Samstag, 10. Oktober 2026

Ein neues Kürzel für eine sehr bekannte Taktik.

 

Daniel Mautz

Stell dir vor, du erfindest eine Fahrzeugkategorie und nennst sie nach dem Kraftstoff, den es in relevanter Menge noch gar nicht gibt.

VEEF steht für "Vehicles Exclusively on Renewable Bio- and Synthetic E-Fuels", also Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Bio- oder synthetischen Kraftstoffen betrieben werden dürfen. 

Klingt grün. Ist es aber nur auf dem Papier. Berlin und Paris verhandeln gerade, diese Kategorie als offiziellen Ausweg aus dem EU-Verbrenner-Aus von 2035 zu etablieren. Wer sein Auto als VEEF zulässt, soll vom geplanten Verbot ausgenommen werden.

Das Problem ist handfest. HVO, der derzeit bekannteste Vertreter dieser Kraftstoffe, ist zu großen Teilen mit Palmöl und Entwaldung verbunden und nicht in Mengen verfügbar, die eine europäische Neuwagen-Flotte auch nur ansatzweise versorgen könnten. 

Synthetische E-Fuels brauchen für dieselbe Fahrstrecke ein Vielfaches des Stroms, den ein Elektroauto benötigt. Den Strom, den wir ohnehin erst in ausreichender Menge produzieren müssen.

Was VEEF in der Praxis bedeutet, ist weniger eine technische Kategorie als ein regulatorisches Schlupfloch. Verbrennerplattformen bleiben konkurrenzfähig. 

Investitionen in echte Transformation werden aufgeschoben. Und die Klimakatastrophe wartet nicht auf einen Kompromiss, der vor allem der Autoindustrie Planungssicherheit für gestern verkauft.

Ein neues Kürzel für eine sehr bekannte Taktik.


Focus: https://lnkd.in/e482CCjS   Sebastian Viehmann  08.10.2026

Verbrenner-Verbot könnte für Klimasprit-Autos wegfallen

Das geplante Verbot aller Neuwagen mit Benzin-, Diesel-, Hybrid- und Gasantrieben ab 2035 könnte nach einem EU-Kompromiss durch eine neue Regelung ersetzt werden. Die Details bleiben aber unklar.

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