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Mittwoch, 2. November 2022

L 317: Anwohner:innen bremsen Klimasünder mit Gehzeugen aus

Mit einer symbolischen Aktion der besonderen Art auf der L317 am heutigen Mittwoch (2. November 2022) drückten Anwohner:innen aus Oberankenreute, Schlier, Weingarten und Wolfegg ihre Empörung über "business-Zerstörung as usual" von Forst BW, Lokalpolitik und privatwirtschaftlichen Interessen in Zeiten der "Klimakatastrophe" aus. Mit sogenannten "Gehzeugen" [1], Holzgestellen in der Größe eines PKWs, die zu Fuß getragen werden und auf der Straße nach § 25 StVO auf der Straße transportiert werden müssen, verlangsamten sie für mehr als eine Stunde den Lasterverkehr bei der Kiesgrube Tullius bei Oberankenreute. Die Gruppe aus 35- bis 70- jährigen Bürger:innen stellt sich gegen die ungebremste Ausbeutung des Altdorfer Waldes durch Kieskonzerne.

Mit Botschaften wie „Eure Gewalt gegen das Leben ist unermesslich! Kapitalterroristen“ und „Der Weg zur Klimahölle wird gekiest“ fordern sie Wald- und Klimaschutz über die Partikularinteressen einzelner Konzerne zu stellen. „Unfassbar, dass hier wertvoller Staatswald, der der Allgemeinheit gehört, für private Profite geopfert wird. Was muss noch passieren, damit sich Politik eindeutig dem Gemeinwohl verpflichtet und Klimaschutz ernst nimmt?“, fragt Martin Lang (56) aus Oberankenreute. 

Den Ort für ihre Aktion hat die Gruppe bewusst gewählt. In den frühen Morgenstunden des 13. Oktober dieses Jahres ließ ForstBW mit Hilfe eines massiven Polizeiaufgebotes drei Hektar Buchen- und Mischwaldbestände für die Erweiterung der Kiesgrube Tullius roden [2]. Gudrun Bosch (47) aus Schlier dazu: „Alle, die hier spazieren gehen, Sport treiben und den Wald als ihr Naherholungsgebiet nutzen, sehen, wie hier die Natur vor der eigenen Haustür zerstört wird. So etwas auch noch in Zeiten der Klimakrise zu genehmigen, ist ein absolutes Unding und nicht verständlich. Selbst der wertvolle Waldboden ist von den schweren Rodungsfahrzeugen völlig kaputt. Ich frage mich: Wie erklären wir das unseren Kindern und Enkeln?"

Sonntag, 16. Oktober 2022

Klimaaktivist*innen spannen Banner an Rodungsfläche bei Kiesgrube

Ergänzung zur Pressemitteilung vom 15.10.22von Samuel Bosch:


"Am Sonntag Nachmittag spannten Klimaaktivist*innen ein weiteres Banner mit der Aufschrift "Vorsicht Klimahölle" zwischen zwei Bäume direkt am Rand der Rodungsfläche bei Oberankenreute. Das Banner spricht Spaziergänger*innen, Radfahrer*innen an, die sich im Altdorfer Wald eine Auszeit nehmen.
Gesunder Mischwald (nicht, wie fälschlicher Weise oft zu lesen ist, Fichtenmonokultur) wurden für die Erweiterung der Kiesgrube gefällt.

Bei dem sonntäglichen Waldspaziergang in der weiterhin bestehenden Waldbesetzung Abzweigung Grund/Alti, war unter den vielen Besucher*innen die Betroffenheit, über den nur 3 km vom Alti entfernten Kahlschlag im Wald, deutlich spürbar."


Pressemitteilung vom 15.10.2022

Nach der erneuten Rodung zur Erweiterung der Kiesgrube Tullius bei Oberankenreute brachten Klimaaktivist*innen am heutigen Samstag um 14 Uhr zwei gut sichtbare Banner in den noch verbleibenden Bäumen neben der Straße L 317 an. Mit dem Aufdruck" Wer Bäume fällt wird Klimachaos ernten" möchten sie auf die weitere klimaschädliche Zerstörung durch die Fällung gesunder Bäume im Altdorfer Wald aufmerksam machen.

Ein zweites Banner trägt den Aufdruck "Vorsicht Klimahölle" mit einem Pfeil in Richtung des am Donnerstag geschaffenen Kahlschlags.

