EU-Parlament stimmt für Verschiebung von Waldschutzgesetz
Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Samstag, 16. November 2024
Vorhaben um 1 Jahr verschoben: Waldschutzgesetz
Mittwoch, 13. November 2024
Infobrief des Landesnaturschutzverband BW vom 8.11.24
Infobrief Nr. 11 vom 08. 11. 2024
Download-Link auf pdf: LNV-Infobrief November 2024 hier
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Samstag, 26. Oktober 2024
Eine innovative Idee zur Rettung der Wälder
hier Jakob Pallinger 23. Oktober 2024,
Brasilien will mit einem innovativen Fonds Milliarden Dollar für den Schutz der Wälder mobilisierenMontag, 7. Oktober 2024
Die Lage im Wald macht die Hoffnungen gründlich zunichte, mit Hilfe des Waldes die Klimaziele erreichen zu können
Spektrum hier 05.10.2024 von Thomas KrumenackerNeue Bundeswaldinventur : Warum der Wald als Klimaschützer ausfallen wird
Dienstag, 28. November 2023
Der deutsche Wald: Von der Katastrophe zur Jahrhundertchance?
Auch im Altdorfer Wald, in Oberschwaben und im Bodenseeraumgeht es um den Umbau des Waldes, wie überall....
Es lohnt sich diesen Artikel im Original in ganzer Länge zu lesen, zahlreiche Bilder unterstreichen den Artikel.
Deutschland steht vor der größten Wiederaufforstung seiner Geschichte. Dürre, Borkenkäfer und Stürme haben in den vergangenen Jahren mehr als 500.000 Hektar Wald zerstört. Die Katastrophe bietet aber auch eine Chance. Denn die kahlen Flächen sind auch ein riesiges Freilandlabor für den klimaresistenten Waldumbau. Wie versuchen Förster, Landbesitzende und Naturschützer, den deutschen Wald zu retten?
Tote Bäume, so weit das Auge reicht. Der Anblick vieler Wälder in den deutschen Mittelgebirgen muss dieser Tage den Vergleich mit Mondlandschaften nicht fürchten. Im Harz, im Schwarzwald oder in der Eifel: Stürme, Trockenheit, Brände und der Befall mit Borkenkäfern haben in den vergangenen Jahren riesige Flächen in Deutschland zerstört. Eine halbe Million Hektar abgestorbener Wälder müssen in den kommenden Jahren neu aufgebaut werden.
Als wäre diese Aufgabe nicht schon anspruchsvoll genug, stehen Förster, Waldbesitzerinnen und Naturschützer vor einer weiteren, noch größeren Herausforderung: Auch jenseits der riesigen Kahlflächen muss der Wald in Deutschland so umgestaltet werden, dass er im Klimawandel bestehen kann. Klar ist: Ganze Landschaften werden sich verändern. Denn der Wald bedeckt ein Drittel Deutschlands, und ein erheblicher Teil davon muss sich grundlegend wandeln, wenn er überleben soll.
Waldumbau lautet das Schlagwort zu dieser gewaltigen Transformation. Wie kann sie gelingen? Sind sogenannte Störereignisse oder Kalamitäten – allen voran der Befall mit Borkenkäfern und anderen „Schadinsekten“ – wirklich die größten Probleme des Waldes? Oder sind Borkenkäfer und Co. Verbündete auf dem Weg zu klimastabilen und artenreichen Wäldern der Zukunft?
Die Antworten auf diese Fragen fallen sehr unterschiedlich aus, je nachdem, wer sie gibt. Doch in einem Punkt sind sich Wissenschaftlerinnen, Forstwirte, Waldbesitzer und Naturschützerinnen einig: So wie es ist, kann es nicht bleiben. Deutschlands Wald steht vor einem Neubeginn.
Der Klimawald
Wer etwas über Waldschäden durch Stürme, Hitze und vor allem den Borkenkäfer lernen will, sollte sich mit Sabine Bauling zu einer Wanderung verabreden. Bauling, bis vor Kurzem stellvertretende Leiterin im Nationalpark Harz, hat die Verwandlung des Mittelgebirges vom tiefgrünen Fichtenforst in eine dystopische Landschaft aus Baumleichen miterlebt. Und sie hat die ersten beiden Jahrzehnte natürlicher Wiederbewaldung studiert.
