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Montag, 2. März 2026

Grüne Kometen feiern in Ostrach ein Volksfest

hier Aufzeichnung

Der Termin wurde erst 3 Tage vorher festgelegt, Zeit zum Plakatieren war da rar. Trotzdem dieser überwältigende Andrang!


Südkurier Ostrach hier  02.03.2026,Michael Hescheler

Diese Kombination hat es in sich: Drei Grüne Schwergewichte versammeln sich in Ostrach auf einem Fleck – das Publikum ist aus dem Häuschen.

Die Grünen können auch Blasmusik: Begleitet von einer Abordnung der Musikkapelle Ostrach marschieren Cem Özdemir, Winfried Kretschmann und Boris Palmer in die Ostracher Buchbühlhalle ein. Der Alb-Donau-Linzgau-Marsch soll zur Kreishymne des Landkreises Sigmaringen werden und wird deshalb zu solchen Anlässen aufgelegt.

Hanna Stauß, die Landtagskandidatin der Grünen, begrüßt auf ihre erfrischend unkonventionelle Art. „Willkommen allen Wunderfitzigen“, sagt sie zu all denen, die die Grünen beschnuppern wollen, doch wie sich im Laufe des Abends herausstellt, stehen die meisten der rund 550 Zuhörer der Regierungspartei ziemlich nahe.

Die Grünen feiern in Ostrach ein Volksfest: 550 Gäste verfolgen den Auftritt von Cem Özdemir, Winfried Kretschmann und Boris Palmer. 

„Wir mussten etwa 300 Leute abweisen“, beschreibt die frühere Kreisvorsitzende Andrea Bogner-Unden den riesigen Andrang. Ein Livestream im Internet kam wegen des schlechten Empfangs nicht infrage. „Willkommen im ländlichen Raum“, formuliert die Kandidatin Stauß eine Aufgabe für die künftige Regierung, um dann zum eigentlichen Thema überzuleiten.

Einladung an Palmer

Die drei Grünen Elefanten nennt Stauß eine „krasse Kometen-Konstellation“, wobei Boris Palmer seit 2023 ein Ex-Grüner Elefant ist, aber das ist an diesem Abend nicht zu spüren. Die Kandidatin Stauß geht sogar so weit, dass sie dem wegen seiner ausufernden Facebook-Kommentare umstrittenen Oberbürgermeister von Tübingen eine Einladung ausspricht: „Im Kreisverband Sigmaringen müsstest Du nicht mit vielen Hürden rechnen.“

Als ob jemand im Wahlkampf Regie geführt hätte: Fast zeitgleich zum Schaulaufen der Grünen in Ostrach lässt sich der CDU-Konkurrent Manuel Hagel im benachbarten Pfullendorf blicken. Während Hagel nach etwa einer Stunde wieder weg ist, nehmen sich die Grünen Spitzenpolitiker zwei Stunden Zeit.

Die Runde ist höchst unterhaltsam und gewinnt nach einem anekdotischen Aufgalopp an politischer Tiefe. Doch erst zu den Anekdoten: Palmer bemerkt, dass es die Partei mit dem Trio nicht immer gut gemeint hat, und führt neben Özdemirs Nicht-Nominierung als Bundestagskandidat ein misslungenes Ausschlussverfahren an, das die Partei 1989 gegen Winfried Kretschmann führte, als dieser die Müllverbrennung befürwortet hatte.

Über seine persönlichen Verfehlungen spricht Palmer dagegen kaum, dafür umso offener über die mitten in der Nacht abgehaltene Hochzeit von Cem Özdemir im Tübinger Rathaus. Der als Standesbeamter fungierende Oberbürgermeister sollte für den Bräutigam 40 Rosen kaufen, was Palmer eigenen Angaben zufolge auch erledigte. Doch, obwohl Özdemir angekündigt haben soll, die Rosenrechnung zu begleichen, muss Palmer bis heute auf sein Geld warten.

