelle erneuerbarer Energie fest

Nur bescheiden guten Klima-Nachrichten dagegen aus der EU - schade, das hätte anders laufen müssen!
Einerseits beschwört man die ganze Zeit über diese "Führungsrolle" die man einnehmen möchte, andererseits werden die Ziele dann wieder ständig schmerzhaft untergraben.
Wo liegt die Ernsthaftigkeit bei der Zielerreichung? Der Klimawandel lässt sich nicht austricksen durch geschönte Pseudo-Argumentation.

Watson hier  14.09.2022

Die aktuelle Woche ist entscheidend für unsere Wälder. Das Europäische Parlament hat über die Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED III) abgestimmt. Dabei geht es Umweltschützern besonders um die Einstufung von Holz: Bisher wurde es als förderungswürdige erneuerbare Energie eingestuft und führt deshalb an vielen Orten zur Abholzung von Wäldern in großem Stil.

Besonders durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise droht sich auch in Europa der Raubbau an Wäldern zu verstärken. Um die Waldzerstörung zu stoppen und so auch die Vernichtung wichtigen Lebensraumes aufzuhalten, hatten Umweltschützer auf das Kippen oder zumindest eine deutliche Verschärfung der Einstufung von Holz als "nachhaltige" Biomasse gehofft.

Dienstag, 6. September 2022

Pelletheizung: Schlecht für Klima und Wald

NDR   05.09.2022  hier von Thomas Eckert

Pelletheizungen gelten als umweltfreundlich, ihr Einbau wird üppig gefördert. Doch die Nutzung der Pellets hat Nachteile und ist nicht so klimaneutral wie oft behauptet wird.

Steigende Öl- und Gaspreise sowie die Verknappung von fossilen Brennstoffen lassen viele Hausbesitzer über alternative Heizsysteme nachdenken. Neben Wärmepumpen oder Solarthermie geraten dabei auch Holzpellet-Heizungen in den Blick, denn das Heizen mit den zu Pellets gepressten Holzresten gilt als umweltfreundlich und klimaneutral. Der Einbau solcher Heizungen wird auch nach Überarbeitung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) weiterhin massiv gefördert.

Donnerstag, 18. August 2022

Warum Waldbiomasse nicht zu den „erneuerbaren“ Energien gezählt werden darf

 Euractive hier      Von: Michal Wiezik und Zoltan Kun | übersetzt von Thomas Lehnen

Zum Wohle unserer Wälder, der Natur und eines lebenswerten Klimas muss sich der Rest des Europäischen Parlaments den Abgeordneten anschließen, die sich für ein Ende der Anrechnung von Waldbiomasse auf die Ziele für erneuerbare Energien, schreiben Michal Wiezik und Zoltan Kun.

Michal Wiezik ist slowakischer EU-Abgeordneter für die liberale Renew-Fraktion und Mitglied des Umweltausschusses (ENVI). Zoltan Kun ist Leiter des Bereichs Naturschutz bei der Stiftung WildEurope.

Um das EU-Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, sind massive Anstrengungen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Wäldern, die der Atmosphäre CO2 entziehen, erforderlich.

Derzeit stammt jedoch ein großer Teil der erneuerbaren Energien in der EU aus der Verbrennung von Bäumen und anderem Holz als Brennstoff, wodurch mehr CO2 pro Energieeinheit ausgestoßen wird als bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und Kohlenstoff aus den Wäldern in die Atmosphäre gelangt – das Gegenteil von dem, was wir brauchen, wenn wir den Klimawandel ernsthaft bekämpfen wollen.

Freitag, 8. Juli 2022

Die Welt verbraucht zu viel Holz

Süddeutsche Zeitung hier  6. Juli 2022 Von Nina Kammleiter

Wälder in Gefahr 

Holz zum Bauen, Heizen, Kleiden, Verpacken - die Nachfrage nach dem Rohstoff ist riesig. Eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF zeigt nun, dass der globale Holzkonsum langfristig nicht zu decken ist.

Deutschland verbraucht zu viel Holz - das ist das Ergebnis einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, die der SZ vorab vorliegt. Pro Kopf wird hierzulande mehr als doppelt so viel Holz verbraucht wie im weltweiten Durchschnitt. Doch auch global gesehen ist die starke Nachfrage nach Holz laut dem WWF nachhaltig nicht zu decken.

Samstag, 21. Mai 2022

"Umweltverbände erringen historischen Sieg bei Biomassevorschriften" - Hoffnung für Wälder?

Wir haben leider gelernt, dass viele gute Ideen durch Lobbyismus schnell wieder umgeworfen werden können. Warten wir ab was aus diesem guten Ansatz wird.....

Siehe dazu auch: 
"UN: Wälder mitentscheidend im Kampf gegen Klimawandel"  hier

"Heizen mit Holz: Klimaneutrale Energie? Von wegen"  hier

 

Euractiv  hier Von: Kira Taylor und Valentina Romano | EURACTIV.com 20. Mai 2022

EU-Umweltorganisationen haben den „historischen“ Beschluss des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments gefeiert, der strengere Regeln für die Einstufung von Biomasse als nachhaltig vorsieht.

„Es ist schwer, einen Brennstoff zu finden, der schmutziger ist als Kohle, aber die Biomasseindustrie hat es geschafft. Wir sind froh, dass Europa langsam erkennt, wie schmutzig dieser Brennstoff ist“, sagte Amanda Hurowitz von der Umwelt-NGO Mighty Earth.