Lukas Häfele (35) aus Wolfegg dazu:" Einfach nur traurig, dass Zerstörung von Trinkwasser und Wald in Zeiten von Wasserknappheit auch noch von einem beschämenden Großaufgebot der Polizei ermöglicht wird." 

Am 13.10.2022 wurde in der Morgendämmerung die Landstraße 317 durch einen "überdimensional" großen Polizeieinsatz weiträumig gesperrt, um die Rodung der Bäume unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. Die Klimaaktivist*innen weisen darauf hin, dass die Rodung vergangenen Donnerstag nur ein kleiner Vorgeschmack ist, von dem, was an Waldvernichtung im Regionalplan auf uns zukommt. In vielen Gesprächen brachten Anwohner*innen ihren Ärger zum Ausdruck, dass durch den Polizeischutz für die klimaschädliche Rodung Steuergelder, die besser für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt werden können, verschwendet wurden. Rodungen werden sonst nicht im Beisein der Polizei durchgeführt. 

"Es wurde sichtbar, dass private Profitinteressen mit einem Großaufgebot an Polizeieinsatzkräften gegen den Willen vieler Anwohner*innen durchgesetzt wurden. Es macht mich betroffen, auf diese Weise die Zerstörung der Zukunft meiner Kinder und aller Menschen hilflos mit ansehen zu müssen." so Gudrun Bosch, 47, Mutter zweier Söhne aus Schlier.  

Die Anwohner*innen aus den umliegenden Gemeinden bekräftigen ihre Entschlossenheit, die bestehende Besetzung im Altdorfer Wald bei der Abzweigung Grund im dritten Winter verstärkt unterstützen zu wollen. Bei der Mahnwache am Donnerstag vor der Linse in Weingarten wurde deutlich, dass viele Menschen gegen die Rodungen für den Kiesabbau im Altdorfer Wald sind. Im Anschluss an die Mahnwache wurde der Dokumentarfilm zu den Anfängen der Altdorfer Waldbesetzung "90 Meter" von Claudio Brauchle gezeigt. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Klimaaktivist*innen, im ausverkauften großen Saal in der Linse, unterstrichen viele Gäste ihre Sympathie mit den Waldbesetzer*innen. 

Wer sich von einem wunderschönen, bisher noch intakten Waldstück überzeugen möchte, ist jeden Sonntag um 14 Uhr zum Waldspaziergang in die Waldbesetzung im Altdorfer Wald herzlich eingeladen.

Dienstag, 12. April 2022

Manne Walser: Redebeitrag "Wald,Wind und Kies"

Das ist der Redebeitrag  von Manne Walser von der Demo am 2.4.22  in Ankenreute.
Er ist Autor der Gutachten der Scientists zum Regionalplan und Raumplanungsexperte beim BUND.

Hallo zusammen, ich heiße Manfred Walser, bin aktiv im BUND Ravensburg-Weingarten und bei den Scientists for Future.
Ich stelle meinen Beitrag unter den Titel Wald, Wind und Kies 


Ich fange mir dem Kies an.
Da könnte ich allein eine Stunde darüber reden, aber ich will mich auf drei Punkte beschränken: 

Punkt 1) Der Export Der Export zeigt sich im Preis für Kies. In Deutschland liegt der Preis pro Tonne Kies durchschnittlich bei 10 Euro, in Österreich bei 17 Euro und in der Schweiz bei 20 Euro. Die kürzlich veröffentlichte Rohstoffstudie der Bodenseeregion zeigt, dass die Standorte in der Nähe der Grenze zu Vorarlberg und der Schweiz durchschnittlich 6 Euro mehr für die Tonne Kies verlangen können als die grenzfernen Standorte. Das ist nur möglich, weil sie die Möglichkeit zum Export in die Nachbarländer haben. Da könnte man natürlich politisch gegensteuern.
Vorarlberg erhebt z.B. im eigenen Land ein Naturschutzabgabe auf den geförderten Kies. Baden-Württemberg verweigert eine solche Abgabe. Das verstehe ich nicht. 

Punkt 2) Recycling- Beton- Kies ist ein nicht erneuerbarer Rohstoff. Das bedeutet, er sollte so sparsam wie möglich verwendet und nach Möglichkeit wiederverwertet werden. Das geht zum einen dadurch, dass man Gebäude saniert, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Außerdem durch durch die Verwendung alternativer Baustoffe wie Holz und Lehm Und natürlich durch Betonrecycling.
Die Recyclingquote für Bauschutt in BaWü klingt zuerst einmal ganz ordentlich: 94%. Aber das meiste wird nicht recycelt sondern downgecycelt und als Schüttmaterial im Straßenbau verwendet.