Nicht nur beim Thema Rosen hält sich der Spitzenkandidat Özdemir vornehm zurück, auch als es um die in weite Ferne gerückte Fertigstellung von Stuttgart 21 geht, punkten eher Winfried Kretschmann und Boris Palmer. Der Ministerpräsident spannt den Bogen zum umstrittenen Milliardengrab, als er über einen Besuch von Papst Benedikt erzählt. Kretschmann holte Ratzinger vom Flughafen ab, als der Heilige Vater den Landesvater bei einer 15-minütigen Privataudienz auf Stuttgart 21 ansprach.

Stuttgart 21 und der Papst

Der Papst wollte wissen, warum das Bahnprojekt die Bevölkerung spaltete und einen veritablen Konflikt auslöste. Kretschmanns Erklärung: „Weil das Großprojekt durchgedrückt wurde, ohne ernsthafte Argumente in die Waagschale zu werfen.“ Eine Lehre von Stuttgart 21 sei, so Kretschmann, dass die Bevölkerung heute einbezogen werde.

Während Kretschmann den großen Bogen spannt, wechselt Palmer zur Tagespolitik, indem er auf die CDU zu sprechen kommt. Dem grünen Verkehrsminister die Schuld für Mehrkosten und Verzögerungen zu geben, sei dreist und unchristlich. „Wir haben damals gesagt, warum Stuttgart 21 nicht funktioniert, und wir versuchen das jetzt zu reparieren. Deshalb kann man uns nicht die Schuld geben.“

Über die schwächelnde Wirtschaft und den Klimaschutz leitet Moderatorin Xenia Rebsam zur Reform des Heizungsgesetzes über, bei der Palmer der Koalition in Berlin Dummheit unterstellt. Der zweite Frühling für Gas- und Ölheizungen würde Milliardeninvestitionen in Fernwärme oder Wärmepumpen entwerten.

Statt der politischen Attacke ist Spitzenkandidat Özdemir um Ausgleich bemüht. Als Ministerpräsident will er in die Hochburgen der AfD gehen und sich der Debatte mit den Wählern stellen. Özdemir zitiert den Philosophen Hans-Georg Gadamer, nach dem die Voraussetzung für ein Gespräch die Tatsache sei, dass der andere recht haben könnte.

Wie Besucher den Auftritt erleben

Diese ausgleichende Art Özdemirs kommt bei den Gästen an. Maria Baader aus Frickingen lobt den „fairen Umgang in der Partei“. „Ich fand Cem Özdemir super stabil und ich fand gut, dass wir über den Klimaschutz gesprochen haben“, sagt Roman Muth aus Weingarten.

Ob die Grünen im Schlussspurt die CDU noch einholen können? „Ich habe mein Leben lang Grün gewählt, aber ich habe Zweifel, dass Özdemir in der momentanen Situation die Wahl gewinnen kann“, sagt Gerhard Weber aus Krauchenwies.

Sonntag, 12. Februar 2023

Bange Frage in Ostrach: Ist das Pfrungener Ried in guten Händen?

Sofa hier  Erstellt am 19. Januar 2023 von schoenesostrachfueralle

Bürgermeister Schulz vom Saulus zum Paulus

Jetzt ist es fast amtlich, also fast – im Staatsanzeiger steht es noch nicht. Aber auf Ostrachs Facebookseite und im Mitteilungsblatt vom 19. Januar:

Die Stelle des/der hauptamtlichen Bürgermeisters / Bürgermeisterin (m/w/d) der Gemeinde Ostrach ist infolge Ablaufs der Amtszeit des bisherigen Amtsinhabers und dessen Wechsel in eine andere Tätigkeit neu zu besetzen. Der derzeitige Stelleninhaber bewirbt sich nicht wieder…“

....Also der derzeitige Stelleninhaber bewirbt sich nicht wieder. Er wird hauptberuflicher Geschäftsführer der Stiftung Pfrunger- Burgweiler Ried. Man musss das zwei Mal schreiben. Man glaubt es sonst kaum. Pfrunger-Burgweiler Ried, also Naturschutz par excellence. „Stiftungszweck ist laut Satzung die Förderung und Unterstützung des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Pfrunger-Burgweiler Ried. Darin eingeschlossen ist die Übernahme einer Trägerschaft für ein Naturschutz-Großprojekt im Pfrunger-Burgweiler Ried.“