Ein schmaler Pfad auf einem Harz-Höhenzug. Sabine Bauling blickt auf den gegenüberliegenden Hang voller toter Bäume – abgestorben nach einem Befall mit Borkenkäfern. Dann sagt sie etwas Erstaunliches. „Normalerweise benimmt der Borkenkäfer sich ordentlich.“ Klingt da so etwas wie Sympathie für den größten Schädling des Waldes an, für einen „Feind“, gegen den die frühere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sogar die Bundeswehr losgeschickt hat, um befallene Bäume zu sprengen?
Auch „Schadinsekten“ sind Teil des Ökosystems
Sympathie hegt die Nationalpark-Managerin wohl nicht für das Insekt. Aber ihr ist es wichtig zu betonen, dass auch die „Schadinsekten“ ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems Wald sind. Als sogenannte Schwächeparasiten seien Borkenkäfer auf Bäume spezialisiert, die durch Alter oder andere Faktoren bereits in Bedrängnis geraten sind. Vor allem in Bergwäldern, in denen Fichten natürlicherweise heimisch sind, erfüllen die Käfer damit eine wichtige ökologische Aufgabe. Indem die Tiere einzelne ältere und raumgreifende Fichten angreifen, schaffen sie Luft und Licht für die natürliche Verjüngung und damit den Wald der Zukunft.
Wo jedoch Monokulturen gepflanzt wurden, bis in die für Fichten ungeeigneten Tieflagen hinab, kann der Kreislauf zwischen Parasit und Parasitiertem gewaltig aus dem Ruder laufen. Kommt noch der Klimawandel dazu, ergibt sich eine verheerende Mixtur, deren Ergebnisse sich derzeit überall in deutschen Wäldern besichtigen lassen. „Hitzestress, Trockenheit und Stürme als Folge des Klimawandels“, sagt Bauling, „sind die idealen Verbündeten für eine Massenvermehrung des Borkenkäfers an Standorten, an die Fichten eigentlich nicht gehören.“
Wenn der Wald nach Bahnhofsklo riecht
Angefangen hat die Katastrophe im Harz schon zu Beginn der 2000er-Jahre. Im Jahrhundertsommer 2003 herrschten selbst auf den Höhen des Mittelgebirges auch spätabends noch Temperaturen weit über 30 Grad – Regen gab es über Monate hinweg nicht. „Bis dahin wussten viele Harzer Förster nicht einmal mehr richtig, was ein Borkenkäfer ist“, sagt Bauling. „Dass die ersten kleinen Ausbrüche damals nur Vorboten einer größeren Katastrophe waren, ahnte vor zwanzig Jahren kaum jemand.“
Zu einem „perfekten Sturm“ entwickelte sich die Kombination aus Monokultur-Forstwirtschaft und Klimakrise für das Mittelgebirge, als in den Folgejahren neben weiterer Trockenheit auch noch Superstürme wie Kyrill hinzukamen, der 2007 auf dem Brocken Orkanstärke erreichte. 80.000 Festmeter Holz wurden allein durch diesen Sturm zerstört. Eine bis dahin unvorstellbare Menge – und eine ideale Unterstützung für die Ausbreitung des Borkenkäfers.
Inzwischen hat das Zusammenspiel aus Hitzestress, Trockenheit, Stürmen und Borkenkäfer auch diese Mengen in den Schatten gestellt. Allein zwischen 2018 und 2023 sind mehr als fünf Millionen Festmeter Holz im Harz eingeschlagen worden, fast alles als Noternte, um überhaupt noch etwas zu retten.
„Borkenkäfer regneten auf das Autodach
als hätte jemand einen Sack Reis darüber ausgeschüttet“
Bauling erinnert sich gut an die Hochzeiten des Borkenkäfer-Befalls. Vor allem der „Duft des schleichenden Todes“ hat sich ihr eingeprägt. Am ehesten lasse sich das Gemisch aus Pheromonen – den Sexuallockstoffen der Käfer – und absterbenden Bäumen mit dem Geruch einer Bahnhofstoilette vergleichen. Besonders intensiv roch es im Harz zuletzt vor zwei Jahren. Als Bauling damals eines Frühlingsabends vom Nationalpark in ihr nahegelegenes Zuhause fuhr, prasselte plötzlich ein Gewitter auf ihr Autodach. Doch von Regen keine Spur. Es waren Borkenkäfer. „Es war, als hätte jemand Reistüten über meinem Auto ausgeschüttet“, erinnert sich die Nationalpark-Managerin. „Wie bei einer Explosion.“
Eine solche Massenvermehrung zu überstehen ist für die geschwächten Fichtenwälder kaum möglich. „Gesunde Fichten sind in der Lage, eine Borkenkäfer-Attacke abzuwehren, indem sie Harz ausscheiden und den eindringenden Käfer in seinem Bohrloch ersticken“, sagt Bauling. Geschwächte Bäume schaffen das nicht.