Am Dienstag (17. Mai) stimmte der Umweltausschuss über die vorgeschlagenen Überarbeitungen der Verordnung über die Landnutzung und Forstwirtschaft (LULUCF) und die Richtlinie über erneuerbare Energien ab.

Die Änderungen beinhalten eine neue Definition für primäre holzartige Biomasse im Rahmen der Richtlinie über erneuerbare Energien. Abgesehen von bestimmten Ausnahmen soll die Energieerzeugung aus dieser Form von Biomasse nicht mehr als erneuerbar gelten und kann somit nicht mehr von Förderprogrammen für erneuerbare Energien profitieren.

Sonntag, 17. April 2022

CO2-Speicher Holz

Telepolis hier  

Schweden baut Hochhäuser aus Holz und ersetzt damit klimaschädlichen Beton

Wenn die Klimakrise noch halbwegs eingedämmt und die globale Erwärmung im erträglichen Rahmen gehalten werden soll, wird der Atmosphäre im großen Stil Kohlendioxid (CO2) entzogen werden müssen.

Und zwar zusätzlich zu einer drastischen und sehr schnellen Reduktion der Emissionen und keineswegs als deren Ersatz. Das hat nicht zuletzt der jüngste Bericht des sogenannten Weltklimarates, des IPCC, deutlich gemacht.

Einen Königsweg gibt es nicht, wie das CO2 entnommen und dauerhaft gespeichert werden kann, nur eines ist klar: Synthetische Kraftstoffe, von denen mancher in der deutschen Autoindustrie und in der "technologieoffenen" FDP träumt, können es nicht sein, denn das CO2würde durch deren Verbrennung recht schnell wieder in der Atmosphäre landen.

Effektiv würde sich die dauerhafte Entnahme auf jene Menge beschränken, die in den entsprechenden Kraftstoffen in der Zeit zwischen ihrer Herstellung und ihrem Verbrauch gebunden sein würde.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Holz, das zum Heizen verwendet wird. Es wächst zwar nach. Aber wesentlich besser für das globale Klima wäre es, das Holz dauerhaft zu lagern, statt zu verbrennen.

Ein Weg dazu könnte die Verwendung von Holz als Baustoff sein. In vielen Ländern lange von Stein, Beton, Stahl und Glas verdrängt, hat der nachwachsende Rohstoff zuletzt mancherorts wieder an Popularität gewonnen. In der nordschwedischen Küstenstadt Skellefteå wird traditionell viel mit Holz gebaut, was in der waldreichen Gegend naheliegend ist. So entfallen schon mal die langen Wege, die es für viele andere Baustoffe braucht.

Außerdem werden die CO2-Emissionen vermieden, die beim Brennen von Zement, dem Grundstoff des Betons, entstehen. Weltweit sind es jährlich immerhin über vier Milliarden, was etwas mehr als dem Fünffachen der deutschen CO2-Emissionen entspricht.

Lange war in Schweden aber das Bauen größerer Holzhäuser mit mehr als zwei Geschossen verboten, doch das ist inzwischen Vergangenheit. In Skellefteå ist, wie die Plattform Euronews schreibt, ein 20 Stockwerke umfassendes und 75 Meter hoher Bau vollständig aus Holz entstanden.

Das Gebäude beherbergt eine Bibliothek, mehrere Theatersäle und ein Hotel mit 205 Zimmern. 12.000 Kubikmeter Holz seien verbaut, womit neun Millionen Kilogramm CO2 dauerhaft gebunden wurden, berichten die Euronews-Journalisten.

Oder mit anderen Worten: Um Schwedens jährliche Treibhausgasemissionen von rund 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2) (und andere entsprechend umgerechnete Gase) kompensieren zu können, müssten Jahr für Jahr 5.000 bis 6.000 ähnlicher Gebäude entstehen.

Das ist natürlich eher unrealistisch und zeigt, dass am Ausstieg aus den Treibhausgasemissionen kein Weg vorbeiführt. Immerhin kann aber das Bauen mit Holz die Emissionen bei der Betonherstellung vermeiden und es kann neben vielen anderen Maßnahmen helfen, CO2 der Atmosphäre wieder zu entziehen und damit den Treibhauseffekt mindern. (Wolfgang Pomrehn)

Mittwoch, 13. April 2022

Die Kehrseiten des Erneuerbaren-Booms

Und noch ein Artikel zur subventionierten Holzverbrennung in der EU

Standard Österreich  hier    Regina Bruckner   7. April 2022

Holz verbrennen

Der Umstieg auf erneuerbare Energie muss nun besonders rasch vonstattengehen. Holz in Form von Biomasse spielt dabei eine Rolle. Das wird zunehmend auch kritisch beäugt

Nichts wie raus aus Gas und Öl, der russische Einmarsch in die Ukraine befeuert, was aus Klimasicht ohnehin angestrebt war. Nun soll alles schneller gehen. Anderswo und hierzulande. Für erneuerbare Energien sollen etwa mehr Fördergelder fließen. Die Verordnung für die Erneuerbaren-Investitionsförderung für kleine und mittlere Anlagen wurde eben erlassen. Allein heuer stehen rund 300 Millionen Euro zur Verfügung.

"Heizen mit Holz: Klimaneutrale Energie? Von wegen"

Zeit hier   Von 

Die Suche nach Alternativen zu Gas erhöht den Druck auf Europas Wälder. Ein Report zeigt: Für Pellets werden auch ganze Holzstämme verfeuert – subventioniert von der EU.