Zu dieser neuen Tätigkeit, bei der Ostrachs noch amtierender Bürgermeister demnächst „Verantwortung für unser großes Naturschutzgebiet“ übernehmen will, fallen einem nur noch zwei sprichwörtliche Redensarten ein. Wird hier der Bock zum Gärtner gemacht oder wird hier ein Saulus zum Paulus?

Wenn dann Ostrachs ehemaliger hauptamtlicher Bürgermeister hauptberuflicher Geschäftsführer einer Naturschutzstiftung ist, eines Naturschutz-Großprojekts, kann er auf eine Tätigkeit zurückblicken, in der er allein im Zeitraum von 2017 bis 2019 Flächenversiegelungen im Umfang von 27 Hektar vorwiegend für Einfamilienhäuser im Schnellverfahren nach §13b BauGB bewerkstelligt hat. Er kann auf eine Tätigkeit zurückblicken, in der er dafür sorgte, dass 21 Hektar „kostbaren Ackerlands“ zu Gewerbegebieten umgewandelt wurden. Er kann also auf eine Tätigkeit zurückblicken, in der er als Bürgermeister dafür verantwortlich ist, dass eine Fläche im Umfang von annähernd 70 Fußballfeldern in seiner Gemeinde versiegelt wurde. Als Mitglied im Regionalverband hatte er auch keine Einwände gegen die 196 Hektar Kiesabbau in der Gemeinde Ostrach.

Macht man hier also den Bock zum Gärtner? Das würde bedeuten, dass man einen völlig Ungeeigneten mit einer Aufgabe betraut. Zertrampelt doch der Ziegenbock alle Beete im Garten, hier das Naturschutzzentrum. Das dürfte wohl kaum der Fall sein.

Aber der Gesinnungswandel ist mehr als auffällig. Also doch Saulus zu Paulus? Der Flächenversiegler wird zum eifrigen Befürworter des Natur- und Landschaftsschutzes? ....

Montag, 29. August 2022

Baden-Württemberg: Flächenfraß nimmt zu

Grüne und CDU wollen bis zum Jahr 2035 die Netto-Null beim Verbrauch von neuen Flächen erreichen. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Wir wollen den Flächenverbrauch weiter reduzieren und halten weiterhin an dem Ziel der „Netto-Null“ fest.“ Um das zu erreichen, soll auch nicht mehr benötigte Infrastruktur zurückgebaut werden. Das Statistische Landesamt macht der Regierung aber auch etwas Hoffnung: Längerfristig betrachtet zeige sich beim Flächenverbrauch eine abnehmende Tendenz. So habe die tägliche Versiegelung von Böden im Jahr 2008 noch bei 8 Hektar gelegen, während sie im Schnitt der vergangenen fünf Jahre bei 5,8 Hektar gelegen habe.

Für den Landesnaturschutzverband ist das kein Grund zur Freude - im Gegenteil. „Die Landesregierung hat im Koalitionsvertrag ein ambitioniertes Flächensparziel von 2,5 ha pro Tag beschlossen, tut aber bisher nichts, um es auch zu erreichen“, sagte Landeschef Gerhard Bronner. Aus seiner Sicht ist der Paragraf 13b im Baugesetzbuch der Grund dafür, dass der Flächenfraß weiter um sich greife. Dieser Paragraf erlaube Gemeinden, ohne Bedarfsprüfung im Flächennutzungsplan, ohne Umweltprüfung und ohne Naturschutzausgleich neue Wohnbaugebiete auszuweisen. Bronner sieht das größte Problem in ländlichen Gebieten wie in Oberschwaben und Hohenlohe, „wo man großzügig Fläche für Einfamilienhausgebiete verschwende, obwohl die Dörfer voller Baulücken und Leerstände sind“.