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Dieser Klimawald hat sich ganz von allein, ohne menschliches Zutun und ausschließlich durch Naturverjüngung entwickelt – unter den neuen klimatischen Bedingungen. Mit dem jahrhundertealten Bild vom Harz hat er wenig gemein: Statt dem schattigen Dunkel eines dichten Nadelforsts wächst hier ein lichter Laubwald empor, der dominiert wird vom strahlenden Weiß junger Birkenstämme und dem lebensfrohen Hellgrün seiner im Wind flatternden Blätter.
„Die Natur hat uns hier unseren menschlichen Bauplan – den eines reinen Fichtenbestandes – sehr kräftig um die Ohren gehauen und einen eigenen Plan entwickelt“, sagt die Nationalpark-Managerin. „Wir erleben einen Waldwandel von historischem Ausmaß. Wir sind Zeitzeugen von etwas ganz Besonderem.“
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Starthilfe für die natürlichen Prozesse
Ganz ohne menschliches Eingreifen kann sich aber auch im Nationalpark nicht überall ein neuer Wald entwickeln. Dort, wo durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung mit Fichten keine anderen Baumarten mehr vorhanden sind, die Samen spenden könnten, hilft man nach. „Initialpflanzung“ nennt sich diese Starthilfe für eine ökologische Renaturierung. Seit 2008 wurden allein im Nationalpark Harz mehr als sechs Millionen Laubbäume neu gesetzt. Samenbäume für die zukünftige Waldvegetation zu schaffen ist das Prinzip hinter den Nachpflanzungen. „Wir geben der Natur Handwerkszeug in die Hand, dann lassen wir los. Mit dem, was sie dann hat, soll die Natur machen, was sie für richtig hält“, beschreibt Bauling das Prinzip.
Inzwischen hat sie viele Skeptiker von einst in den Klimawald geführt, um ihnen das Ergebnis des Nichteingreifens zu zeigen. „Die Wogen haben sich geglättet, weil man sieht, es kommt Neues, es wird anders, es wird bunt.“ Ein lichter Birkenwald sei auch etwas für die Seele, findet sie, nicht so bedrückend wie ein dunkler Fichtenforst – und dem Tourismus überhaupt nicht abträglich, im Gegenteil: Der Harz wird gegenwärtig geradezu überlaufen.
Der tote Wald im Nationalpark ist ein riesiges Freilandlabor
Wie sich dieser Wald aber künftig weiter entwickeln werde, könne niemand sagen. Bauling sagt: „Wir sind ein riesiges Freilandlabor.“ Die Beobachtung der Entwicklung hier könne aber schon jetzt auch auch der kommerziellen Forstwirtschaft helfen zu verstehen, wie sich der Wald der Zukunft unter dem Einfluss des Klimawandels verändere.....
Donnerstag, 16. November 2023
Studie: Naturbelassene Wälder könnten sehr viel mehr CO₂ aufnehmen, aber ...
Es ist natürlich ziemlich schade, dass die natürliche CO2 Speicherung im Boden so lange Zeiten in Anspruch nimmt...... Und dennoch: man denke nur an die Methode in der regenerativen Landwirtschaft, mehr CO2 im Boden zu binden, um die Böden wieder fruchtbarer zu machen. Wir haben ja auch bei der Bodenfruchtbarkeit mit enormen Problemen zu kämpfen. Ich denke wir können es uns nicht leisten, darauf zu verzichten.
RND hier 14.11.2023,
Degradierte Wälder restaurieren: Ein naturbelassener Wald kann mehr CO₂ aufnehmen, wie eine Studie zeigt.
Der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre muss sich massiv verringern – und das möglichst schnell. Wälder könnten neuen Berechnungen zufolge beträchtliche Mengen des Treibhausgases speichern. Doch Experten warnen vor falschen Hoffnungen.
