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Samstag, 2. Juli 2022

"Das Ziel ist die Bodensee-S-Bahn"

 30.06.2022  hier im Südkurier

Kürzere Fahrzeiten, mehr Direktverbindungen und besser abgestimmte Anschlüsse: Das grenzüberschreitende Zugfahren im internationalen Bodenseeraum soll attraktiver werden. Dies haben Vertreter der Regierungen der See-Anrainerländer nun bei einem Strategietreffen beschlossen. 

Es war ein Treffen der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK). In dieser sind die Regierungen aller Bundesländer und Kantone Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und Liechtensteins zusammengeschlossen, darunter zum Beispiel Baden-Württemberg, Bayern, Kanton Thurgau und Vorarlberg. 

„Bodanrail 2045“ heißt das Projekt, das sich die IBK jetzt vornimmt. Es soll attraktiver und leichter werden, in der Vier-Länder-Region mit dem Zug zu reisen. Weil sich vier Bahn-Betreiber aufeinander abstimmen müssen und auch die Finanzierungen der Bahnunternehmen unterschiedlich aussehen, sei das ein komplexes Projekt, heißt es in einer Pressemitteilung der IBK. Trotzdem gibt diese sich ambitioniert: Die Bahn-Anbieter in allen Anrainer-Ländern sollen an ihre Fahrpläne ran – und wenn nötig auch an ihrem Schienennetz bauen. Das ergab sich bei einem Strategiegespräch, zu dem sich Regierungsvertreter nun im schweizerischen Heiden (Kanton Appenzell Ausserrhoden) trafen und bei dem sie das langfristige Zielmodell Bodanrail 2045 beschlossen.

Die IBK möchte mit den Kantonen, Landkreisen und Bahnunternehmen eine „Institution Grenzüberschreitender Öffentlicher Verkehr Bodensee“ aufbauen. Ziel ist eine Stelle, die sich um die – bisher fehlenden – kundennahen Herausforderungen des öffentlichen Personenverkehrs über die Landesgrenzen kümmert, wie Kommunikation, Vermarktung und Vertrieb von Fahrkarten. Das soll auch Projekte wie das Bodensee-Ticket, die neue Drei-Länder-S-Bahn S7 von Romanshorn über Bregenz bis Lindau-Reutin und die Kooperation der Bahnen rund um den See für eine „S-Bahn-Bodensee“ vorantreiben. 

Samstag, 2. April 2022

Bodensee-S-Bahn in erkennbarer Ferne

Die Bodensee-S-Bahn scheint endlich bis Friedrichshafen (ab Dezember23) auf dem Weg zu sein - die Strecke der  Bodenseegürtelbahn fehlt aber noch komplett. Verkehrsminister Hermann hatte vor kurzem in einem Interview (hier) auf den Ausbau der Bodenseegürtelbahn innerhalb der nächsten 10-15 Jahre verwiesen. Wann geht`s los?


31.03.2022  |  VON KATY CUKO KATY.CUKO@SUEDKURIER.DE  hier

Teilstrecke der S-Bahn in Betrieb

....Bereits 2006 legten die Aktivisten erste konkrete Vorschläge vor. Attraktiv heißt: S-Bahn-Linien, in die man von morgens um 6 Uhr bis um Mitternacht an jedem Bahnhof rund um den See im Halbstundentakt einsteigen und fahren kann – mit einem Ticket und über alle Ländergrenzen hinweg.

Die Realität heute sieht anders aus. ..... Das hat mit S-Bahn nichts zu tun......

Aber es geht schon besser – an Wochenenden auf einem Teilstück der angedachten S-Bahn um den Bodensee. Seit Mitte Dezember verkehrt die neue Linie S7 von Romanshorn über Bregenz bis Lindau-Reutin. Wer alle 2 Stunden in den modernen Elektrozug der Schweizer Regionalbahn Thurbo einsteigt, rauscht in 52 Minuten über zwei Ländergrenzen hinweg – ohne Umstieg – mit einem Ticket. „Das ist wirklich ein Meilenstein für eine Bodensee-S-Bahn“, sagt Ralf Derwing.

Denn die S7 überbrücke den mit Abstand schwierigsten Abschnitt: Zwischen Lindau und Romanshorn gibt es drei eingleisige Streckenabschnitte, und es sind drei Länder mit drei unterschiedlichen Verkehrs- und Tarifverbünden beteiligt. „Wäre der eingleisige Abschnitt zwischen Romanshorn und Konstanz nicht belegt, könnte man gleich bis nach Konstanz fahren und hätte die Hälfte einer Bodensee-S-Bahn geschafft“, frohlockt Derwing. Das geht aber nicht, weil Baden-Württemberg an der S7 nicht beteiligt ist. Derzeit sind das nur Bayern, Österreich und die Schweiz.

Doch das soll sich ändern. Bei der offiziellen Eröffnung der S7 samt Festakt im Bregenzer Festspielhaus hieß es, dass die neue S-Bahn 7 ab Dezember 2023 auch an den Wochentagen verkehren soll. Mehr noch: Ab nächstem Jahr sei auch ein Anschluss nach Friedrichshafen möglich. Es werde geprüft, die neue S-Bahn-Linie über Reutin bis Endbahnhof Lindau-Insel zu führen. Dafür müsse die von den bayrischen Behörden limitierte Anzahl von Zügen, die zwischen den beiden Lindauer Bahnhöfen verkehren dürfen, erhöht werden. Ursache der Beschränkung ist ein verkehrsreicher Bahnübergang.

Mit der neuen S7 ging ein Internetportal an den Start. Die Seite www.s-bahn-bodensee.com ist ein Gemeinschaftsprojekt der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK), an dem alle ÖPNV-Akteure am See beteiligt sind: vier Verkehrs- und Tarifverbünde (Bodo, VHB, VVV in Österreich sowie Ostwind in der Schweiz), drei nationale Bahnunternehmen (Deutsche Bahn, Schweizer SBB und Österreichischen ÖBB) sowie die Schweizer Regionalbahn Thurbo. .....

Wer im Bodenseekreis wohnt und unkompliziert über alle Ländergrenzen am See fahren will, kauft das Bodensee-Ticket als Tageskarte oder Drei-Tages-Pass. Da sind beide Fährlinien, Friedrichshafen – Romanshorn und Meersburg – Konstanz, inklusive. „Das ist mit 37 Euro als Einzel-Tagesticket zwar nicht wirklich günstig, aber recht funktional“, sagt Derwing.
Denn zumindest in Österreich und der Schweiz kann man mit diesem Ticket alle Züge nutzen, sogar den Eurocity, in Deutschland hingegen nur die Regionalzüge. Das Bodensee-Ticket gibt es inzwischen an allen Fahrkarten-Automaten.

Es kann nur besser werden. Jetzt wird das Label „S-Bahn Bodensee“ auch politisch forciert. So hat der Kreistag Bodenseekreis in jüngster Sitzung seinen Anteil von 15 000 Euro jährlich für die gemeinsame Geschäftsstelle bewilligt, die bei der Schweizer Regionalbahn Thurbo angedockt ist.