Obwohl das Recycling und die Wiederverwendung des Materials als Betonrohstoff technisch ausgereift sind. Recyclingbeton kostet nur ungefähr 10% mehr als der Beton aus frisch gefördertem Kies. Er ist aber in der Architektenszene wenig bekannt und wird von Verwaltungen mangels Erfahrungen kaum ausgeschrieben. Und es fehlen Standorte für die Aufbereitung des Bauschutts. Mehr Nachfrage würde die Wertschöpfungskette ankurbeln und das System wirtschaftlicher machen. Da müsste die öffentliche Hand Vorreiter sein. 

Also wenn es schon Beton sein muss: Wie wäre es z.B. mit dem Recycling von alten, stillgelegten Baustoffdeponien? Oder wie wäre es, nicht nur den Abbau von Kies mit Abgaben zu belegen, sondern auch die Deponierung von Betonresten zu verteuern und damit einen zusätzlichen Anreiz für die Verwendung von Recyclingbeton zu schaffen? Da kommt sofort der Schrei nach den hohen Baukosten die das Wohnen verteuern; so argumentiert u.a. auch die Landesregierung. 

Aber das ist Humbug: Die Mehrkosten für Recyclingbeton Betragen für eine 100 m² Wohnung etwa 250.- €, das würde bei der Wohnungsmiete dann gerade mal 1 Euro im Monat ausmachen. 

(Berechnung: Man hat ungefähr 120 kg Kies für einen Kubikmeter Mehrfamilienhaus vom Baujahr 1962 gebraucht, denn in der damaligen Bauweise waren 44% der Baumasse Beton, und davon sind wiederum 4/5 Kies und Sand. Das ergibt ca. 700 kg Kies pro m² pro Nutzfläche (Das Verhältnis zwischen Nutzfläche und umbauten Raum beträgt im Geschosswohnungsbau ungefähr 1:6 oder 1:7). Dies Kosten für Beton betragen mit Stand heute in dieser Region durchschnittlich 12-18 Euro, d.h. allein die Betonkosten liegen bei 8,50 – 12,50 €/ m² Wohnfläche. 10 - 20 Prozent Mehrkosten für Recyclingbeton ergeben dann 1,70 – 2,50 €/ m² Wohnfläche. 

Die Mehrkosten liegen also für eine 100 m²- Wohnung bei 250.- €. Und wenn man bedenkt, dass die Investition für so ein Haus über mindestens 20 Jahre abgeschrieben wird, dann ergibt sich daraus eine Mietpreiserhöhung von 1 Cent pro m².) 

Punkt 3) Ich habe Zweifel an der Datenqualität: In der Unternehmensbefragung haben im Landkreis Ravensburg, in dem der Altdorfer Wald liegt, nur knapp ¼ der befragten Standorte geantwortet. Das reicht in meinen Augen nicht für eine Fakten-basierte Analyse.
Zumal die Studie nichts darüber aussagt, wie viel Prozent der Abbaumenge durch dieses Viertel erfasst sind. Hätte ich ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung, dann würde ich mich intensiv in die Studie und die Quellen hineinarbeiten. Aber dafür langt es gerade leider nicht. 


Aber verlassen wir den Kies und kommen zum Wind
Da muss ich etwas ausholen und zuerst auf unseren Energiehunger eingehen: In einer Pressemitteilung haben wir vor zwei Wochen geschrieben: 

Leider kommen wir beim Energiesparen überhaupt nicht voran.
Seit 30 Jahren ist der Endenergieverbrauch pro Bundesbürger konstant hoch
und liegt bei etwa 85 kwh/Tag.
Jede*r Deutsche hat damit — bildlich gesprochen — 100 Radfahrer im Einsatz,
die täglich 10 Stunden für den persönlichen Energiehunger strampeln
.“ 

Und der Bedarf nimmt zu: Heizungen werden auf Strom umgestellt, die Mobilität wird auf Strom umgestellt und die Digitalisierung hat einen hohen Strombedarf. Das bedeutet:
Bei den Verhaltensänderungen sind wir realistisch betrachtet viel zu langsam. 