Donnerstag, 14. September 2023
Studie der Universität Freiburg: Noch nie sind so viele Bäume abgestorben
ARD Stand: 13.09.2023 Von Paul Jens, SWR
Eine Langzeitstudie hat jetzt erstmals bestätigt: Der menschengemachte Klimawandel ist für das massive Baumsterben in Deutschland verantwortlich. Und es wird immer schlimmer.
Es sind apokalyptische Bilder im Schwarzwald: Grau-rote Fichten ziehen sich über Bergrücken, einst stolze Buchen sind kahl und kraftlos. Die Bäume sterben - nicht einzelne Stämme, sondern ganze Waldstücke sind unwiederbringlich verloren. Ähnlich verhält es sich auch in anderen Wäldern Deutschlands. Zum Beispiel im niedersächsischen Harz: Zwei Drittel der Fichten sind dort bereits abgestorben.
Donnerstag, 31. August 2023
Studenten erfinden den Klimawald
Focus hier 30.08.2023
Foto links: mehr Laubgehölze werden zum Wald der Zukunft gehören
Klimawald hält Hitze und Dürren standDie deutschen Wälder, einst ein Symbol für unberührte Natur und ökologische Vielfalt, leiden so stark wie nie zuvor unter dem Klimawandel. Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall haben in den letzten Jahren zugenommen und führen zu einem alarmierenden Zustand des Waldes. Ein studentisches Projekt soll neue Wege der Bewaldung finden.
Dem deutschen Wald geht es nicht gut. Die Gründe sind vielfältig und reichen von klimatischen Veränderungen bis hin zu menschlichen Eingriffen. Um dem fortschreitenden Waldsterben entgegenzuwirken, ist es von größter Bedeutung, nachhaltige Lösungen zu finden. Eine vielversprechende Strategie besteht darin, einen klimastabilen Mischwald aufzubauen. Dabei geht es darum, Baumarten auszuwählen, die besser mit veränderten klimatischen Bedingungen konform gehen. Dies erfordert eine intensive Forschung und das Sammeln von Daten über Baumarten, die in der Lage sind, dem Stress besser zu widerstehen.
Baumvielfalt statt Nadelgehölz-Monotonie
Freitag, 30. Juni 2023
Zum Kiesabbau im Alti: Weitere Bohrungen im Wasserschutzgebiet nötig
Schwäbische Zeitung hier: Von Katrin Neef
Der Wasserfall bei Weißenbronnen im Altdorfer Wald. In diesem Gebiet liegt die Quelle, aus der Baienfurt und Baindt ihr Trinkwasser beziehen.
Für die Vergrößerung des Schutzgebiets bei Weißenbronnen fehlen noch Daten
Das Wasserschutzgebiet bei der Trinkwasserquelle Weißenbronnen im Altdorfer Wald wird wahrscheinlich größer. Denn Untersuchungen zeigten, dass aus der Quelle mehr Wasser fließt als angenommen. Noch steht die endgültige Entscheidung über die Vergrößerung des Schutzgebiets allerdings aus. Die zuständige Dezernentin im Landratsamt erklärt, warum der Prozess so lang dauert.
Freitag, 12. Mai 2023
Schutzmaßnahmen greifen nicht: Die letzten Urwälder Europas verschwinden
Tagesspiegel hier Von Sascha Karberg 05.05.2023
In Europa schwinden die natürlichen Wälder. Forscher fordern ein Moratorium, das Holzeinschlag in Gebieten verbietet, in denen Urwälder noch zu finden sind.
Urwälder und naturnahe Wälder werden in Europa immer seltener. Davor warnt ein Forschungsteam in einem Kommentar im Fachblatt „Science“. Obwohl die Europäische Union deren Schutz als wichtiges Ziel ihrer Biodiversitätsstrategie für 2030 definiert habe, gebe es in vielen EU-Ländern bisher keine verbindlichen Vorschriften zum Schutz der letzten Urwälder.
Mittwoch, 26. April 2023
Wir müssen uns vom Nadelwald verabschieden: Die Region braucht neue Baumarten
Der Bericht bezieht sich bei der Region auf das Karlsruher Umfeld. Warum sollte es bei uns anders sein? Auch unsere Region steht im Zentrum des Klimawandels und hat die 1,5° Erwärmung längst überschritten.