Das Umweltministerium erklärte: „Boden ist eine endliche Ressource und ein schützenswertes Gut - als Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen und für unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln. Deshalb können wir mit der aktuellen Entwicklung nicht zufrieden sein.Man halte am Ziel des Netto-Null-Verbrauchs fest, sei sich aber bewusst, „dass wir unsere Anstrengungen deutlich verstärken müssen. Diese Aufgabe betrifft alle Ressorts“, erklärte eine Sprecherin.

Montag, 20. Juni 2022

Update: Ostrachs Einwände wurden nicht berücksichtigt

28.4.22: Hier ist ein Blog-Post aus Ostrach zum Regionalverbands-Einspruch der Stadt.
Fast möchte ich den Verfasser beruhigen, indem ich ihn auf die vielen tausend abgewiesenen Einwände des Natur-, Umwelt- und Klimaschutzes verweise. Oder die der nicht weniger wichtigen Landwirtschaft, die hauptsächlich das Ziel verfolgten, den Flächenfraß zu begrenzen.
Es waren nur ganz wenige Einwände, denen gefolgt wurde, z.B. dem des Industrieverbands Steine und Erden.
Die vielen tausend Einwendungen wurden ja auch in Rekord-Tempo unmittelbar vor der Abstimmung durchgewunken, möchte ich sagen, ohne großen Vorlauf für die Regionalverbandsmitglieder. Die hatten nur ganz wenig Zeit sich thematisch damit zu beschäftigen. Schade eigentlich.....


Update 21.6.22: Der Verfasser von "Sofa" war nicht zufrieden mit meinem Vorspann und schrieb mir dazu folgende Zeilen:

Mir scheint, Sie haben diesen Eintrag etwas falsch verstanden.
Die Gemeinde Ostrach wird vom Regionalverband nach allen Regeln der Kunst abgewatscht!
Gott sei Dank! Alle Einwände der Gemeinde wurden zur Kenntnis genommen und damit Basta.
Hätte der Regionalverband die Einwände berücksichtigt, wäre im Wagenhart zusätzlich ein Kiesabbaugebiet im Umfang von 75 Hektar genehmigt worden.

„Geradezu ironisch führt der Regionalverband Ostrachs Gemeinderäte vor, wenn es um den Kiesabbau geht. Das geplante Abbaugebiet Jettkofen-Lohstock habe negative Auswirkungen auf die Schutzgüter Mensch, Natur und Umwelt und sei deshalb abzulehnen, so Ostrachs Gemeinderäte.
Dieser Einwand könne nun wirklich keine Berücksichtigung finden, meint der Regionalverband, wurde doch vor Kurzem sogar direkt anschließend zu diesem Kiesabbau ein Wohngebiet geplant.“
Wer neben einem Kiesabbaugebiet nach 13b auf die Schnelle ein Wohngebiet durchpeitscht, der hat doch beim Kiesabbau keine Skrupel. Sankt Florian halt.
In Jettkofen wird nicht abgebaut, 14 ha, dafür bieten wir 75 Hektar im Wagenhart an. Übrigens ein vollkommen intaktes Waldgebiet, wie mir der pensionierte Forstrat versicherte.


Hr. Schreijäg hat natürlich vollkommen recht. Niemand aus unserem Aktionsbündnis legt Wert auf die Umsetzung der oben genannten Vorschläge aus Ostrachs Gemeinderat.
Beides ist richtig: Die Gemeinde Ostrach agiert weder klug noch nachhaltig in Bezug auf ihre Flächenplanung. Indem Sie bereit ist, ein intaktes Waldgebiet zu opfern, offenbart sie fehlende Klimakompetenz.

Doch auch meine Kritik am Regionalverband ist nicht falsch: der erfolgte Umgang mit Einsprüchen ist nicht zeitgemäß und  ist auch nicht demokratisch korrekt. Mag sein, dass der Regionalverband aufgrund seiner gesetzlich verbrieften, ungeheuren Machtfülle damit durchkommt - stolz darf er darauf wahrhaftig nicht sein, denn er unterhöhlt damit unser Demokratiesystem und schadet uns allen dadurch letztlich.