Aber das Klima interessiert sich nicht dafür, wie viel Zeit wir zur Änderung unseres Verhaltens benötigen. Es erwärmt sich einfach Grad um Grad.
Die Wissenschaft sagt (in einer für wissenschaftliche Aussagen seltenen Klarheit und Eindeutigkeit), dass wir noch einen Zeitkorridor bis etwa 2035 haben, in dem wir substantielle Verbesserungen erreichen müssen, um dann 2050 die Klimaneutralität zu schaffen.
Das geht nicht ohne den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Ohne Photovoltaik und Windkraftwerke können wir die fossile und atomare Energie nicht schnell genug ersetzen. Selbst wenn wir alle theoretisch in Frage kommenden Dächer nutzen, und dazu Parkplätze und hoffentlich bald Obstplantagen usw. - selbst dann können wir nur etwa ein Viertel unseres Endenergieverbrauchs aus Photovoltaik produzieren. 

Wenn wir die Zahl der Windräder in Deutschland verdoppeln und die vorhandenen 30.000 Windräder „repowern“, können wir damit ungefähr die Hälfte unseres Energiebedarfs decken.
Die wesentlich geringeren Potentiale der Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft müssen zusammen mit dem Energiesparen dann das restliche Viertel besorgen. 

(Berechnung: Alle Dächer in D haben 1.500 km². Wenn wir sie alle mit Fotovoltaik belegen - und 3.500 km² Freiflächen dazu (Parkplätze, Kiesgruben, Wasserflächen, Straßen aber auch Äcker und Wiesen und hoffentlich bald Obstplantagen ) deckt die Sonne gerade ein Viertel unseres Endenergieverbrauchs – nämlich 28 kwh/Tag. Wenn wir die Zahl der Windräder in D verdoppeln und die vorhandenen 30.000 Windräder „repowern“ könnten wir ca. 40 kwh/Tag erneuerbar machen. Den Rest machen wir mit Bioenergie (12 kwh - Achtung: flächenintensiv) und Geothermie (8 kwh) und Wasser (1 kwh). ) 

Wir können es uns nicht mehr leisten zu sagen, man solle doch zuerst diese oder jene Energieform nutzen: Angesichts der Dringlichkeit müssen wir alle regenerativen Energien zugleich und mit großer Kraft vorantreiben. (Auf die Träume vom sauberen Atomstrom und technischer CO2- Speicherung gehe ich nicht näher ein, denn das sind in meinen Augen unseriöse Diskussionen, die nur vom Thema ablenken sollen.) 

Und damit komme ich zu meinem dritten Thema,
dem Altdorfer Wald

 Ja, auch hier im Wald brauchen wir Windräder. Denn die Stellen, die überhaupt für Windräder in Frage kommen, weil hier genug Wind weht und weil wir ausreichend Abstand zu Wohngebieten haben sind sehr begrenzt. Die müssen wir alle nutzen. 

(„Leider wird es nicht möglich sein, die Zahl der erforderlichen Windkraftanlagen nur im Offenland bzw. in ausgeräumten Agrarlandschaften zu bauen. Wir brauchen dazu auch Flächen im Wald. Wenn man nämlich die Windpotentialflächen in Ba-Wü mit Windleistungsdichte von mindestens 215 W/m² in 160 m Höhe über Grund mit den Restriktionen (Lärm, Naturschutzgebiete, Militär…) überschneidet, fällt das Offenland wegen der dichten Siedlungsstruktur ziemlich heraus“, so in einer Antwort-Mail der BUND-Regionalgeschäftsstelle Bodensee-Oberschwaben.) 

Aber natürlich darf das nicht auf Kosten der Natur gehen. Das zeigt der neueste IPCC-Sachstandsbericht, der viel stärker als frühere Berichte den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Landnutzung und Ökologie thematisiert. 

Und der Verlust an Biodiversität ist ja neben dem Klimawandel die zweite existentielle Krise, die immer etwas im Schatten des Klimawandels steht. Wir müssen enorm aufpassen, dass wir die zwei Themen nicht gegeneinander ausspielen. Deswegen müssen wir gut planen. 