Machen wir uns nichts vor - es wird hart für unseren Wald.
hier Badische Neueste Nachrichten 25. Apr. 2023 von Rainer Obert
Sterbender Wald: Düstere Prognosen an neuer Eichen-Versuchsfläche in Malsch
Forstexperten rechnen mit Klima in der Region Karlsruhe wie in Südfrankreich. Die Erderwärmung schlägt durch – kommt da eine Eichenversuchsfläche zu spät?Es kann einem angst und bange werden. Was anlässlich der Vorstellung einer Versuchsfläche für hitzeresistentere Baumarten in Sachen Klimawandel skizziert wurde, ist mehr als bedrohlich.
„Das Baumsterben hat eine Geschwindigkeit aufgenommen, wie wir es uns nicht vorstellen konnten“, betonte zu Beginn Martin Moosmayer, Leiter des Forstamts im Landratsamt Karlsruhe.
Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg hat die Eichen-Versuchsfläche zusammen mit der Gemeinde Malsch angelegt. Auf dem Areal setzten Stürme und Trockenheit den Bäumen zu.
Die Region braucht neue Baumarten
Dienstag, 21. März 2023
Waldschadensbericht:So geht es dem deutschen Wald
Süddeutsche Zeitung hier 21. März 2023, Von Constanze von Bullion, Berlin
Nur jeder fünfte Baum in der Bundesrepublik hat noch eine intakte Krone, das zeigt die "Waldzustandserhebung 2022". Doch es gibt auch ein paar hoffnungsvolle Zeichen.
Bild links: Kunst im Altdorfer WaldDie alten Riesen sterben jetzt im Wald. Aber auch bei den jüngeren Bäumen in Deutschland lässt sich dieses Kränkeln feststellen, das Fachleute unter dem Begriff "Kronenverlichtung" zusammenfassen: ein Schütterwerden des Hauptes. Nur dass es hier eben nicht am Alter liegt.
Etwa jeder vierte Baum in Deutschland kämpft mit "mittlerer Kronenverlichtung", hat in seiner Krone also zwischen einem Viertel und fast zwei Dritteln seiner Blätter oder Nadeln verloren. Seit 1984 sind die Schäden bei allen Baumarten angestiegen, teilweise erheblich. 40 Prozent der Fichten in der Bundesrepublik haben deutlich an Nadeln verloren - oder sogar alle. Bei den Kiefern sind sogar 13 Prozent mehr Bäume als noch im Vorjahr von deutlichem Nadelverlust betroffen. Und auch wenn sich der Zustand der Waldbäume im zurückliegenden Jahr insgesamt nicht nennenswert verändert hat im Vergleich zu 2021: Nur jeder fünfte Baum in der Bundesrepublik hat noch eine intakte Krone.
Samstag, 11. März 2023
Internationale Recherche:Die weltweiten Geschäfte der Holz-Mafia
Süddeutsche Zeitung hier 1. März 2023, Von Christoph Cadenbach, Kristiana Ludwig, Lena Maurer, Mauritius Much und Ralf Wiegand
Interpol zufolge werden mit illegal geschlagenen Bäumen jährlich mindestens 50 Milliarden Euro verdient. Und die Nachfrage steigt. Das gefährdet Wälder auf der ganzen Welt - und mit ihnen Lebensräume für Tiere und Menschen.
Jeder zweite Baum in Rumäniens Wäldern, schätzen Experten, wird illegal geschlagen. Wertvolles Edelholz - Teak für teure Yachten - aus Myanmar gelangt trotz Sanktionen in die Europäische Union. Und Prüfunternehmen bescheinigen Forstunternehmen per Qualitätssiegel Nachhaltigkeit und Legalität, obwohl diese ihr Holz in Schutzgebieten schlagen oder falsche Genehmigungen verwenden. Bisweilen verschwinden auf diese Weise ganze Urwälder, indigene Menschen werden vertrieben.
Montag, 13. Februar 2023
Wie sieht der Wald der Zukunft aus?
PODCAST EDITION ZUKUNFT hier Moderation: Alicia Prager, Philip Pramer 3. Februar 2023
Waldexperte Harald Vacik spricht im Podcast über Österreichs Wälder in der Klimakrise – und darüber, wie sie widerstandsfähiger werden sollenDem Wald wird heutzutage viel abverlangt: Er soll nicht nur Erholung bieten, sondern auch Holz liefern und gleichzeitig CO2 speichern. Zugleich setzt die Klimakrise den Wäldern immer weiter zu. Wie geht es Österreichs Wäldern, und wie sieht der Wald der Zukunft aus? Darüber spricht Harald Vacik vom Institut für Waldbau an der Universität für Bodenkultur Wien im Podcast "Edition Zukunft". (Alicia Prager, Philip Pramer, 3.2.2023)
"Edition Zukunft" ist der STANDARD-Podcast über das Leben und die Welt von morgen.