SOFA Ostrach  

Schulnoten und Stellungnahme des Regionalverbands zu Ostrachs Einwänden zum Regionalplan

Samstag, 19. Juni 2021

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Baustopp für 1000-Kühe-Stall

17.06.2021 ∙ odysso - Wissen im SWR ∙ SWR Fernsehen
Logo odysso

Nach sechs Jahren Protest wurde der Bau eines 1000-Kühe-Stalls zwischen zwei Naturschutzgebieten bei Sigmaringen gestoppt. Grund sind fehlende Prüfungen zur Umweltverträglichkeit.

Doku über den 1000 Kühe Stall in Hahnennest  hier

Dienstag, 2. März 2021

Pressemitteilung: BUND-Beschwerde stoppt Bau des Megastalls Hahnennest in Oberschwaben

Das Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat die Bedenken des BUND Baden-Württemberg bestätigt und im Eilverfahren festgestellt, dass die Erteilung der Genehmigung zum Bau des Kuhstalles in Ostrach wohl rechtswidrig ist.

Stuttgart/ Ravensburg. Die Betreiber des Milchparks Hahnennest in Ostrach müssen den Bau des Megastalls für 1000 Kühe und 80 Kälber stoppen. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat am 23. Februar 2021 in einem Eilverfahren entschieden, dass der Widerspruch des BUND vom 4. April 2019 weiterhin aufschiebende Wirkung hat. Damit wird der Beschluss des Verwaltungsgerichts Sigmaringen vom 23. März 2020 geändert.
 
Unzureichende Vorprüfungen
Der Stall in Ostrach wäre in seiner geplanten Dimension eine Bedrohung für Natur und Umwelt. Der VGH kritisiert, dass das zuständige Landratsamt die Auswirkungen auf geschützte Lebensräume und ihre Artenvielfalt nicht ausreichend geprüft hatte, weil keine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt war. Die Überwachung des Grundwassers alleine kann einer Gefährdung des Grundwassers nicht wirksam entgegenwirken.
 
Der BUND ist sehr erleichtert über den Beschluss. „Der VGH hat klargestellt, dass die Erteilung der Genehmigung zum Bau und Betrieb des Megastalls voraussichtlich rechtswidrig war. Die Vorprüfung zum Stallbauvorhaben in Ostrach war nicht sorgfältig gemacht. Es darf nun keine weiteren Baumaßnahmen geben. Nach den klaren Aussagen des VGH gehen wir davon aus, dass auch in der Hauptsache die Genehmigung keinen Bestand haben wird und der 1.000 Milch-Kühe nicht wie beabsichtigt gebaut werden kann“, beschreibt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg. „Mit dem Beschluss hat der VGH auch die Klagerechte der Umweltverbände gestärkt.“
 
Bedrohung für Natur und Umwelt
„Wir hätten uns gewünscht, dass Planer*innen, Genehmigungsbehörden und der Petitionsausschuss unsere Bedenken und Hinweise auf die rechtswidrige Planung viel früher ernst genommen und eine Umplanung erwirkt hätten – mit einem deutlich kleineren Stall und Maßnahmen zur Verbesserungen für Grundwasser und Biodiversität. Den Weg in eine industrielle Landwirtschaft geht der BUND nicht mit“, betont Ulfried Miller, Regionalgeschäftsführer des BUND Bodensee-Oberschwaben.
 
Weitere Megaställe in Planung
Der geplante Megastall in Ostrach ist nicht der einzige in Baden-Württemberg. Mehrere Mängel, die der VGH in diesem Fall rügte, sind auch beim Kobeleshof bei Ellwangen und beim 8000-Schweine-Stall in Langenburg-Nesselbach vorhanden. Gegen das Bauvorhaben des Kobeleshofes geht der BUND juristisch vor. Die Haltungsbedingungen in solchen Ställen, in denen Tiere auf engem Raum zusammengepfercht sind, führen zu großem Leid. Zudem beschleunigen solche industriell geführten Anlagen das Sterben von kleineren Höfen und treiben die Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen nach oben.