Aus unserer Sicht sind im Wald vor allem die Flächen interessant, die bereits von Schädlingsbefall oder Windwurf  betroffen sind oder eine geringe Arten- und Strukturvielfalt haben, wie z.B. eintönige Fichtenmonokulturen. Auf keinen Fall kommen Flächen in Frage, die der Naturschutz braucht: Biotope, FFH-Gebiete, Wildtierkorridore usw. Und wir benötigen die Flächen in der Nähe von Straßen, um den Flächenverbrauch für die Infrastruktur – für den Bau und den Betrieb – möglichst gering zu halten. Solche Standorte gibt es im Altdorfer Wald. 

Und wir benötigen gebündelte Naturschutzmaßnahmen, z.B.: • Artenhilfsprogramme für windkraftsensible Arten; die Ausweisung von weiteren Bann- und Schonwaldbereichen im Altdorfer Wald kann einen gewissen Ausgleich bieten. •
Außerdem bieten zeitlich begrenzte Abschaltungen von Windkraftanlagen Schutz für bestimmte Tierarten. • Auch die Gestaltung von Flächen (unattraktiv für bestimmte Arten im näheren Umfeld, attraktiv zur Nahrungssuche im weiteren Umfeld etc.) ist eine mögliche Maßnahme.

Fazit : Die Naturschutzverbände in der Region arbeiten gerade gemeinsam an solchen Kriterien.
Und wenn man vernünftig plant und nicht nur darauf schaut, welche Fläche am einfachsten zu bekommen sind, dann kriegen wir das auch einigermaßen verträglich hin.

Aber da müssen wir zusammenhalten. Es geht darum, Klimaschutz und Naturschutz zusammen zu bringen und nicht darum, dass jeder nur sieht, was vor seiner Haustüre passiert. 

Dienstag, 5. April 2022

Update: Die Entscheidung ist gefallen in Ankenreute

Update: Pressemitteilung von 06.04.2022 

Gemeinderat Schlier stimmt trotz Protest für Vollsortimenter auf der grünen Wiese

Am Dienstag den 5.4. fand ab 17 Uhr in der Turn- und Festhalle in Wetzisreute die Sitzung des Gemeinderats Schlier statt.
Ab 16 Uhr gab es deshalb eine Rad-Demo vom  Dorfladen in Unterankenreute zur Sitzungshalle, an der sich über 30 Bürger*innen beteiligten. 

Grund dafür war einer der Tagesordnungspunkte, in dem darüber entschieden wurde, ob ein Vollsortimenter in die Gemeinde Schlier, in das geplante neue Gewerbegebiet bei Wetzisreute, einziehen wird. Dies war bereits davor lange diskutiert worden, da unter anderem durch den Einzug eines Vollsortimenters der, in Unterankenreute bereits seit über zehn Jahren bestehende Dorfladen in seiner Existenz gefährdet wird. 

Dienstag, 29. März 2022

Jetzt lehnen sich auch Bürger*innen gegen den Kiesabbau im Altdorfer Wald auf

Am 02.04.2022 laden Bürger*innen zu einer Demonstration  durch Ankenreute ein
Thema ist, wie so oft, der Kiesabbau im angrenzenden Altdorfer Wald.
Um 16 Uhr startet die Versammlung mit Redebeiträgen am Dorfladen in Unterankenreute.
Im Anschluss gibt es einen Demonstrationszug, erst durch das angrenzende Wohngebiet und nach einer Zwischenkundgebung in Oberankenreute, unweit der Kiesgruben, geht es über die Hauptstraße des Dorfes in der Gemeinde Schlier zurück zum Dorfladen. 

"Wir sagen laut: "Stopp - es ist genug!"  Genug Umweltzerstörung vor unserer Haustür, da haben wir schon viel zu lang nur zugesehen. Deshalb gehen wir jetzt als Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und machen deutlich, dass wir gerade jetzt in der Klimakrise diese unnötige Zerstörung des Altdorfer Waldes nicht dulden." erklärt Ulla Köberle-Lang (53) aus Oberankenreute die Beweggründe der Demonstrierenden. 

Ankenreute liegt direkt am Rand des Altdorfer Waldes, wo bereits zwei Kiesgruben existieren. Zuletzt gab es eine kurzzeitige Besetzung eines an der Kiesgrube gelegenen Waldstückes, um es gegen die bevorstehende Rodung zu schützen. Diese wurde von der Polizei mit Großeinsatz geräumt und direkt gerodet. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Flächen wurden am gleichen Standpunkt im neuen Regionalplan rund 30 weitere Hektar Wald für den Kiesabbau beantragt, das entspricht einer Fläche so groß wie 42 Fußballfelder. 