Mittwoch, 21. Dezember 2022
Jeder zweite Baum im Wald hat Schäden – Einige Arten sterben wohl aus
Schwäbische Zeitung hier 19.12.2022, Katja Korf
Fast die Hälfte aller Waldflächen in Baden-Württemberg weist deutliche Schäden auf. Das ist Ergebnis von Untersuchungen der landeseigenen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA). Seit Beginn dieser Studien 1985 fiel der Wert nur einmal ebenso schlecht aus – und zwar im Jahr 2020.....
Wie geht es dem Wald?
„Besorgniserregend“, fasste Forstminister Peter Hauk (CDU) die Ergebnisse am Montag zusammen. Noch nie seit Beginn der Erhebungen habe es mit 17 Prozent der Flächen so wenige gesunde Waldstücke im Land gegeben. Bei den Nadelbäumen hat laut Bericht die Kiefer mit einem mittleren Nadelverlust von 33 Prozent gelitten, Fichte, Tanne und Lärche liegen bei rund 25 Prozent. Die Douglasie ist resistenter als andere Bäume gegen Trockenheit und verliert etwas mehr als jede fünfte Nadel (21 Prozent).
Bei den Laubbäumen steht es am besten um den Bergahorn (18 Prozent Blattverlust). Anders die Esche, die vor allem wegen eines Pilzes rund 43 Prozent verliert – und laut Hauk bald im Land ausgestorben sein wird. Beim häufigsten Laubbaum, der Buche, gelten 58 Prozent als deutlich geschädigt, bei den Eichen sind es 71 Prozent.
Wie steht es um den Wald in der Region?
Im Landesschnitt haben die Bäume 28,4 Prozent ihrer Nadeln oder Blätter verloren. Darunter liegt der Kreis Ravensburg mit knapp 23 Prozent, einer der niedrigsten Werte in Baden-Württemberg. ....
Was sind die Ursachen?
Die vergangenen Jahre waren aus Sicht der FVA zu heiß und zu trocken. Seit 2018 war demnach nur 2021 kühl und feucht genug. Danach kamen, so Minister Hauk, „auch heuer wieder verbreitet Hitzerekorde und Dürreperioden.“ Sind Bäume durch Trockenheit geschwächt, haben es Schädlinge wie der Borkenkäfer oder Baumpilze leichter, sich einzunisten.
Die Experten der FVA werten die seit Beginn der 2000er Jahre zunehmenden Baumschäden als Folge der sich deutlich veränderten Wetterbedingungen, also als Folge des Klimawandels. Dazu gesellen sich weitere Faktoren. Der Bericht nennt unter anderem die noch immer spürbaren Folgen des schadstoffhaltigen „sauren“ Regens in den 1970er Jahren sowie die Einträge aus Verkehr und Landwirtschaft....
Was soll dem Wald helfen?
„Die Folgen für den Wald von heute spiegeln die Fehler und Inkonsequenz beim Klimaschutz von vor 20 Jahren wieder“, sagte Hauk. Deshalb gelte es, diesen voranzutreiben. Dem Wald ganz konkret soll ein Umbau helfen – also das Pflanzen anderer Baumarten, die Trockenheit und Hitze besser widerstehen. Dazu gehören zum Beispiel die Esskastanie, Nussbäume und Hainbuchen. Dafür stehen in den kommenden Jahren bis zu 30 Millionen Euro von Bund und Land zur Verfügung. Privatleute sollen beraten werden, wie sie ihren Wald auf die neuen Klimabedingungen einstellen. Ihnen gehört etwa ein Drittel der Wälder, den Rest teilen sich in etwa Land und Gemeinden.
Welche Kritik wird laut?
... „Die Waldstrategie erhält im Haushalt 2023/24 nur ein Drittel der benötigten Mittel. Dringend benötigte neue Stellen für die Forstverwaltung sind damit nicht zu machen“, so Geschäftsführerin Odile Bour.....