Hintergrund:
Die 
Beigeladene im Prozess, eine bürgerlich-rechtliche von vier Landwirten verfasste Gesellschaft, betreibt in unmittelbarer Nähe zum Kuhstall eine Biogasanlage, in der sie die Rindergülle und den Rindermist des Stalles verfeuern will. Dazu beantragte sie eine immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung. Das Landratsamt hielt damals eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht für notwendig. Im Februar 2019 erteilte es den Betreibern eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Dagegen erhob der BUND am 4. April 2019 Widerspruch. Das Verwaltungsgericht Sigmaringen lehnt seinen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab – zu Unrecht, wie das VGH jetzt urteilte.
 
Weitere Informationen:
Webseite des BUND Baden-Württemberg zu Landwirtschaft: https://www.bund-bawue.de/themen/natur-landwirtschaft/landwirtschaft/
Webseite des BUND Bodensee-Oberschwaben zum Stall in Ostrach: https://www.bund-bodensee-oberschwaben.net/themen-projekte/naturschutz-planung/planungsvorhaben/


10 Gründe gegen 1.000 Kühe 

Lesen Sie hier, warum wir den Mega-Stall in Ostrach-Hahnennest ablehnen

Montag, 1. März 2021

Schwäbische: Trinkwasserschutz contra Kiesabbau

Heute war im Mail-Postfach ein Artikel über den Kiesabbau im Wagenhart und daraus resultierende Trinkwasserprobleme in Bad Saulgau. ( Link auf die online Ausgabe ist  nur für Abonnenten)

Mit dabei folgende Info:  Die Angabe von 100 ha Kiesabbau im Wagenhart in dem Artikel stimmt nicht. Allein Wagenhart Ostrach /Hoßkirch sind schon 150 ha.
Die in Rede stehende Kiesgrube, gegen die sich der Zweckverband wendet, umfasst 24 ha.


Aus dem Umweltbericht zum Regionalplan, S.41 aus dem Jahre 2018:

„Nitrat stellt die Hauptbelastung des Grundwassers in der Fläche dar. An jeder elften Messstelle wird eine Überschreitung des Schwellenwerts der Grundwasserverordnung bzw. des Grenzwertes der Trinkwasserversorgung festgestellt … Insbesondere der gefährdete Grundwasserkörper 2. 3 (Oberschwaben – Wasserscheide – Nitrat) stellt für die Region eine Vorbelastung dar“
 Im Mittelpunkt der Karte gefährdeter Grundwasserkörper stehen Bad Saulgau und Ostrach. 

Müsste das nicht schon lange hinreichend bekannt sein bei Wasserversorger und Verwaltung?


Auszüge aus dem Artikel in der Schwäbischen Zeitung, 24. 02. 2021

Wasserversorgung Hundsrücken wendet sich gegen Regionalplan im Wagenhart

Der Zweckverband Wasserversorgung Hundsrücken wendet sich gegen den im Regionalplan festgesetzten Ausbau des Kiesabbaus im Wagenhart, einem Waldstück zwischen Bolstern und Heratskirch. Der Zweckverband befürchtet negative Auswirkungen auf die Wasservorkommen bei Wagenhausen. 

Um möglichst fachgerecht zu argumentieren, beauftragte die Verbandsversammlung am Donnerstag im Stadtforum Bad Saulgau das Büro Bieske und Partner aus Lohr zu einer Stellungnahme. ...

Über 100 Hektar, eine Vielfaches der bestehenden Abbaufläche des Kieswerks Wagenhart, sollen über viele Jahre für den Kiesabbau zur Verfügung stehen. In der derzeit geltenden Form sieht die Hundsrücken-Gruppe eines ihrer wichtigen Wasservorkommen gefährdet.
„Die Flächen liegen voll im Wasserschutzgebiet Wagenhauser Tal........

