Montag, 26. Oktober 2026

Die Koalition der Willigen

 Daniel Mautz

57 Länder haben genug vom fossilen Lobbying im COP-Prozess und bauen sich ihre eigene Arena.

Im April haben sich 57 Staaten und die EU in Santa Marta, Kolumbien, versammelt. Nicht auf Einladung der UN, sondern weil der übliche COP-Betrieb durch eine Handvoll fossiler Bremser systematisch blockiert wird. 

Das nennt sich "Coalition of the Willing" und ist faktisch das Eingeständnis, dass sich die internationale Klimapolitik von Öl- und Gaslobbys nicht mehr als Geisel halten lassen will.

Frankreich legte dort einen Fahrplan vor, der Kohleausstieg bis 2030, Ölausstieg bis 2045 und Gasausstieg bis 2050 vorsieht. Kolumbien rechnet vor, dass der fossile Ausstieg dem Land 280 Milliarden Dollar an wirtschaftlichem Nutzen bringen könnte. 

4.000 Organisationen in 120 Ländern unterstützen den Fossil Fuel Non-Proliferation Treaty. Eine zweite Konferenz folgt Anfang 2027 in Tuvalu, wenige Wochen vor COP31.

Zwischen 5 und 7 Millionen Menschen starben im vergangenen Jahr allein an Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe. Eine Person stirbt derzeit jede Minute durch letale Hitze, verursacht primär durch fossile Emissionen. 

Die Subventionen für die Öl- und Gasindustrie zahlen die Steuerzahler:innen. Die Gesundheits- und Cleanupkosten auch.

USA, Russland, China und die Golfstaaten waren in Kolumbien nicht dabei. Was diese Abwesenheitsliste über den globalen Schutz fossiler Geschäftsmodelle erzählt, erklärt sich von selbst.

Manchmal fängt Fortschritt damit an, dass man aufhört zu warten.

Link: https://lnkd.in/eb43cM_9

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