 Seit Jahrzehnten gibt es massiven Widerstand gegen den Kiesabbau in der Region, welcher jedoch bisher scheiterte.

"Uns wird ein gigantisches Loch in den Vorgarten gegraben, welches dann für Jahrzehnte dort bleibt und immer weiter vergrößert wird. Stückchenweise wird uns unser Wald weggenommen und damit auch unser Naherholungsgebiet und unser Trinkwasserfilter. Aber die größte Schweinerei dabei ist, dass der Kies gar nicht bei uns landet, sondern zu einem nicht unbedeutenden Anteil ins Ausland exportiert wird, um viel Geld damit zu machen." so Johanna Kugler, Mutter von zwei Kindern, aus Hintermoos. 

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Anwohner*innen zusammen mit Aktivist*innen aus der Besetzung im Altdorfer Wald an verschiedenen Ort für die Demonstration geworben. So wurden Flyer verteilt, Plakate in Läden gehängt und sympathisierende Anwohner*innen hängten sogar Banner an Gartenzäune und Balkone.



Freitag, 18. März 2022

Pressemitteilung vom 18.03.2022 - Demo am 2.4.22anken

 

Aktivist*inen beginnen Mobilisationskampagne zur Kies-Demo in Oberankenreute mit Banner

 Am morgen des 18.03.2022 hängten Anwohner*innen und Aktivist*innen ein Banner mit der Aufschrift "Für Naherholungsgebiet, Trinkwasser und Waldschutz! Gegen Kiesexporte aus Oberankenreute! Kommt zur Demonstration am 02.04. um 16 Uhr am Dorfladen" an die Laterne in der Mitte des Kreisverkehrs in Unterankenreute auf. 

Mit der Aktion beginnen sie ihre Mobilisationskampagne für die Demonstration am 02.04.2022, welche sich gegen den "Kiesexport aus Oberankenreute" richtet.

 "Nach der Rodung bei Oberankenreute wollen wir nicht Trübsal blasen, sondern den Verantwortlichen zeigen, dass wir viele sind" so Anwohner und Waldbesetzer Martin Lang (55) aus Oberankenreute. "Es darf nicht sein, dass unser schöner Wald, unser Naherholungsgebiet, regelrecht an Unternehmen verscherbelt wird. 30 ha Wald allein bei Ankenreute, das ist zu viel!" so Lang weiter.

Am 22.02.2022 wurde die Notbesetzung im Waldstück bei Ankenreute begonnen und kaum 24 Stunden später wieder geräumt, alle Bäume wurden gerodet. Sie richtete sich vor allem gegen das, aus Sicht der Aktivist*innen, immer stärker wachsende Verlangen nach Waldflächen zur Kiesgewinnung. Aus dem selben Grund organisiert eine ähnliche Gruppe nun die angemeldete Demonstration durch Ankenreute. 

"Die Verantwortlichen geben vor die Region mit Kies versorgen zu wollen. Aber in Wahrheit verscherbeln sie ihn nach Österreich. Nur darum muss immer mehr Wald dem Kiesabbau weichen."so Samuel Bosch (19) aus Schlier.

"Es geht um unsere Zukunft! Wenn nicht jetzt zukunftsgewandt gehandelt wird, fliegt uns das Klima bald um die Ohren." fügt Charlie Kiehne (19) hinzu.

 


Donnerstag, 17. März 2022

Demo in Ankenreute am 2.4.22


 Für unser Naherholungsgebiet, unser Trinkwasser und den Waldschutz🌳💧🍄

Demonstriert deshalb mit uns am Samstag den 02.04. 2022 in Ankenreute✊🌳🌲

Um 16 Uhr treffen wir uns am Dorfladen in Unterankenreute und laufen dann nach Oberankenreute.

Wir wollen, dass nicht noch mehr Kieslaster durch unser Dorf fahren, um den Kies für viel Geld ins Ausland zu verkaufen 🚫🚛

Gemeinsam machen wir als bunte, offene Demonstration deutlich, dass hier niemand eine unendlich wachsende Kiesgrube haben möchte❗️

Wir machen deutlich, dass wir die Umweltzerstörung für Profite vor unserer Haustüre nicht länger zulassen🌳🏡

Auf der Demo muss eine Maske getragen und die Abstände eingehalten werden.