Der technische Leiter der Stadtwerke warf eine lange Liste möglicher Gefährdungen des Wassers an die Wand. Dazu zählen beim Abbau die „Verminderung des Schutz- und Reinigungsvermögens von grundwasserüberdeckenden Schichten“, je nach Fläche und Tiefe des Abbaus oder den Verlust von Waldflächen als natürlicher Zwischenspeicher für die Grundwasserneubildung. Aber auch durch Folgenutzungen beispielsweise als „wilde Deponie“ oder das Verfüllen von Hohlräumen mit Material unbekannter Herkunft, sieht der Vertreter des Zweckverbands als Gefährdungen für den Bestand und Qualität des Trinkwassers aus dem Wagenhauser Tal. 

....Lieferungen der Wasserversorgung Hundsrücken an die Stadtwerke Bad Saulgau. Wasser aus dem Wagenhauser Tal soll durch Zumischung die Nitratwerte in der Wasserfassung Mannsgrab in Bad Saulgau senken. .... Übelhör: „Wir wissen jetzt, das Wasser steht im Wagenhauser Tal nicht in unbegrenztem Maß zur Verfügung. ....

Mittwoch, 17. Februar 2021

Immer wieder § 13b

Es gibt einen Beitrag  zum Thema 13b auf Deutschlandfunk 

Deutschlandfunk zum § 13b



Jörg schreibt zum Thema: 

"Heute ist eine Streuobstwiese in Heudorf für ein 13b Baugebiet gefallen. Schlimmer fast ist noch der Verlust der schönen Wiese direkt am Waldrand.
Alles legal, auch der § 33a des neuen Naturschutzgesetzes,  der Streuobst unter Schutz stellt, zählt nicht. Daher bleibt dran - mit dem neuen Regionalplan geht`s grad weiter so."

Nicht nur dass die alten Riesen fallen, die zur Biodiversität in großem Umfang beitragen - nein, nicht mal den bescheidenen Naturschutzausgleich will man tragen.

Wo stellt man sich der Verantwortung in der Gemeinde?


Es gab schon eine  Kundgebung vom Kreisvorstand der Sigmaringer Grünen dazu 



Und dann gibt es da noch den Blog "Sofa" in Ostrach, das auch noch zum Kreis Sigmaringen zählt.

Der Verfasser hat sich eingehend mit §13 b in Ostrach beschäftigt und diese aussagekräftige Tabelle erstellt:

In 3 Jahren  27 ha Sonderzuschlag an Baugebieten, die nicht im Flächennutzungsplan auftauchen und für die kein Naturschutz- Ausgleich geleistet wurde.
Nicht schlecht Ostrach, in der Sache habt ihr sicher eine Spitzenposition im traurigen Ranking inne!

Im Blog steht weiterhin zu lesen:

Die Standardgröße eines Fußballfeldes beträgt 0,714 ha. Die Summe der Bauflächen entspricht somit 38 Fußballfeldern. Die Summe der Gewerbeflächen entspricht 28 Fußballfeldern. Eine Fläche im Umfang von 66 Fußballfeldern haben Ostrachs Gemeinderäte somit in letzter Zeit zur Versieglung freigegeben. In diesem Sinne ein dreifaches Hip Hip, Hurra! Der Kiesabbau umfasst 274 Fußballfelder. Aber die werden ja wieder renaturiert. Vielleicht.

Blog Sofa in Ostrach zum Flächenverbrauch


Und außerdem kam noch die Bitte : Schreibt Leserbriefe!

Ravensburg: da sind sechs § 13 b Baugebiete geplant.
Von wegen, der Regionalplan schränkt die Kommunen eine. Überall sind große weiße Flächen um sie herum und das zusätzlich zu den schon  „geschenkten“ Flächen .

In Bad Wurzach sind 10 (zehn !)  13b-Flächen geplant, das ist der Winner.
Danach belegen die Plätze Horgenzell und Saulgau.