Dienstag, 29. November 2022
Wegweisende Klage? - Klage in Bayern soll Kiesabbau in Wald verhindern
Süddeutsche Zeitung hier 28. November 2022 Von Rainer Rutz, Planegg
Der Bund Naturschutz zieht wegen der Pläne der Firma Glück für das sogenannte Douglaswäldchen vor das Bayerische Verwaltungsgericht.
Der Landesverband des Bundes Naturschutz will die beabsichtigte Abholzung des sogenannten Douglaswäldchens zwischen Planegg und Gräfelfing durch das Kies-Unternehmen Glück nicht hinnehmen - obwohl die Firma dafür die Genehmigung des Landratsamts München und der Gemeinde Planegg hat. Die Naturschützer haben jetzt die renommierte Rechtsanwaltskanzlei Günther aus München beauftragt, Klage gegen die offenbar unmittelbar bevorstehende Auskiesung des 4,2 Hektar großen Wäldchens beim Bayerischen Verwaltungsgericht München einzureichen. Zur Klage gehört ein entsprechender Eilantrag. Gerügt wird unter anderem, dass das Landratsamt München "das ihm zustehende Ermessen nicht ausgeübt hat".
Donnerstag, 18. August 2022
Wie waldbrandgefährdet ist die Region?
15.08.2022 | ELISA-MADELEINE GLÖCKNER ELISA.GLOECKNER@SUEDKURIER.DE
Es sind keine guten Zeiten für den Wald. Zumindest nicht in Brandenburg, Sachsen oder vielen Teilen Südeuropas, wo momentan ein Funke ausreicht, um Brände zu entfachen, bei denen das Feuer ganze Wälder frisst. Doch nicht nur dort, auch hier in Südbaden steigt die Gefahr durch die anhaltende Sommerdürre immer weiter. Fast überall: Trockenheit, die am Boden selbst in den Tiefen zehrt.
Warum Waldbiomasse nicht zu den „erneuerbaren“ Energien gezählt werden darf
Euractive hier Von: Michal Wiezik und Zoltan Kun | übersetzt von Thomas Lehnen
Zum Wohle unserer Wälder, der Natur und eines lebenswerten Klimas muss sich der Rest des Europäischen Parlaments den Abgeordneten anschließen, die sich für ein Ende der Anrechnung von Waldbiomasse auf die Ziele für erneuerbare Energien, schreiben Michal Wiezik und Zoltan Kun.
Michal Wiezik ist slowakischer EU-Abgeordneter für die liberale Renew-Fraktion und Mitglied des Umweltausschusses (ENVI). Zoltan Kun ist Leiter des Bereichs Naturschutz bei der Stiftung WildEurope.
Um das EU-Ziel von Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, sind massive Anstrengungen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Wäldern, die der Atmosphäre CO2 entziehen, erforderlich.
Derzeit stammt jedoch ein großer Teil der erneuerbaren Energien in der EU aus der Verbrennung von Bäumen und anderem Holz als Brennstoff, wodurch mehr CO2 pro Energieeinheit ausgestoßen wird als bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und Kohlenstoff aus den Wäldern in die Atmosphäre gelangt – das Gegenteil von dem, was wir brauchen, wenn wir den Klimawandel ernsthaft bekämpfen wollen.
Dienstag, 26. Juli 2022
Klima-Stabile Aufforstung mit der Elsbeere in Reinbek
NDR hier ein Video
Sieht fast so aus wie im Altdorfer Wald...Warum also nicht auch hier?nur verfügbar bis 01.08.2022
Mit dem Kratzbagger oben wird der Wald für neue Bäume vorbereitet.
Freitag, 8. Juli 2022
Die Welt verbraucht zu viel Holz
Süddeutsche Zeitung hier 6. Juli 2022 Von Nina Kammleiter
Wälder in Gefahr
Holz zum Bauen, Heizen, Kleiden, Verpacken - die Nachfrage nach dem Rohstoff ist riesig. Eine Studie der Umweltschutzorganisation WWF zeigt nun, dass der globale Holzkonsum langfristig nicht zu decken ist.
Deutschland verbraucht zu viel Holz - das ist das Ergebnis einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, die der SZ vorab vorliegt. Pro Kopf wird hierzulande mehr als doppelt so viel Holz verbraucht wie im weltweiten Durchschnitt. Doch auch global gesehen ist die starke Nachfrage nach Holz laut dem WWF nachhaltig nicht zu decken.












